für die Stadt und -en Kreis Gießen. JI5. 61. Samstag den 31. Zuli 1S47.' Frucht- u. Victualienpreise zu Gießen vom 31. Juli bis 7. August 1847. Fleischtaxe. t Pfund gutes Ochsenfleisch . . . 1 „ Kuhfleisch...... 1 „ Rindfleisch..... 1 „ Kalbfleisch..... 1 „ Schweinefleisch .... I „ Hammelfleisch gemästet t „ Leberwurst ..... i „ Bratwurst . ... t „ Schwartemagen . . . 1 „ Blutwurst...... 1 „ gemischte Wurst . . 1 „ geräucherter Speck . . . 1 „ Schinken...... 1 „ Dörrfleisch..... 1 „ Rindsfett...... 1 „ Hammelsfett..... 1 ,, Schweineschmalz ausgelassenes ....... 1 „ desgleichen, unausgelaffen fr. 13 11 10 7 15 11 16 20 20 18 12 28 20 18 18 18 26 26 'S " । 1 1 ~ । 1 1 1 । 1 1 1 1 1 1 1 1 I 51 n in. Die Zugaben bürten in weiter nichts, all in Fleisch von der selben Gattung belieben ,u. »war aufldBfd. Fleisch nichtmcbralSan derthalb'vfb u.f. ro. nach ’Drooor« lion, welches auf 1 Dfd. nicht »öllig 5 8cth ausmacht. Köpke, Füße, Ge- raub.wieauchdic ganzblurigenund nichtgcnicßbarcn Stücke »om Hals sind von der Zu- gabcgänzlichauS- qeschtolsen. .Brodtaxe. 2 Pf. ordinäres Brod, flu3 . Wersten- und 6 " " " j | Kornmehl bestehend 2 Pf. gemischtes Brod 1 aU£, Waizen- und 6 " " '/ 1 j Körnmehl bestehend 3| Lth. Waffcrweck...... 8| « Milchbrod..... Marktpreise. 1 Maas Milch ...»...... 1 Pfund Butter .......... auch......... 4 Handkäse............ 3 Eper............ 1 Pfund Waizenmehl ........ 1 i' grob grschälte Gerste..... 1 n klein geschälte Gerste . ... . . fr. 7 14 21 8 16 24 1 1 8 19 20 8 4 8 12 i-fc 1 1 1 1 1 1 1 L_____LL > Mil Städte G e in ä s F r u ci Waizen ) f p r e Korn i s c. Gerste Hafer Erbsen Linsen. Friedberg..... Giegen...... Grünberg ..... Marburg..... Wetzlar..... das Malter das Malter das Malter das Mött der Scheffel 'Pf. | ff- 200! 18 200; - —1 16 -| 16 901 - fr 22 30 62 Pf. 190 180 i ff. 10 9 11 14 5 fr. 21 48 19 9 'Pf- ,70 72 ff. 10 11 11 4 fr. i 14 I - 36* ! 45 Pf 50 ff. 6 6 5 fr. 51 58* 1 1 II i *1 ' । ! II 1 r 1 |£l । 1 1 1 «2.1 1 1 1 fr. Amtlicher T h eil. Zu JV6 K. G. 9170. Gießen am 28. Juli 1847. Betreffend: Die Beschränkung der Befugntß zur Verehelichung. Der Großhcrzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen a n die sämmtlichen Gr. Bürgermeister dieses Kreises. Das in dem Gr. Regierungsblatt 23 erschienene Gesetz vom 6. l. M., welches nachstehend abgedruckl ist, haben Sie alsbald bei versammelter Gemeinde bekannt zu machen, und das Nöthiae hierüber in das Verordnungs - Publicatiöns-Buch cinzutragen. Prinz. ' / V O i v ; . wv,-. 452 Gesetz, die Beschränkung der Befugniß zur Verehelichung betreffend. LUDWIG ir- von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. rc. Wir haben, nach Anhörung Unseres Staatsraths und mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hiermit, wie folgt: Artikel 1. Der Nach den Artikeln 10. und 26. der Gemeindeordnung vom 30. Juni 1821 für jede Gemeinde bestehende Gemeindcrath ist berechtigt, bei der vorgesetzten Regierungsbehörde gegen die Verehelichung eines Angehörigen männlichen Geschlechts seiner Gemeinde Widerspruch cinzulegen, wenn dieser Angehörige sich menschlichem Ansehen nach außer Stand befindet, eine Familie redlich zu ernähren, weil er weder zur Ausübung einer Kunst oder Wissenschaft, noch zum Betrieb eines Gewerbes oder der Landwirthschast, oder eines anderen, für den Unterhalt einer Familie hinreichenden Erwerbszweigcs persönlich befähigt ist, noch ein für den selbstständigen Unterhalt einer Familie hinreichendes Vermögen besitzt. Artikel 2. Die Zulänglichkeit des Vermögens (Art. 1.) ist mit Berücksichtigung der verschiedenen persönlichen und örtlichen Verhältnisse im einzelnen Falle zu bemessen und dasjenige der Verlobten dabei mit in Anschlag zu bringen. o Artikel 3. Heber den, von dem Gcmeinderathe gegen die Verchelichüng eingelegten Widerspruch, hat die vorgesetzte Regierungsbehörde zu erkennen. Gegen deren Entscheidung kann sowohl von dem Gemeinde- raihe binnen acht Tagen zerstörlicher Frist, als auch zu jeder Zeit von dem Betheiligten der Recurs an das Ministerium deS Innern und der Justiz ergriffen werden. A r t i k e l 4. So lange der von dem Gemeindcrath eingelegte Widerspruch nicht endlich als unbegründet verworfen worden ist, darf die Trauung nicht vollzogen werden. Artikel 5. Wenn der, dem Gemeindcrath, welcher den Einspruch beschlossen hat, Vorsitzende Bürgermeister nicht selbst die bezüglichen Aufgebote und Trauung vorzunehme» hat, fo ist er gehalten, den in Gemäßheit des Art. 1. gefaßten Gememdcraths-Beschluß binnen 24 Stunden nach dessen Erlassung, der für Aufgebot und Trauung zuständigen geistlichen oder weltlichen Bichörde, in beglaubigter Abschrift du Tliil. mitzutheilen. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und des beigedrückten Staatssiegels. Darmstadt am 6. Juli 1847. ' (L. S) LUDWIG. Gefundene Gegenstände. Ein Pflugeisen, eine Kappe, eine Scheere, * ein buntes Sacktuch und ein Geldbeutelchen mit einigen Kreuzern, ein Pettschaft ein baumwollener Regenschirm, sind gesunden und auf Gr. Polizeibürcau dahier abgegeben worden. Gießen am 29. Juli 1847. allhicr zu begründen, als sie sonst von der Masse ausgeschlossen werden, ohne daß ein besonderes Prä- clusiv-Decret erfolgt. Gießen den 16. Mai 1847. Gr. Hess. Landgericht das. Ploch. Edictalladung. 1035) Nachdem gegen den Balth. Schmidt in Wieseck der förmliche Concursproceß erkannt worden ist, so werden alle Diejenigen, welche einen Anspruch an ihn haben, aufgefordert, denselben so gewiß am 3. August l. I., Vormittags 40 Uhr, 453 Versteigerungen. 1381) Versteigerung von städtischen Grundstücken. Nachfolgende städtische Grundstücke, nämlich: 1070,03 ^Klafter oder 3l5'3/16 Ruthen Acker, die s. g. Sandkaut', links des Schiffenbcrgcr Wegs, 190,7 lDKlaster oder 56 Ruthen 5 Sch., als Rest des zum Schiffenberger Wege verwendeten Ackers des Gasthaltcrs Ju- stus Müller sollen, da die bei der ersten Versteigerung geschehenen Gebote nicht annehmbar erschienen, Samstag den 7. August l. I., Vormittags 8 Uhr, einer nochmaligen Versteigerung ausgesetzt werden. Gießen den 28. Juli 1847. I. V. d. B. der Beigeordnete R ü h l. 1382) Fruchtversteigerung bei dem Gr. Rent- amte Gießen. Dienstag den 3. August, Morgens 8 Uhr, werden aus hiesigem Rathhause gegen 200 Malter- Korn und etwa 50 Malter Erbsen der Versteigerung an den Meistbietenden ausgesetzt- Die Fruchtabgabe beginnt alsbald nach beendigter Versteigerung. Die Herren Bürgermeister des hiesigen Kreises wollen diese im Interesse ihrer Gemeinden liegende Fruchtverstci- gerung besonders bekannt machen lassen. Gießen den 30. Juli 1847. Der Gr. Hess. Rentamtsvicar des Rentamts Gießen. Kolb. 1384) Arbeitsversteigerung bei der Stadt Gießen. Die Arbeiten zur Einfassung und Bedeckung eines Eingangs in den Stadtcanal, bestehend: 1) in Maurerarbeit, veranschlagt zu . 25 fl. 2) in Zimmerarbeit, „ „ . 21 » sollen Montag den 2. August d. I., Vormittags 9 Uhr, auf dem Rathhause dahier an den Wenigstfordern- den versteigert werden. Gießen den 27. Juli 1847. I. V. d. B. der Beigeordnete Rühl. 1371) Main-Weser-Cisenbahn. Arbeitsversteigerung. Montag den 2. August d. I., Vormittags um 9 Uhr, sollen in dem Gasthaus zu dem PromenadehauS dahier, die zur Erbauung der nachgcnannten Uebergangswcrke erforderlichen Arbeiten und Lieferungen , nämlich: I. zu einem Viaduct bei Odenhausen. 1) Maurer - und Steinhaucrarbcit ohne Material, veranschlagt zu . . 1301 st. 52 fr. 2) Lieferung von 3,7 Kubikklafter Lahnsanv, veranschlagt zu 55 ,, 30 ,, 3) die Beifuhr und das Aussttzcn von 17 Kubikkl. Mauersteine aus den Sandsteinbiüchen bei Staufenberg, veranschl. zu 221 „ — „ II. Zu einem Viaduct in der Gemarkung Wißmar. 1) Maurer- und Steinhaucrarbcit, ohne Material, veranschlagt zu . . 2261 st. 7 kr. 2) Aussetzen von circa 25 Kubikkl. Mauersteine, veranschlagt zu 25 „ — „ III. Zu einem Viaduct in der Lich- tenau, Gemarkung Gießen, 1) Maurer- und Steinhauerarbeit, ohne Material, veranschlagt zu . . 2197 fl. 37 kr. 2) Aufsetzen von etwa 32 Kubikkl. Mauersteine, veranschlagt zu 32 „ — „ IV. Zur Fluthbrücke in der Lich- tenau, Gemarkung Gießen. 1) Maurer - und Steinhauerarbeit, ohne Material, veranschlagt zu . . 1172 fl. 2 fr. 2) Aufsetzen von 11 Kubikklafter Mauer - und Rollpflastersteine, veranschlagt zu .... 11 „ — „ öffentlich an die Wenigstnehmenden in Akkord gegeben werden. Risse, Voranschläge und Versteigerungs-Bedingungen liegen vom 30. d. M. an auf dem Bureau deö Unterzeichneten zur Einsicht offen. Gießen den 26. Juli 1847. Der Gr. Hess. Sections - Ingenieur der Section Gießen. L. Lindt. 1383) Versteigerung von Fuhrarbeit bei der Stadt Gießen. Die zur Ausfüllung einer Fahrt über den Graben auf den städtischen Wiesen hinter der Plocks« brücke nöthigen Fuhrarbeiten, veranschlagt zu 8 fl. sollen Montag den 2. August l. I., Vormittags 9 Uhr, 454 auf dem Rathhause dahier an den Wenigstfordern- den vergeben werden. Gießen den 27. Juli 1847. I. V. d. B. der Beigeordnete R ü h l. 1391) Versteigerung eines Reitpferdes. Dienstag den 3. August d. I., Vormittags 11 Uhr, soll in dem Hofe des Universitätskanzlei-Gebäudes ein dunkelbraunes, gut zugerittenes, 7 Jabre altes Pferd (Wallach), welches inmittelst in dem Stalle des Herrn Bereiters Rauch eingesehen werden kann, sowie ein englischer Sattel und ein Stangenzanm, an den Meistbietenden gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen am 29. Juli 1847. Großberzogl. Universikätsgericht. Dr. Trygophorus. 1882) Die Reparatur der Brücke am Asterweg. Die Herstellungsarbeiten au vvrbemerkter Brücke, bestehend: 1) in Schreinerarbeit, veranschl. zu 25 st. 43 fr. 2) in Maurerarbeit, „ „ 8 " 38 u 3) in Schlosscrarbeit, „ „ 4 // 18 // sollen Montag den 2. August l. I., Vormittags 9 Uhr, auf dem Rathhause dahier an den Wew'gstfordern- den versteigert werden. Gießen den 28. Juli 1847. I. V. d. D. der Beigeordnete Rühl. 1386) Strohlieferung. Mittwoch den 11. August d. I., Vormittags 10 ithr, soll auf dem Directorial-Bureau dahier, ote Lieferung von 25 Fuder Roggenstroh, für die diesige Anstalt, in fünf gleichen Abtheilungen, an die We- nigstforderuden einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden, wovon mau die"Steigliebhaber in Kenntniß setzt. Marienschloß am 28. Juli 1847. I. A. der Verwalter Bauer. Feilgeboten. 1380) Bei Philipp Lampus im Russischen Hof ist Schwungmedl das Pfund zu 10 fr., Wcißmehl das Pfund zu 9 fr. zu haben. 1389) Weinverkauf über die Straße bei Silbereisen. Weiße W eine: 1846r Forster Riesling, die halbe Maas 48 fr. n Hochheimer, u „ tr 40 „ n Rüdesheimer, „ u ff 36 // !f AlgesHeimer Goldberg, „ ff 36 „ 1842r Naucitthaler Berg, „ ,, ff 36 ,, 1844r Oestricher, „ „ ff 24 „ 1846r Pfälzer, „ „ ff 18 „ ' Rothe Weine: 1846r Aßmannshäuscr, die halbe Maas 1 fr. u Ingelheimer, „ „ ff 40 fr. Roussillon, „ „ ff 48 „ ebenso verkaufe ich Bischoff, die halbe Maas zu 1 ft. und Weinessig, die Maas zu 10 fr. Sämmtliche Sorten in der Ohm billiger. i3W) Ausverkauf vou Tapetenresten. Um damit aufzuräumen, verkaufe ich eine große Partie Tapetenreste für Zimmer jeder Größe zu auffallend billigen Preisen, und wird der Bedarf für kleine Zimmer nebst Bor- dur zu 1 st. 12 kr. abgegeben; Glanztapeten erlasse ich das Stück zu 24 kr. und bei Abnahme für mehrere Zimmer noch billiger. Christian Reiber auf dem Kreuz. 1387) Ein Haufen Dünger ist billig zu ver- faufeu. Das Nähere in der Erped. d. Bltts. Zu vermiethen. . 1388) Ein Familien-Logis, sowie mehrere einzelne Zimmer mit Cabinets, sind gegen Ende September zu vermiethen bei Louis Lind. 1378) Drei gut möblirte Zimntcr, das eine mit Cabinct, sind auf das nächste Semester zu vermiechen bei Georg Lampus Lit. C. 1. am Kreuz. 1372) In der Marfkstraße Lit. D. 47. ist die untere Etage, welche sich zu jedem offenen Geschäfte eignet/zu vermiethen. 455 Auszulel l) en. 1379) 200 ff. Äormundschaftsgelder sind gegen genügende Sicherheit ausznleihen bei I. M. Krämer. Vermischte Nachrichten. 1385) Sonntag Nachmittag den 1. August ist vollständige II armoiiie-Musik des Wetzlarer Häger - Mustkcorps auf dem Wcst- pbälischcn Hof anzutreffen. Chr. Branneck Frischbacken. Sonntag den 1. August. Georg Busch am Kreuz. Christian Wallenfels in der Wallthorstraße. Ludwig Kämmerer auf dem SelterMeg. Christian Noll in der Neustadt . Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Am 1. August Morgens: Pfarrer Bonhard. Nachmittags: Kirchenrath Dr. Engel. Beerdigte. Den 27. Juli. Johann Eschelbach, Schneidergesellc, des Ortsbürgers, Georg Eschelbach in Wellmich, im Lerzogthum Nassau, ehelicher Sohn, alt 23 I. 4 M 26 T, gestorben den 25. Juli. Denselben Adolph Fuchs, Studiosus der Rechtswissenschaft, des Großherzoglichen PhysikatsarzteS, Dr. Ludwin Fuchs in König, ehelicher Sohn, alt 18 I. 10 M. 8 T>, gestorben den 25. Juli. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfcnrer Bonbard. (Berichtigung.) Katharine Maria Schild ist nicht, wie im vorigen Anzeigeblatt steht, am 20., sondern am 22. Jnli beerdigt worden. K a t b o l i s ch e Gemeinde. Beerdigt. Den 26 Juli. Fräulein Elisabeth- Pistor auS Hadamar, alt 74 I., gestorben den 24. Juli. Angekommene und abgereiste Fremden vom 27. bis 29. Juli 1847. I n d e n Gasthäusern. Int Einhorn: Hr. Volontcis m. Fam u. Bedien., Rent. v. Paris. Fr Beinschleifer m. Fam. u. Bedien, v Cassel. Hr. Lauer, Kfm. v. Bremen. "Hr. Baron v. Lüdenkerk m. Fam. u Bedien., Gutsbes. v. Mastrich. Hrn. Rent. Thomson v London u Bleak v. Birmingham. Hrn. Kfl. Walther v Schaffhausen u. Eisen v. Frankfurt. Hr. Flügel, Säng. v. Cöln. Hr. Freiherr v. Lohberg m. Tocht. u. Bedien, Hauptm. v. Cassel. Hr Lautz, Oeeon. v. Stuttgart Hr. Meyer, Kfm. v. Baden. Hr. Bleichthal m. Fam., Rent. v. Osnabrück. Hrn Kfl. Röser v. Cöln, Cramer v. Glauchau u. Le Bülle v. Aachen. Hr. Wolf, Kamm.-R. v. Balesrode. Hr. Dartmann, Kfm. v. Hamburg. Hr. Freiherr v. Mehner m. Fam., Rent. v Arnheim. Frl. v Wersabe m. Bedien, v. Preuß.-Minden. Hr. Hyppolch m. Fam., Fabrik, v. Tilnitz. Hr. Stohr, Just.-Amtm. u. Hr. Dülfer, Stadtr. v. Holzminden. Hrn. Kfl. Vicnandt v. Frankfurt u. Lange v. Offenbach. Hr. Appen, Gutsbes v. Cassel. Hrn. Kfl. Ludwig u. Kahn v. Frankfurt. Hr. Hagelhammer m. Fam, Partie, v Krakau. Hr. Freiherr v. Horn m. Fam. u. Bedien., Rittcrgutsbes v. Cassel. Hr Füchbcck, Kfm. ».Magdeburg. Hr. v. Wenner m. Fr. u. Bedien., Archit. v. Riga. Hrn. Kfl. Kobretz v Brüssel u. Hahn v. Ulm. Hr. Säcoly, Rent. v. Schwcinsberg Hr Rodewald m. Sohn, Dr. jur. v Großberg. Hr. Möller, Kfm v. "Bucharest. Im R<.)•).tn: Hr v. Littmann, Lieutn. u. Fr. Elebale v. Mecklenburg. Hr. Kolb, Kfm. v Bayreuth. Hr. Anthcs, Partie, v. Leipzig. Hrn. Kfl Becker v Darmstadt, Dürkheim «.Offenbach, Hirsch v. Mannheim u Weiland v. Mainz. Hr Würschmerz, Jnsp. v. Weisenbach. Hr. Daudt, Mcchan. v Darmstadt. Hr. Geyer, Kfm. u. Hr. Zieph, Siud v. Heidelberg. Hr. Schmidt, Lieutn. v. Coblenz Hr. Lamp m. Fam., Gutsbes. v. Magdeburg Hr. Cohn m. Fam, Partie, v. Hamburg. Hr Strauß, Kfm. v. SaailouiS. Hr. Weber, Privatm. v. Wiesbaden. Hr. Uhlcin, Oeeon. v. Bamberg. Hr. Becker, Kfm. v. Nürnberg. Frl. Göbel v. Limburg. Hrn. Kfl. Scheid v. Darmstadt, Enke v. Erfurt, Göh v. Barmen u. Jaub v Cöln. Hr. v. Hansleben m. Fam. u. Bedien , Obrist v. Braunschweig. Gräfin v. Holden m. Bedien, v. Göttingen. Hr. Maas, Gastw. v. Düsseldorf. Hr Brau, Oeeon. v. Oberurf. Hr. Bender, Fabrik, v. Butzbach. Hr. Schüler, Kfm. v. Hanau. Hr. Steenhoff, Capit. v. Ostende. Im Prinz Carl, Jungfer Korell v. Lauterbach. Hr. Strauß, Handelsm v. Storndorf. Hr. Zirkel, Gastw v. Eichelsdorf. Hr. Oecker, Bürgermeist. v. Burgbracht. Hrn. Wcißbind. Dasch u. Hauschka v. Laubach. Hr. Müller, Oeeon. v. Lauterbach Hr. West, Kfm. v. Elberfeld. Hrn. Handels!. Katz v. Rauschenberg u Oppenheimer v. Berghofen. Hrn. Spcdit. P. Rausch v. Großcneichen, H. Rausch u. Becker v. Merlau. Hr. Becker, Kfm. v Battenberg. Hr. Mangel, Geschäftsm. v. Bromskirchen. Hr. Franck, Kfm. v. Franken« berg. Hr. Löfficr, Spedit. v. Elbeshausen. Hr. Reibring, Oeeon. u. Hr. Zulaeck, Bürgermeist. v. Oberbreidenbach. Hrn. Kfl. Böhler v Gelrhausen u Meyer v. Magdeburg. Hr. Weißel, Geschäftsm. v. Homberg. Im Darmstaedter Haut: HrN. Geschäfts!. Seibel v. Haarhausen u Fay v. Holzbausen. Hr. Balde, Schrists v. Hildesheim. Hr. Achenbach, Geschäftsm ». Gladenbach. Hr. Drullmann, Fuhren. v. Wehlar Jungfer Seitz u. Fr. Wahne v. Homberg. Hr. Ditschlcr, Fuhrm. v. Büdingen. Hr. Ebbig, Handelsm. v. Oberschell. Hr. Kuhl, Fuhrm. v. Homberg. Fr Becker u. Fr. Schmitt v. Battenberg. Jungfer Wilhelm v. Frankenberg. Hr. Fuchs, Geschäftsmann v. Hanau Im Stern : Jungfer Wenzel v SimShausen. Hr. Jost, Bote v. Homberg. Jungfer Sleier v. Offenburg. Hr. Kurz, Zinngieß. v. Braunschweig. In der Sonne : Hrn. Handelst. W. Fischer u. H. Fischer v. Andreasburg, Müller u. Goldmann v. Ershausen. Jungfer Herschel v. Rödelheim. Fr. Golbmann v, ErShausen «, Fr. Chuno v. Mannheim. 456 In der Rose: Hrn. Gefchästsl. Zuckfchwert #. Sellnrod, Dietrich v. Hattenrod, Ziegler v. Altenbuleck u. Finck v. Staufenberg. Hr. Schmitt, Geschäftsm v. Schönberg. Hr. Dechert, Barb. v. Darmstadt. Hr. Lotz, Geschäftsm. v. Holzhausen. Hr. Schaub, Steinh. v. Kleinlinden. In den Privathäusern. Bei Sophie Höpfner: Hr. Seibert m. Tocht, Pfarr v. Nauheim. — Bei Hrn. Bauaufseh. Amendt: Frl. Schenck v. Grünberg. — Bei Hrn. Forstmeist v. Buscck: Fr. Audit. Siebert m. Fam. u. Frl. Hesse v. Darmstadt. — Bei Hrn. Rcallehr. Dr. Weigand: Hr. Roth, Lehr. v. Frankfurt. — Bei Wittwe Kühn; Frl. Herme» v. Niederolm. — Bei Hrn. Sturt. Beck: Hr. Beck, Gymn. v. Kohlzrund. — Bei Fr. Profess, br Wiibrand: Hr. Ruhl, Privatm. ».Wiesbaden.— Bei Hrn. Oecon Hoffmann: Frl. uloch v. Braunfels. — Bei Fr. Postsecret. Ditting: Frl. Müller v Marburg — Bei Hrn. Weinhändl AsmuS: Fr. Prof. Müller m. Fam. v Freiburg. - Bei Fr. Landr. Knorr: Fr. Steuercommiss. । Bigelius v. Dillenburg. — Bei Hrn. Frisenr Oppermann: Jungfer Sachs v. Marburg. — Bei Hrn Postsecret. Hoffmann: Hr. Kaiser, Pfarr. v. Gernsheim. Unterhaltendes und Gemeinnütziges. Einladung. In Betreff der Errichtung von Gesellschafts- Backöfen , wird künftigen Montag den 2. August- Abends 8 Ubr, eine Versammlung im Gasthaus zum Prinz Carl gehalten; es werden diejenigen Mitglieder, welche sich daran be- theiligt haben und Alle die sich noch betheiligen wollen, höflichst eingeladen zu jener Stunde daselbst zu erscheinen, um die entworfenen sehr interessanten Statuten zu vernehmen. Die Nothwendigkeit dieser höchst wichtigen Angelegenheit gibt uns die Hoffnung, daß die Gesellschaft recht zahlreich werden wird, um so mehr, da die Einrichtung so getroffen ist, daß auch der geringere Einwohner Mitglied der Gesellschaft werden kann. Der Bastard von Gemappe. Historische Erzählung von F Mcnk. (Fortsetzung.) „Ich beklage Euer Schicksal," nahm er das Wort. „Ich beklage es, aber ich kann Euch keine Linderung gewähren. Ich liebe an dem Weib den sausten, bescheidenen Sinn, die Reinheit des Herzens — beides habe ich nicht an Euch gefunden. Verzeiht, wenn ich es Euch sagen muß, aber beim ewigen Gott, ich kann nicht anders." Hoch auf sprang Leokadia; sie weinte nicht, aber jede ihrer Fibern zitterte, krampfhaft streckte sie die Arme vor sich. „Unerhört, unerhört!" rief sie schneidend, „verschmäht! o daß ich es aussprechen muß! Könnte mein Athem Gift werden, daß ich Euch vernichten dürste — doch," setzte sie Plötzlich beruhigt hinzu, „Geduld, armes Herz, auch dem Schwachen ist ein Stachel verliehen!" „Leokadia," ermahnte der Jüngling sanft, „laßt Euch nicht von Eurem Schmerz hinreihen und begeht nicht Handlungen, dre Ihr dereinst tief bereuen dürftet." Er warf noch einen Blick des innigsten Mitleids aus die Zürnende und entfernte sich dann schweigend. Leokadia aber sprang hastig auf, eilte an den Tisch und schrieb lange, bis vom Thurm zu Notre-Dame die Morgenglocke tönte, dann warf sie sich erschöpft auf ihr Lager. 6. Am andern Morgen trat Olivier, der Barbier, frohlockend in das Gemach des Königs. „Der Requeten- meister ist vorige Nacht gestorben," begann er geschmeidig, dem König die Serviette um den Hals legend. „Sollten Ew. Majestät noch nicht gewählt haben, so eignete sich mein Vetter vortrefflich zu dieser Stelle." „Päque-Dieu!" rief Ludwig XI etwas unwillig, „Du wirst mir noch Deine ganze Sippschaft an den Hals hängen; geh zum Teufel mit all Deinen Vettern und Basen. Wo ich um mich sehe, erblicke ich nichts als Deine Ereaturen!" Olivier lächelte boshaft nnd schwieg; der Zorn des Königs schien ihm aber bei Weitem nicht so furchtbar, als daß er von seinem Gesuche nicht hätte noch einmal beginnen sollen. „Bei unserer lieben Frau," nahm er nach einer Pause wieder das Wort, „eine schöne Stelle — die der Requetenmeisters. Und mein Vetter ist ein gewandtes Menschlein. Tauglich zu Allem, auch in Staatshän- delu nicht unerfahren. Hat der Teufelskerl doch bewirkt, daß ich Ew, Majestät eine sehr freudige Nachricht überbringen kann." Der König horchte hoch auf. „Der Teufel, das wäre?" fragte er neugierig. „Nicht anders, als ich sagte ," erwiederte listig Olivier, „aber, Sire, bedenken Sie doch den verstorbenen Requetenmeister." „Blutsauger!" schalt der König in komischem Unwillen. „Der Vetter soll die Stelle haben, nun aber auch heraus damit, was Du zu sagen hast." „Ich küsse Ew. Majestät Füße," sprach der Barbier devot. „Ja, Sire, Ihr entsinnt Euch doch, vor wenigen Wochen den Wunsch ausgesprochen zu haben, eine der Schwestern von Berry möchte Euch Gehör leiben. Seht her, da habe ich gestern durch meinen Vetter dies Papier erhalten, nehmt Euch nun Euer Theil daraus." Der König entriß ihm hastig den Brief und laS unb immer wollüstiger ward der Ausdruck seiner häßlichen Augen. „Ein Teufelsmädchen," sagte er dann, zufrieden mit dem Kopf nickend. „Feuer und Flamme sprüht der Brief da, allein desto besser. Ich werde sie schon heute Abenv besuchen. Olivier, die Nachricht ist allerdings die Requelenmeisterstelle Werth, ich überlasse sie Deinem Vetter!" Der Barbier verbeugte sich tief und entfernte sich. Das Gespräch hatte ein Ende. Im Vorsaal stand Tristan mit satanisch vergnügtem Angesicht; einer seiner Hellebardiers stand in ehrerbietiger Stellung vor ihm. „Also abgemacht," sagte der Oberprevot leise, sich zufrieden die Hände reibend. „Das Weib? . . ." „Liegt in der Seine . . ." Aber der Mann, wie ist's mit dem . . ." „Der Mann," crwiederte etwas verlegen der Hellebardier, „dem hat Jaques eins übers Gesicht gehauen." „Also auch todt?" fragte Tristan. „Ja, das weiß ich gerade nicht, denn ich hatte ja keinen Befehl, auch ihn aus dem Weg zu schaffen." „Hölle und Teufel!" fluchte wild Tristan. „Ist der Mann an dem Leben geblieben, so hänge ich Dich . an den Beinen auf." Der Hellebardier sah trotzig vor sich hin. „Ich kann nicht mehr thun, als mir befohlen wird," murrte er finster. „Es wäre mir gleich gewesen — eins oder zwei." Der Oberrichter schleuderte ihm einen giftigen Bleck zu und hieß ihn gehen. Einigemal maß er mit großen Schritten das Vorzimmer, dann stand er plötzlich still und murmelte vor sich hin, „so oder so, cs muß doch gehen." Rasch trat er dann in's Cabinet des Königs..... ' Pascal schwärmte währenddeß in seligem Taumel. Der Sieg, den seine treue Liebe über Leokadia's buhlerische Künste davongetrageu hatte, war nicht unbelohnt geblieben. Clotilde hatte vernommen, was vorgefallen war und der Drang ihrer Gefühle siegte über alle Bedenklichkeiten. Als ihr ber Jüngling gestand, was cr für sie empfinde, da brachen die Schranken weiblicher Zurückhaltung Und int Uebermaß des Entzückens sank sie ihm in rie Arme. Die Würfel waren gefallen; aber Leokadia war die düstere Norne, die hassend in das freundliche Geschick der Liebenden eingriff. Ihr unbegrenzter Ehrgeiz war an der Eisenstirn Vascals zerschellt, jetzt richtete sie ihre Blicke höher hinauf — der König selbst dünkte ihr nicht zu gewaltig, um in ihren Händen zum Werkzeug glühender Rache, zur Stillung einer verdammenswerthen Ruhmsucht zu dienen. Ludwigs XI. Sinnlichkeit und lästige Begierde war bald erregt, gern lieh er den Wünschen der stolzen, üppigen Jungfrau geneigtes Ohr. Cr erkannte wohl balo die Triebfeder, welche 457 Leokadien zu so schnödem Minnedienst bewegte, allein er hütete sich listig, ihr die Hoffnung auf seine Einwirkung zu rauben. Sie wußten daß Pascal Olivier haßte und deßhalb suchte sie sich jetzt mit Eifer in dessen Gunst zu setzen. Der Barbier des Königs war so mächtig als gefürchtet, und der neue Günstling hatte ihm oft geschadet. Es war sein glühender Wunsch, jenen unbärtigen Knaben zu verdrängen; aber alle Versuche scheiterten an dem Aberglauben des Königs. Begierig griff er jetzt die Gelegenheit auf, im Verein mit der Königsgeliebten, den jungen Fremdling von der kaum erklommenen Staffel des Glücks herabzustürzen. Elotilde warnte oft den Geliebten, aber Pascal lächelte zu ihrer Besorgniß; er baute allzu fest auf Herrschergunst. Eine Woche war nach dem Turnier verstrichen; der König hatte nach jenem verruchten Attentat finsterem Mißtrauen Raum gegeben. Er sah überall Verräther mit gezückten Dolchen, die Wachen im Louvre wurden verdoppelt, Jeder, der Audienz begehrte, mußte sich der strengsten Durchsuchung unterwerfen. Endlich zog er sich, da er sich überall gefährdet glaubte, nach jenem schrecklichen Schlosse Plessis-les-Tours zurück. Tristtkn l'Hermitc hatte Alles aufgeboten, die nächsten Umgebungen deffelbei? so abschreckend als möglich zu machen. Ein Geschichtschreiber der damaligen Zeit schildert uns diesen Aufenthalt des mächtigsten europäischen Monarchen mit grellen Farben. War man über ein ödes, verlassenes Feld gekommen, erzählt er, wo über zehn Tausend Fußangeln und Fallen gelegt waren, um es für die Reiterei unzugänglich zu machen, so stieß man auf einen, mit einer doppelten Reihe von Ketten eingehegten Platz; zwischen diesem erhob sich eine lange Reihe von Galgen, an welchen man mit Grausen die Leichen der jüngst Erhängten sah. Hier streifte der wilde Tristan mit seiner Mordschaar umher und spürte ängstlich nach den Blicken, Geberden, Reden der Unbesonnenen, welche den Argwohn des Tyrannen weckten, indem sie ohne Befehl in dieses furchtbare Weichbild dtangen. Wenn man sich von diesem Todtenacker entfernte, konnte jeder Tritt eine Schlinge oder Falle treffen. Weiterhin erblickt« man die hohen Thürme, die tiefen Gräben, die dreifachen Mauern, die mit eisernen Spitzen dicht besetzten Schranken des königlichen Residenzschlosses. Da also wohnte der gewaltige Ludwig, der tzefürcb- teteste, weiseste Regent, der seit Jahrhunderten auf dem Throne Frankreichs gesessen, von dessen Staatsklugheit die halbe Welt sich erzählte, den man aber auch gleich der falschen, giftigen Schlange scheute. PaScals offenes Gemüth hatte sich nie mit der letztern befreunden können. Er ward zu Plesfis Zeuge unzähliger Schand- thaten, und die Ränke Leokadien's und Oliviers le Dain wurden ihm immer unerträglicher. Die freiwillige Verbannung des Königs ward auch für ihn eine solche 458 und er vermochte es nicht, sich der drückenden Fesseln zu entledigen. Ludwig XI. bewahrte nur so lange em dankbares Herz, als er sich gefährdet glaubte; inmitten einer nut unendlichen Opfern erkauften Schaar fürchtete er jetzt Dolch oder Gift seiner Meuchelmörder nicht mehr. Seine politischen Gegner waren fast alle zum Schweigen gebracht. (Fortsetzung folgt.) Der Dreiklang. Als gestern Abend an der Nacht Ich heimkonnn' aus der Fluren Pracht, Rust freudig mir zur Seit' ein Kino; Horch! was das schöne Klänge sindl Ein Kindesstnn schaut tief und klar, Ein Kindesherz spricht fromm und wahr; Doch bald auch ich den Ton erkenn'/ Er kömmt von einer nahen Tenn'. Dreschflegel sind eS, ihrer drei, Die tönen froh: „Herbei! Herbei! „Seht! neues Korn! nach langer Roth „Gibt Gott auch wieder reichlich Brod " „Wir sih'n, obgleich-schon Frucht herein, „Kein kindlich Fest rem Geber weih'», „Kein „„Großer Gott, Dich loben wer!"" „Kein „„Großer Gott, wir danken Dir!"" „So weib'n denn wir, ohn' Prunk und Glanz, „Dem Schöpfer unf’ren Erntetanz, „O kommt, ihr Leut', von nah und fern, „Und zollet Lob und Dank dem Herrn!" „Klingt unser Loblied auch nicht zart, „Wir ehren Gott nach unsrer Art, „Seht! unsres Cbores Dreiklang prerst „Laut Vater, Sohn und heil'gen Geist." Habt Dank, ihr Drei, für euer Wort! O lobt den Herrn noch lang so fort In eurer schlichten Harmonie! — Ihr Flegel habt noch Poesie. Gießen am 28. Juli 1847 Sträußchen für Damen. Veilchen. Hinweg ihr dustern, kalten Töne! Der Frühling zieht herein mit Macht, Und mit ihm all das alte Schöne In Flur und Wald uns wieder lacht Hinaus zieht Alles, Mädchen, Knaben, Sie eilen leicht-und ftisch zur Flur, Wo Blumendüste sie erlaben Vom großen Strauße der flfatur. — Und in dem Strauße ganz verstecket. Erheben Veilchen blau ihr Haupt; Doch von der Jugend bald entdecket Ist ihrer rasch der Strauß beraubt! Warum doch Alles Veilchen pflücket, , Die stolzen Blumen bleiben stehn? Sehr leicht: Weil oft der Stolz berücket, Bescheidenheit bleibt immer schön! Dreisilbige Charade. DaS erste Paar erquickt Wenn uns die Hitze drückt; Auch wird durch es genannt Ein schönes deutsches Land. Einst war das and're Wort Ein wohlverwahrter Ort, Jetzt aber zeigen nur Noch Trümmer seine Spur. Daß diesem also sep Kannst Du am Ganzen seh'n, Willst Du von Gießen aus Den Lahnstrom aufwärts geh'n «Oskar Priick. Feuilleton. - Ein rheinisches Blatt erzählt aus Mainz: Als am 10. d. M. bei der Ankunft des Prinzen Wilhelm von Preußen auf dessen Vefehl Geueralmarsch geschlagen wurde, befand sich Bäcker K. von hier zur Andachtsübung in der St. Onintins-Kirche. Erschreckt durch den zu ungewöhnlicher Stunde erschallenden Generalmarsch , und ungewiß über die Bedeutung desselben, fragte er den Küster, was der Lärm zu bedeuten habe. Der Küster, als Spaßvogel bekannt, erwiederte ihm, daß Brodunruhen ausgebrochen setzen, und das Volk in diesem Augenblick bei den Bäckern auf der mittler» Bleiche tobe. Unser Bäckermeister, welcher selbst in der genannten Straße wohnt, wurde todtenbleich und rannte voller Ängst nach Hause, fortwährend rufend: „Hab' ich's nicht gleich gesagt, sie sollen um 6 fr. abschlagen." Erst als er, zu Hause angekommen, sich überzeugte, daß man ihn zum besten gehabt, sah er ein, wie lehr er sich und seine Kollegen durch seine Angst kompromittirt habe, und dient nun zur Zielscheibe von Witzen aller Art. „Von allen liebeln habe ich das Kleinste gewählt", sagte ein Mann, der eine sehr kleine, aber böse Frau zur Ehe hatte. Als Diogenes einmal einige Weiber sah, die an einem Oelbaume aufgehängt waren, sagte er: „O wenn doch alle Bäume solche Früchte trügen !" — Zu den zollfreien Artikeln des neuen englischen Zolltarifs gehört auch der — Esel. Welche Freude muß Meister Langohr empfinden, wenn er hört , daß er in England unangefochten seinen Weg gehen kann. Wie gesagt, ein Esel kommt immer fort, selbst in fremden Landen, und da ost erst recht. Ein höflicher Wirth. Ein Fremder fragte den Gastwirth, bei dem er einlogirt: „Haben Sie meinen Hund nicht bemerkt?" — „O ja!" erwiederte derselbe, „Ihr Herr Hund sind alleweil die Treppe hinaufgelaufen, werden wohl aber bald zurückkommen." Druck und Verlag der G. D. Brüpl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.