Anzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen. M es. Mittwoch den 23. August______ 1SM7. Besondere Bekanntmachungen. 1565) Am 26., 27., 28. und 30. dieses Monats, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, wird die Wahl von 20 Bevollmächtigten für die Gemeinde Gießen zum Behuf der Wahl der Wahlmänner zu Gießen in dem dahiesigen Rathhause vorgenommen werden. Alle stimmfähigen Staatsbürger werden daher eingeladen, an den gedachten Terminen, und zwar die des Wallpförter Quartiers, Donnerstag den 26., des Neuweger Quartiers, Freitag den 27./ des Seltersweger Quartiers, Samstag den 28. und die des Neustädter Quartiers, Montag den 30. d. M. persönlich sich einzufinden und ihre Stimmen abzugeben. Die Listen der Stimmfähigen und der zu Bevollmächtigten wählbaren Staatsbürger, sowie der Auszug aus der Bevölkerungs-Liste und das Verzeichniß der, 20 ft. und mehr directe Steuern jährlich bezahlenden Staatsbürger, liegen von jetzt an in dem erwähnten Lokale offen, damit solche von Jedermann eingesehen werden können. Gießen am 23. Aug. 1847. Der Bürgermeister I. d. B. der erste Beigeordnete R ü h l. 1570) Die Main-Weser-Eisenbahn, insbesondere die Erwerbung des Grundeigenthums in der Gemarkung Gießen. Der Plan über Errichtung der Main-Weser-Ei- senbahn in der Gemarkung Gießen, beziehungsweise die Abtretung des dazu erforderlichen Grund» eigeitthums, liegt zu Jedermanns Einsicht 8 Tage lang auf dem Gemeindehause dahier offen. Gießen den 23. August 1847. I. B. d. B. der Beigeordnete Rühl. Versteigerungen. 1328) Montag den 6. September d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Nathhaus die dem Schreinermeister Kirschner dahier zustehende alt neu IDKlftr. 325Xss 13 Hofraithe in der Katharinengasse öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 15. Juli 1847. Der Beigeordnete Rühl. 1512) Verpachtung von Kellern. Montag den 30. August I, I., Vormiltags 9 Uhr, soll auf dem hiesigen Rathhause: 1) der Rathhauskeller, vom 1. Januar 1848 an, auf weitere 6 Jahre, 2) der früher Scippische Keller an der Stadtpforte , vom 5. Oktober 1847 an, auf weitere 3 Jahre verpachtet werden. Gießen den 16. Aug. 1847. Der Bürgermeister. Z. *■ V. der Beigeordnete Rühl. 1564) Freitag den 27. August d. I. Nachmittags 1 Uhr, sollen einige Arbeiten am Schulsaal: 1) Weißbinderarbeit, veranschlagt zu 8fl. 30 kr. 2) Maurerarbeit, „ „6 „ 30 ,, auf dahiesiger Bürgermeisterei in Akkord gegeben werden. Oppenrod den 21. August 1847. Der Bürgermeister Weis. 508 Feilgeboten. 1557) Eine Partie 3—4ohmige Fässer, in t'. ster Beschaffenheit, welche sich zn Aepfel- toftn u. dgl. eignen., sind zu verkaufen bei 8. T. Felsing. 1558) Aechtes Kitzinger, sowie auch Frankfurter Lagerbier, empfiehlt in der ganzen, halben und viertel Ohm den Herren Wirthen bestens L. T. Felsing. 1563) Ich habe 40—50 Wildunger Mineralwasser - Flaschen, a 6 fr. per Stück, abzugeben, welche rein und mit unverletzten Korkstopfen versehen sind. C- Wollweber, Wolkengasse 68. 1567) Acpfelweinbrauser die Maas 12 fr. bei I. Bram m. 1571) Ein an der Marburger Straße liegender, obngefäbr einen balben Morgen baltender Acker ist, eingetretcner Verhältnisse wegen, aus freier Hand billig zu verkaufen. Derselbe befindet sich in gutem Baustande und ist im verflossenen Früh- jabre erst gehörig gedüngt worden. Wo? sagt die Erped. dieses Blattes. 1517) 18471* Milcher-Häringe empfiehlt I. G. Appel. 1537) Das von meiner Baucrei übrig gebliebene, noch brauchbare, eichene alle Baubolz, beabsichtige ich, den Kubikfuß ä 12 fr., zu verkaufen. Dr. Mettenheimer. 1525) Eine in vollkommen gutem Stand befindliche Aepfelmüble ist zu einem ganz billigen Preise bei der Handlung Zoh. Balth Noll in Gießen zu verkaufen. Zu vermiethen. 1556) Bei Frau Major v. Schmalkalder ist ein großes Zimmer mit Cabinet zn vermiethen, welches auch für zwei Herren eingerichtet ist. 1560) Bei Wittwc Petri auf dem Neuenweg sind drei Zimmer mit Cabinets zu vermiethen. 1562) Bor dem Selterscrtbor sind 3 zusammenhängende moblirte Zimmer zu vermiethen, und im Anfang October zu beziehen. In der Erpedition dieses Blattes ist das Nähere zu erfragen. 1568) Eine moblirte Stube ist an einen Gymnasiasten oder Realschüler zu vermiethen. Auch wird auf Berlangen die Kost gegeben. Wo? sagt die.Erpedition dieses Blattes. 1448) Das bisher von Herrn Professor Zam- miner bewohnte Logis ist anderweit, an einen ledigen Herrn, oder auch au eine stille Haushaltung, zu vermiethen und das Nähere in Lit. C. *A5. 51. •* am Seltersweg zu erfragen. 1538) Bei dem Unterzeichneten sind zwei Familien-Wohnungen, die eine gleich, die andere — im Nebcnbau — tut October d. Z. beziehbar, zn vermiethen. Dr. Mettenheimer. A uszuleihen. 1531) 273 ff. können aus dem Kirchenfasten zu Wieseck gegen gerichtliche Obligation alsbald ausgeliehen werden. Näheres bei dem Decanats- rechuer Dauern He im. Vermischte Nachrichten. 1559) Zur gefälligen Beachtung! Der Unterzeichnete hat noch über einige freie Stunden täglich zu verfügen, und wünscht, dieselben durch Unterrichtertheilen außer dem Hause zu besetzen. N. Nduot, Lehrer der französischen Sprache, bei Glasermeister Gauß auf dem Aster- wcg wohnhaft. 1572) Concert-Anzeige. Zu dem Concert, welches der academische Gesangverein auf Freitag den 27. Aug., Abends 6 Uhr, int hiesigen Gesellschafts-Saale veranstaltet hat, und zu welchem die Einlaßkarten in der G. Heyer'schen Buchhandlung zu 30 fr. und an der Caffe zu 36 fr. zu haben sind, ladet crgc- benst ein der Vorstand. 1566) Berwichenen Samstag Abend ist im Busch'schen Garten ein schwarz seidener Regenschirm, an welchem sich oben auf dem Griff ein rund-silbernes Blättchen mit den lateinischen Buchstaben B. e r. befindet, stehen geblieben. Wer ftch in dem Besitz desselben befindet, oder Auskunft hierüber zu geben weiß, wird gebeten, die Erpedition dieses Blattes hiervon zu benach- richiigeu, oder den Sckstrm gegen ein angemessenes Geschenk dahin abzugeben. 1569) Es wird ein junger Bursche, der mit Pferden umzugehen weiß, und gute Zeugnisse hat, als Hausknecht gesucht, und kann sogleich eintrcten. Wo? sagt die Erpedition dieses Blattes. 5Qp. 1561) Preis schießen der Gießener Sch ühengesell sch ast. Zur Nachfeier des Namenstages Ihrer Königlichen Hoheite Großherzogs und Erbgroßherzogs von Hessen, findet Montag den 30. d. M., von Morgens 8 Uhr an, ein kleines Gaben schießen auf der Hardt Statt, wozu freundlich einladet Gießen den 23. Ang. 1847. Der Schützenvorstand. Kirchliche Anzeigen Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 20. Aug. Dem Bürger und Kü- fermcister, David Schneider, eine Tochter, Katharine Eli- sabethe Mathilde, geboren den 7. Aug. Denselben. Dem Bürger und Bäckermeister, Wilhelm Hellmold, eine Tochter, Johanna Maria, geboren den li. Juli. s Den 22. Augu st. Dem Bürger und Weinwirth, wie auch Feldgeschwornen, Georg Heß. ein Sohn, Heinrich Philipp Gustav, geboren den 27. Juli. Denselben. Dem Groich. HofgcrichtS-Advokateu, Dr. Franz Eckstein, eine Tochter, Edda Henriette Katharine Franziska Minna Karoline, geboren den 24. Juli. Beerdigt. Den 2 3. August. Ernst Georg Ludwig Hermann Karl Baur, des Großherzoglichcn Professors, Dr. Gustav Adolph Ludwig Baur, ehelicher Sohn, alt 8 M. 29 T. gestorben den 20. Aug. Attgekommene und abgereiste Fremden vom 20. bis 23. August 1847. I n den Gasthäusern. /»> Einhorn: Fr. Nent. Bougle NI. Fam. v. Paris. Hr. Deubel, Dr. med. v. Gladenbach. Hr. Wolschcndorf, Kfm. v. Frantfurt. Hr. Mülter, Gutsbes. v. Hannover. Hr. Beilstein, Kfm. v. Elbeneld. Hr. Deichler, Fabrik, v. Bielefeld. Hr. Wciller, Profess, v. Göttingen. Hr. Frankcnfeld, Kfm. v. Rheidt. Hrn. Nent. Ohlenberg in. Fam. u. Bedien, v. London u. Molhor m. Fam. v Petersburg.. Hr. Freudenberg, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Holvaur, Prof. v. Paris. Hr. DebnS, Kfm v. München. Hr. Zehner, Fabrik v. Oldenburg. Hr Möller, Partie, v Straßburg. Hr. Freiherr v. Dongberg m Fam. u. Bedien., Gutsbes. v Braunschweig. Hr. Richter, Kfm. v. Mainz. Hr. Mohr, Fabrik, v. Siegen Hrn. Kfl. Magerfeld v. Stralsund, Müller v. Cöln, Zurimden v. Elberfeld u. Gerlach v. Coblenz Hr. Seipp, Rentamtm. v. Hungen. Hrn. Kfl. Hösch v. Cöln u. Rothschild v. Frankfurt. Hr. Cherris, Rent. v. Dijon. Hr. Karwan m. Fam. u. Bedien., Gutsbes. v. Hartem. Hr. Gewinner, Rcnt. v. Stettin. Hrn. Freihrn. v. Elderhorst m. Fam u. Bedien., Gener. u. v. Oldenburg m. Fam. u. Bedien., Adjut. v. Schwerin u. v. Frantzkp m. Fam. u. Bcd., Hauptm. v. Berlin. Hr. Müller, Kfm. v. Geneve. Hr. Freiherr v. Zahlenkamp m. Fam. u. Bed.., Oberapp.-R. v. Dresden. Im Kappen: Hrn. Kfl. Wiese v. Rheidt u. Cron v. Aachen. Hrn. Sind. GraveliuS u. v. Flügel v. Heidelberg. Hrn. Kfl Wcidcrt v. Hanau u. Koppold v. Heilbronn. Hr. Lippo, Buchh. v. Cassel. Hrn Kfl. Huber v. Offenbach u. Jung v. Wiesbaden. Hrn. Sind Sartorius v Marburg u. Mönich v. Offenbach. Hrn. Kfl. Thprell v. Frankfurt u. Storch v. Elberfeld. Hr. v Diencweg m. Bedien., Rittmeist. v. Dresden. Hr. Hofmann m. Tvcht., Kfm. v. Reincrod. Hr Fries m Fam. u. Bedien., Oecon v. Brüssel. Hrn Kfl. Röder v. Berlin, Mcher v. Hanau, Hirsth v. Mainz, Dabcr v. Rheidt, Joachim v. Frankfurt, Wirth v. Cöln, Eisner v. Ortenberg u. Kramer v. Elberfeld. Hr. Maschand, Profess, v. Halle. Hr. Bauer, Privatm. v. Alzei. Hr. v. Hammerfeld, Offiz, u. Hr. Sollt, Maj v. Berlin. Hrn. Kfl Rinds, köpf v. Frankfurt, Schäffer v. Mannheim u. Arnold v. Bamberg. Hr. Burger m. Fr., Oecon. v. Alzei. Im Prinz Carl: Hr. Knie m. Fam u. Bedien., Seilt. V. Neuwied. Hr Friederich, Leinw.-Händl. v Darmstadt. Hr. Borger, Spedit. v. Offenbach. Hr. Rau, Kfm. v. Schweinsberg. Hr. Schön, Geschäftsm. v. Fulda. Hr. Höhr, Uhrm. v. Schönach. Hr. Keil, Schrein, v. Fulda. Hrn. Privatl Friedrich v. Nauborn u. Bender v Niederwetz. Hr. Schaub, Verwalt, v. Haslau. Hr. Söhn, Schrein, v. Dombaden. Hr. Rapp, Fuhrm. v. Hatzfeld. Hr. Scharmann, Handclsm. v. Felda. Im Darmstaedter Haus: Hr. Biebel, Müll. v. Battenfeld Hr. Vonthal, Geschäftsm. v. Wächtersbach. Hrn. Handelst. Burckhardt v. Reifenberg u. Beitel v. Dillwgen. Fr. Friederich v. Zelle. Hr. Engel, Handclsm. v. Ebersgöns. Hrn. Geschäftsl. Scher u. Mapland v. Alsfeld Hr. Lang, Fuhrm v. Kohden. Fr. Ploch v. Alsflld. Hrn Ge- schästsl. Schlitt v. Eifa, Homberger v. Offenbach, Huhr v. Biedenkopf, Müller v. Dietz u. Häuser v Steinberg. Hr. Müller, Först, v. Nidda. Hrn. Handelst. Francke v. Lengs- feld, L. Braun ii. H. Braun v. Winterberg Im Stcm: Hrn. Müll. Buhlmann u. Burgdorf v. Ussenrode. Hr. Schuhmacher, Fuhrm. v. Reincrod. Hr. Stelzner, Wcißgerb. v. Oschatz. Hr. Heumann, Buchdr. v. Münden. Hr. Lorch, Fuhrm. v. Roßberg. Hr. Klug, Müll, v. Königstein. Hrn. Geschäftsl. Pfeiff v. Londorf u.'Roth v. Steinfurt. Hr Ruhl, Schneid, v. Gicßcn. Hr. Engelbach, Bote v. Biedenkopf. In der Sonne: Fr. Goldmann v. Ershausen u. Fr. Wagner v. Beuern. Hr. Steinbach, Handelsm. v. Germcnrod. In der Kose: Hr. Kauß, Handelsm. v. Gelnhausen. Hr. Melzer, Kamm.-Jäg. v. Darmstadt. Hr. Schmidt, Han- 510 delsm. v. Hochelheim. Hr. Kohler, Glasn. v. Sengfurt Hr. Weinbender, Küfer v. Wetzlar. Hr Warr, Schuhm. v. Biedenkopf. Hr. Noth, Oecon. v. Steinfurt. Hr Dulle, Handelsm. v. Großbreidenbach. Hr Schneider, Privatm. v. Beinhausen. Hr. Mazel, Geschäftsm» v. Köddingen. In den Privathäusern. Bei Hrn. Hofgcr -Secret. Balser: Frl. Cramer v. Berstadt. — Bei Hrn Revierförst. Lang: Hr. Lang, Hostäg. v. Friedberg. — Bei Hrn. Kfm Spruck: Hr. Engel, Pfarr. v. Allendorf. — Bei Hrn Pfandh.-Dien. Sck>neko- Fr. Wcrr- watz v. Alsfeld. — Bei Hrn. Hofger.-Präffd. v Preuschen: Hr. v. Fransekp, Hauptm. v Berlin. — Bei Hrn. Schuhm. Dietz: Jungfer Treidel v. Herborn. — Bei Hrn. Tab -Fabrik. Galli Fr. Hofpred. Zimmermann v. Darmstadt. — Bei Hrn. Stadtricht. Muhl: Hr. Gillmer m. Tocht, Geh. Oberffn.-R. v. Darmstadt u. Hr. Gillmer m. Fr., Landger.-Affeff. v. Friedberg. — Bei Hrn. Sind. Vowinkel: Hr Vowinkel, Distr.-Einnehm. v. Darmstadt. — Bei Frl Ceßner: Frl. Arnold v. Elberfeld. — Bei Hrn, Hofger.-R. Roth: Hr. Mannes, Stud, v. Göttingen. — Bei Hrn. Prof. vr. Fleck: Fr. Doctor Menz v. Leipzig. — Bei Hrn. Hofgcr.-Registr. Herzberger: Hr. Hellwig, Pfarr. v. Maulbach. — Bei Hrn. Stud. Oppermann; Hr. Mikolowskp, Stud. v. Heidelberg. — Bei Wittwe Ruppersburger: Fr. Gerhardt v. Hersfeld. — Bei Hrn. Fabrik Ballin: Hr. Rothschild, Kfm. v Vöhl — Bei Hrn. Hofger.-R Georgi: Hr. Wolff m. Tocht., Hofr. v. Hofheim. — Bei Hrn. vr. Weber: Hr. Becker, Oberfin.- Kamm -Aeceff. v. Darmstadt. — Bei Hrn. Hofger.-Advoc. Brielr Hr. Weyprecht, Kamm.-R. v König. — Bei Hrn. Barb. Haffcnteufel: Hrn. Gpmn. W Wepprecht u R. Wep- predt v König. — Bei Hrn. Bauaufseh. Gimbel: Frl. Gimbel v. Darmstadt. — Bei Hrn llhrm Schmidt: Frl. Werner v Orke — Bei Hrn. L. Kahn: Fr. Kahn v. Als- selb — Bei Hrn Oberinspect Dietz: Frl. Hof v Frankfurt. — Bei Hrn. Ehr Lampus: Hr. Crombach, Privatm. v. Krofdorf. — Bei Hrn. Musik. Schierholz: Hr. Becker, Lithogr. v. Straßburg. — Bei Hrn. Ged. R Knorr: Hr. Knorr, Kreissecret. v. Nidda. — Bei Fr. Jnspect. Mclior: Frl. Schlosser v. Darmstadt. — Bei Hrn Prof vr. Brau, bach: Hr Vr. Lade m. Fr, Hofapoth. v Wiesbaden. — Bei Hrn Chr. Stohr: Jungfer Fächer v. Seligenstadt. Unterhaltendes und Gemeinnütziaes. Moderne Handwerksmißbränche. In einem neuerdings erschienenen Schriftchen (Heber den Einfluß der Fabriken und Manufaeturen in Schlesien von Eduard Pelz; dritter und vierter Bries, Leipz. 18-16) finden sich unter andern folgende Stellen angeführt, welche „vor einet längeren Reihe von Ichren ein an geistiger Bildung reich ausgestatteter Mann zu einer Versammlung in Breslau sprach": — Der Tischlermeister Röiitchen zu Neuwied hatte den Titel eines Gebeimenraths. Seine Arbeiten waren von der größteil Vollkommenheit und seltensten Vollendung. Die Schreibtische, die er verfertigte, hatten einen großen Ruf, wurden weit und breit verführt und ihre künstlich verborgenen geheimen Fächer hatten vielleicht, und gewiß nicht mit Unrecht, auf die Idee zum Geheimraths-Titel geführt Es ist für das Erblühen des deutschen Gewerbes gar sehr zu wünschen, daß das Gewerbe nicht allein zum Erwerb, sondern auch zur Ehre führe und daß die tüchtigen Meister aus eine angemessene Weise öffentlich geehrt und belobt würden. Der Staat hat im Allgemeinen die Wichtigkeit des Handwerksstandes nicht übersehen, es ist diesen Gewerb- treibenden das freieste Feld zu ihrer Ausbreitung gegeben, ja durch die wichtige Einrichtung der Städte- Ordnmig ist denselben die Verwaltung ihrer stadt- bürgerlichen Angelegenheiten zum großen Theil übertragen und damit die Ueberzeuguug ausgesprochen, daß man sie aller Bevormundung entwachsen und vollkommen für ihren Beruf auch in dieser Rücksicht gebildet glaubt. Während der Staat aber mit ängstlicher Sorgfalt das Prineip der äußeren Ehre aufrecht und lebendig zu erhalten sucht, in diesem Stande die leichte, in dem andern die schwere Pflichterfüllung, oft sogar nur den ehrend auszeichnet, der seinen eigenen Vor- theil allein, und in unmittelbarer Folge den seiner Untergebenen fördert, bleibt der Gewerbtreibende allein, der Handwerksmaun aller ehrenden Auszeichnungen leer, und somit die staatsbürgerliche Wichtigkeit dieses so achtungswertheu Standes verläugnet. Nicht als ob ich der Meinung wäre, daß große Zwecke nur durch kleinliche Rücksichten gefördert werden können; kleinliche Rücksichten aber, wenn sie in dem räthselhasten Gebiete der äußeren Ehre, in Staaten wie der unsrige, festen Fuß gefaßt haben, hindern gewiß die Erreichung großer Zwecke. Die Vernachlässigung solcher scheinbar kleinlichen Rücksichten für den Handwerksstand ist leider eine alte Sünde und in Deutschland schrieb darüber schon vor 150 Jahren der Freiherr v. Schröder in seiner „Fürstlichen Schatz- und Rentkammcr" Nachstehendes: „Die Ursache der Unvollkommenheiten unserer Handwerke ist die Verachtung der Handwerköleutc in Deutschland, daß ein jeder Dintenlecker einem rechtschaffenen Handwerkemann und Künstler vorgezogen wird. Daher es denn kommen ist, daß die Eltern nur die dümmsten Jungen auf die Handwerke schicken Wo sie aber ein wenig gute Naturalien bei einem Kinde merken, da muß es studiren und soll ein Doctor oder Magister oder Rath aus ihnen werden; als welche Herren und Euer Ehren fest mit der Zeit genannt werden und obenan sitzen Hingegen ein Haud- werksmann heißt Meister Niklas und bleibt Meister Niklas lind muß vor jenen den Hut abnehmen und in der Hand tragen; durch welches Mittel es dahin gebracht ist, daß fast alle Zeit mehr Doetores und Sa Iva venia so sich nennende Gelehrte, als tüchtige Schuster und Schneider an einem Orte zu finden und zu haben sind. Was ist aber der Efiectus von 511 dieser übel eingerissenen Maxime? dies will ich deutlich an den Tag legen, nämlich: zur Erlernung eines künstlichen Handwerks und Manusacturs, durch welche ein Land und Fürst mächtig und reich werden soll, werden lauter dumme Narren gebraucht, eben ob gehörte nicht ebenso viel oder mehr Naturell dazu, wenn einer ein Handwerk recht excoliren, als wenn er lernen sollte, wie er dermalen einstens einem Bauer einen Hochzeitsbrief schreiben, oder eine Suppli- cation an seinen Pfleger oder Richter stylist'ren könne. Wie soll denn die Erhebung des Handwerks und der Mauufaetur von solchen Ausschößlingeu zu hoffen seyn! Die Verachtung des Handwerks ist daher eine der Hauptursachen, daß die Manufacturen in Deutschland nicht empor kommen können. Dagegen ist es mit immer nichtsnützigen, eitelem, bösen Gesiiidlein angefüllt, was unter dem Vorwand der Studien in seiner Jugend ein privilegirtes ruchloses Leben führt." Soweit der alte deutsche, etwas derbe Baron. (Wird fortgesetzt.) Der Bastard von Gemappe. Historische Erzählung von F Menk. (Fortsetzung) Clotilde empfing heute den Geliebten mit zärtlicher Besorgniß; es waren vierzehn Tage verstrichen, seit sie ihn nicht gesehen, und namenlose Qualen innerer Seelenangst hatte sie währenddeß erduldet. Die Falten auf seiner Stirn vermochten nicht, sie gleich wieder aufzuheitern, und erst als die zärtlichen Grüße der Liebe vorüber waren, wagte sie schüchtern eine Frage. PaScai fürchtete, dem Mädchen die Gefahr, in welcher er schwebte, mitzutheilen; er zog ein Kästchen aus dem Busen, welches die werthvollsten Geschenke des Königs enthielt. „Nimm," sprach er düster, „nimm, meine Clotilde, es könnten Zeiten kommen, wo wir dieses Mammons bedürfen." „Du erschreckst mich, Ludwig," sagte das Mädchen. „Du, der allmächtige Günstling des Königs, der Dir dreimal sein Leben verdankt: wer sollte den Versuch wagen, Dich zu stürzens" „Baue nicht auf die Gunst der Großen," sprach monotonisch der junge Mann. „Sie leihen ihr Ohr höhnischen Einflüsterungen und wer noch vor wenig Monden hoch stand, kann lief sinken!" „Wehe mir, was sprichst Du!" rief Clotilde entsetzt. „Was hast Du, der Engelreine, verschuldet?" „Mein Gewissen ist frei," entgegnete Pascal feierlich, „aber wie leicht ist der Argwohn der Großen zu erwecken? Clotilde, ich bin nicht mehr sicher zu Plessis - les - Tours. Willst Du Frankreich mit mir verlassen ? . . ." „In den Tod mit Dir, Du Einziggeliebter!" rief die Jungfrau. „Herrliches Mädchen!" unterbrach sie entzückt der Jüngling. „Ja — »och bin ich nicht ganz unglück- tid; — sieh her, Ludwig, diesen Schatz vermag mir Deine Arglist nicht zu rauben." Die Liebenden sprachen noch lange über ihre Flucht und nur ungern riß siä) Pascal aus den Armen des Mädckens; endlich schwang er sich auf sein Pferd und sprengte eilig nach dem königlichen Schloß. Die Sonne stand schon im Mittag, als er anlangte. Unterm Thor hielt Herr Tristan an der Spitze seiner Trabanten; er wollte eben auf die Jagd reiten. Als er den Geheimschreiber des Königs so rasend ansprengen sah, flog ein teuflisches Lächeln über sein häßliches Gesicht. „Ein scharfer Ritt, Herr Geheimschreiber!" rief er höhnisch. „Mort de ma vie, Ihr reitet früh auf die Jagd und der König hat schon dreimal nach Euch gefragt." ' - „Olivier hat den Dienst," entgegnete verächtlich der junge Mann, indem er dem Stallbursche» die Zügel in die Hände warf. ■ „Dennoch will ich gleich zum König eilen, obgleich ich Euch keine Rechenschaft über meine Lustrittc schuldig bin!" Er schri.t die Treppe hinauf. Der Oberhofrichtcr sah ihn: giftig nach. „Ho ho, mein junges Bürschchen!" murmelte er ingrimmig, „Du trotzest ja gewaltig auf Deinen Rang, hüte Dich vor.der Kralle!" Da schallten die Hörner, der König mit seinem fahlen Gesicht trat an das Fenster, um seine Ohren an dem beliebten Klang zu weiden. Er öffnete dasselbe und rief mit matter Stimme nach l'Hcrnute. „Laß den Baulieu auf die Jagd reiten," krächzte er hüstelnd hinab, „und komm zu mir herauf." Tristan sprang schnell ab und eilte zum König. Ludwig sah heute besser aus,, als gewöhnlich. Meister Collier verschrieb ihm die erhitzendsten Medicamente, um das ersterbende Flämmchen so lange als. möglich zu erhalten. „Bleib bei mir Tristan," begann freundlich der König. „Ich fühle mich heul besser, als gewöhnlich, wir wollen über Das sind Jenes plaudern. Hast,Du den Gaunerhäuptling Picard ersäufen lassen? Du hast mir noch nicht erzählt, wie sich der Spitzbube dabei benonimcn hat." Der Obcrhofrichter ward bald roth, bald blaß. „Den Gaunerhäuptling?" stotterte er. „Sire — ich ___ habe wohl einen Picard ins Wasser werfen lassen, der im Käfig Balurs saß, aber der war kein Gauner, sonder» jener Mönch-, der (id) durch eine Redensart gegen Euch vergangen." „Der Mönch Picard?" rief aufspringend der König. „Par la Päque-Dieu, der arme Teufel dauert mich) 512 laß drei Messen für ihn lesen und den Gauner hänge auf. Doch nein, ich habe noch einen Auftrag für ihn. Collier hat mir ein herrlich wirkendes Bav verordnet. Das Blut von Kindern soll eine treffliche Wirkung auf meinen altersschwachen Körper haben. Der Picard mag ein halbes Dutzend armer Kinder stehlen und wir wollen sie dazu benützen.*) Die Sache muß aber geheim bleiben, denn ich will nicht, daß man das Andenken Ludwigs XL verfluche. Ist Pascal zurück?" Der Profoß athmete totebn freier. „So eben sprengte er ganz erhitzt in den Hof," antwortete er kurz. Der König stand auf und ging einigemal in heftiger Erregung im Zimmer auf und nieder. „Wolltest Du nicht noch etivas sagen?" sprach er endlich. „Der Herr Geheimschreiber reitet sehr oft früh aus, um ganz erhitzt spät wieder zu kommen." „Und was ist da Arges dabei?" fragte der König, um nur etwas zu erwiedern. „Der junge Mensch wird sich mit der Jagd belustigen. Ventre bleu, wir waren auch einmal jung und die Jagd hat uns viel Vergnügen verschafft." „Die Jagd?" bemerkte spöttisch Tristan. „Eine seltsame Jagd ohne Armbrust, nur mit Dolch und Degen und früh vor Sonnenaufgang. Ich meine etwas anders!" „Etwas anders?" fragte der König stillstehend, indem er dicht vor den Profoß trat. „Dieser junge Mann mit dem offenen Gesicht, den ich mit Wohl- thaten überhäuft, er kann keinen Vcrrath im Schilde führen." „Eben, weil Ihr ihn mit Wohlthaten überhäuft," unterbrach ihn hastig l'Hermite, „fürchte ich Alles. Er ist noch sehr jung, diese Wohlthaten haben ihn verwöhnt, sein Glück machte ihn trunken. Wenn Ihr dereinst nicht mehr sehn werdet, was der Himutel verhüten wolle, wird er nicht fürchten müssen, Euer Nachfolger werde ihn zurücksetzen? Er wird sich schon jetzt mit Euren Feinden verbünden, um durch sie zu steigen." „Halt ein, Tristan, halt ein, Du bist ein furchtbarer Ankläger!" schrie Ludwig XI. „Welchen Abgrund eröffnest Du mir da, geh, geh und hole mir den jungen Mann, ich will ihn hören und — richten, wenn ich muß." । Triumphirend entfernte sich der Oberhofrichter. Pascal harrte bereits im Vorzimmer und hämisch lächelnd deutete ihm Tristan den Willen des Königs an. Unbefangen trat der junge. Mann ein und bemerkte nicht Ludwigs stechenden Blick. Er setzte sich an den Schreibtisch, der mit Depeschen und Scriptnren *) Historisch. überhäuft war. Der König diktirte Einiges und stricte dabei immer scharf den Schreibenden. „Du warst heute schon früh aus," warf er endlich anscheinend gleichgültig hin. „Ich sah Dich über das .Feld sprengen." „Ich war auf der Jagd, Sire," erwiederte fort- schrcibend bet' junge Mann, Der König ging heftig auf und nieder und eine lange Pause trat ein, nur von dem Gekritzel der Feder unterbrochen. „Auf der Jagd?" nahm endlich der König wieder das Wort. „Hm, ich bemerkte keine Armbrust bei Dir!" Pascal war ein schlechter Lügner; der kleine Einwurf brachte ihn ganz aus der Fassung. „Es ist wahr," entgegnete er endlich stotternd, „ich bemerkte dies leider zu spät, um wieder umzukehren, übrigens," setzte er, um dem Gespräch eine an.dere Wendung zu geben, schmeichelnd hinzu, „bewundere ich Ew. Majestät scharfes Gesicht." „Beim Kreuz von St. Lö!" rief der König, dem die Verlegenheit seines Geheimschreibers Argwohn erregte, „ich sehe noch recht scharf. Auch die Verräthcr an meinem Hof durchschaue ich." Pascal waffncte sich mit dem ganzen Muth seiner jugendlichen Kühnheit, er sah, daß dem König seine frühen Ausflüge bekannt geworden und zitterte vor dem Gedanken, den furchtbaren Verdacht rege gemacht zu haben. „Gott erhalte Ew. Majestät," entgegnete er gelassen. „Niemand zweifelt an Eurem Scharfblick, obgleich ich doch mehr denn einmal das Glück hatte Ew. Majestät heiliges Leben vor Verräthern zu schützen." Der.König entfärbte sich, der leise Vorwurf, der in diesen Worten lag, mußte ihn beschämen; er lenkte das Gespräch auf einen andern Gegenstand; in diesem Augenblick aber trat Tristan heftig in großer Aufregung in das Gemach. Er sprach lauge heimlich mit dem Monarchen und dieser gab sichtbare Zeichen von Erschrockenheit von sich. „Im Wald von Forböre sagst Du?" fragte der König halblaut. „Schicke sogleich hundert Manu aus, die den Forst in allen Richtungen durchstreifen und keinen Stein ununtersucht lassen sollen. Den Gefangenen will ich selbst verhören." Pascal erschrack auf6 Furchtbarste. Im Wald von Forböre — einen Gefangenen! In demselben Wald, den er heute früh selbst durchstreift. Eine unbeschreibliche Angst bemächtigte sich seiner; wenn dieser Gefangene Jevffroy wäre? Fast bereute er es, nicht am Morgen mit. Clotijden geflohen zu seyn; er beschloß es noch in der folgenven Nacht zu thuu. Konnte er aber wisse» , was bis dahin im Werke seh? Tristan entfernte sich, nachdem er noch einen stechenden Blick auf Pascal geworfen, der König aber ging lange, leise vor sich hinsprechend, im Gemach aus 513 und nieder. Da öffnete sich wieder die Thüre und zwei Soldaten der schottischen Leibwache führten einen gefesselten Mann herein, der düstere Blicke im Geniach umherwarf, aber kühn dem König in's Auge sah. PaScals Haar sträubte sich — er erkannte jenen Mann auf den ersten Blick; es war nicht Jeoffrop, aber dennoch einer derjenigen, die ihn unweit der Kapelle im Wald angefallen und zu dem Alten hingeschleppt hatten. Ein Wort dieses Mannes nur — und er war verloren. (Forts, folgt.) Reisebilder vom Rheine. Ein Leben, wie im Paradies, Gewährt uns Vater Rhein. Hölty. Wer der Sphäre des Gewöhnlichen sich entheben und einen wahren Reiz in sein Leben bringen will, der eile zu den Ufern des reichgesegneten und vielgefeierten Rhetnstroms, zu jener Fülle des Schönen, welche dem König der deutschen Ströme alljährlich aus allen Landen Tausende von Besuchern zuführt und einen Schatz wohlthuender Erinnerungen an die hier verlebten Tage in jedem Reisenden zurückläßt. Denn derselbe wird überrascht von den großartigsten Naturbildern in üppiger Mannichfaltigkeit. Berge wechseln mit Ebenen, aus üppigen Thälern lächelt die freundlichste Statur, die grünen Hügel, wo in goldenem Sonnenstrahl die Traube reift, entsenden ihm ihren heitern Gruß und der Geist ehrwürdiger Vorzeit blickt ernst von erhabenen Kunstdenkmalen und von der Höhe burggekrönter Felsen, zu welchen die Zeit ihre Ruinen hinzugefügt, und die Geschichte ihre Erzählungen aus wunderbaren Tagen, die längst nicht mehr sind. Wird der Reisende schon hierdurch mit magischen Banden an dieses Wonneland gefesselt, so findet dies noch seine Erhöhung, durch das rege, vielseitige, joviale Leben seiner Bewohner. Denn es gibt nur ein Volk, wie das am Rheine, nur ein Leben, wie es sich leben läßt in seiner Mitte. Heiterkeit und leichter Sinn, Offenheit und Freundlichkeit ist das Hauptgepräge des Rheinländers. Es ist ein rühriges und gutmüthiges Volk von schneller Fassungsgabe und richtigem Tacte in Beurtheilung dessen, was das Leben bietet. In ihm findet man jene glückliche Mischung des Blutes, die zu seinen lachenden Fluren und Thälern, zu seinen Rebhügeln und trauten Wäldern paßt. — Von dorther hat von den Zeiten der Römer bis auf unsere Tage unser gesammtes Vaterland immer den mächtigsten und wirksamsten Einfluß erfahren. Mit Recht behauptet darum ein rühmlichst bekannter Historiker, daß nach der großen Völkerwanderung, die ein colossales Schauspiel mächtiger Heerzüge und ungeheuerer Thaten zeigt, aber auch alles in Wildheit und Barbarei zurückwarf, vom Rheine her das erste Licht und die Gesetzlichkeit über Europa ausgtngen; daß in seinen Feldern und Städten die deutschen Kirchen gegründet, die deutschen Gesetze gegeben und die deutschen Könige gewählt wurden, ja daß sein merkwürdiges Land dem Reiche die größten Kaiser, die berühmtesten Gelehrten und Künstler, auch die vorzüglichsten Prälaten, und der Welt einen allgemeinen Handelsverkehr geschaffen hat. Daher der stolze Klang seines Namens. Der Reisende versäume darum nicht die Bequemlichkeit und 9luhe der Schönheit zu opfern; er durchwandere diese von der Natur so bevorzugten Gegenden, erklimcke Berg und Fels, durchdringe Flur und Thal und mische sich unter die Bewohner dieser Ufer, um sich des dargebotenen Genusses vollständig erfreuen und ein treues Bild davon in die Heimath initnehmen zu können. Mit Liebe und Begeisterung wird er dann an diesem lockenden deutschen Paradiese hängen, das ihn durch zahllose magnetische Reize mit fast unwiderstehlicher Macht fesselte, und wo er sich so frei, so wohl und glücklich fühlte. Für diese so reich belohnende Reise wollen wir nun in Folgendem einige Winke geben und auf Alles, was Kunst und Natur dört Schönes und Sehens- werthes auszuweisen hat, kurz aufmerksam machen. Bevor wir jedoch mit der eigentlichen Rheinreise beginnen, wollen wir einen Ausflug in das an herrlichen Punkten ebenfalls reiche Taunusgebirge machen. T a u 11 u s nennt man das freundliche an Mineralquellen reiche Gebirge zwischen dem Main, dem Rhein und der Lahn, das an seinen Abhängen zum Nheinstrome mit den trefflichsten Weinbergen bepflanzt ist und von der von Frankfurt nach Limburg führenden Straße durchschnitten wird. Um dasselbe kennen zu lernen, fahre man von Frankfurt oder von Castel bei Mainz aus auf der Eisenbahn nach Hattersheim, wandere dann zu Fuß nach Hofheim (2 Stunden) mit der weißen, von Wallfahrern viel besuchten ' Hofheimer Kapelle; von da durch das sehr malerische Thal von Lorsbach nach Eppstvin (1% Stunden,) einem Stäbchen in einem herrlichen Thale mit vielen Denkmälern in der Kirche von der im 16. Jahrhundert ausgestorbenen Familie Eppstein, die dem Kurstaate von Mainz in dem Zeiträume von 1059 — 1284 fünf Erzbischöfe gab, deren Burg auf einem beinahe unersteiglichen Felsen das Städtchen überragt. Alsdann gehe man durch das Fischbacher Thal nach dem freundlichen Orte Königstein (1% Stunden) mit den ansehnlichen Trümmern der int Jahre 1800 von den Franzosen zerstörten Bergfestung Königstein, einst Kur-Mainz gehörig, dessen Wappen noch über dem Eingang zu sehen ist; Stunde entfernt erheben sich auf einem bewaldeten Bergkegel die Trümmer der Burg Falkenstein, welche eine höchst malerische Aussicht darbieten.— Ein sehr bequemer Weg, welcher l/a Stunde von 514 Königstein, die Frankfurt-Limburger Straße verläßt, führt auf den g r o ß e n F e l d b e r g , de» man in zwei Stunden bequem ersteigen kann. Vorzüglich schön ist bei Sonnen-Auf- und Untergang die Aussicht am B r u n h i ld en st e i n, einem Felsblocke, der auf t>ej kahlen Platte dieses Berges liegt. Am Fuße des anderthalb Stunden entfernten belaubten Altkönigs liegt das Städtchen Kronberg (3% Stunden von Frankfurt,) in der Nähe das vielbesuchte Bad K r o n- thal und drei Stunden östlich von Köpigstein liegt die freundliche Hauptstadt der Landgrafschast Hessen- Homburg (4 Stunden von Frankfurt.) (Fortsetzung folgt.) Bei Durchlesung Ph. Dieffenbachs freundlicher Erinnerungen an Gießen fand ich auch das humane Betragen zweier vormaliger französischen Befehlshaber und namentlich des ritterlichen Hoche erwähnt. Zufällig fand ich gleichzeitig in älteren Acten die Requisition zur Besetzung dessen Tafel für den 24. Aug. 1797 — mithin die Nachweisung, was dieser wirklich geachtete Heerführer gestern vor 50 Jahren zu Mittag gespeist haben mag, wie dieselbe nach Manu- script wortgetreu unten folgt. Die Leser dieses Blattes mögen daraus ersehen, was in einem Kriege für Opfer gebracht werden müssen, wenn ein Mann, wie Hoche solche Ansprüche für ein Diner machen ließ. Gießen den 24. August 1847. Pour la fable du General en Chef. Le 24. Aout 1797, pour diner. 25 livres du Boeuf. la moitie dun Mouton vingt trois livres la moitie de Veau, ving’t deux livres quatre paires de Poulets. quatre paires de Pignons. une tete de Veau. Soixante Pieces d’oeufs. 6 livres du Beure des legumes et de la Salats des plusieurs Sortes des fruits des toutes Especes. 10 douzaines des Petits pains quatre pieces de grands pains quatre pieces du pains bis. deux livres des Macaroni deux livres des Vermicelles. 14 livres du jambon. deux Pairs des Pertrix 3 Paints de lait. 3 livres des Oignons douze harengs. deux Bout. Cognac de franse. une livre de Chocolat quatre livres de Saucisse deux Bout. huille de Provence 3 livres deux Bout. liqueur de franqe Sept livres des Poisson 25 Pieces Ecoeriees deux livres de froniage un filet de Boeuf 8 livres deux On^es de nois Dessert a huit plat quatre livres 50 Pieces des Abocots. 36 Bout. du Vin blanc ord. 12 Bout. du Vin du Rhein premier qualite 3 — Champagner 3 — Malaga. je certifle que le dits objets ont ete fournier. Le Capitaine ad joint x A in Rhein. Am Rhein, am Rhein, da lob' ich mir das Leben, Am vielgepriesnen Rhein; Mag man den Po auch noch so sehr erheben, Zch lieb's am Rhein zu sepn! Am Rhein, am Rhein, verstummen alle Klagen, Dort herrscht nur frohe Lust; Ich fühl' das Herz in stärkern Pulsen schlagen, Und schwellen mir die Brust. Am Rhein, am Rhein, auf diesen stolzen Hügeln, Die sich im 'Sonnenschein So zaub'risch in den Silberfluthen spiegeln. Da wächst der gluth'ge Wein, Mit dem wir weg des Lebens Sorgen scherzen, Wenn er im Becher glüht; D'rum lieb' ich Dich, o Rhein, von ganzem Herzen, Und weih Dir dieses Lied. O dreimal glücklich, wer an Deinem Strande Sich seine Hütte baut', Und hier in diesem zauberreichen Lande Ganz der Natur vertraut! Wo freundlich schwimmen paradies'sche Auen So frisch und voll belaubt; Wo stolz und kühn die Burgen niederschaucn Von jähem Felsenhaupt. Wo Männer sind von edelm Selbstvertrauen, Von Muth und Recht durchglüht; Wo-holde Anmuth auf der Stirn der Frauen Mit Ernst gepaaret blüht. Wer einmal von der heitern Lust gesogen, Die aller Welt bekannt, Der fühlt sich mächtig an den Rhein gezogen, In dieses Wonneland. D'rum lob' ich mir am Rhein, am Rhein das Leben Am ruhmbekränzten Rhein; Mag man den Po auch noch so sehr erheben Zch lieb's am Rhein zu fron. Druck und Verlag der G. D. Brützl'scheu Buch- und Steindrückerei in Gießen.