Imzcigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen isa? Samstag den 26. Juni M 31 W r vom 26. Juni bis 3. Juli 1847 ....... Fleischtaxe. 1 Pfund gutes Ochsenfleisch . . • I „ Kuhfleisch...... 1 „ Rindfleisch ..... 1 „ Kalbfleisch..... । „ Schweinefleisch . . . . t „ Hammelfleisch gemästet 1 „ Leberwurst ..... 1 „ Bratwurst..... 1 „ Schwartemagen ... 1 „ Blutwurst...... 1 „ gemischte Wurst . . 1 „ geräucherter Speck . .. . 1 „ Schinken...... 1 „ Dörrfleisch..... 1 „ Rindsfett...... 1 „ Hammelsfett..... 1 „ Schweineschmalz ausgelas- senes....... 1 „ desgleichen, unausgelaffen kr. 1 14 11 10 6 14 10 14 18 18 14 10 20 20 18 18 18 26 21 Jii i i i i i i i । i i i ~ V. Mnm. Die Zu- gaben dürfen in weiter nichts, all inFlcischvonder- selben Gattung bestehen tu. zwar aufioPfd. Fleisch nichtmehralsan derthalbPfd u.s. w. nach Proportion, welches auf l Pfd. nicht völlig 5 Sott) ausmacht. Köpfe, Füße, Gc- raub.wicauchdic ganzblurigcnund nicht genießbaren Stücke »vm Hals sind von der 3u< gäbe gänzlich ausgeschlossen. Brodtaxe. 2 'Pf- ordinäres Brodi au8 , @erf}tn, unb * " " " l i Kornmehl bestehend b rr ff ff J 2 Pf. gemischtes Brod I flu8 . Waizen- und ’ " " " i Kornmehl bestehend 6 „ ,r ,, 1 ° 3| Lth. Wafserwcck ... 8 » Milchbrod ... Marktpreise. 1 Maas Milch .......... auch......... 7 Eper . .......- • • • 1 Pfund Waizcnmehl ........ 1 ii grob geschälte Gerste..... 1 » klein geschälte Gerste...... kr. 11 22 83 11 23 •1 1 8 19 20 S 8 8 12 Pf. 2 2 Städte Gemäs Waizen Korn Gerste Hafer Erbsen Linsen. Friedberg..... Gießen ...... Grünberg..... Marburg..... Wetzlar..... das Malter Psi >001 fl. kr. 20 56 Ps 190 ft- 17 kr. 20 'Ps fl. 1 kr. 14' 18 Ps M kr. 35 Ps fl. kr. Ps - kr. das Malter 200) -i 200 19 .— 170 14 — 7! — — — — — — — da« Malter das Mött 20 - 17 e 18 14 25 — 16 - 11 22z _ 6i .51 45 —1 _ — _ — —— der Scheffel 90^ 9 4 84) 8 33 72 6 21 50 ____\ — Bek.anntmachun g, die polizeiliche Aufsicht auf dem Domanialgut Schiffen berg betreffend. Der herrschaftliche Wiescnwärtcr Ludwig Lang zu Hausen ist zu polizeilicher Aufsicht auf dem Domanialgut Schiffenberg provisorisch bestellt und verpflichtet worden, was hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Gießen am 24. Juni 1847. Der Gr. Hess. Kreisrath des Kreises Gießen. I- d. V. Z u l e h n e r. Oeffentliche Aufforderung. 1198) Nachdem der Caspar Möller, (Heinrich Möller III. Sohn) zu Meckbach, gegen den Adam Möller von da, solgende Klage „den 18. November 1836 starb mein Vater, der Heinrich Möller III. zu Meckbach, ohne letztwillig verfugt zu haben. Da Verklagter und ich dessen einzige Descendenten waren, so wurde er von uns ab intestato ererbt." „Als nun der Verklagte vor mehreren Jahren im Begriffe stand, nach Amerika zu reisen, zahlte ich demselben 265 aus/ womit er sich bezüglich der väterlichen Erbschaft für abgefunden erklärte und mir versprach, mir eine deßhalbige gerichtliche Quittung aus- 372 zustellen. Diese Quittung ist bis jetzt noch nicht ausgestellt, und da Verklagter nach Amerika abgereist, sein Auffenthalt aber unbekannt ist, wie die Anlage A. erweist, so sehe ich mich genötbigt, durch meinen in Anlage B. legitimirten Anwalt zu klagen und zu bitten:" , „„bett Verklagten mittelst Edictal-Cttatton vorladen zu lassen, demnächst aber schuldig zu erkennen, daß er mir die versprochene gerichtliche Quittung über den Empfang der 265 als sein väterliches Erbtheil auszustelleu habe ref. exp."" angestellt und behauptet und bescheinigt hat, daß Verklagter nach Amerika ausgewandert und dessen dermaliger Aufenthaltsort unbekannt sey, so wird dem Verklagten hierdurch die Klage mitgetheilt, um sich darauf im Termine den 23. Juli d. I., und im Falle des Ungehorsams im zweiten Termtne, den 6. August d. I., bei Meldung des Eingeständnisses und Ausschlusses zu erklären und mit dem Kläger bis zum Schlüsse zu verhandeln, auch dem Verklagten eröffnet, daß alle weitere Verfügungen in dieser Sache im Fall des Ausbleibens nur durch Anschlag am Gerichts- bret bekannt gemacht werden sollen. Hersfeld am 11. Juni 1847. Kurfürstlich Hess. Landgericht. G u n ck e l. vdt. v. Osterhausen. \ f Besondere Bekanntmachungen. 4137) Die Musterung und Loosziehung für das Jahr 1847. Wegen der diesjährigen Musterung und Loos- riehunq werden die Conscriptionspflichtigen auf die kreisräthliche Bekanntmachung vom 8. d. M. 47. des hiesigen Anzeigeblatts mit dem Bemerken verwiesen, daß wenn sie noch irgend einer Verständigung bedürfen, diese hier ertheilt werden so«- .. _ . Gießen den 14. Ium 184-7. Der Gr. Bürgermeister. I. d. V. Der Beigeordnete Rühl. 1195) Heuernte auf den städtischen Wiesen und Wiesenvierteln. Das am 8. und 9. d. M. versteigerte Heugras auf den städtischen Wiesen und Wiesenvierteln muß längstens bis Montag den 28. Juni l. I., von den Wiesen gebracht — mindestens abgemäbt werden, gegenfalls solches, den Steigbedingungin gemäß, zum Nachthcil der Steigerer angeordnet werden wird. Gießen am 23. Juni 1847. Der Bürgermeister A. d. V. Der Beigeordnete Rühl. Versteigerungen. 1100) 1) Montag den 28. L M , Nachmittags 2 Uhr, und die folgenden Tage, sollen die Mobilien des Privatscribenten Johannes Ritter dahier, bestehend in Möbeln, Küchen- und Hausgerätbe, Weißzeug u.s. w., namentlich ein gutes Clavier, in dessen Wohnung, , bei Kaffeewirth Daniel Ebel dahier, meistbietend versteigert werden. 2) Sodann soll Montag den 26. Juli l. I., Nachmittags 2 Uhr, der Garten des Privatscribenten Ritter V/ 235h)Klftr. Acker - Garten zwischen dem Mittel- und Wetzlarerweg, neben Philipp Lampus, auf dahiesigcm Rathhause öffentlich versteigert werden. 3) Zugleich werden Alle, die aus irgend einem Grunde Ansprüche an das Vermögen des gen. Ritter, über welches der Coneurs erkannt worden ist, zu bilden haben, aufgesordcrt, diese im Termin Montag den 23. August l. 3-, Morgens 11 Uhr, dahier in Selbstperson oder durch gehörig Bevollmächtigte geltend zu machen und zu begründen, auch über die zu eröffnenden Güteversuche sich zu erklären, widrigenfalls sie ohne weitere Bekannt- miachung von der Concursmasse ausgeschlossen werden. Gießen den 7. Juni 1847. Gr. Stadtgericht das. Mti h l. Dr. Zimmer tu a tt n. 1196) Donnerstag den 1. Juli d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Gasthaus zum Prinz Carl dahier, die zu dem Nachlaß des Alexander Weber von Schiffenberg gehörigen Mobilien, bestehend in Weißzeug, Bettzeug, 2 Schreibpulten, mehreren Schränken, Tischen und Stühlen gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen am 22. Juni 1847. Gr. Hess. Stadtgericht. Muhl. Hab er körn. 1171) Pflasierarbeit bei der Stadt Gießen betreffend. Montag den 28. Juni l. I., Vormittags 8 Uhr, soll die Pflasterung von 29,59ülKlastern des Kirchenplatzes, wozu die Stadt das Material stellt, und welche zu 1t8fl. 22 fr. veranschlagt ist, auf der Bürgermeisterei dahier an den> Wenigstnehmen- deu versteigert werden. Gießen den 17. Juni 1847. I. V. d. B. Der Beigeordnete • Rühl. 1197) Main-Weser-Eisenbahn. Bauarbeiten und Materialienlieferungen. zu ff Cubikklaftern Zimmerarbeit, ■ Dachdeckerarbeit, Schreinerarbeit, Schlofferarbeit, Glaserarbeit, 1) die 2) „ 3) „ 4) „ 5) ff 154 fl. 976 „ 297 „ 50 „ 58 „ 63 „ Maner- Die bei Erbauung einer Baracke in der Lang- gönser Hardt entstehenden Arbeiten, als: Maurerarbeit, veranschlagt 6) tf . sowie die Lieferung von 4 steinen, eine Cnbikklaster Mauersand und 22 Bütte» Kalk, werden Dienstag den 29. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, im Gasthausc zum Stern dahier öffentlich versteigert. Butzbach den 22. Juni 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Sektion Butzbach. Mey er. 1101) Montag den 28. d. M., des Nachmittags um 2 Uhr, soll auf dahiesigcm Rathhaus, die dem Schreiner Kirschner dahier zustehende alt neu lüKlftr. 32S/16S V3is 13 Hofraithe in der Katharinen-» gaffe, ' nochmals öffentlich meistbietend versteigert worden. Gießen am 6. Juni 1847. Der Beigeordnete Rühl. 373 1191) Gras-, Heide- und Moos-Versteigerung im Gießener Stadtwalde. Das Gras in den Schncißen des großen Stadtwaldes, Distrikte Faulerboden, Altertisch, Heingcsboden, Untcrhag, Obcrhag, Wann, Annc- berg, Saubütte, Mühlkopf und Hegstrauch, ,oll Montag den 28. Juni l. I., Vormittags 9 Ubv, auf dem hiesigen Rathhause öffentlich versteigert werden. , Gleichzeitig werden die aus der Versteuerung vom 17. d. M. nicht genehmigten 20 Haufen Hnde und Moos im Fernewald, Distrikte Laubacher Straße und Bruderwinder, einer nochmaligen Versteigerung ausgesetzt. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini d. J. gestattet. Gießen am 23. Juni 1847. Der Bürgermeister. I. d. V. Der Beigeordnete Rühl. 1191) Das Heugras aus^ den Gemeinde- Wiesen, soll zu Garbenöeim Montag den 28. Juni, zu Dorlar Mittwoch den 30. Juni, zu Kinzenbach Donnerstag deü 1. Juli und zu Dutenhofen Freitag den 2. Juli, jedesmal Nachmittags um 1 Uhr anfangend, versteigert werden. Gleichzeitig mit dem Gemeinde-Gras zu Garbenheim, wird das von den Pfarr-Wiesen dasilbst, mit versteigert. Atzbach den 21. Juni 1847. Der Bürgermeister C o l n o t. 1174) Montag den 28. Juni l. I., des Morgens um 8 Uhr, soll das Heugras der Gemeindcwiesen von ungefähr 20 Morgen, zu Allendorf a. d. Lumda, unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Der Zusammenkunftsort ist am Unterthor. Allendorf a. d. Lumda den 19. Juni 1847. Der Bürgermeister Wagner. Feilgeboten. 1193) Der Preis der in hiesigem Bürger- Hospital vorräthigen Kornkleie ist auf 2 ft. 40 tr. 374 per Malter herabgesetzt worden und können sich Kaufliebhaber bei mir anmeldcn. Gießen den 23. Juni 1847. Der Rechner Lauer. 1202) Nette holländische Sardellen, Limburger- und Schweizerküse, Capern rc. empfiehlt I. G. Appel., 1105) Tapetenreste Verkauf -von H. Hochgätter. Tapetenreste für mehrere Hundert, Zimmer, wovon ich für kleinere Zimmer mit den dazu passenden Borden zu 1 st. 30 kr., für größere, je nach der Anzahl der Stücke und Qualität der Tapeten, zu höheren Preisen abgeben kann, bringe ich in empfehlende Erinnerung. 1183) Düsseldorfer Senf, Capern, Sardellen, Häringe, Bienenhonig und Zttckerfyrup bei ' Julius Wallach. 1203) Verschiedene Sorten Thee, Choco- lade, Stearinlichter empfiehlt I. G. Appel. 1199) Ein Dampfdestillirapparat, womit in 10 Stunden 6—800 Maas Maische abgetrieben werden können, steht mit den dazu nöthigen Geräthsch asten zu verkausen bei Gg. Reiber. sei) Aromatisches Kräuteröl, äum Wachsthum und zur Verschönerung der Haare. Dieses vorzügliche Oel wird- unter der Garantie verkauft, daß es mindestens dieselben Dienste leistet, als alle bisher angepriesenen theucren, oft über iRthlr. kostenden Artikel dieser Art. Das Flaeon von derselben Größe ä */2 Rthlr. Pr. Ort. Rechte Löwen-Pomade, ein kräftiges Mittel, um in ganz kurzer Zeck Kopfhaare, Schnurrbärte, Backenbärte und Augcn- braunen mächtig herauszutreiben. Preis pro Tiegel mit Originalbeschreibung 1 Rthlr., desgleichen V2 mit Oriqinalbeschreibung. Extrait de Circassie, ein vielfach bewährtes Schönheitsmittel, um du Haut von allen Flecken und Sommersprosien zu reinigen und derselben nach nur kurzem Gebrauch ein zartes Weiß, die schönste Frische, Glanz und Weichheit zu geben. Dasselbe ist in großen, weißen Flaeons mit der Anweisung zum Gebrauche ä */2 Rthlr. zu haben. Wernzentod, zur augenblicklichen Ausrottung der Wanzen und ihrer Brut; ein in vielen öffentlichen Anstalten und Cascrnen als untrüglich bekanntes Mittel, das Glas ä 7$ Rthlr. Von sämmtlichen, durch ihre Wirkungen rühmlichst bekannt gewordenen Artikeln bifinder sich alleiniges Lager bei Carl Frech. 1184) Mobilien aller Art, worunter mehrere Kleideischränke, (einer derselben ist ein Meisterstück), neues Bau- und Werkholz von verschiedener Größe nnd Dicke, mehrere Fenster, Back- und Mauersteine, neue Schild- uud Firstziegeln, Bänke, eine eichene Bütte, Leitern, Gerüststangen, Dünger, Topf- und Gemüßpflanzen, Blumen in Töpfen :c., sind in Lit. C. v4S 87. aus freier Hand zu verkaufen. 1182) Eine frischmelkende Ziege ist zu verkaufen in Lit. C. jV8 27. 1187) In Lit. B. Nr. 143 auf dem Neuenweg ist ein Haufen Mist sehr billig zu verkaufen. G e l d g e s u ch. 1189) 8000 Gttlden werden von einer Gemeinde zu leihen gesucht. Das Nähere bei der E.rpcd. d. Bltts. Vermischte Nachrichten. Ijocal* G^cicerl#* herein» Hauptversammlung nächsten Samstag am 26. l. M., Nachmittags präcis 6 Uhr im Buschischen Garten. Borkommender Gegenstand: r / „Vorschlag und Entwurf zur Bildung einer AkNemGesellschaft 375 für die Begründung einer Hypotheken-, Wechsel- und Giro-Bank für Handel, Gewerbe und Ackerbau des Großherzogthumö Hessen, von C. Du Mont in Mainz," , wozu außer den Vereinsmitgliedern der hiesige löbliche Handelsstand, sowie alle Diejenigen, welche sich für diesen Gegenstand interesstren, höflichst eingeladen sind. . ' Gießen am 21. Juni 1847. Der Vorstand. B ekanntm ach u n g. 1190) Endlich ist es gelungen, durch vereinte Kräfte, durch den neu erwachten Geist der Association eine seit Jahren gehegte und vorbereitete Idee zur Ausführung zu bringen: sie galt ^em industriellen Deutschland, seinem Hanvel und seinen Gewerben. Nachdem nunmehr die Wahl des ^lrccto- riums zu diesem unter der'Firma: Central-Verein für Industrie, Handel und Gewerbe begründeten Unternehmen in den Unterzeichneten getroffen und dem Hause Tobias Keil die Banguier- Geschäste übertragen sind, geben wir öffentliche Rechenschaft über die Tendenz des Unternehmens. Um Deutschlands gewerbliche Kräste mehr zu concentnrcn und der Industrie, dem Handel und den Gewerben mächtigere Hebel zum Aufschwünge zu verleiben, hat sich am hiesigen Platze eine Gesellschaft gebildet, die es sich zur Aufgabe stellt, deutsche Fabrikate, namentlich Maschinen, Apparate und Werkzeuge, sowie neue Erfindungen zu prüfen und dann deren An- und Verkauf zu veruntteln. Es ist zu diesem Zwecke bereits eine Commission gewählt, welche die einzelnen Gegenstände zu prüfen hat und welche bei jedem betreffenden Gegenstände zur Verbürgung der Aechthcit desselben abgedruckt wird. Erst dann, wenn diese Prüfungs-Commission die Gegenstände bewährt gefunden, werden sie von Seite» des Vereins den Interessenten durch verschiedene Berichte, wie sie im Prospectus des Central-Vereins näher angegeben sind, von Zeit zu Zeit durch ganz Deutschland verbreitet. Der Central-Verein übernimmt die Garantie für die durch ihn vermittelten Verkäufe und sieht nicht allein auf die Aechtheit der Maschinen und neuen Erfindungen, sondern vorzugsweise auf deren praktische Nutzbarkeit. Der Verein tritt also vermittelnd auf, zwischen Verkäufer und Käufer, und will Ersterem Quellen des Absatzes, die jedem Einzelnen bei allem Kostenaufwande weder durch Patente, noch durch Reise» noch durch öffentliche Blätter möglich ist, eröffnen, und Letzterem die ncncstcn nnd bewährtesten Utensilien bieten. Durch seine innere Einrichtung, bezüglich deren wir auf den Prospectus verweisen, wird das Bürean des Vereins den Centralpunkt abgeben, wo, weil sich alles Gewerbliche und Technische hier concentrirt, es der Verein in Händen hat, das Eingegangene zu begutachten und unter dem Guten stets das Beste zu wählen und zu empfehlen: ein gewichtiger Vortheil für den Käufer. — Um dies Unternehmen in der That zu einem nationalen zu machen, sind in allen einigermaßen bedeutenden Städten Agenten angestellt, durch welche die Wirksamkeit des Central-Vereins in allen deutsche» Gauen vertreten wird, — in 6 Wochen ist jeder von der Prüfungs-Commission bewährt gefundene Artikel in ganz Deutschland bekannt, und jeder Verkäufer oder Erfinder erhält in Verlauf dieser Zeit die ihn betreffenden Aufträge. Es ergeht deßhalb an alle Industrielle Deutschlands die freundliche Aufforderung, dies Unternehmen durch Aufträge zu Ein- oder Verkäufen von Maschinen, Werkzeugen und Utensilien, durch Modell-Zusendungen, bezügliche Mittheiluugen oder sonst etwa wegen neuer Erfindungen contractlich zu ersüllende Verbindlichkeiten zu unterstützen. Wäre somit im Interesse der gewerblichen nnd industriellen Zweige dem angestammten Fleiße unserer deutschen Landsleute, die es den Ausländern gegenüber so sehr verdienen, einem schon lange und still gefühlten Bedürfnisse abgeholfen, so ist noch insbesondere den deutschen Erfindern damit mächtig unter die Arme gegriffen! Der deutsche Erfindungsgcist, der im Auslande stets anerkannt und bewundert wird, kann jetzt die Früchte seines angebornen Tiefdenkcns im Vatcrlande genießen und hat nicht mehr nöthig, an die Thüre eines reichen Engländers oder des unternehmenden Franzosen anzu- klopfen, der ihm wohl den Ruhm — und die scs nicht immer — aber selten die reichlichen Guineen überließ. Der Central-Verein bietet gerne die Hand, bietet Mittel und Wege, um als Demscher Deutschen nützlich zu werden und den deutschen Nationalruhm zu vermehren. Und wie manche Erfin- dung oder Verbesserung, die im stillen Kämmerlein unter Porgen gemacht/ miiß schon wieder im Kenne ersticken, da es dem Erfinder an Geld und namentlich an Routine fohlt, seine Erfindung zu vertreiben. x Das Geschäfts-Local des Central-Vereins befindet sich Leipzig, Grimma'sche Straße 2. und werden doriselbst die Prospcctns des Central-Vereins, auf welche wir noch besonders aufmerksam machen, gratis ausgegeben, । Leipzig, im Mai 1847. Das Direktorium des Central-Pereins. Adolf Henze. G. Ponicke. Wagner. Feuerverficherungsbank für Deutschland in Gotha. 1186) Die Ersparnis; für das Rechnungsjahr 1846 ist durch den Rechnungsabschluß auf 63Proeent festgcstellt. Der Unterzeichnete wird jedem Bank- theiluehmer seiner Zlgentur den betreffenden Betrag, unter Ueberreichung eines Eremplars des Abschlusses, demnächst auszablen. Die Nachweisungen zur Rechnung liegen zur Einsicht der Theilnchmer bereit. Gießen den 22. Juni 1847. Dr. B a n s a. 1161) Ein im Unterrichten geübter Studiosus sucht Clavicrstunden zu ertheilen. Näheres bei der Expedition v. Bltts. 1175) Ein junger Mann, welcher seinen Lehr- curs in einem Colonial-Waarengeschäst gemacht hat, durch Unwohlseyn aber austreten mußte, sucht jetzt, da er wieder völlig hcrgestellt ist, weitere Beschäftigung als Commis, und würde derselbe sich auch dem Klcinvcrkauf gerne uuterzieheu. Das Nähere ist fit d. Erpd. d. Bltts. zu erfahren. 1185) Ein lediger Herr sucht ein Logis von drei Zimmern (zwei davon können klein seyn), welches'sogleich bezogest werden kann, wo möglich in der Räbe des Selzerthores. Wer? ist zu erfahren bei der Expedition dieses Blattes. 1192) Ich wohne jetzt am Kir- chenplatz, schräg, dem Einhorn gegenüber. - F. H o l b e r g. 1188) Maurer-Gesellen und Handlanger können bei Maurermeister Größer Arbeit erhalten. D>as Nähere ist bei Schreinermeister D. Stamm zu erfahren. Kunst- und Wusses- Feuerwerk 1134) Dem Wunsche mehrerer hohen Gönner und Kunstfreunde zufolge, wird das auf Sonntag den 27. l. M. angekündigte Feuerwerk erst Montag den 28. l. M. abgebrannt werden. Das Nähere besagt der Zettel. E. Bergmann, Theater-Maschinist und Feuerwerker. 1200) Morgen den 27. d. M., findet auf den Schießständen des Schießplatzes auf der Hardt Schi est en Statt. 1201) Bei günstiger Witterung findet morgen als den 27 d. M, Blechinstriimental-Musik auf dem Hardrhofe Statt. Frischbacken. Sonntag den 2 7. Juni. Christian Jughardt in der Waltthörstraße. Balthasar Noll in der Neustadt. Christian Lampus auf dem SelterSweg. Wilhelm Hellmvld auf dem Neuenweg. Kirchliche Anzeige» E v a n g e l i s ch e Gemeinde. Gottesdienst. Am 27. Juni. Morgens: Kirchen- rath Dr. Engel. Nachmittags- Pfarrer Bonhard. Getauft. Den 23. Juni. Dem Bürger und Deca- tirer, Ludwig Hosch, ein Sohn, Georg, geboren den 4. Juni. Beerdigte. Den 22. Juni. Georg Wilhelm König, Bürger unv Wirth dahier, alt 71 I. 8 M. 16 T., gestorben den 20. Juni. Denselben. Elisabeths Dick, des hiesigen Bürgers und Weißbinders, Wilhelm Dick, Ehefrau, gcborne Finck, alt 42 I 10 M. 17 T., gestorben den 21. Juni. Die Pfarrgeschäfte in der uächsteu Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. 377 Hr. Eulau, Handctsm. 6. Rohrbach. Hr. Herr, Occon. v. Langheck Hr. Wolf, Kfm. v. Hirschfcld. Hr. Borbach, Oecon. v Obersetters. Hr. Menzel, Fabrik, v. Elberfeld. hn Siern: Hr. Finck, Bicrbr. v Aufkirchen. Hrn. Privat!. Michel v. Reichen u Wagner v. Alsfeld. Hrn. Fuhr! Bnrckhardt u. Kimbel v. Breidenbach. Jungfer Fett v. Crumbach. Hr. Pfeiffer, Geschäftsm v. Londorf. Hr. Weber, Handelsm. v. Orgestein. Hr. Engelbach, Bote v. Biedenkopf. Hr. Schulz^ Fuhrm. v. Lutterberg. Jungfern Mauser, Eubcl u. Stein v Altwildungen. im Darmslaedter Haus: HrN. Geschäfts!. Mkher i>. Feffcnhausen, Listmann v Alsfeld, Neinland m. Fr. u. Leng v. Eisenschmiedt. Hrn. Handels!. Glück u Weinberg v. Allendorf Hr. Groß, Geschäftsm. u. Frls. Pfeil u. Äöll v. Battenberg. Hr. Alter, Mal. v. Mühlheim. Hr. Drull- mann, Fuhrm. v. Wetzlar. Hrn. Geschäftsl. Braunfeldcr m Fr. v. Haarbach, Egler v. Krainfeld, Schreiber v. Protbede, Baum v. Bosdorf, Burckhardt v. Reifenberg, Sprau u. Kreuzer v. Landenhausen Jungfern Berg v. Traisbach u. Schäfer v Brinkhausen. Hr. Demme, Metzg. v. Ziegenhain. Hrn.- Geschäftsl. Brand u. Herlen v Wiesbaden u. Zell ». Gaualgeshcim. In der Sonne - Frauen Lenz, Reiß u. Huhn v. AndreaS- berg Hrn. Handels! Wagner v. Beuern n. Goldmann v, Ershausen. in der Rose: Hr. Martin, Geschäftsm. v. Roßdorf. Hr. Münch, Bäck, v Wetzlar. Hr. Buß, Schuhm. v. Grünberg. Hr. Dönges, Schrein, v. Wallau. Hr. Henckel, Müll, v. Kombach. Hr. Bonn, Fuhrm. v. Watzenborn Hr. Franck. Handelsm. v. Niederohmen. Fr. Balser v. Oberroßdorf, Hr. Loth, Geschäftsm. v. Haarbach. Hrn. Handelst. März v. Großcneichcn, Dietz u Stieglitz v. Oberroßbach. Jungfer Walz v. Hungen Hr. Albohn, Bäck. v. Lich. Hrn Privatl. Krug v. Saasen n. Dietz v. Fellingshausen. In den Privathäusern. Bei Hrn. Hofger.-R. Roth: Hr. Roth, Privatm. v. Wiesbaden. — Bei Hrn. Uhrm. Heerz: Fr. Pfarr. Grant- Homme v. Schotten. — Bei Hrn. Gpmn.-Lehr Dr Koch: Ätl. Schierliß v Wetzlar. — Bei Fr. Forstrcntmeist. Schott: Fr. Rentmeist Schott m. Tocht v. Wetzlar — Bei Hrn. Profess. Dr. Hartnagel: Hr. Schuster, Calcul. v. Darmhauer v Cassel , im Emkom: Hr. Corsalis m. Schwest., Rent.. v München. Hrn. Kfl. Kölver v. Rcmscheidt u Zulph v. Bremen. Hr. van. Dick, Fabrik, v. Amsterdam. Hr. Laubus, , l)r. med. v. Heidelberg. Hr. Gerlach, Stud med. D. Bonn. Hr. Goldschmidt, Partie, v Frankfurt. Hrn. Kfl. Weichsel, v. Darmstadt, Ulrich v. Mainz u. Masscrnburg v. Alzei. Hr. Freiherr v. «tcrnberg m. Fam, Capit. u. Hr. v. Reutlingen, Lieutnant v. Cöln. Hr. Gmkoch, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Mertens, Partie, v. Königswinter. Hr. Hämerer, Kfm. v. Simmern Hrn. Rent Stanhope m. Fam. u. Bed. v. Birmingham u. v. Reichenalp v. Ulm. Hr. Gombart, Privatm. v. Augsburg. Hr. Kraft, Kfm. v. Heidelberg. Hr. Renebach m. Fr., Buchh. v. Leipzig. Hr. Breitenstein, Dr. med. v Rödelheim. Hr. Gruner m. Sohn, Consul v. Bremen. Hr. v. Prüfe, Gutsbes. v. Dettmold. Hr. Mar- win, Partie, v.. Amsterdam. Hr. Freiherr v. Alteck, Geh. R. v. Hannover. Hr. Baron v. Lutzow, Gencr. v. Mecklenburg. Hr. Alfred, Partie, v. Lausanne. Hr. Freiherr v. Sack, Geh R. v Berlin. Hrl Erdmann, Kfm, v. Offenbach. Hr. Bückner, Dr. jur.». Emmrich. Hr. Sarg, Kfm. v. Wesel. Hr. Mandler, Partie, v. Düsseldorf. Hr. Galmerstor, Chem. v. London. Hr. Böckler, Kfm. v. Arnsberg. Hr. Winter, Privatm. v. Frankfurt. Hr. v. Boldofskp, Lieutn. v. Pofen. Hr. Metzler, Privatm, «. Speper Im Prinz Carl: Hr. Wirthwein, 6->nd v. Büdesheim. Hr Freimüller, Kfm. v. Weinheim. Hr. Schmidt, Geschäftsm. v. Eifa. Hrn. Gastw. Schaaf v. Kiffingen u. Petermann v. Eifa Hr. Schweißgut, Maur. v. Oberfels. Hr. Carter, Müll. v. Niederrath. Hrn. Spedit. Hepp v. Wepher u. stadf. — Bei Hrn Buchbind Lüdeking: Hr. Wüst, Fabrik, v. Darmstadt. — Bei Wittwe Müller: Jungfer Rumpf v. Langgöns. — Bei Hrn Steuerbote Haas: Jungfer Rubi v. Altenkirchen — Bei Hrn. Dr. Borck: Frl. Decker v. Hoch- Weisel. — Bei Hrn Kfm. Heß: Hr. Rosenbach, Kfm. v. Frankfurt. — Bei Hrn. Kfm. Münch: Frl. Schmidt v. UsiNgen Angekommene und abgereiste Fremden vom 22. bis 24. Juni 4847. 3n d e n Gasthäusern. Rausch v. Großeneichen. Hr. Kromm, Geschäftsm. v. Maar. Im Rappen: Hrn. Kfl. Roll v. Darmstadt, Ruckel v. Crefeld u. Bang v. Aachen. Hr. Weiß, Privatm. v. Coblenz, Hr. Grünewaldt, Kfm. v. Landau. Hr. Eckhardt an^ Fam., Pfarr. v. Gladenbach. Hr. v. Theiner m. Bedien, staatsr. v St Petersburg. Hr. Vogcs m. Fam., Gütsbes. v. Han- nover. Hr. Wintcroll, Kfm. o. Frankfurt. Hr Brcuper, Amtm. v. Wildungen. Hr. Feuerbach, Kfm. v Frankfurt Hr Neuner, Dr. jur v. Darmstadt. Hr. Hewefuß, Huttenbes. ». Friedrichshütte.' Hr. Sartorius, Forstinspect. v. Gladen- bach. f-r. Vowinkel, Stud v. Babenhausen. Hrn. Partie, v Mepbell n. Scheid v. Bötzcnberg. Hrn. Kfl. Hoffmann, v Alsfeld u. Schmitt v. Coblcnz Hr. v. Krausen, Lwutn. v Erfurt Hr Jesse m. Fam. u. Bedien., Rent. v. Paris. Hr Bülow, Gutsbes. v. Kiel. Hr. Eichellob, Stud. v. Göttingen. Hr. Bauer, Kfm. v. Mainz. Hr. Schwarz, Verwalt, v. Gelnhausen. Hr. v. Hill, Hauptm.v. Lurem- burg. Hrn Kfl. Pfungst v. Nottingham, Röder v Offenbach, Mershcimer v. Cassel, Rindskopf u. Bene v Frankfurt, Maier v. Darmstadt, Hoffmann v. Saarlouis u Malten- UntertzaltenZes (Eingesendet.) Zn einem Artikel der vorigen Nummer dieses Blattes beißt cs unter Anderm, man höre nicht selten Klagen über zu leichtes Brod, und bei dieser Gelegenheit fällt mir ein nicht minder trauriger Mißstand ein, nämlich: der nicht selten cintrctende gänzliche Mangel an solchem. —- So erst am vorletzten Freitage konnte ich, obgleich bei mehreren Bäckern ansragend, schon am Vormittage kein Brod mehr erhalten und erst am folgenden Tage gegen 10 Uhr wurde mir solches, noch heiß und deßhalb auch nicht gleich genießbar, verabfolgt. Zwischen der ersten Anfrage und der wirklichen Ver- und Gemeinnütziges. absolgung liegt mich» ein Zeitraum von mehr als 2L Stunden in welchem, sich weiß dieß gewiß) in mehr als einer Familie Brodmangel herrschte. — Ich hoffe, diese wenigen Zeilen genügen, die hiesigen Einwohner in Zukunft vor ähnlichen Vrodmängeln zu schützen, weßhalb ich mich auch jeder weiteren Bemerkung enthalte. — u — Der Bastard von Gemappe. Historische Erzählung von F Menk. Schon längst ist das schöne Zeitalter der Troubadours, des Nitterthmns, der Minne, daS Zeitalter, wo 378 die Romantik geschaffen ward und ihre reichen Blüthen entfaltete, verschwunden. Wer hat jenen süßen Traum von mittelalterlicher Treue und Courtoiste nicht mit mir geträumt? Wem schlug das Herz nicht freudig und 'bewegt, wenn die Tage vom König Arthus und seiner. Tafelrunde in ihrer ächt romantischen Erscheinung vor die Phantasie träten! O, daß zie den Ernst der Geschichte nicht zu erheitern vermag! Daß die Vergangenheit mit so blutigen Schriftzügen in den bestäubten Blättern der Chronik aufgezeichnet ist! Werste nachschlug, diese Chronik, dem entweicht mit Schmerz das schöne Nebelbild,, welches er sich von jenem Zeitalter geschaffen. Da treten Gewalt und Willkühr, Hinterlist und rohe Kraft uns entgegen, wo wir Rittcrstnn und Treue zu finden gehofft. Clio schwingt das bluttriefende.Schwert und es verschwinden plötzlich alle Gefilde der Phantasie, di- so gerne schafft, ohne zu prüfen. , In jenem Zeitalter bewegt sich meine Erzählung. Es ist das Jahrhundert, in welchem Jeanne d'Arc für Frankreichs Befre.iung auf dem Scheiterhaufen endete, in welchem die Geschichte so herrliche Großthaten einzelner Charaktere bewundert. Es ist aber auch das Jahrhundert, wo jene hassenswerthe Politik und Ränkesucht des elften Ludwigs sich zu entwickeln begann; wo Verrath und Grausamkeit, Treubruch und Scheinheiligkeit gewöhnliche Dinge waren und wo mit jedem Jahr der Geist, der das französische Ritterthum ehedem beseelte, mehr und mehr schwand. Ueber keinen Regenten mögen sich die Ansichten der Geschichtschreiber verschiedenartiger gestaltet haben, als über diesen Ludwig, der im Jahr 1423 geboren ward. Die Moral hat ihn längst verdammt, während die Geschichte miU den großen Erfolgen seiner Regierung prunkt. In der That dürfte es schwer zu entscheiden seyn, ob Ludwig schlechter gewesen oder sein Jahrhundert. , Ich endige diese Einleitung mit den Worten Segura: Er war groß als Regent, verworfen als Mensch. — * Meine Erzählung beginnt mit dem Jahre 1460. Wir sehen den nachmaligen König von Frankreich als Dauphin, vor seinem Vater Karl VII. Schutz bei dem Herzog von Burgund suchen. blinkenden Waffen, Itnb die Bürger schmunzelten, wenn sie daran pachten, wie sehr sich ihre Stadt durch den Besuch so hoher Gäste heben würde. Eine Staubwolke in der Ferne kündi ste das Herannahen des Zuges an. Die Thürmer begannen auf einmal mit allen Glocken zu läuten und die Musik- bandc vor dem Stadtthor verkündete in lärmenden Fanfaren dein harrenden Volk das Herannahen der hohen Gäste. Der Dauphin war es in der That, aber von der ungeheuren Pracht, welche man sich vorgestellt hatte, war nicht die geringste Spur vorhanden. Auf einem derben, friesländischcn Gaul saß der künftige König von Frankreich in nichts weniger als ritterlicher Haltung. Sein Gewand war schlecht und um keinen Denar besser, als das der übrigen Edelleuic, welche ihn begleiteten . . . Dabei war Ludwig keineswegs schön; seine Gestchtszüge waren düster, und hinter den buschigen Augenbraunen blitzte ein tückisches Augenpaar. (Fortsetzung folgt.) Volksvertretung. Heimgekehrt von seinen wetten Zügen Saß ein Landmann in der Brüder Ärew, Machte ihnen mit den frechsten Lügen Ach, die Hölle gar zu heiß. Und er sprach von seinen Heldenthatcn, Sprach darüber lang und breit; Sprach daneben, wie bei Wein und Braten Er dem 'Wohl des Volkes sich geweiht. Und er zeigt, was er hat mitgenommen, Reicht das Protokoll der Sitzung hm, Und des ganzen Dörfchens Bauern kommen, Flücht'gen Schrittes in dir Schenke hin. Zwengen ihre Brillen auf die Nasen, Und studiren lange eifrig fort. Doch, so lange sie auch immer lasen, Von Herrn Nachbar lasen sie kein Wort. „Ei,» so fragten sie, »was hast denn du gesprochen; Denn das Buch weiß nicht ein Wort von dir; Warst du doch, wie And're, dreizehn Wochen Bei dem Landtag, unsers Dorfes Ziert» »Was,» rief er erzürnt: »Ihr Esel, sehet. Steht nicht »»allgemeines Murren»» da ( Ja, ihr könnt mir's glauben; wie ihr sehet Half ich bei dem Murren mit — '»ja!» Charade. Wir find's gewiß in vielen Dingen, Im Tode sind wir's immer mehr, Die sind's, die wir zu Grabe bringen, Und eben diese sind's nicht mehr. Und weil wir leben sind wir's eben Von Geist und Angesicht, Und weil wir leben sind wir's eben Zur Zeit noch nicht. I. 1. Zu Gemappe im Vrabantischen war an einem unfreundlichen, trüben Tag des Septembers 1460, trotz des schlechten Wetters, Alles was laufen konnte, auf den Beinen. Vor die Stadt lief Groß und Klein,. Arm und Reich, denn es hieß, der Dauphin von Frankreich zöge heute ein und wolle für längere Zeit seinen Wohnsitz in der Stadt nehmen. Man sprach an allen Orten von dcni prachtvollen Zug der Herren und Ritter, den köstlich geschmückten Pferden, den. . Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Stemdruckerei in Gießen.