Änzcigcblatt für die Stadt und -en Kreis Gießen. Jli 83. Samstag de« 23. October 1847. Frucht- u. Victualienpreise zu Gießen vom 23. bis 30. October 1847. Fleischtaxe. I Pfund gute» Ochfenffeisch . . . 1 „ Kuhfleisch...... I „ Rindfleisch..... 1 „ Kalbfleisch..... t „ Schweinefleisch .... i „ Hammelfleisch gemästet 1 „ Leberwurst..... > „ Bratwurst . ... 1 „ Schwartemagen . . . 1 „ Blutwurst...... I „ gemischte Wurst . . 1 „ geräucherter Speck . . . 1 „ Schinken...... t „ Dörrfleisch..... t „ Rindsfett...... 1 „ Hammelsfett.... 1 „ Schweineschmalz auSgelas- seneS . ...... 1 „ desgleichen, unauSgelaffcn kr. 13 11 10 9 15 10 16 19 19 18 12 28 20 20 18 18 28 26 pfj «nm. DieZn- 2 gaben dürfen in _ (weiter nicht«, alt __. ingleischnonder- __selben Gattung 1 bestehen .u. jwar 2 »ufwPfd. glcisch _nichtmehr al« an __ dcrthalbPfd.u.s. __ w. nach Propor- — tion, welches auf — IPfd. nicht völlig — 5 loth ausmacht. — । Köpfe, Süße, Ge- — raub.wieauchdic — ganzblurigenund ~ । nicht genießbaren । Stätte vom Hal« | sind von der Zu- , g,begän,Iich»us- geschlosicn. Brodtaxe. 2 Pf. ordinäre- Brodt . Gersten, und 6 " " " j | Kornmehl bestehend 2 Pf. g-mischte- Brod, au3 . und 6 " " " i j Kornmehl bestehend 5 Lth. Wafferwcck..... 4j ii Milchbrod..... Marktpreise. 1 Maas Milch .......... 1 Pfund Butter ......... auch......... 4 Handkäse............ 3 Eher ............ 1 Pfund Waizenmehl ........ 1 » grob geschälte Gerste . .... 1 « klein geschälte Gerste...... kr. 6 12 18 7 11 21 t 1 8 19 20 8 4 8 12 1 1 1 1 1 II 1 1 1 1 1 1 1 1 5.1 _______ Fruchtpreise. Städte Gemäs Waizen Korn Gerste Hafer Erbsen Linsen. Pf. fl. kr. Pf. | fl. । kr. Pf- fl. kr. Pf. fl. kr. Pf. fl. kr. Pf. fl. kr. Friedberg..... daS Malter 200 12 9 1901 9 - - 7, - - 5 - Gießen...... das Malter 200 — - 200 9, 30 170 —i - - 5 10 — _ _ - ____ ____ Grünberg ..... das Malter - 13 - -1 91 - — 7 20 4 40 _ — _ _ _ Marburg..... das Mött - 16 6 z —i 14 19 -i 11 36Z — 5 581 — — ■ — Wetzlar..... der Scheffel 90 5 50 - 4I12J — 3 12z 50 — - — — — —— — Edictalladungen. 1969) Die Erbschaft des verstorbenen Heinemann Hirsch, ledig, zu Waldgirmes, ist von dessen Schwester Blümchen Hirsch unter der Recbtswohl- that des Inventars angetrelen worden. Es werden daher Alle, welche Forderungen an den Nachlaß zu bilden haben, aufgefordert, dieselben Montag den 15. November d. I., Vormittags 8 Uhr, dahier geltend zu machen, widrigenfalls keine Rücksicht auf dieselben genommen werden kann. Gießen den 12. Oktober 1847. Gr. Hess. Stadtgericht das. Muhl. Dr. Zimmermann. 1909) Nachdem die Ehefrau des hiesigen Bürgers und Seilermeistets Philipp Verger die Insolvenz ihres Mannes angezeigt und auf Einleitung einer Vermögensuntersuchung zum Zweck der Sicherstellung ihrer Zllatenansprüche angetra- gen hat, werden dessen sämmtliche Gläubiger auf» gefordert, so gewiß im Termine Montag den 25. d. M., Vormittags 9 Uhr, ihre Forderungen zur Herstellung des Status nas- sivorum anzumelden und Vergleichsvorschläge an- zudörcn, als sonst bei einem etwa zu Stande kommenden Arrangement ihre Forderungen unberücksichtigt bleiben würden. Zugleich werden alle Zahlungen an den Seiler- 654 meister Berger bei Strafe der Nichtigkeit hiermit untersagt. Gießen am 4. October 1847. Gr. Hess. Stadtgericht. Muhl. vr. S e i tz. Besondere Bekanntmachung. 1960) M aiu - W eser - E isc ubah n. Handarbeiter. Bei den Erdarbeiten in der Section Butzbach stndcn Handarbeiter an mehreren Stellen dauernde Beschäftigung mit einem Verdienste von gegen 50 Kreuzern in der Regel An dem Einschnitte im Gambachcr Wald ist eine Barracke m'it Schlafstätten und einer Speiseanstalt zur Benutzung für Fremde errichtet. Butzbach den 15. Octbr. 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Sectio» Butzbach. M e y e r. Berfteigerunaen. 1936) Verkauf getragener Montirung und gebrauchten Reitzeugs. Dienstag den 26. dieses Monats, Vormittags von 9 bis 12 und Nachmittags von 1 bis 5 Uhr, wird in der hiesigen Reiterkaserne eine große Ouan- tiiäi getragener Monlirungsstücke, wobei viele Mäntel, sodann Reitzeug und Easernereguisiieu, mit einer großen Anzahl Teppichen, meistbietend gegen gleich haare Zahlung versteigert. Man bringt dies hiermit zur öffentlichen Kennt- nß, und ersucht zugleich die Herren Bürgermeister diesen Verkauf in ihren Gemeinden bekannt machen zu lasten. Butzbach den 11. October 1847. In höherem Auftrag C e l l a r i u S, Oberguartiermeister. 1979) Main - Weser > Eisenbahn. Samstag den 30. d. M., Vormitlags 10 Uhr, soll in dem Gasthaus zum Promeuadehaus dahier der Transport von etwa 7000 Centnern Bahnschienen von der Mainkur bei Offenbach auf die Baustelle des Stalionshauses bei Lollar unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen an den Wenigstforderndcn öffentlich in Accord gegeben werden. Gießen den 20. October 1847. Der Gr. Sections-Jngenieur der Section Gießen. - L. Lindt. 1959) Montag den 25. October, Morgens 11 Uhr, fv((eu 18 Stück städtische Triebviertel ans hiesigem Rathhause in Pacht gegeben werden, was mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntuiß gebracht wird, daß Flurtchütz Benner angewiesen worden ist, die Stucke auf Verlangen vorzuzeigen. Gießen den 15. Oct ober 1847. Der Bürgermeister G g. Reiber. 1919) Maiii - Weser - Eisen bahn. Versteigerung von Erda, beiten. Montag den 25 Oclobcr d. I., werden in der Gemarkung Staufenberg, Lollar und Gießen zur Herstellung des Babnköipers für circa 60,000 st. Planirarbeiten in mebreien Ab- theiluirgen öffentlich versteigert. Die Zusammenkunft ist Boi mittags 8 Uhr, auf dein Bahnfeld bei Knwberg. Gießen den 8. October 1817 Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Section Gießen. L. Lindt. 1741) Montag den 1. November d. I., Nackminiags 2 Uhr, soll auf dabiestgem Rathhanss, die dem Philipp Euler, Schäfer dahier, zusteheudc Alt. Neu. □Älftr.' 18V89 ‘As9 9 Hofrailhe am Tiefenweg, öffentlich meistbiete. d ve> steigert werden. Gießen den I I. Sept. 1847. Dee Beigeoidnete Rii Hf. 1958) Die unmittelbare Fourage-Lieferung an durchmarschjrende Königlich Preußische Truppen auf den GroßHerzv I ch Hessischen Etappen Gießen, Grünberg und Friedberg für das Jahr 1848 soll, höherer Verfügung gemäß, an den Mindestsordernden in Verding gegeben werden Der für das Jahr 1848 auf allen drei Etappen zu liefernde Fourage-Bedarf beträgt ungefähr: 40 Scheffel Hafer, 10 Centner Heu HO Pfund ohne Strohseil und 50 Bund Stroh ä 20 Pfund in Preußischem Maß und Gewicht. 655 Termin zur öffentlichen Verdingung dieser Lieferung ist auf dem Rathhause zu Wetzlar auf den 25. Oktober d. I., Vormittags um 10 Uhr, angesctzt. Unternehmungslustige werden daher hierdurch eingeladen, bis dahin ihre auf den Scheffel Hafer, n u Centner H^l ä 110 Pfund und auf das Bund Stroh ä 20 Pfund Preußisch Maß und Gewicht zu stellenden Forderungen in verffegelien Submissionen portofrei bei dem Bürgermeisterei-Amte zu Wetzlar abzugeben und sich zur Eröffnung derselben und zu de« dem- nächstigen weiteren Unterhandlungen im Termin persönlich einzusinden. Die dem Lieferungs-Geschäfte zu Grunde zu legenden näheren Bedingungen liegen sowohl bei dem gedachten Bürgermeisterei - Amte, als auch int Bureau des unterzeichneten Amts zur Einsicht offen. Eoblcnz den 10. Oktober 1847. König! Proviant-Amt. 1961) Ar b e i t s v e r st e i g e r u n g. Montag den 25. d. M., Vormittags 9 Uhr, soll die Lieferung von 92 laufende Fuße Brunnenröhren, nebst 2 gußeisernen Pumpenkasten zur Herstellung zweier Brunnen, öffentlich versteigert werden. Die Arbeiten sind veranschlagt zu: 1) Lieferung von Gußwaarcn 128 fl. — fr. 2) Handarbeiten . . . 12 „ 28 „ Ferner soll in demselben Termine die Planirung einer Strecke des Vicinalwegs nach Buseck wenigst- nehmend in Akkord gegeben werden. Der Voranschlag beträgt: a) Planirarbeit . . . 240 st. — fr. b) Maurerarbeit ... 24 „ 11 „ Risse und Voranschläge liegen bei' mir offen. Annerod den 16 Oktober 1847. Der Gr. Bürgermeister , Pete r. Feilgeboten. 1972) Ich bin willens, mein in der Sandgasse gelegenes Wohnhaus, unter vorlheilhaften Bedingungen, aus freier Hand zu verfaufen. Die Einsicht von demselben fann zu jeder Zeit genommen werden. Gießen den 20. Oktober 1847. Joh. H o fm a nn s Witlwe. 1981) Ich habe eine frische- Sendung moderner schöner Seidenhüte erhalten, die ich ä 2 st- abgebe, eine feinere Sorte a 2 ff. 24 fr. Glace - Handschuhe für Dameu zu 27, 36 und die feinste Qualität zu 54 fr. das Paar; für Herren zu 45, 54 und die feinste Qualität zu 1 ff. 12 fr. das Paar. Fertige Kaputzröcke für Kinder und für Erwachsene a 41/,, 5 u. 7 fb; Schlafröcke a 5 bis 9 ff.; wollene Shlips zu 36 bis 45 fr.; Cravatten zu 36 bis 48 fr., in Atlas 1 ff. bis 1 ff. 12 fr.; Shir- ting zu 10 fr., ausgezeichnet schöne Qualität zu 14 fr., % breiten der feinsten Qualität und feste dichte Waare zu 18 fr. die Elle; seidene und halbseidene Foulards zu 1 fl. 20 fr. bis 2 ff. 12 fr. Georg Einil Böhm. 1981) Das Cafe Lind empfiehlt sich mit allen Arten warmen und falten Getränken, verschiedenen Weinen und Bai- . rischem Bier, fowie mit einem vorzüglichen Billard zu recht häufiger Benutzung. 1963) Alle Sorten Frucht-, Mehl- und Kartoffelsäcke, wie auch verschiedene Geldsäckchen empfiehlt L. I a h r e i s. 1952) Rahm- und Limburger Käse, in sehr vorzüglicher Qualität, empfiehlt I. G. Appel. 1973) Vorzüglich gute Zwetschen, das Hundert zu 6 fr., sowie auch Bergamott-Birnen, das Hundert zu 20 fr., verkauft L. Hartmann, in der Schanze. 1962) Von feinstem Braunschweiger Flachs habe ich neue Sendung erhalten. L. I a h r e i s. Zu vermiethen. 1967) Das bisher von Schreinermcistcr Löber bewohnte Logis ist zu vermielhen und Anfangs November zu beziehen. PH. Sch in all, in der Mühlgasse. 1971) In meinem Vorderhause vor dem Wall- thore ist eine möblirte Stube mit Cabinet zu vermiethen. Binz er. 1968) Auf dem Seltersweg JLit C. ^5 10. sind mehrere möblirte Zimmer zu vermiethen. 1974) Zwei möblirte Zimmer sind bei Buchbinder Georg Loos, in der Sonne, zu vermiethen. 1976) Ein möblirtes Zimmer ist zu vcrmie- thcn bei Franz Peppler, Neustadt Llt. D .A5 120. 1977) Zwei gut möblirte aneinandcrstoßende Zimmer, sind zusammen oder auch getrennt zu vermiethen bei Marguth, an der Stadtkirche. 1980) Bei mir sind 3 möblirte Zimmer zu vermiethen. Caspar Schultheis I. Wttw, 056 1982) Eine möblirte Stube ist zu vermie- ihen bei L. Scharmann, in her Schloßgasse. 1983) Ein möblirteö Zimmer ist zu vermie- ihkn bei Jacob Schreiber, auf dem Neuenweg. 1983) Bei Earl Wei big auf dem Selters- weg, sind zwei möblirte Zimmer zu vermiethcn. 1957) Bei Kupferschmied Bogt in der Marktstraße sind zwei möblirte Stuben zu vermicthen. 1897) Im Buschischen Garten sind noch mehrere Zimmer zu vermicthen. 1926) Zwei möblirte Stuben sind auf das nächste Semester zu vermiethen bei I. K. Brühl in der Nähe des Kanzleibergs. 1966) Möblirte Zimmer mit Ca- binetts sind zu vermiethen bei < Louis Lind. 1948) Zwei möblirte Zimmer mit Kabinet und Sopha sind zu vermiethen bei I. Becker, am Neuenweg. Vermischte Nachrichten. 1965) Anzeige für Thierärzte! In einer Stadt, mit einer großen Anzahl umliegender Orte der Provinz Oberhessen, kann auf das Vortheilhafteste ein tüchtiger praktischer Thierarzt sich baldmöglichst placiren. Nähere Auskunft ertheilen CH Schmidt «. Comp in Mainz. 1975) Wohnungsveränderung Ich wohne gegenwärtig bei Herrn Buchdrucker Keller in den Neuenbäuen (in dem früher Lichten- berger'schen Hause). C. Fuhr, Hofgcrichts * Advocat. 1978) Ein Laufmädchen wirb in Dienst gesucht. Näheres ertheilt die Expedition dieses Blattes. 1889) Indem wir uns beehren, einem verehrten Publikum die ergebene Anzeige zu machen, daß wir nnt unserem Fournier- und Holzschneidegeschäft, in dem ehemals Advokat LöherMen Hause, auch ein Lager verschiedener Holzarten, als: Dielen, Latten, eichenen und buche- nen Bohlen u. s. w., in jeder beliebigen Auswahl, verbunden haben, versprechen wir billigste Preise und reellste Bedienung. Gießen im October 1847. Franz Peppler et Comp. Berlinische Lebens-Berficherungs-Gesellschaft. Mit Schluß September d. I. waren versichert 8338 Personen mit Sieben Millionen und 610,400 Thalern; und wurden 109 Personen, versichert mit 126,500 Thalern, als verstorben, angemeldet. Das Gesellschafts-Vermögen ist circa Zwei Millionen und 214,500 Thaler. % beMen bEm Ja)r'' 1842 echprinäWe Dividende ist 21% pro Cent, wovon die Versicherten ^Mm'sse der Gesellschaft berechtigen das Publikum zur Thcilnahme einzuladen, und werden demselben Ge^chafls-Programuie, Antrags-Formulare und sonstige Erläuterungen von den Herren aiqen- be eitwill.^t 28' f°1V,C Unterzeichneten (im Geschäfts-Lokal, Spandauer-Brücke Nr. 8.) stets Vvl vll IVILI lU|l vl vUl. Berlin, den 6. October 1847. L o b e ck, General-Agent. m Erstehende Nachricht über die bisherige Wirksamkeit der Berlinischen Lebenö-Versicherungs-Gesell- schaft bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß. 1 ; 9 ÖE,CU Gießen, den 20. October 1847. J o h Balth Noll, Agent der Berlinischen Lebens-Versicherungs-Gesellschaft. 657 Literarische Anz eig e. i938) 1CF“ Zur gefälligen Beachtung! Die Antiquariats - Buchhandlung von M. Neustadt, kleine Ochsengasse Lit. B. 36 53. in Darmstadt, empfiehlt: , , , ., Göthes sämmtliche Werke vollftandrgr Oktav-Ausgabe letzter Kand, nebst Göthes nachgelassenen Werken, 5 Supplementban den und dem Registerbande von Musculus und R rem er. Sintt- aart u. Tübingen 1827—42. 60 Bände. Ladenpreis 65 st. 54 kr. 22 st. Dierer's Universal - Lexikon Reueste Auflage Altenburg 1840—47. 34 Bände von A—Z, nebst Nachtrag und Ailas der Abbildungen. Ladenpreis 45 ff 54 Fr.........25 P’ Bestellungen nebst Betrag gefälligst franeo. ............... Geld Cours vom 22. Oktober. Kämmerer auf dem SeltetSweg. Christian Noll in der Kirchliche ÄUjeigen. tIvängelischi (Gemeinde. Görresdienft. Am 24 Oktober. Morgens^ Psäd- ter Bonhard. Nachmittags: Äandivat Röschen von Nieder« Wöllstadt (Probepredigt.) Getaufte. Den 16. Oktober. Dem Bürger und Schneidermeister, Ludwig Eimer, eine Tochter, Katharine, geboren den 16. Oktober. Den 2 1. October. Dem Bürger und Küfermeister, Johannes Simon, ein Sohn, August Philipp Heinrich Friedrich, geboren den 10. Oktober Beerdigt Den 19 October Katharine Eimer, des Bürgers mW Schneidermeisters, Ludwig Eimer, eheliche Tochter, alt 2 T., gestorben den 18. October. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Bonhard. st. I K Gold» und Silber-Zökten. Frischbacken. am 2 24 24 11 9 5 9 9 12 2 Sonntag den 24. Oktober. Georg Busch ..... Kreuz. Christian Wallenfels in der Wallthorstraßc Ludwig :n 32 59 4 431 4li 20 24 20 Reue LouiSd'or. . . . . Friedrichs'dor . . . , Dursten .'.... 20 Frank-Stücke . . . Holl 10 st. Stücke . . . Engl. Souvcrains . . . Laubthaler...... Preußische Thaler . . . . Fünf-Franken-Thalet . . . Hochhaltiges Silber Gering-mittelhaltiges Silber Angekommene und abgereiste Fremden vom 19. bis 21. October 1847. I n den Gasthäusern. Im Einhorn: Hr. Oppenheimer, Kfm. v Frankfurt. Hr. Hofmann, Forstcand. v Mainz. Frl. Hahn v. Romrod. Hrn. Kfl. Kaufmann v. Elberfeld u. GrondaineS v. Paris. Fr. Dplang v. Metz. Hr v. Liebcnstein, Reut, v Basel. Hr Ceßner, Kfm. v. Mainz. Hr v. Friedeneck, Lieutn. v. Saarlouis. Frl. Dieterich v. Braunfels Fr. Ziegler m. Sohn v. Frankfurt. Hrn Kff. Seibel v. Pforzheim u. Herz v. Wetzlar. Graf v Coswig m Bedien., Lieutn. v. Berlin Hr Kullmann, Stud v. Halle. Hr Brandstädtcr, Privatm. v. Mainz. Hr. Haringer m. Bedien., Rent v. Straßburg. Hr. Wilhelmp, Sold v Coblenz Hr. Wellbach, Kfm. v Düsseldorf. Hr. Brückner, Fabrik v. Elberfeld. Hr. Pau- dinger, Arzt v. Hamburg. Hr. Schmitt, Kfm. v Dieburg Hr. v. Laussengs m. Fam. u. Bedien., Gener. v. Paris. Hr. Schner, Kfm. v. Coblenz. Hr Länder m. Bedien., AmtSr v. Calcnburg Hrn. Pfarr. Wonrelp v. Basel u. Rieders v. Prunnersheim. Hr Gräbncr, Geh. R. v. München. Hr. Cougonp, Posth. v Altenburg. Hr. Tomson, Rent. v. London. Hr. Krämlich, Kfm. v. Leipzig. Hr. Sarges, Bergvcrwalt u Hr. Haarig, Oecon v. Siegen. Hr. Sternberg, Kfm. v. Cötn. Hr. Haberkorn, Privatm. v. Mainz Hr. Moller m. Bedien., Oberbaut., Hr. Grimm, Bauinspeet. u. Frl. Rothe v. Darmstadt. Frl. v. Hoff v. Münden. Im Rappen: Hrn. Kff. Burckhardt v. Dingelstädt, Muth- rach v. Halle, Wilsdorf v. Frankfurt u Seemann v. Lübeck. Hr. Kirsch, Fabrik v. Offenbach Hr SchmedcS, Stud v. Halle. Hrn. Kfl. Brand v Bremen u Fresen v. Hannover. Hr. Arzbacher, Stud. v Braubach Hr. Samme, Kfm. v. Cöln. Hr. Harritz, Chem. v. New-Iork Hr. Geer, Kfm. v Frankfurt. Hr. Euler, Partie v. Darmstadt Hr Rau, Kfm. v. Barmen. Hr Wiskolck, Partie, v. Prag. Hr. Grünebcrg, Kfm. v. Frankfurt. Fr. Carcs v. Berlin. Hr. Ehrcnfeuchtcr m. Fam., Profess, v. Göttingen Hr. Mente, Kfm. v. Halle. Frls Eberling, Thiedemann u. ». Böck v. Hannover. Hr. Kühncrt, Kfm. u. Hr. Freiherr v Eschwegen m. Bedien., Gener. v. Cassel Hrn Kfl. Maper v. CarlS- ruhe, Mackenrodt v Offenbach u Witting v. Torgau. Hr. Lutteroth, Rent. v. Mühlhausen Hr. Werner, Cand. v. Biedenkopf Hr. Weber, Kfm. v. Mainz. im Prim Carl: Hr. Rosstng, Kfm. v HaddcrSheim. Hr. Albrecht, Geschäftsm. v. Frankenberg. Hr. Simon, Fabrik, v. Friedberg. Hr. Jung, Geschäftsm. v. Großgetau. Hr Günther, Dr med v. Mainz Hr. Schaaf, Stud jur v Göttingen. Ht Finck, Privatm. v. Wetzlar. Hr. Kaufmann, Handelsm. v Ettingshausen. Hr. Häuser, Oecon. v. Grünberg. Hr. Rausch, Fuhrm. v. Großeneichen. Hr«. Geschäftsl. Bischoff v. Langd u Gießing v. Dillenburg. Hr. Größer, Kfm. v. Jsarlohn. Hr. Bechthold, Privatm. ». 658 Friedberg. Hr. Reichet, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Grün, Juwel, v Pforzbeim. Im Darmstaedter Hau'.- Hr». Handelst. RoßmanU v. Lichtenberg, Reichel v Hassenroth u. Fep v. Holzbausen Hrn, Gefchaftsl. Hohler ». Hungen, Plitt v Biedenkopf» Marttgahle v. Muschenheim. Srn Handels!. Rapp e. Schotten, Nußbaum v. Homberg. Damni u. Plitt v Biedenkopf ”• Bußfellen. Hrn. Geschäfts! Wehmuth u. Bott v. Wiesbaden, Backert v Leopoldsberq u. Alinano o. Simmersbach. Im SieraJungfer Jmhol v. Laasphe. Hr. Schnei- der, Handelsm. v. Sedel. Hr Herrlich m. Fr , Schneid v Laubach. Jungfer Kirchner v. Traisa. Hr. Geide. Pri- vatm. v. Frohnhausen. Hr. Semm, Buchb. Jungfer Men- rath v Gladenbach. Hr Schmidt, Privatm. v. Oberofleiden Jungfer Rohrbach v. Londorf. ller Sonne: Hr. Wagner, Handelsm. v. Beuern Hr. Werner, Bergm. v. Großamseorf Jungfer Schwalb v. Schotten. Hr Goldmann, Handelsm v. Ershausen. In der Rote: Hr. Seifet, Geschäfts!», v. Endbach« Hr. Schmidt, Silberarb. v. Frankenbach. Hr. KtUg, Ge- schäftsm v. Reiskirchen. Hrn. Kaminfeg Ringwald v. Stuttgart u Bremer ö. Grabow. Hr. Schmidt, Steinh. v. Ro- thenburg. Fr. Leschhorn ö. Wölfersheim. Hr. Reiß, Handelsm. v.' Ulrichstein . ' 3 » d e n P r i v a t h ä u s e r n. Bei Hrn Fabrik. Meper: Fr. Levp m. Sohn v. Rödel- heim. — Bei Hrn Univ.-Dien. Schwarz: Hr. Jost, Kfm. ”• N'dda - Bei Hrn. Carl Pugge: Fr Kern v. Unter, biehl — Bei Hrn Cant. Schwabe: Hr Schwabe, Steuer. Erheb, v. Vöhl. - Bei Fr. Ballin: Hr Seckel, Privatm. v. Dietz. — Bei Wittwe Stohr: Jungfer Bender v. Marburg — Bei Hrn. Kfm Heß: Hr. Cramer, Polizeiag. v. Cassel. — Bei Fr. Geh Kirchenr. Dieffenbach: Fr. Steucr- eomm Becker v. Steinheim. - Bei Wittwe Rehmeper: Hr. Picil, Gpmn. v. Biedenkopf. — Bei Hrn. Landger-Dien' Scharmann: Hr Semm, Buchb. v. Neuenhofen. Bei Hrn. Grab: Jungfer Snlzmann von Beffungen. Unterhaltendes nnd Gemeinnütziges. A n t w o r t. Im vorigen Miltwochsblatte fragt Jemand an: warum hier die Maß Milch 8 fr., in Darmstadt, Mainz :c. dagegen nur 6 fr. koste? Die Anfrage muß aber viel allgemeiner gestellt, es muß ergründet werden: warum hier Alles theurer ist, als in den genannten größeren Städten? Warum hier eine Wohnung 400 fl. kostet, welche man dort für 250 fl. erhält? Warum wir zur Zeit der Thcuerung und des lleberflusses stets mehr für Brod rc. zahlen müssen, als dort? Warum wir hier 1 fl. 43 fr bis 2 fl für das Malter Kartoffeln entrichlen sollen, während man in Darmstadt soeben nur 1 fl. bis 1 fl 12 fr. zahlt? Die Antwort ist einfach die: well hier weniger regsamer Verkehr herrscht, weil wir uns mehr in den Händen Gmzeluer befinden und darum eine f ü n fH i ch c Thcucrugg leichter ausführbar ist. Eln Darmstädter geht vor einigen Tagen in ein hiesiges Wirihshaus, trinkt zwei Schoppen 1846t u»d ißt ein Beefsteack, wofür er in Darmstadt zusaui- 1111-11 33 fr. zahlt, er zahlt die Taxe mit 1 fl. und nimmt sich vor, hier nicht mehr in'S WirthshauS zu gehen. So verbreitet sich die Theurung ’ der ersten. Nahrungsmitteln nach allen Richtungen. Es ttwre wohl der Mühe werth, die Wurzel des Uebels zu ergründen und dasselbe auf diesem Wege zu entfernen! Die schöne Philippine Welfer. Romantisch Historische Erzählung aus der Mitte deS leien Jahrhunderts von F. Bernhard!. ( Schluß ) 3tn nächsten Augenblick hatten sich die Beiden traulich die Hände gereicht und schienen einen Freundschafts- bund zu erneuern, welchen sie längst geschlossen. Der Leser erräth wohl, daß der Ritter Niemand Anders, als Graf Stephani war. Die Ankunft des allgemein und durch sein Schicksal noch mehr beliebt gewordenen Prinzen veranlaßte einen Halt bei den Flüchtigen. Man wollte ihn sehen, man wollte von ihm hören, ob er Verstärkungen entgegen führe. Nachdem er sich kurz von Stephani über de» Stand der Dinge hatte unterrichten lassen, hieß er die Offiziere ihre Mannschaft sammeln und formiren, damit er zu derselben sprechen könne. Dieses geschah schneller, als man es hätte erwarten sollen. Ein großes Viereck wurde gebildet, die Trommeln wirbelten und der Prinz trat nun festen Schrittes unter die Söldner und sprach: „Krieger! „Einem hinterlistigen Feinde ist es gelungen, Euch von Eurem Posten zu vertreiben, de» Ihr, überrascht durch den unvermutheten Angriff, früher verlassen habt, als es geboten war. Hier in diesem engen Thal, welches die Natur schon zur Vertheidigung eingerichtet hat, werdet Ihr Euch neuerdings dem nachfolgenden Feinde entgegenstellen und fein Vordringen nach Jnns- brnck so lange aufhalten, bis wir die Nachricht erhalten, daß der Kaiser in Sicherheit ist. Alsdann ziehen wir durch Innsbruck dem Kaiser nach. Schwört daher: Blut und Leben für den Kaiser zu lasse» und bis auf den letzten Mann zu kämpfen." „Blut und Leben für den Kaiser!" riefen die Krieger und hoben die rechten Hände gegen den Hiuimel. Der hier versammelte Trupp zählte siebenhundert Mann zu Fuß und sechzig Reiter. Unter dem Fußvolk befanden sich dreihundert Mann, welche theils mit Musketen, theils mit Hacken (kleinen Gewehren) bewaffnet waren. Die übrigen vierhundert Mann waren Pickeniere, Hellebardiere und Nondafchiere. Den mit Feuergewehren Bewaffneten wurden von Jungen Gabeln nachgetragen, um auf dieselben das Gewehr auflegen 659 zu können. Zum Schutze hatten sie eiserne Pickelhackeu und Bruststücke. Die übrigen führten noch volle Rüstung. Sturmhut, Brust- und Rückenstück, nebst einem Seitengewehr, ferner Picken, Hellebarden oder lange Schlacktschwerter. Die sechzig Reiter waren halb geharnischt und leicht beritten. Ein Theil von ihnen führte ein Feuerrohr mit Radschloß. Mit bewunderungswürdiger Raschheit ordnete jetzt der Prinz den Trupp. Tie Musketiere und Hackenschützen besetz en die Höhen, um den engen Thalweg zu veriheidigen, die Pickcniere mit einigen Schützen hielten auf dem Weg, um den Angreifenden mit dein Spieß auf den Leib zu gehen; die Hellebardiere und Rondaschiere waren endlich mit der Reiterei, welche abgesessen war, weiter rückwärts aufgestellt, um die Vorderen beim Zurückgehen aufzunehmcn. . Kaum war die Aufstellung beendet, so erschien die Vorhut der kurfürstlichen Truppen. Sie hatte sich int Glauben, nur einen Haufen Flüchtlinge vor sich zu haben, zu sehr von dem Haupttrupp entfernt und drang unaufhaltsam vor. Jetzt aber eröffneten die Schützen, in ihrem Versteck auf den Bergen, ihr Feuer und jeder Schuß streckte einen Feind nieder. Einen Augenblick stutzte die feindliche Vorhut und dringt dann um so rascher vor. Da bricht der Prinz, welcher seine Pickeniere hinter einen Bergvorsprung gestellt hatte, vor unD mit dem Rufe: „Alles für den Kaiser!" werfen sie sich, den Helden-Jüngling an der Spitze, dein Feinde entgegen, zwingen ihn nach kurzer Gegenwehr zur Flucht und bringen ihm großen Schaden bei. Nach einiger Zeil wagten die Kurfürstlichen noch einen 'Angriff, er wurde aber wie der erste abgeschlagen, aber leider erhielt der Prinz eine Wunde über die Schulter welche ihn jedoch nicht hinderte, sein Commando sort- zuführen. Indessen rückte der Haupttrupp immer näher, immer dichter wurden die Schaaren desselben int Thale, ein harter Kampf stand bevor. Da traf die Nachricht von Innsbruck ein, wohin der Prinz von der drohenden Gefahr hatte Nachricht geben lassen, daß der Kaiser bereits seit zwei Stunden nach Villach abgereist seh, somit durste jetzt der Prinz daran denken, sich zurückzuziehen. Um dieses nun um so leichter ausführen zu können, unternahm er noch seinerseits einen Angriff, warf die vordersten feindlichen Abthei- lungen und zog sich dann in Ordnung über Innsbruck ins Gebirg zurück, wo er, verstärkt durch Tyroler- Landleute, dem weiteren Vordringen des Feindes ein Ziel setzte, der wieder nach Schwaben zurückmarschirie Prinz Ferdinand hatte seinem Oheim Ehre und Leben gereitet und dieser war ihm zum größten Dank verpflichtet. Aber der mürrische Karl V. war der Meinung, es zieme sich für den Neffen, ihn aufzusuchen, und dieser glaubte, der Kaiser dürfe sich schon herablassen, ihm zu danken. Da keiner von Beiden nachgeben wollte, so blieb das Verhälti iijj zwischen Oheim und Neffen dasselbe und der letztere lebte, als" die Kriegs- unruhcn gänzlich verschwunden "waren, wieder in dein stillen Kreise der Seinen, wie ein Privatmann. Nach kurzer Zeit kehrte der Kaiser nach Innsbruck zurück. Philippine beschloß, ohne Wissen ihres Gemahls, einen Plan auszuführen, den sie längst gehegt hatte. Karl V. hatte gewisse Tage bestimmt, an welchen sich ihm nahen durfte, wer ein Gnaden-Gesuch anzubringen hatte. Im einfachen Anzuge mischte sie sich unter die Bittenden; endlich traf sie die Reihe, vor dem Kaiser erscheinen zu dürfen. Mit dem Be- wußtseyn eines reinen, schuldlosen Herzens trat sie vor den finsteren Karl, warf sich ihm zu Füßen und übet reichte knieend, ohne zu sprechen, ihre Bittschrift. Die strengen Züge des Kaisers milderten sich, als er das engelschöne Weib vor sich knieend sah, das ihn mit vertrauensvollen Augen anblickte. „Was ist Euer Gesuch, schönes Mädchen ?" sprach er mit Güte. „Nicht Mädchen, großer Kaiser," sprach Philippine; „dockr habt die Gnade und leset." „Wer send Ihr?" „Das Weib eines Unglücklichen, der, weil er mich liebte, von Vater und Oheim verstoßen ward," „Ihr wäret?" „Philippine Weiser, Ferdinand's Frau." Eine peinliche Pause trat ein. Die schöne Frau hatte die Augen gesenkt und wagte nicht, weiter zu sprechen. Nachdem sie der Kaiser einige Zeit mit Rührung betrachtet hatte, sprach er, sie vom Boden aufhebend: „Bei Gott, reizende Nichte, Eure Schönheit ver-- dient eine Krone und hätte der eigensinnige Stoffe Euch früher gesandt, Euch — ja Euch hätte Karl nicht widerstanden." Gnädigster Herr!" war Alles, was Philippine stammelte, die des Kaisers Hand küssen wollte. Er duldete es aber nicht, sondern zog sie sanft an sich und küßte ihr die Stirne. „Ich bin hart mit Euch verfahren," sprach er, sie freundlich anblickend, „aber ich will es wieder gut machen und mein Erstes seh, Ferdinand mit seinem Vater auszusöhnen, es wird mir leicht gelingen, denn ich werde mich Eurer, scköne Seichte, dabei bedienen." Der Kaiser hielt getreulich Woet. Kurz darauf halte er eine Zusammenkunft mit seinem Neffen- und es war eine rührende Seene, als er diesen und die bezaubernde Philippine mit ihren Kindern seinem Bruder zuführte, der nicht minder r der deren Schwiegertochter Benehmen, als über ihre Schönheit erstaunt und entzückt war. Tie Kinder des treuen Paares wurden legitim erklärt, doch werden sie nur die Markgrafen von Burgau und nicht Erzherzoge von Oesterreich genannt. — Noch achtundzwanzig Jahre dauerte die glückliche Ehe, welche ein Beispiel hat Sl ich en Glücks 660 war. 1580 starb Philippine in Innsbruck, wo ihr Andenken durch ein Denkmal geehrt ist. Der Informator. Novelle. 1. Stumm und melancholisch saß der heute gerade 32jährige Candidat der Theologie August Werner in einem Winkel der Richter'schen Weinstube zu Leipzig. Es war sonst nicht seine Gewohnheit, Wein zu trinken, aber heute, an seinem Geburtstage, den er in recht trüber Stimmung verlebt hatte, glaubte er sich einmal einen Römer gönnen zu dürfen. Hatte er sich doch nach dem Tode seines Vaters, weiland Pfarrers zu Wildenfels, ehrlich geplagt, um nicht nur sich, sondern auch seine bereits betagte, immer kränkelnde Mutter zu erhalten; hatte er sich doch mit unermüdlichem Fleiß allen möglichen ErwerbSarbeiten unterzogen und jedes Vergnügen entbehrt; halte er doch schon seit Jahren schmerzlich auf eine Anstellung gehofft, und noch immer wollte ihm kein freundlicher Stern erscheinen! Heute wollte er sich durch ein Gläschen Wein seiner trübseligen Gedanken entschlagen, aber allein und verlassen wie er, in sich gekehrt dasaß, versank er nur noch tiefer in Schwermuth. Trotz der angestrengtesten Thätigkeit, wollte sein Verdienst eben doch nicht ausreichen ; das Leben in der Stadt war theuer, und seine Unterrichtsstunden in der Musik und in den alten Sprachen wurden ihm sehr niedrig bezahlt. Während er im Stillen recht trostlos in die Zu- ckunft blickte, begrüßte ihn ein soeben eingetretener Kaufmann, Namens Hellmuth, dem er früher einmal durch die Abfassung eines lateinischen Briefes nach Ungarn eine Gefälligkeit erwiesen hatte. „Ah, sieh da, mein lieber Herr Candidat!" rief ihm der Handelsherr freundlich zu. „Nun, wie stehl's? Wie geht's? Wieder wohl und gesund? Wie ich hörte, waren Sie eine Zeitlang kränklich?" „Es ist vorüber," versetzte Werner. „Nun, das freut mich sehr. Ei apropos, wollen Sie mir nicht noch auf eine Flasche Wein Gesellschaft leisten? Kellner, eine Flasche guten Rüdesheimer! — Nun, wie geht es Ihnen denn sonst? Sind sie immer nach Wunsche beschäftigt?" fragte in unermüdlichem Redefluß der geschwätzige, aber theilnahmvolle Kaufmann. „Auf die letztere Frage ist die Antwort schwer," sagte Werner. „Das Loos eines armen Candidaten ist, wie Sie wohl wissen, eben kein Himmelreich. Beschäftigt bin ich freilich von früh bis in die Nacht, auch wenn ich gar keine Geschäfte habe. Dann lese ich meine Griechen und Römer und vergesse darüber die Noth der Gegenwart. Ach, mit Ihren Griechen und Römern lockt man heut zu Tage keinen Hund inehr aus dem Ofen," er- wiederte Hellmuth. „Und was lhun Sie denn, wenn Sie nicht lesen?" . „Dann mache ich griechische und lateinische Verse," versetzte Werner, „aber leider gibt es jetzt keinen deutschen Kaiser mehr, der mich, wie einen Stockmann mit einer Pension von tausend Thalern zu einem laureatus poeta ernennte; diese schöne Zeit liegt weit in nebelgrauer Ferne. Ja, will ich mir je hie und da etwas zu Gute tbun, so gehe ich in ein Gasthaus und unterhalte dort die jugendliche Menschheit durch Clavier und Flöte, wofür mich doch öfters ein Glas Wein erquickt, sonst komme ich nicht dazu, selbst nicht, wenn ich an Sonn- und Festtagen zum öfteren für den Organisten der Leouhardskirche, der während des Vormittags-Gottesdienstes gerne in das Wciuhäuschen schleicht, die Orgel spiele." (Forts, folgt.) Gott, die Liebe. Die Flammenlippen drückte schon die Sonne Zum Lebewohle auf die Berge hin. Der Herbstesabend sank in hehrer Wonne Hernieder, und sein letztes Purpurglüh'n Umzog das Blau' der Berge, sie besäumend, Wie Purpur siumt den blauen Sammttalar; Des Waldes Kinder ruh'n, nur manchmal träumend Die Bäume schütteln ihr erbleichend Haar Es schweigt der Forst, nur daß ein später Rabe Noch krächzend hinstreicht durch die öde Luft. — Die Hände sinken, und des Herbstes Gabe Wird eingebracht, die Feierglocke ruft. Des Lebens warme, volle Pulse stocken; Mit leerem Füllhorn kniet die Erde da. Den Vaterkuß drückt Gott ihr auf die Locken, Dem seine Kinder sie so reich versah. Ein Liedchen trägt der Abendhauch dahin Der Schnitter singt es und die Schnitterin. Und langsam knarren reiche Erntewagen Zur Stadt, wo schon das laute Treiben schweigt; Der Menschen Dankgebet die Winde tragen Zu Ihm, der sich so segnend niederneigt'. Ja, danket Menschen! Seht den Mond dort glühen, Das ist Sein Ange, das Euch liebend wacht; Seht diesen Wolkenstreif dorthin sich ziehen, Wie eine große Ricsenhand er ragt: Die Vaterhand ist es, die alte, treue, Sie streckt sich segnend auf Euch Alle auck. Daß nach der Noth der Mensch sich wieder freue, Hat Er mit Segen ihm gefüllt sein Haus! — Jetzt wird es stiller Alles sinkt in Schlummer, Und manche Schmerzenswundr ist geheilt. Es schweigt der ernste, finster bleiche Kummer, Auch ihm hat Gott ja Freude zugetheilt. Ja, der die Liebe ist, hat's wohlgcmachk, O schlummert, Menschen, Gott, die Liebe, wacht! <ö. St. Auflösung des RäthselS in */