3n;cigrblrttt für die Stadt und -en Kreis Gießen. JV1. 87. Samstag den 30. October 18517. Frucht- u. Victuatienpreise zu Gießen vom 30. Octbr. bis 6. Nvbr. 1847. Fleischtaxe. 1 Pfund gutes Ochsenfleisch . . . 1 „ Kuhfleisch...... ( „ Rindfleisch..... " 1 „ Kalbfleisch..... l „ Schweinefleisch .... 1 „ Hammelfleisch gemästet > „ Leberwurst..... t „ Bratwurst v. . .' . 1 „ Schwarteinagen . . . 1 „ Blutwurst...... i „ gemischte Wurst . . 1 „ geräucherter Speck . . . 1 „ Schinken...... 1 „ Dörrfleisch..... 1 „ Rindsfett . 1. . . x. . f „ Hammelsfett. . . ' . t „ Schweineschmalz ausgelassenes . ...... 1 „ desgleichen, unausgelassen kr. 13 11 10 9 15 10 16 10 19 18 12 28 20 20 18 18 28 26 Ps- 2 ~l - 1 2 — i i _j _i =, J An m. Die Zugaben dürfen in weiter nichts, als in Fleischvon derselben Gattung begeben ,u. zwar auftoPfd. Fleisch nichtmcdraisan derthalbPfd u.s. w. nach Proportion, welches auf i Pfd. nicht völlig 5 Loth ausmacht. Köpke, Füße, Gc- raub.wicauchdic ganz blur-gcn und nichtgcnicßbarcn Stücke vom Hals sind von der Zu- gabegänjlich ausgeschlossen. Brodtaxe. 2 Pf ordinäres Brod 1 . . m „ . 4 aus z Gersten- und 6 " " " j | Kornmehl bestehend 2 Pf. gemischtes Brod. au8 , W^zen- und 6 " " " | | Kornmehl bestehend 5 Lth. Wafferwcck..... 4j 11 Milchbrod..... Marktpreise. 1 Maas Milch .......... 1 Pfund Butter.......... auch......... 4 Handkäse..... 3 Eper............ 1 Psund Waizenmehl ........ 1 11 grob geschälte Gerste . • . . . . 1 11 klein geschälte Gerste ...... kr. 6 12 18 .1 21 1 8 19 20 8 4 8 12 1 1 1 1 1 II 1 1 1 1 1 1 1 1 5.1 _ Fruchtpresse. Städte Geniäs Walzen Korn Gerste Hafer Erbsen Linsen. Friedberg..... - Gießen...... Grünberg ..... Marburg..... Wetzlar..... das Malter das Malter das Malter das Mött der Scheffel Pb 200 200 90 fl. | kr 121 28 11' 30 16; 6’ 51 38 Pf. 1 fl-1 kr. 190 9; 15 200 9i 30 - 8 45 — 14l 19 - ' si! 6J Pf. 170 fl. kr. 7 22 6 40 11 36j . 3 14 Pss 50 e- - 1 * 10 S8J 20 । । । । । l 1 l 1 ir* kr. LLLLLrl 1 ,M iH kr. Amtlichem T h e i l. Zu Nr. K. G. 12402. Gießen am 27. October 1847. Betreffend: die diesjährigen Recrutirungsräthe. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen an sämmtliche Gr. Bürgermeister des Kreises Gießen. Ich benachrichtige Sie hierdurch, daß die Sitzungen des diesjährigen Recrukirungsraths in dem Vorhängen Regierungscanzleigebände dahier den 15, November d. I. beginnen und den 19 desselben Monats endigen, und daß ' " 670 15. November die Bewohne r der Bezirke Alsfeld u. Vöhl, 16. // II ff II II Biedenkopf u. Büdingen, 17. n H If If II Lauterbach u. Nidda, 18. ff If If If II Friedberg u. Hungen, 19. II If fl II fl Grünberg u. Gießen angenommen werden sollen. Sie haben dieß alsbald in Ihren Gemeinden zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, und damit diejenigen Bekanntmachungen zu verbinden, welche in dem Ausschreiben vom 12. October 1837 —7 Nr. 37. des Krcisblatts — vorgeschriebeu sind. Hierbei bemerke ich, daß alle zur Musterung des l. I. gehörigen Militärpflichtigen, des hiesigen Kreises und sowohl die, welche speziell geladen werden, als auch die, welche ohne Einladung aus freiem Willen vor dem Necrutirungsrath erscheinen und daselbst Reklamationen vorbringen oder einer ärztlichen Untersuchung sich unterwerfen wollen, den 19 November des Morgens um 8 Uhr auf dem Bureau des Gr. Provinzial-Commissärs der Provinz- Oberhessen (im ehemaligen Regierungsgebäude dahier) sich zu melden haben und mit einem versiegelten, von dem betreffenden Gr. Bürgermeister ausgestellten Signalement ihrer Person und allen sonstigen für ihre Reclamation sprechenden Beweismitteln (Zeuguisie der Aerzke, Schullehrer, Geistlichen, Ortsvorstände 2c) versehen seyn müssen, — sowie auch, daß alle bei der letzten Truppcnergänzung von den Regimentern und Corps als untauglich rc. zurückgewiesenen Recruten, welche zur definitiven Entscheidung über ihre-Tauglichkeit oder Untauglichkeit bei dem Recrutirungsralh erscheinen müssen, ebenfalls mit einem verschlossenen von dem betreffenden Bürgermeister ausgestellten Signalement ihrer Person und dem von dem Militär erhaltenen vorläufigen Entlassungsschein, den 19. November, Morgens 8 Uhr in dem oben bezeichneten Bureau, des Gr. Provinzial-Commissärs sich einzufinden haben. Diejenigen Leute, welche ohne das vorgeschriebene Signalement erscheinen, haben sich der Abweisung zu gewärtigen. Schließlich weise ich sie an, über den Empfang dieses Ausschreibens, sowie über den Befolg der darin gegebenen Aufträge, bis längstens den 10. k. M. berichiliche Anzeige zu machen; die bis dahin nicht eintreffenden Berichte werden auf Kosten der Säumigen durch Erpresse abgeholt. Für Gr. Kreisrath Der Gr. Regierungs-Rath Eckstein. Polizei-Verfügung. Der Gebrauch des nunmehr chaussirten sogenannten Riegelpfades wird für alle ortsfremden geladenen Fuhren, bei einer Strafe von 1 fl. 30 fr. hierdurch verboten. Gießen den 23. October 1847. Der Großherzogl. Hessische Kreisrath deS Kreises Gießen. Besondere Bekanntmachungen 1986) In der letzten Zeit mehren sich die Anzeigen über Nichtbefolgung der Vorschriften des Octroi - Reglements vom 21. - Juli 1843 in einer Weise, daß ich mich, ans Rücksicht aus das Interesse der Stadt- angehörigen, veranlaßt finde, auf dir pünktlichere Befolgung jener Vorschriften, insbesondere aber auf die Ablieferung, Vorzeigung und Aufbewahrung der betreffenden Scheine dringend aufmerksam zu machen, und die Bemerkung beizufügen, daß bei künftig vorkomPrinz. menden Anzeigen wegen Nichtbeachtung der Bestimmungen des besagten Reglements, aus die gewöhnlichen Entschuldigungen keine Rücksicht genommen werden kann, vielmehr jedesmal strickte Beurtheilung nach den gesetzlichen Vorschriften eintreten muß. Gießen den 20. October 1847. Der Bürgermeister G g. Reiber. 1960) Main - Weser - Eiscnbahn. Handarbeiter Bei den Erdarbeiien in dec Section Butzbach finden Handarbeiter an mehreren Stellen dauernde 671 Beschäftigung mit einem Verdienste von gegen ZS Kreuzern in der Regel. An dem Einschnitte im Gambacher Wald ist eine Barracke mit Schlafstätten und einer Speiseanstalt zur Benutzung für Fremde errichtet. Butzbach den 15. Octbr. 1817. Der Gr. Hess. Sectionö-Jngcnieur der Sectio» Butzbach. M e y e r. Versteigerungen. 2020) Die vor dem Neuenweger Thor aufgehäuften alten Pflastersteine, welche zur Unterhaltung des Krofdorfer Wegs bestimmt sind, sollen Montag den 1. November, Morgens 11 Uhr, auf hiesigem Rathhause nochmals versteigert werden, und ist der Fuhrlohn per Cubikklafter zu 15 fl. veranschlagt. Gießen den 28. October 1817. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 2002) Main-Weser-Eisenbahn. Liefernng von Eichenholz und Fuhrlohn. Die Lieferung von geschnittenem Eichenholz zur Uliterhaltung der Erdtransportwagen im Gambacher Wald, als von 25 Langbalken 6 u. 8" stark, 17,5' lang, 100 Querbalken 5 u. 6" n 10* » 100 desgl. 4 u. 6" ii 10' ii sowie der Transport von eisernen Untergestellen zu 35 Erdwagen aus dem Gambacher Wald an dem Einschnitt bei Ostheim, wird Donnerstag den 4. November, Vormittags 10 Uhr, im Gasthause zum Stern dahier öffentlich versteigert. Butzbach den 26. October 1847. Der Gr. Hess. Sections-Ingenieur der Section Butzbach. M e y e r. 2027) Montag den 1. November d. I., Vormittags 10 Uhr, soll im hiesigen Bürgerhospital die Lieferung der Waaren, welche zu den Kleidern der armen Kinder erforderlich sind, nebst den für dieselben erforderlichen Schuhen, an den Wenigstnchmenden öffentlich versteigert werden. Gießen am 28. October 1847. In Auftrag Gr. Armen - Commission Lauer. 2032) Künftigen Montag den 1. November, Vormittags 11 Uhr, sollen auf hiesiger Bürgermeisterei, die zur Anlegung der Be- und Entwässerung der Wiesen am Steinweg, diesseits des Wieseckflusses, erforderlichen Grabenarbeiten, zusammen zu 199 fl. 10 fr. veranschlagt, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen wenigstnehmend versteigert werden. Gießen den 27. October 1847. . , Der Bürgermeister Gg. Reiber. 2022) Donnerstag den 4. November d. I., Morgens 9 Uhr, soll dahier die Lieferung von 17 Maltern Schulbesoldungskorn und von 17 Maltern Pfarrbesoldungshafer an den Wenigstnehmenden vergeben werden. Mainzlar den 26. October 1847. Der Bürgermeister Sch lapp. 2023) Freitag den 5. November d. I., Mittags 12 Uhr, sollen auf dahiestacm Rathhause 1,7 Malter 3 Sim- mer 2 (Bescheid PfarrbesoldungSkorn, zu liefern, an den Wenigstnehmenden in Akkord gegeben werden. Leihgestern den 26. Oktober 1847. Der Bürgermeister H e ß. 1987) Donnerstag den 4. und Freitag den 5. November d. I., werden etwa 160 Centner gutes Heu, einige Wagen gutgemachtcs Grummet, Stroh, Früchte, Wagen, Pflug, Egge, ein gutes Zugpferd, Geschirr, Sattel und Zeug, Oeconomiegeräthe, zwei gute Fahrkühe u. s. w., des Abzuges wegen, im Pfarrhause zu Ulrichstein gegen baare Zahlung versteigert. Feilgebolen. 2014) Ein Acker auf der Rothhohl, mit 26 großen tragbaren Aepfel - und Birnbäumen besetzt, ist Unterzeichnete willens zu verkaufen. Auch sind bei ihr alle Sorten gebrochene Aepfel, sowie blaue Kartoffeln zu verkaufe». Heinrich Eiff's Wittwe, t in der Löwengasse. 2029) Eine große Auswahl Wollen- und Baumwollen-Biber, Orleans u. s. w., sowie mein reichhaltiges Lager in allen Sorten Leinen - und Baumwollentuch, flächsene und wirkene Gebilde, aller Arten Zwilche, Bettbarchente, Bett- 672 und Kleiderzeuge, aller Arten Druckzeuge, Beiderwande, fertige Hemden, Kittel und Beinklei- dcr, barchentne Unterhosen, wollenes, baumwollenes und leinenes Strick-, Näh- und Einschläggarn, und überhaupt, alle meine sonstigen Artikel, bringe ich hiermit zur geneigten Abnahme, unter Zusicherung sehr billiger Preise, in empfehlende Erinnerung. G. Grieb, - in der Schloßgasse. 1992) I. W. S chuler's nnv er brenn- liehe Lamp endoechte, auf alle Arten von Lampen anwendbar, empfiehlt P h. Lüdeking. 2007) Zu billigen Preisen! Kasawaika zu 4 fl. 15 fr., 5 fl. 15 fr. und 6 fl. 3.0 fr., sowie eine Auswahl leinene, barchentne und gewebcne Unterhosen und auch eine Partie Strickwolle, habe ich dieser Tage erhalten, und vermag diese Artikel zu den billigsten Preise,! abzugeben. May,er Rothenberger, auf dem Neuenweg Lit. B. AS 143. 2006) Fild’ecosse-^an&fdm^e, welche früher zu 54, 36 und 18 fr. verfauft wurden, werden jetzt zu 36, 20 und 10 kr.. abgegeben bei Heinrich Ferber. 2021) Drei Sopha, mehrere Tische und Stühle, sowie einige Fässer, zu Sauerkraut sich eignend, find bei Unterzeichnetem zu verlaufen. Auch können die Sopha's coursweise vermiethet werden. Georg L a m p u s, a,u Kreuz. 2019) Von emaillirtem Kochgeschirr habe ich neue Sendungen in schöner und leichter Waare erhalten. Emil P i st or. 2017) Reinschmeckenden Java Ca^ee das Pf. 24, 26 n. 28 kr. empfiehlt Louis Lind. 2025) Mein Lager in allen Sorten Leinwand und Hausleinen, Täfelgcdecken, Tischtüchern, Servietten, Hand- und Sacktüchern, Bettzeugen u. s. w., ist durch neue Zusendungen aus's Reichhaltigste assortirt und ich verspreche bei bester Bedienung, die billigsten Preise. Julius Wallach, Markt Eit B. Nr. 1. 2026) Wollene Strickgarne in allen Farben, empfiehlt zu billigen Preisen Julius Wallach. 2033) Hellbrcnnende, verbrennbare Lampendochte, empfiehlt in allen gangbaren Sorten P. A. Steup, ' Posamentier. Zu vernuetben. 2008) Zwei möblirte Zimmer mit Sopha sind zu vermiethen hei Jacob Walther, in der Hintergasse. 2011) Zwei gut möblirte aneinanderstoßende Zimmer, sind zusammen oder auch getrennt zu ver- miethen bei Marguth, an der Stadtkirche. 1999) Ein gut möblirtes Zimmer ist zu'vcr- miethen bei Heinrich Schneider, Neuenweg Lit. B. AfS 137. 1997) Zwei freundliche, neu ausmöblirtc Zimmer, mit der Aussicht auf die Straße, sind auf dem Neuenweg Lit. B. AS 113. auf angehenden Cours zu vermiethen. 2009) Bei Glasermeister Keck in der Kaplans- gasse ist eine möblirte Stube zu vermiethen. 2015) Bei mir ist ein kleines LogiS zu vermiethen und den 15. November zu beziehen. L. Loos, in der Sandgasse. 2013) Bei Kupferschmied Bogt in der Markt- straße sind zwei möblirte Stuben zu vermiethen. 2035) Eine Familienwohnung, bestehend in 2 ineinandergehenden Stuben, einer großen Kammer, Küche, Keller und Mitgebrauch der Waschküche, ist in dem Balth. Weidig'schen Hause Lit. D. AS 1. auf dem Kreuz zu vermiethen. August Rupp. 2016) Möblirte Zimmer mit Cabmetts sind zu vermiethen bei Louis Lind. 1926) Zwei möblirte Stuben sind auf das nächste Semester zu vermiethen bei I. K. Brühl. 1897) Im Buschischen Garten sind noch mehrere Zimmer zu vermiethen. 2034) Auf dem Neuenweg Lit. B. Nr. 145, sind 2 möblirte Stuben mit Cabinetten zu vermiethen. 1995) Zwei Stuben mit oder ohne Möbel sind zu vermiethen. Bei wem? sagt die Erped. d. Bltts. 2036) In dem Neubauerischen Hause Lit. B. Nr. 12 in der Caplaneigasse, sind 2 neu ausmöb- lirte Zimmer mit Cabinetten und Sophas versehen zu vermiethen. Vermischte Nachrichten. 2012) Derjenige, der mir den lügnerischen De- nuncianten genügend ermittelt, der die zwei anonymen Briefe geschrieben hat; in welchen gemeldet wird, die Schornsteine des neuen Busch'schen und des Mettenheimer'schen Hauses seyen nicht nach der polizeilichen Vorschrift erbaut, erhält, bei strenger Verschwiegenheit seines Namens, eine Belohnung von 20 fl. A. Naumann. 673 1953) Allgemeine Renten Anstalt zu Darmstadt. Bekanntma ch u n g. Der Rechenschaftsbericht dieser Anstalt für das Jahr 1816 ist im Druck erschienen und sann dahier bei dem Hauptbüreau, sowie auswärts bei den Herren Bevollmächtigten der Anstalt *) unentgeltlich bezogen werden. • » Die im letzten Quartal d. I. zahlbare Jahresrente für 1847 beträgt von einer vollen Einlage ä 100 fl. In der Jahres - Gesell- fchast. * A l l e r s f a s f e. I. II. III. IV. V. VI. VII. VIIL IX. X XI. fl- fr. fl- fr. fl- fr. fl- fr. fl. fr. fl. fr. fl- fr. fl- fr. fl- fr. fl- fr. fl. fr. 1844 3 43 3 43 3 43 3 43 3 43 3 43 3 43 3 43 3 43 3 52 3 55 1845 3 36 1 3 36 3 36 3 36 3 36 3 36 3 36 3 36 3|36 3 36 3 36 Den verehelichen Mitgliedern steht es frei, ihre Renten entweder dahier bei dem Hauptbüreau oder bei den betreffenden Geschäftsstellen zu erheben Die in dem oben gedachten Termin unerhob'en bleibenden Renten können erst im letzten Quartal k. I. bezogen werden. Hierbei bemerken wir noch, daß die von der ordentlichen am 29. Mai d I. abgehaltenen Generalversammlung beschlossenen Abänderungen einiger Bestimmungen der Statuten die landesherrliche Genehmigung erhalten haben. Von der in Folge dessen veranstalteten neuen Ausgabe der Statuten werden Eremplare an die verehrlichen Mitglieder der Anstalt durch die Geschäftsstellen unentgeltlich verabfolgt. Eine besondere Uebersicht dieser Abänderungen wird gleichzeitig mit abgegeben. Wir knüpfen hieran die Einladung zur Beiheiligung bei der seit 1. Februar d. I. eröffneten 4ten Jahresgesellschöft, welche am 31. Dezember d. I. geschlossen werden wird. Darmstadt den 30. August 1847. *) In Gießen bei Hrn. I. G. Appel. Die Direktion. 2004) Ankündigung. ■ ■ Einem mehrfach geäußerten Wunsche gemäß werde ich während dieses Winters Samstag Abends von 6 bis halb 8 Uhr vor Damen und Herren eine Reihe von Vorlesungen über Göthe's Faust halte»; der Preis einer Karte zum Besuch derselben ward, einiger nothwendigen Kosten halber, für Einzelne ans einen Gulden, für Familien auf eiuen preußischen Thalcr bestimmt, und ich ersuche die zur Theilnahme Geneigten, steh mit einer solchen durch die Ricker'sche Buchhandlung innerhalb der nächsten Tage zu versehen, damit für ein den Anmeldungen entsprechendes Local gesorgt werde. Gießen den 29. Oktober 1847. Moriz Carriere. 2018) Der Unterzeichnete, welcher im Stande ist, alle Möbel aufs Vorzüglichste zu poliren, so daß dieselben hiernach ganz neu erscheinen, erbietet sich, solches den Auftraggebern in deren Wohnungen auszuführen, sowie das Reinigen der Fußböden von allen Flecken vorzunehmen. Bei Wohuungsveränderungen übernehme ich auch das Transportiren der Möbel und versichere auch hier die sorgfältigste und billigste Bedienung. August Loos, Schreinermeister, wohnhaft hinter \ der Kirche. 2003) Zur Nachricht! Eö haben sich über meinen Austritt als Verwalter der hiesigen Backgesellschaft feindselig gesinnte Menschen erlaubt, unlautere Gerüchte zu verbreiten. Ob ich gleichwohl von einem ehrenwerthen Publikum, sowie vou meinen Freunden und Bekannten überzeugt bin, daß sic solchen boshaften Gerüchten keinen Glauben beimessen, so halte ich es doch für 674 meine Pflicht, diesen unlauteren Gerüchten über meine Verwaltung und die Ursache meines Austrittes durch das nachstehende Zengniß des Vorstandes der Backgesellschaft entgegen zu treten- Zugleich warne ich aber auch hiermit die Verbreiter solcher boshaften Gerüchte mit dein Bemerken, daß, sowie ich deren Namen in Erfahrung bringe, ich solche dem Gerichte anzeigen, und zur gesetzlichen Bestrafung ziehen lassen werde. Gießen den 28. October 1847. Jacob Walther. Zengniß Herrn Jacob Walther von hier atteftire» wir hierdurch, daß derselbe die Funktionen eines Verwalters der hiesigen Backgesellschaft, versuchsweise pro Monat September, zur Zufriedenheit des Vorstandes, ordentlich und pünktlich geführt, und vor Ablauf des Monats wegen der damit verbundenen Arbeitslast und verhaltnißmaßig geringen Besoldung, seiner Seits gekündigt und seinen Rücktritt genommen hat. Gießen am 12. October 1847. Der Vorstand der Backgesellschaft: Dr. Kraft, Krauskopf, Dirigent. Secretär der Gesellschaft. ' 2010) Es wird ein Stück Ackerland, ohngefähr von einem Viertel, auch etwas mehr, am liebsten im Altenfeld, oder ein Triebviertel in der Nähe, zu leihen gesucht. Von wem? ist in der Expedition dieses Blattes zu erfahren. 1889) Indem wir uns beehren, einem verehrten Publikum die ergebene Anzeige zu machen, daß wir mit unserem Fournier- und Holz-' schneidegeschäft, in dem ehemals Ao- vokat LöberMen Hause, auch ein Lager verschiedener Holzarten, als: Dielen, Latten, eichenen und buche- nen Bohlen u. s. w., in jeder beliebigen Auswahl, verbunden haben, versprechen wir billigste Preise und reellste Bedienung. Gießen im Oetober 1847. ✓ Franz Peppler et Comp. 2005) Ich wohne jetzt bei Herrn C Bnrckhardt in den Nenenbäueii. Gießen den 28. October 1847. L. Bock. 2028) Diejenigen, welche mir Zahlungen zu leisten haben, ersuche ich, solche alsbald an meinen Schwiegervater, den Hofgerichts-Botenmeister Lehr dahier, zu berichtigen, widrigenfalls derselbe bevollmächtigt ist, dieselben auf gerichtlichem Wege beizutreiben. Mathilde Lehr. 2024) Während des Winters ist von nächster Woche an bis auf Weiteres unsere Backsteinfabrik geschloffen, und sind deshalb die Tage Montag und Donnerstag jeder Woche zu Abfahrtstagen bestimmt. Weiter werden die Restanten, bei welchen die Zahlung auf Anforderung nicht erfolgt ist, nochmals hierdurch erinnert, ihre Schuld in den ersten Tagen abzuführen, indem alsdann unnachsichtlich die Beitreibung von Gerichtswegen bewirkt wird. Keßler et Comp. 2030) Sonntag den 31. October l. I., ist gut besetzte Ta ns-Musik in Gleiberg anzutreffen, Gleiberg im October 1847. Geld Cours vom 28. Kctober. Gold- und Silber-Sorten. Neue Louisd'or..... Friedrichs'vor . ... . . Ducaten ...... 20 Frank-Stücke . . . Holl. 10 ft. Stücke . .- . Engt. Souverains . . . .Laubtbaicr...... Preußische Thaler . . . . Füns-Frankcn-Tbaler . Hochhaltiges Silber . . Gering-mittelhaltigeS Silber ff. prf 11 9 5 9 lü 12 2 1 2 24 24 6 48 »7 34 4 43j 4«z 20 24 20 Frischbacken. Sonntag den 3 i. October. Christian Zughardt in der Wallthorstraße. Balthasar Noll in der Neustadt. Christian Lampus aüs dem Seitersweg. Wilhelm Hellmold aus dem Neuenweg. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Am 31. Oetober, als am Refox- mationsfefte. Morgens: Kirchenrath I)r. Engel. Nachmittags : Reallchrer Dr. Weigand- Beerdigt Den 26. Oetober. Johannette Susanne Ferber, pes verstorbenen Bürgers und Bäckermeisters, Johann Wilhelm Ferber, eheliche Tochter, alt 81 I. 8 M. 26 T., gestorben den 24, Oetober. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. 675 Angekommene und abgereiste Fremden vom 26. bis 28. October 1847. 3 n den Gasthäusern. Im Einhorn: Hm. Kfl. RvffUM ». EmMklich U. AtUY v. Osnabrück. Hr. Klepper, Oecon. v. Eisenach. £>rn Kfl. Ort v. Siegen, Kartung ». Coblenz u. Thirmenich v. Lippc- Dettmold Fr. Nübsamen m. Fam. v. Fritzlar. Hr. Lüde- king, Gutsbes. v. Trarbach. Hr. Zahnbach, Privatm. v. Meiningen. Hrn. Kfl. Kahn v. Mainz u. Dremmel v. Bremen Hr. Philippp, Pfarr. v. Braunschweig Hr. v. Redeneck, Stud. v. Heidelberg. Hr. Schick, Cand phil. v. Laubach. Hr. Möller, Kammerhr. v. Braunfels. Hr. Grcid- ner, Pfarr. v. Eschweiler. Hr. v. Maffenbach m. Bedien., Prästd. v. Coblenz. Hr. Baron v. Dewitz, Assest, v. Wetzlar. Hrn. Lieuln. Baron v. Breitenstein v. Stuttgart u. Baron v^Fräuzinger v. Ludwigsburg. Hrn. Kfl. Langloth v. Gensve u. Ritter v. Waldschuht Hr. Soutter, Dort. v. Vcvap. Hrn. Partie. Kautz v. Carlsruhe u. Martin v. Freiburg. Hrn. Kfl. Weinstein v. Constanz u. Eptcl v, Calw. Im Raupen; Hrn. Kfl. Wühnert v. Cassel u. Rothschild v. Böhl. Hrn. Oecon. 'I. Kaiser u. G. Kaiser v. Sachsenberg. Hr Bartels, Stud. v. Bonn. Hrn Kfl. Dürkheim v. Offenbach u. Schlinglvff v. Frankfurt. Hr. Oppenheim, Fabrik, v. Bielefeld. Hr. Jost, Kfm. v. Frankfurt. Frl. Borweck v. Wetzlar. Hrn. Kfl. Heinemann u Schäffer v. Hanau u. Spatz v. Aschaffenburg. Hr. Siegfried, Dr. med. v. Frankfurt. Hr. Capelle, Kfm. v. Bremen. Hr Grausemann, Stud. v. Frankfurt Hrn. Ingen. Hochgesandt v. Friedberg u. Eickemeper v. Vilbel. Hr. Grünebcrg, Kfm v. Frankfurt. Hr. v. Orona, Hauptm. u. Hr. v. Alien, Lieutn. v. Berlin. Hr. Maschmeper, Kfm. v. Mainz. Hr. Söhn, Stud. v. Ceßlin. Hrn. Kfl. Mühlen v. Gladbach, Ringclinck v. Breme» u. Bunge v Cassel. Hrn. Stud. Fleger v. Aarau, Kröber v. Mebelstadt u. Röhrig v. Marburg. Hrn Kfl. Rittmcper v. Nordheim, Rosenberg v. Goßlar u. Frepse v. Hameln. Hr. Mehler, An>tm. v. Reinhausen. tm Prim Carl: Hr. Blumenthal, Kfm. v. Rennertehausen. Hr. Zell, Zimmermeist. v. Butzbach Hr. Grünewald, Kfm. v. Beuern. Hr. Sänger, Oecon v. Altenburg. Hr. Weiß, Geschäftsm. v. Marburg. Hr. Möbus, Spedit. v. Schotten. Hrn. Geschäftsl. Schul in. Schwest. v. Södel, G. Schlörb u. Chr. Schlörb v. Schotten. Hr. Walther. Kfm. v. Wallau. Hr. Jung, Maurerm. v. Biedenkopf. Hr. Ringshausen, Oecon. v. Dodenau. Hrn. Kfl Wagner v. Singen, Orth v Wiesbaden u. Schönfeld v. Mainz. Hr. Bamberger, Geschäftsm. ». Friedrichsdorf. Hr. Rausch, Spedit. v. Großeneichen. Hr. Hagen, Kfm. v. Lippstadt. Hr. Böger, Oecon. v. Friedberg. 7m Hirsch; Hr. Kloß, Fabrik, v. Ockersdorf. Hrn Fuhrt. Klingelhöfcr v. Eckelshausen, Westrupp v. Ruppertenrod u. Lohfink v. Seibertenrod. Hr. Müller nt. Fr., Privatm. v. Mockstadt. Hr. Henz, Fuhrm. v. Herbornseclbach. Hr. Schneider, Geschäftsm. v. Langenstein. Hr. Franck, Ksm. v. Mainz Hr. Haubensack, Handclsm. v. Gönningen. Im Darmstaedter Haus: Hr. DaMM, Fuhrm. », Beinhausen. Hr. Fomade nt. Fam., Lehr v. Ebersgöns. Hr. Vahlberg, Geschäftsm. v. Vöhl. Fr Knieriem v Alsfeld. Hr. Frep, Geschäftsm. v. Rauschenberg. Hr. Drull- mann, Fuhrm. v Wetzlar. Hr. Schäfer, Oecon. v. Herzhausen. .Hr. Ebbig, Haudelsm. v. Oberscheld. Hr. Ditschler, Fuhrm. v Büdingen. Hrn. Handelst. Weich v. Angeroth u. Becker v. Winnenrod. Hr. Kuhl, Fuhrm. v. Homberg. Hrn. Geschäfts!. Schmitt n. Wallborn v. Derbach. Im Stern: Hr. Weber, Oecon. v. Königstein. Hr. Lehr, Schuhm v. Schotten. Hr. Winter, Fuhrm. v. Sach, senberg. Hr. Deiß, Privatm. v. Gladenbach Jungfer Roth- fchild v. Mildenberg. Hr. Schreiner,. Fuhrm. v. Roßberg. Hrn. Seil. Kruse v. Boniß u. Rolleoff v. Herbstadt. Hrn. Fuhrt. Stickel v. Bicken u. Böhlc v Sachsenberg. Jungfern Kühnhold v. Trais u. Koch v. Gerstenhausen. In der Sonne: Hf. Albach, Geschäftsm. v. Altenbuseck. Fr. Isenberg v. Beuern. Jungfern Seipp v Frankenberg u. Henrich v. Langgöns. Hr. Blaßer, Bergm. v. Wissen. Hr. Kriegert, Geschäftsm. v. Allcndorf. In der Rose: Hrn. Geschäftsl. Muth U. Rispel V. Eckelshausen u. Zaminer v. Bellmuth. Hr. Raab, Scrib. v. Ulrichstein. Hrn Geschäftsl. Schmitt v. Dammshausen u. Wellershäuser v. Herzhausen. Hrn. Kupferschm. Seiler v. Schaffhausen, Korneck v Pielau u. Beverdick v. Waarendorf. Hr. Schmitt, Silberarb. v. Frankenberg. In den Privathäusern. Bei Fr Steuercinnehm. CreceliuS: Hr. Wolf, Cand. v. Darmstadt. — Bei Wittwe Kühn: Hrn. Privat!. Dörr u. Schmitt v. Marburg. — Bei Hrn. Schreiner Leib: Frl. Hertsch v. Offenbach. — Bei Hrn. Kfm. Stern: Fr. Katz v. Steinbach. — Bei Hrn. Bürgermcist. Reiber: Frl. Vogt v Babenhausen. — Bei Hrn. Schneidermeist. Nagel: Hr. Pfeiffer, Privatm. v. Großenbuseck. — Bei Hrn. Kfm Windecker: Frl. Neitzel v. Krumbach. — Bei Hrn. Sattl. Kühne: Jungfer Schwaner v. Frankenbcrg. — Bei Hrn. Kfm Mendelsohn : Jungfer Klipstein v Großenbuseck. — Bei Hrn Stud. Steinhäuser: Hr. Steinhäuser, Access v. Michelstadt — Bei Hrn. Hofger.-R. Georgi: Frl. Dietzsch v. Friedberg. — Bei Hrn. Laudr. Welcker: Fr. Pfarr. Köster v. Hausen. — Bei Hrn. Kfm, Oeser: Frls. Schmitt u. Kröll ».Bingenheim. — Bei Hrn. Vcrw. Gerbode: Frl. Henckel v. Nauenhcimcr Taich. Unterhaltendes und Gemeinnütziges. Notiz für Ankäufer von Braunkohlen Es haben sich neuerer Zeit in hiesiger Stadt Fälle ereignet, deren Veröffenllichung ich nicht zu unterlassen vermag und, in Folge dessen, Nachstehendes als wohlmeinenden Wink an das gesammte Publikum ergehen lasse. Vor mehreren Tagen nämlich haben einige hiesige Einwohner bei dem Ankäufe einer gewissen Quantität Braunkohlen die Wahrnehmung gemacht, daß, nachdem sie selbige gewogen,. 3 bis 4 Beniner an dem, von den Verkäufern derselben, angegebenen Gewichte fehlten; woraus sich mit Bestimmtheit aus gewissen Gründen folgern läßt, daß gewiß schon jahrelang mit dem genannten Material dieser freche, sehr strafbare Betrug Statt hatte; und ich fordere daher Jedermann in seinem eigenen und sofortigen allgemeinen Interesse auf, 1» vorkommendem Bedarf desselben sehr vorsichtig zu Werke zu gehen, und bei eintretenden böslichen Fällen der einschreitenden Behörde davon Anzeige zu machen. 676 Der Info r rn ator. Novelle. (Fortsetzung ) Noch langem, ernstem, aber vergeblichem Nachsinnen zog endlich wieder der alte Leichtsinn bei ihm ein. Wer sollte ihm so viel geben? — Als ein erfinderischer Kopf, der sich schon durch so manche, freilich nichr so große Verlegenheiten durchgeschlagen, dachte er zuletzt: „kommt Zeit, kommt Rath," und ging nach Hause. Trotz diesem schönen Trost-Sprüchlein konnte er doch fast die ganze Nacht nicht schlafen. Erst gegen Morgen schlummerte er auf ein Paar Stunden ein und als er erwachte, blendete das Tageslicht seine Augen. Mit Schmerzen betrachtete er die Sonne, ungewiß, ob er ihren Untergang noch erleben sollte; denn ehe er als ehrlos dastehen würde ■— und das mußte er, konnte er heute das Geld nicht schaffen — wollte er, das war sein fester'Entschluß, sich lieber den Tod geben. Doch tröstete er sich wieder mit einem andern Sprüchlein: „Komme, was kommen mag, Die Stunde rennt auch durch den rauhsten Tag." Rasch kleidete er sich, an und versuchte sein Glück bei mehreren Bankiers, doch vergebens. Er wandte sich darauf noch an drei Kapitalisten, aber mit gleichem Erfolge. Endlich fiel er in die Hände der Juden. Nach wenigstens zwanzig Wegen fand er endlich unter ihnen einen alten Wucherer, Namens Jtzig, der ihm gegen einen Sola-Wechsel von 6000 Thalern die 4000 Thaler ausbezahlte. Der Termin der Zurückerstattung war nur auf vier Wochen gestellt. Eine Centnerlast fiel ihm vom Herzen. Sogleich gab er das Geld ab, und Lebensmuth und Leichtsinn,^ wie zuvor kehrten in sein Wesen zurück. 4. Caroline von Bergheim und Rosalie Harder waren von Jugend auf vertraute Freundinnen gewesen. Auch jetzt noch besuchten sie einander fast alle Tage. Der Umstand, daß Rosenfeld Caroline aufgegeben und sich Rosalien zugeneigt hatte, vermochte kaum eine augenblickliche Störung des bestehenden gegenseitigen Verhältnisses hervorzubringen. Es dauerte feint 8 Tage, so fanden sich die beiden Mädchen wieder zu einander. Beide waren so gewöhnt, sich Alles mitzutheilen, daß sie einander kein Jota von ihren Geheimnissen verschweigen konnten. Es mußte eben immer Alles heraus, was sie auf dem Herzen halten. Gestern hatte Rosalie Carolinen besucht, heute war Caroline bei Rosalien. Daß sie auch schon viel über den Lieutenant Rosenfeld mit einander verhandelt hatten, läßt sich leicht denken. Caroline, die den ihr untreu gewordenen Rosenfeld immer noch liebte fühlte ein Bedürfniß, von- ihm zu sprechen, und Rosalie, die ihn nur so halb und halb mochte, suchte natürlich Carolinen, die Rosenfeld schon länger kannte, so viel als möglich auszuforschen. Auch heute sprachen die beiden Mädchen von dem Lieutenant. „Rosenfeld," sagte Caroline, „sollte eine Million im Vermögen haben, und er wäre der beste Mensch unter der Sonne." „So gäbe es noch Mehrere," versetzte Rosalie. „Bei einem großen Vermögen ist es keine Kunst, gut zu seyn." „Da hast Du wohl Recht," erwiederte Caroline; „arm, und doch ein vortrefflicher Mensch zu sevn, ist weit schwerer." „Das ist erst noch die Frage," entgegnete Rosalie. „Dem Reichen stehen zu allen Arten von Lastern, alle Mittel zu Gebote. Der Arme fühlt in seiner trüben Stimmung zu vielen Dingen gar keine Lockung, denen der Reiche in seinem Üebermuth nicht widerstehen kann."-- In dem Nebenzimmer gab der Candidat Werner- gerade dem ältesten Sohne des Commrrzienraths Clavier- unterricht. Doch lauschte er dabei mehr auf das ziemlich laute Gespräch der beiden Mädchen, als auf die langweiligen Fingerübungen seines angehenden Virtuosen. „Da ist z. B. unser Candidat Werner," fuhr Rosalie fort. „Er ist auch sehr arm. Aber er spielt nicht, er trinkt nicht, er enibehrt alle Vergnügungen, er unterstützt von dem, was er erübrigt, seine hochbetagte, kranke Mutter — sieh, darum muß ich vor dem Manne Respekt haben." „Ist er hübsch?" fragte Caroline etwas neugierig. „Nun das gerade nicht," versetzte Rosalie mit erzwungener Gleichgültigkeit, „aber —“ „Ich bi» nun schon mehrmals da geloesen," sagte Caroline, „seit Herr Werner seine Stelle angetreten hat, aber- ich habe ihn noch nicht zu Gesicht bekommen." „Soll ich Dich ihm vorstellen?" fragte Rosalie. „Behüte der Himmel!" versetzte Caroline. „Laß mich nur an der Thüre einmal ein wenig nach ihm schielen." Die beiden Mädchen traten jetzt aw die Thüre. „Nun so unrecht ist er doch nicht!" sagte Caroline. „Und sein Geist!" suhr Rosalie fort. „Du solltest ihn sprechen hören! Ich bin schon manchmal über seine Kenntnisse und Gedanken erstauyt." „Es ist doch Schade," versetzte Caroline, „daß sich ein Mensch von solchen Talenten, damit abmartern muß, auf so ordinaire Weise sein Brod zu verdienen." „Das habe ich auch schon manchmal gedacht," sagte Rosalie. „Er wäre wohl eigentlich zu etwas Besserem bestimmt." Nach diesen Worten erröthete Rosalie bis hinter die'Ohren. (Forts, folgt.) Auflösung des Räthsels in 86: Rittersporn. Druck und Verlag der G. £). Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.