Änzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen. J\H 39* Samstag den 251. Juli * 1S47» Frucht- u. Victualienpreise zu Gießen vom 24. bis 31. Juli 1847. Fleischtaxe. kr. ps. 81 nm. DieZu< Brodtaxe. ft. Pf. 1 Pfund gutes Ochsenfleisch . . . 1 „ Kuhfleisch...... t ,, Rindfleisch..... 14 11 10 2 2 gaben dürfen in weiter nichts, alS in Fleisch von der 2 Pf. ordinäres Brod. Gersten- und 6 " " " j | Kornmehl bestehend 9 18 27 1 1 1 1 1 „ Kalbfleis.t,..... „ Schweinefleisch .... 7 14 - 2 selben Gattung bestehen ,u. zwar 2 Pf. gemischtes Brod^ aU(, , Waizen- und 9 19 2 1 „ Hammelfleisch gemästet 10 2 auflovid. Fleisch 8 " " " i | Kornmehl bestehend 28 2 1 „ Leberwurst ..... 14 — nicht mehr als an 31 Lth. Wafferwcck..... 1 — 1 „ Bratwurst . ... 19 — derthalbstlfd u.s. 8| « Milchbrod . . . . 1 —• 1 ,, Schwartemagen . . . 19 — ro. nach Brovvr- 1 „ Blutwurst...... 14 10 — tion, welches auf Marktpreise. 1 „ gemischte Wurst . . — tBfd. nicht völlig 1 Maas Milch ......... 8 — i 1 1 1 „ geräucherter Speck . . . ,,. Schinken...... „ Dörrfleisch..... „ RindSfett...... 20 20 18 18 1 1 1 1 1 5 Loth ausmacht. Köpfe. Füße. Gc- raub.wic auch die gan, blutigen unb nichtgenießbaren 1 Pfund Butter......... auch........ 4 Handkäse........... 3 Eper . . .......... 1 Pfund Waizenmehl ....... 19 20 8 4 Illi 1 1 „ HammelSfctt... . . „ Schweineschmalz ausgelassenes ...... „ desgleichen, unauSgelaffen 18 28 26 Stücke oom Hals sind von der Zu- 1 ii grob geschälte Gerste . ... 1 ii klein geschälte Gerste . .- , . 8 12 1 _ gabcgänjltchauS- geschloffcn. F r u ch tp r e i s e. Städte Gemäs Waizen Korn Gerste Hafer Erbsen Linsen. Friedberg..... Gießen...... Grünberg ...... Marburg..... Wetzlar..... das Malter das Malter das Malter das Mätt der Scheffel Pf 200 200 90 ... lö 16 7 kr. 7 6^ H Pf. | fl. 1901 14 180j 12 -| 14 — 1 14 84 6 kr. .38 20 19 48 Pf. ,70 72 fl. 11 11 kr. 14 .30 36z 7 PH 50 fl. 7 7 - kr 19 58 J PH fl. kr. 1 1 1 1 l^| fl. kr. Besondere Bekanntmachung. 1359) Man bringt hiermit zur öffentlichen Kennkniß, daß von Montag den 26. d M. an, diS zur Vollendung der Pflasterarbeit in der Wall- thorstraße von der Braugasse nach dem Wallchor und umgekehrt nicht gefahren werden kann. Gießen am 21. Juli 1847. Gr. Kreisbaumeister Holzapfel. Versteigerungen. 1249) Montag den 9. August d. I., Nachmittags 2 llbr, soll auf dahiesigem Rathhaus die dem Emil Grüneberg dahier zustehende alt neu lDKlftr. 38%O */6S 47 Hofraithe in der Neustadt, 41 Vt 7&6 54 Grabgarken daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen am 28. Juni 1847. Der Beigeordnete Rühl. 1250) Montag den 9. August d. Z., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus die dem Schreiner« meister Wilhelm Werner dahier zustchende alt neu IDKlftr. 256/31 Visa 27 Hofraithe in der Wolkengasse, einer nochmaligen öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden. Gießen den 28. Juni 1847. Der Beigeordnete Rühl. 436 1358) Fruchtverstekgerung bei Gr. Rent- amte Gießen. Künftigen Dienstag, den 27. d. M., Morgens 9 Itbr, kommen auf hiesigem Rathbause mehrere Hundert Malter Korn und zehn Malter Erbsen unter den früher bekannt gemachten Bedingungen zur Versteigerung. Die Abgabe sämmtlicher verkauft werdenden Frucht kann den Tag nach der Versteigerung erfolgen. Die Herren Bürgermeister des hiesigen Kreises werden ersucht, diese im Interesse ihrer Gemeinden liegende Fruchtversteigerung besonders bc# ka » nt machen zu lassen. Gießen den 22. Juli 1847. Der Gr. Hess. Rentamtsvicar des Rentamts Gießen. Kolb. 1354) Die Versteigerung der Anfuhr von Lehmsteinen für die Stadt Gießen. Montag den 25. l. M., Vormittags 9 Uhr, foll die Beisuhr von circa 30—40000 Stück Lehmsteinen, veranschlagt zu c. 80 fl. auf dem Rathhause dahier an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Gießen den 22. Juli 1847. I. V. d. B. Der Beigeordnete Rühl. 1344) Arbeitsversteigerung. Künftigen Montag als den 26. d. M., des Morgens um 10 Uhr, sollen auf dahicsigem Ratbhause nachstehend bezeichnete Arbeiten einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden; I. Reparatur der Kirche: a. Maurerarbeit, veranschlagt zu 10 ff. 30 fr. b. Zimmerarbeit, ,, „ 50 „ 24 „ c. Schlosserarbeit, „ „ 11 „ — „ II. Errichtung eines neuen Brunnens: a. Maurer- und Steinhauerarbeit, veranschlagt zu 142 fl. 02 fr. b. Zimmer- und Schrcinerarbeit, veranschlagt zu 17 „ 24 „ e. Schlosserarbeit, veranschlagt zu 1 „ 12 „ d. Pumpenmacherarbeit, „ ,, 42 „ 28 „ III. Vicinalwegbau: Zur Fortsetzung des Vicinalwegs nach Grüningen, sind, incl. Lieferung der Steine, vorgeseben 160 fL —fr. wozu Steigliebhaber eingeladen werden. Garbenteich am 18. Juli 1847. Der Bürgermeister Schwarz. 1347) Montag den 26. d. M., Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hause des Herrn Schmiedmeister Renzel in der Neustadt, verschiedene Hausgcräth- schaften, worunter sich eine große Brandkiste befindet, gegen gleich baare Zahlung verstUgert werben. 1356) Donnerstag den 29. Juli, Nachmittags um 6 Uhr, soll die Planirarbeit in der Orrsstraße und an dem Vicinalweg von Heuchelheim nach Atzbach, zusammen veranschlagt zu 76 fl. 30 fr. Chaussirarbett, veranschlagt zu 168 ,, — „ Pflasterarbeit, „ „ 44 „ — „ Steinfabren, „ „ 224 „ — „ Maurerarbeit eines Durchlasses, veranschlagt zu 10 „ — „ auf Ort und Stelle au den Wenigstfordeniden vergeben werden. Heuchelheim am 22. Juli 1847. Der Bürgermeister Reidel. Feilgeboten. 1350) Kihänger Lagerbier und Gefrornes täglich im Cafe Lind. 1340) Häringe bei I. G. Appel. 1351) Sardellen per S 40 fr., marinirte Häringe, ruff. Caviar, Brünellen rc. bei Louis Lind. 1341) Gut gesteppte Cattun Cou- verten, in schöner Auswahl und zu den billigsten Preisen, empfehlen Gebrüder Heß, Kreuz Lit. c. Nr. 190. 1346) Vorzüglicher Herbst-Rübsamen, langer und kurzer Art, ist frisch angekommen bei W. L ö b e r' s Wittwe i auf dem Neuenweg. 1335) Eine frischmelkende junge Ziege ist zu verkaufen. Wo? sagt Ausgeb. 6. ‘Bitte. 1360) Eine Aepfelkelter mit Trog und Stein ist zu verkaufen bei August Rupp. Zu vermiethen. 1317) In meinem neu erbauten Hause vor dem Wallthor ist die mittlere Etage, mit allen Bequemlichkeiten versehen, zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Auch habe ich einen großen gewölbten Keller zu vermiethen. Daniel Stamm. 1323) Zwei neue freundliche Mansardenzimmer mit Cabinet und ein möblirteö Zimmer, sind zu vermiethen Lit. D. 35 181. 437 1359) Zwei Logis, jedes bestellend in 3 Zimmern, Küche, Kammer, Keller, Holzplatz ttnb Mit- gebrauch der Waschküche, sind zu vermiethen und bis Oktober beziehbar, ans Verlangen kann auch das Ganze zusammen vermiethet werden, bei Georg 8ont) auf dem Neuenweg. 1353) Eine Familicnwohnung, bestehend aus 3 auch 4 heizbaren Zimmern, wovon zwei, wenn es verlangt wird, möblirt werden können, mehrere Kammern, Küche, verschlossener Holzraum und Keller, ist zu vermiethen und aus Verlangen sogleich zu beziehen in Lit. D. AS 177. in der Marktstraße. 1337) In der Wallthorstraße sind einige mö- blsrte Zimmer monatlich oder halbjährig zu vermiethen. Wo? sagt d Erped. d. Blits. 1345) Eine Schlafstelle für drei Mann ist zu vermiethen bei Schneider Seitz in der Löwengasse. Bennischte Nachrichten. 1342) Sämmlliche Mitglieder des Kranken- unierstützungs- und Sterbekasse-Vereins werben zu einer Generalveilammlung auf Sountag den 25. d. M., Nachmittags 4 Uhr, in dem Lokale des Herrn Meyer in der Pulvcrmüble, eingeladen. Es wird sehr gewünscht, daß sich alle Mitglieder einfinden möchten, indem einige wichtige Abänderungen in den Statuten vorgenommen werden sollen. Gießen den 22. Juli 1847. Der Vorstand. 1343) Die Wasserheilanstalt bei Marburg, in welcher bisher Krankheiten der Haut, rheumatische Leiden, ferner Dyskrasien, als Gicht, Scropheln, Bleichsucht, besonders aber Nervenkrankheiten, äußerster Grad von Nervenschwäche, Hypochondrie, Kopfschmerz, Magenkrampf, Magen- und Ver- dauungsschwäche, chronisches Erbrechen, Gesichtsschmerz, Veitstanz, Lähmungen, mit ausgezeichnetem Erfolge behandelt wurden, bleibt bis zum 1. November d. I. eröffnet. Wegen der Billigkeit der dahier bestehenden Preise ist die Anstalt vornehmlich gering Bemittelten zu empfehlen. Anfragen beantwortet der Kreisphysikus Dr. Justi zu Marburg. 1336) Ich mache hiermit meinen geehrtesten Gönnern die Anzeige, daß ich meine Wohnung in der Sonne verlassen habe und nun Lit. C. AS 170. in der Kaiharinengasse bei Herrn Balthasar Simon wohne. Brunner, Tapezirer. 1329) Wohnungsveränderung. Von henke an wohne ich bei Fran Bauaufseher Schelds Wittwe ans dem Neuenweg, und bitte unter Zusicherung reeller und prompter Bedienung um geneigten Zuspruch. Gießen den 19. Juli 1847. Karl Heil, Küfermeister, 1352) Es wünscht Jemand, der bereits das allgemeine - Staatseramen bestanden, Unterricht in Mathematik, darstellender Geometrie, Optik und Perspektive zu crtheilen. Das Nähere in der Er- pedilion d Bltts. 1295) Es wird ein sauberes solides Mädchen, welches im Nähen und Stricken ziemlich erfahren ist, in Dienst gesucht und kann gleich eintreten. Von wem? ist in der Erpeb. d. Bltts. 1283) In der Alerander-Wellenbade- Anstalt ist ein grünseidener Regenschirm verwechselt woreen oder aus einem sonstigen Versehen von seiner Stelle gekommen, weßhalb um Zurückstellung desselben an diese Anstalt ersucht wird. 1349) Das Detail - Lager meiner Wollenfabrikate befindet sich von heute an in meinem Hause in den Neuenbäuen. Gießen am 22. Juli 1847. M. B a l l i n. 1338) Concert zu Salzhausen. Nächsten Sonntag den 25. Juli, wird tm Kursaale zu Salzhausen, zum Besten der Armen ein Concert gegeben werden, wozu höflichst einladet Müller, Gr. Revierförster. 1360) Für zwei junge Leute werden zwei Zimmer , wobei auch zugleich die Kost abgegeben werden kann, in ruhiger Lage gesucht. Anmeldungen hierzu bittet man der Ncdact. d. Bits, mitzutheilen. 1326) Ball im Kloster Arnsburg bei Lich. Meinen geneigten Gönnern mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich nächsten Sonntag den 25. Juli einen Ball für gebildete Stände in hiesigem Kaisersaal halten werde. Außerdem, daß die als vorzüglich bekannte K a i ch e r Musik hieb seyn wird, mache ich die Bemerkung, daß ich mit sehr schmackhaftem Kirschenkuchen aufwarten kann. Hierzu lade ich höflichst ein, und verspreche -reelle und billige Bedienung. Friedrich Henzel. 438 1357) Programm zum lte'n W e t t e r a n e r Musi k-/ e st, welches zu Butzbach den 1. August 1847 stattsindet. Die Eröffnung des Festtages beginnt Morgens um 5 Uhr mit einem Choral auf dem Marktplatz. Um 8 Uhr Empfang der Musikvereine von Grünberg und Lich. nehm n"b 3??U|Tfcr bf9ebfn l>ch in das Gasthaus zum goldenen Löwen, um daselbst eine Erfrischung zu Um 10 Ubr Hauptprobe im Vereinslocal. Um 2 Uhr Zug aus dem Gasthaus zum goldncn Löwen in den Deutschen Hof zum Conccrt, welches um J/23 Uhr in dem festlich geschmückten Saale beginnt. fommetr bfW^lbcn tofTt,en unter Teilung des Directors Pfeil folgende Musikstücke zur Ausführung I A b t h c i l u n g. 1. Festmarsch von Stunz, arrang. v. Trier, gemeinschaftlich. 2. Grande Potpourri de l’opera A. Stradella par Flotow, vom Verein zu Grünberg. 3. Die Petersburger Walzer von Lanner, vom Verein zu Lich. 4. Adagio n. Allegro von Frank, arrang. von Pfeil, vom Verein zu Butzbach. 5. Walzer von Gung'l, arrang. von Trier, gcincinschaftlich. II. Abtheilung. 1. Polonaise von Trier, gemeinschasilich. 2. Bagatella sur des tliemes de l’opera G. Teil, par Rossini, vom Verein zu Grünberg. 3. Potpourri aus Norma von Bellini, vom Verein zu Lich. 4. 4 Walzer mit Introduction und Finale von Frank, vom Verein zu Butzbach. S. Oestreichischer Zapfenstreiw-Polka von Fahrbach,-arrang. von Trier, gemeinschaftlich. Nach beendigtem Concert Festzug in Gemeinschaft mit dem Singvereiil Orpheus durch die Stadt .auf den Belustigungsplatz am Schreuzerberg. Um 8 Uhr Rückzug nach dem Deutschen Hof, in welchem um 9 Uhr der Ball beginnt. Butzbach im Juli 1847. Das Festcomits 1339) Nächsten Sonntag findet II a r in o ii i e - M u s i k im Buschischen Garten Statt. 1334) Donnerstag den 15. d. M. ist auf dem Wege vom Marktplatz nach dem Kreuz, ein Kir- chengeschtchteheft (II. Periode) in kleinem Format, mit einzelnen mit rothcr Tinte unterstrichenen Stellen verloren gegangen. Der allensallsige Finder wird ersucht, dasselbe gegen eine gute Belohnung an d. Redact. d. Blttö. abzugeben. 1348) Arn verflossenen Sonntag ist vor dem Neuenweger Thor auf den Bänken ein brauner Stock stehen geblieben, der redliche Finder wird ersucht, denselben gegen eine Belohnung in Lit. C. •Af 146. auf dem Scltersweg abzugeben. 1333) A8 39. hat die Hosenträger gewonnen. B. Stenger. Frischbacken. Sonntag den 25. Juli. Karl Löber am Linden- platz. Conrad Kemps auf dem Seltersweg. Karl Noll in den Neuenbäuen. Georg Noll in der Neustadt. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Am 25. Juli. Morgen«: Kirchen- rach Dr. Engel. Nachmittags: Pfarrer Boichard. Die Pfarrgcschäfte in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. 439 Angekommene und abgereiste Fremden vom 20. bis 22. Juli 1847. In den Gasthäusern. Im Kappen: Hrn. Kst. Groß v. Frankfurt, Hücher v. Mainz, Markbeim v. Fulda u Heurant o. Vlotho. Fr. Hartmann v Ems Hr. Mäht m. Fam. u. Bedien, Partie, v. Cassel. Hrn Kff. Siebert v. Offenbach, Bierl m. Fr. v. Amsterdam, Bather m. Fr. v. Würzburg u. Kugelmann v. Hannover. Hr. Finck, Bauinspect. v Braunfels. Graf v. Raben m. Fam. v Copenhagen. Hr. Gräf, Kfm. v. Cöln. Hr. Henzel, Musik, v. Dresden. Hrn. Kfl. tätigen v Frankfurt u. Koch v. Marburg Hr. Baumann, Privatm v. Düren. Hr. Leiskewitz, Kfm v. Steinen. Hr v. Schacht- meyer, Offiz, v. Berlin Hr. Liebenlist, Revierförst v. Bilstein. Fr Wolff v. Weilburg. Hr. Mach, Cons v. Moskau. Hr. Eisner, Kfm. v. Magdeburg. Hr. Hempfing, Fabrik, u. Fr. Prätorius m. Tocht. v. Alzei.. Fr Winnheim v. Burggemünden Hr Belr, Dr. med. v. Berlin. Hr. Paund, Stahlfiech. v. Leipzig. Hr. Kullmann, Privatm. v. Lauterbach. Hrn. Kfl. Paffe v. Frankfurt, Strauß v. Runkel, Vogt v. Coblenz u. Wagenröder v. Fulda. Hr. v. Metem, Königb. Archivr. v. Stettin. Im. Einhorn: Graf v. Keyphansen m. Fam. ».Bedien, Rent. v. Celle. Hr. Peter m. Fr. , Gaflw. v. Neuveville. Hrn Kff. Fell u, Rosenthal ». Frankfurt. Hr. Neuffel, Regier-Kamm.-R. v. Braunfels Hr. Emmerich, Hofger- Advoe v. Friedberg. Hr Bonnel, Kfm. v. Mainz Hr. Franck, Pfarr. v. Obereisenhausen. Hr Werner, Geh. Hofr. v. Darmstadt Hr. Menget, Rentmeist. v. Griedel. Hr. Baron v. Süskind, Rent. v. Augsburg. Hrn. Kfl. Roller v. London u. Müll. v. Crefeld. Hr. Fuhrmann, Privatm. v. Wetzlar. Hr. Primaweffy m. Tocht. u. Bedien, Reut v. Bremen. Hr. Broß, Oecon. v Altenberg. Hrn. Fabrik. Stückle u. Alban v. Laudach. im Prinz Carl: Hr. Schäfer, Fuhrm. u. Hr. Schmidt, Lehr. v. Burckhardsfelden. Hr. Fuchs, Handelsm. v. Wohn- feto. Hrn. Kfl. Rothenberg v. Bingen, Löwenstein v. Mainz u. Wendel v. Hermanustein. Hr. Jung, Fabrik, v. Freienseen. Hr. Katz, Handelsm. v. Jesberg. Hrn. Fuhrt. Rausch v. GroßeneichkN u. Keil v HeiterSdorf Hr. Lehmann, Kfm. v. Elberfeld Hr. Stürz, Künstl v. Wien. Hr Vonhausen, Gastw v. Coblenz. Hr. Goldenberg, Handelsm. v. Kestrich. Hr. Sänger, Oecon. v. Bamberg. Hr. Schmidt, Kfm. v. Altensels. Im Adler: Hr. Henzel, Musik v. Dresden. Hrn. Gattl. Schmidt u Hoffmann v. Bayreuth. Im Hirsch: Hrn. Fuhrt. Klingelhöfer v. Eckelshausen, Henz v. Herbornseelbach u. DöngeS v. grankenbach. Hin. GeschäftSl.üöraun v. Michelbach u Weidenbach v Breidenbach. Im Stern: Fr. Kuhn m Tocht. v. Mannheim. Hr. Roth, Lehr. v. Frankfurt. Jungfern Straub v. Melsungen u. Süsel v Lich. Hr. Martin, Privatm v. Frankfurt. Jungfer Eckhardt v. Dillenburg. Hr. Franck, Fuhrm. v. Marburg. Hrn. Oecon Handt v Wolf u. Platz v. Werda. Hr. Kunz. Handelsm. v. Oberroßbach. Hr Engelbach, Bote, Hrn. Privatl. Plock u. Kritz u. Jungfer Hepp v. Biedenkopf. Im Darmstaedler Ilans: Hr. Albach, GkfchäftsM. v. Laubach. Hrn. Büchsenmach, Pauli v. Battenfeld u. Stückle v. Laubach. Hr. Benner, Fuhrm v Traisa. Hr. Hirsch, Handelsm v Waldgirmes. Hr. Schäfer, Geschäftsm. v. Mengerskirchen. Hr. Drullmaun, Fuhrm. v Wetzlar. Hrn Geschäftsl. Frohuhäuser u. Niet v Biedenkopf. Fr. Eckhardt v Traisa. Heu. Geschäftsl Elwey v. Biedenkopf, Lengsfeld v. Brilon, Söhnchen v. Brandoberndorf, Piß v. Breidenbach u. Rodemer v Angelbach. Fr. Ostreich v Roda. In der Sonn e: Hr. Bastian, Geschä'tsm. v. Günthe- rod. Hpn. Handelsl. Goldmann v. Ershausen u. Kuhl v. Offenbach Hr. Weber, Maur, v Oberurfhausen. Fr Goldmann v. Ershausen. Hrn. Geschäftsl. BehrenS v. Bischoffen u. Schnabel v. Großenbuseck. in der Hosef Hr. Horst, Mefferschm. v. Oberohmen. Hr. Ruhl, Schrein v. Holzheim. Hr. Mehl, Handelsm. v. Hochelheim. Hr. Weiß, Tuchm. v Schotten. Hr. Rinck, Beigeordn. v. Wommelshausen. Hrn. Geschäftsl. Walther v. Wallau u. ginne v. Frenk Hr. Bertram, Maur. v. Sattenhausen Jungfer SpclkuS u. Fr Lang v Langgöns. Jungfer Dörr v. Darmstadt. Fr. Weber v. Bernsfeld Hr. Eckstein, HandelSm. v. Batenrod. Hr. Hostermann, Condit. v. Straßburg. In den Privathäusern. Bei Hrn Domäncnbote Dauernheim: Hr. Steinhäuser, Schuhm. v Florstadt u. Hr. Förster, Privatm v. Pißburg in Amerika. — Bei Hrn. Hofger.-Afseff. Krug: Hr. Meyer, Cand. v. Friedberg. — Bei Hrn. Hofger. - Secret. - Aeceff. Bergen: Hr. Bergen, Gymn. v Darmstadt. — Bei Hrn. Jnstr.-Mach Heinbach: Frl Braud v Gleiberg. — Bei Hrn Barb. Lotse: Fr Groß v. Offenbach. — Bei Hrn. Katast-Geom Walther: Hr Kriegck, Privatm. n. Frls. Kriegck u Becker v. Darmstadt. — Bei Hrn. Kfm. Pepvler: Fr. Lieiikn. Riefkugel,v.'Hanau. — Bei Hrn. Dr Weigand: Hr Roth, Lehr, v Frankfurt — Bei Hrn. I Rothenberger: Jungfer Löbenstein v. Frohnhausen. — Bei Wittwe Gärth: Hr. Köhler, Kfm v. Alsfeld — Bei Hrn. Steindr Dörr: Hr Dörr, Privatm. v. Biedenkopf — Bei Hrn. Steuer-R. Hoffmann: Frl. Torn v. Schotten. — Bei Frl. Dietz: Hr. Dietz, Gymn. v. Frankfurt. - Bei Hrn. Stadtricht. Muhl: Hr. Stockhausen, Distr-Einnehm, v Mlbel. — Bei Hrn. Profess. Dr Hillebrand: Fr Revierförst. Bötz v. Altenbuseck. Unterhaltendes und Gemeinnütziges. (Eingesendet.) Dem Correspondenten im Anzeigeblatt AS 58., gebührt wegen seiner freundlichen Aufforderung in Betreff des Brodmangels und der zu errichtenden Backöfen, allgemeine Anerkennung; jedoch glaube ich, daß die verschiedenen Meinungen im Anzeigeblatt zu besprechen eine viel zu weitläufige und' Zeit raubende Operation werden dürfte. Die höchst wichtige Sache wollen wir kurz fassen und eine mündliche Besprechung hierzu auf Sonntag den 25. Juli d. I., Nachmittags 5 Uhr, im Saale des Gasthauses zum Prinz Carl, anberaumen. Alle hiesigen Einwohner, welche sich für diese Angelegenheit interessiren, sind hiermit eingeladen sich an jenem Orte einzufinden. Die jetzigen gesellschaftlichen Zustände. Wie läßt sich die Gewerbefreiheit oder die freie Konkurrenz einführen, ohne daß sie der Ruin der Mittelklassen und. der besitzlosen Arbeiter, sondern 440 zum Segen für die ganze menschliche Gesellschaft wird? Es ist unstreitig, daß die in anderen Ländern nach Aufhebung der Zünfte eingeführte Gewerbefreiheit einer Masse von Kräften Gelegenheit gegeben hat, sich zu entfalten und miteinander zu wetteifern, und daß in Folge dessen die Gewerbethätigkcit einen nicht geahnten Aufschwung genommen hat. Ebenso wahr ist es aber auch, daß die Uubegütertcn die Konkurrenz mit den Begüterten nicht auszuhalten vermögen, daß also für dieselben die Gewerbe sreiheit nur dem Namen nach, nicht aber in der Wirklichkeit besteht, und die Mittelklasse und der besitzlose Arbeiter dadurch ruiuirt werden, während nur die, durch größere Kapitalien unterstützten Gewerbetreibenden Vorthcil davon ziehen und die Aermeren mehr und mehr in ihre Gewalt bekommen. Bei Berathung des Entwurss eines neuen Gewerbe-Gesetzes möchte daher als erste Aufgabe d t e Frage zu erledigen scyn: „Wodurch wird es den Aermeren möglich gemacht, die Konkurrenz mit den Wohlhabenderen und "Reichen zu bestehen?" Wir sind der Ueberzengung, daß eine wir klick- freie Konkurrenz nur durch Verminderung des Einflusses des zufälligen Kapital- Besitzes auf die Arbeit hergestellt werden kann, und suchen diese dadurch zu belästigen, daß wir Nachweisen, welche nachtheilige Rolle das Kapital über die Arbeit ausübt, wenn diese vor der Macht des ersteren nicht geschützt wird. DaS Kapital begünstigt die Arbeit des Wohlhabenderen hauptsächlich auf dreierlei Weise; erstens, indem cs gestattet, die körperliche und geistige Ausbildung zur Arbeit, oder guten Unterricht zu erlangen, zweitens, indem cs die Möglichkeit bietet, frei und selbstständig, also mit Lust und nach Neigung zu arbeiten, insofern es Werkstätten, Werkzeug und Material verschafft, und diittens, indem es die möglichst günstige Verwerthung der Arbeits-Erzeugnisse, das heißt, das Abpassen eines günstigen Ortes und Zeit-Moments zum Ve> kaufe der Maaren gestattet. Offenbar sind diese Einwirkungen des Kapitals auf die Arbeit wohlthätig und wenn wir oben davon gesprochen haben, eine wirkllch freie Konkurrenz durch Verminderung des Einflusses des zufälligen Kapital- Besitzes oder des Geldes auf die Arbeit herbeizuführen, so konnten wir daher keineswegs die Absicht haben, die aufgezählten vortbeilhaften Einwirkungen des Kapital-Besitzes, welche jetzt nur ein Privilegium weniger, vom Zufalle Begünstigter bilden, beschränken zu wollen, sondern wir wollen, daß diese Vortheile jedem fleißigen Arbeiter also auch den Armen zukommcn, die bisher durch deren Entbehren im entschiedenen Nachtheil sind. Dieß kann aber keineswegs, wie Viele unsinnigcrweise glauben, durch eine gleiche T Heilung der Kapitalien geschehen, denn bei der Ungleichheit der geistigen und körperlichen Kräfte würde sehr bald der jetzige Zustand wieder eintrcten. Der Schutz, den wir für die Arbeit gegenüber dem Kapital verlangen, soll erreicht werden: „durch Organisation der Arbeit," welche das Wohl oder Wehe so vieler Millionen Menschen nicht mehr dem Zufalle oder der Ueber- macht Einzelner überläßt, sondern die Arbeit so vcr- thcilt, daß alle Menschen daran Theil nehmen können und zwar in einer Weise, welche es möglich macht, ein wirklich menschliches Daseyn zu führen; welche die Maschinen zum Nutzen und zur Erleichterung Aller und zur Verkürzung der Arbeitszeit. anwendet, so daß es Allen gestattet ist, sich zu unterrichten und günstig zu vervollkommnen; welche die Menschen nach ihren Anlagen und ihren Wünschen beschäftigt, so daß die Arbeit nicht mehr eine Plage ist, sondern selbst ein Genuß wird. Die Organisation der Arbeit läßt sich aber nur bewerkstelligen durch Association, denn nur durch solche fällt die Mißgunst und das Einzel-Interesse, und wird das Interesse Aller gefördert. Die Association aber muß von den Negierungen durch Zollschutz, durch Schutz der Associations-Verträge, durch Anlehen, durch Einführung progressiver Steuern, durch öffentliche Gerichtsbarkeit und durch volle Glaubens- und Gewissensfreiheit, überhaupt durch freie und rein menschliche Institutionen unterstützt werden, denn der Mensch muß in der Association cin edler werden, und wird es werden, wenn die Gesetze und Verhältnisse ihm Ursache und Möglichkeit nehmen, ' sich an Gott und seinem Nebenmenschen zu versündigen. Schließlich können wir nicht unterlassen, die dringende Bitte auszusprechen, es möge die Anregung dieses Gegenstandes nicht unberücksichtigt bleiben, da Jedermann die Wichtigkeit desselben einsehcn wird. Hauptsächlich wünschten wir durch dieses Blatt verschiedene Ansichten über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Ausführung dieser Idee zu erfahren. Der Bastard von Gemappe. Historische Erzählung von F. Menk. (Fortsetzung.) „Ei, Herr Geheimschreiber!" rief er lachend, „Ihr , macht da ganz köstliche Beute im Hause des Messtre de Rour. Wir unterjochen bloß widerspenstige Bürger, Ihr aber weibliche Herzen. Ei, ei, wenn das der König' erführe!" „Ich brauche mich meines Sieges, wenn ich einen solchen erkämpfe, nicht zu schämen," wandte sich der Jüngling galant zu den Dame». „Herr Marschall, 441 glaubt Ihr, der längere Aufenthalt zu Berry würde anzurathen seyn?" Dubouchage schüttelte bedenklich den Kopf.' „Wenn Ihr immer hier bleibet, wohl, wer kann aber für die rohe Soldateska stehen. „So folgt Ihr mir mit Mr. de Rour nach Paris!" sprach schnell entschlossen Pascal. „Aber der Königs" wandte bedenklich der Alte ein. „Fürchtet nichts," rief Dubouchage lachend, „wenn Der hier mit Euch geht, könnt Ihr Euch in Paris .getrost schlafen legen." 4. Zu Paris war Alles in freudiger Bewegung. Fortuna hatte den Feinden Frankreichs Len Rücken gewendet; Balenciennes capitulirte, der große Dammar- tin schlug den Erzherzog Marimilian aufs Haupt und Burgund suchte den Frieden beim Könige nach. Feste über Feste wurden in der Hauptstadt veranstaltet und mitten unter diesen rauschenden Vergnügungen zog Pascal mit seinen Schützlingen ein. Das Volk der Pariser besaß schon damals jenen glücklichen Leichtsinn, von dem es noch jetzt beseelt sst. In Liesen fröhlichen Tagen vergaß es den Druck, der auf ihm lastete, es vergaß alles Ungemach verflossener 'Jahre und athmete nur Lust. Ludwig XI. lächelte schlau: er ließ seine guten Pariser in dieser Trunkenheit, er zeigte sich herablassend auch gegen den niedrigsten Bürger, verschmähte es nicht, sich bei ihnen zu Gast zu laden und zog sie oft an seine Tafel. Aber unter dieser Freundlichkeit lauerte doch der Tiger und streckte die Kralle aus, so oft er es für nöthig fand. Er empfing Pascal mit unbegrenzter Freude, sah aber tückisch auf ressen Begleiterinnen. Das Wagniß dieses jungen Mannes war ungeheuer und der ganze Hof schrie Mirakel. Feinde des Landes, Feinde des Königs, Rebellen in Schutz zu nehmen, sie im Triumph nach Paris zu bringen! — unerhört in den Annalen Frankreichs — aber Pascal hatte es gethan! der Ge- heimschreiber des Königs hätte sich wohl noch mehr erlauben dürfen. Der Jüngling blieb indessen kalt bei allen Festen. Auf der Reise hatte sich sein jugendliches Herz erschlossen und eine Flamme war hineingedrungen, die verzehrend brannte. Clotilde war es, die ihn so mächtig anzog. Das Mädchen war so schön, so herrlich — Pascal zitterte in ihrer Nähe; die Allgewalt der Liebe umfing ihn mit hinreißender Gewalt. Und Clotilde! Ach — sie zählte fünfzehn Jahre und Pascal war ihr Erretter, ihr allgewaltiger Beschützer und schön wie ein junger Gott. Bleibt das Geheimniß noch unerklärlich! Der Jüngling kämpfte oft, wenn er die beiden Schwestern sah, den Kamps widerstreitender Gefühle. Auch Leokadia war schön, noch schöner als die-jüugcre Schwester. Aber sie war das Bild der majejlätischen Heliotrope und vermochte in Lein Herzen des zum erstenmal liebenden Jünglings nicht ^ene sanfteren Gefühle zu erregen. Er bewunderte ihren Stolz, ihre Majestät, aber er vermochte sich nicht mit jenem traulichen Kosen an sie zu schmiegen. Das Mädchen sah dies mit innerem Seelenschmerz, sie liebte den Jüngling mit dem ganzen Feuer verzehrender Leidenschaft; aber es war nicht jene reine Empfindung, die auch starke Seelen beherrscht: der Ehrgeiz war die Quelle, woraus ihre Liebe entsprang. An ihm rankte sie sich auf, mit ihm war sie aufgewachsen und Pascal sollte ihn befriedigen. Er, als Jüngling schon so mächtig — so träumte sie oft — was war als Mann von ihm zu hoffen! Ein Entzücken, gleich verzehrend, wie beseligend, brannte in ihrem Innern, sie buhlte um des Jünglings Gunst und ihr Großvater de Rour, obschon fast mit einem Fuß im Grab, begünstigte ihre Entwürfe. Der König sah mit neidischen Blicken auf das Treiben seines Günstlings; die beiden Mädchen gefielen ihm, der niemals unempfindlich gegen das schone Geschlecht war, er glaubte leichtes Spiel zu haben — aber PaScal war ihr Beschützer unv Ludwig XI. hatte nicht Muth genug ihn zu kränken. Da starb der alte de Rour und der König nahm dadurch Veranlassung, den Heiden Mädchen einen Vormund zu bestellen. Er wählte diesen aus seinen Creaturen, die ihn stets speichelleckend umgaben. Jener Olivier mit dem Beinamen le Dain war es, dessen Obhut er die beiden Schwestern übergab. Pascal haßte diesen allvermögenden Barbier des Königs, weil er ein Ungeheuer war, das mit der Linken Geschenke gab und in der Rechten den Dolch verbarg; aber er vermochte ihn nicht zu verdrängen, iveil er mit den Jntriguen des Hofes schlecht vertraut war. Die Mädchen zu warnen, zu beschützen, war jetzt sein einziges Bestreben; er hatte Alles zu bcsürchten, so lange er sie einem Teufel anvertraut wußte. Olivier hütete wäh- renddcß die Mädchen mit Argusaugen und so oft auch Pascal sie aufsuchte, fand er doch jedesmal den Verhaßten bei ihnen. Der Jüngling war in peinlicher Lage, seine Nächte waren ohne Schlaf, am Tage beging er die größten Thorheiten; oft wollte er sich dem König zu Füßen werfen und ihn bitten: jenen Menschen durch sein Machtwort zu entfernen. Endlich faßte er den Entschluß, das Mädchen um eine geheime Zusammenkunft zu bitten. Er wagte viel — aber er wagte es. In der Kapelle des Königs, zu welcher er immer freien Zutritt und den Schlüssel hatte, sollte das Rendezvous in der Dämmerung einige Stunden vor der Abeiidmetto staltfinden. Clotilde sah erfchrockcn auf, als ihr Pascal in einem unbewachten Augenblick das Briefchen in die Hand schob, aber ein schüchterner Blick ans ihren blauen Augen ließ ihn Alles hoffen. Der Abend senkte sich hernieder und mit hochklopfendem Herzen maß unser junger Freund in großer Aufregung die prächtig geschmückten Räume der Kapelle. 442 Jedes Knistern belauschte er mit vorgebeugtem Ohr, das Flattern der Vögel an die hohen Glasfenster, das Zirpen der Cicaden auf den nahen Wiesen, Alles konnie ihn, erschrecken. Da erschallten Fußtritte — aber es war nicht der sanfte, schwebende Gang Clo- tildens; rasche Männerschrittc bäuchten es ihm zg seqn. Sollte ver König zu so ungewohnter Stunde nein, das war nicht zu denken! Diebe...? er griff an sein Schwert und verbarg sich eiligst hinter einem der hohen Betstühle. (Fortsetzung folgt.) Sträußchen für Damen. Rothe und weiße Rose. Rothe. Wie so ernst und bleich stehst Lu bei der rosigen Schwester, Senkest zur Erde so still immer das trauernde Haupt? O, wie hat doch so ganz Dich vergessen die liebende Göttin Da sie einst freundlich verlieh Jedem ein Liebesgeschenk! Weiße. Darum beneid' ich Dich nicht, Du duftende prangende Schwester, Die Du so stolz Dich dünk'st. weil Dich die Liebe nur bricht. Za, wohl steckt Dich die liebende Jungfrau sich froh an den Busen, Geht an der Blassen vorbei, siehet die Trauernde nicht. Doch es wehet ein Sturm und dahin sinkt Liebe und Jungfrau Und entblättert wie sie, sinkest auch Du von der Brust. Trauernd naht der Geliebte sich dann: »Du Bluthe der Unschuld,« Spricht er, „flicht ihr den Kranz, bleich um's erblichene Haupt; Morgen hättest im bräutlichen Kranz Du die Stirn ihr geküffet, Ach! Jetzt ist sie dahin, sep ihr tut Tode noch Schmuck." Schwester, Dich pflückt nur die Liebe, mich pflücket die Lieb' unb die Trauer, Ich umkränze die Braut, folge der Unschuld in's Grab. Schweigend hörte die prangende Rose die Rede der Schwester Und es thaut' ihr im Kelch, hell eine zitternde Thrän'. /r. Die Stiefeln. „Braucht Niemand neue Stiefeln hier? Ein schönes Paar! kein Geld dafür." rief in Wien ein Stainer auf dem Graben. Um ihn schließt sich ein dichter Kreis ; Wer kaust nicht gern um solchen Preis? „Ihr Herren! Einer nur kann meine Stiefeln haben. Der soll es sepn, der mir beweisen kann. Ihm sep sein Weib vollkommen unterthan!" Er spricht's und Alle stehn und schweigen; Prahlt irgend auch ein Ehemann, Sö überschreit ihn zwanzig Zeugen, Der Kreis zerfließt gemach. — Ein Schneider tritt herein: „Die Stiefeln her! Ich bin der Mann, Der seine Hälfte zähmen kann, Muckt Liese nur, w läßt die Elle Kein Fleckchen heil auf ihrem Felle." „Ihr Nachbarn! sagt, sind's Prahlcrei'n?" »»Nein, das ist wahr, der meistert Liesen."» — „Wohl, Deine Herrschaft ist bewiesen, »Dein sollen auch die Stiefeln sepn, »Und dieses schwarze Wachs geb' ich Dir oben drein." »»Wo berg' ich es? mein Wams ist ohne Taschen."« — "Schieb's in den Busen." — »»Nein, "«Es schmutzt! mein Hemd ist rein gewaschen; "»Wie würde da die Liese schreit!"« — »So? Trotz der Elle? Hört ihr's, Brüder? Geschwind gib mir die Stiefeln wieder.« Feuilleton. (Bestes Kurmacher-Vertilgungsmittel.) Um eine blühendschöne, junge Frau hatte sich bereits ein solcher Schwarm von Anbetern gesammelt, daß der Ehemann schon für seinen Hausfrieden fürchten zu müssen glaubte. Um sich dieser Zudringlichen zu entledigen, ersann er eine List. Er nahm nämlich jeden dieser eleganten Herren freundschaftlich bei Seite und vertraute ihm seine angeblich mißliche Lage mit dem Bemerken, daß er seinerseits auf eine Unterstützung von 100 st. binnen acht Tagen fest rechne. — Schon am folgenden Tage war das Haus von den Stutzern befreit. (Chinesischer Speisezettel.) 1. Vogelnestersuppe; 2. fettes Schweinefleisch mit Schmorkartoffeln; 3. Schweinssüße; 4. geschmort«; Pilzen; 5. Vogelnestsalat ; 6. Gänsekleinsuppe; 7. junges Katzenfleisch; 8. geschmorte irländische Erdäpfel; 9. Rattenfleisch; 10. Thee; 11. Haifischflossen; 12. gebratene Enten; 13. gedämpfter Hund; 14. gebratene Hühnchen; 15. gekochter Schinken; 16. Schweinebraten; 17. geschmorte Gurken; 18. Rattenpastete; 19. Katzenragout; 20. gekochter Schinken mit Schweinefleisch; 21. Spanferkel; 22. Schneckenpastete; 23. Schneckensuppe. (Prosit!) Klcider-Polizei im 14. Jahrhundert. In einer Verordnung des Zittauer Rathes von 1353 heißt es unter anderm: Kein Bürger solle spitzige Schuhe tragen, wenn er nicht gewärtig sepn wolle, daß man ihm die Schuhspitzen ab haue; die Kleider solle man wenigstens so lang tragen, daß sie die Schande bedeckten; keine Frau oder Jungfrau solle Kögeln tragen (türkenbundariige Hauben mit unge- heuerm Kopfputz von Bändern und Tüchern,) indem diese künftig nur deS Zuchtmeisters und des Henkers Mägden zu tragen geboten würden — Das war denn doch eine durchgreifende Maßregel. Auflösung dos Räthsels in JV6 58. Der Buchstabe L. Auflösung dcö Logogryphs in 58. Wachtel — Achtel. Druck und Verlag der G. D. Brühl 'scheu Buch- und Steindruckerei in Gießen.