Amz ergeb! alt für die Stadt und den Kreis Gießen. Jfä 60 Mittwoch den 28. Jnli 18£7. Bersteigerungen. 1367) Montag den 16. August, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhaus die der Heinrich Krai- lings Ehefrau gehörigen Güterstücke, bestehend tu 52 Ruthen 7'/2 Schuh Acker auf dem Sandfeld, 191 Nuthen 6 Schuh Garten hinter dem Wallbrunnen, 138 Ruthen 3 Schuh Acker an dem Erdkauter Weg, auf drei Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden. Gießen den 26. Juli 1847. 1371) Mam-Weser-Eisenbahn. Arbeitsversteigcrung. Montag den 2. Augusi d. I., Vormittags um fl Uhr, sollen in dem Gasthaus zu dem Promenadehaus dahier, die zur Erbauung der uachgenannteu Uebcrgangswerke erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, nämlich: I. zu einem Viaduct bei Odenbanfen. 1) Maurer- und Steinhanerarbeit ohne Material, veranschlagt zu . . 1301 fl. 5'2 fr. 2) Lieferung von 3,7 Kubikklafter Lahnsand, veranschlagt zu 55 „ 30 „ 3) die Beifuhr und das Aufsetzen von 17 Kubikkl. Mauersteine aus den Sandsteinbrüchen bei Staufenberg, vcranschl.-zu 221 „ — „ II. Zu einem Viaduct ui der Gemarkung. Wißmar. 1) Maurer- und Steinhaucrarbeit, ohne Material, veranschlagt zu . . 2261 st. 7 fr, 2) Aufsetzen von circa 25 Kubikkl. Mauersteine, veranschlagt zu 25 „ — „ III. Zu einem Viaduct in der Lich- tenau, Gemarkung Giessen, 1) Maurer - und Steinhanerarbeit, ohne Material, veranschlagt zu . . 2197 fl. 37 kr. 2) Aussetzeü von etwa .32 Kubikkl. Mauersteine, veranschlagt zu 32 „ — „ IV. Zur Fluth brücke in der Lichte nau, Gemarkung Giessen. 1) Maurer- und Steinbauerarbeit, ohne Material, veranschlagt zu . . 1172 fl. 2 kr. ~2) Aufsetzen von 11 Kubikklafter Mauer - und Rollpflastersteine, veranschlagt zu . . . . 11 „ — „ öffentlich an die Wenigstnehmenden in Akkord gegeben werden. Risse, Voranschläge und Versteigerungs-Bedingungen liegen vom 30. d. M. an auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht offen. Giessen den 26. Juli 1847. Der Gr. Hess. Sections- Ingenieur der Section Giessen. ' _ L. Lindt. 1363) Samstag den 7. August, Nachmittags 3 Uhr, werde ich zu Dorlar auf dem Nachhause die noch in brauchbarem Zustande befindlichen Brauereige- rälhe dieser Gemeinde, bestehend in einer kupfernen Braupsanne, einem Maisch-, Kühl- und Würzböttich (1390, 1550, 1330 und 820 Quart haltend), einem steinernen Maischtroq rc., einer Versteigerung aussetzen. Atzbach, den 22.'Juli 1847. Königs. Preuß. Bürgermeister- Amt. C o l n o t. 76 fl. 30 kr. 168 44 224 1356) Donnerstag den 29. Juli, Nachmittags um 6 Uhr, soll die Planirarbeit in der Ortsstraße und an dem Viciualweg von Heuchelheim nach Atzbach, zusammen veranschlagt zu Cbaussirarbeit, veranschlagt zu Pflasterarbeit, „ „ St'cinfahren, „ f» /, Maurerarbeit eines Durchlasses veranschlagt zu 10 „ — ,, auf Ort und Stelle an den Wenigstfordernden vergeben werden. Heuchelheim am 22. Juli 1847. Der Bürgermeister Reidel. 444 Feilgeboren. 1362) Ein in der Nabe der katholischen Kirche gelegener, mit Obstbäumen bepflanzter, circa 1 Morgen großer Garten, worin sich ein Gartenbaus besindet, ist mit oder ohne Ernte käuflich abzugebeu. Lit. B. jVS 33. das Nähere. -J 3643 Mein Mineralwasser Lager, bestehend in Ludwigsbrunner, Schwalheimer, Schwal- bacber Stahl- und Weinbrunneii-, Emser Kränchen- und Kcsselbrunnen-, Homburger Elisabethcnbrunnen-, Nassau - Selterser, Salzhäuser Soolbrunnen--, Fa- ä,inger, Kissinger Rakozzi, Wildunger und Pyr- montcr Wasser, sämmtlich in ganz frischer Fül luna, blinae ich hiermit in empfehlende Enn- nerung. L. Jahr eis. 1340) Häringe bei I. G. Appel. 1374) Erbsen zum Säen, das Malter zu 14 fl, sind zu haben bei L. Cahn. 1365) Neue (1847r) holländische Häringe habe ich die erste Sendung erhalten. L. Iah reis. 1288) Einen großen Vorrath von ganz feinen Glanztapeten, in verschiedenen Farben und Desseins, erlasse ich zu dem hei abgesetzten Preis von 36 fr. per Stück. H. Hochstättcr. Zu vermieden. 1369) Eine Stube mit Cabinet, elegant meub- lirt, ist auf nächstes Semester zu vcrmicthen bei M. Heß, Lit. A. 55. 1370) Eine Scheuer ist zu vcrmiethen. Wo? sagt die Redaction dieses Blattes. 1366) Ein Logis, bestehend in 2 bis 3 Zimmern mit oder ohne Möbel, welches seither Herr Stallmeister Gremp von Freudenstein bewohnte, ist zu vermiethen und bis Ende October zu beziehen bei H. Hochstätter. 1372) In der Marktstraße Lit. I). .AS 47. ist die untere Etage, welche sich zu jedem offenen Geschäfte eignet, zu vermiethen. Auszuleihen. 1376) 6 bis 700 fl. liegen in hiesiger Stadt gegen doppelte gerichtliche Versicherung zum Ausleihen bereit. Näheres in der Erped. d. Bltts. . Vermischte Nachrichten. 1377) Die Hauptresultate der von dem Rechner des Kraukenunterstützungs- und Sterbekassevereins anlaeste'llten Rechnung für die Zeit vom 1. Juli 1840 bis dahin 1847 werden nach erfolgter Abhör hiermit zur^Kenntniß aller derjenigen Mitglieder des Vereins gebracht, welche der am 11. Juli d. I. stattgefundenen Abhvr der Rechnung nicht beiwohnten. A. Einnahme. «. Ordentliche Einnahme. fl. kr. I. Monatliche Beiträge......• ........ • • • • 12 II. Eintrittsgelder .................... ,q III. Kapitalzinsen ........ ♦ • • • • • ......o, qp IV. Beiträge, welche bei vorgekommenen Stcrbsallen erhoben wurden, . . . . 21 30 Summe der ordentlichen Einnahme 287 47 b. Außerordentliche Einnahme. V. Kassevorrath ................ 83 14 VI. Liquidation ....................™ VII. Zurückempfangene Kapitalien .............u Summe der außerordentlichen Einnahme 413 14 Wiederholung. Die ordentliche Einnahme beträgt nach oben........ 287 47 „ außerordentliche „ „ „ „......... • 413 14 Gesammtsumme aller Einnahmen 701 1 445 B. Ausgabe. a. Ordentliche Ausgabe. P* Er. I. Wöchentliche Unterstützungen an Mitglieder während Krankheiten - « « - 109 — II. Unterstützungen bei Sterbfällen 25 III. Besoldungen 4Z IV. Druckkosten • • A V. Schreibmaterialien 2 Summe der ordentlichen Ausgabe 183 27 h. Außerordentliche Ausgabe. VI. Ausgelirhcne Kapitalien ♦ ♦ s Summe der außerordentlichen Ausgabe 440 — Wiederhol Die orocnt-iche Ausgabe beträgt nach oben „ außerordentliche „ „ „ „ A b s ch l u Die Gesammt-Einnahme beträgt . . . „ „ Ausgabe „ . . . u n g. 183 27 ....... . • 440 — Gesammtsumme aller Ausgaben 623 27 ß. 701 t 623 27 Verglichen bleibt Rest 77 34 welcher besteht: , a. in liquidirten Ausständen ........ 9 st. b. in baarem Vorrath . 68 „ 34 kr. zusammen wie oben 77 fl. 34 kr. Anmerk. Das verzinsliche Kapital beträgt am 1. Juli 1847 . . . . . . 143-, fi. Sodann wird weiter denjenigen Mitgliedern, welche der am 25. Juli d. I. stattgehabten Generalversammlung nicht beiwohnten, bekannt gemacht, daß das Sterbebenefiz von fünf und zwanzig auf dreißrg Gulden erhöht worden ist. Gießen, am 26. Juli 1847. Der Vorstand 1361) Da ich in Gießen zablreiche Clienten habt, denen ich an den Herzog!. Nassauischen Gerichten Rechtssachen besorge, so bitte ich alle diejenigen, die meinen Rechtsbeistand diesseits suchen, sich zur Erleichterung des Verkehrs und Ersparung von Porto an meinen Schwager, Kaufmann Sem ml er, dortselbst zu wenden, welcher die gegebenen Aufträge schnellstens hierher befördern wird. -Limburg an der Lahn, im Herzogthum Nassau. Verflassen, Herzog!. Nass. Amts-Procurator. 1368) Ein fünffüßiger Zollstock, jeder Fuß gebrochen, ist gefunden worden, und kann der Ei- genthümer gegen Vergütung der Einrückungsgebühren solchen bei dem Untebzeichneten in Empfang nehmen. Heuchelheim den 22. Juli 1847. Der Gr. Bürgermeister Reidel, 1373) Vor etwa 3 Wochen ist ein Regenschirm an dem Wellenbade stehen geblieben. Der Eigen- thümer wird ersucht, denselben abzuholen. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 23. Juli. Dem Bürger und Schnei, dermeister, Peter Guntrum, eine Tochter, Elise, geboren den 13 Juli. Den 25 Juli. Dem Großherzoglichen Hofgerichtsrath, Ludwig von Grolman, ein Sohn, Hugo Hermann Menco, geboren den 9. Mai. Beerdigt. Den 20. Juli. Katharine Marie Schild, des Bürgers und Buchdruckers, Karl Schild, Ehefrau, ge« borne Feger, alt 32 I. 5 M. 10 T-, gestorben den 21. Juli. Katholische Gemeinde. Getauft. Den 22. Juli. Dem Großherzoglichen Postsccretair, Joseph Mohr dahier, ein Sohn, Johann Jacob August Ferdinand Maria, geboren den 26. Juni. 446 Angekommene und abgeretste Fremden vom 23. bis 26. Juli 1847. Zn den Privathäusern. In den Gasthäusern. ^rof v Amsterdam. Hr. Primavesp m. Tocht. u. Bedien., Nent v. Bremen Ar erm vT' t®el" Hokzahnarzt v. Darmstadt. Hr.'Reiß' ©r SRnlflpnknrF*' Jr* Hauptm. v. Darmstadt. Hr. Wolschendorf, Kfm. v. Frankfurt. Graf Burskv m Fam. u Bedien., Gutsbef. v? Greifenan Hr. Prinz m 8"'^' 3ust -Comnnff v. Laspbe. Hr. Weidemann, Registry ».Darmstadt. Hr. Ludolph, Oberlehr v. Zurich. Hr. Weit ®- Frankfurt. Hr. v. Baldenecker ni. Fam. u Bedien' HUln- 's, DEldorf. Hr. Gessori m. Fam., Privatm. fÄ^JCna^'a: ^r‘ ^kpmath, Rent. v. Liverpool. Hr. Ell- ■k?m' Um E/dien., Oberforflmeist. v. Stuttgart. m. Bedien., Oberapp -R. v Lübeck. Graf v. Hechtelberg m. Bedien., Minist. uHr. Baron v. Gasswalk m. Bedien., Secret, v. Wien. Hr. Baron v. BeeSnom »i Düsseldor^"^'^«^'^' ^ra0, £r- Detmers, Apoth »’ Biesfeld' ' ©F ». Mühlhausen Ul Sausens v. -oieiefflb Hr. Färber, Fabrik, v. Goßlar. Hr Schindler f6' Grellin, Kfni v. Berlin. Ar ». ©opcnfc(ö m. Fam. u. Bedien., Gntsbes. v. Luzern. Ar Schmincke, Bauconduct. v. Paderborn Hr. Wachmann, ?.r;n 'T m Graf Bentheim Tecklenburg m. Fam. u. Bedien., Obrist v. St. Petersburg. Hr Svürer B- Trier. Hr v. Garnawisk m Bediem, Gutsbef »' Dresden. H» Keppler, Bildh. v. München. Hr. Metzer Rumir^t Hr. Hjppmann, Optic. u. £>r. Rupprecht, Mechan. v. Carlsriche. Hr. v. Wastenf^d, ' L7' yc"n- Hr- Ruhl, Conserv. v. Wiesbaden ?rn- Steuercinnehm. Bertram u. Engel v. Nidda. Hr. 3a«delb, N>.. med. p. Kentukp. Hrn. Kfl Fcincks v. Worms HrFrankfurt Hr. Gerwin, Partie, v Coblenz. Hr. Zolph, Rent. v. Boppart. Im Mlrr: Hr. Henzcl, Musik, v. Dresden. Im Darmstaedter Haus: Hr. Seist, Först. V. Haar- hausen. Hr Söhnchen, GeschästSm. v. Brandoberndorf. Hr. Benner Fuhrm v Trais. Hr. Großmann, Müll. v. Höchst Hrn Geschaftsl. Schlitt v. Leisel, Paulus v. Deckebach, ? Schulz v. Hannover u Frvhnhäussr w Biedenkopf. Hr. Magel, Cant. v. Grünberg Hr. Rösch, Buchb. v. Lopfingen. Hrn Geschättsl. Grüning v Alsfeld, »- B-cdenkopf u Kolb v. Eitensfeld. Fr. Rieger »' Wachbach, Fr. Kahn u. Fr Ilse v. Homberg. Hr. Neuer, Geschaftsm. v. Bodeuheim. Hr. Schunk, Sold. v. Wolferode. Hr. Becker, Fuhrm. v. Hungen, ,I™S'er,2 H''' Uhrig, Maur. v. Niedcrmockstadt. Hrn. Färb- Rnckert v. Katzenfurt u Blau v. Friedeldorf. Hr. Epa^-c^"brm. w Vöhl. Hr. Lichterer, Posament, v. Zelle. icher, Maschm. v Cassel Hr. Hofmann, Privatm. v. Rndmgshaussn. Hr. Weber m. Brud., Oecon. u Hr Buch- haminer, Fuhrm. v. Königsberg. w wa'" ?er£0**ne:, Hrn. Handelsl. Wagner v. Beuern u. m ?flL IrShausen. Fr. Goldmann v. Ershausen. Hr BaldnS Gastw. v Niederscheld. Hr. Launspach, Geschäften. schÄtsm "n m a”ann!,eim- Hr. Rathmann, Ge- ichaftsm. v Rauschenberg. In der Hose-, Hrn. Handelsl. Balser ii. Rossbach v Einck^Ä r $',rn' Geschaftsl. Ziegler v. Altenbuseck u. Fmck v. Staufenberg. Zungfer Walz v. Hungen. Hr. Rühl Schrein, v Holzheim. Hr. Georg, Bürgermeist v. Dannenrod. Hr. Schmitt, Haudclsm. v. Hochelheim. Irn Kappen: Hr. Koch m. Sohn, Landricht. v Nöbk Hr. Keumanz, Privatm. u. Hr. Eigenbrodt, Zustirr v' Darmstadt. Hrn. Kfl. Schmedes v Eöln, Birk v. Alsfeld' Meißner v Frankfurt, Fehring v. Mainz u. Schürmann v Uurt. Frl Jungst v. Dietz. Hr. Kcib m. Fr , Pfarr v Schotten Hrn. Kfl. Hofmann v. Hamburg u Müller v' Elberfeld. Hr v.-. Dietrich, Prossss v Marbu g H?' «sm. ». Cassel. Fr. Minist. Echsdorf m?Bedssn. v. Brussel. Hr. Hochgesandt, Ingen, v. Friedberg. Hr Schaller, Privatm. v. Homburg. Hr. Schmitt, Kfm. Hr. Nau, Gaflw. v. Ortenberg. Fr. Forstmeist Winnheim m. Tocht v. Burggemünden Hr. v. Müller' Steuer-R. v. München. Hr. Leipold, Advoc. v. Cassel Hr' » Erünberg." ' Ö' TOuWl,llfciL ö- Rabenau, Privat.' nY.Jm £,in~ C”;l: .Hr- Deubel, Geschaftsm. v. MetgcrS- grund. Frl. v. Schenck v. Darmstadt Hr. Müller, Oecon ». Grebenau. Hr. Schmitt, Geschäflöm. v. Hopfgarten. Hr.' Schaaf, Schneid, v. Eichenrod Hr. Rapp, Spedit. v. Hatz- ..Hr Schmitt, Kfm. v. Schlüchtern Hr Brückmann Geschaftsm. v. Florstadt. Hr. Schäfer Fabrik v ^n/v^ Hr. Steinmetz, Assess. ». Büdingem fr'. El Oeckn » Kofsenrod. Hr. Brück, Kfm. u. Hw Borger Svcdit ' Offenbach. Hr. Gundlauch, Oecon. v. Niederaula Ar Wwterb»a ^""?P'rg. Hr. Petcrmann, Kfm.^v' Wlnterberg. Hr. Krimmelbein, Occon. v. Lauterbach Hr Schmitt, Gaflw. v. Lieblos. Hr. Stoos, Oecon v 'Wolf' Hr. Freund, Kfm. v. Biebrich. Hr. May, Oecon v Stock- &' vkMünchem""' deschff-m- »• Danzig. Hr.Schneller, berg ®2 Jungfer Zimmer ». Grün- ~ g- J®* O” Wlll: Fr. Will v. Homburg - Bet «j. Dberftn.-R stieuß: Hr. Reuß, Access, v. Darmstadt. - Bet Hrn. Apoth. Witte- Hr. CalMberg m Fr., Actuar v L'an terbach. - Bei Fr Botcnmeist. Schäfer: Fr Prof Dteffent,^ ^nedberg - Bei Hrn. OberinfpectDsstz^GÄS’ Doct- v. Budmgen. - Bei Hrn. Musiklehr. Schierboh- LE^'cumehm.HöstiMr v. Schotten. - Bei Hrm Hofger^ Ä; 8J‘ £rn' „^rnn. F. Sames u E. Same? v m^Ä' it 1)1 Grolman: Hr. v. Metiingh Mtnk»'»' ' ^$2 R- v. Berlin u Hr. v. Schenck, trau,7 ®li H^u. Steuercontrol. Ber- $ttnrm,"/ Puvalm v. RustprechtShaussn - Bei Hrn. L.thogr^ Brühl: Frl. Köhler ». Darmstadt - Bei &tn. Lackir. Loos: Znngfer Mühling v. Marburg — Bet Hrn. Stadtricht Muhl: Hr. Gillmer, Assess. v SHcbbcrfl Hrn Herbert: Jungfer Dietz v. Frankfurt' - mr- Stammler: Hr. Stammler, Landricht v 447 Unterhaltendes und Gemeinnütziges. Die jetzigen gesellschaftlichen Zustände. Jeder ist seines Glückes Schmied. Das ist ein maiiichastes Sprichwort und wer es gemacht hat, dem hat das Herz aus dem rechten Fleck geschlagen. Es hat's aber nicht ein Einzelner gemacht, sondern das deutsche Volk ist sein Vater, und darum ist's ein maiiichastes Volk, das deutsche. Der Türke hat für ein solches Sprichwort keinen Sinn, er meint, ein blindes Verhängniß theile Glück und Unglück auS und habe Alles von Anfang her bestimmt, was darum Einer auch unternehmen möge, so könne er doch an seinem Geschick nichts ändern und die größte Weisheit bestehe darum in schweigender Unterwerfung unter die Hand des SchicksickS.---Darum ist auch die Herrlichkeit des Türkenvolkes längst verschwunden, kraft- und thatlos sieht es stumpfsiurng seiner Auflösung entgegen, - es ist ihm nicht mehr zu helfen. Selbst ist der Mann, und kann ein Volk sich selber nicht mehr helfen, so hat sein Stündlein geschlagen, es muß von der Schaubühne der Weltgeschichte abtreten, um Lenen Platz zu machen, die noch von eigener Kraft getragen sind. Es giebt freilich auch unter den Christen Viele, die lieber mit Beten und Singen ihr Glück suchen, als durch eigene That erkämpfen möchten. Die gleichen eben den Kindern, die weiter nichts können, als schreien, wenn sie hungrig sind, bis man ihnen den Brei in den Mund streicht So meinen manche Leute, wenn sie zum Himmel schreien, so müßten ihnen die gebratenen Tauben in den Mund fliegen und ihr Glück fir und fertig vom Himmel herabfgllen, ohne daß sie eine Hand deshalb rühren. DaS ist freilich wahr unv wir wissen es Alle: Der Mensch denkt und Gott lenkt, unv ohne den Segen von oben ist all' unser Thun und Treiben vergeblich. Aber wenn der Himmel unser Thun segnen soll, so setzt das eben voraus, daß wir etwas thun, also thätig sind, und je thäti- ger wir sind, desto reicher der Segen. Wer aber n i ch t s thut, wie kann dessen Thun gesegnet werden? Der Schmied hat das Eisen nicht geschaffen und. die Kohlen nicht gemacht, daß sie brenne», das sind Stücke aus der reichen Schatzkammer der Natur, die ein Anderer angelegt und gefüllt hat. Aber wenn er nun am Auibos steht und warten wollte, bis ein Engel vom Himmel käme und ihm das Eisen schmiedete, würde er dann nicht in's Narrenhaus reif feint Darum wenn's Dir schief geht, so laß die Hände nicht sinken, sondern rühre sie um so rüstiger, um den Leck am Schifflein Deines Glückes zu verstopfen. Wenn Du aber statt deffen nichts als klagst und recht wüst thust, so steigt das Wasser immer höber und endlich ertrinkst Du. Es ist aber nicht nur beim Einzelnen so. Die Bürgerschaft klagt z. B. über- schlechte Gemeindeverwaltung Was nutzt das? Jeder ist seines Glückes Schmied, auch jede Gemeinde. Warum habt ihr — — — gewählt? Macht's das nächste Mal besser, so wird's besser geten, habt statt der Vetterfchast und Gevatterschaft die Gemeinde im Auge, und wählt einen Mann, der den Hammer tüchtig zu führen versteht, um das Glück der Gemeinde zu schmieden. Bloßes Naison- niren hilft nichts, sondern besser machen. Der Bastard von Gemappe. Historische Erzählung von F Menk. (Fortsetzung.) Da vernahm er das Raffeln der Schlussel, knarrend drehte sich eine kleine Seitenpforle und zwei Männer, ihm unbekannt von Angesicht, traten herein. Ihr scheues Umsehen, die Angst, mit welcher sie die Pforte wieder schlossen, hatte etwas Verdächtiges, und dennoch schienen es keine Diebe zu sehn. Pascal's Herz klopfte, als die beiden Fremden an ihm vorüberkamen; sie sprachen so leise, daß er trotz aller Aufmerksamkeit nichts hören konnte. Endlich hielten sie vor dem Altar, wokan der König stets zu beten pflegte, still. „Du bist also sicher, Gascon, daß dieser der Altar des Königs ist," fragte der eine halblaut, doch so, daß cs unser Freund vernehmen konnte. „Ob ich es weiß?" erwiederte der Andere ebenso; „das Bett meiner Frau kann mir nicht bekannter seyn. Rasch her das Fläschchen, der König vergißt nie, so ost er betet, die Ecken des Altars zu küssen, der Himmel gebe, daß er es heute mit besonderer Inbrunst thue, er mag sich den Tod daran holen." Lachend schüttete er dann auf jede der Ecken einige Tropfen aus seiner Phiole. Pascal schauderte vor diesem unerhörten Bubenstück und pries die Allgewalt des Ewigen, der ihn Zeuge desselben werden ließ. Wie aber konnte er, der Einzelne, der Schwächere sich dieser beiden Schurken bemächtigen? — Sein Entschluß war kühn — eben, als sie an ihm vorüberschlichen, um die Kirche zu verlassen, sprang er aus seinem Versteck hervor und rannte dem ihm Zunächststehenden den Degen durch den Leib. Der ungeheuere Schreck wirkte auf den andern so furchtbar, daß er wie versteinert dastand; Pascal warf ihn mit einem leichten Stoß nieder und rannte daun laut rufend an die Kirchenthür, an welcher durch glücklichen Zufall, in diesem Augenblick ein Detachement der Königs-Leibwache vorüberzvg. Die beiden Böfewichter wurden Tristan übergeben irnd das ganze Complott dadurch enthüllt. Der Prinz von Oranien war die Seele dieser unerhörten Schandthat. Er hatte im vorigen Jahre Frankreich verlassen und 448 der König ließ ihn wegen dieses Treubruchs im Bilde aufhängen; aus Rache darüber zettelle er jenes Atten- rat an. Im ganzen Reich wurden wegen dieser Lebensrettung Freudenfeste angcstellt und der König befahl der Geistlichkeit, den Namen Pascals in ihr Gebet einzuschalten. Der Jüngling wurde mit Gütern und Geschenken überladen, die Großen des Reichs wetteiferten mit einander, ihm ihre Ergebenheit zu bezeugen. Pascal selbst blieb traurig — denn Clotilden sah er nicht unter denen, die ihn umgaben, Clotilde war an jenem Abend nicht in die Kapelle gekommen. Die Reihe der glänzenden Feste sollte mit einem prachtvollen Turnier beschlossen werden. Was das Königreich an Glanz und Reichthum besaß, mußte an diesem Tage vereint werden. Da strömten aus allen Provinzen Frankreichs die edlen Ritter, Grafen, Herzoge und Fürsten zusammen, keiner der gerufenen Basalten blieb zurück. Paris hatte seit Jahrhunderten so unerhörten Glanz nicht gesehen. Wessen Feder vermag all die Auszüge ver Ritter, ihre Kampfspiele, die Schönheit der Frauen, ihren Schmuck zu beschreiben? Unsere Vorfahren prunkten selten, aber wenn cs geschah , dann kannten sie keine Grenzen und der elende Flitterstaat unseres Jahrhunderts muß beschämt davor zurücktreten. 5. Zwei Tage hatte bereits das Turnier gewährt und ungeheuer war der Andrang von Menschen, der unaufhörlich zu allen Thoren hereinströmte. Nach dem Platz, der jetzt place de la Concorde heißt, drängte sich daö neugierige Volk der Pariser in unabsehbaren Schaaren. Dort waren hohe, gewaltige Gerüste um die Schranken gezimmert und noch ehe die Sonne sich erhob, waren die Sitze schon besetzt. Da sah man die ehrbaren Bürger der Hauptstadt streng abgesondert nach Rang und Reichthum. Die 61 Fahnen mit dem weißen Kreuz und den Insignien jeder Znnst wehten lustig im Morgenwind. Der Pöbel mußte sich, mit den schlechtesten Plätzen begnügen und Tristan mit seiner Schaar eilte geschäftig die Reihen entlang, um Diebereien und Unruhen zu vermeiden. Auf den prächtig geschmückten Baikonen saßen der König und die Großwürdenträger. Die Herolde bliesen und verkündeten den Herren das Beginnen des Stechens; Keiner, der seine Ahnen nicht vierhundert Jahre hinaufführen konnte, wurde für turnierfähig erachtet. Da r.tten auf prächtig geschmückten Rossen die Ritter in schimmernden Silber-, Gold- und Stahlrüstungen in die Schranken. Vor Jedem ging ein Herold voran, der das Banner seines Herrn trug. Das Volk empfing die Gewaltigen mit lautem Jauchzen und die Zinken und Trommeten schmetterten lustig darein. Endlich begann das Rennen. Da sah man die Reichsmarschälle, den gefürchteten Camincs, Dammartin, Du- bouchage, den Herrn von Eraon, Jaques von Damas, Johann von Daillon, den der König den „Erzgcschick- ten" (le maitre des habilites) nannte. Bald stach man einzeln, bald zu vier oder zu acht; manchmal kämpften ganze Reihen — es war ein herrliches Schauspiel. Nach jeden» Gang, wo neue Lanzen oder Schwerter gereicht wurden, ließ man dem Volk und den Damen Zeit zum Plaudern.^. Nun wurde wacker die Geißel der Satyre geschwungen, wer sich linkisch oder feig benommen, wurde tüchtig durch die Hechel 'gezogen. Dagegen rühmte man den Anstand, die Haltung der Sieger, jhre Großmuth, den Schimmer ihr r Waffen und Rüstungen. In eine der vorderen Reihen hatte sich ein wohlgekleideter Bürger aus der Provinz, wie es schien, gedrängt. Er und seine Begleiterin verfolgten mit gespannter Aufmerksamkeit den Gang des Festes, während indeß die Augen des Mannes mit glühender Kampflust auf den Rittern hafteten, schweiften die Blicke des Weibes in die Höhe, auf den Batkonen schien sie den Gegenstand ihrer Aufmerksamkeit zu suchen. Die Frau mochte ehemals schön gewesen seyn, ihre Züge drückten Sanftmuth und Milde aus, aber, ein Gefühl des Schnierzes, des erlittenen Grames zuckte um den feingeschnittenen Mund. Sie mochte kaum 3® Jahre zählen. Ganz anders dagegen ihr Begleiter. Trotz und Härte schauten aus den buschigen Augen heraus, eine finstere Verschlossenheit schreckte von ihn» ab und der ungeheure Bart, der sein sonst nicht ganz unschönes Angesicht umwogte, erhöhte jenen finsteren Ausdruck. Er mußte wohl um zwanzig Jahre älter als seine Begleiterin seyn, denn sein spärliches Haupthaar war gebleicht und ein kahler Scheitel bedeckte den Hinterkopf. „Jeoffroy," sagte dje Frau mit leiser Stimme, „saht Ihr ihn noch nicht? Ach, ich beschwöre Euch, wendet Eure Blicke auf den .Balkon und helft mir den suchen, an dem mein mütterliches Herz so innig hängt." „Wollt Ihr Euch verrathsn?" knirschte der Alte ingrimmig; „was verspracht Ihr mir, als ich Euch mit hierher nahm? Unselige, Ihr werdet Euch und mich ins Verderben stürzen." Die schöne Frau unterdrückte gewaltsam ihre Thränen. „Es ist nun schon länger als ein Jahr," lispelte sie schmerzlich bewegt, „daß Ihr ihn von meiner Seite gerissen; ich müßte vergehen vor WehMuth, wen»» ich ihn heute nicht erblicken könnte. Ach,^ nur einmal, Jeoffroy, nur einmal vergönnt mir, ihn an mein Herz zu drücken!" „Gebt nicht so thörichten Hoffnungen Raum," sagte düster der Mann, „das kann nie mehr geschehen, wenn Ihr Euren Sohn sammt Euch nicht verderben wollt!" In diesem Augenblick erschien Pascal an der Seite des Königs. Die junge Fra»» stieß einen halblauten Schrei des Entzückens aus, als sie den Jüngling erblickte und streckte die Arme sehnsüchtig nach ihn» ans. 449 Die Umsitzenden wurden aufmerksam und faßen mit forschenden Blicken auf die beiden Fremden. Fast mit Gewalt riß der Alte die Begleiterin von der Balustrade zurück, aber schon war einer der zahlreichen Trabanten aufmerksam geworden und schlich sich zu Tristan, der seitwärts stand. Der gefürchtete Prevot wandte rasch den Kopf, aber der Alte, der den Blick des Oberrichters fürchten mochte, drängle sich mit seiner Begleiterin hastig in die wogende Volksmenge; da aber warf die junge Frau noch einen Blick der Liebe nach dem Balkon, und Tristan, der sie mit seinen Adleraugen verfolgte, sah in diesem Augenblick ihre sanften, verklärten Züge. Er stand ivie versteinert, er mußte sie erkannt haben. Schnell winkte er einem seiner Hellebardiers und sprach lange und anhallend mit ihm. Dieser entfernte sich dapn eiligst nach der Richtung, welche die beiden Fremden genommen haben konnten. * * * Das Turnier war zu Ende, die Schaaren des Volks vereinzelten sich, jeder zog seine Straße und singend und tobend schwankte der Pöbel durch die Stadt. Auf der Straße nach Melun schritten noch spät am Abend desselben Tags eilfertig jene beiden Fremden, denen wir bereits beim Turnier begegneten. Der Mann schritt mit finsterer Miene in ängstlicher Hast weiter und sah oft mit allen Anzeigen des Schreckens hinter sich; die junge Frau wankte in sichtlicher Erschöpfung nach und stille Thränen entquollen den schönen Augen. Plötzlich stand der Alte still. „Hört Ihr nichts?" sprach er, das Ohr sorgsam vorbeugend. „Ich glaube Rossestritte hinter uns zu vernehmen. — O Jeanette, Jeanette, was habt Ihr gethan? Ihr stürzt Euch, mich und ihn ins Verderben. Tristan — ja ich kenne dieses Ungeheuers Falkenblick — er hat Euch wieder erkannt, er wird es dem König anzeigen oder uns int Geheim nachsetzen lassen. Fallen wir in seine Hände — dann sind wir verloren!" „Was gilt mir noch das Leben!" entgegnete refignirt das Weib. „Ihr habt mir den letzten Trost auf dieser Erde geraubt, tobtet nun auch die schwache Hülle." „Ihr sprecht thöricht," nahm der Alte erbittert das Wort.' „Vorwürfe ans Eurem Munde verdiene ich nicht. Wo wäret Ihr fammt dem Knaben, wenn ich nicht schützend meine Hände über Euch gebreitet hätte? O daß ich es gethan habe! — Ihr habt es mir mit Nichts vergolten. Ich ließ Ehre, Ruhm, Reichthum hinter mir — entsagte der Welt, um Euch zu gewinnen — und mein Lohn, wo ist er geblieben? Vermochte ich seit 17 Jahren nur ein freundliches Lächeln - Euerm Mund abzugewinnen? Vermochte ich Euch in 17 Jahren nur zu einem Zeichen Eurer Gunst zu bewegen? Ich pstegte Eurer und des Knaben, zog irrend von einem Ort zum andern, um Schutz zu suchen! Ihr hattet nur den Namen jenes Scheusals in Eurem Munde!" Still, ergeben, gesenkten Blickes hörte die sunge Frau die Vorwürfe ihres Begleiters. „Ihr habt Recht, Jeoffrop," lispelte sie dann. „Ich konnte Euch nie gewähren, was mein Herz ihm, dem Einen geschenkt. Heißer, heißer Dank, mein Freund; mein Leben hätte ich Eurer Großmuth willig geopfert, aber Liebe konnte ich Euch nicht schenken, Ihr habt mir den Knaben geraubt und ich werde dahin welken, bald, bald, und Euch die Freiheit wieder geben." „Des Knaben Geschick erheischte es nicht anders," entgegnete er streng. „Glaubt Ihr, fein Feuergeist hätte sich zeitlebens in unsere Wälder bannen lassen? Er ist wohl,bei Hof aufgehoben, .dafür seyd sicher!..." Er wollte noch mehr sprechen, aber eine Staubwolke stieg rückwärts auf und in rasender Eile flüchteten sich die Beiden in das Gehölz zur linken Seite. Die Reiter kamen angestrengt, es waren königliche Hellebardiers, wohl bewaffnet; an ihrer Spitze ritt ein gemeiner Bürger aus Paris. „Wenn ich's Euch sage," stritt dieser, mit den Händen gestikulirend, „auf der Straße nach Melun sind sie gesehen worden und einen Sol gegen ein Livre, hier rechts oder links im Walde stecken sie." „Desto besser für uns," seufzte der Anführer, sich den Schweiß abwischeud. „Ich bin des Reitens müde. Steigt ab, Gesellen, und durchstöbert das Gebüsch. Laßt die Hunde los." Die Meute rannte rechts und links, bellend und knurrend in den Wald, die Kriegsleute nach, nur der Anführer und der Bürger blieben zurück. „Hundertfünfzig Sous einem Seiten," murmelte der Erste leise vor sich hin, „und wer weiß, was für mich noch ertra absällt! Der Großprevot ist ein gewaltiger Herr." Eine Viertelstunde blieb Alles still, da schlugen die Hunde an! Halloh hin, Halloh her — Schwertergeklirr erhob sich. Der Anführer stürzte mit lautem Jubel in das Gehölz. „Wir haben sie, wir haben sie!" scholl es zurück. „Nur das Weib nehmt, das Weib!" schrie der Anführer der Hellebardiers, „den Kerl schlagt tobt." Da brachten eben drei der rohen Kriegsleute jene junge Frau ohnmächtig herausgeschleppt. „Und wo habt Ihr den Andern gelassen?" fragte der Hauptmann. „Der liegt drin im Gebüsch!" rief Einer zurück. „Er hat sich feiner Haut und für die Frau da gewehrt wie ein Bär, ich hab ihm aber eins über den Kopf gehauen und da hat er genug gehabt." „Recht so," sagte der Anführer, zufrieden nickend, „jetzt einen Knebel dem Weib in den Mund, und dann schnell nach der Stadt zurück." Der Hauptmann hob bei diesen Worten die ohnmächtige Frau vor sich auf den Sattel und in gestreck- 450 tem Galopp schlug die Cavalcade den Rückweg »ach Paris ein. Der Abend war herangekommen, die Stadt schimmerte in dem Glanze von tausend und aber tausend Fackeln. Rauschende Musik erscholl überall, aus den Sälen des königlichen Palastes, wie aus den festlich geschmückten Häusern der reichen Bürger. 'Das Volk trieb sich, trunken des Weines, der überall im Ueber- maß gespendet wurde, Straßen auf, Straßen ab und sang Jubellieder auf seine Unterdrücker. Was aber Frankreich an Glanz und Reichthum zu bieten hatte, das war an diesem Abend in de» Sälen des Louvre vereint. -Der König hatte, auf Pascal's Wunsch, die beiden Schwestern aus Berry gleich Fürstinnen geschmückt und neidisch sahen die anderen Damen auf die beiden schlichten Edelfräulein herab. Leokadia sonnte sich in den. Glanz, der sie umgab, ihr stolzer Sinn hätte eine untergeordnete Rolle nicht ertragen. Sie wußte, wen: sie den erborgten Schimmer verdankte und verwünschte das Geschick, das sie von Pasral entfernte. Wie ganz anders dagegen Clotilde! Dieser äußere Prunk stand ihrer Bescheidenheit schlecht; wie gern hätte sie ihn von sich abgestreift, hätte es der lästige Hofzwang geduldet.. Ihr Auge suchte Pascal und wandte sich dennoch wieder scheu von ihm ab, wenn es ihn erblickte. Sie liebte den Jüngling und wagte es nie zu gestehen. Sie känipfte den schmerzlichen Kampf der Entsagung. Nie, so wähnte sie, durfte sie durch ihre Liebe den aufstrebenden Flug dieses jugendlichen Aars hemnren. Pascal nahm nur ungern seinen Platz in der Nähe des Königs; diesen trügerischen Glanz hätte er willig einem Moment in Clotitdens Armen geopfert. Da schob ihm plötzlich ein Page einen Zettel in die Hand. Der Jüngling erschrack freudig; sollte Clotilve jenes versäumte Rendezvous in der Capelle gut machen wol. len? Der Zettel hatte keine Unterschrift, aber auf Flügel» der Liebe eilte der Glühende nach dem traulichen Closet, das ihm angewiesen wurde. Er öffnete die Thüre, ein wollüstiges Halbdunkel herrschte im Cabinet und nachlässig hingeworfen ruhte auf den, Lotterbett eine weibliche Gestalt. Mit dem Ausruf: „Clotilde!" stürzte der Jüngling auf'fie zu — und blieb, wie vom Donner getroffen, stehn, — es war Leokadia. Entrüstet erhob sich das Mädchen und rief erzürnt: „Clvtilde und immer Clotilde, schwärmerischer junger Mann, hüte Dich vor dieser gleißenden Schlange!" Pascal erhob sich mit Hoheit: „Was gibt Euch Veranlassung, die Schwester zu schmähen?" fragte er erbittert. „Was gibt Euch Veranlassung, mich zu ungewöhnlicher Stunde zu Euch entbieten zu lassen?" Leokadia verhüllte weinend ihr Angesicht in die Kissen. „Undankbarer!" schluchzte sie, „ist das mein Dank für ein Herz voll Liebe? Ich nur allein, Pascal, ver- mag zu fühlen, jenes kalte Steinbild kennt nicht die sanften Regungen, die das Weib veredeln. Ach, Pascal, ich liebte Euch, als ich Euch sah, ich hätte Euch willig Alles geopfert, aber Ihr wandtet Euch ab von mir und schenktet Euer Herz jenem kalten Götzenbild, das Ihr anbetet. Pascal, ich konnte es nicht länger ertragen, ich vermochte es nicht, dieser verzehrenden Gluth im Innern zu gebieten. Verdammt mich nicht, daß ich die Bahn gebrochen, aber könnt Ihr »meinen Untergang begehren?" (Fortsetzung folgt.) Sträußchen für Damen. Lilie. Auf dem Lager seufzt die Jungfrau, Bleich ist ihr die Wang'; „Mutter! Horch! den @ang. Gilt er mir, der armen Kranken? — Hörst Du, Mutter! Himmelsklänge! Engel singen leis Ihres Gottes Preis! Mutter, weinst Du zu dem Sange? Still', o stille! - Sieh' ein Engel Schwebt zu mir herab. Traurig, wie das Grab! — Mutter, steh' die schöne Lilie!" _ Stille wird's, der Engel rührt sie Mit der Lilie an: „Komm' mit mir hinan, Droben winket sect'ger Friede!" Auf dem Lager ruht die Jungfrau, Schmerzen sind gestillt! Seel'gcn Friedens Bild Ruht sie — eine weiße Lilie! — (Verspätet.) 1375) Ball-Anzeige. Freitag den 30. d. M. wird Unterzeichneter im Saale des Herrn Busch seinen Abschieds-Ball geben. Sollte aus Versehen die Subscriptions- liste manchem der verehrten Theilnehmenrvollcnden nicht zngikommen scyli, so liegt dieselbe bis znm Tage des Balles in seiner Wohnung, Gasthaus zu», Einhorn, offen. C. Hummel. 1378) Benachrichtig» n g. Die auf Morgen den 28. l. M. festgesetzte Parthie in den Philosophenwald ist des eingetretenen Regenwetters wegen bis aus Weiteres aufgeschobcn worden. Gießen den 27. Juli 1847. Druck und Verlag der G. D. Brühl'fchen Buch- und Steindruckerei in Gießen.