Änzcigeblatt für -ie Stadt Gießen und die Kreise Gießen, Grünberg und Hungen. Jfä 33. Mittwoch den in. Juni 18^8. ®i«M Blatt erscheint wöchentlich drei Mal: Montag, Mittwoch und Sonnabend. Der Pränumerationibetrag ist für «in ganze» Jahr fur«inb-lmrsche Ist. 30fr., für ein halbes Jahr 45fr., für Auswärtige incl. Poftaufschlag 1 st. 42fr., halbjährl. 51 fr. AuSwärl« abonnirt man sich bei den zunächst gelegenen löbl. Postämtern. In Gießen bei der Erpedilion, Canzleibcrg Lit. B. Nr. 1. EinrückungSgedühr für de» Raum der gesraltcnen EorruS-Z-ile 2 fr. Inserate müssen jedeSmal an dem Tag« vor dem Erscheinen dieses Blatte» an die Redaktion gelangt segn. Amtlicher Theil. Zu Nr. K. G 2681 Grünberg den 9. Juni 1848. Betreffend: Die Versicherung von Mobilien bei der Aachen- Münchener Feuer versicherungsgesell schäft. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grünberg an sämmtliche Gr. Hess. Bürgermeister dieses Kreises. In Folge einer mir zugekominciien Verfügung fordere ich Sie auf, die an Sie gelangenden Versicherungsanträge mir der größten, möglichsten Gewissenhaftigkeit zu prüfen und zu überwachen, daß keine Mobiliargegcnstände über ihren wirklichen Werth versichert werden. O u v r i e r. Zu Nr. K. G. 2652. Grünberg am 7. Juni 1848. Betreffend: Die Verlegung des diesjährigen Pfingst- Marktes zu Lauterbach. Der Großherzoolich Hessische Kreisrath des Kreises Grünberg an sämmtliche Gr. Bürgermeister dieses Kreises. Der diesjährige Lauterbacher Pfingstmarkt wird nicht den 20. und 21. d. M., sondern den 27. und 2 8. Juni d. I. abgehallen, was Sie in Ihren Gemeinden zur öffentlichen Kenntniß zu bringen haben. O u v r i e r. Edictalladung. 685) (Gießen.) Nachdem das Gr. Hess. Hofgericht der Provinz Oberhessen über das Vermögen des Seilermeisters Philipp Berger dahier den formellen Concurs erkannt hat, werden Alle, welche Forderungen, oder sonstige Ansprüche an denselben zu haben glauben, hieldurch aufgefordert, solche sogewiß in dem auf Freitag den 7. Juli d. I., Morgens 9 Uhr, anberaumten Liquidationsterniin anzumelden und näher zu begründen, als sonst sie damit, ohne ein besonders veröffentlicht werdendes Präclusivdecret, ausgeschlossen werden. In demselben Termin soll ein Mastecurator und Gläubigerausschuß gewählt, auch eine gütliche Vereinbarung versucht werden, weßhalb diejenigen, welche sich durch Bevollmächtigte vertreten lassen wollen, ihre Vollmachten hierauf auSzudehnen haben. Gießen am 5. April 1848. Gr. Hess. Stadtgericht. Muhl, C a l m b e r g. 424 Versteigerungen. 1220) Gießen. Holzverstcigerung im Revier Schiffenberg. Freitag den 16 Juni, sollen in den Distrikten Günthersgrab, Rabenpfuhl, Altgehegtes und Tempel folgende Holzsortimente versteigert werden: 2 Stecken Cichen-Scheidholz, 4 „ Nadel- „ 43a ,, Eichen-Prügelholz, 67 „ Nadel- ,, 12 ii Eichen-Stockholz, 431/, n Nadel- ii 625 Stück Eichen-Wellen, 4585 11 Nadel- u 746 Nadelholzstangen mit 684 Cubikfuß, 287 Stecken 6 Fuß langes Nadelpfahlholz. Die Zusammenkunft ist Morgens 9 Uhr am Günthersgrab. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini d. I. gestattet. Gießen den 8. Juni 1848. Der Gr. Hess. Revierförster des Reviers Schiffenberg. Dr. Draudl. 1211) Crumbach. Die in Nr. 37. und 39. des AnzeigeblattS vom 6. und 10. v. M. zur Versteigerung bekannt gemacht wordene 70% Stecken Buchen-Stöcke, sowie 2437 Stück Buchen-Wellen, und 125 u Eichen- u in der Langheck, sollen Dienstag den 13. d. M., Morgens %9 Uhr, der Versteigerung ausgesetzt werden. Sodann soll weiter genannten Tages in dem Gemeindewald Himberg und Langeroth: 66 Stecken Cichen-Scheidholz, 47 n Buchen-Prügelholz, 35 u Eichen- „ 10 % 11 11 Stöcke, 250 Stück Buchen-Wellen und 612 n Eichen- u sowie 8 Stämme Bauholz, 1092 Cubiksuß enthalt., ebensallö versteigert werden. Crumbach am 6. Juni 1848. Der Bürgermeister Weber. 1224) Wiese ck. Dienstag den 20. Juni, sollen in dem Wiescckcr Gemeindewald, Distrikt 1) 16% Zusammenkunft ist im 21 685 725 700 600 Eichen- Kiefern- Fichten- 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 1 10) 1 11) 12) 1 Die ir u ir u n u 327. 52 2 5 fl II Dörrloch auf der Gebund // II II Fuß Länge und 9—30 Zoll Durchm Stecken Buchen-Scheidholz, Eichen- „ Buchen-Prügelholz, Eichen- „ Kiefern- u Buchen-Stockholz, Eichen- „ Bucken-Wellen, Kornberg, Dörrloch und Badenburger Wald nach, folgende Holzsortimente öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. 12 Stück Eichen-Vaustämmc von 15—30 Sandkaut. Wieseck am 9. Juni 1848. Der Bürgermeisterei-Verwalter Seibert. 1155) Waldgirmes. Freitags den 16. Juni, Mittags 1 Uhr, soll in der Wohnung des Unterzeichneten, die zu 78 fl. 36 fr. veranschlagte Dachdeckerarbcit an der Kirche zu Waldgirmes, an den Wenigstfordernden versteigert werden. Waldgirmes den 1. Juni 1848. Der Beigeordnete. Schmidt. 1170) Lollar. Donnerstag den 15. Juni d. I., des Morgens 8 Uhr, sollen in dem Lollarer Gemeindewald, Distrikt Boden, nachfolgende Holzsortimente öffentlich au den Meistbietenden versteigert werden: 1) 10 Stück Buchen-Stämme von 10—18 Fuß Länge und 6—18 Zoll Durchm., 2) 140 n Eichen-Baustämme v. 10—50 Fuß Länge und 6—17 Zoll Durchm., 3) 217 11 Fichten-Stamm- und Stangenholz von 15 — 60 Fuß Länge und 4—13 Zoll Durchmesser, 4) 73 Stecken Buchen-Scheidholz, 5) 142 II Eichen- „ 6) 40 II Buchen-Prügelholz, 7) 99 u Eichen- 11 8) 19 II * Buchen-Stockholz, 9) 90 11 Eichen- 11 10) 107 Haufen Buchen-Reisholz-Wellen, 11) 213 II Eichen- u 11 12) 269 u Nadel- n „ 425 Indem man dieses hiermit öffentlich bekannt macht, bemerkt mau noch besonders, daß obiges Bau- und Werkholz von ganz vorzüglicher Gute ist ; und ich ersuche daher sämmtliche Bürgermeister, diese Bekanntmachung in Ihren Gemeinden zur öffentlichen Kenntniß bringen zu lassen. Die Zusammenkunft ist an Ort und Stelle. Lollar am 2. Juni 1848. Der Beigeordnete Geißler. 1156) Waldgirmes. Bau-, Werk- und Nutzholz-Versteigerung. Donnerstag den 15. Juni l. I., sollen in dem Gemeindewald der Gemeinde Wald- 32 Stück Eichen- Bau-, Werk- und Nutzholz, 4782 Cubikfuß, öffentlich an den Meistbielenden versteigert werden. Die Zusammenkunft ist Morgens 7 Uhr bei der sogenannten Schwalbenmühle. Waldgirmes den 2. Juli 1848. Der Beigeordnete Schmidt. 1221) Altenbuseck. Grasverstoigerung bei der Gemeinde Alteubuscck. Das Hcugras von den Gemeinde-Wiesen soll Montag den 19. Juni l. I., Morgens 8 Uhr, öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist an der Lehmkaut am Weg nach Großen- buseck. Altenbuscck den 9. Juni 1848. Der Bürgermeister Wagenbach. 1222) Mainzlar. ArbcitSverstcigeruu g. Mittwoch den 14. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen aus dahiesigem Rathhaus nachstehende Arbeiten au dem Schulhause, als: 1) Maurerarbeit veranschlagt zu 113 fl. 33 fr. 2) Schrcinerarbcit „ „ 7 „ 53 „ 3) Schlosserarbeit „ „ 3 „ 54 „ 4) Weißbinderarbeit „ „ 15 „ 16 „ unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen wcnigstnehmend vergeben werden. Mainzlar den 5. Juni 1848. Der Bürgermeister Schlapp. 1219) Naunheim Arbeitsversteigerung. 48 fl. veranschlagt 57 auf der Baustelle an 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) Planirarbeit, Pflasterarbeit Steinbrechen Steinfahrcn Steinaufsetzcn Sandfahren Sandmessen u u II u ii ii ii H II II II II zu ii ii ii u H n 48 36 14 3 16 1 24 36 24 36 fr. II II II II II II Donnerstag den 15. Juni d. I., Vormittags um 11 Uhr, sollen die an dem Weg bei der Lehmkaut vorkoim menden Arbeiten, als: die Wcnigstsordernden vergeben werden. Naunheim den 19. Juni 1848. Der Bürgermeister S ch ä f e r. 1216) Gießen. Die Heugraserndte von 575 Ruthen, der Neustädter Schäfereigesellschaft gehörende Wiese (die kleine Weide genannt) soll Samstag den 17. d. Mts., Abends 8 Uhr, in dir Wohnung des Herrn Ludwig Herbert an den Meistbietenden versteigert werden. 1223) Wieseck. Freitag den 16. d. M., des Vormittags sogleich nach der Versteigerung der herrschaftlichen Wiesen, soll das diesjährige Heugras von den Wiesen des Herrn Carl Müller Erben zu Gießen, in der Wohnung des Wirth Schiesser zu Wieseck versteigert werden. 1225) Gießen. Montag den 19. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden in der Wohnung des verstorbenen Professors Dr. von Grolmau verschiedene Möbeln, als: Schreibtische, ein Sopha, Spiegel, Bücherbretter, ein Packfaß u. s. w. öffentlich, gegen gleich baare Zahlung, versteigert werden. Gießen den 13. Juni 1848. Zu vermiethen. 1195) Gießen. In ll.it. D. 48. ist eine halbe Scheuer, inel. Stall sowie eine Düngerstälte zu vermiethen. 1217) G ießen. Das Haus und der Hinterzarten in der Neustadt Lit. D. As' 55 mit Ladeneinrichtung ist ganz oder in mehrere Wohnungen abgetheilt, zu vermiethen. Näheres ist daselbst bei G. F. Hensler zu erfahren, 426 989) Gießen. Ein Fauiilieü-Logis von 2 bis 3 Zimmer ist zn vermiethen. Wo? sagt die Erpcd. d. Bitls- 1218) Gießen. In dem Hause der Kleinkinderschule, dem ehemaligen Orgelbauer Leichtischcn Hause hi der Wolkengasse, ist eine vollständige Familienwohnung zu vermiethen und sogleich zu beziehen, worüber der Unterzeichnete nähere Auskunft ertheilt. Gießen den 13. Juni 1818. Prof. Dr. V i r. Vermischte Nachrichten. Da für die Klcinkinderschule das ehemalige Orgelbauer-Leichtische Haus in der Wolkengafse angekauft worden ist; so wird diese höchst nützliche Anstalt, welche bisher, aus Mangel an einem Local, auSgesetzt werden mußte, mit dem 3. Juli d. I. wieder eröffnet werden. Diejenigen Eltern und Vormünder, welche die Ausnahme ihrer Kinder und Pflegbefohlenen in dieselbe wünschen, werden hiermit aufgefordert, sich bei dem Unterzeichneten deshalb zn melden. Gießen den 13. Juni 1848. Kirchenraih Dr. Engel. 1227) Gießen. Ein weißer Cardinalkragen ist am 2. Pfingstfeiertage auf dem Wege vom Schiffenberg nach Gießen verloren gegangen. Der ehrliche Finder wird ersucht, denselben an die Erpe- dition dieses BlatteS gegen eine Belohnung wieder abzugeben. 1212) Gießen. Aus meinem Bauplatz kann Schutt abgeladen werden. Gießen den 8. Juni 1848. Georg Fulda. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Kopnlirte. Den 12. Juni Fnedrich Wilhelm Löber, Bürger und Schuhmachermcister dahier, del hiesigen Bürgers, Ludnig Friedrich Löber, ehelicher Sohn; und Eli- sabethe Christiane Trpstädt, dcS verstorbenen Bürgers und Chirurgen, Johann Gottfried Trpstädt in Meisenheim, ehe« liche Tochter. Den 13 Juni. Karl Christian Keller, Bürger und Chirurg dahier, deS verstorbenen hiesigen Bürgers und Php- sikatS-Chirurgen, Johann Konrad Keller, ehelicher Sohn; und Clara Susanne Hoffmann, des verstorbenen Großherzog, lichen Hofgerichts-Aovocatcn, Karl Franz Hoffmann, hinterlassene Witiwe, geborne Scpfried. Getaufte. Den 11. Juni. Dem Bürger, Georg Heinrich Goß, eine Tochter, Marie Karoline Dvroihea, ge. hören den 31. Mai. Denselben. Ein unehelicher Sohn, Fnedrich Ludwig, geboren den 21. Mai. Denselben. Dem Bürger und Metzgermeister, Philipp Karl Vogt, eine Tochter, Marie Katharine Henriette, gebo- ren den !). Mai. Beerdigte. Den 1 1. Juni. Georg Mohr, Schuh, machergiselle, deS verstorbenen Großhcrzoglichcn Stadtgerichts» Dieners, Ludwig Mohr, ehelicher Sohn, alt 20 I. 8 M. 22 T, gestorben den 10 Juni. . Den 12. Juni Der Eroßhcrzogliche pensionrrie «tadt» lichter, Hofgerichtsraih, Johann Friedrich Müller, alt 73 I. 3 M. 15 T-, gestorben den 9 Juni Anaekommene und abgereiste Fremden vorn 9. bis 11. Zuni 1848. In den Gasthäusern. Im Einhorn: Hr. v. Degner m. Bedien, Mas. v. Oldenburg. Fr. Petersen u. FrlS Mangersdorf u. Geißler v. Fallersleben. Hrn. Kfl. Hartwig v. Cöln u. Schmidts v. Elberfeld. Hr. Oberdück, Bauinsp. v. Hildesheim. Hr. Wiegand, Stadtger.-Direct. v. Darmstadt. Hr. Cramer, Kfm. v. Heidelberg. Hr. Schmidt, Hauptm. u. Hr. Frieß, Oberarzt v. Darmstadt. Hr. Tomiton, Rent. v. London. Hr. Heinemann, Kfm. v. Mainz. Hr. Rudolph, Profeff. v. Marburg. Hr. CaSparp in. Fam. u. Bedien., Regier.-R. v. München. Hr. v. Bock, Lieutn. v. Düsseldorf. Hr. Klin- gelberg, Kfm. v. Viersen. Hr. Baicrhöfer, Profeff. v. Marburg Hr. Forst, Kim. v. Hagen. Fr. Wecicher m. Fam. u. Bedien. ». Leipzig. Fr. Steinpolt v. Straßburg. Hr. Norton m. Fr., Profeff. a. Nordamerika. Im Rappen: Hr. Bößer, stud. jur. v. Marburg. Hr. v Rötens, Rent. v. Nockstadt. Hrn. Kst. Voß o. Aachen, Ritz v. Limburg u. Trost v. Baltimore. Hr. Lindeborn, Ingen v. Arnheim. Hr. Müller, Kfm. v. Frankfurt. Hr. v. Breitenstein in. Fr., Geh. R. v. Breitenstein. Hr. Hofmann, Kfm v. Mainz. Hr. Zimmermann, Secret, v. Marburg Hr Großmann, Postmstr. v Battenberg. Hr. Heinzerling, Apoth v. Biedenkopf. Hr. Spangenberg, Kfm. v. Erfurt. Hr. Görtz, Küfer v. Weinheim. Hr. Bompel, Reut. v. Amsterdam. Hrn. Kfl. Francke v. Barmen, Stiefel v. Marburg u. Leining v. Regensburg. Im Prinz Co l: Hr. Henckel, Fabrik, v. Meschede. Hr. Gescheidt, Schrein, v. Butzbach. Hr. Borger, Sxedit. v. Offenbach. Hr. Roland, Privalm. v. Mainz Hr. Stre- bel, Oecon. v. Dieburg. Hr. Lepp, Künstl. v. Erfurt. Hr. Walter, Kfm. v. Nierstein. Hr. Wedel, GeschäftSm. v. Kaichen. Hr. Morbach, Oecon. v. Gedern. In den P r i v a t h ä u s e r n. Bei Fr. Landricht. Mooler: Fr. Forstmstr. Franz v. Weilburg u. Irl. SchncidcS v. Oberschmittcn. — Bei Fr. Oberfiu.-R. Neuß: Hr. Neuß, Access, o. Darmstadt. — Bei Hrn. Stadtger.-Actuar Drescher: Fr. Pfarr. Bender m Tocht v Münzenberg. — Bei Hrn. Bürgermstr. Reiber: Frl. Reeder v. Schotten. — Bei Hrn SUd Map: Hr. Map, Schrcen. v. Äleinkrotzcnburg. — Bei yin. Prof. Dr Weiß: Hr. Stadel, Regier.-R. v. Darmstadt. — Bei Hrn. Geh. A. v. Löhr: Hr. v. Löhr, Lieutn. v. Offenbach. — Bei Hrn. Hutmach. Gail: Hr. Müller m. Fr., Actuar-Geh v. Ela- denbach. - Bei Hrn. Hofger.-Atv. Busch: Hrn. Gpmn. Meper u Busch v. Büdingen. — Bei Fr. Prof. Deeffenvach: Fr. Hildebrand v. Marburg. -- Bei Hrn. Biieftr. Haus: Hr. Kröche m. Fam., Acn.ar-Eeh. v. Biedenkopf. — Bei Hrn. Peter Stohr: Fr. Fächer v. Seligenstadt. — Bei Hin. Poliz.-Wachtmstr. Bierau: Hr. Bierau, Schütze v. Darmstadt — Bei Hrn. Gpmn.-Lehr. Dr. Rumpf: Hr. Zoppi Gutsbes. v. Albig. Sprechhalle für zeitgemäße M i t t h e i l n n g e n. (Beiblatt.) tüh«n hi«»°n wL-n ohne Ausnahme per Zeile in z-wöhnlichc- Schrlst m,t - kr. berechnet. 1226. Erklär u n g. Auf die in der Sprechhalle Ai 30 des An- zeigcblattcs der Stadt Gießen, von Verwalter Barth von der Ludwigshöhe enthaltene Verläum- bun.-en gegen mich und mehrere Einwohner von Grüningen, finde ich mich veranlaßt zu erklären und das Ergebniß dem verehrten Publikum mit wenigen Worten darzuthun. Ich und mehrere Burger von Grüningen, Holzheim, Leihgestern :c. hatten unterm 30. v. M. das Holz von einem abgebrochenen Bau im Nassauischen geholt, von wo aus der Weg über Langgöns und nach dem Hof Ludwigshöhe hinweg führt; als wir in die Nähe dcS Hofes Ludwigshöhe kamen, hatte der Obengenannte Barth den Weg so verschanzt, daß wir denselben unmöglich pasfiren konnten. In Folge dessen forderten mich die Fuhrleute auf zu Barth zu gehen und ihm auzudeuten, daß er augenblicklich diesen Weg, welcher schon seit undenklicher Zeit her ein fahrbarer Weg war, wieder in seinen vorigen Stand zu stellen, oder wir wären genöihigt, clbst Hand anzulegen. Hierauf begab ich mich mit mehreren Fuhrleuten, welche mir zur Sicherheit dienen sollten, dorthin; indem ein Mensch wie Barch gleich mit Gewehren, Pistolen rc. zu antworten und zn drohen beginnt. Man hat wohl insofern die gerechteste Ursache, Barth gegenüber, Vorficht zu gebrauchen. Da Barth, zufällig gerade nicht, sondern bloö dessen Frau zu Haus war, als die Fuhren vor seinem Hause anhielten, so sagte ich ihr diesen Mißstand und wir gingen nach dieser Aufforderung sogleich ordnungsmäßig, nicht aber als ein räuberischer Zug oder eine verbrecherische Bande, wie uns der heroische, schändliche Verläumder Barih geschildert hat, wieder ab. Der gedachte Verläumder hat nicht nur mich und die Fuhrleute verdächtigt, sondern er hat die ganze Gemeinde angegriffen; er soll es deshalb auch mit der Gemeinde zu thun haben! — Die erwähnten Trompeter waren die Musikanten, welche bei Abbruch der erkauften Scheuer im Nassauischen, nach Abbruch deS Gebäudes bei Tisch oder zum Essen spielten. Auch dankt er der Geistesgegenwart seiner Frau das Leben der ©einigen und die Rettung seines Vermögens. Herr Barih, wir sind hier in Grüningen weder Räuber noch Mörder. Auch haben wir keineswegs an eine etwaige Plünderung gedacht, viel weniger aber eine solche vorgenommen. Glauben Sie aber wohl, daß wir uns vielleicht an Ihrem bedeutenden, in einigen Gewehren bestehenden Vermögen, besudelt haben würden, dann irren Sie. Etwas wollen wir Ihnen jedoch noch versprechen, daß, wenn die Welt, wo Gott vor sei, noch einen weiteren Rückschritt thun sollte, so daß auch hier in Grüningen eine Räuber - Bande sich bildete, wir Sie zum Hauptmann ernennen werden. Grüningen den 10. Juni 1848. Der Beigeordnete Engel. Zur Beglaubigung der Unterschrift Der Bürgermeister Lei dich. Echzell. 1208) Wir wiederholen hierdurch die Anzeige, daß wir fortwährend regelmäßig am 1. und 15. eines jeden Monats große, geräumige Schiffe nach New-York und Baltimore abfertigen und nehmen wrr dafür Passagiere zn den möglichst niedrigsten Ueberfahrtöpreisen an. w In Echzell sind die Herren Gebr. Schwarz von uns bevollmächtigt bündige Ueberfahrts-Eou- tracte abzuschließen und können sich Auswanderer daher mit vollem Vertrauen an dieselben wenden. Bremen im Juni 1818. 3- 3- Wtchelhausen u. Comp. In Beziehung auf obige Anzeige bringen wir zur Keuntniß eines geehrten Publikums, daß unser bequem eingerichteter Wagen unter unserer Begleitung spätestens bis zum 20. d. M. wieder mit Aus- 428 Wanderern nach Bremen abgeht und bitten wir Anmeldungen zum Mitfahren uns bei Zeiten zugehen zu lassen. Aufträge für Thran, Reis, Kaffee, Südfrüchte, Häringe, franz. Weine, Cigarren u. s. w. werden wir gern gegen Vergütung billiger Fracht auf's Prompteste besorgen. Echzell den 5. Juni 1848. Die Agenten Gebr. Schwarz. 1183) Gießen. Bis zum 14. d. M. können Backsteine in unsrer Fabrik geladen werden. Die Abfuhrscheine sind wie seither bei Herrn Gottlieb Strauch zu haben. Da es jedoch die Umstände der Zeit nicht erlauben, Backsteine zu verborgen, so müssen dieselben vor dem Abfahren aus der Fabrik bei dem Unterzeichneten bezahlt werden, und wird ein Sconto von 2 Kr. von 100 Stück Backsteinen bis zu 10,000 Stück, was zum Kleinverkauf gerechnet wird, in Abzug gebracht. Gießen den 5. Juni 1848. L. Keßler. Die sieben Todsünden. I. A b t h e i l u n g. Die Herzogin. (Fortsetzung.) „Mein lieber Vater," sagte Gerald, es gibt eine Abgabe, welche jeder Mann von Herz seinem Lande zahlen muß, das ist die Abgabe des Blutes, besonders wenn man irgendwo Krieg führt. Ich finde es also unedel, wenn man vermittelst Geldes den Gefahren des Krieges entrinnen will, indem man einen armen Teufel erkauft, der sich von seinem Felke oder von seinem Geschäfte losreißt, um sich an ihrer Stelle der Gefahr auszusetzen, umzukommcn . . . Einen Menschen kaufen . . . heißt so viel als . . . vergeben Sie den Ausdruck . . . sich mit dem Privilegium der Regierung das Patent eines Hundsf.....erwerben. Da ich nun nicht sehr eifrig nach diesem Privilegium strebe, so werde ich Soldat, wenn ich eine schlimme Nummer ziehe." „Ah! wahrlich! ich liebe Deinen jungen Herzog schon!!" rief der Veteran. „Nicht wahr, mein Oheim, das heißt brav gedacht," versetzte Olivier mit einem Ausdrucke freundschaftlichen Stolzes. „Obgleich dieser Entschluß dem Vater Gerald's sehr sonderbar verkam, so war er doch zu sehr Ehrenmann, um ihn zu bekämpfen; Gerald traf das Loos, und so kam er als gemeiner Reiter zu teu afrikanischen Jägern, wartete sein Pferd, verrichtete seinen Dienst oder besorgte die Küche gerade wie ein Anderer, und ging ohne Widerrede in Arrest, wenn er sich ohne Crlaubniß verspätete; kurz, in seinem Zug war kein besserer Reiter." „Und dabei ausgezeichnet tapfer, nicht wahr?" fragte der Veteran, dessen Interesse sich immer mehr steigerte. „Tapfer wie ein Löwe, und so lebhaft, so fröhlich, so hinreißend bei einem Angriffe, daß seine Tapferkeit einer Schwadron Feuer eingefiößt hätte!" „Aber mit seinem Namen, bei seinen Protektionen mußte er wohl schnell Offizier werden?" „Er wäre es wahrscheinlich geworden, obgleich er sich nicht viel darum kümmerte, denn war einmal seine Zeit abgelaufen, seine Schuld bezahlt, wie er sagte, so wollte er nach Paris zurückkehren, das er leidenschaftlich liebte, um sein Leben da zu genießen." „Dein junger Herzog ist ein wackerer aber sonderbarer Junge.'! „Nachdem er drei Jahre gedient," fuhr Olivier fort, „war Gerald Oberwachtmeister, wie ich; da griff er einmal eine Schaar der rothen Reiter auf verwegene Weise an, und die Schulter wurde ihm von einer Kugel zerschmettert; glücklicher Weise konnte ich ihn heraushauen und ihn fast sterbend auf meinem Pferde zurückführen. Aber Gerald's Wunde hatte solche Folgen, daß er den Abschied erhielt; da kam er nach Paris zurück, um da zu bleiben. Schon durch unsere Erinnerungen aus der Schulzeit befreundet, wurden wir beim Regiments vertraute Freunde. Wir blieben in stetem Briefwechsel; ich hoffte ihn bei meiner Ankunft hier zu sehen, aber ich erfuhr, daß er eine Reise nach England machte. Diesen Morgen ging ich über den Boulevard de Monceaur, als mir Jemand aus vollem Halse rief: ich wende mich um, sehe Gerald aus einem eleganten Cabriolet herausspringen, auf mich zueilen und wir umarmten uns," fügte Olivier leicht bewegt hinzu, „meiner Treu' wir umarmten unö, wie zwei Freunde sich im Krieg nach einem hitzigen Gefecht umarmen . . . Sie kennen das, mein Oheim?" „Wem sagst Du das, mein Sohn?" „Wir müssen heute mit einander zu Mittag essen und den Abend zusammen zubringen," sagte Gerald zu mir, wo wohnst Du? Bei meinem Oheime (ich habe ihm hundertmal von Ihnen erzählt; er liebt Sie fast ebenso sehr, als ich, sagte Olivier, dem Veteranen die Hand reichend) „wohlan! ich werde mit Euch Beiden zu Mittag essen, versetzte Gerald, bist Du es zufrieden? Du wirst mich Deinem Oheime verstellen; ich habe Dir tausend Dinge mitzutheilen. — (Fortsetzung folgt.) Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.