Anzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen. 'S 102. Mittwoch den 22. December 1847. Amtlicher T h e i l. 3u Nr. K. G. 14280. Gießen den 17. December 1847. Betreffend: Die Auswanderungen nach Amerika. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen a n sänimtliche Gr. Bürgermeister dieses Kreises. Ich beauftrage Sie die Angehörigen Ihrer Gemeinden, welche auszuwandern beabsichtigen, auf den ihnen mitzutheilenden Inhalt der nachstehenden höchsten Verfügung aufmerksam zu machen. Prinz. Zu Nr. D. 22,482. Darmstadt am 3. December 1847. v. Lehmann. Bekanntmachung. Die Errichtung eines Kälbermarkts zu Gießen betreffend. o,ir Erleichterung des Ankaufs von Kälbern für die Consumtion dieser Fleischgattung wird- auf Antrag der,hiesigen Mchgerzunft, vom Anfänge des künftigen Jahres an wöchentlich zweimal, Diensiags und Betreffend: Wie oben. Das Großherzoglich Hessische , Ministerium des Innern und der Justiz an die Grvßherzoglichen Provinzial-Commiffariate dahier und zu Gießen und sämmtliche Großherzogliche Kreisräthe. Obgleich die Agenten zur Vermittelung des Transports von Auswanderern durch die bestehenden Vorschriften bereits unter die Aufsicht der Staatsbehörden gestellt sind, so halten wir cs dochfür zweckmäßig, daß in Mainz, wo die meisten Contracte wegen der Uebcrfahrt der Auswanderer abgeschlossen werden und wo der größte Theil der Auswanderer sich einschifft, noch für eine speziellere Eontrole gegen die zur Vermittelung des Transports von Auswanderern aus dem Großherzogthum concessionlrten Agenten gesorgt werde. Wck haben zu diesem Behuse in der Person des Grvßherzoglichen Hafencommlssars tfrtetto ridi 'n Mainz einen Beamten bestellt, bei welchem die Auswanderer aus dem Großherzogthiim dw von ihnen ^mit den Agenten abgeschlossenen Contracte und deren Uebereinstimmung mit den bestehenden Vorschriften prüfen und, falls bei deren Inhalt nichts zu erinnern ist, visiren lassen können, und an we chen«die^ Angehörigen des Großherzogthums überhaupt, wenn sic eines Rathes in Auswanderungs^Angelegenhuiten bedürfen, sich wenden können:e. 1 2 du T h i 1. 796 Freitags, ein Kälbermarkt dahier stattfinden, welcher bis auf Weiteres vor dem Neustädterthore, an dem sogenannten Promenadchause, abgchaltcn werden wird, woselbst auch gegen eine billige Einstellgebühr das Unterbringen des Viehes bewirkt werden kann. Neben den Kälbern darf auch anderes Schlachtvieh auf den Markt zum Verkauf gebracht werden. Der Markt beginnt Morgens, im Sommer um 6, im Winter um 8 Uhr, unv endigt Mittags um 12 Uhr. Der Haufirhandel mit Vieh bleibt in Gemäßheit der Allerhöchsten Verordnung vom 6. November 1846 nach wie vor verboten. Zuwiderhandlungen werden nunmehr ohne alle Riickstcht zur Anzeige gebracht unv deren Bestrafung veranlaßt werden. Gießen den 16. Deccmber 1847. Der Großh. Hess. Kreisrath des Kreises Gießen Prinz. Zu Nr. K. G. 14291. Gießen am 16. December 1847 Betreffend: die Errichtung eines Kälbcrmarkts zu Gießen. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Krelses Gießen a n sämmtliche Gr. Bürgermeister dieses Kreises (mit Ausnahme des Gr. Bürgermeisters dahier.) Sie werden angewiesen, die obige Bekanntmachung alsbald in Ihren Gemeinden durch die Schelle ver- öffentlichen zu lassen und daß dieses geschehen, in den Publikations-Büchern einzutragen. Prinz. Bekanntmachung. Das Verbot des Schießens in der Neujahrenacht, welches nach Allerhöchster Verordnung bei einer Strafe von 10 Reichsthalern untersagt ist, wird hierdurch in Erinnerung gebracht. Einer gleichen Strafe unterliegt das Legen und Losbrennen von Kanonenschlägen und anderem Feuerwerk innerhalb der Stadt und deren Umgebung. Sodann wird, unter Bezugnahme auf die unterm 30. Januar 1843 — Anzeigeblatt Nr. 6 de 1843 — erlassene Bekanntmachung, das Verbot des Singens und Schreiens auf der Straße ebenfalls eingeschärft, und dabei chcmerkt, daß alle Kinder und Lehrlinge von 6 Uhr gedachten Abends an, bei einer Strafe von 1—5 fl., wofür die Eltern, Vormünder rc. haftbar sind, von der Straße sich entfernt zu halten haben. Gegen Unvermögende tritt Verwandlung der Geldstrafe in Gefängniß ein. Gießen am 17. December 1847. Der Großh. Hess. Kreisrath des Kreises Gießen Prinz. Besondere Bekanntmachungen. Die Unterzeichneten schlagen ihren verehrten Mitbürgern abermals vor, auch hier, nach dem Beispiel anderer Städte, die Neujahrs Gratu- lations-Visiten in der Weise abzuschaffen, daß man, gegen Entrichtung von 24 kr., zum Besten der hiesigen Kleinkinderschule, von der Verbindlichkeit, dergleichen Visiten abzustatten, befreit werde. Indem daher die Unterzeichneten sich sämmtlich bereit erklären, den genannten Betrag von den Beitretenden in Empfang zu nehmen, bemer- 797 M sie zugleich, daß die Namen der Letzteren noch vor Neujahr in diesem Blatt bekannt gemacht werden sollen. Gießen den 15. December 1847. Z-i . Engel, Kirchenrach. Prinz, Provinzial - Commiffär. Ur. Geist, Epmnastal-Director. Weber, Hofgepichtorath. Di*. Knobel, Professor. Znlehner, Polizeirath. 2253) Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Sparkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt und zwar: Vormittags von '8 bis 12 Uhr, 1) Mittwoch den 23. December, 2) Dienstag „ 28. „ 3) Mittwoch „ 29. „ Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlung an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. . Diejenigen, welche ihre Zinsen dem Kapital zugeschrieben haben und nicht persönlich sich einfinden wollen werden ersucht, ihre Schuldscheine vorzeigen zu lassen, damit in diese der nölhige Eintrag gemacht werden kann. , Die Zinsen werden nach dem Kalenderjahr berechnet und sind deßwegen auch dann zu empfangen, wenn das Kapital im laufenden Jahr erst eingelegt wurde und volle Jahreszinsen noch nicht verfallen 2345) Die Beitreibung der Ausstände der Spar- und Leihkasse im Administrativwege betr. Die hiesigen Schuldner der Spar - und Lcihkasse werden hiermit benachrichtiget, daß die Beitreibung der Ausstände dieser Kasse von jetzt an im Ver- waliungswege nach den Bestimmungen der Verordnung über Beitreibung der Gemeindeeinknnfte stait- finden wird, und daß von denjenigen Schuldnern der erwähnten Kasse, welche ihre Weigerung binnen 8 Tagen nicht dahier anzeigen, angenommen wird, daß sie sich dem neuen Beitreibungsverfahren unterworfen haben. Gießen den 13. December 1817. Der Bürgermeister Gg. Reiber. Versteigerungen. Zugleich muß ich die hiesigen Einwohner darauf aufmerksam machen, daß sie sich nicht Mittwochs, sondern nur Dienstags und Samstags enr- ssnden wollen, weil Mittwochs der Andrang von auswärtigen Zinsenempfäiigern zu groß wird und diese vorzugsweise besördert, die Gießener Einwohner aber unbedingt zurückgewiesen werden müssen. Die Dienstherrschaften werden ersucht, ihr Gesinde hiernach verständigen zu wollen. Gießen den 1. December 1817. Der Rechner der Spar- und Leihkaffe Kehr. 2368) Zur Anfertigung der Hundesteuer-Liste pro 1848 wird das Ab- und Zuschreiben der Hunde innerhalb 8 Tagen für diejenigen in Erinnerung gebracht, welche entweder solche in der Liste auszustreichen oder neu in Zugang zu bringen haben. Gießen den 20. December 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 2360) Main - Wes cr - Eisenbahn. Chaussirstcin - Lieferung. Die Lieferung von 8 Eubikklafterir Chaussirstei- nen an den Viaduct über den Viehwegtrieb in der Gemarkung Nieberweisel, wird Donnerstag den 23. d. M., Vormittags 10 Uhr, im Gasthause zum Stern dahier öffentlich versteigert. Butzbach den 16. December 1847. Der Großh. Hessische Sectröns - Ingenieur der Section Butzbach. M e y e r. 2349) Donnerstag den 23. d. M, Morgens 9 Uhr, sollen im hiesigen Gemeindewald 1) 67 Stecken Buchen - und Eichen-Scheit-, 2)35 „ „ n u Prügel- und 3) 38 „ . „ " Stockholz, 4) 1850 buchene und eichene Wellen, sowte 798 5) 23 Stämme Eichen-Bauholz, bis zu 45 Fuß Länge und 34 Zoll Durchmesser, 1708 Cu- biksuß enthaltend, öffentlich meistbietend versteigert werden. Beuern den 15. December 1847. Der Bürgermeister Otto Feilgeboteu. 2364) Cacao-Masse, Gewürz-Choco- lade, Thee in verschiedenen Sorten, Punschessenz von Seiner in Düsseldorf, deßglcichen billigere Sorten französischen Cognac, Rum de Jamaika, Ärrac de Batavia, empfiehlt I. G. Appel, auf der Mänsburg. 2331) Citronen, Chocolade, Tafel- und Mostsenf, Senf in Töpfen, getrocknetes Obst, bolländische Häringe, Sardellen, rothen und weißen Wein, Arrac, Rum, Cognac u. f. w. bei Höstereich auf der Mäusburg. 2365) Eine Sendung glattes und gefüttertes Möbel-Wachstuch in vollständigster Auswahl, empfehleu billigst G e b r ü d e r H e ß, Kreuz Lit. C. Nr. 190. 2370) Parfum royal aus den kostbarsten Aromen des Orients von Simon & Coinp. in Paris. Nur wenige Tropfen auf heißes Metall verdampft, verbreitet einen schönen dauernden Parfüm. Dasselbe empfiehlt in Flaoon ä 3 Sgr. Bajonner Fieckwßsser, die Flasche 7% Sgr., mittelst welchem man jeden Stoff von Schmutz und Fettflecken aller Art augenblicklich reinigen kann, ohne dessen Farbe und Haltbarkeit im geringsten zu schaden, empfiehlt Carl Frech. 2332) Mehrere Wohnhäuser im Chausseezuge, sind in hiesiger Stadl zu verkaufen, oder mit oder ohne daö darin betrieben werdende Geschäft zu vermiethen. Das Nähere bei Ausgeber d. Bltts. Heilt derselbe die nachstehenden Zeitschriften mit: 1) Abendzeitung. 2) Anzeiger, Allgemeiner, der Deutschen. 3) Ausland. 4) Blätter, Fliegende. 5) Blätter für literarische Unterhaltung. 6) Blätter aus der Gegenwart. 7) Charivari von Oettinger. 8) Dorfzeitung. 9) Erheiterungen. , 10) Europa. 11) Grenzboten von Kuranda. 12) Humorist vou Saphir. 13) Komet. 14) Leuchtthurm. 15) Literaturzeitung, Allgemeine Hallischc. 16) Minerva von Bran. 17) Miszellen von Bran. 18) Modenzeitung, Allgemeine Leipziger. 29) Monatheste, Düsseldorfer. 20) Morgenblatt nebst Kunst- und Litera- turblatt. (Außerdem eine Anzahl Taschenbücher für das Jahr 1848.) Das Abonnement beträgt per Jahr 8 st. und wird vierteljährlich mit 2 st. voraus bezahlt. G. F. «Heyer, Sohn. , Literarische Anzeigen. 2371) Beim Schlüsse des Jahres erlaubt sich der Unterzeichnete auf seinen Journallesezirkel hinzuweisen und denselben geneigter Theilnahme zu empfehlen. Für das Jahr 1848 2358) Passendes Weihnachtsgeschenk. Soeben ist bei G. G. Lange in Darmstadt erschienen und in der Ferber'schen Umversitäts- buchhandlung (E. Roch) in Gießen zu haben: Supp, Gemüf und Fleisch. Ein Kochbuch für b ü r g e r l i ch e H a u s h a l t u n g e n, oder leicht verständliche Anweisung, alle Arten von Speisen und Backwerk billig und gut zuzubereiten. — 799 Büchsenmacher. 2367) welche sich pfiehlt sich Vermischte Nachrichten. 235?) Viehafsccuranz der Stadt Gießen. Die sämmtlichcn Mitglieder derselben werden hierdurch emgeladen, sich Dienstag den 28. December d. 3-» Abends 6 Uhr, in der Wohnung des Herrn Gemeinderaths Lud- wlg. Herbert cinzufindcn, woselbst nach den Statuten die Wahl des Vorstandes pro 1848 vollzogen und zugleich die Rechnung von 1847 vorgelegt wird. Gießen den 19. December 1847. B- Vogt. 2369) Es ist höchst wünschens- wertb, daß sich die Mitglieder des hiesigen Clubs, welche das bekannte Desiderium unterzeichnet haben, zu der auf Mittwoch den 22. d. M-, Abends 6 Uhr, verlegten Abstimmung, möglichst zahlreich einfinden, damit der fragliche Gegenstand für immer beseitigt wird. t z , Zur gefälligen Beachtung! 2366) Um mehreren "Anfragen zu begegnen, machen wir unsere geehrten Kunden besonders darauf aufmerksam, daß nächsten Freitag den 24. d. M., unser Laden und Geschäft, von Nachmittags 4 Uhr dis Samstag Abend, (wie gewöhnlich und ohne Ausnahme) völlig geschlossen ist. Indem wir unsre respect. Abnehmer bitten, sich solches gütigst zu merken, laden wir dieselben zu zeitlichem Besuche bei uns ein. Gebrüder Heß. 2356) Am dritten Weihnachtsfeiertage findet im^Saale dcö Gasthauses zum Prinz Carl Entree-Ball Statt. Die Billele, a 18 fr., werden an Jav- lungsstatt wieder angenommen. 2363) Mehrere Sorten gute Aepfel, die Meste zu 14 und der Korb zu 28 fr., sind zu haben in der Gartenwohnung des Dr. H. Köhler. Mit einfachen Flintchen für Knaben, zu Weihnachtsgeschenken eignen, em- W i lh Stein, Nebst einem Anhang vom Einmachen der Früchte. Fünfte, abermals sehr vermehrte und verbesserte Auflage, mit einem Stahlstich, geh. 54 fr. Indem ich mir hiermit erlaube, die neue Auflage dieses allgemein anerkannten vortrefflichen Kochbuchs zur gütigen Einsicht und geneigtesten Prüfung vorzulegen, glaube ich mit Recht die Hoffnung aus- sprechcn zu dürfen, daß es allen, an ein gutes Kochbuch nur irgend zu stellenden Anforderungen, aus's Beste genügen wird, und sehe daher einer recht beifälligen Aufnahme um fo mehr entgegen, da cs sachkundige Damen für das billigste und brauchbarste Kochbuch erklärten, welches je um einen solchen Preis er schien en ist. 2359) In der %erBet’|d)en Universitätsbuchhandlung sind zu habcn: Reiss - und Kriegssptele: Abenteuer nach Berlin 27 fr<, nach London 24 fr., Wien 27 fr., Petersburg 24 fr , die Schweiz, mit 60 Schweizergegenden, 40 fr., die deutschen Freiheitskriege, mit 62 Abbildungen der Schlachten, 27 fr.; ferner: ■ „ . Die Blumensprache, ein neues Pfänderspiel, 40 fr.; große elegante Tabelle der ganzen Blumensprache, 9 fr. Zu vermiethen. 2362) In der Neustadt Lit. D. 99. ist eine Familienwohnung zu vermiethen. 2361) Mein Hinterhaus in der Wolkengasse ist zu vermiethen und den 15. Januar k. I. zu beziehen. H- R o t h a u g e. Frischbacken. Am t. Weihnachtsfeiertage Heinrich Noll im Stern Heinrich Noll in der Neustadt Jacob Vogt m der Wallthorstiaße. Johanne- Jugdard, auf d'm Skttersweg Am 2 Weihnachtsfeiertage. Christian dover rn der Neustadt. Mons Wallenfels Wütwe rn der WaUthor- straße. Balthasar Wallenfels an der Wettergaffe 8ran$ LampuS in der Löwengaffe; sowie anbeldenTage ständig das Frischbacken habenden Bäckermeister. Carl Steinberger in der Löwengasse und Heinrich Kämmerer am Marktplatz. 800 Kirchliche Anzeigen Evangelische G c m e i n 6 e. Gottesdienst Am l. Weihnachtsfeiertage. Morgens: Superintendent toimon. Nachmittags: Pfarrer Bonhard. Am 2. Weihnachtsfeiertage. Morgens: Str» chenrath Dr Engel. Nachmittags: Freiprediger Lips. Beerdigte. Den 18 December Ein dem Bürger und Schuhmachcrmeister, Karl Nagel, am 18. December todtgebvrner, ehelicher Sohn. Den ! 9. December. Philipp Dauernheim, des Bürgers, Christian Dauernbeim, ehelicher Sohn, alt 16 Z. 11 M. 8 T , gestorben den 16 December Die Pfarrgeschäfle in der nächsten Woche besorgt Kirchcnrath Dr. Engel- Geld Cours vom 20, December. Gold- und Silber-Sorten. Neue Louisd'or..... Friedrichs'dor..... Ducaten ..... 20 Frank-Stücke . . . Holl. 10 st. Stücke . . . Engl. Souverains . . . Laubtbaler...... Preußische Thaler . . . Fünf-Frankcn-Thaler . Hochhaltiges Silber Gering-mittelhaltiges Silber fr u 6 » 47 5 :>7 9 32 10 — 12 3 2 43] 1 4li z 20 21 24 24 20 Angekommene und allererste Fremden In den Gasthäusern. Im Einhorn; Hrn Kff. Hoffmann v Offenbach, Berg, fitter v. Ahrweilen, Schoter v. Mainz u. tzofreiter v. Regensburg. Hr. Saratinof m. Bedien , Concertmeist v. St. Petersburg. Hr. Lohrbacher m Bedien., Offiz, v. Coblenz. Hr. Boissoneau m. Fam u. Bedien., Profess v. Paris. Hr. v Struensee, Regier.-N. v. Coblenz. Hrn Offiz v Artzen, Pettiry u. Folgersberg, v. Wetzlar. Hr. Weyel, Kfm v. Cvln. Hr. v. Heyden m. Bedien., Geh. R. v. München. Hr. v. Kramer, Maj v. Wetzlar. Hr. Freiherr v. Heyde- wolf, Oberger.-Direct. v. Marburg. Hr. Berghaus, Kfm v. Halvers Hr. Klingelboff, Verwalt v. Fritzlar. Fr Keller v. Marburg. Hr Scivel, Fabrik, a. Schlesien. Hr Ploch, Schulvic. v. Betzenrod. Hr. Keutel, Gutsbes v. Baderle. Hr. Kleiner, Mechan. v. Wctzlar. Hr. Herrmann, Jäg v. Siegen. im Pappen Hrn. Kff. Trapp v. Wesel, Ampach v. Frankfurt u. Weiß v. Zweibrücken. Hr. Böhm m. Fam., Baumeist. v. Wctzlar. Hrn Kfl Haurand v. Vlotho u. Jacobs v. Crefeld Hr. Eickemcyer, Ingen, v Vilbel. Hr. Schenck m. Bedien., Hüttenbes. v. Biedenkopf. Hr. Koch, Landricht. v. Vöhl Hr. Hänsel, Fabrik, v Braunschweig. Hr. Marguth, Znstr.-Mach v. Bußbach. Hrn. Kfi. Goar v. Frankfurt, Meyer v. Cassel, Forbach v. Offenbach, Sang» Heinrich v. Schlitz, Fischer v. Magdeburg u. Konmann v. Altenau. Hrn Fabrik Eggema v Cassel u. Matthäi v. -Stuttgart. Hrn Kfl. Wilms v. Wetzlar, Rindskopf v. Frankfurt, Wiedemeyer v. Hannover u. Rosenberg o. Hanau. Hr. Freiherr v. Schenck, Privatm. v. Schweinsberg. Hrn. Kfl. Bohn v Mainz, Girsvausen v. Sötn,_ Franck u Rockstroh ».Frankfurt Hr. Butz, Steuercommiff. v. Schotten Hrn. Oecon Braun v. Entenfang u Kromm v. Steinrod Hrn. Kfl. Stahlschmidt v. Siegen, Schmitt v. Hanau u. Lehmann v. Cöin. Im Prinz Carl: Hr Köhler, Fuhrm. v. Lauterbach. Hr Kaiser, Oecon., Hrn. Soldat Krämer u. Becker v. Michelbach. Hr. Schneidmüller, Fabrik, v. Betzenrods Hrn. Oecon Horst v. Bavenhausen, Spengerling u. Keitel v. Storndorf. Hr. Borger, Spedit. v. Offenbach Hr. Dieterich, Dr med v. Bonn Hr. Schwefel, Geschäftsm. v. Wetzlar Hr. Klein, Oecon. v. Zelle Hr. Hardt Fabrik, v. Weiher. Hr. Gescheidt, Schrein, v. Butzbach Hr Klein, Kfm. v. Kreuznach. Hr Habicht, Posth. v Engelrob. Hrn. Gcschäftsl Bär v Babenhausen u Weißgerber v. Maar. Hr, Rapp, Spedit. v. Hatzfeld. Hr. Sellheim, Kfm. u. Hr. Walther, Ingen v. Höchst. Hr Lange, Privatm. v. Nidda. vow 17. dis 20. December 1847. Im Darmslaedter Haus: Hk. DiehlMaUN, Geschäftsm. v. Bicken Hr. Berger, Handelsm. v Freiensecn. Hr. Schwe- mer, Künstl. v. Würzburg. Hr. Wa z, Metzg v. Hungen. Hrn. Geschäflsl. Barth, Rühl u. Gerluch v. L-ichettshausen. Fr. Hallenberqer v. Allendorf. Hr. Kliugelfuß, Sold. v. Nauheim Hrn. Geschäfts!. Müller v. Endbach u. Gilz v. Holzhausen. Hrn. Gymn. Ruppert v. Frohnbausen u. Muth v. Dammshaufen. Hr. Kuhl, Fuhrm. v Homberg. Hrn. G.schäftsl. Stüger v. Wenings. Ammann v. Frömmersbach u. Schiff v. Kaicheu. Hr. Wolf, Handelsm. v. Braunfels. Hr. Littmar, Geschäftsm. v. Steinsurt. Im Stern: Hrn. Zimmerl. Müller u. Klein v. Offenbach Hr Engelbach, Bote v Biedenkopf. Hr. Sommerlav, Privatm. v Biedenkopf. Hr. Hallenberg, Fuhrm. v. Sachsenberg Hr Löwenstein, Handelsm. v. Battenberg. Hr, Volz, Fuhrm. v. Braunschweig. In der Sonne: Hr. Wagner, Handelsm. v Beuern. Hr. Semmler, Geschäftsm. v Niedergemünden. Hr. Gold- manu, Handelsm. v. Ershausen. Jungfer Engel v Königsberg. Hr Hoffmann, Geschäftsm. v. Berstadt. Fr. Semmler v. Niedergemünden. In der Rose: Hp Flaus,^ Geschäftsm. v. Reinerod. Hr Seipp, Fubrm. v Grünberg Hr. Dietz, Schmied v. Lich. Hr Helfend.in, Geschäftsm. v. Offenbach.^ Hr Feldmann, Glaser v Grünberg. Hr. Hohmeyer, Schuhm. v. Schlitz. Hr. Wismar, Fuhrm. v Okarben. Hrn. Geschäftsl. Achenbach v. Holzbausen u. Dern v. Leihgestern. Hr. Junker, Maur v Winnenrov. Hr Klingelhöfer, Geschäftsm. v Bottenborn. Hr. Schäfer, Drechsl. v. Langsdorf. Hr. Weller, Oecon. v. Wölfersheim. In den Privathäusern. Bei Hrn. Ph. Vogel: Hr. Schlörb, Metzg. v. Schotten. - Bei Hrn. Seiler Hilgardt: Hr. Metzger, Bürgermcist. v. Nonnenrod — Bei Hrn. Schncidcrmeist. Eiff: Hr. Eiff, Schneid, v. Collmar. - Bei Hrn. Lehr. Müller: Hr. För- ster, Privatm. v. Gladenbach. — Bei Hrn. Geh. Just.-R. v. Helmolt: Hr. v. Helmolt, Postpract v Alzei. — Bei Hrn. Bauaufseh. Mirka: Fr. Mirka v. Queckborn. — Bei Hin. Oecon. Hofmann: Hr. Hofmann, Gymn. v. Mainz. — Bei Hrn. Martin Müller: Hr Deibel, Gewerdschül. v. Darm- stadt. — Bei Hrn. Fuhrm. Rinn: Fr. Becker v. Allendorf a. d. Lumda. Unterhaltendes und Gemeinnütziges. Gabriele oder das Mädchen von Nom. Novelle aus der Zeil Gustav Adolphes von Schweden (Fortsetzung.) O mein Valentin, Du weißt, daß dieses Krieges unselige Stürme mich hauptsächlich bestimmt haben, Dir in friedlichen Weiten die Ruhe Deines Gemüthes zu' bewahren, Du magst daher in dem Rath, Dich selbst in diese Stürme zu werfen, den Schmerz des Vaterherzens lesen. Doch nicht unmännlich will ich gleich einem Verlorenen Dich beklagen, Du wirst, Du mußt den Frieden Deiner Seele, wenn Du ihn verloren, sey's auf Gefahr Deines Lebens, wiederfinden. Die Sonne geht auf, die Röthe der Jugend schmückt ihr liebendes Antlitz und alle Welt breitet sich glücklich der Holden entgegen; aber beschwerlich wird ihr Lauf unv heiße Gluth sprüht ihr vom mühevollen Erglimmen der Bahn glühendes Angesicht auf die Fluren nieder und dunkle Wolken umlagern ihre himmlischen Züge; da kommt ihr Abend und in seligem Lächeln, wie sie neugehoren über die Hügel schaute, entschwebt sic den Gefilden. So wirst auch Du die Wonne Deiner Jugend wiederfinden! — Valentin wandte sich ab, dem leichtfertigen Freund seine Thränen zu verbergen, aber tiefbewegt drückte ihn dieser an sich und sprach: „D welch' herrliche Menschen fepd Ihr Beide! Mein Valentin, seh mein Bruder, theile Deines Vaters Liebe mit mir, laß mich Euch niemals, niemals verlassen!" — „Niemals, niemals!" rief Valentin, „o es that wahrlich Noth, daß ich Dich sand, wo würde mir sonst Rettung von solchen Stürmen?" — „Du sollst mich erwärmen," erwiederte Clärens, „ich aber will Dich im heitern Strom des Lebens Deine Gluthen kühlen lehren." — „Ja, Vater," sprach Valentin, „Du hast mich tiefer durchschaut, denn ich selbst; nein, setzt will und kann ich nicht malen! Denk' ich an fu, so lodert wilder Muth in mir auf, denn auf des Ruhmes und der Ehre Höhe muß ich stehen, um sie zu erringen. In Gewütet der Schlachten will ich mich bewähren und mit Gewalt sie dem schnöden Vater entreißen. Nur was ich selbst aus mir mache, gibt mir ja Werth!" — „Valentin, Valentin ," sprach Clärens, „ja, es that Noth, daß Du mich fandest. Komm, schnüre schnell Dein Bündel, hier in Mailand ist Dein Weilen nicht. Sieh! wie die Wolken fröhlich nach Süden eilen, laß uns mit ihnen ziehen, nach der herrlichen Nvnia; dort unter die Trümmer vergangener Weltherrschaft wirst Du Deine Schmerzen begraben!" so rief er und zog den Betäubten mit sich fort. Clärens hatte nicht ganz unrichtig geschlossen. In der erhabenen Welt, die in Nom unsere Freunde umgab, unter den ehrwürdigen Ruinen der Vergangenheit, die 'wehmülhig unv groß auf die der Gegenwart Herrlichkeit verkündigenden Kirchen unv Paläste nicder- schauten, fand sich bald Valemin's Seele wieder, und mit gewissenhaftem Eifer verfolgte er seine Studien. Nur Nachts, wenn der heitere Freund ihn verlassen hatte, und in fröhlichem Gewimmel das Volk sich in der Kühle erging, zog es ihn hinaus auf verschwiegene Höhen, und sebnsüchti; dachte er da seiner Hoffnung und Liebe. Einst riefen ihn di- lebhaften Bilder seiner Phantasie, sein von Erinnerungen unv Hoffnungen erfülltes Herz frühzeitiger als gewöhnlich aus 1 einer Weikstätke. Eririschenve Lüfte wehten und im Abenvgolv schimmerte die Siebenhügelstadt. Eilend ging er seinem Lieblingsaufenthalt, der hochgelegenen Villa M-vi-is zu; da lag ringsum unter ihm die majestätische Roma, umschlossen von dem in blauen Fernen sich breitenden paradiesischen Land und der Tiber goldene Wogen wälzten sich jugendlich stolz an den alten Ufern her- niever. Die Sonne war hinunter, Dunkel bedeckte die Weilen und noch stand Valentin in heiliger Wonne verloren. Endlich wurde es still in seinem Innern, mit befriedigtem Herzen wandelte er durch Vie dunklen Lorbeergänge der Villa, deren Schweigen nur vom Flüstern der Nachlluft und dem Ruf der Nachtigallen unterbrochen wurde. Der Vollmond erhob sich über den Bäumen und er sah am Ende dzr langen Allee, in der er wandelte, in silbernen Wogen sich einen Wasserfall aus einer Fclsengrotte niederwerfen. Geheim, nißvolle Gestalten, fehlen es ihm, reg en sich um die Fluth und mit Neugier und (eifern Grauen schritt er > der Stelle entgegen. Da sah er auf dem Rasenboden einen Greis hüigestreckt, sein kahles Haupt an die d’eU senwand gelehnt. Ein silberweiser Bart wallte bis auf den Gürtel seines faltigen Gewandes, zu seiner Rechten lag eine Harfe und ein engelschöner Knabe hing in stummer Verzweiflung an seinem Halle, seine Lippen auf die des Alten pressend. Mit brechendem Blick richtete sich dieser, als er Valentin gewahrte, empor, der sich über ihn niederbeugte unv ihm das müde Haupt unterstützte. Schaudernd gewahrte dieser, daß er einen Sterbenden in Den Armen hielt; er wollte sich lvsmachen, indem er mit bebender Stimme dem Alten sagte, daß er nach Hülse eilen wolle. Der Greis aber schüttelte sauft fein Haupt, blickte Valentin mit bittender Miene und hieraus den Knaben an und athmete am Busen Valentin's sein Leben aus. Mit einem Schrei sank ver Knabe auf der Leiche nieder, welche jener lange in sprachloser Rührung in den Armen hielt. Des Knaben Zustand brachte ihn endlich wieder zur Fassung, er erhob ihn von der Erde, legte 802 die Hand auf sein Haupt und sprach feierlich: „Wer Du auch seyst, Du Geschiedener, ich hake Deine Blicke verstanden und schwöre hier bei Deinen ehrwürdigen Resten, daß ich dem Kinde, so lange ich lebe, ein liebender Vater seyn will." Der Knabe, der sich auf ein Knie niedergelassen hatte, schlug mit dem heiligen Ausdruck der leidenden Unschuld seine großen thränenvvllen Augen zu Valentin auf, liebend beugte sich dieser zu ihm nieder und breitete seine Arme nach ihm aus. Lächelnd erhob sich die schlanke Gestalt und barg ihr glühendes Haupt an des Retters Brust. Valentin streichelte ihm die kastanienbraunen Locken aus der Stirne und drückte einen Kuß auf dieselbe, indem er ihn fragte, ob der Gestorbene sein Vater gewesen? Der Knabe riß sich statt aller Antwort in heftigem Schmerz von Valentin los und weinte bitterlich über der Leiche. Als er sich nach einer Weile wieder ruhig emporrichtete, fragte ihn Valentin zärtlich: „Willst Du mein Sohn seyn, wie Du diesem es warst?" worauf das Kind die linke Hand auf des Greisen Brust te..te und mit krampfhafter Zuckung Valentin's Rechte faßte. „Wie heißt Du?" fragte ihn Valentin. — „Gabriele nannte mich mein Vater. — Und wer seyd Ihr? — Und Du?" lispelte der Knabe, indem er auf seines Vaters Leiche und die Harse deutete — „Ich bin ein Maler aus fernen Landen, doch komm' mit mir in Deine neue väterliche Wohnung!" — Gabriele war nicht zu bewegen , die Leiche zu verlassen und Valentin war ge- nöthigt, ihn so lange dort zu lassen, bis er sie mit herbeigeholter Menschenhülse in seine Wohnung tragen konnte. Er ließ sie in der Stille begraben und forschte nun sorgfältig nach seines Sohnes Heimath und Geschlecht, konnte aber Nichts weiter erfahren, als daß der Alte in Rom ein kleines, einsam gelegenes Haus bewohnt und sich von seiner Harfe ernährt habe. II. Achtzehn Monate lebte Valentin in treuem Streben nach künstlerischer Vollendung in Rom, und schon wurde sein Name in Italien uuv jenseits der Alpen rühmlich genannt. Clärens hielt soivohl sein Freund, als die Alterthümer Roms, für die er eine leidenschaftliche Vorliebe hatte, zurück, und in glücklicher Abgeschiedenheit lebten die Freunde ihre Tage hin, die ihnen durch die holde Gegenwart Gabriele's nicht wenig verschönert wurde. (Fortsetzung folgt.) B e k a n n t m a ch u n g. Das Anzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen erscheint vom Jahre 1848 an vereint mit den Kreisen Grünberg und Hungen, wöchentlich 2mal, am Dienstag und Freitag Abends. Inserate jeder Art, welche längstens bis Montag, Morgens 9 Uhr, an die Erpcdition eingesendet werden, werden in das am Dienstag Abend erscheinende, und diejenigen, welche längstens bis Donnerstag, Morgens 9 Uhr, eingehen, in das am Freitag Abend erscheinende Blatt ausgenommen. Jnseratgebühren werden für gewöhnliche Schrift per Zeile mit 2 Kreuzer, größere oder kleinere Schrift nach Ranmverhältniß berechnet. Die Pränumeration für das ganze Jahr ist für Einheimische 1 st. 30 fr., für Auswärtige incl. des Porto's und Postgebühren 1 st. 42 fr., für das halbe Jahr 51 fr. Da das Abonnement ans dieses Blatt für das laufende. Jahr mit dem 31. d. M. zu Ende geht, so belieben sich diejenigen auswärtigen Abonnenten, welche solches auch für das folgende Jahr fortzuhalten wünschen, wegen Anbestellung desselben, an die ihnen zunächst gelegenen Großhcrzogl. löbl. Postämter oder Posterpeditionen und Einheimische an die unterzeichnete Erpcdition innerhalb 8 Tagen zu wenden, und den Pränumerativnsbetrag franco einzusenden. — Die Redaction. Die Möglicher der Backgesellschaft, welche mit ihrer Beilreibung, pro November noch rückständig sind, haben nunmehr dem mit der Mahnung beauftragten Stadtdiener Moll von jedem restirenden Posten die Kosten der Erhebung mit drei Kreuzer zu vergüten. Von heute Mittwoch an können die Mitglieder der Gesellschaft ihre Kuchen in der Bäckerei gebacken erhallen; jedoch wollen sich dieselben soweit, alö die vorräthiqen Kuchenbleche nicht ausreichen, selbst für solche sorgen. Der V o r st a n d. Truck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.