Anzcigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen. M so. Mittwoch den 237 Juni 18^7. Besondere Bekanntmachungen. 1120) Ausgabe der Zinscoupons zu den städtischen Obligationen von 1837. Die neu ausgesertigten Zinscoupons zu den städtischen Obligationen au porteur vom 1. Januar und 1. April 1837 werden Freitag den 25. d. M.> von Morgens 8 Uhr an in dem alten Bureau des Rathhauses, gegen Rückgabe der den vorhergeheitdeu Coupons anhängenden Anweisung, ausgegeben. Gießen am 13 Juni 1847. Der Bürgermeister I. d. B. Der Beigeordnete , Rühl. 1137) Die Musterung und Loosziehung für das Jahr 1847. Wegen der diesjährigen Musterung und Loos- ziebung werden die Conscriptionspflichligen auf die kreisräthlkche Bekanntmachung vom 8. d. M. *A6 47. des hiesigen Anzeigeblatts mit dem Be- meiken verwiesen, daß wenn sic noch irgend einer Verständigung bedürfen, diese hier ertbeilt werden soll. Gießen den 14. Juni 1847. Der Gr. Bürgermeister. Z. d. V. Der Beigeordnete Rühl. 1155) Von den, in dem sog? Linder Markwalde bei Großcnlindeu gelagerten Schwellen sind in jüngster Zeit mehrere entwendet worden. Die Bauverwaltung sieht sich deßhalb veranlaßt, eine Belohnung von 25 st. Demjenigen zuzusichcrii, welcher für diesen und jeden anderen gleichen Fall den Dieb in einer Weise zur Anzeige bringt, welche es möglich macht, denselben zur Strafe zu ziehen. Gießen den 14 Juni 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Section Gießen. L. Lindt. Versteigerungen. 1100) Montag den 26. Juli l. I., . ' Nachmittags 2 Uhr, soll der Garten des Privatscribenlen Ritter V/17 235Q^lftr. Acker - Garten zwischen dem Mittel- und Wetzlarerweg, neben Philipp Lampus, aus dahiesigem Rathhause öffentlich versteigert werdend Gießen den 7. Juni 1847. Gr. Stadtgericht das. Muhl. Dr. Zimmermann. 1172) Nachträglich zu der öffentlichen Bekanntmachung vom 10 l. Mts, wird hiermit zur Kennrmß des Publikums gebracht, -daß auch der dem Gr. Hofgerichisadvokaten Briel & Comp. zustehende, in Stauffenbergcr Gemarkung, Flur!., auf dem'Berge nach tem Judenkirchhofe zu, gelegene Basalisteinbruch Montag den 12. Juli d. I., Nachmittags 3 Uhr, theilungshalber öffntlich versteigert werden soll. Gießen den 17. Juni 1847. Gr. Hess. Stadtgericht. Muhl. 1171) Masterarbeit bei der Stadt Gießen s betreffend. Montag den 28. Juni l. I., Vormittags 8 Uhr, soll die Pflasterung von 29,59L)Klaktern des Kir- chenplatzes, wozu die Stabt das Material stellt, und welche zu 118fl. 22 fr. veranschlagt ist> auf der Bürgermeisterei dahier an den Wenigstnehmen- den versteigert werden. Gießen den 17. Juni 1847. I. V. d. B. Der Beigeordnete Rühl. 1139) Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Donnerstag den 24. Juni l. I., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem hiesigen Stadtwalde, Distrikt Stol- zenmorgen und Philosophenwald: 364 182% Stecken Eichen-Scheidholz, 51 99 „ Prügelholz, 63 99 „ Stockholz, 2175 Wellen ,, Reisholz, 67. Stecken Kiefern-Scheidholz, 10% H „ Prügelholz, 4% Wellen „ Stockholz, 2574 Reisholz, „ 38 Stecken Dorn,-Stockholz, 80 Eichen-Stämme, von 1994 Cubikfuß, 10 „ „ „ 166 „ 4 „ „ „ 96 ,, 2 „ Pflugsreh, 3 „ Pflugswellen, 1200 Dorn-Wellen, 11 Haufen Heide und Moos sowie das Gras von den Waldschneißen und Blößen im Stolzenmorgen öffentlich versteigert werden. Gegen vorschrifismäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. October d. Z. gestattet. Die Zusammenkunft ist auf dem Trieb, Gießen am 16. Juni 1847. Der Bürgermeister. I. d. B. Der erste Beigeordnete Rühl. 1138) Dje Anfuhr von Steinen betr. Donnerstag den 24. d. M., Vormittags 8 Uhr, wird die Wegfuhr von circa 10 Cubikklaftern alten Pflastersteinen, welche in der Universitätöstraßc sitzen und zum Bau des Riegelpfadwegö bestimmt sind, auf hiesiger Bürgermeisterei an den Wenigst- fordernden versteigert. — Der Voranschlag beträgt 70 fl. 30 fr. \ Gießen den 16. Juni 1847. I. V. d B. Der Beigeordnete Rühl. H42) Main-Weser-Eisenbahn. Versteigerung von Erd arbeiten. Samstag den 26. d. M., soll ein Theil der zur Erbauung der Main-Westr- Efleabahn in den Gemarkungen Ruttershausen, L.llar, Wieseck, Wismar, Klein- und Großenlinden e>forderlichen Erdarbeiten, veranschlagt zu etwa 70030 fl. in mehreren Loosen an die Weuigstnch- menden öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist Vormittags um 8 Uhr auf dem Bahnfeld bei Kirchberg und Nachmittags um 3 Uhr auf der Bahnlinie, an der Grenze der Gemarkungen Kleinlinden und Gießen. Gießen den 15. Juni 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur. S. Lindt. 1173) Künftigen Freitag den 25. d. Mts, des Nachmittags um 1 Uhr, soll zu Lich eine bedeutende Quantität sehr gut gehaltenes Eichenholz von dem abgebrochenen Ratb- haus, parthieenweis an die Meistbietenden öffentlich versteigert werden, welches ich hinsichtlich der Qualität jedem Baulustigcn anempfehlen kann. Die Herren Bürgermeister werden dienstge« fälligst ersucht, dieses im Interesse ihrer Ortsangehörigen zu veröffentlichen. Lich den 18. Juni 1847. Der Gr Hess. F. S. Bürgermeister Vogt. 1145) Freitag den 25 Juni, Vormittags um 8 Uhr, sollen nachstehende Arbeiten auf meinem Büreau, als: I. t in Backhaus: 1) Dachdeckerarbeit, veranschlagt zu 21 fl. 2) Schreinerarbeit, „ „ 28 „ 3) Schiosserarbeit, „ ,, 12 „ 4) Weißbinderarbeit, ,, ,, 7 ,, II. Wegbauarbeiten n ach der Schuntau: 1) Planir- und Chaussirarbeit, veranschlagt zu 144 fl. 2) Steinbrechen, veranschlagt zu 96 ,, . 3) Sieinfahren, ,, ,; 128 „ 4) Aufsitzen derselben, „ „ 16 „ III. Pflasterarbeiten in der Obergasse, veranschlagt zu 50 fl. 1) Stcinbrechen hierzu, veranschl. zu. 14 „ 2) Fahren derselben, „ „ 40 „ 3) Aussetzen „ „ „ 2 „ an den Wenigstforderuden vergeben werden. Waldgirmes am 17. Juni 1847. Der Bürgermeister Schmitt. 1174) Montag den 28. Juni l. I., des Morgens um 8 Uhr, soll das Heug-as der Gemeindewiesen von ungefähr 20 Morgen, zu Allendorf a. d. Lumda, unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werben Dee Zusammen- kunflüort ist am Untertbor. Allendorf a. d. Lumda den 19 Juni (847. • Der Bürgermeister Wagner. 1144) Freitag den 25. Juni, Vormittags um 10 Uhr, beabsichtigt der Unterzeichnete die Pflasterarbeit nach dem Kirchhof, worüber der Veranschlag 56 fl. be-> trägt, an den Wenigstnchmenden zu versteigein. Naunheim am 17. Juni 1847. Der Bürgermeister Schäfer. 1181) Donnerstag den 21. Juni f. Z., Morgens 9 Uhr, lasse ich das Hcug>as von ungefähr 2 Morgen Wissen auf meiner Besitzung au der Hardt meist- bietend versteigerii. W i l h e! m Heyer. F e i l g e b o t e n. 1177) Verschiedene Waaren, als: Kleiderstoffe, Shan ls, Echarpe, St ckereien, UM damit aufzuräumen,' gegen comptant, zu bedeutend herabgesetzten Preis », sowie seidene Sonnenschirme zu 2 fl. 30 fr. empfielflt M. Heß, Lit A. «46 55. 1179) Veischiedene Möbel, als Sfliräiike, Bettladen, Kommode, Stühle rc. sind vorrätbig bei M a r g u l h au der Stadlkirche. 980) Ein noch ganz neuer Holzstall von Eichenholz und von 36 Fuß Länge, 12 Fuß Tiefe und mit 3 Scheidewänden zu 3 Abtheilungcn eingerichtet, ist b.llig zu verkaufen bei Buchdrucker G. D. Brühl I. 365 1170) 3 Eichcnstämme sind zu verkaufen bei Friedrich Plank'S Wittwe. Bti vermiethen. 1151) Lit. A. «46 109. in der Wallthor- straße ist ein Logis zu vermiethen, bestehend in zwei Zimmern, zwei Kammern, Küche, Keller und MitgebrauÄ der Waschküche, es kann Anfangs Juli bezogen werden. 1 1168) Eine bequeme, neu hergestellte Wohnung mit angenehmer Umgebung, in der Nähe der Kirche, bestehend in 4—6 Zimmern, Kammern und sonstigen zugehörigen Räumen, wird Anfangs Oktober beziehbar bei Reallehrcr Stein, ' Lit. A. ^ 36. 1178) Eilt möblirles Zimmer ist zu vermiethen und bis den 1. Juli beziehbar, bei Schneider Frech Lit. B. «46 10. G e l d g e s u ch. 1167) 2000 —3000 ff. werden in hiesiger Stadt gegen dreifache bypoth. Sicherheit zu leihe» gesucht. Von wem? sagt d. Exped. d. Bltts. Vermischte Nachrichten. Vocal^ Gewerbe Verein. Hauptversammlung nächsten Samstag am 26. l. M., Nachmittags präcis 6 Uhr im Buschischen Garten. Vorkommender Gegenstand: „Vorschlag und Entwurf zur Bildung einer Aktien-Gesellschaft für die Begründung einer Hypotheken-, Wechsel- und Giro-Bank für Handel, Gewerbe und Ackerbau des Großherzogöthumö Hessen, von C. Du Mont in Mainz," wozu außer den Vereinsmitgliedern der hiesige löbliche Handelsstand, sowie alle Diejenigen, welche sich für diesen Gegenstand interessiren, höflichst eingeladen sind. Gießen am 21. Juni 1847. Der Vorstand. 366 1(76) Es wirb hiermit zur allgemeinen Kenut- niß gebracht, daß Diejenigen, welche Steine aus dem Bruch im Hangelstein beziehen, bei Vermeidung doppelter Bezahlung, dieselben nur an Unterzeichneten zu entrichten haben. Man ersucht die Gr. Herren Bürgermeister dieß im Interesse ihrer Ortsangehörtgen bekannt machen zu lassen. Oppenrod am 19. Juni 1847. Johann es Kloos. 1175) Ein junger Mann, welcher seinen Lchr- curs in einem Colonial-Waarengeschäst gemacht hat, durch Unwohlseyn aber austreten mußte, sucht jetzt, da er wieder völlig hergestellt ist, weitere Beschäftigung als Commis, und würde derselbe sich auch rem Kleiuverkauf gerne unterziehen. Das Nähere ist in d. Erpd. d. Bltls. zu erfahren. 1180) Bet der Baustelle an der Heyer'- schen Hardt können noch Arbeiter gegen angemessenen Lohn Beschäftigung finden. 1134) Unterzeichneter beabsichtigt Sonntag den 27. Juni dahier ein großes Kunst- und Wussev- Fenerwerk in der Nähe der Pulvermühle abzubrennen. Eine Subscription hierzu ist bereits eröffnet und-bittet um recht zahlreiche Theilnahme Gießen den 15. Juni 1847. E. Bergmann, ,ehemaliger Theater-Maschinist und Feuerwerker. 1169) Sonntag den 13 Juni ist von den Neueubäuen bis in den untern Riegelpfad eilt grau» kan'rtes Kinderstsifelchen verloren gegangen, um dessen Zurückgabe an die Erped. d. Bllts. gebeten wird. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Kopulirt. Den 19. Juni Der Großherzogliche HofgerichtS-Secretariats-Aeceffist, Karl Ludwig Zimmermann in Darmstadt, des Großherzoglichen Präsidenten des Finanz- Ministeriums in Darmstadt, Karl Zimmermann, ehelicher Sohn; und Thecla Schmitthenner, des Großherzoglichen Geheimen Regierungsraths und Professors, Dr. Friedrich Schmitthenner dahier, eheliche Tochter. Getaufte. Den 20 Juni Eine uneheliche Tochter, Marimiliane Philippine, geboren den 10. Juni. Denselben. Dem Bürger und Küfermeister, Karl Christian Heil, ein Sohn, Balthasar Wilhelm Philipp Michael, geboren den 6. Juni. Denselben. Ein unehelicher Sohn, Johann Georg, geboren den 19. Mai. ' Denselben. Dem Bürger und Schreinermeister, Johann Peter Gerhardt, eine Tochter, Luise Katharine Johanna, geboren den 5. Juni. Beerdigt. Den 20. Juni. Karl Daniel Philipp Weidig, des Bürgers und Metzgermeisters, Johann Andreas Weidig, ehelicher Lohn, alt 8 M. 29 T., gestorben den 16. Juni. Katholische Gemeinde. Beerdigte. Den 19. Juni. Gertrudis Reitz, Ehefrau des Pedellen an der Realschule, Johannes Reitz, geborne Korn, alt 46 I., gestorben den 17. Juni. Den 20. Juni. Theresia Maas, Tochter deS Ludwrg Maas aus Bonn, alt 20. I., gestorben den 18. Juni. Angekommene und abgereiste Fremden vom 18. bis 21. Ium 1847. 3 n bin Gasthäusern. Im Rappen: Hr. HooS, Fabrik v. Marburg. Hrn. Äst. Mnthe u. Sternberg v. Frankfurt, Blumengarten v. London, Wagner v Aschaffenburg u. Klein v. Cöln. Hr. HauSmann, Privatm. v. Leipzig. , Hrn. Kfl. Benne v. Frankfurt, Magenroth v Offenbach u. Landmann v. Lauterbach. Hr. Beper, Regier.-R v. Creuznach. Hr. Gamperz, Kfm. v. Cöln. Hrn. Privatl. Karle v. Sigmaringen u. Weder v. Wetter. Hr. Beberhofer, Kamm-Sang. v. Copenhagen. Hr. Werner m. Fam., Forstmeist. v. Battenberg. Hr. Zim irermann, Privatm v. Darmstadt. Hrn. Kfl. Hirsch v. Worms u. Busch v. Frankfurt. Hr v. Rabenau, Kreissccret. v Gründerg. Hr. Jungmann, Kfm , Frls Schellenberg u. Lippert v. Frankfurt. Hr. Lippert, Gpmn. v. Wetzlar Hr. Winteröl!, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Breuper, Just.-Aimm. v. Wildungen. Hr. Feuerbach, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Neuner, Doct. v. Darmstadt. Hr. Heidefuß, Hüttenbes. v. FriedrichShütte. Hr. Sartorius, Forstmeist v. Gladenbach. Hr. Stein, Posth. v. Ermenrod. Hr. Hochstätter, Fabrik, v. Braunschweig. Hrn. Kfl. Becker v. Cöln u. Landauer v. Aachen. Im Einhorn-. Se. Kaiser!. Hoheit der Thronfolger von Rußland m. Fam. u. hohem Gefolge u. Dienerschaft. Se. König!. Hoheit der Erbgroßherzog von Hessen m. hohem Gefolge u. Dienerschaft. Hr. Freiherr v. Rau, Hauptm. u. Hr. Vogt, Kfm. v. Hanau. Hr. Ochsen, Partie, v. Darm- stadt. Hr. Beringer, Optce. v. Berlin. Hr. Withnep, Stud. p. Fulda. Hr. Dunipader, Rcntmeist. v. Hannover. Hr. Freiherr v. Schrenck m. Bedien., Gencr-.Maj v. Danzig. Hr. Dernburg, Obergcr -R. v. Hannover. Hr Kleinschmidt, Kfm. v. Rudolstadt. Hr. Salzmann, Geh. R v. Braunschweig. Hr. Hoffmann, Kfm v. Offenbach. Hr. Meffel, Bang. v. Brüssel Hr. Erzberger, Kfm. v. Augsburg Hr. Flörsheim in. Bedien., Rent. v. Loudon. Hrn Kfl. Bergham v. Halvers, Finck v. Düren u. Schultz v. Frankfurt. Gräfin v Bösch m Fam. n. Bedien, v Aachen. Hr. Leeßer m Fam. u. Bedien., Bang. v. Triest. Hr. Mindler, Rent« meist, v Augsburg. Hr. Münder, Kfm. v. Bremen. Hr. Rösinger m. Fr., Fabrik, v. Solingen. Hr Winkel m. Fam., Apoth. v. Hilseburg. Hr. Meper, Kfm. v Eupen. Hr. Pabst, Privatm. v. Darmstadt. Frl. Hummel v. Mamz. Hr. Baron v. Heidewolf, Obergcr.-Dircet. v. Marburg. Hr. Schäfer, Oecon. v Heldenbergen. Hr. Baron v. Molovoff m. Fam. u. Bedien., Gener. v. St. Petersburg. Hr Reuß, Kfm. v. Frankfurt. Hr Baron v. Eichhoff m. Bedien., Rent. v. Mecklenburg. Hr. Buck, Fabrik, v. Bentheim. Hr. Hildebrand, Kfm. v. Solingen. 367 Im Prinz Carl: Hr Rau, Schloff. ». Friedberg. Hr. Scharmann, Handels« v. Felda. Hrn Oecon Bönsel v. Lange, Hain u Schnöd v Winnenrod. Hr. Wirtbwein, Cand. v. Büdesheim Hr. Borger, Spedit v. Offenbach. Hrn Oecon. Keil v. Bobenhauftn, H. NoS u. F Nos"v Wolf u Schütz v. Betzenrod Hr. Krall, Geschäftsm v. Rohr- bach. Hr. Linck, Kfm v. Lauterbach. Hr Funck, HandelSm. v. Sellnrod Hr. Bopp, Oecon. v Wohnhausen. Im Darmstaedter Haus: Hr. Fap, GkschästSM. v. Siegen. Hr. Ditschler, Fuhrm v. Büdingen. Hr. Maß,. Lehr. v. Lollar. Hrn. Geschäftsl Steinberger v. Romrod, Rapp v. Homberg, Müller v. KirchgönS u. Burck v. Kestrich. Fr. Meister v. Stuttgart. Hr^ Linder, Fuhrm. v. Gewinntheim. Hr. Battel, Metzg. v Ernsthausen. Hr. Loth, Bürgermeist. v. Wohnhauscn. Hrn. Geschäftsl. Lißmann v. Alsfeld, Schuhmacher v. Offenbach u. Volp ». Grünbcrg Im Stern: Hrn. Buchbind. Hkper v. Greifenberg U.- Knobloch v. Mitweide. Hr. Hofmann, Oecon. v. Marburg. Hr. Walter, Privatm. v. Fleschebach. Hr Happel, Oecon. v. DittmarShausen. Hr. Spreier, Buchbind. v. Jnkoben. Hrn. Handelst. Sommerlad u. Starck v. Oberroßbach. Hr. Bod, Oecon. v. BellerShain. Hr. Wilhelm, Bürgermeist. v. Göbelnrod. Hr Isenberg, HandelSm v. Hesborn. Hr. Schneider, Fuhrm. v. Marburg. In der Sonne; Hr. Wagner, HandelSm v Beuern. Hrn Geschäftsl. Rosse v. Melbach, Goldmann v. Ershausen u Schmidt v. Haarbach. Hr. Müller, HandelSm. v. Eps Hrn. Geschäftsl. Bletz v. Villingen u. Kramer v. Frankfurt. In der Rom: Hr. Junker, Maur. v. Queckborn. Hrn. Handelst. Lefchhorn u. Rühl v. Billingen u Balser v. Oberroßbach Hr Erb, Fabrik, v. Echzell Hr. Heidt, Geschäftsm. v. Götzen. Hr Griebel, Müll. v. Allendorf Hr. Hoffmann, Geschäftsm. v. Ulrichstein Hr. Heß, Aufsch. v Beuern. Jungfer SpelkuS v. Langgöns. Hrn. Bäcker Lenz u. Plitt v Biedenkopf. Jungfer Georg v Oberroßbach. Fr. Kreuter v. Schotten. Hr. Roth, Geschäftsm. v. Helpershain. In den Privathäufern. Bei Hrn. Salom Heichelheim: Hr. Rheinwein, Prioatm. v Limburg. — Bei Hrn. Hofger.-Canzl Bögern Frl. Böger v. St. Petersburg. — Bei Hrn. Lehr. Jung: Hr. Müller, Lehr, v Kaichen. — Bei Hrn. Conduct. Havn: Hr. Hahn, Privatm. v. Loheim. - Bei Fr. Hofger.-R. Weber: Fr. Pfarr. Müll. v. Odenbausen u. Frl. Almenröder v. Bonn- baden — Bei Hrn Geh. Just -R. Profess. Dr. Birnbaum: Hr. Dr. Adelmann, Profess, v Würzburg. — Bei Hrn. Gg. Lenz: Hr. Schweitzer, Privatm v. Schotten. — Ber Hrn. Ph Kreuter: Jungfer Rinn v. Beuern. — Bei Hrn. Stud. Ober: dörfer: Hr Daum, Oecon. v. Frätzhof. — Bei Hrn Actuar Euler-. Frl Fuhr v. Felda. — Bei Hrn. Conr. Ufer: Hr. Wortmann, Oecon. v. Rimhorn. — Bei Hrn. Stud. Conradi: Hr Wundt, Privatm v Worms. — Bei Hrn. Hofger.-R Buff:. Fr. Forstsecret. Braun v. Darm- stadt. — Bei Fr. Oberfin -R Reuß: Fr. Actuar Sellheim v. Schotten u. Frl. Weiß v. Nidda. — Bei Hrn. Bauaufseh. Mirka: Hr. Mirka, Privatm v Queckborn. — Bei Hrn. Scbuhm. Löber: Hr. Löber. Schuhm. u. Jungfer Löber v. Frankfurt. — Bei Hrn Schneidermeist Frech: Fr. Löwenstein m. Sohn v. Fischelbach. - Bei Hrn Prof. Dr v. Rügen: Frl. Zimmermann v. Darmstadt. Unterhaltendes und Gemeinnutztges. (Eingesendet) In einigen würtembergischen Städten ist vor kurzer Zeit obrigkeitlich festgestcllt worden, daß das Brod den Kunden vom Bäcker vorgewogen werden müsse, wie dieß auch längst schon in Frankreich und in Rheinbayern durch Regierungsverordnungen allgemein eingeführt ist. Bei t>em jetzigen enormen Preise des Brodes wäre es sehr wünschenswerth, daß eine solche Verordnung auch bei uns erlassen würde, denn bei einem Preis von 5% kr. für das Pfd. ist jeder Gewichtsmangel empfindlich. Man hört auch nicht selten Klagen über zu leichtes Brod, welchen durch eine solche Maßregel allein für immer abzuhelfen ist, indem man von da an nur die Qualität des Brodes zu überwachen chatte. Und ist es nicht ein ganz billiges, ja man kann wohl sagen, ein sich von selbst verstehendes Verlangen, daß der Bäcker seine Maare ebensogut vorwiege, wie es der Kaufmann und der Metzger und andere auch thun müssen. Die entgegen- stehcnde Gewohnheit ist lediglich ein durch die Unbedeutendheit des Preises in früherer Zeit und das Vertrauen entstandener und so der Bequemlichkeit wegen auch uns überbliebener Schlendrian, den durch Besseres zu ersetzen nirgends ein vernünftiges Hinderniß vorliegt. Die Rose von Eßlingen. (Fortsetzung und Schluß.) „Aber," fuhr er fort, „da ich' von Pauline schon Härte, daß ich nie vie Zustimmung der Eltern erhalten würde, so habe ich auf sie verzichtet. Ich wollte heute Abend in den Schwanen. Da begegnete ich ihr. Natürlich komm' ich mit ihr ins Gespräch. Sie weint; sie ist untröstlich. Auch mir wird das Her; weich. Doch da ich nun einmal einfthe, daß hier eine Hei- rath für mich nicht zu denken ist, so rede ich ihr zu, daß sie mich vergessen foll, und erkläre ihr sogar, daß ich mir bei den obwaltenden Hindernissen bereits eine Andere erkoren habe. Das Alles konnte ich ihr natürlich nur nach und nach beibringen, daher kam unser Spaziergang. Aber jetzt wird sich's bald zeigen, was ich ausgerichtet habe; sie wird nicht mehr an mich denken, und sich ohne künftige Widerrede in den Willen ihrer Ellern ergeben. Durch einen eigenen Zufall begegneten wir ihrem Bräutigam, der mir eine Drohung nachrief: allein er sollte mir lieber dankbar seyn; denn jetzt ist Pauline gewiß von aller Liebe zu mir furirt, und ich habe also ohne Zweifel ein gutes Werk gegiftet!" „Wenn dem also ist," versetzten Paulinen 5 Ellern einstimmig, „dann ist Alles gut, Herr S e y- bold; dann sind wir mit Ihnen ganz zufrieden. Gehen Sie denn also in Gottes Namen, und thun 388 Sie uns unr wegen der obwaltenden Verhältnisse den Gefallen, unser Haus vor der Hand so viel als möglich zu meiden!" Seybold versprach dieß wahrscheinlich mit der größten Bereitwilligkeit; und so war denn der ganze Vorfall mit seinen möglichen bösen Folgen für heute ausgeglichen. In den nächsten Tagen sollte es freilich anders kommen. 5. Es gab nämlich eine große Jagd, an welcher fast sämmtliche Jagdfreunde der ganzen Umgegend iheilnah- men. Auch P a u l i n e n ' s Verlobter hatte sich dazu eingefunden. Daß der Försterssohn Seybold dabei nicht fehlen durfte, versteht sich von selbst. Die Jäger wandten sich nach dem Walde über dem rechten Neckarufer, und postirten sich dort einzeln in den gewöhnlichen Distanzen. Laut erscholl das Halloh der Treiber. Zufällig war Bär der Nachbar Seybold's geworden. Sie standen etwa dreißig Schritt weit von einander. Plötzlich rauschte das Gebüsch; ein Wild nahte sich. Bär legte auf dasselbe an, schoß und fehlte. Auch Seybold hatte, an eine- mächtige Buche gelehnt, nach der Richtung angelegt, woher das Wild zu kommen schien. Doch noch ehr Bär sein Gewehr abschoß,' dachte er an die Worte seines Nebenbuhlers: „Wir treffen uns!" und jener böse Dämon rauschte wieder an ihm vorüber. In solchen Augenblicken theilt sich des Menschen Wesen manchmal halb in Raffinerie und Besinnungs-, losigkeit. Noch ehe Bär abschoß, überlegte er blitzschnell, und ehe er noch mit seiner Ueberlegung fertig war, hatte sich unwillkürlich der Lauf seines Gewehres nach Bär hingelenkt. Genug, als Bä r abgeschossen hatte, erfolgte fast gleichzeitig ein zweiter Schuß, und Bär lag blutend am Boden. Seybold sppang darauf rasch hinzu und rief um Hülfe. Bald versammelten sich um den im Blute schwimmenden Bär eine Menge von Leuten. Sey- bold, von allen Seiten mit Fragen bestürmt, antwortete, daß sich Bär entweder absichtlich, oder unabsichtlich selbst erschossen haben müsse. Da Bär bewußtlos und mit dem Tode ringend am Boden lag, und Seybold selbst augenblicklich nach dem Schüsse um Hülfe gerufen hatte, so setzte man, da man ihn als einen Biedermann kannte, in seine Behauptungen keinen Zweifel, und dachte vor Allem darauf den schon halbtodten Bär in die Stadl hereinzuschaffen. Man brachte ihn zu seinem Onkel, dem Sattler Pfau. Alle ärztliche und chirurgische Hülfe schien fruchtlos. Die Kugel hatte durch die Brust getroffen. Der Patient lag ohne Bewußtseyn; es war nicht mehr 'zu befürchten, daß er den näheren Thatbestand verrathen würde. Seybold befand sich während dieser Zeit in größter Aufregung. Erst nachdem seine That verübt war, befiel ihn eine' gräßliche Angst. Er nannte sich im Stillen einen gemeinen Verbrecher, und es war ihm zu Muthe, als ob er wie Kain durch die ganze Welt immer weiter rennen müßte. Doch auf der andern Seite suchte er sein- Gewissen zu beschwichtigen, und beredete sich sogar, eine Edelthat gethan zu haben. Er dachte an P a u l i n e n ' s Worte; „B ä r k a n n vielleicht — sterben!" Und sein Tod begründete ja das Glück zweier Liebenden, die ohne denselben Zeitlebens unglücklich geworden wären. Er redete stch ein, nur Paulinen zu Liebe das Verbrechen begangen zu haben, das ja übrigens zu seinem Tröste nicht mehr an den Tag kommen konnte. Denn Bär röchelte, als er ihn verließ, und rang schon mit dem Tode. Aber: „Hoffe nie, ein Glück zu erringen, ■ Das die Geschicke nicht selber bringen!" nuipte er sich doch dabei im Stillen sagen. Er ging nacl) Hause warf sich in gräßlicher Stimmung auf fein Belt, und that die ganze Stacht kein Auge zu. Obgleich nach den Aeußerungen des Arztes Bär schwerlich zu retten war, so erhob sich gleichwohl immer vor Seybold der Gedanke wie ein drohendes Gespenst: „Wie aber, wenn er doch wieder aufkäme und die Wahrheit an den Tag brächte?" Schon mit dem frühesten Morgen eilte Seybold, um durch den Schein von Theilnahine allen Verdacht von stch abzulen'ken, an Bär's Krankenlager. Man fürchtete noch jeden Augenblick, d ß er sterben könne. Zu seiner großen Beruhigung vernahm er, daß der Kranke noch kein Wort gesprochen habe. Der fürchterliche Zustand deS Kranken dauerte einige Tage fort, als auf einmal eine unerwartete Krisis eintrat. Sein Fieber ließ etwas nach; er konnte freier athinen. Zwar phantastrte er noch; doch traten zuweilen lichte Augenblicke ein, wo er die ihn umgebenden Personen erkannte und auch einige Worte sprach. In fürchterlicher Spannung streifte Seybold durch Feld und Wald. Er wagte es nicht mehr, den Kranken zu besuchen, sondern suchte nur durch Fragen zu erfahren wie es mit ihm stehe. Eines Tages verschlimmerte sich B ä r' s Zustand wieder dermaßen, daß er allgemein todt gesagt wurde. Eine Centnerlast fiel Seybold bei dieser Nachricht von der Brust. Er athniete neu aus und ging Abends in den 'Adler zu Eßlingen. Dort trank er ganz ruhig feinen Schoppen Wein, als auf einmal zwei Polizeisoldaten eintraten, und ihn in das Eriminalge- fängniß abführten. ,, Denn, schon dem Tag vorher, wo sich Bär wohler und bei voller Besinnung befand, hatte er das Ge- heimniß an das Licht gebracht. Pa er zugleich über sein und Seybold's Verhaltniß zu Pauli neu 369 nähere Auskunft gegeben, so konnte man nm so weniger an der Wahrheit seiner Aussage zweifeln. Auch der Rückfall der Krankheit wurde von Bär glücklich überstanden, und bei seiner von Natur starken und kräftigen Constitution ging seine weitere Genesung, wenn auch nicht gerade schnell doch sicher von Statten. Genug, nach einem Vierteljahre war Bär fast völlig hergestellt. Um ihn zu schonen, hatte man das gerichtliche Verfahren bis zu diesem Zeitpunkt aufgeschoben. Jetzt aber wurde die Criminaluntcrsuchung vorgenommen. Man stellte Bär und den Jäger Seybold einander gegenüber, und verlas die Anschuldigung B ä r' s, worauf man diese von ihm bestätigen ließ. Darauf wurde Seybold gefragt, ob er, wirklich den Gast- wirthssohn Bär aus Stuttgart habe erschießen wolle». Seybold, Son Natur ein guter und gewissenhafter Mensch, den nur ein außerordentliches Verhältnis, seine Liebe zu Pauline», zu diesem verzweifelten Schritt getrieben hatte, gestand Alles ein, und bekannte sich als schuldig. Und so kam es denn, daß Seybold nach Beendigung .des weiteren üblichen Gerichtsverfahrens zum Tode verurtheilt wurde. Die „Rose von Eßlingen" hatte sich während dieser Zeit ans einer rothen in eine weiße verwandelt. Was sic gelitten, das schildert keine Sprache. Dahin war ihre Heiterkeit, ihr froher Scherz, ihr ganzer Zauber! Ihre Wangen waren eingefallen, ihre Augen glanzten von einem unheimlichen geisterhafte» Schim- mer — sie brütete still in sich hinein und wußte nicht was sie that. An dem Tage vor Seybold's Enthauptung eilte sie heimlich nach dem Gefängnisse des Geliebten und beschwor den Schließer, sie nur einige Augenblicke hinetnzulasscn. Der harte Mann ließ sich endlich durch ihre Thränen, oder wohl mehr durch ein Goldstück, bewegen, ihr die Thüre zu öffnen. Sie that einen lauten Schrei, als sic ihren Carl in Ketten erblickte, und sank ihm wie ohnmächtig in die Arme. „So treffen wir uns wieder?" rief sie. aus, als sie wieder zum Bewußtseyn kam. „Ach, Carl mein Carl, wie soll ich das überleben!" Seybol.d schloß das weinende Mädchen sanft in seinen Arm, streichelte ihr Haar und Wangen und preßte sic unter glühenden Küssen an sich, als wollte er nimmer von, ihr lassen! „Du bist mein!" rief er aus. „Zwei treue Herzen kann keine Macht der Erde scheiden!" Auch Pauline umschlang ihn mit wahnsinniger Gluth, da entschwand ihnen daß Bewußtseyn, und so schmolzen sie, in einen seligen Traum versunken, zusammen. „Jetzt will ich gern sterben!" sagte Seybold. „Und auch ich!" erwiederte Pauline. „Ich folge Dir morgen. Bald sind wir wieder vereint! Aber wo sollen wir uns treffen?" „Komm' morgen Abend an jene Stelle des Neckar- ufers," versetzte Seybold — „Du weißt ja, dort wo wir so sciig weilten — dort sollst Du mich morgen finden! Willst Du?" „Ja ich komme!" versetzte Pauline. Der Gefängnißwärter mahnte zum Aufbruch. Noch ein Lebewohl — noch einen Kuß — und die Liebenden waren geschieden. 6. Am folgenden Tage wogte schon in aller Frühe weit und breit aus der ganzen Umgegend eine unzählige Menschenmenge nach Eßlingens Thoren. Früh um 9 Uhr tönte das unheimliche Armensünderglöckchen, und nachdem der Stab über Seybold gebrochen war, setzte stch der unermeßliche Zug des Volkes nach der Richtstätte hinaus in Bewegung. Seybold zeigte sich stark und gefaßt. Mit frommer Rührung nahm er die Zusprache der Geistlichen an. Als er das Schaffott bestiegen, bat er um die Erlaubnis, einige Worte zu der versammelten Menge sprechen zu dürfen. Man gewährte ihm dieß. „Ich erkenne inich als schuldig," hob -er an; „doch kann ich mich nicht zu den gemeinen Verbrechern zählen und hoffe vor meinem Gott und Herrn Verzeihung zu finden. Hätten mich die Eltern nicht gewaltsam von der Geliebten getrennt, so wäre meine in halber Bewußtlosigkeit geschehene That gar nicht vorgefallen. Liebende zu scheiden führt oft zu großem Unglück! Bedenkt das, ihr Väter und Mütter, und laßt euch das Wohl eurer Kinder am Herzen liegen! „Jetzt befehle ich dem Höchsten meine Seele! Kommt Meister Scharfrichter!" Nachdem man Seybold die Augen verbunden, erhob Meister Urban das Schwert. Nach einem Zuge fiel der Kopf vom Rumpfe, und das Schauspiel hatte ein Ende. Wie die „Rose von Eßlingen" diesen Tag verlebte, kann sich-Jeder leicht denken. Von „verleben" war gar keine Rede; sie war eigentlich schon tobt. Zum Stadtgespräch geworden — die Zielscheibe aller bösen Zungen, wankte sic nur wie im Traume umher, unv raffte alle ihre Kraft zusammen, um sich von dem, was in ihrem Innern vorging, nichts merken zu lassen. Der S ch w a n e n war von Gästen überfüllt. Sie besorgte noch alle ihre Geschäfte in Haus und Küche den ganzen Tag über mechanisch mit gewohnter Pünktlichkeit. Abends war in allen Gasthäusery und Wirthschaf- ten die Rede von der „Rose von Eßlingen". Seybold wurde allgemein bedauert und-mit Pauline» fühlten selbst ihre abgewiesenen Liebhaber Mitleid. 370 Es mochte bereits nahe an Mitternacht fepn, als ein in einen Mantel gehülltes Mädchen die Straßen Eßlingens durchschritt und sich hinaus nach dein Neckarufer wandte. Es war eine -herrliche Mondnackt. Als sie die letzten Häuser im Rücken hatte, und keine Seele um sich sah, begann sie die Hände zu ringen und laut zu seufzen und zu weinen. Darauf ging sie noch ein wenig weiter, bis sie eine Stelle erreicht hatte, die einen mächtigen Eindruck auf sie zu machen schien. Dort warf sie sich nieder auf ihre Kniee und betete. Hell schien , vom Himmel der Mond. Es war eine - xlare, stille Nacht. .Ruhig glitten die ewig eilenden Wellen des Flusses fort. Das Mädchen dachte an einen süßen Traum aus früheren Zeiten. Da klang auf einmal ein Lied über die Wogen herüber, so innig, so sehnsüchtig, so lockend, daß sie, ganz Ohr, näher an das User trat und lauschte. Und siehe da, plötzlich fchimmerte im Mondschein <1118 dem Flusse ein weißer Arm. „Bist Du da, Carl,," rief das Mädchen, von süßem Wahnsinn erfaßt. „Ja, ich halte Wort!" rief eine hohe, edle Gestalt, die plötzlich vor dem Mädchen stand. , „Fürchtest Du Dich vor mir V‘ „O nein, mein Carl, ich fürchte mich nicht vor Dir! Ich sehne mich sa, mit Dir vereint zu werden! Es schaudert mich freilich ein wenig! Die Nacht ist so kühl!" „Seh nur getrost!" liebe Pauline, „ich bm zwar eiskalt und komme in der Gestalt der Geister; aber Gott hat mir vergeben. Mir ist jetzt wohl. Nur Du fehlst mir in der andern Weit!" „Und Du fehlst mir in dieser!" sagte Pauline. „Horch! das sind die Mclodieen des Jenseits!" rief 'Sehbold's Geist, als die Wogen des Flusses stärker rauschten. „Höre, wie sie locken! Komm und folge mir!" „O weile nur noch einen Augenblick!" sagte Pauline.''„Laß dich umfassen, Du theures Schattenbild!" Sie streckte ihre Arme nach ihm aus, aber seine Gestalt zerfloß in die Lüfte. Da ergriff sie ein namenloses Weh, sie wußte sich nicht mehr zu rathen und zu helfen, alle ihre Gedanken verwirrten sich in einander — die Nire hob aus den Wellen wieder lockend den Arm empor — das rufende Lied erklang wie von dem geheimnißvolUn Ufer des Jenseits stärker und stärker — der Wahnsinn packte sie am Arme — sie hielt das grause Phantom für ihren Carl — und bewußtlos fühlte sie sich von dem abschüssigen Ufer hinabgeriffen in die feuchte Tiefe. Das Echo. Ein Oberförster voll von lust'gen Streichen (Es müffen's glaub ich alle Grünröck fepn) Verzehrte in dem Schatten stolzer Eichen Sein Mittagsbrod und machte Jagdlatein, Das heißt auf deutsch, er machte Wind. Zwei fremde Herrn, die neben jenem saßen, Und auch nicht übel becherten und aßen, Vergassen, wie die fremden Herren sind. Vorlauter Staunen Braten, Brod und Wein; Bei diesem Wind fürwahr könnt' es nicht anders fepn. Der Mann erzählte nehmlich, gar nicht weit Von jenem Platz, wo eben stolz und breit. Die Grünröck' saßen, sep ein Wiederhall, Der ganze Sätze oft verdoppelt schallte „Ei nun, so sprach ein Herr, ist's in dem Walde, So laßt uns hören jenen Wunverhall!" Da wird's dem Forstmann doch zu kraus und bunt, Er krazt sich fast den armen Schädel wund; Doch was half das? es macht nicht ungelogen, Wie er mit tölpler List die Herrn einmal betrogen. Doch faßt er sich ein Herz, schickt einen Jägersmann Hinweg und spricht: „Sell dei grüß Dann Do stellst du deich derhinnig, und wann eich was sahn, Dann sahst de grod, wei eich gesaht!" „Schunt gout!" spricht Bruder Hanns, geht seinen Pfad. Da kommen denn die Drei zur großen Tann', In der das Echo wohnt; da fing der Jäger an Zu fragen: „No, Hannes, sepd er dm?" Das Echo spricht: „E halbe Stunn schunt, jo!" „Das Echo un die Krenk!" ruft laut der Jäger aus: „No flucht mer nor nit su, eich kumm jo schunt eraus" Erwiedert's Echo drauf, und aus dem Busch heraus Tritt keck Miß Echo angethan mit einem JägerflauS. Glückliche Zeiten. O glückliche Zeiten! Die Heiligen beten für unS, Die Mönche trinken für unS, Die Reichen essen für uns, — O glückliche Zeiten! Mr brauchen nur für ans zu arb eiten! Auflösung der Charade in Nr. 49. Brautwerber. Zur gefälligen Beachtung. Geeignete Beiträge zur Ausfüllung der in diesem Blatte, der Unterhaltung und Besprechung interes, sanier, gemeinnütziger Gegenstände, gewidmeten Spalten, werden von der Redaction stets dankbar ausgenommen. Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.