18'47 Mittwoch »en 30. Jnui M 52. ■ Jliudgcblrttt für die Stadt und den Kreis Gießen B e k a n n t m a ch u n g. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß geb-acht, daß Heinrich Schwarz zu Garbenterch zum Bürgermeister für die dasige Bürgermeisterei ernannt worden rst. Gießen den 22. Juni 1847. Der Gr. Hess. Kreisrath des Krerses Gießen. Prinz. ___ Edictalladungen. 1123) Sämmtliche Gläubiger des Jnsinuations- Mandatars, Georg Frank dahier, über dessen Vermögen Concurs erkannt worden, werden zur Anzeige und Richtigstellung ihrer Forderungen, forote zum Versuche eines Arrangements auf Mittwoch den 21. Juli l, I., Vormittags 9 Uhr, unter Androhung des, auch ohne besonderes Prä- clustvdccret eintretenden Ausschlusses von der Con- ' cursmaffe, anher vorgeladen. Zugleich wird hiermit bekannt gemacht, daß die zur Concursmass. gehörige Hofraithe, alt neu lHKlfir. 3oy y ' 15 bestehend in Wohnhaus mit Plätzchen,am Abtritt und Grund, neben Wilhelm Glock Freitag den 23.'Juli d. I., Nachmittags 2 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause öffentlich versteigert wird. Gießen am 12. Juni 1847. Gr. Hess. Stadtgericht. M u h l. 1140) Nachdem der Handelsmann Levi Hörner II von Schweinsberg seine Insolvenz Miner angezeigt hat, so ist zur summarischen Schuldenliquidation, wie auch zum Versuch der Gute, Termin auf den 15. Juli, Morgens 9 Uhr, anher angesetzt worden. Sämmtliche Gläubiger werden aufgefordert, in diesem Termin ihre Forderungen summarisch, jedoch wo möglich unter Vorzeigung der Beweisnr- kunden in Person oder durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte anzngeben, widrigenfalls die bekannten Gläubiger alö reist Beschlüsse der Mehrheit der Erscheinenden beitretend angesehen, die unbekannten aber unberücksichtigt bleibeit werden. Kirchheim am 14. Juni 1847. Kurfürstliches Justizamt. Gleim. vdt. Pfeffer. . Besondere Bekanntmachung. 1211) Main-Weser-Eisenbahn. Handarbeiter. Handarbeiter ffnden zu angemessenem Lohtr Beschäftigung bei den Erdarbeiten im Gambacher Wald. Butzbach den 24. Juni 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jnge.iieur der Section Butzbach. Meyer. ' Versteigerungen. 1100) Montag den 26. Juli l. J>, Nachmittags 2 Uhr, soll der Garten des Privatscribenten Ritter y/17 235lDKlltr. Acker-Garten zwischen dem Mittel- und Wetzlarerweg, neben Philipp Lampus, auf dahiesigem Rathhause öffentlich versteigert werden. Gießen den 7. Juni 1847. ' Gr. Stadtgericht das. Muhl. Dr. Zimmermann. 1083) Montag den 12. Juli d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus die dem Seilermeisler Philipp Jacob Berger dahier zustehende 380 alt neu Klftr. __ 35% 7»ss 3 Hofeaithe auf der Mausburg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 9. Juni 1847. Der Beigeordnete Rühl. 1216) Arbeitsversteigerung bei der Stadt Gießen. Montag den 5. Zuli d. I., Vormittags 8 Ubr, sollen auf der Bürgermeisterei dahier folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben werden: 1) Die Ausbesserung des Abtritts- . dackes an der Knabenschule, veranschlagt zu 10 fl. 8 fr. 2) Maurerarbeit zur Herstellung eines Canals in der Universitätöstraße, veranschlagt zu 10 ,, ,, 3) Planirarbeit daselbst, veranschl. zu 8 „ — „ Gießen den 26, Juni 1847. I. B. d. B. Der Beigeordnete Rühl. 1212) Arbeits-Versteigerung zu Langgöns. Freitag den 9. Juli l. I., Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem alteir Schulhause zu Langgöns nachstehende Arbeiten, als: 1) Chaussee-Arbeit und Auspflaste- rung der Gossen in der Ortsstraße Pingaß, veranschlagt zu 150fl — fr. 2) Planir- und Chaussirarbeit am Niederfleenweg, veranschlagt zu 156 „ — „ 3) Desgleichen am Holzheimer Weg, veranschlagt zu 175 ,, „ 4) Maurer-Arbeit nebst Lieferung von Materialien an der Brücke über den Mühlbach, veranschlagt zu 37 „ — „ 5) Zimmerarbeit (ohne Lieferung des Holzes) an der Brücke über den Gänsbach, veranschlagt zu 37 ,, 48 „ 6) Maurer - Arbeit an der Brücke am Bicinalweg nach Holzheim, veranschlagt zu 16 „ 30 „ 7) Ausbesserung und Lieferung von 77 lsd. Fuß Sandsteine an der Wehde in der Pingaß, veranschlagt zu ' 60 „ — „ unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Hanggöns am 26. Juni 1847. I. A. d. B. Der Beigeordnete Dern. 1218) Donnerstag den 1. Juli d. I., , Nachmittags 2 Uhr, und die folgenden Tage, sollen in meiner Behausung auf dem Kreuz allerhand Möbel, bestebeud in: Kleiderschränfen, Commoden, Stühlen, Bettladen und Bettzeug, Sopba und Oefonomiegeräthschafren sowie Dung, meistbietend versteigert werden. Sodann sollen Montag den 5. Juli, Nachmittags 2 Uhr, meine sämmtlichen Aecker und Wiesen einer nochmalige» Versteigerung ausgesetzt werden, und der Zuschlag sogleich ertbeilt werden. Ebenso auch das Haus und die Scheuern. — Sollten feine Kaufliebbaber fommeit, so werden in demselben Termin auf dem Ratbbaus daliier sämmtliche Aecker und Wiesen, Haus und Scheuer auf 9 Jahre verpachtet werden. Sämmtliche Gläubiger die an mich eine rechtliche Forderung haben, sowie Diejenigen, die an mich zu bezahlen haben, müssen sich binnen 14 Tagen bei mir melden und ihre Angelegenheiten berichtigen. Gießen den 29. Juni 1847. I. B. Weidig. Feilg eboten. ho5) Tapeteueeste - Verkauf von H. Hochgätter. Tapetenreste für mehrere Hundert Zimmer, wovon ich für kleinere Zimmer mit den dazu passenden Borden zu ist. 30fr., für größere, je nach der Anzahl der Stücke und Qualität der Tapeten, zu höheren Preisen abgeben kann, bringe ich in empfehlende Erinnerung. 1199) Ein Dampfdestillirapparat, womit in 10 Stunden 6—800 Maas Maische abgetrieben werden fönnen, fleht mit den dazu nöthigen Geräthschasten zu verkaufen bei , Gg. Reiber. 1205) 5 Eicheil-Bohlen, 34 Fuß lang, 24 Zoll breit, 1% Zoll dick, liegen zu verlaufen bei Zimmermeister Bast. 381 Zu vermiethen. 1168) Eine bequeme, neu hergestellte Wohnung mit angenehmer Umgebung, in der Nahe der Kirche, bestehend in 4—6 Zimmern, Kammern und sonstigen zugehörigen Räumen, wird Anfangs Oktober beziehbar bei Reallehrer Stein, 6 Lit. A. AS 36. 1205) Bei Schubmachermeister Daniel Moog ist eine Familienwohnung zu vermiethen und kann bis den ersten August bezogen werden. 1211) Zn Lit. ’D. AS 84. ist eine Familienwohnung zu vermietben und kann sogleich bezogen werden. Vermischte Nachrichten. 1206) Damen-Vorlesung. Die vierte Vorlesung über: Milch, Rahm, Käse, wirb Freitag den 2 Juli um 6 Uhr Abends inl Bnschschen Garten, und zwar im Saale, (nicht in den Gal- lerie Zimmern) stattfinden, wozu die verehrten Theilnehmerinnen gebeten sind sich gefälligst einfinden zu wollen. Dr. Knapp. 1215) Die ehemaligen Mitglieder des dahier bestandenen Turnvereins werden zu einer Generalversammlung auf Donnerstag den 1. Juli, Abends 8 Uhr, im Gasthaus zum Prinz Carl cingeladen, um sich über die Ordnung ihrer Angelegenheiten zu be- rathen. 1207) Ein junger Mensch, welcher die, Schrei- nerprofcssion zu erlernen wünscht, kann bei mir in die Lehre treten. H. Margulh. 1210) €! o it c e r t > in > Salzhausen. | Sonntag den 4. Juli 1847 1 werden einige'Dilettanten unter gefälliger ff Mitwirkung mehrerer Künstler, zu einem | milden Zwecke, ein Concert in Salzhausen I veranstalten, wozu ergebenst eingeladcn wird. I 1213) Danksagung Dem Edlen, der den hiesigen Armen zum Ankäufe von Setzkartoffeln die Summe von 75 fl. durch den Gr. Kreisrath zu Gießen, auf dessen Bureau die dessallsige Rechuungsablage zu ersehen ist, als Geschenk übermachen ließ, sagen die Unterzeichneten im Namen der Unterstützten den wärmsten und heißesten Dank. Des trefflichen Menschenfreundes Werk ist es, daß dieselben ihre Aecker- ausstellen konnten! Ihm, dem großmütbigen Wohl- tbäter so vieler Gemeinden, der die linke Hand nicht wissen ließ, was die rechte that, ihm schenke Gott noch viele Jahre hindurch ungetrübtes Glück und lohne ihm mit seinem reichsten Segen. Königsberg am 20. Juni 1847. Der evangcl. Pfarrer. Der Bürgermeister F. A. Herzberger. Krauökopf. 1209) Ein Frauenzimmer, welches das Klei- dermachen zu Frankfurt gründlich erlernt hat, wünscht noch einige Tage in der Woche Beschäftigung; zu erfragen Flügelsgasse Lit. A. AS 66. 1208) Zum Frankfurter Journal werden ■ noch einige Mitlcscr gesucht. Näheres in Lit. A. AS 189. Literarische Anzeige. 1217) Von der bei Engelhorn und Hockidanz in Stuttgart erscheinenden Allgemeinen Muster-Zeitung, Album für weibliche Arbeiten und Moden. 1 Preis vierteljährig 54 fr. ist die erste Nummer des 2. Semesters für 1847 bereits ausgegeben, und werden hierauf, sowie auf das verstossene Semester und die Jahrgänge 1844, 1845 und 1846 von jeder Buchhandlung Bestellungen angenommen. — Die Musterzeitung erscheint monatlich zwei Mal; jede Nummer besteht aus einem Bogen Tert, zu weichem abwechselnd entweder ein ganzer Bogen Muster, oder ein halber Bogen Muster und ein Modebild gegeben werden. Der Tert enthält: Interessante Erzählungen, Modcberichte, die Erklärung der Musterbogcn und neuer weiblicher Arbeiten, Miscellen rc., einen Rebus. — Zu Aufträgen empfiehlt sich besonders die I. Ricker'sche Buchhandlung in Gießen. 382 Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 27. 3uni. Dem Bürger und Opfermann, Johannes Bourgeois, ^in Sohn, Christian Lud wig, geboren den 16. Juni. Denselben. Dem Calculator bei Großherzoglicher Eisenbahn-Bau-Direction, Georg Wilhelm Rabenau, eine Tochter, Georgine Marie Dionpsia Bertha, geboren den 2. Juni Denselben Dem Bürger und Kaufmann, August Oeser, eine Tochter, Frievericke Karoline Theodore Elise Emilie, geboren den 31. Mai. Beerdigt. Den 25. Juni. Ludwig Theodor Köhler, des Bürgers und KürschnermcisterS, Jacob Köhler, ehelicher Sohn, alt 1 I. 1 M. 9 T., gestorben den 23. Juni. . Angekommene und abgereiste Fremden vom 25. bis 28. Juni 1847. 3 n den Gasthäusern. Im Einhorn-. Hrn. Kfl. Fischer v. Lüdenscheid, Schüller v. Düren u. Schäfer v. Mainz. Hr. v. Zieglos m Fam. u. Bedien., Dr. med. v. Berlin. Gräfin Günderodc m. Fam. u. Bedien. Y. Günderodc Hr. Dreyer, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Steebing, Fabrik, v. GlaHüt!e. Hr. Nicolier, Pharm. u. Hr. Chandedep, Rent. v. Vevey. Hrn. Kfl. Feycl v. Cöln u. Görlitz v. Barmen. Hr Schlachter, Hüt- tenbeamt. v. Kreuznach. Hr. Polzanno, Kfm. v. Offenbach. Hr. Mündser, Fabrik, v. Zürich. Hrn Partie. Trautscn v. Erlangen u. Schlimmer v. Sondershausen. Hrn. Kfl. Terron v. Augsburg, Adams v. Sondershausen, Schäfer v. Saarbrücken, Gerdes v. Mewand, Weinberg ».Frankfurt u. Möh- nem v. Lennep. Hr. Buderus m. Fr., Hüttenbcs v Auden- schmied. Hrn. Kfl. Schulz v. Frankfurt u Ar » Rheidt. Fr. v. Lünevill v. Braunscheidt Hr. Weymann, Kfm. v. Solingen. Hr. Metzler, Gutsbes v Offenbach. Hrn. Gymn - Lehr. Buddenfing u. Müller v. Schulzforta. Hr. Stuberg, Fabrik, v. Lorndenborn. Fürst v. Karmmsin 'm. Fam. u. Gefolge, Staabs-Capit. v. St. Petersburg. Hr. Bückling m. Fam. u Bedien., Dang, v Ncuorleans. Hr. Cösfeld, Kfm. v. Bielefeld. Hr. Gcrlach, Dr. med. v. Wernigerode. Hr. Bergmann m. Fam. u Bedien, Bürgermcist v. Eisenach. Hrn. Kfl. Cröffe v. Havre u Lucet v. Paris. Hr. v Lienau m. Schwest, Geh. Hosr. v. Hildeöheim. Hr. Papst, Obcr- Finanzkamm -Calcul. v. Darmstadt. Im Happen: Hr. Ostervth m. Fr., Gutsbes. v. Arnheim. Hr. Harbach m. Sohn, Gastw. v. Offenbach. Hrn. Stud. jur. Wagner v. Göttingen u. Steinam v. Würzburg. Hrn. Kfl. Köller m. Fr. v. Würtzcn u. Leuenbcrg v. Wickrut. Hr Thomas, Berginsxect. v. Cassel. Hr. v. Antertert m. Bedien., Obrist v. Zelle. Hr. Kuhl, Kfm. u. Frs. Mayer v. Büdingen. Hr. Berger, Kfm. v. Mainz Hr Tasch, Ingen, v. Marburg. Hrn. Kfl. Weber v. Nürnberg u. Lauer v. Franlfurt. Hr. Deininger, Fabrik, v. Würzburg. Hr. Kuhlmann m. Fam. u. Bedien., Rent. v. Braunschweig. Hr. Schmitt, Kfm. v. Düsseldorf. Graf v. Mondieu m. Bedien, Rittergutsbes. ».Oldenburg. Hrn. Kfl. Cahn v. Pyrmont, Levi v. Hamburg, Röder v. Offenbach, Monsheimer v. Cassel, Rindskopf u. Bene v. Frankfurt, Mayer v. Darmstadt, Hoffmann v. Saarlouis u. Burger v. Bremen. Hr. v. Marowosky m. Fam. u. Bedien., Gencr. v. Moskau. Hr. v. Patwow, Rent. v. Hamburg. Hrn. Kfl. Ernst v. Frankfurt, Weber v. Zürich, Franck v. Sof; Fischer v. Leipzig, Schlosser v. Cöln, Mockt v Cöln, Geißler v. Elberfeld u. Weiß v. Barmen. Hr. v. Ellerstein m. Fam. u. Bedien., Gutsbes. v. Königsberg. Hr. Friesleben, Mas. v. Braunschweig. Hr. Schösser, yecon. v. Neustadt. Im Prinz Carl: Hk Wilthwem, Cand v. Büdesheim. Hr. Borger, Spedit. v. Offenbach. Hr Gcscheidt, Schrein, v. Butzbach. Hr. Hoffmann, Fabrik »., Marburg Hr. Kramer, Oecon. v. Diebach. Hr. Schneider, Verwalt, v. Gedern. Hr. Bermann, Künstl v. Ilbenstadt. Hr. Simon, Occon. v. Fleschenbach. Hrn Kfl. Bausch u. Stein v. Hanau. Hr. Geibel, Access, v. Dillenburg. Hr. Flock, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Rapp, Sx'edit. v. Hatzfeld. Hr. Gail, Fabrik. v. Cassel. Hr. Franck, Oecon v. Gemünden Hr Philipp, Spedit »' Offenbach. Hr. Göbel, Handelsm. v. Schotten. Hrn Oecon. Ganz u Peppler v. Lanzenhain. Hrn.. <«astw. Braun v. Eifa u. Grau Ä. Lauterbach. Hr. Keil, Oecon. v. Feldkrücken. Im Darmstacdler Haus: Hr Großmann, Müll. v. Höchst. Hr. Müller, Geschäftsm. v. Kirchgöns. Hr. Ditsch- ler, Fuhrm » Büdingen. H n. Geschäktsl. Scheld ».Ershausen u. Weitershausen v Kirtorf. Hr. Wallschmidt, Fuhrm. v Wetzlar. Hr. Lebensbaum, Handl.-Dien. v. Lengsfeld. Hr. Repp, Fuhrm ». Homberg. Hrn Geschäfts!. Billmann v Bicken, Rieff v. Westphalen u. Söhnchen ». Brandobcrn- dorf Hin. Soldat. Köhler v. Bruchköbel, Seibert v. Lau- genselbolt u. Heßler v. Mittelbuchen. Hrn. Geschäftsl Hofmann v. Burgrath, Blumenthal v. Battenfeld n. Maurer v. Vacha Hr. Spreng, Färb. v. Mannheim. Hr. Engel, Handelsm v. Münzenberg. Im Stern Hr. Greier, Mktzg. v. Cüstrin. Jungflr Schneider v. Kolbach. Fr. Müller v. Schmalkalden. Hr. Schneider, Litbogr v Göttingen Hr. Isenberg, Handelsm. v. Hesborn. Hr. Gimbel, Maur. v. Lorsch. Hrn. Oecon. Hütter v. Wohra u Fleiß v. Reinerod. Hrn. Privatl. Scholl ri. Reiß v. Großwallstadt Hr. Panz, Werkführ. v. Biedenkopf. Hrn. Handelst. Man» u Heil v. Nicderfeld. Hr. Lettermann, Mechan. v. Biedenkopf. Hr. Weber, Handelsm. v. Orgestein Hr. Schneider, Fuhrm. v Marburg. . Hr. Mock, Handelsm. v. Dingelstädt. Hrn. Fuhrt. Koch u. Kuhn v. Alsfeld. Hr. Fuhrmann, Geschäftsm. v. Merlau. Hr. Appel, Spengk. ». Einbeck. In der Sonne: Hrn. Handelst. Wagner v. Beuern u. Goldmann v. Ershausen. Hr. Damm, Geschäftsm v. Deckenbach. Hr. BardeS, Handelsm. v. Herschbach. Fr. Heiland v. Coburg . _, , „ In der Rose. Hr. Bergmann, Schausp. v. Speyer. Hr. Groß, Handelsm. v. Oberroßbach. Hr. Schneider, Ge- schäftsm. v. Reuters. Hr. Wolf, Steinh. u. Hr. Schmitt, Bäck. v. Lich. In den Privathäusern. Bei Hrn. Hofg.-Advoc. Franck: Frl. Günste v Fulda — Bei Hrn. Hofger.-Ädvoc. Dr. Diehm: Hr. Dr. Jrle, Asseff. ». Butzbach. — Bei Hrn. Apoth. Dr Mettenheimer: Hr. Mettenheimer m. Fr., Privatm v. Frankfurt. — Bei Fr. Jnspect Meliot: Hrn. Aerzte Dr. Singer II. u. Dr Zinßer ll l. v. Gladenbach. - Bei Wittwe Schmitt: Frl. Heid v. Grün- berg. — Bei Hrn. Conr. Bernbest: Hr Jung, Privatm v. Staufenberg. — Bei Hrn Herrn. Elkan: Hr. Elkan, Kfm. v. Offenbach. — Bei Hrn. Hofger.-Ped. Preuninger: Jungfer Philippi v. Ruppertenrod. — Bei Frl. Mindester: Fr. Kendel v. Lüderbach. — Bei Hrn Abrah. Holbcrg: Hr. Rose, Rabb, v. Hagen. — Bei Fr. Domäneubot. Flick: Fr. Füßler v. Grünberg. — Bei Wittwe Leng: Fr. Rappold ». Altenburg. — Bei Fr Landricht. Heinzerling: Fr.^Geom Rcutzel v. Biedenkopf. — Bei Hrn. Hcinr. Busch: Fr. Bolmar v. Laumershain. — Bei Hrn. Kfm. Oeser: Hr. Schmidt, Steuer- Einnehm. v. Bingenheim. — Bei Hrn. Schneidermeist Bam- berger: Fr. Simon v. Londorf. — Bei Hrn. Ludw. Stein- meier: Jungfer Müller v. Schlitz. B öf kc g' si ti 2 u 3' d b u 1 ti Ü S r t i < i 1 i \ 1 i 383 Die Weiber nahmen, war auch Graf Albert von Die Bohnensuppe. Erzählung. *) Hm. B. genommen. Ihr gütige- Anerbieten wird mit Dank am 1562. Unter Unter den Heerführern, welche in den Kriegen Landgraf Philipps des Großmüthigen sich auszeichneten, erwarb sich Friedrich von Rolshausen einen großen Namen. Er war zu Staufenberg, aus einer dort einheimischen burgmännisä en Familie, 1513 geboren. Bei der Einnahme der Ehrenberger Clause, auf welche per -Passauer Vertrag erfolgte, war er hauptsächlich thätig. Landgraf Philipp, dem er sich durch seine Persönlichkeit besonders empfahl, zog ihn nach seiner Befreiung an seinen Hof und ernannte ihn zu seinem Hofmarschall und Obersten. In diesen Zeiten besand sich Frankreich durch erbitterte Religionskriege in großer Zerrüttung. Landgraf Philipp schickte den Hugenotten ein Heer von 6000 Mann zu Hülfe und bestellte über vasselbe Friedrich von Rolshausen zum Kriegsobersten, den Freiwilligen, welche an diesem (Eingesendet.) In der vorigen Nummer dieses Blattes wurde darüber gesprochen, daß man zum öfteren bei den hiesigen Bäckern kein Brod erhalten könne. Dieses veranlaßt mich in Bezug dessen, Folgendes zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. 8 Einige der hiesigen Bäcker schützen vor, daß nur deshalb zum öfteren Brodmangel -eingetreten, weil sie für die jetzige Brodtarc nicht so sortbacken konnten, ohne bedeutenden Verlust erleiden zu müssen. — Warum werden aber in Wiesbaden 4 S desselben Brodcs zu 16 — 17 kr., in Herborn, Dillenburg und allen anderen Städten des HerzoqthuMs Nassau ,u 17 unt> 18 kr. schon bereits seit drei Wochen von den Bäckern verabreicht? welche ebenfalls, wie die hiesigen Bäcker, ihre Früchte größtentheils von Mainz und der hiesigen Gegend beziehen. Da dieß einen Unterschied von 5 - 7 kr. aus jedes Brod ausmacht, so können demnach die hiesigen Backer wahr, haft keinen Schaden haben — wohl aber sich aus Kosten der sämmtlichen hiesigen Einwohner nur bereichern. Man fragte einst den berühmten Dichter Milton, woher wohl der sonderbare Widerspruch komme , daß in gewissen Ländern der Fürst im 14. Jahre für regierungsfähig erklärt werde, während,das Heirathen vor dem 18. Jahre verboten sev? — „Meß kommt bafier?' erwiederte Milton, „weil es schwerer ist, eine grau, als ein Volk zu regieren." — Die Weiber, die gewöhnlich solche Phrasen nicht ungeahndet lassen, haben gerade damals keine Beweise über diesen kühnen Ausspruch verlangt, was unstreitig für Milton ein großes Glück war, denn wie hätte er beweisen wolle,, ? __ Möglich auf folgende Art, wach jedoch etwas partheiisch klingt:--Völker geben Bittschriften ein und warten Antworten ab; Weiber geben Antworten und warten noch Bittschriften ab. Völker haben viele Zungen, doch es sprechen nur wenige; Weiber haben nur eine Zunge und sprechen viel, sehr vtel. __ Völker lieben ihre Herren und kämpfen mit Anderen; Weiber kämpfen mit ihren Herren und lieben mit Anderen. — Völker scheinen Unbezwingbar, wenn sie wollen; Wckber wollen, wenn sie unbezwingbar scheinen. — Völker sind eitel auf ihre Beständigkeit; Weiber sind beständig auf ihre Eitelkeit. Völker revoltiren bei sehlechten Eonstitulionen, Weiber haben vie beste Constitution beim Revoltiren. — Völker su- chen sich ihrem Herrscher immer mehr anzunähern; Fp^zug Theil Weiber suchen bei ihrer Annäherung immer mehr zu herrschen. — Völker lieben, so lange sie zu leben haben; Weiber leben so lange sie zu lieben haben. — Völker schmähen die eisernen Ketten und ehren die Unterhaltendes und Gemeinnütziges. goldene Freiheit; Weiber ehren die goldenen Ketten und schmähen die eiserne Freiheit". — Völker Wurzeln, woraus des Staates Blüthen feinten} SBei* ber sind die Keime, woraus des Staates Wurzeln blühen tc. re.--So allenfalls hätte Milton gesprochen ! Doch er lebte nicht in unfern Zeiten, nicht mit unfern Weibern, und zudem war er ja ein Engländer , die ohnedieß sehr eigene Ideen haben. — Ja, si la bonheur, käme er jetzt und sähe unsere Weiber ! Das sind wahre Engel; sie haben zwar keine Flügel, aber sie flattern doch. — Sie sind wahre Juwelen; man kann sie zwar nicht versetzen, aber fassen. — Sie sind wahre Goldstücke; hian kann sie zwar nicht ausgeben, aber einnehmen.— Sie sind wahre Glücks- loose; man kann zwar mit ihnen nichts gewinnen, aber verlieren. — Sie sind wahre Sterne; sie leuchten zwar nicht, aber putzen sich doch. — Sie sind wahre Paradieskinder; sie sagen zwar ihrem Mann • nichts davon, aber sie essen — Aepfel. —, Sie Md wahre Raritäten; man zählt sie zwar nicht zu den Seltenheiten, aber schnell zu den Antiken. — Sie sind wahre Wegweiser; sie bestimmen zwar nicht die Meilen, aber sie führen einen an u. s. w. — Nun komme Milton und vergleiche" seine Weiber mit den unfern! Sie sind schön! würde er sagen, und die Schönheit war immer der Gott der Welt. — Es leben die Frauen, sie flechten und weben — Schelmisch und heimlich Manches daneben. Sinv's auch nicht Rosen im irdischen Leben, . • Möge der Herr es ihnen vergeben.*) 384 Nassauweilburg. Das Heer kam nach der Eroberung von Rouen an und seine Ankunft richtete den Muth der Hugenotten wieder auf. Es wurde unter den Oberbefehl Audelots gestellt, drang bis vor Paris und focht mit in der Schlacht bei Drcur. An Gelegenheit Beu'e zu machen fehlte es nicht, welche Hohe und Niedere zu benutzen wußten. Rvlshausen brachte bei der Heimkehr eine Reihe von Maulthieren mit, welche Gepäcke, Geld und Gut trugen. Er baute davon an einen Waldabhang an der Lahn, nicht weit von Staufenberg, ein prachtvolles Wohngebäude, ähnlich den Palästen jener Zeit in Paris, und nannte es, nach seinem Namen, Friedelhausen. Man staunte das prachtvolle Gebäude an, der gemeine Mann nannte es Klein-Frankreich. Die beiden Grafen von Nassauweilburg , Albert und Philipp bezeigten ihm dadurch ihre Zuneigung, daß sie ihm durch eine Urkunde 1570, jedes Jahr auf seine Lebenszeit hundert Wagen Holz aus ihrem Gleiberger Wald zu seinem Haus Friedel- hausen zusagten. Wenige Jahre hernach erkrankte Graf Albert, seine Kräfte nahmen ab und keine Speise wollte ihm mehr schmecken. Endlich äußerte er, als man ihn fragte, was er gekocht zu haben wünschte, wenn er eine so wohlschmeckende 'Bohnensuppe hätte, wie ste einst der Oberste von Rvlshausen in dem Felv- zug in Frankreich gekocht hätte, so meine er, er könne wohl davon essen. Ein reitender Bote wurde alsbald nach Friedelhausen abgeschickt, mit der inständigen Bitte, daß Graf Albert ungemein großes Verlangen hegenden Obersten bei sich zu sehen, dieser begab sich nach seiner Ankunft in Weilburg in die Schloßküche und ließ die Bohnensuppe aufs Beßte zurichtcn. Als aber die . Suppe gebracht wurde, so wollte ste dem Kranken auch nicht schmecken. Herr Graf, bemerkte hierauf Rolshausen, lasset uns zuvor vierzehn Tage herumziehcn und Hunger leiden, wie damalen in Frankreich geschah, was gilt's, bittere Bohnen werden uns süße schmecken. Der Bastard von Gemappe. Historische Erzählung von F Menk. (Fortsetzung.) Als das versammelte Volk, ob dieses seltsam kargen Einzuges erstaunt, seinen Jubel nicht gleich in Ausrufungen laut werden ließ,, warf der Dauphin lauernde Blicke umher und sprengte mit solcher Hast durch das Stadtthor, daß er beinahe einen ziiterndcn^Greis überritten hätte. Die Straße war eng, welche au dem Thor endigte, und während Ludwig sein Pferd zurückriß, um seine Begleiter zu erwarten, schlug das unruhige Thier heftig aus und zerschmetterte mit dem gewaliigen Huf einen Fensterladen, daß die Splitter herumflogen. Ein durchdringender Schrei von dieser Seite bewirkte, daß der Prinz den Kopf dorthin wandte. Ein junges Mädchen, wahrscheinlich von einem der Splitter getroffen, lag ohnmächtig auf dem Gesims des niedrigen Erdgeschosses, und eine Matrone war eifrig bemüht, unter fortwährendem Schellen über den Plumpen Reiter, ihr das hervorrieselnde Blut aus dem zarten Gesichtchen abzuwischen. Der Dauphin blickte hin und konnte kaum die Augen von der wunderschönen Ohnmächtigen abwenden. Reizender glaubte er selbst an dem glanzvollen Hof seines Vaters, wie des Burgunderherzogs, kein weibliches Wesen gefunden zu haben. Gern hätte er noch länger verweilt, allein seine Begleitung rück e heran und von dem Strom der Volksmenge ward er mit fortgerissen. Beglückwünschend traten ihm auf dem Rathhaus die Väter der Stadt entgegen, und herzlich froh war er, als das langweilige Salbadern endlich ein Ende ge- nonimen hatte und er sich, angekommen in seiner Behausung , gemächlich in einen großen Lehnsessel werfen konnte. Sein damaliger Vertrauter, Schreiber, Barbier, und Doctor zugleich, bemühte sich mit großer Geschäftigkeit seinen Herrn zu entkleiden. „Erbärmliches Volk, diese Brabanter," warf er gleichgültig und verächtlich hin, indem er dem Prinzen die gewaltigen hirschledernen Sticfeb auszog ; „habt Ihr nicht vie langen Gesichter gesehen, die das dumme Volk schnitt, als es Euch ohne Heer und Gepränge einziehen sah?" „Quand orgueil chemine devant, honte et dom- mage solvent de pres,“ *) murmelte der Dauphin vor sich hin und warf einen boshaften Blick um sich. „Ich habe diesen Gemappern ein Plätzchen in meinem Gedächtniß cingeräumt. Päque dieu, bin ich erst König von Gottes Gnaden" —■ dabei bekreuzte er sich andächtig, — „dann solle mir das französische Volk schreien, daß ihm die Kehlen springen. Was meinst Du, Jeoffroy, wenn ich mich bei diesen ehrbaren Pfahlbürgern in Gunst setzte und durch die dritte Hand einen Bericht an den Herzog von Burgund oder nach Paris machte ?" Jeoffroy lachte überlaut: „Ich verstehe, gnädigster Herr!" ries er dayn noch immer lachend. „Eure Berichte sind auch immer so wirksam, daß in Folge davon halb Gemappe, als des Hochverraths angeklagt, deci- mirt werden würde. Denkt Ihr noch an den Herrn von Armagnac, jenen Einfaltspinsel, der. sich Graf von Gottes Gnaden betiteln ließ? Ihr machtet damals auch einen Bericht und er mußte die Hälfte seiner Ländereien zur Dauphine schlagen!" „Pah!" entgegnete gleichgültig Ludwig, „der Narr hätte den Galgen verdient. O, warum bin ich nicht König! Doch lassen'wir vaö jetzt. Weißt Du wohl, Jeoffroy, ich-bin verliebt, ernstlich verliebt!', Jeoffroy sah hoch auf und crschrack so,, daß er den Stiefel, welchen er gerade in der Hand hatte, fallen ließ. ♦) Hochmuth kommt vor dem Fall. Ludwig's gewöhnliches Sprichwort. 385 „Dummer Tölpel!" rief der Dauphin und zupfte den Erschrockenen am Ohr. „Ist das was so Entsetzliches, wenn sich der künftige König von Frankreich in eine schmucke Bürgerdirne verliebt? Du sollst mir helfen, mich bei dem Mädchen in Gunst zu bringen/' „Nein fürwahr," crwiederte der Günstling, „Ihr hättet mir erzählen können, der Sultan Mahomed sey aus Constantinopel verjagt, so hätte ich Euch eher geglaubt, als diese Liebesgeschichte. Ihr scyd also verliebt und ich soll Euch helfen?" dabei unterdrückte er 'mühsam das Lachen. Der Dauphin drehte sich gleichgültig auf dem einen Absatz herum und schlug ein Schnippchen. „Ventre bleu, Einfaltspinsel!" rief er dann und trat dem Diener dicht unter die Augen. „Wie Du mich hier siehst, glaubst Du nicht, daß der künftige König von Frankreich Eindruck auf das empfindliche Herz einer Bürtzerdirne aus dem dritten Stanv machen könnte?". Jeoffroy murmelte etwas, was beinahe wie: „wohl dem König von Frankreich!" klang, dann rief er aber, laut: „Täuscht mich nicht Alles, Hoheit, so habe ich bereits die Flamme, in deren Wärme Ihr Euch zu erquicken gedenket, gefunden. Fürwahr Euere Hoheit hat Geschmack und weiß zu wählen." Der Dauphin schmunzelte lüstern. „Nicht wahr, Du Grognard !" - sprach er, sich wohlgefällig mit den Fingern am Knebelbart zupfend. „Doch, Du Teufelskerl, wie hast Du ausspionirt, was ich selbst noch nicht einmal recht gewiß weiß?" „Ah, lernt mich nicht Euere Gesichtszüge kennen !" trmmphirte der Schlaue. „Als Ihr heute Mittag in dies Nest einzogct und in der engen Gasse du tour Euer Pferd wandet, da schlug der Gaul aus und zerschmetterte einen Fensterladen. Ich kam gerade noch herzu, um einen halb unterdrückten weiblichen Schrei zu vernehmen und sah, wie man die schlanke Gestalt eines jungen und wahrscheinlich auch sehr schönen Märchens vom Fenster schaffte. Ihr aber wäret wie angebännt und warft einen Blick in das niedrige Erdgeschoß, ich sage Such, Hoheit, einen Blick — ich habe deren wenige, von Euch aber noch gar keinen ähnlichen gesehen." „Teufelskerl!" brummte der Dauphin und schlug den Lustigen dexb auf die Achsel. „O, daß ich König wäre, das Mädchen sollte in Seide und Purpur alle zierlich gedrechselten Prinzessinnen am Hof meines Paters überstrahlen, aber dieser knickerige Burgunderherzog — er sprach dies leise und sah sich vorsichtig um — „Ventre bleu, was läßt sich mit den 3000 Goldthalern im Monat anfangen!" Jeoffroy lachte überlaut! „Ei, was sind das für Ansichten; Ihr sprecht bei dem Mädchen von Gold — wer wird denn so mit der Thüre in's Haus fallen? Geht hin, ergießt Euch in schönen Worten, stellt der Dirne Euer Unglück vor: Ihr wäret verstoßen, Euer Herz sehne sich nach Vertrauen, winselt, pinselt und spielt eine feine Komödia, das wird ihr Herz sicherer denn Seide und Purpur erschließen." „Du bist ein Meister, Jeoffroy," crwiederte Ludwig vergnügt. „O, daß ich König wäre, ich wollte Dich belohnen! Doch um einen Anfang zu machen, nimm hundert Goldgulden, trag sie der Mutter des Mädchens hin für das Sckunerzengeld und sag, ich käme selbst bald nach; aber, mein guter, kluger Jeoffroy, erschöpfe « Deinen Witz und mach', daß ich Mieden mit Dir seyn kann." Jeoffroy war wie der Wind zur Thüre hinaus. „Par la Päque de Dieu," murmelte der Dauphin vor sich hin, als er allein war. „Das Mädchen wird mein Herz erwärmen und mein Ruf doch nichts dabei verlieren. Bin ich nicht schon König von Frankreich? Dieser Karl VII. kann doch nicht ewig leben und das Volk, der dritte Stand — ja, ich muß ihn hervorziehen; diese Adeiichen, diese Feudalherren — sie müssen zertreten werden. Ventre bleu, diese stolzen .Hohlköpfe, die mich oft so gemartert, sollen den elften Ludwig fürchten lernen! Das Mädchen, ja das Mädchen kann mir noch viel helfen. Ich werde mich populär machen, die Gesinnungen meiner Bürger erforschen — o daß ich König wäre!" Unter solchen Bettachtungen warf er sich ermüdet in einen Lehnsessel und schlief, noch immer vor sich hin murmelnd, ein. 1 2. In der Straße du tour war Alles bereits tobten; still. Die Läden waren geschlossen, die Thüren verwahrt und verriegelt und nur selten schlich ein Bürger, der sich verspätet hatte, an den Häusern hin. Es hatte eben zehn Uhr, auf dem St. Matthiasthurm geschlagen^ da kam eilig, sporenklirrenden Schrittes ein junger Mann die Straße heraufgeschritten. Er zählte .bedächtig die Häuser ab und schlug dann ziemlich barsch an die Thüre eines der kleinsten, aber am nettsten gebauten an. Alsbald schlürften Tritte der Hausthür entlang, Schlüsselgeklapper ließ sich vernehmen und die Stimme eines alten Weibes fragte ängstlich nach dem Begehr des späten Gastes: „Mache nur auf, Mutter," rief der Außenstehende. „Ich bin kein böser Geist, sondern vielmehr einer, der Euch viel Gutes zu sagen hat. Man nennt mich Jeoffroy, vom Gefolge des Dauphin und ich komme im Auftrage eines Höheren." „Dieu m en preserve!" kreischte die Alte; „ich Be- klagenswerthe, was habe ich gethan, daß Ihr mich Heimsuchen kommt? Ach geht, geht lieber Herr, ich kenne den Herrn Dauphin nicht und Will nicht fremde Herren in meine stille Behausung einlassen. Ihr seyd fehl gelaufen." „Cent mille moustaches! Alte, bringt mich nicht auf," fluchte Jeoffroy zurück, „bei der Ehre meines Herrn, es geschieht Euch kein Leids." I 386 Da war nun noch drinnen ein langes Hin- und Herlaufcn: der Schlüße! paßte nicht, das Licht war ausgegangen und wohl eine Viertelstunde verging, ehe endlich der geheime Sendling des Dauphin in den niedrigen Hausflur eintreten konnte. Jeoffrov bot freundlich seinen guten Abend, sah sich aber zugleich bedächtig in der engen Behaufung um. Eine gewisse Reinlichkeit, ein Ordnungssinn war aus der hcevor- leuchtenden Armuth nicht zu verkennen. Auf dem blank gescheuerten Gesims standen in zierlicher Ordnung die nölhigen Geräthschaften der Küche, hell glänzende Zinnschnffeln verliehen der Aufstellung etwas Traulich-Prunkendes, der zwar grob geschnittene heilige Matthias, der in der Mitte leinen Ehrenplatz hatte, zeugte für den frommen Sinn der Hausbewohnerinnen. „Tete de Dieu!" rief die Alte, noch immer um den späten Gast herumtrippelnd, „lieber Messire, mit was kann ich dienen und was begehren Se. königliche Hoheit, welche der Herr tausend Jahre erhalten möge, von einer armen, alten Wittwe?" (Fortsetzung folgt.) Feuilleton. Beim Frühling *). Herr, auf diesen grünen Fluren Preisen alle Creaturen Deine Macht und Herrlichkeit; Wieder mit gehoffter Wonne Lächelt freundlich uns die Sonne In der jungen Frühlingszeit. Höret ihr der Nachtigallen Jubelruf im Busch erschallen? O, wie flötet sie so süß! Ueberall ertönen Lieder, Und Zephpre flüstern wieder Traulich wie im Paradies., Und in frischer Jugendfülle Blüht das Blümchen in der Sülle, Athmcnd lieblich süßen Duft; Und zu aller Menschen Freude Prangen sie iin Farbenkleide Bei der milden Frühkingsluft. Herr, zu dem wir innig flehen. Laß noch lange hier uns sehen Deine Pracht und Herrlichkeit. Dir zum Preise, Dir zum Ruhme Blüht imDeinem Heiligthume Alles in der Frühlingszeit. Freundschaft. Freundschaft wird so sehr gepriesen, Freunde wollen Alle seyn, Weil das Leben sie versüßen Und ihm Rosen flechten ein. 1 Doch warum ist schwer zu finden, Was genau ein Jeder kennt? — Freundschaft muß man recht empfinden, Doch wer oft den Namen nennt, • Hat fürwahr sie nicht im Herzen < Freundschaft läßt mit sich nicht, scherzen; Freundschaft ist ein Himmelskind, Und kann nur bei Lenen wohnen, Die des Himmels Kinder sind; . Solche wird auch sie belohnen, . Und mit ihrem Himmelskuß 1 Ihnen geben Hochgenuß. J — : ' - 1 Logogryph. ' Was tausendstimmig ward begehrt mit bangem Warten — Mit Sehnsucht ward gewünscht in diesen Tagen, Das wird, so Du's nicht weißt, mein Wort Dir sagen, Wenn Neugier Dich nicht treibt zu Plauderhaften Karten. Aus den Lüften komme ich, zu laben , Flur und Wiesen, welche reiche Gaben - t Jetzt in naher Aussicht zeigen. Ohne mich kann — mir ganz eigen — Weder Saal noch Pflanz' gedeih'n; Ich muß dazu die Kraft verleih'». ' Wenn ich meine nöth'gen Dienste wollt' versagen, Könntest Du Dich freuen eines wunderbaren Segens Spur f z Rein! Du würdest nach wie vor aus Mangel klagen, Murrend rufen: eigensinnige Natur! Was ich bringen kann, vereint mit Sonnenblicken, . Empfindet, hofft, erwartet Jeder gern — kann^nur^ be- Wirst finden Du, nehme das erste Zeichen mir, Und wähle dagegen ein anderes Dir Anekdoten. xJn einer Gesellschaft behandelte ein Officier eine Dame unanständig. Sie verwies es ihm so, daß seine Empfindlichkeit gereizt wurde. „Wissen Sie, Madame, daß ich Officier hin?" rief er aus, und die Dame entgegnete: „Gemeiner können Sie gewiß nicht seyn!" Moliere wurde einst von einer jungen Dame aufgefordert , sich in' ihr Stammbuch zu zeichnen. Beim Durchblättern desselben fand er darin viele Haarlocken den Versen beigefügt; er schrieb daher folgende Zeilen hinein: „In dieses Buch weiß man die Freundschaft recht zu fassen, Den Namen nicht allein, hier muß man Haar , i auch lassen." *) Verspätet. Berichtigung., 3n Nr. 51. des Anzeigeblattes Seite 378, in der Charade Zeile 2 von oben,' lese man statt immer mehr, „nimmer mehr." . ' Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei in Gießen.