I^eigeblatt für die Stadt und -en Kreis Gießen. M 9S. Samstag den 27. November 18£7. Frucht- u. Victualienpreise zu Gießen vom 27. Novbr. bis 4. Decbr. 1847. Fleischlaxe. | 1 Pfund gutes Ochsenfleisch . . 1 „ Kuhsteisch......• 1 „ Rindfleisch..... 1 „ Kalbfleisch..... ( „ Schweinefleisch . ■ ■ l „ Hammelfleisch gemästet 1 „ Leberwurst . . . . • 1 „ Bratwurst . . ■ ■ 1 „ Schwartemagen . • . 1 „ Blutwurst...... l „ gemischte Wurst . . 1 „ geräucherter Speck . . . 1 „ Schinken ....... 1 „ Dörrfleisch..... t „ Rindsfett...... t „ Hammelsfett..... 1 „ Schweineschmalz ausgelas- kr. 13 10 9 9 15 10 15 18 18 16 12 28 20 20 20 20 k |««| | | wl l I 1 1 1 1 1 ' 1 tlnm. Die Zugaben diirtcn in weiter nichts, als inFIcischvonder- sclben Gattung bestehen ,u- zwar aufloPfd. Alois» nichtmcftralS an bcrthatbPid.u.s. w.snach Proportion, welches aut >Pfd. nicht völlig 5 Loth ausmacht. Köpfe, $ü8c, Ge- raub.wieauchdie gan,blur>genund nichtgenicßbaren Ttückc ovm Hals Brodtaxe. 1 2 Pf. ordinäres Brod t flu3 , Gersten, und 4 " " " i i Kornmehl bestehend 6 „ zz zz ) 2 Pf. gemischtes Brod i mtd , und 4 z, zz zz / 2 Aornmehl bestehend 8 „ ZZ zz ) " 5| Lth. Waffcrwcck..... 4| zz Milchbrod..... Marktpreise. 1 Maas Milch .......... 4 Handkäse............ 5 ................ 1 Pfund Waizenmehl ........ 1 zz grob geschälte Gerste ...... 1 H klein geschälte Gerste.....- kr. 5 11 17 6 13 19 1 1 8 19 20 8 8 8 12 1 1 1 1 1 II 1 1 « 1 WZ.WW find von der Zu- gabegänilichauS- geschlossen. seneS...... 1 „ desgleichen, unauSgelaffen 28 24 1 Fruch tp r e l s e. _______________ Städte Gemäs Waizen Korn Gerste Hafer Erbsen Litlsen. Friedberg..... Gießen...... Grünberg..... Marburg..... rvetzlar .... das Malter daS Malter das Malter das Mött der Scheffel Pb 200 200 90 fl. 12 11 11 8 5 kr. 10 15 45 7 Pf- 190 200 8 8 7 3 kr. 48 53 20 411 170 fl. i kr. 6 57 6i 15 6 30 5l 15 % 50 1 1 II kr. 8 10 40 30 llllllg II II 1? rr. n. rr. Amtlicher T h e L l. Zu jV8 K. G. 12881. Betreffend: den Ankauf von Kartoffeln zum Brandweinbrennen. Gießen am 9. November 1847. Der Großherzoglich Hessische K r e i s r a t h des Kreises Gießen an sämmtliche Großh. Bürgermeister dieses Kreises. In Folge höchster Verfügung vom 27. v. M. und auf die in obigem Betreffe von Ihne« erhobenen Gutachten, gestalte ich hierdurch bis auf weitere Anordnung den Ankauf kranker Kartoffeln durch Brandweinbrenner und zum Brandweinbrennen unter folgenden Einschränkungen: 734 1) Jeder Verkauf kranker Kartoffeln an Brandweinbrenner oder zum Brandweinbrcnnen muß Ihnen zur Anzeige gebracht werden. 2) Sie müssen bei der Ueberlieferung der verkauften Kartoffeln an den Käufer gegenwärtig sehn und sich persönlich davon überzeugen, daß die Kartoffeln wirklich von der Fäuluiß ergriffen sind. 3) Sie haben auff den Grund Ihrer persönlich'en Ueberzeugnng dem Transportanten einen den Namen des Verkäufers und Käufers, sowie die Quantität der verkauften Kartoffeln und die Dauer der Gültigkeit des Scheins angebenden Transportschein einzuhändigen, welchen der Fuhrmann der Ladung bei sich zü führen und auf Verlangen jedes Polizei-Bediensteten vorzu- . — zeigen hat. ■ . . .■ . - ' ■*” Sie haben diese Bestimmungen in Ihren Gemeinden mit der Bemerkung zur allgemeinen Kenutniß zu bringen, daß bei Nichterfüllung jener Förmlichkeiten von Seiten des Käufers von Kartoffeln die für den unbefugten Ankauf von Kartoffeln durch Brandweinbrenner und zum Brandweinbrennen im Allgemeinen angedrohte Strafe eintreten werde, und daß der Ankauf von gesunden Kartoffeln zum Brandweinbrennen und überhaupt durch Brandweinbrenner — so lange ihre Brennereien im Betriebe sind — fortwährend bei Meldung der früher angedrohten Strafe untersagt sey. Ausländischen Brennern ist der Ankauf von Kartoffeln, gesünder wie kranker, fortwährend im Groß- herzogthuin verboten, und der Transport ins Ausland kann, wie Ihnen schon in meinem Ausschreiben vorn 31. v. M. bemerkt worden ist, nur dann gestattet werden, wenn eine Bescheinigung der betreffenden ausländischen Polizei-Behörde, daß die Kartoffeln weder für Brandweinbrenner noch zum Brandweinbrennen angekauft seyen, vorgelegt werden kann. Uebrigens empfehle ich Ihnen, dahin zu wirken, daß die Einwohner Ihrer Gemeinden auch kranke Kartoffeln nur im Falle der Noth an Brandweinbrenner verkaufen, daß sie dieselben vielmehr, soviel irgend thunlich, mit dem Vieh verfüttern, und damit die übrigen Futtergewächse, Kohlraben, Dickwurz, weiße Rüben re, unter sorgfältiger Aufbewahrung derselben, für eine spätere Zeit ersparen. Auch das sDörren der in Scheiben geschnittenen oder geriebenen Kartoffeln, worüber seiner Zeit vielfache Belehrungen verbreitet worden sind, ist anzurathen. Prinz. Bekanntmachung, die ärztliche Behandlung der hiesigen armen Kranken betreffend. Die Dircction des hiesigen akademischen Hospitals übernimmt vertragsmäßig vom 1. künftigen Monats an, mit alleiniger Ausnahme der Kranken des Bürgerhospitals, die ganze Arnienpraris der Stadt Gießen dergestalt, daß nichibettlägerige Kranke, welche ohne allen Nachtheil ihre Wohnungen verlassen können, in der sogenannten ambulatorischen" Klinik, bettlägerige oder solche Kranken, die ohne Nachtheil sich aus ihrer Behausung zu entfernen nicht im Stande sind, in ihren Wohnungen, endlich mit ansteckenden Krankheiten Behaftete, sodann solche Kranken, deren Zustand einer besonderen Wartung und Pflege, oder eomplicirte Verbände, Vorrichtungen u. dgl. erheischt, in das akademische Hospital selbst aufgenommen und dort behandelt werden. Zur Daruachachtung für die hierbei Betheiligten wird dieses andurch mit dem Ansügen veröffentlicht, daß alle Diejenigen, welche berechtigt sind, ärztliche Behandlung auf Kosten der hiesigen öffentlichen Armeiifoiids in Anspruch zu nehmen, sich für die Folge deßfalls unmittelbar an die Direction des akademischen Hospitals zu wenden haben. Gießen den 18. November 1847. Großherzogl. Armen - Commission dahier. Z u l e h n e r. vdt. Laue r. Mit Bezug auf die Bekanntmachung der Grvßherzoglichen Armen - Commission der Stadt Gießen, die ärztliche Behandlung der hiesigen armen Kranken betreffend, bemerken wir, daß zur Anmeldung der Kranken, sowie zur Empfangnahme der ärztlichen Vorschriften, mit Ausnahme von dringenden Fällen, 735 die Stunden von 10—12 bestimmt sind. Die Kranken haben sich, der Regel nach, bei den in dem akademischen Hospitale wohnenden Assistenz -Aerzten zu melden, welche die nöthigen Aufzeichnungen vornehmen und demjenigen von uns, in dessen Funktionen die Behandlung des Krankheitsfalles gehört, alsbaldige Anzeige machen werden. Gießen de» 19. November 1847. Die Direktoren des akademischen Hospitals daselbst. Dr. Wernher. Dr. Vogel. Gefundene Gegenstände. Ein Paar Handschuhe, eine Arbeitstasche und ein Kaputzrock sind gefunden und auf Gr. Polizeibnreau dahier abgegeben worden. Gießen am 25. November 1847. Besondere Bekanntmachungen. 2207) Der Pfandschein M. 7332 über einen Oberrvck (Paletot), ist angeblich verloren worden. Da nun der Verpfänder denselben einlösen will; so werden diejenigen, welche etwa Ansprüche an jenen Schein bilden könnten, aufgefordert, solche innerhalb 8 Tagen dahier zur Anzeige zu bringen, als sonst das Pfand ohne Weiteres verabfolgt wird. Gießen den 24. November 1847. Die Pfandhausverwaltung. Bieler. Pfeil. 1960) Main-Weser-Eisenbahn. Handarbeiter Bei den Erdarbeiten in der Section Butzbach finden Handarbeiter an mehreren Stellen dauernde Beschäftigung mit einem Verdienste von gegen 50 Kreuzern in der Regel. An dem Einschnitte im Gambacher Wald ist eine Barracke mit Schlafstätten und einer Speiseanstalt zur Benutzung für Fremde errichtet. Butzbach den 15. Octbr. 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Section Butzbach. M e V e r. 2192) Da der Pfandschein Nr. ,9840 über einen grünen Oberrock, abhanden gekommen seyn soll, so sind etwa von Dritten darauf zu begründende Ansprüche, innerhalb 14 Tagen, bei der Verwaltung geltend zu machen, als sonst der Auslösung des Pfandes kein Hinderniß im Wege steht. Gießen den 22. November 1847. Die Pfandhausverwaltung Bieler. Pfeil. Versteigerungen. 1802) Montag den 29. November l. Z., Nachmittags 2 Uhr, sollen nachstehende Immobilien des Zoh. Earl Rinn, Schuhmachers dahier, ‘Vio» 23,7 LWlstr. Haus nebst Grund auf dem Reichensand neben Ludwig Becker, 470/4 neu I/103a. 13 fstKlstr. Grabgarten daselbst, l9/s neu 7/123 96 lDKlftr. Acker zwischen dem Gleiberger- und kleinen Grasweg, 1 neu 2%i 141 lUKlstr. Acker aus der Weißerde, % neu s%6 lDKlst. Acker, die Eichgärten, unter den neuen Eichen, zwischen der mittelsten und Waldgasse, auf dahiesigem Rathhause an den Meistbietenden versteigert werden. Gießen den 10. Sept. 1847. Großh. Hess. Stadtgericht. Muhl. Dr. Zimmermann. 2198) Die Lieferung von 68% Ellen grau wollenen Tuches und 1% Ellen hellblau wollenen Tuches, zur Anfertigung der Mäntel für die Nachtwache, soll im Soumisttonswege vergeben werden. Man fordert deßhalb diejenigen, welche die Lieferung übernehmen wollen auf, ihre Muster nebst Preis verschlossen auf der Bürgermeisterei bis Ende dieses Monats abzugeben, und wird dabei bemerkt, daß das grau wollene Tuch per Elle nicht über 1 fl. 50 kr. und das hellblaue Tuch nicht über 3 fl. 10 kr. kommen darf. Gießen den 22. November 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 2196) Eine Partie Zwetschenbäuine, welche cheilweise noch zum Versetzen geeignet sind, sollen 736 im Oßwald'schen Garten in der Nähe deS Neu- städterthors Montag den 29. November, Nachmittags 2 Uhr, an die Meistbietenden versteigert werden. Gießen den 22. November 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 1935) Folgende, dem Kammmacher Heinrich Schäfer II. in Gießen gehörige Immobilien, als: 36%S 1/4-7 7 Klafter Hosraithe in der Kühgasse, HZ131 Klafter Acker Lag-Gärten in den 11 hintersten Schießgärten, VH/.36 205 Klafter Acker zwischen dem Glei- berger und kleinen Grasweg, XVII/ 41,3 107 Klafter Acker an der Schoor, XXXI/,50 542 Klafter Acker am Grüninger Pfad, sollen Montag den 29. November d. I., Nachmittags 2 Uhr, auf dem dahiesigen RathhauS öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 5. October 1847. Großherzogl. Hess. Stadtgericht. Muhl. Haberkorn. 2208) Montag den 29. November d. I., Vormittags 10 Uhr, soll im hiesigen Bürgcrhospital die Lieferung des für dasselbe im nächsten Jahr erforderlichen Brcnn- öls, der, Talglichter, der Seife und des Brandweins, an die Wenigstnehmevden versteigert werden. Gießen den 24. November 1847. In Auftrag Großherzogl. Armen- Commission das. Lauer. 2195) Das bei Anlegung des Wieseckerweges entbehrlich gewordene Gelände, welches links des Weges in 261 lDKlaftern besteht, soll Montag den 2 9. November, Morgens 11 Uhr, auf hiesigem Rathhaus nochmals versteigert und der Zuschlag unwiederruflich ertheilt werden. Gießen den 22. November 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 2110) Main-Weser-Eisenbahn. Lieferung von Brennöl. Samstag den 4. Dezember d. I., Vormittags 10 Uhr, soll die Lieferung von "etwa 10 Ohm Krystallöl, welche zum Betrieb der Erdarbeiten im Linder Markwalde erforderlich werden, unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an die Wenigstfordernden öffentlich in Akkord gegeben werden. Gießen den 24. November 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Seetion Gießen. L- Lindt. 2206) Main-Weser-Eisenbahn. Lieferung von Schienenkloben zu pro« viforischen Bahnen Die Lieferung von 50,000 Stück Schienenkloben zu provisorischen Schienenbahnen, wird Freitag den 3. Dezember, Vormittags 10 Uhr, -int Gasthause zum Stern dahier öffentlich versteigert. Butzbach den 22. November 1847. Der Gr. Hess. Sections - Ingenieur Meyer. 2216) Main-Weser-Eisenbahn. Lieferung von Bnchenfcheitholz. Samstag den 4. Dezember d. I., Vormittags 9 Uhr, soll in dem Gasthause zum Promenadehaus dahier, die Lieferung von etwa 60 Stecken Bnchenscheitholz für die Speiseanstalt im Linder Markwalbe bei Großenlinden, unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen, an den Wenigstfordernden öffentlich in Akkord gegeben werden. Gießen den 24. November 1847. Der Gr. Hess. Sections-Ingenieur der Sectivn Gießen. L. Lindt. 2205) Versteigerung von Straßenbau- arbeiten. Die zur Unterhaltung der Straßen int Baubezirk Grünberg für das Jahr 1848 erforderlichen Arbeiten, nämlich: 1) Steinbrechen, 2) Steinfahren, 3) Steinschlagen und 4) Handarbeiten , sollen an den nachbemerkten Tagen und Orten, jedesmal Vormittags 10 Uhr, an die Wenigstfordernden öffentlich versteigert werden. Montag den 6. Dezember, in dem Rathhaus zu Grünberg, für die Straßen von Gießen über Grünberg nach Schellnhausen und von Grünberg nach Hungen, Bezirk Nr. I. Dienstag den 7. Dezember, im Gasthaus zum Hessenbrücker Hammer, für die 737 Straßen von Grünberg nach Hungen und vom Hessenbrücker Hammer nach Lich, Bezirk Nr. VIII. Mittwoch den 8. Dezember, im Gasthaus zum Engel in Lich, für die Straßen von Gießen über Lich nach Hungen und vom Hessenbrücker Hammer über Lich nach Butzbach, Bezirk Nr. X Donnerstag den 9. Dezember, in der Wohnung des Gastwirths Gerlach zu Eberstadt, für die Straße von Lich nach Butzbach, Bezirk Nr. XI Freitag den 10. Dezember, in der Wohnung des Gastwirths Buttron zu Hungen, für die Straßen von Lich nach Hungen und von Grünberg über Hungen nach Berstadt, Bezirk Nr. IX. Montag den 13. Dezember, in der Wohnung des Gastwirths Geiß zu Ruppertenrod, für die Straßen von Grünberg nach Schellnhausen, Bezirk Nr. II , und von Ruppertenrod bis zum Einschnitt in die Straße von Schotten nach Herbstein, Bezirk Nr. V. Dienstag den 14. Dezember, in dem Rathhaus zu Laubach, für die Straße vom Hessenbrücker Hammer über Laubach nach Schotten, Bezirk Nr. VII. Mittwoch den 15. Dezember, in der Wohnung des Gastwirths Hofmann zu Freicnieeu, für die Straßen von Fleuiungen über Freienseen nach Laubach, Bezirk Nr. VI. Donnerstag den 16. Dezember, in der Wohnung des Gastwirths Müller zu Gails» hausen, für die Straße von Grünberg über Londorf bis zur kurhcssischen Grenze, Bezirk Nr. IV Freitag den 17. Dezember, in der Wohnung deS Gastwirths Erb zu Atzenhain, für die Straße von Homberg nach Grüuberg, Bezirk Nr. III Indem man Vorstehendes zur öffentlichen Kennt- niß bringt', werden zugleich die Großherzogl. Bürgermeister ersucht, dieses int Interesse ihrer Gemeinden durch die Schelle veröffentlichen zu lassen. Grünberg den 22. November 1847. Der Großherzogl. Hessische Kreisbaumeister des Baubezirks Grünberg. N o a k, Vikar. 2191) Main-Weser-Eisenbahn. Steine- und Saudlieferung. Die Lieferung der zu dem Viadurte für den Wisselöheimer Weg in der Gemarkung Niedermörlen erforderlichen 47 Cubikklftr. Rollir- und Mauersteine, das Fahren von 14 Cubikklftr. Steinen aus dem staatseigenthümlichcn Bruche bei Rockenberg, sowie die Lieferung von 14 Cubikklftr. Mauer sand, wird Dienstag den 30. d. M., Vormittags 10 Uhr, im Gasthaus zum Stern dahier öffentlich versteigert. Butzbach den 19. Novbr. 1847. Der Großh. Hessische Sections - Ingenieur Meyer. 2209) Main-Weser - E isenbahn, Sektion Gießen. Lieferung von Victualien für die Speife- anstatt im Linder Markwalde. Die Lieferung der nachbenannten Victualien in die, bei dem Erdeinschnitt im Linder Markwalde bei Großenlinden errichtete Speiseanstalt, nämlich von etwa 1) 300 Maltern Kartoffeln, 2) 60 Centnern Erbsen, 3) 46 If Linsen, 4) 30 ff Bohnen, 5) 18 If geschälte Gerste, 6) 22 ff Reiß, 7) 18 ff Waizcngrütze, 8) 11 ff Hirsen, 9) 12 ff Weißmehl, 10) 25 ff Sauerkraut, 11) 20 ff weiße Rüben, 12) 25 f> gelbe Rüben, 13) 2000 Stück Weißkrauthäupter, 14) 2000 „ Würsige, 15) 2 Centnern Zwiebeln, 16) 4 ff Sellerie, 17) 4 ff Lauch, 18) 26 If Salz, 19) 2 If Butter, 20) 25 Pfund Pfeffer, 21) 10 II Kümmel, 22) 5 Ohm Essig, sowie der Bedarf von 23) täglich etwa 4 Centnern Schwarzbrod und 24) n ii 66 Psund Ochsenfleisch, soll auf dem Wege der Submission an die Wenigst- fordernden in Accord gegeben werden. Die Bedingungen über die verschiedenen Lieferungen können vom 29. d. M. an auf deni Büreau des Unterzeichneten eingesehen werden, wobei den Lustlragenden gleichzeitig über die Form der einzulegenden Submissionen das Nähere mitgetheilt werden wird. Der Endtermin für die einzureichenden Submissionen ist auf Samstag den 4. künftigen Monats, Mittags 12 Uhr, festgesetzt. Gießen den 24. November 1847. Ter Gr. Hess Sections-Ingenieur der Section Gießen. L. Lindt. 738 Feilgeboten. 2216) Nene Sendung e n- von stillstem Schweizer -, Limburger- und Rahm- Käse, holländischen Häringen, Bückingen, Lapper- dan und Sardellen, frischen, sehr zartschäligen Ct- tronen, feinsten Tafel-Rosinen und Tafelmandeln, Kastanien und Wallnüssen, ächten Capottes, Caver,, , Düsseldorfer Senf, achtem rolhen und weißen Burgunder Tafel-Essig, feinsten italienischen Ge- müß-Nudeln, feinstem GesundhcilS-Chocotade, namentlich einer entölten Magen-Chocolade, seinem Gewürz- und Banille-Choeolade, ertrafeinem Perlen-, Havsan-, Haysanking- nnd Blumenthee (letzieren in Viertel - Pfund - Büchsen), Pecco, mit und ohne Blüthen, grünem und schwarzem Spitzen-Thee, frischer Vanille und Ceylon - Zimmet, sind angekommen bei L. Iah r e t s, Marktplatz Lit. B. J/g 24. 2204) Cronenberger Castanien empfiehlt 3. G. Appe l. 2202) Alle Gattungen Möbel in Puppenzüu- mer, ordinaire und fristete Puppenköpfe und Gestelle, sowie Arme und Beine von Holz und Pupiermaschä empfiehlt 3- £>■ Fuhr. 2193) Verschiedene Zündhütchen-Flinten, Taschen - Pistolen, doppelte und einfache, sind vorrä- Ihig bei Wilh. Stein, . Büchsenmacher, Lowengasie Lit C. 90. 2180) Ein vor mehreren Jahren neu erbautes Gartenhaus ist auf den Abbruch zu verkaufen. Näheres bei dem Ausgeb. d. Bltts. 2185) Feinsten Malaga ä 1 sl. 12 kr. die Flasche, feinsten Champagner a 2 fl. in Origmal- Flaschen, neuen Weinmvst aus jüngst gekelterten weichen Traubensorten die Maß zu 32 kr. und in der Ohm billiger empfiehlt S ilb erersen. 2203) Wärineflaschen in vier verschiedenen Sorten, geeichte Gemäße und Messing-Leuchter empfiehlt 1 Zinngießer Fuhr. 2216) Alle Sorten weiße und farbige Wacbs- stöcke und Later,tenlichter, Stearin-, Tafel- und Chaisenlichter, bei L Jahr eis- 2200) Oelmüh lpressen-Berkauf. Bei Unterzeichnetem find zwei gebrauchte, sehr gute Ziegelkuchenpressen zu verkaufen. Untersommermühle am 19. November 1847. 3. Bopp, Muller. 2214) Mein wieder vervollständigtes Lager musikalischer Instrumente, bestehend hi Ventil - und Inventions-Trompeten, großen und kleinen Leipziger Posaunen, mit und ohne Slimmzüge, Jnventions- und Klappenhörnern, Clarinetien in B, C und Es mit D, mit 5, 8 und 10 Klappen, Flöten in D nnd F mit 1, 4 und 6 Klappen, Picollos in D und Es mit 1 und 4 Klappen, Violinen, Guitarren, letztere mit und ohne Mechanismus, Terz- und größere Sorten AltviolaS-, Violoncellos- und Contra-Baffe, bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. Auch habe ich neue Sendungen deutscher und römischer Violin-, Guitarre-, Violoncellos - und Baß-Saiten erhalten. Gießen den 25. November 1847. L- Jahreis, Marktplatz Lit. ß. 24. 2217) Frischei Tranben- M most ist ächt zu haben bei August Rupp, auf dem Kreuz. 2219) Kalte Pastete in Portionen ist jeden Tag frisch zu haben bei Karl Mayländer. 2223) Neue Sardellen das Pf. zu 36 kr. enipsiehlt Julius Wallach. 2221) Waizen - und Kornkleie, sowie ganz schwarzes mit Kleie vermischtes Brod, welches sich zum Mästen der Schweine und als Pferdcfutler gut eignet, ist zu haben bei Heinrich Kämmerer, auf dem Markt. 2222) Cronberger Castanien bei Julius Wallach. 2225) Brandweinspülig ist zu verkaufen bei Gg. Reiber, in der Neustadt. 2220) Feine Sayel-Jacken und feine Sayet-Hosen für Herren und Damen, gebleichte und ungebleichte baumwollene Herren- und Damenhosen, deßgleichen Jacken, Dameiuücher, fuge englische wollene und halbseidene Handsckuche, feine wollene und baumwollene Strümpfe, weiße und schwarze baumwollene Nacht- kappen, Palatins, Kindermänielchen, Kinderkleidwcn, Kindergamaschen, Kinderschuhe, Pelzüberwürfe,^Müschen, graue und weiße Herren- und Knaben-Jacken, Stauchen, Pulswärmer, Schmutzärmel u. s. w., in bester Auswahl, bringe ich hiermit in empfehlende Ertnnerung. Carl Wusetzki, Strumpfwirker, Lit. 1). «42 177. in der Marktstraße. 739 Zu vermiethen. 2223) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen und kann Ende November bezogen werden. Wo? sogt Ausgeb. d. Bltts. 199-5) Zwei Stuben mit oder ohne Möbel sind zu vermiethen bei Bäcker Schäfer. 2226) Eine Stube mit Sopha, wobei auf Verlangen das Holz zur Feuerung während dieses Winters um einen billigen Preis abgegeben werden kann, ist zu vermiethen bei Zimmermeister B a st. 2230) Mein Hinterhaus in der Wolkengasse, ist zu vermiethen und kann den 15. Januar k. I. bezogen werden. H. Rothauge. 22'24) Auf dem Seltcröweg sind zwei ineinan- dergehende Zimmer mit schöner Aussicht, billig zu vermiethen. Wo? sagt Ausgeb. ,d. Bltts. Vermischte Nachrichten. <2ewerl> - herein* 2197) General Versammlung der hiesigen Localsection Montag den 2S. November, Abends präcis 7 tthr; Gegenstände der Äerathung, resp. Beschlußnahme: 1) Wiederbesetzung der erledigten Stelle des Bibliothekars und Rechners der Localsectiom Die Beibehaltung des Herrn Polizeiraths Zulehner zu dieser Stelle ist zwar in der Sitzung vom 4. September von dem Verein beschlossen worden; Herr Polizeirath Zulehner hat jedoch seine Nichtanerkennung dieses Beschlusses durch Nichtbeantwortung der zweimaligen Insinuation ausgesprochen; 2) Die Vorenthaltung sämmtlicher Localsections-Akten, sowie Rechenschafts-Ablage über die verwendeten Gelder durch den vorigen Sccretair und bisherigen Rechner des Gewerb- Vereins, Herrn Polizeirath Zulehner.Der Vorstand. Obig e E i n l a - u n g zu einer General-Versammlung hiesiger Localsection des Gr. Gewerb- Vereins nothigt die irnterzeichneten Vereinsmitglieder zu der Erklärung, daß der gegenwärtig als Vorstand gedachter Localsection b l o s de facto fungirende Herr Professor Di. Knapp um so weniger befugt erscheint, zur Wahl ünes neuen Rechners zu schreiten und Rechenschaftsablage zu verlangen, als: 1) die Gültigkeit seiner eigenen Wahl angefochten, hierüber in legaler Weise noch nicht entschieden, und er von der Majorität der, bet den deßfallsigen Verhandlungen sich betheiligten Sections-Mitgüe- dern als Vorstand nicht anerkannt ist, diese Majorität vielmehr 2) gegen alle von ihm in genannter Eigenschaft bereits vorgenommenen und noch vorzunel mcnden Handlungen, als gegen willkührliche 740 E. Stern. Die Unterzeichneten, zn dieser Erklärung durch besondere Vollmacht der oben erwähnten Majorität autorisirt, schließen mit der Bemerkung, daß die mit ihrer, resp. der Mehrheit Zustimmung bisher verweigerte Rcchenschastsablage ohne allen Anstand erfolgen kann und wird, sobald ihre rücksichtslos verletzten Rechte Anerkennung gefunden, namentlich die in den Hauptversammlungen hiesiger Localsection vom 16. August und 4 September l. I. mit Stimmenmehrheit gefaßten und darum zu Recht bestehenden Beschlüsse Geltung erlangt haben werden. Gießen im November 1847. Ad. Möhl. G- C. Th. Heerz. Acte ausdrücklich mit dem Anfügen protestirt hat, daß sie solche und die daraus gezogenen Folgerungen nicht anerkenne. 2229) Ijiclitlbilder werden täglich im Atelier voist Morgens 9 bis Nachmittags 4 Uhr bei Verbürgung der sprechendsten Aehnlichkeit aus das Schärfste und ohne Einstuß der trüben Witterung angesertigt, auch werden daselbst Copien nach Gemälden, Zeichnungen u. dgl., sowie Famrllengruppen in verschiedenen Größen ausgeführt. . , Da diese Lichtbild-Portrait's sich zu den schönsten Geschenken clgnen, so machen wir das hochgeehrte Publikum auf unfern kurzen Aufenthalt in hiesiger Stadt aufmerksam. Das Atelier, wo täglich Probebilder ausgestellt sind, befindet fich der Klinik gegenüber im Hause des Herrn Kaufmann Müller, eine Stiege hoch. Aonis Retinpage Ä Coinp. de Berlin. 2175) Durch mehrfaches Nachfragen bewogen, und um den jungen Handwerkern, welche ihre Meisterprüfung zu bcsteben beabsichtigen, Gelegenheit zu geben, sich in kurzer Zeit hierzu auszubilden, beabsichtige ich, in den Monaten December, Januar und Februar in derselben Weise, wie im vorigen Jahre, von Morgens 9 bis 12 und Nachmittags von 1 bis 3 Uhr, Rechnen - und Zeichnenunterricht zu er- theilen. — Ich ersuche daher diejenigen, welche daran Theil zu nehmen wünschen, sich bis zum 1. Deeember l I. bei mir zu melden. I. Lanckert. 2201) Am Samstag den 20. November d. I. ist in hiesiger Stadt ein Reise-Kommissionsbuch in Octav-Form, mit hellgrünem Einband verloren gegangen. Dem ehrlichen Finder wird eine gute Belohnung zugefichert, wenn er dasselbe im Gasthof zum Rappen abliefert. 2212) Der Unterzeichnete zeigt hiermit an, daß er die der Stadt Gießen gehörigen Steinbrüche im Hangelstein, von Michaeli d. I. an, auf alleinige Rechnung in Pacht genommen hat, und daß von diesem Tage an, Bestellungen und Zahlungen nur an ihn zu leisten sind. Allenbuscck den 24. November 1817. Caspar Becker IV. 2218) Montag dm 29. d. M., Nachmittags 2 Uhr, sollen im Gasthaus zum Schwanen, die beiden Lttthauer Pferde ausgespielt werden, und sind noch Loose a 24 fr. daselbst zu haben. K o b i ck e. 2227 Ich wohne von heute an auf dem Seltersweg, ohnweit dem Kreuz. Gießen den 25. November 1847 G. M. Bogt, Hcrren-Kleidermacher. 2228) Sonntag den 28. November findet in den unteren Zimmern des BuschischengartenS vollständige Harmonie-Musik Statt.. 2194) Ein solides Mädchen wird baldigsi in einen Laden gesucht. Wo? ist zu erfahren in der Expedition dieses Blattes. Hierzu eine Beilage. Angekommene und abgereiste Fremden In den Gasthäusern. Irn Einhorn: £r. Euer, Fabrik, v. PanS. Hr. Jan. ftn, Sfm. v Montfoie. Hr. Bohm m. Fam. u. Bedien., Oberwafferb.-Jnfpect. v Wetzlar. Fr. v. Bebnc m Fam. u. Bedien, v. Schaffhausen. Hr. v. Charnhorst, Regler-»ecr. v. München. Hr. Sartorius, Dr. med. ». Bonn, pr Baron v. Dourap m Bedien., Hanptm. ». Prag. )r. Der- lam, Archit. v. Bockenhcim. Hr. Wirth, Kfm. v. Franknirt. Lr v. Sternberg m. Bedien., Rittergutsbes. v. Weißenfeld. Ir. Hopkinson, Reut. v. London. Hr. ^gter, Verwa t v. SBnrnbeim Hr. / Gand thcol. U. Fr(. WelbtNvusch O. Wickert, £tn. Sfl Emden v. Frankfurt u. Wütmann v. Ronsdörst Fürst v. Pountonyschei m Gefolge u Bedien a Galizien. Hr. v. Stahrkopf, Geh. R. v. Hamburg. Hrn. Kfl. Kaufmann v. Frankfurt u Pohrer v. $anau. £t. v Rau, Gutsbes v. d. Rabenau Hrn. Kfl. Kamspcck u Schneider v. Alsfeld. Hr. Seidel,, Hauptm. v. Wurzbmg ©cbröbct Partie, v. Mannheim. £)tn. Sicutn. v. banöf« v Coblcnz u. v. Sebastiani v. Mainz. Hr.Bertrand, Apoth? u. Hr Bertrand, Arzt v. Schmalbach. Hr. Rosen, tdal Kfm- v. Frankfurt. Hr. Großmann, Dr. jur v. Darmstart Hrn. Kfl. Baumgärtner v. Attenkirchen, Kunz v. Co n u Orth v Deutz. Hr. Schmidt, Burgcrmelst- v. Müschen- heim. Hr. Willmann, Optic. v. Hanau. Theckmann, Kt'm v Düffelrorf. Hr. v. Lindehoff, Geh Hoir. v. Bett« mow. H^. Krauskopf, Apoth. v. Minden Hr. Hirschhorn, Posth v Berleburg. Hr. Mollerhaus, Geom. v. Grebcrs» Hr Knoblauch, Archit. v Braunschweig. Sr, Küster, mann, Wcinh. v. Osnabrück Hr. Freiherr v. Buchholz m. Bedien., Domäncnbes. v. Holstein. Fr Modest. Dourachon v. Paris. Fr. Hofmann m. Tocht. v. Frankfurt. Im R«,„.en. Hrn. Kfl. Berg v. Offenbach, Wüster v. Elberfeld u Rothschild v. Frankfurt. Hr. Stucke, Affeff. v. Cöln Sr Münchhoff, Kfm. v. Nordhausen. Hr Asmus, Revierforst, v Eckelshausen. Hr. Schneider, Decan v. Biedenkopf. Hr. Braun, Pacht, v. Gut Entenfai g. Hr Strcng, Oeeon. v. Frankfurt. Hr». Kfl. Nhrmann v Ca!>l u. Rickert v Coblenr Hr- Pichler, Stud v. Mainz. Hr. Lederer, Kfm v. Gladbach Frls. Besserer v Alsfeld u. Lederer v. Gladbach. Hr. Noot, Techn. v. Friedrichshutte. Hrn. Kfl. Erbse v. Hanau, Rettbcrg v. Crefeld, Siegfried v. Wresba den u. Keller v. Elberfeld. Frl. Siegfrud o. Wiesbaden. s>r. Rchberg, Lieutn. v. Cassel. Hr. Bichmann, Pfarr. v. Lich. Hrn. Kfl. Flörsheim u. Meißner v. Frankfurt u. Lang- vom 23. bis 25. November 1847. M ^„„henbEra St. Dölbrück, Referend. v. Chemnitz. *SS'; ‘Ä «•«<«. Hr Schäfer, Fuhrm. v Maar. Hr. Streich, Oecon. v Wallenrod. Hrn. Fuhrs. Kaiser u. Jost v. Kaulstos, Hr. Wagner, Handelsm v. Gonmngen Hr Werdet' Oecon. v Wallenrod Hr Storch, Gastw. v. Schotten Frl Zievel, Säna v Darmstadt. Hr. Stern, Privatm. v. Frankfurt. Sr Rausch Spevit. v. Großeneichen. Hr. Achenbach, Han« kelsnr ° Hotthauftn. Hri Rapp, Spedit. v Hatzfeld. Hrn (sdcfiönletn v Iserlohn u Walther v Frrßlar. Hr Lau- g; Oberwöllstadt. Hr. Becker, Geschästsm. v. ^iKarmstoedter Baus, Fr. Weil v Ob-trad Hm Gclckäftsl Herzberger v. Wenkbach, Simon v Londorf, I Schneider u. L Schneider v. Holzhausen. Hr. Rüdiger, Krautschn a. Tyrol. Hrn. Handels!. Eschle v. Fortwangen U Zimmerl. Klein, Cramer, Müller u. Achenbach v. Offenbach. Hrn. Privatl. Schuchard v. Cassel u Kühne » Neustadt. Hr. Jelsing, Buchdr v. Kopenhagen Hrn Handels!. A Benedict u. W. Benedict v. Braunfels. Hrn. Privatl. Leinweber v. Hommertchausen, Engel v. Nie dermörle, Schneider, Bäumer u. Schmitt v. Holzhausen. In der Sonne; Hr. Krieger, Geschästsm. v. Ackendorf. Hr. Goldmann, Handelsm. v. Ershausen. In der Rose; Hr. Bayer, Schneid «. Holzheim. Jungfern Walz v. Hungen u. Lotz v. Friedrichsdorf. Hr. Becker, Schrein, v. Ebersheim. Hr. Fretscher, Buchdr. v. Weunar. In den Privathausern. Bei Hrn. Sfm. Böhm: Fr. Junck u. Frl Junck v. Marburg. - Bei Hrn. Jean Gertlg: Frl. Schmrdtborn v. Battenberg. — Bei Hrn. Gastw. Becker: Srn.pnval. Bnel u. Traute v. Battenfeld. - Del Hrn. Scrw. Stern. Fr. Revicrförst. Stein v. Dodenau. — Ber Hrn Registr Engel, dach: Hr Dr. Pfeffer m. Fr., Physik.-Arzt v Biedenkopf. Bei Fr. Pfarr Briegleb: Hr. Briegleb, 6aud v. Hirzen Hain. — Bei Hrn Kreissecr. Trapp: Hr Trapp II., Holger Advoc. v. Friedberg u. Fr. Posth. Trapp v. Wetzlar, B r Hrn. Geh. R v. Löhr: Hr v. Lohr, Obcrüeutn v. -ffen bach^ — Bei Hrn. Zinngieß Fuhr: Hr. Stern, Prwatm. v. Frankfurt. - Bei Hrn. Schremermelst. Helmold II.- Fr. Scheid », Butzbach. Die Psarrgeschäfle in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. Geld Cours vom 2». November. Frischbacken. Sonntag den 28 November. Carl Löber am Lindenplatz. Conrad Kempf auf dem Seltersweg. Carl Noll in den Neuenbäuen. Georg Noll in der Neustadt. Kirchliche Anzeigen Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Am 28. November, dem l. Advent. Morgens: Kirchenrath Dr. Engel. Nachmittags. ^Beerdigte. Den 2 3 November Johann Melchior Trapp, Bürger und Taglohner dahier, alt 32 I. t> -w- 20 T., gestorben den 2l. November Denselben. Peter Dörr, des Burgers und Fuhr- manns, Ludwig Dörr, ehelicher Sohn, alt 1 I. ll Ui. 10 T , gestorben den 22. November. fr. 6 47 37 32 59 3 43j 41| 20 24 20 fl« il 9 5 9 9 12 2 1 2 21 24 Gold- und Silber-Sorten. Neue Louisd'or . . • ■ • • * ‘ Friedrichs'dor Ducaten 20 Frank-Stücke Holl 10 fl. Stücke ...•■• Engl. Souverains Laubthaler • • Preußische Thaler Fünf-Franken-Thaler Hochhaltiges Silber . • • • • Gering-mittelhaltigeS Silber . . • 742 Unterhaltendes nnd Gemeinnütziges. Der Informator. Novelle. (Fortsetzung und Schluß.) „Nur doppelt werde ich Dich dann lieben," erwie- derte Werner, sic von neuem umschlingend, und ihre Stirne, Wangen und Lippen mit glühenden Küssen bedeckend. „Nur um Deine Liebe bin ich noch in Zweifel; — Du gingst mit Villani so vertraulich allein." „Aber unsere Unterhaltung war gezwungen und kalt," versetzte Rosalie. „Du hast Recht. Ich habe Dich hier belauscht und bin auch im Garten nachgeschlichen. Er bot Dir nicht einmal seinen Arm." „Also kannst Du völlig ruhig sehn." „Nun, so höre denn, liebe Rosalie. Ich habe mich heimlich hieher geschlichen, um Dir eine angenehme Nachricht zu bringen. Kaum hatte ich meinen neuen Posten in D — als Hauslehrer bei dem Grafen von W — angetreten, als der Kronprinz auf dem gräflichen, bei der Residenz gelegenen Schlosse einen Besuch abstattcte. Er belauschte mein Clavierspiel, wo ich eben allein im Zimmer saß, und mich, Deiner gedenkend, in melancholische Phantasieen ergoß. Der Kronprinz ist leidenschaftlicher Musikfreund. Er störte mich nicht. Erst als ich geschlossen hatte, trat er in das Zimmer, unterhielt sich lange mit mir, und ernannte mich endlich zu seinem Secretair. Rosalie hüpfte und sprang vor Freude über diese Mittheilung. „Du begreifst aber wohl," fuhr Werner fort, „daß es vor der Hand nicht gerathen ist, sogleich mit unserer Liebesaugelegenheit hervorzutreten, und zwar um so weniger, als ich schon übermorgen den Kronprinzen auf einer Reise nach Italien zu begleiten habe, von welcher wir jedoch schon nach sechs Wochen zurückkehren werden. Um Dir für diese Zeit Lebewohl zu sagen, und meine gute Mutter hinlänglich mit Geld zu versehen, reiste ich nach L. Aber jetzt muß ich schleunigst mit dem in einer halben Stunde abgehenden Eilwagen nach D — zurück. Noch eins. Es wäre mir lieb, wenn Du auch gegen Deine Eltern vor der Hand ganz von mir schwiegest. Also lebe wohl und bleib' mir treu!" Noch ein langer, langer Kuß, und Werner war durch eine Hinterkhüre deS Gartens entschwunden. Die Glocke schlug bereits elf Uhr. Ein Theil der Gesellschaft hatte sich schon entfernt. Auch Billani brach auf. Harder begleitete chn an seinen Wagen. „Ist auch Alles int Reinen?" fragte Villani nochmals. „Gewiß," versetzte Harder mit erzwungenem ruhigen, sichern Tone. „Ich erwarte Sie morgen Vormittag um neun Uhr." Als sich Villani am nächsten Morgen zu der vor- habende» Abrechnung in des Eommerzienraths Hause einfand, war Harder — verschwunden. Man wartete auf ihn eine halbe — eine ganze — zwei — drei Stunden — er zeigte sich nicht, und Niemand von dem ganzen Personal konnte über ihn Auskunft geben. Die Eommcrzienräthin und Rosalie schwammen in Thränen. Villani sprach von faulen Fischen, Betrug und wurde immer heftiger. Endlich schickte er nach den Gerichten. Die Gerichtspersoneu trafen sogleich Anstalt, um den wahrscheinlich flüchtig gewordenen Harder cinzubringen, doch wurde ihnen die Mühe erspart, da sich der Gesuchte in einem Zustande völliger Kopflosigkeit und Zerrüttung noch am Abend desselben Tages selbst stellte. Da Villani Eile hatte, so wurde die Untersuchung von Harder's Verhältnissen schon am folgenden Morgen vorgenommen. Es ergab sich ein Deficit von einer halben Million. Harder mußte jetzt in den Schuldthurm wandern. Villani sah sich genötbigt, seinen Aufenthalt in L — zu verlängern. Rosalie that vor ihm einen Fußfall, doch vergebens. Villani äußerte, er würde milder verfahren seyn, wenn man ihm sogleich Alles entdeckt Hütte, aber jetzt sey er aufgebracht darüber, daß man ihn habe düpiren wollen und werde nun die unerbittlichste Strenge anwenden, um, so weit es möglich sey, zu seinem Recht zu gelangen. Schon nach acht Tagen wurden Harder's beide Häuser und Garten zum Verkauf ausgeschrieben. Sie fanden bald Liebhaber. Darauf folgte die Auktion, in welcher Eommerzienraths sämmtliches Besitzthum an Mobiliar, Pretiosen, Gemälden, Wäsche und Kleidung versteigert wurde. Und so sahen sich denn Eommerzienraths mit einem- male wirklich an den Bettelstab gebracht. Wie viele Leute gab es jetzt, die Harder's ihr Schicksal gönnten und über die Gefallenen triumphirten, wie viele, die ihnen ihren übermäßigen Aufwand zum Verbrechen machten und nicht satt werden konnten, mit höhnischer Schadenfreude über sie loszuziehen! Aber doch fanden sich auch Andere, die, eingedenk der vielen Wohltbaten, welche Harder's so manchem Hülfsbedürftigen und Armen erzeigt, ste zu trösten und ihnen durch diese oder jene Gabe ihr trauriges Schicksal zu erleichtern suchten. Es war in der That rührend, wie selbst wenig bemittelte Leute, die durch Harder's vom Untergang errettet worden waren, den nicht helfenden Reichen gegenüber kleinere oder nach ihren Verhältnissen größere Opfer brachten, um sich der Harder'schen Familie dankbar zu bezeigen. Villani, über seinen Verlust und die widerwärtige Verzögerung seines Aufenthaltes erbost, war kalt wie Stein und Marmor, während Harder in dem Schuld- 743 thnrm mit Anwandlungen von Wahnsinn kämpfte und die CommerzienrätbiN, von dem ne betroffenen Schicksal angegriffen, an einem hitzigen Fieber darniederlag, das ihr Auskommen bezweifeln ließ. Auch Rosaliens Geist wurde durch dieß Alles zu sehr darniedergcbeugt, als daß sie sich trotz dem' ihr winkenden Lichtschimmer von einem Glück in Bezug auf Werner hätte aufrecht erhalten können! Denn wenn zu viel Bitteres auf einmal auf den Menschen einstürmt, dann wird sein Blick so verdüstert, daß er selbst an einer winkenden sicheren guten Aussicht verzweifelt. Dann kommen die Zweifel als dunkelschwarze Wolken, und wälzen sich mit solcher Macht vor die schon ausgehende Sonne, daß man lauter Nacht sieht, wohin man nur blickt, und an kein Glück mehr glaubt. Werner war schon seit acht Tagen fort und hatte noch nicht geschrieben. Rosalie dachte: auf der Reise mit dem jungen Fürsten wird er viele schöne und reiche Damen sehen, und Dich vielleicht schon in diesem Augenblick ganz vergessen haben — sie saß in tiefster Schwermuth an dem Krankenbette ihrer Mutter, als auf einmal Rosenfeld erschien, und vor' ihr auf die Kniec niedersank. Rosalie war nicht zu einer Theaterscene aufgelegt, ja, sie glaubte sogar, daß Rosenfeld mit ihrem Unglück nur noch Hohn treiben wolle. Aber als jetzt auch Caroline, ihre innigste Freundin, eintrat und sagte: „Rosenfeld wollte mit Dir allein sprechen; ich sollte fern bleiben, aber ich kann dießmal Rosenfeld nicht gehorchen, ich muß nothwendig Zeugin des Schrittes seyn, zu dem 'ich ihn vermochte," da wurde Rosalie aufmerksam. „Verzeihung, o Verzeihung, himmlisches Wesen, dessen Gunst ich für ewig verscherzt habe!" rief Rosenfeld aus. „In einer unseligen Stimmung schrieb ich jenen Brief, in dem ich Dir Lebewohl sagte. Ich bin allerdings leichtsinnig, aber wahrhaftig nicht schlecht. Es wirft mich von dem Guten zum Bösen umher, doch das gute Element siegt immer. Deine Liebe, edle Rosalie, kann ich nie erwerben. Ich gestehe, ich speculirte auf Dich um Deines Reichthums willen — deßhalb bin ich Deiner unwürdig. Aber damit Du mich nicht ganz verachtest und den Verworfenen beige- scllst, will ich wenigstens eine Pflicht erfüllen, die ich Dir und den Deinen schuldig bin. Ich war in Baden-Baden und in Wiesbaden, spielte an beiden Orten glücklich und gewann die Summe von 300,000 Th «lern. Meine Caroline, mit der ich mich wieder vereinigt habe, und -ich bieten Dir davon die Hälfte. Ich habe Carolinen geschworen, nie wieder zu spielen, und werde es halten ; denn es bleibt uns nach Bezahlung meiner Schulden immer noch genug, um sorgenlos zu leben. Dein Vater muß augenblicklich frei werden! Eile zu ihm und bringe ihn zu uns; dann wird sich das Weitere finden!" Rosalien erschütterte Rosenftkd's Anerbieten. Leider war aber mit der offerirten Summe noch nicht gehol- » fen. Uebrigens sträubte sich etwas in Rosalien gegen den gemachten Antrag — sie wollte einem ihr untreu gewordenen Liebhaber nicht gern die Rettung verdanken. Auch war die Untersuchung noch nicht zu Ende, und der kalte Villani würde jenes ihr dargebotene Geld sogleich eingestrichen haben, ohne daß sich in ihrer Lage etwas geändert hätte. Sie machte besonders auf den letzteren Umstand aufmerksam, und bat daher Rosenfeld. und Carolinen, vor der Hand nichts für sie zu lhun. Beide drangen jedoch in sie, wenigstens die 12,000 Thaler anzunehmen , die Harder dem Lieutenant von Rosenfeld geschenkt hatte. Rosalie ließ sich dazu bewegen, unter der Bedingung, den Wechsel auf diese Summe sogleich morgen früh an Villani abzugcben. Am nächsten Vormittage eilte sie mit dem Wechsel auf die 12,000 Thaler zu Villani. Nachdem sie ihm erklärt, woher das Geld komme, bat sie ihn, die Summe anzunehmen. Villani wurde jedoch durch Rosaliens Rechtlichkeit und Edelmuth so gerührt, daß er ihr die Summe als Mitgift zu ihrer einstigen Verheirathung schenkte, und ihr außerdem versprach , jetzt die weitere Untersuchung aufzuheben. Ihr Vater sollte noch heute aus dem Schuldthurm freigelassen werden. Dieß geschah; Villani begnügte sich mit der aus den beiden Häusern und sonstigem Besitz Harder's erlösten Summe und reiste am nächsten Tage ab. Der Commerzienrath Harder sah ganz verstört aus, als er aus dem Gefängniß zu den Seinen zurückkehrte; ans dem stolzen, kräftigen Manne war ein bleicher Schatten geworden. Von den 12,000 Thalern wurde nur so viel genommen, als hinreichte, um sich ganz einfach aber etwas anständiger einzurichtcn. Die Har- der'sche Familie verlebte allerdings trübe Tage, doch ging es mit der Commcrzienräthin nach und nach etwas besser. Rosalie hatte den geliebten Werner von Allem benachrichtigt, was vorgefallen war. Es erfolgten darauf die zärtlichsten Antworten, die gewöhnlich durch Werner's Mutter heimlich überbracht ^wurden. Als endlich die sechs Wochen vorüber waren, erschien eines Tages mit der Mutter Werner selbst, Harder's erstaunten über seinen Besuch. Rosaliens Entzücken war grenzenlos. Er hielt sogleich um ihre Hand an. Die Eltern erwiederten, wenn er glaube, mit Rosalien glücklich zu werden, so wollten sie jetzt keine weiteren Hindernisse machen. 'Erst nachdem das Paar von Rosaliens Eltern und von Werner's Mutter den Segen empfangen hatte, machte Werner Harders die Mittheilung, daß er von dem Kronprinzen zum Hofrath ernannt worden sev. Uebrigens habe er aus der Reise in geeigneten Stunden Gelegenheit genommen, dem Kronprinzen nicht 744 nur sein VerhLltniß zu Rosalien zu entdecken, sondern ihn auch näher von dem unglücklichen Schicksale ihrer Eltern zu unterrichten. Und da habe denn der Kronprinz geäußert; „Harder's muß wieder aufgeholfen werden! Harder ist ein braver, ehrenwerther Mann, und sein HauS war stets eins der solidesten im ganzen Lande!" Hierauf legte Werner Harder's zu ihrer unendlichen Ueberraschung ein allerhöchstes äußerst gnädiges Schreiben des Kronprinzen vor, durch welches dem Com- merzienrath eine Summe von 500,000 Thalern zur Disposition gestellt wurde. Jetzt verwandelte sich die Stimmung der Harder'- schen Familie in Wonne und Jubel. Werner stand wie ei» Gott vor ihnen, beglückend und Segen bringend. Auch der Lieutenant von Rosenfeld und Caroline kamen zu der frohen Scene. Die beiden Paare beschlossen, ihre Hochzeit an eine m Tage zu feiern. Bald waren die vier glücklichen Liebenden verbunden. Dem Commerzienrath gelang es mittelst der ihm gewordenen Fonds schon binnen Jahresfrist sein Haus wieder zu dem alten, ja noch zu größerem Glanze zu erheben. Villani sowohl als auch die andern Gläubiger wurden von Heller zu Pfennig befriedigt. Das Unglück schien sich an Harder erschöpft zu haben; fast alle seine Speculakionen krönte der seltenste Erfolg. Das Versprechen, nickt wieder zu spielen, hat Rosenfeld seiner Caroline treulich gehalten. Werner wurde nach einigen Jahren Geheinierath. Als er kur; darauf bei einem Aufenthalt in L — an der Hand seiner Rosalie dem wackeren Hellmuth begegnete, rief ihm dieser zu: „Nun, habe ich mit dem Heirathen nicht Recht gehabt V Feuilleton. (Für Auswandrer nach Amerika.) „Wer seine Heimath, Verwandte und Freunde verlaßen will, ohne von der Noihwendigkeil dazu gewie- ben zu feyn, der prüfe sich zuvor reiflich, ob er auch den Kreis der Genossen seiner Kindheit, die Freunde des Mannesalters und das gesellige Leben Deutschlatids überhaupt hinter sich lassen könne, ohtie sich jenseits des Meeres dahin zurückzusehnen. Nur da, wo in Amerika eine größere Anzahl Deutscher schon längere Zeil beisammen wohnt, nur da gibt es Wirthshäuser nach denlfcher Art, nur da ertönt an Sonn- und Festtagen die Geige zum Tanze; sonst aber ist der deutsche Ansiedler auf dem Lande auf den Kreis seiner Familie, auf den Umgang mit einigen seiner nächsten Nachbarn beschränkt, die vielleicht nicht einmal Deutsche sind. Wem dieses nicht zu seiner Erholung von der Arbeit genügt, der bleibe daheini und denke nicht mehr an’8 Auswandern." Zu dieser Stelle aus einem Buche: „Rakhichläge und Warnungen für Auswanderer w." fügt die Auswanderungszeitung noch folgende Erläuterungen. Die Sonntagsfeier ist in den Vereinigten Staaten sehr streng, und selbst da, wo eine größere Anzahl Deutscher beisammen wohnt, wird ein Sonn- tagstan; den unter ihnen oder in ihrer Nähe wohnenden Amerikanern sehr auffallen und Anstoß geben; also auch den Sonntagstanz muß der Einwanderer, wenn er gegen die Sitte und Gesetze des Landes nicht verstoßen will, Verzicht leisten. In den größeren Städten werden von den Deutschen in der Woche Bälle gegeben, auf denen es sehr vergnügt zugeht; doch dürfen keine Irländer und amerikanische Wafers (Tagediebe) zugelaffen werden, sonst gibt's Scanval. Festtage hat man dort streng genommen nicht. Die presbyterianischen, methodistischen und baptistischen Secten, welche die ver- breitesten sind, kennen keine Weihnachten, keine Ostern, keine Pfingsten u. s. f. Der größte Festtag ist der vierte Juli, zur Erinnerung an die Unabhängigkeitserklärung. Wer dorthin auswandert, muß sich darauf gefaßt machen, im Kreise der Familie, wie ganz richtig bemerkt worden ist, seine Erholung zu finden, denn nicht immer conveniren auch die deutschen Nachbarn, Klätschereien sind nicht minder dort zu Hause, wie hier. Schweine — als Damen. Ein humoristischer Beitrag zu den Versuchungen und Leiden, welche mit der Schlacht- und Mahlsteuer verknüpft sind, kommt uns von Stettin zu. __ ®n Schlächter daselbst kam unlängst auf die fein ausgesonnene Idee, zwei, in einem, von jener Steuer freien benachbarten Städtchen, geschlachtete Schweine mit einem Damenanzuge zu versehen, sie so ausstaffirt in aufrechter Stellung in eine Droschke, und sich selbst, als begleitenden Herrn, dazwischen zu setzen, auf welche Weise er die Schlachtsteuer für die Schweine beim Einbringen in die Stadt zu ersparen hoffte. Obgleich es schon sehr dunkel war, so kam dem Thorschreiber die Sache doch nicht so recht kauscher vor und suchte sich durch handgreifliche Manöver über das Sehn und Nichtseyn der Pseudo-Damen Kenntniß zu verschaffen. Sapperment! der Thorschreiber roch den Braten und unser Fleischermristcr kam in nicht geringe Verlegenheit, als der Thorschreiber die Damen ohne alle Umstände für Schweine erklärte. Der Schlächter mußte nicht nur die Schlachtsteuer, sondern auch noch eine bedeutende Desraurationsstrafe erlegen. Das Aufputzen der zu Damen erhobenen Feinde Israels, sowie die Kosten der Droschke, kamen auch noch in Anschlag und was das Schlimmste ist, Fleischerchen wird von der ganzen Stadt ausgelacht und gefoppt, wo er sich blicken läßt. Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.