Anzeigebtatt für -ie Stadt Gießen und die Kreise Gießen, Grünberg und Hungen. J^oe ^88. Sonnabend den 3. Juni 18M8. Dieses Blatt erscheint wöchentlich drei Mal! Montag, Mittwoch und Sonnabend Der PränumirationSb-trag ist für «in für Einheimische Ifl.aofr., für ein halbes Jahr 45 fr., für Auswärtige inet Dostaufschlag 1 st. 42 Ir ^jahrl. St fr. Auswärts aoonmrr man sich bei den zunächst gelegenen löbl. Postämtern. In Gießen bei der Erpedrtton, Canzlelberg Lit. B. Jlt. 1. Ernr S S V Raum der gespaltenen Corpus-Zeile 2 fr. , Inserate müssen jedesmal an dem Tage vor dem Erscheinen dieses Blattes an dre Redattron gelangt seyn. Viktualienpreise Fleischtaxe. Glesien den 3. Juni Grünberg den 27. Mai - Hungen den 3. Juni Büdingen den 3. Juni |l l; Nidda den 31. Mai Friedberg den 31. Mai per Pfund kr.^pf. kr.Pf. fr. vf. kr.K'f. fr.' —1 Vf- fr? Vf- K Ochsenfftisch 12!- — 12 — 12 — 12 — 2 Kuhfleisch . 10 10 — 9 — 10 — 10 — 4 Rindfleisch . 9 ___________i — 9, — 9 — 9 — 8 — 6 Kalbfleisch . «| — — 1 — 6' — 7 — 5 — 6 — 2 Schweinefl. . 13; 2 13 2 14 — 13 — 13 4 Hammclfl. . 10 — — 10 — 10 — w — 9 — 6 Schaaffl. . . — — — 7 -— 7 .— 7 — “““ , • Leberwurst . 121 — — — 12 — 15 — l‘i — 16 — gern. Wurst. 8 — — — 8 — 10 — >12 — 10 — Bratwurst . 18 — — — 18 ■ ■ 16 — 17 — 18 — Schwartem.. 18 — — — 18 — 15 — 14 — 15 — Blutwurst . 16 — — — 16 — 15 — il2 16 — geräuch.Speck Schinken . . 28 20 — — _ 28 — 24 20 — 24 18 18 — 20 — ■ — -- ■ * ■■ 20 — Dörrfleisch . 20 — — — 20 — 20 — !18 21 — 1 Rindsfett 20 20 — 18 118 24 — 1 Hammelsfett 20 _ 20 18 18 — 118 — Schweine- 4 schmalz, auS- 5 gelassenes . 26 26 24 20 27 - 1 dgl., unai^gel 24 24 - 20 |24 — Brodtaxe. Gießen den 3. Juni Grimberg den 27. Mai Hungen den 3. Juni Büdingen den 31. Mai Nidda den 31. Mai 1 Friedberg j den 31. Mai fr. Vf- fr. Vf- fr. Vf- fr. Vf. fr. | Vf- fr. Vf- N) , t^Gerste-l— G'-ß-n j jKorn- 4 3 9 2 ~9- 4 —1 » 2 [4 3 9 2 4; 2 4 3 9 2 o jGrünberg )zK. 14 1 5 2 1 i 1 i 141 1 51 2 14 1 i - — ® ^auS | Waizen- und 11 _ _ 11 — 1— __ i 1 — _ — S 0 Kornmehl besteh. 16 2 — — 16 j 2 __ — — MM - L. O L. Q L.!Q L. Q L.!Q L. Q Für 1 fr. Wasserwcck. . 6 — — 6 — 5 2 51 2 5 3 „ 1 fr. Milchbrod . . 5 — 5 — 5 — 5 — 5 - 5 — Marktpreise. fr. Vf. fr- Vf. fr. vf. fr. Vf. M fr. Vf- Maas Milch..... 6 — — — —.! — — —- — Pfund Butter . . . 16 — — — i — — - - auch . . 17 — — — —1~ — — \j Haudfäse..... 1 Eier . . ■ . . . 4 — — 1 1 jj 1 — — Pfund Waizenmehl . . 1 1 1 ___ NB Die ^uäaben rum Fleisch dürfen nur in solchem von derselben Gattung bestehen, und zwar auf 10 Md. nicht mehr als anderthalb Vfund -c. nach Nportio " w-lch-S a!f 1 Pfd nicht Zllig 5 Lo.Y auSmacht. Köpft, Füße, Ger'aub, wie auch bte ganz Mutigen und ».cht genießbaren Stücke vom Hals sind von der Zugabe gänzlich ausgeschlossen. F r n < htpreise. Frucht- g«t> tirng. Gießen I 2. Juni | Grünberg 27. Mai Hungen 1 31. Dezbr ! Friedberg I 24. Mai 1 Büdingen I 26. April | Lauterbach 1 22. April Darmstadt 1 1. Jan. | Mainz 15. April Marburg 6. Mai Wetzlar 20. Mai Malter. Mött Scheffel fl. fr. fl fr. fl. fr. fl. kr fl. fr. fl. fr. fl.. fr. ,fl.. fr. ff- fr. fl. fr. Vf. Waizen 9 19 9 _ _ 9 24 9 8 9 20 — — 9 14 8 13J 4 2 — Korn. 6 42 6 5 — — 6 38 6 30 6 20 — — 6 44 5 8 2 43 Gerste 5 9 5 — — — 5 21 5 36 5 36 — ■------ 5 27 4 42 2 18 ■—' Hafer 4 10 4 — — — 4 18 4 50 4 48 — — 3 30 3 121 — — — Erbsen — —- Linsen — . — — — — — — 388 Bürgevgarde. Der Wachdienst ist für die nächste Zeit in folgender Weise geregelt: den 3. Juni Comp. T h o r w a r t eine Rotte ff 4. u ir Rvlvff u ,/ „ 5. u u Geisel „ „ u 6. „ ,, Ferber „ „ /, 7. // Wolfs „ ff // 8. ii u Bardelebenf, » 9. f, „ Reiterei, Lieut. Rauch. „10. „ „ Eckstein eine Rotte „ 11. f/ ii Fuhr // ff // 12. „ „ Zimmer „ » 13. „ ff Ricker „ „ ff 14. ff ff Reiterei, Lieut. Diesfenbach. „15. „ ff Thorwart eine Rotte ff 16. ff ff Ro lofs ff f/ ff 17. ff ff Geisel „ „ ff 18. ff ff Ferber » „ „19. ff ff Wolff ff ff ff 20. tf ff Bardeleben ff ff ff 21. ff ff Reiterei, Lieut. Rauch. ,, 22. f, „ Eckstein eine Rotte ff 23. ff ff Fuhr ff ff „ 24. ff ff Zimmer „ » ff 25. ff ff Ricker » „ Die Mitglieder der Bürgergarde werden um so dringender aufgefordert, sich eifrig bei dem Wachdienst ju betheiligen, als die Ruhe der Stadt einzig von dieser Mitwirkung der Bürgergarde abhängt. L Großmann, Oberstlieutcnant. Edictalladung. 925. Grün berg. Rechtsansprüche jeder Art an die Concursmasse des Conrad Horst VI. zu Oberohmen, sind in dem auf den 6. Juni d. Z., Vormittags 8 Uhr, anberaumten Liguidationstermin bei Meldung des stillschweigend eintretenden Ausschlusses von der Masse anzuzeigen und zu begründen. Von den persönlich nicht erscheinenden Gläubigern wird unterstellt, daß sie allen Beschlüssen der Mehrzahl der Erscheinenden zustimmen. Grün berg, den 5. Mai 1848. Gr. Hess. Landgericht, W e l ck e r. Bott. Besondere Bekanntmachung. 1133) Gießen. Auf das neue füiifprocentige Anlehn, welches nach der im Regierungsblatt ^45 2-5 erlassenen Bekanntmachung für die Gr. Staatsschuldentilgungskasse ausgenommen wird, werden Subscriptionen und Einzahlungen an jedem Vormittag angenommen. Gießen den 29. Mai 1848. Der Steuerrath. Der RentamtS-Vicar. Hofmann. Kolb. Versteigerungen. 1148) Gießen. Die zu dem Nachlaß deö Gr. Pfarres Hart nagel dahier gehörigen Mobilien, als: Silber, Porzellan, Weißzeug, Betten, Möbel u. s. ro., sodann eine halbe Ohm rother Wein (Bergsträßer 1846r), 10*/4 Maas 1842r rother Ingelheimer und 10 Maas 1842r Rüdes, Heimer, sollen Montag den 5. Juni d. I., und die folgenden Tage, Nachmittags 1 Uhr, in der Wohnung des Verstorbene» öffentlich versteigert werden. Gießen am 31. Mai 1848. Im Auftrag Gr. Hofgerichts I. Elwert, Hofgerichts-Seeretariats-Accessist. 389 991) Gießen. Holzverstergerung tnt Gießener Stadtwalde. Montag den 5. Juni d. I-, Vormittags 9 Uhr, soll in dem hiesigen Stadtwaide, Schutzbezirk Han- gelsiein, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden: 32 Stecken Buchen-Scheidholz, 21 ,/ n Prügelholz, 39 ir n Stockholz, 1925 Wellen „ Reisholz, 119 Stecken Cichen-Scheidholz, 28 „ u Prügelholz, 75’/2 n » Slockholz, 1950 Wellen „ Reisholz, 32'4 Stecken Linden-Stockholz, 450 Wellen z, Reieholz, 23 Eichen-Stämme von 1140 Cubikfuß, 75 Dorn-Wellen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. October l. I. gestaltet. Die Zusammenkunft ist am Steinbruch. Die Herren Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen am 25. Mai 1848. Der Bürgermeister I. d. V. Der Beigeordnete Rühl. 1120) Gießen. Brennholzliese rung Die am 16. d. M. abgehaltene Versteigerung der Lieferung des für die Universitäts-Anstalten im Winter 184%, erforderlichen Brennholzes, ist von der Gr. academischen Administrations-Commission nicht genehmigt, der unterzeichneten Stelle vielmehr der Auftrag geworden, diese Lieferung aus freier Hand an den Wenigstfordernden, vorbehältlich höherer Genehmigung, zu veraccordiren. Es werden daher Diejenigen, welche diese Lieferung zn übernehmen wünschen, aufgefordert, ihre äußersten Gebote binnen 8 Tagen bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Gießen am 29. Mai 1848. Gr Hess. Universitäts-Rentamt. Martin. 1143) Gießen. Heugrasversteigcrungen bei dem Rentamte Gießen. Daö diesjährige Heugras von den herrschaftlich:n Wiesen des hiesigen Rentamtsbezirkes wird ui folgenden Terminen meistbietend versteigert; Dienstag den 13. Juni, Morgens 9 Uhr, auf dem Baumgarten bei Schiffenberg von 88 Morg. in der Gemarkung Herrnwald, „ 32 „ u u « Leihgestern, „ 98 „ „ „ « Kchiffenberg, „ 62 „ n n „ Watzenborn. 2) Mittwoch den 14. Juni, a. Morgens 9 Uhr, von 17 Morgen in der Gemarkung Altcnbuseck. Die Versteigerung geschieht auf den Wiesen unb beginnt auf der Rinderwiese, zunächst dem Orte. 1). Mittags 12 Uhr, in der Behausung des Wiesenwärters Walter zu Daubringen von 25 Morgen auf der Soranwiese bei Daubringen. c. Nachmittags 3 Uhr, von etwa 4 Morgen des alten Lahnbetts bei Oben» hausen. Die Versteigerung geschieht auf der Widse. 3) Freitag den 16. Juni, a. Morgens 9 Uhr, bei dem Gasthaus zum Pfau dahier von 140 Morgen' in Gießener Gemarkung auf der Weid- und Burgwiese, der Ochscnwiese und dem Weidenstrauch, sodann von 2 Morgen im Heßler in Heuchelheimer Gemarkung. b. Nachmittags 3 Uhr, in dem Schieffer'schen Garten zu Wieseck von 102 Morgen auf der Au, dem Fasanengut und im Dornbusch. 4) Montag den 19. Juni, Vormittags 11 Uhr, auf dem Gemeidehaus zu Königsberg von 53 Morgen in der Gemarkung Königsberg. Gießen den 31. Mai 1848. Der Gr. Hess RentamtS-Vimr des Rentamts Gießen. Kolb. 1132) Schotten. Graöverstcrgerungen bei dem Rentamte Schotten. Das diesjährige Heugras von den fiscalischen Wiesen des hiesigen Rentamts wird auf den betreffenden Wiesen versteigert. Freitag den 22. Juni, von Morgens 9 Uhr an, in der Gemarkung Ulrichstein, von etwa 60 Morgen in der Brauwiese, Schmidtswiese, Krummenacker und Langwässergrund. Das Heu ist von bekannter ausgezeichneter Qualität. Montag den 26. Juni, in Gemarkung Böoenhausen, Morgens 10 Uhr, in den Mahlwiesen 1 Morgen, 390 Morgens 11 Uhr, in der Gerichtswiese 4'/2 Morgen, Dienstag den 27 Juni, von Morgens 9 Uhr an, in Gemarkung Ulrichstein, von etwa 15 Morgen zerstreut liegenden Wicftn. Schviten den 29. Mai 1848. Gr. Renlamlmann des Rentamts Schotten. P r ä t v r i u s. 1138) Niederwalgern. Werk-Holzversteigerung Mittwoch den 7. Juni, Vormittags 11 Uhr, sollen zu Niederwalgern, in der Hofraithe des unterzeichneten Gemeinderathsmitgliedes, so wie in dem Privauvald bei Niederwalgern durch den Unterzeichneten circa 1000 Stück Eichen - Schwerterborden von verschiedener Breite und Dicke; sodann 70 Siück Bauholzabschnittklötze von 2—8 Fuß Lange, öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Bemerkt wird, daß sich dieses Holz vorzüglich für Schreiner, Glaser, Küfer und Wagner eignet. Niederwalgern bei Bellnhausen, den 30. Mai 1848. In Auftrag Beeth, Gemeinderath. 1125) Annerod. Montag den 5. Juni d. I, Vormittags 8 Uhr, sollen in hiesigem Gemcindewald, Distrikt Köppel, an der Grünbergerstraße, 17000 Stück Kiefcrn-Wellen und 3000 ii Bohenstangen versteigert werden. Annerod den 29. Mai 1848. Der Bürgermeister Peter. 1134) Albach. Montag den 5. Juni l. I., soll in dem Gemeindewald zu Albach nachstehendes Holz öffentlich meistbietend versteigert werden: 1) 29 Stecken Buchen-Scbeidholz, 2) 8 u n Prügelholz, 3) 2 n Eichen- „ 4) 22 u Buchen-Stockholz, 5) 822 Wellen /, Reisholz, 6) 28 n Eichen- „ und 7) eine Quantität Eichen-Werkholz. Der Anfang ist im Distrikt Roderde des Morgens um 8 Uhr. Albach am 31. Mai 1848. Der Bürgermeister Schäfer. 1121) Gießen. Nächsten Samstag den 3. Juni, Nachmittags 5 Uhr, soll auf den sog. Bleichgärten dahier 1) von 74 Morgen, die Kleeernte, und 2) H V-i n die Grasernte für dieses Jahr in 3 Abtheilungen öffentlich versteigert werden. Liebhaber wollen sich bei der Wohnung des Bleichers Schürz dahier einfinden. Feilgeboten. 986) Gießen. Bischoff- und Kardinal-Essenz, Tafel- und Most-Senf, bestes Back-Oel, trockenes Obst, Chocolade, Limburger Kche, Häringe, Sardellen rc. bei Höste reich auf der Mäusburg. 1124) Gießen. Herabgesetzte Holzpreife! Trockenes Buchen-Scheidholz in dicken Spalten, verkaufe ich von heute an, den Stecken zu 7 st. 45 kr. Daniel Wirth. 1140) Gießen. Kopfsellery, Lauch, ausgezeichneter Blumenkohl, Resenkohl, Würsing, Oberkohlraby, grüner und blauer gefüllter Kohl, Rotherüben und sonst alle Arten Früh- und Spät-Pflanzen, Pflück- erbsenreiser, Bohnenstangen, gelbe gute Kar-toffeln in halben und ganzen Niesten verkauft L. Hartmann in der Schanz. 942) Gießen. Eine gute Drehbank steht zu verkaufen. Bei wem? sagt d. Erped. d. Bltts. Zu vermiethen. 992) Gießen. Auf dem Seltersberge, im Hause des Oberappellationsraths Knorr sind zwei Familien-Wohnungen, die mittlere und obere Etage zu vermiethen. Die Erstere enthält 6 Zimmer, Küche, Kammer, Keller, Holzstall und Mitgebrauch der Waschküche, die Obere, 3 Stuben, 3 Kabinet u. s. w. Auch kann 1% Morgen großer Garten ganz oder thcilweise abgegeben werden. Näheres ist zu erfragen im Hause des Gcheimeraths Knorr. 1150) Gießen. Die von Herrn Kaufmann Dupre bewohnte geräumige Wohnung in meinem neuerbauten Hause vor dem Wallthore, bestehend in 7 Zimmern, Cabinet, Kammern, Küche rc., ist zum alsbaldigen beziehen zu vermiethen. Gießen den 1. Juni 1848. Bergmann. 391 1142) Gießen. Speicherverleihung. Auf dem Zeughause dahier ist ein abgeschlossener Speicher, auf welchem sich etwa 1500 Malier Frucht lagern lassen, zu vermielhen. Darauf Re- flectirende können die näheren Bedingungen ic. auf dem RentamtS-Büreau dahier erfahren. Gießen den 31 Mai 1848. Der Gr. Rentamts-Vicar des Neniamts Gießen. Kolb. 1149) Gießen Iu meinem Hause in den Neuenbäuen ist das, dem sei. Herrn Pros, v. Grolmann vermiethet gewesene Logis, bestehend in 8 Zimmern, 2 Bodenkammern, 2 Hvlzremisen, Keller re. vom 1. Juli d. I. ab anderweitig zu vermiethen. Interessenten können in der Buchhandlung meines Sohnes Näheres erfahren. Gertrude Heyer. 972) Gießen. In meinem Hause ist der obere Stock, bestehend iu 3 Stuben, 2 Kammern, Küche, Holzstall und Keller zum 10. August zu vermiethen und auf Verlangen kann es früher abgegeben werden. Gießen den 23. Mai 1848. L. Scharmann, in der Schloßgasse. 989) Gießen. Ein Familien-Logis von 2 bis 3 Zimmer ist zn vermielhen. Wo? sagt die Erped. d. Blttö. Vermischte Nachrichten. Die diesjährigen öffentlichen Prüfungen in den städtischen Schulen werden in nachstehender Reihenfolge Statt finden: Montag, den 5. Juni, Morgens von 8—12 Uhr in der ersten, und Nachmittags von 2—5 Uhr in der zweiten Knabenschule in der Neustadt. Dienstag, den 6. Juni, Morgens von 8—12 Uhr in der zweiten, und Nachmittags von 2—5 Uhr in der dritten Mädchenschule. Mittwoch, den 7. Juni, Morgens von 8—12 Uhr in der ersten, und Nachmittags von 2—6 Uhr in der zweiten und dritten Classe der höheren Mädchenschule. Donnerstag, den 8. Juni, Morgens von 8—10 Uhr in der ersten, von 10—12 Uhr in der zweiten, Nachmittags von 2—4 Uhr in der dritten Elementarschule, und von 4—6 Uhr in der zweiten Freischule. Freitag, den 9. Juni, Morgens von 8—11 Uhr in ' der ersten Freischule, in dem Local der zweiten Freischule. Die Prüfungen in der ersten, zweiten und dritten Elasse der höheren Mädchenschule werden in dem Local der dritten Mädchenschule in der Schulstraße vorgenommen. Mit dieser Benachrichtigung verbindet man zugleich die ergebenste Einladung an die Eltern der Kinder, und die Freunde und Beförderer der Jugendbildung, zur gefälligen Theilnahme an diesen Prüfungen. Gießen den 31. Mai 1848. Im Namen des Schulvorstandes. Dr. Enge l. 1139) Gießen. Wer zur Verlassenschaft des Professors v. Grolman gehörige Bücher besitzt, wird gebeten, dieselben an Herrn Buchhändler Heyer hier baldigst abzuliefern. Gießen den 31. Mai 1848. L. v. Grolman, Hofgerichtsraih. 1144) Gießen. Heute Sonnabend, den 3. Juni, Nachmittags 5'Uhr, findet durch Hrn. Herz von Darmstadt ein Quartett im Busch'schen Garten Statt, wozu ein Musikliebhaber freundlichst einladet. 1146) Gießen. Da wir für dieses Jahr nicht die gewünschte Anzahl Abonnentinnen für mehrere neu errichtete, in jeder Beziehung sehr bequeme Wellenbäder erhalten haben, so berichtigen wir die vorausgegangene Annonce dahin, daß sie auch für Herren offen stehen. Bemerkt wird, daß für nicht Abonnenten das einzelne Bad 12 Kreuzer kostet. Wer vorzugsweise auf das stärkste Wellenbad reflectirt, findet dies Sonntags ausnahmsweise, da durch das Stillstehen unserer sämmilichen Maschinen die volle Wasserkraft angeweudet werden kann. Auch ist für den Aufenthalt ein freundliches Zimmer in unserer Mühle bestimmt, von wo aus man zugleich die herrlichste Aussicht genießt. Gießen den 1. Juni 1848. Franz Peppler & Comp. 1147) Gießen. Bei der heute, gemäß des §. 17 der Gesellschaftsstatuten stattgefundcnen Ver- loosung sind die nachfolgenden drei Schuldscheine gezogen worden. ^5 100. 172. 237 die Inhaber dieser Schuldscheine werden hiervon in Kenntniß gesetzt, damit sie dieselben innerhalb vier Woche,v zur Empfangnahme ihrer Capitalien bei dem Gesellschaftsrechner, Herrn Rendant Bieler 392 um so gewisser präsentiren, als vom 1. Juli d. I. die weitere Verzinsung derselben aufhört. Gießen den 29. Mai 1848. Der Gescllschafisvorstand. Weber. Krauskopf. Ul 122) Gießen. In eine kleine Familie wird eine, im Kochen nicht ganz unerfahrene Hausmagd, welche zugleich oder wenigstens zu Johanni einire- ten kann, gesucht. Das Nähere bei der Expedition dieses Blattes. 1145) Gießen. Am Montag Abend ist von der Heuchelheimer Mühle bis zum Seltersberg ein Messer mit 2 Klingen, auf dem Heft mit den Buchstaben H. W. gezeichnet, verloren gegangen. Der Finder, der dasselbe bei der Erpedit. d. Bltts. abgiebt, erhält eine angemessene Belohnung. 1141) Schi ffenberg. Nächsten Sonntag, den 4. Juni, spielt das beliebte Quartett des Hrn. Herz aus Darmstadt zu Schiffenberg. Friedrich Lynker. 1137) Gießen. Sonntag den 4. Juni findet vollständige Harmonie-Musik im Busch'schen Garten Statt. Frischbäcker zu Gießen. Sonntag den 4 Juni. Moritz Wallenfels Mttwe in der Wallthorstraße. Adolph Keil in der Neustadt. Franz Lampus in der Löwengaffe. Wilhelm Hellmold auf dem Neuenweg. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Am 4. Juni. Morgens: Pfarrer Bonhard. Nachmittags: Kirchenrath Dr Engel. Kopulirt. Den 1. Juni. Philipp Schneider, Bürger und Schneidermeister dahier, des verstorbenen hiesigen Polizcidieners, Johannes Schneider, ehelicher Sohn; und Katharine Dorothea Henriette Wilhelmine Hilgardt, des Bür- gerS und Leinwebermeisters, Johann Melchior Hilgardt dahier, eheliche Tochter. Getaufte. Den 29. Mai. Dem Großherzoglichen Stadtgerichts-Assessor, Johann Friedrich Ernst Albert Calm- berg, eine Tochter, Agnes Clotilde Henriette Karolinc, geboren den 20. April. Den 1. Juni. Dem Bürger und Bäckermeister, Karl Gottfried Philipp Steinberger, ein Sohn, Karl Christian Anton Ludwig, geboren den 23. April. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Bonhard. Angekommene und abgereiste Fremden In den Gasthäusern. Im Einhorn• Hrn. Kfl. Reuchling v. Biedenkopf u. Duckmepcr v. Trier. Hr. Hofmann, Landphpsik. v. Zelle. Hr. Kahler, Kupferstech. v. Emden. Hr. Hepermeper, Pri- vatm. v. Oldenburg. Hr. Springmann m. Fr., Berginsp. v. Radwitz. Hr. Bulow m. Tocht., Hofcompon. v. Hannover. Hrn. Gutsbes. Freiherr v. Hepdewolf v. Marburg u. Freiherr v. Hepdewolf ». Holstein. Hrn. Kfl. Maper v. Mainz u. Leißner v. Braunschweig. Hr. Mohr, Fabrik, a. Schlesien. Im Rappen: Hrn. Kfl. Sternberg n Spier v Alsfeld u. Hansemann v. Braunschweig. Hr. Klein, Bergbeamt. v. Biedenkopf. Hrn. Kfl. Romain v Münden u. Locp v. Haicher. Hr Leinitz, Affeff. v. Laubach. Hrn. Kfl Mühlen v. Gladenbach u. Reiß v. Frankfurt. Hr. v. Deichmann, Finanzr. v. Berlin. Hr. v. Rühl, Mas. v. Hildesheim. Im Prinz Carl: Hrn. Oecon. Allendörfer u. Usinger v. Wehrheim. Hrn. Handels!. Reiß u. Fröhlich v. Ulrichstein. Hr. Rahn, Geschäftsm. v. Eckelsheim. Hr. Maper, Privatm. v Gladenbach. Hrn Oecon. Löhning u. Müller v. Altenburg. Hr. Katz, Fabrik v. Altenkirchen. Hr. Rühl, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Urff, Condit. v. Offenbach. Hr. Heinze, Pfarr. v. Hirzenhain. Hr. Hoffmana, Fabrik, v. Bockenheim. vom 31. Mai bis 1. Juni 1848. Im Darmstaedter Baus'. Hk. Kuhl, FllhrM. V. H0M. berg. Hr. Kraft, GeschäftSm. v. Selters. Hrn. Handelsl- Braun v Winterberg, Rehbein v. Frankenhausen, Fischer v. Homberg u. Wahle v. Winterberg. Hrn. Geschäftsl. JahmS v. Pfaffendorf, Vierhellcr v. Homberg u. Brust v. Hallenberg. Im Stern; Hr Kittlcr m Fam., Künstl. v. Salzgitter. Hrn. Handels!. Isenberg v. Hesborn, Weidmann v. Oberaula, Wilhelm v. Schreck u. Lurzus v. Roßberg In der Sonne. Hrn. Handels!. Zörb v. Hochelheim, Wagner v Beuern, Buß v. Watzenborn, Braun v. Daubrin- gen u. Reichardt v. Endershausen. In der Rose; Hr. Alopse, Schausp. v. Wien. Jungfer Hebel v. Ortenberg. Hrn. Geschäftsl Eckstein v. Vadenrod, Krailing v. Hattenrod, i ich! v. Villingen u. Fritz v. Ulfa. Hr. Spamer, Tuchm. v. Schotten. In den P rivathäuscrn. Bei Hrn. Kfm. Windecker: Frl. Reitze! v. Krumbach. — Bei Fr Hofger.-R. Langsdorf: Frl. v. Krug v. Stuttgart. - Bei Hrn. Ph. Oppermann: Fr. Sachs v. Aücndorf. — Bei Hrn. Hosger.-Canzl. Böger: Hr. Kolbe, Fabrik, v Bcffungen. Miseellen. 1135) Langgöns. Hannes Velten VIII. antworte ich bezüglich der Erwiderung nach pos. 4 ic. mir darin — verläumderischer Weise auf die Bekanntmachung des Johannes Velten — zur Last gelegten Schuld, ganz kurz, daß die im VIII. zu Langgöns vom 12. Mai 1848. August 1847 geschehene spezielle Visitation meiner In Erwiderung auf die Bemerkungen des Jo- Kasse- und Buchführung dargethan hat, wie nicht 393 mir sondern meinem AmtSvorgänger der fragliche Rezeß, welcher durch Uebertrag der Kassenvorräthe aus den früheren Rechnungs- und Revifionsab- schlüsscn, in meine 1844r Rechnung übergegangen ist, zur Last fällt; daß dieser Rezeß auf Auseinandersetzung gestrichener Rechnungsposten und in den Rechnungen eingelaufenen Jrrthümer beruhen, daß derselbe jedoch vorläufig und vorbehaltlich des Rückersatzes von meinem Amtsvorgänger schon im Januar und später zum größeren Theil getilgt wurde und der Rest jetzt getilgt wird. DaS Nähere hierüber, sowie darüber, wie man von Seiten der Verwaltungsbehörde seither mit meiner Amtsführung zufrieden war, kann Jedermann aus einer in Bezug auf meine Amtsführung und obenerwähnte Vi- fitation erlassene Verfügung des Herrn KreisrathS, welche ich an dem Gemeindehaus angeheftet habe, ersehen. Ich erachte eS unter meiner Würde, mit einem Manne wie mein Gegner — dessen Machwerk (zwar nicht aus seiner Feder geflossen) auch noch von prahlhanns'schen Lügen wimmelt — mich weiter einzulassen und bitte meine Mitbürger, sich nicht durch eine Stimme irre machen zu lassen, die, — vermulhlich — das Werkzeug einer etwas zu herrsch- süchtigen Partei ist, sich — überspannter Ideen halber — durch das gegenwärtige Hervorthun als Bürgermcister-Candidat präsentiren will und dafür, daß ich ihm ohnläugst — um zu meinem Eigen- thum zu gelangen und freund chaftliche Aufforderungen erfolglos blieben, — mit gerichtlicher Klage drohen mußte, nun Rache nehmen mußte. lieber den Nutzen, welchen ich der Gemeinde während meiner Dienstzeit zufügte und über die Gefälligkeiten, welche ich meinen Mitbürgern nach Möglichkeit erzeigte, will ich hier nicht reden; jeder greife hierüber in seinen eignen Busen; hat inbeffen Jemand gegründete Ausstellungen über meine seitherige Amtsführung, so möge er mir dieselbe mittheilen und ich werde stets als ein Mann von Ehre darnach verfahren. Das Wohl der Gemeinde war auch mein Ziel. Langgöns am 26. Mai 1848. Der Gemeinde-Einnehmer A. Henrich. haltlosen Inhalte nach eine Beleuchtung erhalten werden. Wir verweisen vorläufig unter gänzlicher Zurückweisung des Inhalts jenes namenlosen Artikels auf die bevorstehende Beleuchtung. Gießen den 1. Juni 1848. Der Vorstand des vaterl. Vereins. Dr. Credner. Rosenberg. Begl. Dr. Eckstein. (Lich im Mai 1848.) In der jetzigen Zeit macht sich überall in erfreulicher Weise das Bestreben der Gemeinden sichtbar, sich von dem Drucke jeglicher Bevormundung, unter dem sie seither geschmachtet, zu befreien, wobei unsere jetzige volksthüm- liche Regierung, den von ihr ausgesprochenen Grundsätzen getreu, den Ortsvorständen auf das vollständigste freie Hand läßt. So schön und erhebend diese Erscheinung im Allgemeinen ist, so läßt sich doch auch nicht verkennen, daß nunmehr Manche, die auf irgend eine Art einen gewissen Einfluß auf die Beschlüsse eines Ortsvorstandes ausüben können und so gewissenlos sind, diesen zur Förderung ihrer persönlichen Interesse anzuwenden, dadurch auch leichter in den Stand gesetzt sinv, das wahre Wohl einer Gemeinde, zu ihrem eigenen Vortheil auszubeuten. Einsender dieses ist weit davon entfernt, der Bevormundung der Gemeinden, wie solche vor dem 6. März statt hatte, das Wort reden zu wollen, er hält es nur für Pflicht eines jeden Ehrenmannes, dem das wahre Wodl der Gemeinden am Herzen liegt, darauf hinzuwirken, daß die wichtigeren Ge- meindeverhältniffe und die darauf bezüglichen Gemeinderathsbeschlüsse vorurtheilsfrei öffentlich beleuchtet werden, damit nicht die klare Wahrheit des Satzes: „Die Gemeinden müssen sich selbst regieren, durch den verhäugnißvollen Zusatz: „und hauptsächlich durch Schaden klug werden," getrübt und verdunkelt werde. Es ist z. B. schon in manchen Gemeinden der Fall vorgekommen, daß die eine oder die andere Gemeindestelle, wie z. B. die eines Flurschützen, an den Wenigstuehmenden, so zu sagen, versteigert worden ist; alsbald hat jedoch der gesunde Sinn der meisten Gemeindeangehörigen ein solches für das Gemeindewohl so äußerst schädliches Verfahren eingesehen und sich nach zuverlässigeren Leuten, die nicht auf Stellen im Abgebote steigern, umgesehen und sie so bezahlt, daß sie nicht in Versuchung zu kommen brauchen, durch unerlaubte Mittel im Dienst ihre Besoldung vergrößern zu müssen, damit sie nur leben können — (Forts, folgt.) 1151) Gießen. Ein Artikel in Aa 16. der Sprechhalle, über- schrieben: » Worte der Aufklärung" dessen lichtscheuer Verfasser sich nicht zu nennen für gut befunden hat, den man aber gleichwohl an seinem Produkte zu erkennen glaubt, enihält von Anfang bis zu Ende eine Reihe von Unwahrheiten, Entstellungen und persönlichen Gehässigkeiten, welche von uns in der Hessischen Volkszeitung ihrem ge 394 Wie sieben Todsünden von Eugsn Sue. I. A b t h e i l u n g. D i e Hoffarth, ober: Die Herzogin 1. (Fortsetzung.) Ich mache Dir den Vorschlag nicht, in die Marine einzutreten, denn, es ist zn spät; man muß sich jung an dieses ganz eigenthümliche und rauhe Leben gewöhnen, sonst ist man beinahe immer ein schlechter Seemann . . . Jetzt wähle." Oliviers Wahl währte nicht lange. Drei Monate darauf ließ er sich anwerben, unter der Bedingung, unter die afrikanischen Jäger eingereiht zu werden. Nach Verlauf eines Jahres war er Fourier; zwei Jahre darauf zeichnete er sich aus, und erhielt das Ehienkreuz, und das folgende Jahr wurde er Oberwachtmeister. Unglücklicherweise ward Olivier von einem jener hartnäckigen Fieber befallen, welches das europäische Klima allein heilen kann, und er mußte Afrika in dem Augenblicke verlassen, wo er auf die Offiziers- Epaulctten hoffen konnte; sehr krank wurde er nach Frankreich zurückgeschickt, und nach seiner Wiederherstellung in ein Husaren-Regiment eingereiht. Nachdem er achtzehn Monate bei diesem Regimente den Dienst versehen hatte, war er nach Paris gekommen, um dort seinen Urlaub zuzubringen, und die bescheidene Existenz seines Oheims zu theilen. Die Wohnung des alten Seemannes bestand aus einer kleinen Küche, an welche das Zimmer der Madame Barbanson stieß, einem Vorgemache, das zugleich als Speisezimmer diente, und einem andern Zimmer, wo der Commandant und sein Neffe schliefen. Da übrigens dieser die beschränkte Lage des Veteranen kannte, so hatte er aus großem Zahrtgefühle nicht müßig bleiben wollen; er besaß eine schöne Handschrift und hatte als Fourier sich genügende Kenntnisse im Rechnungsfache erworben, weßhalb er bei kleinen Kaufleuten der Gemeinde von Batignolles einige Bücher zu führen bekam; auch, weit entfernt, dem Veteranen zur Last zu fallen, fügte der junge Unteroffizier (insgeheim einverstanden mit Madame Barbanson, der Schatzmeisterin der Haushaltung), jeden Monat seinen kleinen Gewinn zu den 80 Franken Pension, welche der Commandant bezog, und bereitete ihm manchmal Ueberraschungen, worüber der würdige Mann erfreut und zugleich bekümmert war, da er wußte, wie emsig Olivier arbeitete, um einiges Geld zu verdienen. Von glänzendem Geiste, fröhlich, von Kindheit an an alle Entbehrungen gewöhnt, zuerst durch sein Leben als Waise und Stipendiat, später durch sein Soldatenleben in Afrika, gurmüthig, miltheilend, tapfer, halte Olivier nur einen Fehler, wenn man es Fehler nennen kann, er war nämlich außerordentlich empfindlich in allen Geldangelegenheiten, so gering und unbe- deulend fie auch scheinen mochten; als gemeiner und armer Soldat trieb er dieses Zahrtgefühl so weit, daß er ftgar die bescheidenste Einladung von Seiten seiner Waffengrfährten ausschlug, wenn er nicht immer seine Zeche bezahlen konnte. Da inan zuerst über diese außerordentliche Zartheit spottete, oder sie für Ziererei hielt, erfolgten zwei Duette, in welchen Olivier Sieger blieb, und von da an achtete man diesen bezeichnenden Zug im Charakt.r des jungen Soldaten. Uebrigens war Olivier mit Allem zufrieden, zu Allem bereitwillig, und belebte durch seine frohe Laune und seine Heiterkeit das häusliche Leben seines Oheims außerordentlich. In seinen wenigen freien Augenblicke» bildete der Unteroffizier seinen Geschmack durch Lesen der großen Dichter, er arbeitete, begoß und half seinem Oheim im Garten; dann rauchten Beide ihre Pfeift und sprachen von Krieg und Reisen; ein andermal unterwies Olivier, — aller seiner Kenntnisse der Kochkunst, die er sich in den afrikanischen Lagern erworben, wieder gedenkend, — Madame Barbanson in der Zubereitung der gebratenen Hammelsscheibchen oder der Gerstenkuchen; übrigens waren die gastronomisihen Lertionen stets mit Scherzen und Neckereien über Bonaparte gewürzt. Die Haushälterin zankte mit Olivier Raimund und schnauzte ihn wenigsten eben so sehr an, als sie ihn liebte; mit einem Worte, die Gegenwart des jungen Offiziers übte auf das einförmige Leben des Veterans und seiner Haushälterin einen so glücklichen Einfluß aus, daß der Gedanke an die von Oiivier's Urlaub schon abgelaufenen Monate Beide mit Betrüblich erfüllte. Madame Barbanson ging also nach der Hausthure, an welcher man läutete, und öffnete sie dem Neffen des Veterans. (Fortsetzung folgt.) Anekdote. Ein Reisender passirte durch Z. mit einigen Freunden im Postwagen. Nachdem der wach- habende Mann unter dem Thore alle Namen der Gesellschaft, bis auf den letzten, ausgezeichnet hatte, fragte er noch: Wie heißt der Hintere? Dieser antwortete: Poder! und getreu trug der Mann den Namen in seine Schrciblafel. Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Eteindruckerei.