Anzeigebtatt für -ie Stadt Gießen und die Kreise Gießen, Grünberg und Hungen. ./I'o 55« Montag den 19* Juni 18^48. JDieiee Blari erscheint wöchentlich drei Mal: Montag, Mittwoch unv Sonnabend. Der Pränumerarionsberran ift für ein ganzes Jahr für (Linhermische 1 fl. 3() fr., für ein halbes Jahr 4.5 fr., für .'ius oärriqe mcl. tioüau >'chta i 1 1. v2 fr.. h.Ndj.ldrl. 51 rr. .'tu»warcs dbomdrt man sich bei den zunächst qelcqenen lobt. Boftamrern. In (Siepcn bei v r Erpeoirion, (Saiuleiber.i Liu rr. .Ur. 1. Stilenckunqeqebüdr für cen Raum der qefpaltenen Corvus-Zeile 2 fr. ^'uerare mnüen jedesmal an vem 2aqe vor dem Erscheinen dieses Blattes an vie Nebakrion aelanat mr.. Edictalladuuq. 1259) Gießen. Forderungen an den Nachlaß des verstorbenen Bäckers Ludwig Kempf dahier, sind binnen 3 Wochen bei unterzeichnetem Gerichte um so gewisser auzuzeigen, alS sonst auf spätere Anmeldungen keine Rücksicht genommen werden wird. Gießen den 15. Juni 1848. Gr. Hess. Stadtgericht Haberkorn. 926. Laubach. Alle Forderungen au den Johannes Michel von Utphe, über dessen Vermögen Gr. Hofgcricht der Provinz Oberhessen den förmlichen Concurs erkannt, sind bei Vermeidung deS ohne weitere Bekanntmachung eines Präclusivdecretö eintretenden Ausschlusses von der Masse. Montag den 10. Juli d. I., Morgens 9 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte auzuzeigen und zu begründen. Laubach, den 3. Mai 1848. Gr. Hess. G. S. Landgericht Brumhard. 1253) Grünberg. Nachstehende Pfandeinträge stehen in den Pfandbüchern des unterzeichneten Gerichts noch offen: 1) über 100 fl. zu 5% am 26. März 1834 bei Joh. Heinr. Rühl II. zu Waikartshain als Cura- lor deS abwesenden Joh. Heinr. Kircher daselbst, gegen Verpfändung von %0, 2) über 50 fl. zu 5°/0 am 1. Februar 1831, gegen Verpfändung von 7 Grundstücken bei Heinr. Rühl II. daselbst, (beide von Joh. Cvnr. Theißen Eheleute zu Waikartshain), 3) über eine unbestimmte Schuld am 15. Juni 1801, gegen Verpfändung von 3%5 und Generalpfand bei Gastwirth Bey r in Freieuieeii, von Ich. Heinr. Faust, Tambours Ebeleu e uno dessen Eidam Job. Eonr. Wöll und Frau zu Großeueiben, 4) über 60 fl. am 9 Mai 1804 bei Hr. Horst zu Oberobmen, gegen Verpfändung von 13"/», und Generalpfaud von I. Eonr. Wöll's Eheleute zu Großeneichen, 5) über 100 fl. zu 5% am 5. April 1826 bei Mar Rau zu Lumda, gegen Verpfändung der Hof- raithe -°/4o von Joh. Peter Sprankel I. und dessen Frau Elisabeth, geborne Hauth, 6) über 29 fl. von Joh. Heinr. Lein und Fran Dorothea, geborne Paul zu Großeneichen bei Joh. Müller daselbst am 29. Juni 1790, gegen generelle, auch specielle Verpfändung von 7 Grundstücken , 7) über 60 fl. von Joh. Adam Müller's Frau zu Großeneichen bei Kaufmann Kratz in Oberohmen am 7. Mai 1810, gegen generelle und specielle Verpfändung von 7 Grundstücken, aufgcnommen. Die Betheiligten bestreiten das Fortbestehen der Forderungen, behaupten deren Abgeiragenseyn, haben auch mehr oder weniger Bescheinigungen dcßhalb vorgelegt, und das Löschen der Pfandeinträge beantragt. Diesem Gesuche wird stattgegeben und das Löschen der Pfandbuchseinträge vollzogen, wenn Einsprache binnen 6 Wochen dahier nicht erhoben wird. Wer hiernach Ansprüche an die betreffenden Forderungen rcsp. Einsprache gegen das Löschen der Einträge in den Pfandbüchern bilden will, muß es binnen der oben bestimmten Frist thun, widrigenfalls solche unberücksichtigt bleiben. Grünberg den 23. Mai 1848. Gr. Hess. Landgericht daselbst. Weicker. T h a l e r. 436 Besondere Bekanntmachung. 1243) Gießen. Die Quittungen über Pfleg, gelber von Waisen, sind vor dem Schlüsse d. M. hier zu übergeben oder ausstellen zu lassen. Die Pflegcontracte müssen zu letzterem Zwecke vorgelegt werden. Gießen den 16. Juni 1848. Der Bürgermeister Gg. Reiber. Versteigerungen. 1236) Gießen. Grasversteigerung im Gießer Stadtwalde. Samstag den 24. Juni l. I., Vormittags 9 Uhr, soll auf dem hiesigen Rathhause das Gras in den Schneisen des Stadtwaldes, Schutzbezirk Fernewald und großer Stavtwald II. Abteilung, öffentlich versteigert werden. , Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini dieses Jahrs gestattet. Die Herrn Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen am 17. Juni 1848. Der Bürgermeister Gg Reiber. 1244) Gießen. Holzversteigerung im Gießer _ Stadtwalde. Donnerstag den 22. Juni l. I., Vormittags 9 Uhr, soll in dem hiesigen Stadtwalde, Distrikte Stolzen- morgen und Venusberg, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden. 129 Stecken Eichen-Schewholz, 42 „ Prügelholz, 56% „ Stockholz, 2013 Stück Eichen-Reisholzwellen, 27 Stecken Dorn-Stockholz, 1 „ Buchen- „ 25 Stück Buchen-Reisholzwellen, 275 „ Hainbuchen-Reisholzwellen, 6 Stecken Kiefern-Scheidholz, 2% „ „ Prügelholz, 5% „ „ Stockholz, 114 Stück Reisholzwellen, 2 Fichtenstämme von 37 Cubikfuß, 13 Eichen- „ „ 221 „ 1 Fichtenstange „ 7 „ 29 Eichen- „ „ 92% „ 1 „ Jochstange, 8 „ Pflugsreh und Pflugswellen, 463 Stück Dornwellen. Auch kommt das Gras von einigen Schneisen des Stolzenmorgens zur Versteigerung. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. October d. I. gestattet. — Die Zusammenkuft ist auf dem Trieb. Die Herren Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen am 15. Juni 1848. Der Bürgermeister I. d. V. Der Beigeordnete Rühl. 1238) Gießen. Holzversteigerung im Revier Schiffenberg. Freitag den 23. Juni, sollen im Domanialwald, Distrikt Tempel, nachverzeichnete Holzsorlimente versteigert werden: 268% Stecken Nadel-Prügelholz, 63% „ „ Stockholz, 9825 Stück h Wellen. Die Zusammenkunft ist Morgens 8 Uhr im am 14. Juni 1848. Der Gr. Hess. Revierforster des Reviers Schiffenberg Dr. Draudt. Distrikt selbst. , Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zaff lungsfrist bis Martini d. I. gestattet. Gießen 1255) Hohensolms. Mühlen-Verpachtung. Montag den 17. Juli d. I., Vormittags 10 Uhr, soll in dem Hause des Wirths Lcidolf zu Naunheim im Kreise Gießen, die bei Naunheim, 2 Stunden von Gießen und 1 Stunde von Wetzlar an der Lahn gelegene, mit 3 Mahlgängen und einem angehängtcn Schlaggang nebst dem dazu gehörigen Geräthe und Geschirr, sowie mit hinreichenden Wohn- und Oeconomiegebäuden versehene Mühle, unter Vorbehalt höherer Genehmigung, vom 22. Februar k. I. ab, auf neun Jahre meistbietend verpachtet werden. Außer der Hofraithe gehören zu der Mühle 38 Gr. Hess. Morgen Gärten, Aecker und Wiesen. Die Bedingungen der Verpachtung werden bei der Versteigerung bekannt gemacht, können aber auch vorher bei dem Unterzeichneten ein- gesehen werden. Hohensolms den 17. Juiil 1848. 1 1 Der F. S. Rentmeister Reichmann. 1230) Großenlinden. Versteigerung von Bauarbeiten. Die zur Einfriedigung des Schulhofs zu Großen- linden erforderlichen Arbeiten, bestehend in Steinhauerarbeit, veranschlagt zu 22^5 ft. rr. Schlosserarbeit, „ " 72 „ äu „ r0K Dienstag den 20. d. M-, Vormittags um 10 Uhr, auf dem Bnrgermeistereibüreau zu Großenlinden weuigstnehmeud versteigert werden. Großenlinden den 14. Juni 1848. Der Gr. Bürgermeister Menges. 1254) Allendorf a. d. Lumda. Montag den 26. Juni l. I-, Morgens 9 Uhr, soll das städtische Hcugras von circa 18 Morgen, unter den alsdann näher bekannt gemacht werdenden Bedingungen, versteigert werden Die Zusammenkunft ist in Allendorf. Allendorf a. d. Lumda den 17- Juni 1848. Der Beigeordnete Wagner. 1252) Marburg. Holz-Versteigerung. Donnerstag den 22 d. M-, Morgens präcis 8 Uhr, , soll in den v. Milchling'schen Waldungen bet TratS folgendes Gehölze als: 19 Stämme Bnchen-Werkholz, 91 „ Eichenbauholz, 29 „ Eichenwerkholz, 6 Klafter Buchenscheidholz, 28 „ Eichen- „ 38 Schock Reiser und 17 Klafter Erdstöcke , , . im Einzelnen öffentlich meistbietend verkauft werden. Kaufliebbaber werden mit dem Bemerken hierzu eigeladen', daß die Licitation in dem Forstorte Oberseilbach bei Nummer 6 beginnt. Marburg den 16. Juni 1848. A. Schenck, v. Milchling'scher Rendant. 1247) Inheiden. Gras - Versteigerung. Donnerstag den 22. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr, soll das der hiesigen Gemeinde zustehende Heugras von circa 200 Morgen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden. 437 Die Zusammenkunft ist an der sogenannien Kuhbrücke. Inheiden den 14. Juni 1848. ' Der Bürgermeister Hinckel. 1250) Gießen. Freitag den 30. Junr d. I., Morgens 11 Uhr, wird in der Wohnung des Unterzeichneten für eine Gesellschaft Privatleute eine Quantität Buchen- Scheidholz in Abtheilungen von etwa 10 Stecken unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen zur Lieferung an den Wenigstfordernden vergeben werden Zur Steigerung ladet ein. 3 W. Bott, Seltersweg Lit. C. Nr. 46. 1258) Gießen. Im Auftrage einer Gemeinde mache ich hierdurch bekannt, daß circa 400 Stecken Buchen Scheidholz vorräthig liegen, welche frank und frei bis hier per Stecken für 7 st. geliefert werden. Darauf Reflectirende wollen ihre Bestellungen bis Ende dieser Woche bei mir machen. G. PH. Faber, Spenglermeister am Markt Feilgeboten. 1242) Gießen. Malaga . direct bezogen, i »sehr vorzüglicher Qualität und in mit dem Sigel des Absenders vcrsehehenen Flaschen, empfiehlt ä 1 fl. 6 fr. per Flasche f I. G. Appel. 1258) Gießen. Bei Gärtner Schmitt sind einige Wagen Mist zu verkaufen; daselbst ist auch eine Scheuer zu vermiethen. 1261) Klcinlinden. Jeden Tag ist wieder guter Kalk in Kleinlinden bei Jung an der Brennerei zu haben; die Bütt, welche 260 & wiegt, kostet 2 fl. 8 fr. Zu vermiethen. 989) Gießen. Ein Familien-Logis von 2 bis 3 Zimmer ist zn vermiethen. Wo? sagt die Erped. d. Bltts. 1262) Gießen. Ein möblirtes Zimmer und eine Scheuer sind zu vermiethen, sowie Strohseile zu verkaufen bei August Rupp. 438 A uszuleihen. 1232) Gießen. Aus hiesiger Armenkasse sollen 800 sil Capital ZU jährl. 5pCt. Zins, gegen gerichtliche Hypothek ausgeliehen werden. Desgleichen auS dem Plockischcn Stiftsfond 100 fl Gießen den 15. Juni 1848, Der Rechner Lauer. Vermischte Nachrichten. 1248) Gießen. Gustav - Adolph - Verein. Die diesjährige Versammlung des Oberhessischen Zweigvcreins der Gustav-Adolph-Stiftung ist auf das nächste Jahr vertagt worden. Die JahreSrechnnng für 1847 liegt für die Mitglieder unsers Zweigvereinö bis Ende l. M. bei Herrn Kirchenrath Dr. Engel zur Einsicht offen. a Gießen am 9. Juni 1848. Der Vorstand des oberhessischen Zweigvereins der Gustav-Adolph-Stistung. 1246) Gießen. * lFet*eme Dem §. 4. der Statuten geniäß, ist die Wahl der Vorstandspersonen für das, mit dem bevorstehenden 1. Juli beginnende Jahr, im Lause d. Mtö. Juni vorznnehmen. Mehrfach geäußerten Wünschen entgegenkommend und um Mißverständnisse für die Folge zu verhüten, sieht sich der Unterzeichnete veranlaßt, sämmtliche Mitglieder der hiesigen Lokalsektion zu einer Generalversammlung auf Mittwoch den 21 Juni, Abends T/2 Uhr, Behufs der Berathung resp. Beschlußuahme über den, bei der Wahl einzuhaltenden Wahlmoduö, hierdurch eiuzuladen. Der Vorstand der Lokalsektion. 1190) Gießen. Höchst wichtige Anzeige für Auswanderer. Nachstehende Anzeige, welche ans dem Frankfurter Journal von heute entnommeu ist, bringe ich hiermit zur allgemeinen Kcnntniß mit dem Anfügen, daß das 300 Lasten große dreimastige Amerikanische Freqattenschiff Flavio, Cap. Coffin, am 20. Juli durch Herrn Carl Traub in Bremen nach New-Jork erpedirt werden wird, wozu ich unter billigen Bedingnngeu einlade. Gießen den 6. Juni 1848. I. G. Appel, Agent. Entliehen uns See „Deutschen eonstitntionellen Zeitung" Nr. 153 vom 1. Juni 1848. Havre, 25. Mai. In Beziehung aus die letzte Bekanntmachung vom 14. April d. I. des unterzeichneten Consulats, glaubt es heute dem auswandernden Publikum ueuerdings an- 439 empfehlen zu müssen, nicht auf Gerathcwohl hieher zu kommen, sondern in Deutschland schon durch Accordsabschlüsse sich eine Reiscgelcgenheit sach Nordamerika zu versichern, weil durch die wenigen Schisse, die nun ankommcn, letztere selten geworden, dasi bereits die Neber- fcihrtspreise nach New-Jork auf 110 fl. per Person, ohne Lebensmittel, gestiegen sind und ein ferneres Steigen vorauszusehen ist, indem nur noch 6—8 amerikanische Schiffe bis Ende Zuni erwartet werden. — Königl. wnrtembergisches, großh. badisches, großh. hcfslsches Consulat. S. G. R o s e n l e ch e r. 1211) Gießen. Ein Student der Theologie wünscht in einigen freien Stunden Unterricht in der Mathematik, dem Griechischen oder Lateinischen zu geben. Nähere Auskunft ertheiit Buchhändler Ricker. 1249) Gießen. Eine Frau wünscht in und außerhalb des Hauses in Nähen unb Stricken Beschäftigung zu sinden. Wer? sagt die Erped. dieses Bltts. 1251) Gießen. Ich wollte mich hiermit dem verehrlichen Gießer Publikum als Schuhmacher er- gcbenst empfehlen, gute, moderne und dauerhafte Arbeit aufs Prompteste versprechend, bemerke ich noch besonders, daß ich nach amerikanischer Methode gefertigte, mit Holznägeln zusammengesetzte Schuhe und Stiefel zu liefern im Stande bin. Meine Wohnung ist in der Löwengasse Lil. C. ./ff 48. Friedr. Will). Löber, Schuhmachermeistcr. 1245) Gießen. Bon Lollar bis Gießen ist ein Spanischrohr mit Mcssingbeschlag und eine Brieftasche von Saffian verloren worden. Der Finder wird ersucht dieses gegen eine Belohnung an die Erped. d. Bltts abzugcben. 1260) Gießen. Am Freitag Abend wurde vom Lindenplatz bis nach dem Postgebäude eine Brieftasche vcrlohren, enthaltend Visitenkarten und 2/8 und 7„ Original der Frankfurter Lotterie, man bittet den redlichen Finder, dieselbe bei der Erpe- dition d. Bltts. abgeben zu wollen. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Kopnlirt. Den 18. Juni. Jacob Sripp, Bürger in Gladenbach und Schreiner dahier; und Etisabethe Susanne Christiane SenSfelder, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Schuhmachermeisters, Georg Christoph Scnsselder, eheliche Tochter. Getauft. Den 18. Juni Dem Ortsbürger zu Großenbnscck und Küfer dahier, Christoph Meper, eine Tochter, Karoline Sophie, geboren den 6. Juni. Beerdigte. Den 15 Juni. Georg Balthasar Na- gel, Bürger und Weißbindermeister dahier, des verstorbenen Bürgers lind Thorschreibers, Johannes Nagel, ehelicher Sohn, alt 29 I. 6 M. 7 T., gestorben den 13. Juni. Den 16. Juni. Johann Wilhelm Klingelhöffer, Bürger und Fuhrmann dahier, alt 45 I. 7 M., gestorben den 14. Juni. I n den Gasthäusern. Im Kappen: Hr. v. Lausaul, Baumstr v. Coblenz. Hrn. Kfl. Spatz v. Hanau u. Rosenbaum v. Frankfurt. Hr. v. Emden, Forstmstr. v. Osnabrück. Hr. Häuser, Landr. v. Roihenburg. Hr. Hochgcsandt, Ingen, v. Friedberg. Hr. Francke, Forstgeh. v. Bickcbnrg Hr. Minck, Nent. v. London. Fr. v. Epm m. Bedien, v. Mecklenburg. Hr. Pauli, Stud. v Mainz. Hr Günther, Oberfin.-R. v. Darmstadt. Hr. v. Nebelhan, Gutsbes. v. Wien. Hrn. Kfl. Herbst v. Regensburg, Feuchtwangen v. Fürth, Sohu u Bang v. Ham. bürg. Hr. Jocke, Regier.-R. v. Coblenz. Hr. Ludwig, Prof- v. Marburg Hr. Götz, Kfm. v. Frankfurt. im Einhorn■ Hr. Franck, Dr. med. v. Kirnbach Hrn. Kfl. Köhler, Cahn u. Rosenthal v. Frankfurt u. Liebenicht v. Hamburg. Hr Kunze, Bergverw. v. Aßlar. Hrn. Kfl Mcne- nöh v. Gevelsberg, Wagner v Slnttgart u. Schimpf v. Mainz. Hr. Kurbel, Dr jur. v. Edenwach Hr. Schreiber, Juwel, v. Dresden. Hr. Klein, Stud. v. Halberstadt. Hr. Schmidts, Mal. v. Würzburg. Hr. v. Holleben m. Bedien., Hr Olter, Kfm. v. Coblenz. Hr. Theis, Oecon. v. Fritzlar. Hr. Selle, Fabrik, v. Offenbach. Hr. Koch, Oecon. v. Villmar. Hrn. Spedit. Borger v. Offenbach u. Rapp v Hatzfeld. In den Privathäusern. Bei Hrn. Stallmstr. v. Gremp: Frl. v. Grcmp v. Gelnhausen. — Bei Hrn. Kfm. Oeser: Fr. Kroll v. Bingenheim. — Bei Hrn. Stadtger -Actuar Drescher: Hr. Frickhöffcr, Arzt v. Idstein. — Bei Hrn. Tapez Strack: Hr. Franz, Tapez. v. Wetzlar. — Bei Hrn. Planck: Jungfer Limpcrt v. Gedern. — Bei Hrn. Hofgcr-Registr. Herzbcrgcr: Hr. Bicrau m. Fr , Steuercommiss. v. Maar. — Bei Hrn. Gpinn. Kratz: Hr. Kratz, Gand. thcol. v. Friedberg. Anackommcne und adgereisie Fremden vom 16. dis 19. xjuitt 1848. - - - Mas. v. Prag Hr. Furfiach, Privatm. v. Straßburg. Hr Scheerer, Kfm. v. Mannheim. Hr. Gautern, Buchhndlr. vr Aschaffenburg. Hrn. Lieutn. Freiherr v. Dallwigk u. Freihcr. v. Seckler a. Pommern. Hr. Hammermeper in. Fam u. Bedien., Privatm. v. Heilbronn. Hr. Wilkens, Stud. v. Bonn. Hr. Franzkp m. Schwest., Caud. thcol. v. Frankfurt. Im Prinz Carl: Hr. Brück, Geschäfts»!, v. Friedberg. Sprechhalle für zeitgemäße Mittheilungen. (Beiblatt.) So oft Stoff vorhanden ist, erscheint dieses Blatt als Beiblatt zum hiesigen Anzeigeblatt und wird diesem alsdann angedruckt oder auch besonders gratis beigegeben. Es werden darin ausgenommen: Anfragen, — Rechtfertigungen, — Vertheidigungen, — Rügen re. Die Jnseratgc- bühren hiervon werden ohne Ausnahme per Zeile in gewöhnlicher Schrift mit 2 kr. berechnet. Es hat wohl ein Jeder gehört und rernommen, Daß das Volk dahier thut zusammenkommen, Im Busch'schea Garten allfreitaglich, Ueber Dies und Jen's zu bereden sich; Was denn auch für die liebe Stadt Mannigfältigen Nutzen hat. Erstlich kanns als Theater dienen, (Vornehmlich, wenn die Sonne recht heiß geschienen); Zweitens ist es zu Nutz und Frommen, Derer, so in die V rsammlung kommen, Denn es wird dorten Manches gehört, Was in Kirchen und Schulen nicht wird gelehrt; Drittens wird auch stummen und tauben Personen Der Busch'sche Garten der Mühe lohnen, Weil er, vorzüglich zur Sommerzeit, Ist eine reizende Oertlichkeit. Werden auch ohne die Tauben und Stummen Manche aus diesem Grunde kummen, Weil man doch, wenn der Abend schön, Wird ein Wenig spazieren gehn. Gehet man also um die Schooren, Oder aber wo anders spazoren, Kann man (ich hab' meinen Grund dafür), Auch dorten bewundern die Natür; Und ist aus einem besondern Grund, Manchem die Versammlung noch extra gesund. Doch wollt' ich heute vor allen Dingen Bericht von der letzten Versammlung bringen, Weil der oberhessische Bauersmann Sie doch nicht hat können hören an. Zuerst hat man zur Stiindlichkeit Sich versammelt mit Schmauchen und Heiterkeit, Bis dann Herr Ricker einen Präsident Laut und vernehmbar dem Volk genennt, Welches dann, ob dem einstimmigen „Ja", Den Präsident sich erheben sah. — Wurde gercd't nun von manchen Sachen, Oftmals gebravot, geklatscht und gelachen Gekritisirct auch mancher Ort, Ueber ein fälschlich betontes Wort. Sämmtlich aber die ausgetreten, D. h., förmlich um's Wort gebeten, Sprachen verständlich und klar sich aus, Weßmaßen geworden ost groß Applaus. Einer doch von den Rednern Allen Hat, wie sich kund that, sehr gefallen, Weil er mit Ernst und mit Eifrigkeit Treulich geschildert uusre Zeit. Insonderheit aber thät's ihn rühren, Daß so viel Deutsche nach Amerika führen, Die doch an ihrem heim'schen Heerd Gerne geblieben und sich genährt, Die lieber bebauet ihr deutsches Feld, Als in Texas die Wälder gefällt, Wenn Kabale sie nicht m d politisch Leid Hätte getrieben aus ihrer Häuslichkeit. Meinte dann aber schließlich weiter, In jedem Falle sei's gescheidter, Daß, so Viele wären da, Die ziehen w oll'n nach Amerika, Sie sich besprächen massenweise, Und also auch anträten ihre Reise; Dann könne sich bilden überm Atlant, Noch ein mächtiglich deutsches Land. Was nun noch weiter geredet worden, Von Bürgerbewaffnung mit kräf'gen Worten, Und daß das zu Fahnen bestimmte Geld, Würde zum Fonds der Bewaffnung gestellt, Würde diesen meinen Gesang Doch am Ende machen zu lang. Einen Vorfall doch muß ich berühren Und mit 'nem säubern Bildlein zürcn, Weil das letzte von vieler Seit, Ist beschaut mit Poffirlichkeit. Durch's Spiel des Schicksals ist's vorgekommen. Daß ein Mann der Weisheit das Wort genommen, Welcher, weil es ihm so beliebte, Generäle etzätra gemüthlich siebte, Ohne es vorhero im Programm Der ehrwürdgen Versammlung zu zeigen an; Ohnedem aber hat er gesprochen. Daß Gelächter ist ausgebrochen, Und hat Mancher gedacht an Wein Oder an wüthenden Sonnenschein, Weßmaßen ihn auch der Präsident Manchmal leis' an den Arm gerennt. 441 Hat ihn können aber kaum bewegen Sein eifrig Wort darniederzulegen, Welches in diesem Bildelein Wird erbaulich zu suchen sein: Hat indeß nicht lange geredet mehr; Nach zwei Minuten ungefähr, Ist er zu jedes Lächerlichkeit Abgetreten mit großer Beweglichkeit, Und hat sich mit einigen beißenden Worten Dann verfüget anderer Orten; Ist aber nachhero noch einigemal Sein Redeorgan vernommen im Saal. — Schließlich will ich auch noch bemerken, Daß die Republikaner sich stets verstärken; Daß ein Flugblatt wurde verlesen, Wobei ein eifrig Zuhören gewesen Und daß dem Hecker am Schluffe noch Sind erschallet drei Lebehoch. Die Butzbacher sind, wie wir gestern gehört. Zum republikanischen Glauben bekehrt. Was ich hiermit insonderheit Noch bemerke als Neuigkeit. F. Hüne. Winterlebm des galizischen Bauers. (Aus der Augsburger Allgemeinen Zeitung.) Während der kurzen Tage des Advents drischt der slavische Bauer, unterstützt von seinen mannbaren Söhnen, fleißig auf der Tenne und durchweht und sammelt das so gereinigte Getreide in korschetzgroße (ä 180 Wiener Pfund) Säcke, die ein Mann ganz leicht hebt und hinwegträgt. Während solcher anstrengender, erhitzender Arbeit haben diese Leute blos das Hemd au, während der zottige, schwere und unüberzogene Schafpelz am Nagel hängt. Dieser Pelz, eine weite, sackähnliche Mütze von schwarzem Lammfelle, rauchfettene Fäustlinge für die Hände, lange, groblederne, gethrante, eisenbeschlagene Stiefeln und grobe Leinenwäsche bilden die Kleidung der polnischen oder ruthenischen Bauern im strengsten Winter. Mit Ausnahme eines weißen, leinenen Tuchs (Rantuch), worin Kopf und Hals eingewickelt wird, bedient sich übrigens auch das weibliche Geschlecht gleichen Anzugs. Der Bauer hat bei der strengsten Kälte meist den Hals unverwahrt; höchst selten gebraucht er ein Halstuch, und dennoch leidet er nie an Halsweh. Die Mutter mit den Töchtern webt in der geheizten Stube grobes Woüentuch und Leinwand aus Hanf und Flachs. Das Garn zu dieser Webe stammt von eigenen Schafen her. Hanf und Flachs sind ebenfalls eigene Erzeugnisse. Dabei leisten die kleineren Knaben der Mutter hülfreiche Hand; daher das männliche Geschlecht auch das Spinnen und Weben versteht. Die ganz kleinen Kinder kauern auf dem tief in die Stube hiueiureichenden geheizten Backofens, der zur Erzeugung der Wärme, zum Kochen und zur Lagerstätte der Kinder dient, während der Bauer mit seinem Weibe das einzige Bett theilt, welches aus dem Strohsack, Leincntuch, Kotzen und den mit grobgeschliffenen Federn angefüllten Kopfpolstern besteht. Eine große, meist roth angestrichene Truhe dient zur Aufbewahrung der Kleidung und zugleich zum Tstche. An den Wänden hängen rohgemalte Heiligenbilder, die oft die wunderbarsten Gestalten darstellen. Ringsum an den Wänden sind rohgezimmerte Bänke angebracht, deren Füße aber in den Lehmboden eingerammt. Dieses nebst mehren Töpfen, Schüsseln, ordinairen Messern, hölzernen Löffeln, Kannen, Wafferschaffen und kleinen Kübeln bildet den ganzen Hausrath. Die ärmliche, mit Stroh oder Schilf gedeckte Strohhütte ist vor Eintritt des Winters wohl verschmiert worden; überdieß sind vie Außenwände mit einem Flechtwerk und Zaunruthen umgeben und dazwischen Stroh bis an das Dach hiuaufgestopft worden, um die Kälte besser abzuhalteu. Höchst einfach ist die Kost des galizischen Bauers. Kartoffeln in der Schale gekocht spielen die Hauptrollen in jenen Gegenden, wo man den Anbau deS höchst ergiebigen und nahrhaften Mais noch nicht kennt. (Fortsetzung folgt.) Die sieben Todsünden. I. A b t h e i l u n g. Die Herzogin. (Fortsetzung.) Da ich wußte, welch einfacher und guter Junge mein Gerald ist, nahm ich seinen Vorschlag an, sagte ihm aber im Voraus, daß meine Schreibereien mich nöthigten, ihn um sieben Uhr zu verlassen, gerade wie wenn ich Gerichtsbotenschreiber wäre," sagte Olivier fröhlich, „oder als wenn ich Dienst hätte." „Du bist ein wackerer Junge!" sagte der Comman- • dant zu Olivier. „Ich freue mich, Ihnen Gerald vorzustellcn, mein Oheim, denn ich bin gewiß, Sie werden sogleich mit 442 ihm bekannt seyn, und dann . . ." sagte der junge Soldat leicht errötheud, „Gerald ist reich; ich bin arm, er kennt meine Anstchten, und da er weiß, daß ich bei einem guten Restaurateur meine Zeche nicht hätte be- zahlen können, so hat er es vorgezogen, sich hier einzuladen . . „Ich sehe das ein," sagte der Veteran, „und Dein junger Herzog beweist dadurch, daß er ein zartfühlendes, gutes Herz hat ... Wenn itjin nur die saure Saure der Mama Barbanson nicht schwer im Magen liegt," fügte der Comiuandant fröhlich hinzu. Kaum hatte er diesen menschenfreundlichen Wunsch ausgesprochen, als die Klingel an der Hausthüre von Neuem ertönte. Bald sahen der Oheim und der Neffe Gerald den Herzog von Senneterre durch eine der Alleen des Gartens näher fomnien. Madame Barbanson ging mit gesckafti er Miene, unruhigem Blicke und mit ihrer Küchenschürze geschmückt, dem improvisirten Gaste voran. 3. Der Herzog von Senneterre, ein junger Mann, fast in gleichem Alter mit Olivier, hatte ein ausgezeichnetes Aeußere, sehr angenehme Züge, schwarze Haare und schwarzen Schnurrbart, klare und sanfte Augen; er war elegant, aber einfach gekleidet. „Lieber Oheim," sagte Olivier zu dem alten See- manne, ihn dem Herzog von Senneterre vorstellend, „das ist Gerald, mein bester Freund, von welchem ich Ihnen erzählt habe." „Mein Herr, es freut mich, Sie zu sehen," sagte der Veteran mit einfacher Herzlichkeit und reichte dem Freunde seines Neffen die Hand. „Und ich, mein Commandant," erwiederte Gerald mit einer Art hierarchischer Ehrerbietung, an die er aus dem Soldateu-Lebeu gewöhnt war, „ich bin glücklich, Ihnen die Hand drücken zu können; ich kenne ihre väterliche Güte für Olivier, und da ich, so zu sagen, ein Wenig sein Bruder bin, so werden Sie begreifen, wie sehr ich Ihre Zärtlichkeit für ihn zu schätzen weiß." „Meine Herren, wollen Sie die Suppe im Hause, oder in der Sommerlaube essen, wie wir gewöhnlich thun, da es so schön ist?" fragte Madame Barbanfon. „Wir wollen in der Sommerlaube essen, wenn es der Commandant erlaubt, meine liebe Madame Barbanson ," sagte Gerald, „das Wetter ist herrlich, es wird im Freien recht angenehm seyn." „Sie kennen mich, mein Herr?" rief die Haushälterin, und sah bald Olivier, bald den Herzog von Senneterre erstaunt an. „Ob ich Sie kenne, Madame Barbanson," versetzte Gerald fröhlich, „hat Olivier im Bivouac nicht hundert Mal von Ihnen gesprochen!" „Aber nun, Madame Barbanson!" sagte Olivier, denn die Haushälterin schien sich seiner bemächtigen zu wollen, „Gerald stirbt vor Hunger . . . daran denken Sie nicht. Nun frisch, ich will Ihnen den Tisch hertragen und decken helfen." „Es ist wahr, ich vergaß das Mittagessen," rief die Haushälterin; und indem sie eilig nach dem Hause lief, sagte sie zum Neffen ihres Herrn: „Wollen Sie mir helfen, Herr Olivier? „Ich folge Ihnen," erwiederte der junge Unteroffizier. „Ei, mein Lieber," sagte Gerald, „glaubst Du denn, ich lasse Dich allein 'Alles besorgen?" Dann wandte er üch zu dem alten Seenianne: „Sie erlauben, mein Commandant? ... Ich mache keine Umstände ; aber als Unteroffiziere haben Olivier und ich mehr als einmal den Tisch gedeckt für unsere Came- raden; auch werden Sie sehen, daß ich mich nicht ungeschickt dabei benehme." Schwer wäre es zu schildern, mit welchen, Frohsinne , mit welchem natürlichen und vollkommenen Anstande Gerald seinem alten Kriegskameraden in der Gartenlaube decken half: dies Alles geschah auf so einfache, so muntere Weise, daß man hätte meinen sollen, der junge Herzog habe von jeher, wie sein Freund, in einer fast an Armuth grenzenden Mittelmäßigkeit gelebt. In einer halben Stunde hatte Gerald, um seinem Freunde angenehm zu seyn, eine Eroberung, wie man zu sagen pflegt, an dein Veteran und seiner Haushälterin gemacht; die letztere war vor Freude fast außer sich, als sie ihren neuen Freund mit großem Appetite Zwiebclsuppe, Salat und saures Rindfleisch verzehren sah, und daß er sich aus seiner Koketterie sogar zwei Mal vorlegen ließ. Es versteht sich von selbst, daß während dieses fröhlichen Mahles der alte Seemann, von Gerald auf zarte Weise dazu aufgesordert, von seinen Feldzügen zu erzählen begann; dann, als dieser Zoll der Achtung dein Alter des Veteranen entrichtet war, suchten die zwei jungen Leute alle möglichen Erinnerungen aus ihrem Schul- und Soldatenleben hervor. Bevor wir in der Erzählung fortfahren, wollen wir die Lage der Gartenlaube beschreiben; sie lehnte an einer Maner, und durch eine Art vergitterter Mauer-, Öffnung konnte man in die, übrigens wenig besuchte Straße sehen. (Fortsetzung folgt.) Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.