'fdjeit Berg- 1232) Nachfolgende städtische Grundstücke, nämlich: werden. Gießen Güterversteigerung bei ver Stadt 'Gießen. den 12. Zuli 1847. Der Gr. Hess. RentamtSvicar des Rentamts Gießen. Kolb. Änzcigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen. 36. Mittwoch den 14 Juli Versteigerungen. 1289) Baumstangen, und Baumstützen-Versteigerung im Gießener Stavtwalve. Donnerstag den 15. d. M., Vormittags v Uhr, Besondere Bekanntmachungen 1269) Tie Wahrung der Besitzwechsel von Immobilien für das Jahr 1848. Mit dem Monat August d. Z. beginnt die Wahrung der Besitzwechsel in den Steuer- und Grundbüchern; — es sind daher die Urkunden über dergleichen Besitzwechsel, als Kauf- und Tauschbriefe, Tbeilzettel rc. rnncrhalb 14 Tagen dahier einzuliesern. Geschieht dieses nicht, und es unterbleibt durch diese Versäumniß das Ab- und Zuschreiben, so baben die Betheiligten auf Anzeige eine Strafe von 5 st. zu erwarten. Gießen den 8. Zuli 1847.$ & Der Beigeordnete Rühl. 1277) Der Pfandschein 5597. über einen blauen Oberrock ein Paar Hosen und eine silbnme Taschenubr, ist angeblich verloren worden. Es werden daber Diejenigen, welche etwa Anjpruche an jenen Schein bilden könnten, auigefoidcrt, solche innerdalb 14 Tagen dabier zur Anzeige zu bringen, alS im Unterlassungsfall das Pfand verabfolgt werden wird. Gießen den 12. Zuli 1847. Die Pfandhausverwaltung. Bieler. Pfeil. irr») Verlorenes Päckchen. Qeit des letzten hiesigen Zabrmarktes wurde zwischen Gießen und dem Br reif werke ew Bäckchen verlören, worin S Frauenkleider, 18 Paar- Frauenstrümpfe, e.n schwarzer Shawl und ein langer weiße^Skawl mit bunten Streifen enthalten waren. Der reiche Fm er, we cher das Päckchen auf dem hiesigen Gr. Polizeibüreau abgibt, oder Dcrienige, welcher daselbst die erf r- derliche Auskunft darüber ertheilt, erhält eine angemessene Belohnung. werden in dem hiesigen Stadtwalde, Distrikt Hegstrauch, 1600 Stück Eichen- und Kiesern-Baumstangcn und Baumstützen öffentlich versteigert. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. October d. I. gestattet Die Zusammenkunft ist im Hegstrauch an der alten Steinbacher Straße. Gießen den 12. Zuli 1847. Der Bürgermeister. 3. d. V. Der Beigeordnete Rühl. 1293) Fruchtversteigerung bei Gr. Rent- amte Gießen. Dem momentanen Bedürsniß der hiesigen Gegend entsprechend, tritt an den von mir in M 55. des hiesigen Anzeigeblattes bekannt gemachten Frucht- Versteigerungen die Modisication ein, daß die letzten 300 Malter Korn nicht in drei Terminen, sondern Dienstag den 20. und Samstag den 31. Juli, jedesmal 150 Malter der Versteigerung ausgesetzt 412 1070,030». od. 315>s/16 Nth. Acker und Wüstung, die sog. Sandkaut am Schiffen- bergcr Wege, 190 7 » * 56 Nth. 5 Sch. der Rest des 1U zum Scknffenberger Wege verwendeten Ackers d.Gasthalrers Justus Müller, sollen Donnerstag den 22. Juli d. J>, des Vormittags 9 Uhr, auf dem Nachhause dahier an den Meistbietenden versteigert werden. _ Gießen den 28. Zum 1847. I. *15. d. B» Der Beigeordnete Rühl. 1273) Main-Weser-Eiseubahn. Brückendauarbeiten und Materiallieserungen. Die bei Erbauung einer Brücke über den Seckelgraben in Abtheilung 4 der Gemarkung Ric- dermörlen entstehenden Arbeiten, als: 1) die Maurerarbeit, vcranschl. zu 1708 st. 07 tr. 2) „. Stelnhauerarbeit, „ „ 1862 „ 42 „ 3) „ Zimmerarbeit, ,, " sodann die Lieferung von 19 Cubtkklaftern Rollir- steinen, 26 Eubikklast.ru Hmtermaucrstemen,^30 Bütten Kalk und 9 Cubikklaftern Mauerland, sowie bie Beisudr von 4 Cubikklaftern Schtchimauersleinen aus den Brüchen in Rockenberg, werden Donnerstag den 15. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, int Gasthause zum Stern dahier öffentlich ver- Butzbach den 5. Juli 1847. ’ Der Gr. Hess. Sektions-Ingenieur der Sectio» Butzbach. Meyer. 1294) Main-Weser-Eisenbahn. S chienentran Sport. Ter Transport von 22000 U« Schienen, von der Mainkur bei Offenbach in die Section Butz- bach, wird i7 Mts., Vormittags 9 Uhr, int Gasthause zum Stern dahier wiederholt öffentlich versteigert. Bützbach den 9. Zuli 1847. , Der Gr. -ess- Sccttons-Jngemeur Meyer. '12631 Freitag den 16. l. M., Vormittags 11 Uhr, soll die Fertigung einer neuen Pumpe von Eichenholz, veranschlagt zu 34 fl. 1 Steinbauerarbert, veranschlagt zu 46 fl. 12 fr. Pflasterarbeit, „ ,, 2 ,, 48 „ Scbreincrarbeit, „ ,, 13 ,, — „ auf dem Bureau des Unterzeichneten versteigert werden. Hermannstein den 6. Juli 1847. Der Bürgermeister Wagner. 1290) Holzversteigerung im Revier Schiffenberg. Freitag den 16. Juli. soll in verschiedenen Distrikten dieses Reviers der Rest der 1847r Holzernte, bestehend in 9 Stecken Radel-Scheidbolz, 29 „ „ Prügelholz, 2 „ Buchen- „ 39 „ Radel-Stockbolz, 11060 Wellen Radel-Rcißholz, 98 Radel-Stämme von 5 '/z —12"Durchmesser, 20 „ Stangen „ 2—5" „ unter den vorher bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich meistbietend versteigert werden. Gegen vors > riflsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bss Martini d. I. gestattet. Tie Zusammenkunft ist Vormittags 8 Uhr aufdem Schiffenberget Weg an der Waldmeisterswiese. Gießen den 9 Juli 1847. Der Gr. Hess. Rcvierverwalter. V i g e l i u s. 1291) Montag den 19. d. M., Morgens 8 Uhr, will ich die Ernte von 15 bis 20 Morgen Aus- saat Korn auf dem Halm öffentlich meistbietend versteigern lassen. Die Herren Steigliebhaber belieben ^sich an genanntem Tage bei Herrn Bürger, meister Fischer in Staufenberg einzufinden. Hof Fnedelhausen den 10 Juli 1847. Bindewald. 1267) Donnerstag den 15. Juli, " Nachmittags um 1 Uhr, soll die diesjährige Ernte, bestehend in Korn, Waizen, Haser, Erbsen und Gerste meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Reustädtertbor bestimmt. Balth. Weidig's Wiltwe. Feilgeboten. 1246) Conditorei von Louis Lind. Heute und Morgen Erdbeer Gefrornes, sowie täglich Johannisbeer-, Erdbeer- und Kirschtorte, ebenso dergleichen Kuchen. 1288) Einen.großen Vorrath von ganz feinen Glanztapeten, in verschiedenen Farben und Teffeins, erlasse ich zü dem herabgesetzten Preis von 36 fr. per Stück. H Hochstätter. 413 // D. Ebel. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 9. Juli. Dem Bürger, Metzger- meister und Wirth, Konrad Euler, ein Sohn, Georg Marlm Karl, geboren ven 17. Juni. Den 11. Juli. Dem Bürger und Bäckermeister, Chri« 1287) Ein Logis im oberen Stock meines Hauses, bcstebcnd aus .3 Stuben mit 2 Kabinetten und sonstigen Bequemlichkeiten, steht anderweit zu vcrmrcthcn und kann sogleich bezogen werden. D. Ebel. 1285) Bei Joh. Br au bürg er rst eine halbe stian Noll, eine Tochter, Christiane Henriette Karoline, geboten den 25. Juni. Denselben. Dem Bürger und Meßgermeister, Andreas Möhl, eine Tochter, Marie Josephine Christiane, geboren den 21. Juni. „ „ . Beerdigt. Den 8, Juli. PhtltppmeDorothea Sack, des Bürgers und Rothgerbermeisters, Jacob Sack, Ehefrau, geborne Leber, alt 43 I. 7 M. 20 T - aeftorten den 6. Just. 1265) Mein Lager von Kitzinger Lage r - Bie r empfehle ich den Herren Wirthen zur gefälligen Abnahme. L. T. Fel sing. 1088) Tie rühmlichst bekannt gewordenen Keilbolz'schen Hührreimngeil- und Frostballen - Pflaster, das Paquet mit 4 Stück zu — ft 36 kr., „ Töpfchen „ 15 A uözuleihen. 1281) 326 fl können gegen gerichtliche Obligation und 5% Zinsen aus der Kircheukasse für Gropenlinden alsbald ausgelichen werden. Näheres bei Decauatsrechner Dauernbeim in Gießen. ■ 1282) 273 fl. sind ans der Kirchenkasse für Wiescck gegen gerichtliche Obligaii-N und 5% Zinsen alebaid auszuleihen. Näheres bei Decanats- rechner Dauernheim in Gießen. Vermischte Nachrichten. 1278) Ein solides gebildetes Mädchen, welches sogleich eintreten kann, wird in einen Laden gesucht. Wo? sagt d. Erpcd. d. Bltts. 1280) Ein gebrauchtes Kinderwägelchen, oder auch nur ein Untergestell zu einem solchen wird zu kaufen gesucht. Ven wem? sagt d. Expedition d. BIttS. 1292) Meinen geehrten Gönnern und Freunden zeige ich hiermit an, daß ich mein Logis am Astcrweg verlassen habe und jetzt bei Herrn Schret- nermeister Helmold Lit. C. *A8 122 in dcr So* wenaasse wohne. •£>• Eiff, Damenschncidermerster. 1295) Es wird ein sauberes solides Mädchen, welches im Nähen und Stricken ziemlich erfahren ist, in Dienst gesucht und kann gleich emtreten. Bon chem? ist in der Erped. d. Bltis. zu erfahren. 1283) In dcr Alexander-Welle nbade* An statt ist ein grünseidener Regenschirm ver- wechselt worden oder aus einem sonstigen Berschen von seiner Stelle gekommen, weßhalb um Zurückstellung desselben an diese Anstalt ersucht wird. 1258) Ein schwarzseidener Regenschirm mit zwei Quasten und Stablgestcll ist am 23. v. M. irgendwo stehen geblieben, cs wird gebeten, denselben bei Metzgermeister PH. Sony auf dem Seltersweg abzugeben. zur augenblicklichen Ausrottung der Wanzen und ihrer Brut z ein in vielen össentliche» Anstalten und Caseruen als untrüglich bekanntes Mittel, das Glas a 7$ Rthlr. Bon diesen, durch ihre Wirkungen rühmlichst bekannt gewordenen Artikeln befindet sich alleiniges Lager bei Carl Frech. 1286) Korn- und Waizen-Strok ist zu haben bei Georg Lampus Lit. C. AS 1. am Kreuz. Zu vermiethen. 1279) Das seither von Herrn Buchbinder Loos bewohnte Logis in meinem Haus ist ander- weit zu vermiethen tii'b bis October d. A. beziehbar. 9 Emil Loos. Scheuer zu vermiethen. . 1284) An Lit. C. AS 131. ist eine Schlafstelle für 2 Mann zu vermiethen. - —---------- -J296 ) Sonntag beiTis., Montag den 19. und Dienstag den 20. Juli d. I. findet das jährliche • SÄ2 Haupt- und Ritterschietzen freundlichst eingeladen. Gießen den 13. Juli 1847. 414 3 n d e n Gasthäusern. v. Darmstadt. Im Einhorn: Hk. Rosenlecher, Kfm. v^Frankfurt^Hr. Anqekommene und abgereiste Fremden vom 9. bis 12. Juli 1847. fit. Bach, Oeeon. v. Seifet. Hr Müller, Posament v. Hannover. Hr. Schütz, Müü. v. Gelnhausen. Hr. Kaun» mann, Kfm v. Elberfeld. _ , .... Im Hirsch; Hr. Altenberg m. Sobn, Fabrik. v. Hirsch« seid. Hr. Becker, Kfm. v Oerlingshausen. Hr. Schmidt, Geschäftsm. v. Biedenkopf Hr. Henz , Fnbrm. v. Herborn, seelbach Hr. Künzel, Kunstgärtn v. Muhlhelden. Im Darmstaedter Haus: Hk SteMacker, GeschüstSM. v Fjlchborn Hr. Kauf, Handelsm. o. Corbach. Hrn. Gr« schastsl. Weitershausen v. Kirtorf u. Seifert v Magdeburg. Hr Müller, Handelsm v. Hattenhausen. Hrn Geschartsl. Gada v. Wien, Engerling v. Neukirchen U. Seidltz v. Frank, furt Fr- Lutz v. Offenbach. Hr. Strack, Kfm v. Frankfurt. Hr Hammel/Geschäftsm. v Zelle. Hr. Döll, Burgermetst. v Ulfa. Hrn Handelst Koch v. Rimbach u. Boppe v. Oberbiel. Hr. Kuhl, Fuhrm. v. Homberg. Im Stern Hr. Weber, Handelsm. v. Argestem Hr». Musik Bursche! m. Fam. u. Wolfgang v. Felda Hr. Wer- ner, Fuhrm. v. Grobkarben Hr. Repp, Serib v Dillen, bürg? Jungfern Simon v. Ernfthausen u Schäfer v. Brei, tenbach Hr. van Hänsel, HandelSm. ^ He,ligenst->dt. Hr. Mittler, Destillat, v. Wetter. Jungfer Michel v Gladenbach. Hr. Horn, Hutmach. v. Offenbach. Hr. Stemann, ^chausp. v. Maschwitz. Hrn Tuchmach. G. Junkel, Chr. Junkel u. Sauer v. Hersfeld. Hrn. Handelst. Kepler v. Langenhain u Funa v. Roßbach. Jungfer Berghöfer v. Neuenburg. Hr.^Wagner, Leinweb. v. Nnterstoppel. Hr. Goppell, Roth, gerb. ».Crailsheim. Hr. Deichstatier, Färb v. Eggenfelden. Fr Battenberg ».Oberaula. Hr. Zeise, Condit v. Marburg. Ö In der Sonne: Hr. Wagner m Tvcht, Handels,», v. Beuern. Hr. Launspach, Geschäftsm. v. Hausen. Jungfer Engel,»Königsberg. ^^eS, Schrein. ». Freienseen. Hr. Wagner, Geschäftsm. v. Sieben. Jungfer Kattmann v. Romrod.^ Hrn. GeschäftSl Tiegel v. Ehringshausen, Grabe v. Dautphe u. Pfeiffer v. Wolfsgruben. Hr. Griebel, Mull, v. Allendorf. Hr. Wißner, Prwatm. v Älimbach. Fr. Atzen, hoftr v. Gladenbach. Hrn. Lackir. Elbert v Mamz u Dietz v. Frankfurt. In den Privathäusern. Bei Hrn. Obersteuerbot Schmitz: Hr. Schm», Mal - ■ _. Bei Hrn Lande Weicker: Hr. Dick, Doct. v. Hohensolms - Bei Hrn. Kfm. Windecker: Hr Hirsch, Kfm v. Heidesheim —. Bei Hrn. Lehr. Beck: Fr. ©teuer» einnehm Lettermann ». Butzbach — Bei £tn. ®omönenbot. Dauernheim , Hr. Wagner, Burgermeist. Allendorf a d Lumda. — Bei Hrn. Geh Just-R. v. Helmolt. Hr. ». Hel molt, Stallmeist. » Copenhagen u Hr ». Hel"w", Oecon. v Neustadt. — Ber Hrn Crtinin -Richt. Klmgelhoser. Hr. Klingethöfer m. Fr , Kreisseeret v. Ziegenhain. -- Bet Hrn. Profess. Dr. Hartnagel: Hr. Hermann, Profess, v. Bens- htint — Bei Hrn. Bauaufseh. Amend: Frl. Schenck v. Grünbera - Bei Hrn Schneidermeist. Loth: Fr. Loih m. Sohn rr?Fr. Lenz v Niederohmen. — Bei vrn Schicht meist. Rössing- Hr. Rössing, Kfm. v. Großenlmden - Bei Hrn Hofaer-Advoe. Dr. Diehm: Hr. Dr. jrle, Assest v. Butz- back — Bei Hrn Geh Just.-R v. Helmolt: Hr. v. Hel- nwlt, Privatim v^ S°chw7isel. - Bei Hrn. Ptz Walther: Jungfer Bierau ».Mainz. - Bei Hrn. Schuhm j ergmann. Fr. Prof. Schaumann v. Mainz. — Bei Hrn. Mrm Schmitt: ?>r Falkmann, Eons. v. Porto-Delegro. — Bet Hrn. Na- tban Budae- Frl Adler v Frankfurt - Bei Fr. Landrath Knorr- Fr.Postmeist. Bender v. Butzbach. — Beibrn. Apoth. Witte- Hr Algaier, Reet. v. Butzbach. - Ber Wcktwe Keck: Frl Schnckdtborn ». Battenberg - Bei Hrm Sa. Vogel- Fr. Katz v. Londorf. — Bei Hrn Hofgsr.-Seeret. Sturtz. Hr. Dr. Spamer in. Fr., Kreisr. v. Büdingen. Hewelt, Rent. v. London. Hr. Rohn, Musik, v. Wien. Hr Feverlin, Kfm. v. Linsbach. Hr. Hortog> m. Fam u. Bedien., Bang. ». AnverS. Hr. Baron v. Stleglrtz m^Be- dien Geb Just-R. v. Hannover Hrn. Kfl. Gerhardt u. Erdmann v. Nürnberg. Hr. v. Buffiere, Reut, v Donar. Lr Maver, Kfm. v. Breslau. Hr. v. Stockhausen m. Bedien Partie, v. Magdeburg Hr. v. Bertvn m. Bebten., Rent «"Hamburg. Hr. Füller m Fam »Bedien, Capit. ». Baltimore. Hr. Gerissen, Fabrik. »■ ^werpool. Hrn. Elscheidt v. Solingen, Haak »Coln u. Reiß v. Mann beim. Hr Hauch, Fabrik, v. Gultegen. Hrn. Kfl. Rem- hardt v.^Coblenz u. Herz v. Wetzlar. Hr. Rieger, Med.-R. » Darmstadt. Hr. Dr Baumgarten m. Fam. u. Bed en., Oberger-Präsid. ». Dresden. Hr. v Löwens m. Bedien, Bauinspeet v. Cöln. Hr v. Gernsdorf m Bedien., Ober- baur. v Berlin. Hrn. Kfl Hauers v Solingen u. Ehrhardt v Hückeswagen. GrafGolstot m. Fam. u Bedien, Gener.- Mai v. St. Petersburg. Hr. v. Bottmger m. Fam, Hauptm u Hr.v. Biegleben m. Bedien, Gutsbes. v. Dan- ckg. Hr. Kratz, Dr Pbil. v. Würzburg. Hr. Freiherr v. Görlitz m. Bedien, StaatSr. v. Stlittgart. £>t. Wepot, Kfm v Frank,urt. Sr. Dietrich m. Bedien, Geh. Reg -R. v. Hannover Hr. Riffe, Rent. v. Bautzen. Hr Gemame m’ Sim Wappen: Hr"?feffer, Apoth. v. Garbenstein Hr. Stock, Asseff v. Marburg. Hr. Appel, Senat, v. Göttingen. Hrn. Kfl Röder v Offenbach ». Held m. 8«m. v. Halberstadt. Hr. Palmberg, Rent. v. Hamburg. Hr. Reif, Kfm. v Aachen. Hr Hofmann, Sind. jur. v. Heidelberg. Hr. Heincke, Kfm. v. Bremen. Hr v. Bopneburg m. Fam, Rittmeist. v Eisenach. Hr. Wolf, Kfm. v. Nürnberg. Hr. v Kaucker, Mas u. Hr. v Klapp, Obristlieutn. v. Carls- riihe Hr. Schneider, Geom. v. Schlitz. Hr. Dörr, Kamm.« Direct. v. Arolsen. Hr. v Lemment m. Fam, GutSbes. v. Hamburg. Hr. Curtze, Kfm. v Frankfurt Hr. Winnhelm, Forstmeist. v. Burggemünden. Hrn. Kfl. Wust v. sonigftem. u Rieschen v. Bielefeld Hr. Diltmar, Revierforst, v. Ro- niqsberg. Hr. Wüst, Med.R. ».Darmstadt. Hr. Reuter, Oeeon. v. Schweinfurt Hrn Kfl. Bauer v. Mamz u Wagner v Cassel. Hr Horn, Lieutn. v. Mainz. Hr Blas«, Lehr. v. Carlsruhe Hrn. Kfl. Meper v. Werthheim u. Wiedmann ». Nürnberg. Hrn. Kfl. Rosenbaum «. Frankfurt, Pflil v Höchst u Stöber v. Wurzburg. Hr. v. Roder m Fam, Kammerhr. v. Hannover. Hrn. Kfl. Becker v Nürnberg u. Eicbborn m Fam. v. Braunschweig. Hr v Gruber, Lieutn. » Erfurt Hr Krause m. Fam .Gutsbes v. Holstein. Hr. Spier, Kfm. ». Alsfeld. Hr. Wilkens, Dr. med. ». Hei- Biberg Hr Hartwig, Kfm. »• Corbach. Hr. Rohr m. Fam u. Bedien, Partie, v. Wiesbaden. Hr. Neu,neper, Kfm v Offenbach. Hr. Jäger, LandamtSsecret. u. Hr. Buderus, Postseeret. v. Frankfurt. Hrn. Dr. Ludwig v. Mar- bura u Schulz v. Darmstadt. Hr Gehle, Partie, v. Leipzig. Arn. Kfl. Groß v Hamburg, Bermann v. Bremen u. Jansen » Erfurt Hr. Hohmeper m. Fam, Gutsbes. v. Hallenberg. Hr Schenck, Privatm. »• Göttingen. Hrn. Kfl. Bauer v. Düsseldorf, Häffelmann v. Leipzig, Loos v. Nürnberg u. Joachim ^Mainz.^ Baumann, Kfm. v. Schlüchtern. Fr. Nahrgang v. Ulrichstein Hrn. Oeeon Stein ». Felda u Köhler v. Dotzelrod. Hr. Hopf m. Fr, Dr. Ph,L ». Berlin Hr. Scharmann, Handelsm. v. Felda. Hr. Bor- aer, Spedit. v. Offenbach. Hr. Dörr, Geschäftsm. v. Gleiberg. Hr. Siegfried, Kfm. v. Coblenz. Hr Suppes, Lehr, v. Landenhausen. Hr. Lippert, Kfm v. Coln. Hr. Gurtmann, Fabrik, v. Blitzenrod. Jungfer Stopf v. Lauterbach. 415 Unterhaltendes und Gememnutztges. (Eingesendet) Schon mehrmals ist in diesen Blättern einiger Mängel gedacht worden, wehte hm- sichtlich des Brodbedarfs in hiesiger Stadt neuerdings besonders fühlbar geworden sind; darum erlaubt sich auch der Einsender dieses, seine Vorschläge zur hülfe derselben mitzuthcilen, zumal dieselben vielfach geäußerten Wünschen entsprechen. Da die hiesigen Bäcker so zu sagen im Besitze eines Back-Monopols sich befinden, so ist leider das Publikum nur zu sehr in ihre Hände gegeben, und es sind hierüber schon viele Beschwerden laut gewyrden. Denn abgesehen von so manchen andern Uebelständen, welchen das Publikum unterworfen ist, kann man selbst für das baare Geld nicht einmal immer seinen Brodbe- darf bekommen, und cs ist schon eingctreten, daß ganze Familien Tage lang ohne Brod sepn mußten, weil ihre gewöhnlichen Bäcker nicht Brod gc^ug gebacken hatten, die andern aber, welche Vorrath besaßen, unter keiner Bedingung Anderen , als ihren eigentlichen Kunden davon abgaben, die sich ebenfalls ost genug in den Willen ihrer Bäcker fügen muffen. Da das Brod ein unentbehrliches Bedürsniß ist, so müßten wohl die Bäcker, d-e gewissermaßen hierauf das Monopol besitzen, auch gehalten scyn, einem Jeden, sey er Kunde oder nicht, Brod abzugeben; es ist gewiß empörend, das Gelb in der Hand von den gefüllten Brodschränkcn zurückgeschickt zu werden, mit der Antwort: es ist kein Brod da! Die Meinung des Einsenders geht also dahin, um diesen sehr drückenden Mißverhältnissen abzuhelsen, möchten der Stadtrath und die Verwaltungsbehörden für Anlegung einer hinlänglichen Anzahl von Gemeinde-Backöfen in hiesiger Stadt Sorge tragen, wie solches auf dem Lande schon lange üblich ist. Die Einrichtung derselben müßte für die einzelnen Stadttheile so ongeordnet werden, wie die Erfahrungen auf dem Lande es als am Zweckmäßigsten bewährt haben. Wir glauben, hierdurch würde sich der Gemeinkerath den Dank des größten Theils der hiesigen Einwohnerschaft erwerben und einem Uebelstand abhelfen, welcher jede Familie, haupffächlich aber die ärmere Klasse und den Mittelstand hart berührt. Der Bastard von Gemappe. Historische Erzählung von g. Menk. (Fortsetzung.) Da Plötzlich erscholl die Kunde im Lande, Karl VII. sey hinübergegangen zu den Vätern; noch war es nur ein dunkles Gerücht, aber bald ward die traurige Sage zur Gewißheit. Auf schweißbedeckkem Roß ras:e Jeoffroy durch das Thor von Gemappe und stürzte zu den Füßen seines neuen Königs nieder z/ihm die ersten Glückwünsche darbringend. In Ludwigs Innerem frohlockte es, allein die Rathsherren der Stadt und viele Adelige waren im Saal versammelt, als Jeoffroy die Trauerbotschaft brachte, deshalb verhüllte der Dauphin heuchlerisch sein Antlitz und weinte einige Judaszähren. Alsbald aber entließ er die Anwesenden und sie nahmen den Zwang den er sich anthun mußte, mit sich fort. „König, König, ich bin König!" murmelte Ludwig lange vor sich hin. „Der Herzog von Bretagne Dam-, Martine, Armagnac—ich kann mich an Allen rächen! Jeoffroy, o Jeoffroy, wie lohne ich Dir! Willst Du Minister oder Erzbischof, Pair von Frankreich oder Herzog von Bretagne werden? Doch vor Allem erzähle mir, hast Du meinem Vater wirklich die Äugen zugedrückt? Wenn er nur scheintvdt wäre! Ach, das ist ja gar oft der Fall gewesen, daß Viele wieder in'S Leben zurückgekehrt sind. Nein sage nein, das ist ja gar nicht möglich! Wie und an was ist er gestorben? So erzähle doch, verruchter Gaudieb!" „Die Sache war bald abgemacht," nahm Jeoffroy in seinem gewöhnlichen geringzchätzlgen Ton das Wort. „Ich war fast ein halbes Jahr am Hof, und brachte mich dadurch, wie ich Ew. königlichen Hoheit berichtet habe, gar sehr in Gunst, daß ich schlechte Sachen von Euch erzählte, wovon kein Wort wahr war. Der König zog mich bald in seine nächste Umgebung und vertraute mir Vieles, was ich Euch auch immer wieder pünktlich gemeldet habe. So ging die Sache ganz vortrefflich, als es auf einmal hieß, König Ladislaus von Ungarn habe nach seinem Hinscheiden seine Rechte auf das Herzogthum Luremburg an die Prinzessin Magdalena von Frankreich abgetreten. Wie Ihr recht wohl wißt, war der gute Herzog von Burgund nicht gesonnen, das schöne Land, in dessen Besitz er sich gesetzt, herauszugeben, und Ihr mögt bei dieser Widersetzlichkeit wohl auch das Eurige mitgewirkt haben — kurz, der alte König Karl gericth in heftigen Grimm und vermaß sich hoch und theuer, Euern Schutzherrn, den Herzog von Burgund, mit Feuer und Schwert befehden zu wollen. Tete-Dieu, der alte Griesgram brachte auch ein gar gewaltiges Heer zusammen unv es hätte vielleicht übel um die gestrengen Herren von Burgund ausgesehen, aber mein Witz half aus und ich machte alle Staatsklugheit zu Schanden. Nun wäre es mir zwar ein Leichtes gewesen, dein allergnädigstcn König beim Morgen-, Mittag- und Abendimbiß eins von den italienischen Pülverchen, deren Ihr immer vorrälhig habt, einzurühren, aber aufrichtig gestanden, mein Hals juckte mir ganz und gar nicht und überdies — Hand an das Haupt des Gesalbten zu legen — nein, ich bin ein guter katholischer Christ Lumpenpack, allenfalls auch einen Graf oder Herzog auf solche anständige Weise in die andere Welt zu befördern, ja das tour d" i.Diable!" erwiederte Ludwig sehr leise, indem er die Thür wieder zudrückte und schnell zurückkam. „Du erinnerst mich zu rechter Zeil an dies fatale Lieb-Sabenth-uer. Ach, mein guter Jeoffrop, da und wahrend Deiner Abwesenheit curiose Dinge vorgefallen die ich Dir nicht einmal alle schreiben mochte, weil das Papier nicht immer stumm ist. Denke Dir,^ das Mädchen ist vor ein paar Wochen eines starken Knab- leins genesen, ich sage Dir, eines Knäblcins, Trotz und Entschlossenheit spricht sich schon jetzt in fernen kleinen Zügen aus. O ich zittere, wenn ich daran denke, daß dieser Knabe dereinst gegen mich aufstehen könne, wie ich . . ." er brach hier bestürzt ab, fuhr aber gleich wieder fort: „unv wie leickt ist dicS möglich, ich bin ja kaum 38 Jahre alt. In 20, ja vielleicht schon 18 Jahren kann er vor mich hintreten und sein Reckt fordern. Blutige Bürgerkriege werden dann vas schone Frankreich zerfletschen und bin ich nicht König, muß ich nicht wachem über das Wohl meines Laiwes? Ach, Jeoffrop, mein Herz blutet, aber der Staat fordert es, der Knabe darf nicht leben. Ich kann ihn nicht Tristan anempfehlen, denn der gibt sich nicht gern mit Kleinigkeiten ab. Ueberdies vertraue ich in solcher Angelegenheit auch nur Dir allein. Schaff' den Knaben still bei Seite, ganz still und scp meiner Dankbarkeit versichert." Jeoffrop schauderte, wenig hätte gefehlt, so Härte ihn der Sturm seiner inneren Gefühle verralhen, allein er bezähmte sich. In jener Stunde hatte er gelobt, die unglückliche Jeanette zu retten — er konnte eS nur vollbringen, wenn er den Heuchler spielte. „Scpd meiner versichert!,, nahm er deshalb gelassen das Wort, „in der nächsten Stunde schon soll Euer Sprößling nicht mehr alhmen. Wie aber, wenn die Mutter das Kind nicht hergibt, wenn sie sich gleich der Löwin wehrt, was dann . . . ?" „Ach, Jeoffrop, Du bist ein entsetzlich langweiliger Schwätzer," sagte gähnend der König von Frankreich, „halte mich doch nicht bei solchen Kleinigkeiten auf. Wenn ich mein eigen Blut nicht schone, ventre bleu, fb kümmert mich das Mädchen doch noch viel weniger. Thue was Du willst, nur mache, daß mir keins mehr von den Beiden vor die Augen kommt." Damit ging er zur Thüre hinaus. Jeoffrop stand lange wie angewurzelt vor Entictzen, ehe er Worte finden konnte; erst nach und nach vermochte er seine Gefühle in Lauten auszudrücken! „Scheusal, Auswurf der Menschheit!" rief er mit dem Ausdruck des höchsten Schauders. „Den Sohn, den eignen Sohn, Dein eignes Blut willst Du morden! O gräßlich, gräßlich ! Kanu cs der Himmel dulden, stürzen nicht seine Säulen ein und begraben das Ungeheuer! Und Jeanette!" — eine Thräne trat in sein Auge — „Unglückliches Mädchen, Du hörtest nicht auf meine Warnung? Doch noch ist nicht Alles verloren, denn ich bin ja Dein Henker. Bei dem ewigen Gott, der seine Sonne mild aus uns alle scheinen läßt, ich will Dich retten und müßte mein letzter Blutstropfen darob verspritzt werden! Ha! Ludwig, ich durchschaue Dick', m i r gabst Du den Auftrag, weil Du den Tristan noch fürderhin zu gebrauchen gedenkst. Glaubst Du. Jeoffrop ahne nicht, daß er Dein scheußliches Ge- heimuiß mit seinem Blute siegeln müsse . . Da schmetterten unten die Fanfaren der angekommeneu Herren und Ritter und hastig eilte unser Freund durch eine Hinterthüre aus dem Schloß. Die kleine Stadt Gcmappe bot in diesem Augen» ist etwas Anderes, da werde ich mich nie sträuben, aber einen König, behüte der Himmel! Jndeß der drohende Sturm mußte von Eurem Haupte abgewendet werden. Ventre gris, dachte ich, man kann ja dem alten Herrn etwas Derartiges in die .Ohren blasen und wie der Wind war ich eines Morgens bei ihm und verkündete ihm: Se. königliche Hoheit der Dauphin gehe damit um, ihn mit Gift aus dem Wege zu schaffen. Run hättet Ihr den alten Graubart sehen sollen, wie er als Besessener im Schloß herumlief und sein Lew allen Wänden klagte! Bon Stund an nahm er weder Speste noch Trank zu sich, denn er fürchtete, in jeder Suppe den Tod zu trinken. Das kam mir nun eben recht; wenn er sich ausgehungert hätte, konnte ich meine Hände in Unschuld waschen. Ich sorgte deshalb; daß kein Arzt zu ihm gelangen konnte; wer aber kann sich vor diesen gelehrten Spürnasen wahren! Sie hatten es bald ausgewittert und kamen in hellen Haufen herbeigelaufen. Der König lag in Fieberrasereien und wäre einmal beinahe zum Fenster hinausgesprungen. Er hätte meinetwegen springen können, aber da waren so ein paqr schurkische Amtsleute aus Tours und Bouzrers da, die rissen ihn zurück und die Diener stopften ihm mit Gewalt große Stücke eines gekochten Huhnes in den Mund. Da ich denn sah, daß ein Jeder ,tch beeilte sein Möglichstes zu thun, so erquickte ich Eueren königlichen Vater mit einer tüchtigen fetten Fleischbrühe. Wer aber kann für göttliche Bestimmung? Der Magen Eures Vaters mochte wohl ungebührlich werden über die Menge Speisen, die ihm auf einmal eingefullt wurden — kurz, am anderen Morgen war Karl vll. Ah die Schurken von Amtsleute!" rief Ludwig, der" da'g Letzte schon überhört hatte; ich werde ne dem Tristan empfehlen. Nun, ich bin doch König und mein Bruder Karl hat das Nachsehen, l'ar la Paque-Dieu, ich werde eine glorreiche Regierung fuhren und meine Feinve sollen unterliegen. Morgen, Jeoffrop, werde ich in Paris einziehen." Damit wandte er sich nach der Thür, um die GluckswMsche der Ncichsgesandten zu empfangen. . „Allergnädigstcr Herr!" rief Jeoffrop, anscheinend gleichgültig nach, obgleich sein Inneres bebte: „wie steht es mit der kleinen Jeanette in der L-traße du 417 blick das prächtige Schauspiel einer Zusammenkunft der mächtigsten Vasallen und Ritter, die in einem Tag aus allen Gegenden Frankreichs herbciströmten, ihren neuen Herrscher auf seinem Einzug in die Hauptstadt zu begleiten. Da sah man den alten Philipp, Herzog von Burgund, seinen Sohn, den stolzen Grafen von Charolais, nachmals der berühmte Karl der Kühne, die Grafen von Angouleme, Nevers und Eu. Doch wer nennt ihre Namen, wer zählt all die Häupter, die sich in den engen Gassen an einander reihten? Jeoffroy ward es leicht, in dieser ungeheueren Verwirrung unbemerkt in die Straße du tour und das Häuschen Jeanettens zu schlüpfen. Es war bereits Abend und traulich prunkte die Lampe durch die halbgeschloffenen Fensterläden. Unser Bekannter sah unbemerkt in das Zimmer und gewahrte das Mädchen, wie es vor einer Wiege saß und liebevoll das Köpfchen herabgesenkt hatte. Die Mutter schien abwesend; um so besser konnte Jeoffroy sich seines entsetzlichen Auftrags entledigen. Leise trat er in das Haus, eben so leise öffnete er die Thüre und stand plötzlich in dem Zimmer. Mit einem Angstschrei fuhr das Mädchen in die Höhe und streckte wie abwehrend die Hände vor stch. „Fürchtet Euch nicht," sprach Jeoffroy monotonisch, „ich komme vom Dauphin." „Von Ludwig !" rief Jeanette verklärt und ihr bleiches Gesichtchen röthete sich. „Äch der böse Mann, er hat lange auf sich warten lassen. Doch, wie ist mir," fuhr sie, als wollte sie sich etwas in's Gedächt- niß zurückrgfen, fort: „hab ich Euch nicht irgendwo schon gesehen?" „Ihr täuscht Euch nicht," sagte Jeoffroy ernst. „Ich war und bin der erste und einzige Vertraute der Liebe LudwigS, jetzt König von Frankreich." „Mein Ludwig ist König!" rief das Mädchen hastig und klatschte erfreut in die Hände. „Ach, und sein Sohn — seht da, lieber Herr, diesen Engel — ja sein Sohn wird auch dereinst König von Frankreich werden, und ich," setzte sie mit halb kindischem Stolz hinzu: „ich habe ihn geboren." „Unglückliche ," murmelte Jeoffroy halblaut vor sich hin. „Gebt nicht Hoffnungen Raum, zwischen deren Erfüllung sich ein unübersteigbarer Abgrund dehnt. Es wäre besser für Euch, Ihr hättet den Ludwig nie gesehen. Ihr seyd entsetzlich betrogen!" „O, was sprecht Ihr da!" scherzte Jeanette, aber das Beben ihrer Stimme verrieth ihre innere Angst. „Glaubt Ihr, mein Ludwig trüge Falsch gegen mich im Herzen? Hat er mir nicht hundertmal seine Treue versichert? Seine Schwüre — waren es Heucheleien?" „Sie waren der Köder, mit welchem er Eure Arglosigkeit umstrickte." „Seine unwandelbare Liebe — war sie eitler Trug?" „Nennt Ihr strafbare, sinnliche Begierde Liebe? Jeanette, hört, bei dem ewigen Gott! Ihr seyd schändlich betrogen! „Geht, geht guter Freund," lenkte das Mädchen wieder scherzend ein, „Ludwig will mich durch Euch prüfen. Aber der böse Mann soll es mir entgelten." „Ist dies Euer Kind?" fragte Jeoffroy rauh, da er sah, daß fein Mittel fruchtete. Jeanette sprang wie wahnsinnig auf. „Hinweg, roher Mensch!" rief sie mit zornfunkelnden Augen und die kleinen Hände ballten sich. „Auf den Knieen nur darf sich der Franzose seinem künftigen König nahen." „Thörichtes Mädchen," erwiederte Jeoffroy höhnisch, „glaubst Du nicht meinen Worten, so mag dir die Thal lehren, welcher Auftrag mir von deinem Ludwig wurde." Und mit gewaltiger Faust stieß er die Sträubende zurück, riß die Decke vom Betlchen und schwang seinen Dolch. „Morden soll ich Dich und den Säugling, deshalb sandte er mich zu Dir!" rief er dann mit entsetzlichem Ausdruck. „Wähnst Du, der XI. Ludwig würde einen Bastard auf den Thron setzen? Dir bleibt keine Wahl, nur wenn Du m ir vertraust, kann Dein und daS Leben Deines KindeS erhalten werden." „Allmächtiger Gott!" schrie die unglückliche Mutter entsetzt. „Was habe ich verbrochen, daß mich Ludwig verstößt, daß er mich tödten will!" „Nichts verbracht Ihr," sagte Jeoffroy, den Dolch senkend, , alleiü er ist Eurer müde und fürchtet diesen Knaben, wenn er dereinst zum Mann herangewachseN seyn wird. Jeanette, ich beschwöre Euch, vertraut mir und l ßt Euch , nickt von dem Wahn dethören, Ludwig habe Euch je geliebt! O! warum hörtet Ihr vor zehn Monden nicht auf meine geheime Warnung! Ich sah ja Alles voraus, wie es kommen würde." „Aber was soll ich thun, um mein Kind zu retten ?" rief sie, verzweifelnd die Hande ringend. „Mein Leben gilt mir mchls, aber heilig ist mir daS ve- Knaben." „Ihr müßt mir folgen," unterbrach sie rasch Jeoffroy. „Nicht eine Viertelstunde, nicht eine Minute dürft Ihr zögern. Jedes Säumniß bringt raschen Tod, schon wahne ich die Henker auf meinen Fersen!" „Ach, und meine Mutter!" jammerte daS Mädchen. „Zögert nicht und eilt, sie zu holen, sie kann mit uns fliehen. In der Verwirrung und dem Dunkel der Nacht entrinnen wir unbemerkt." Jeanette stürzte fort und nach wenig Minuten lag Gernavpe hinter unfern Fliehenden — Jeanette mit dem weinenden Kinde auf dem Arm, die alte Mutter und Jeoffroy, beladen mit einigen Habseligkeiten. • 4. , .. Spät gegen Mitternacht desselben Abends traten zwei Männer, tief in ihre Mäntel vermummt, in daS kleine Hans der Wittwe Gouxilier in der Straße du tour. Die Thür war nur angelehnt und Alles todtenstill 418 Geht Ihr nachdenkend Ihr laßt einen Tempel gründen! Denn es ist ja heil'ge Pflicht, Daß wir offen, frei verkünden, Wie auS unS das Herz es sprecht. Soll daS He>z denn anders schlagen, Als durch unfein Mund es spricht? O so ist dies zu beklagen. Weil ein Zeder alsdann lugtl Allen, die sich jetzt bemühen Um dies theure edle Gut, Mög' ihr Eiker ständig gluben. Und sich mehren noch ihr Muth I Laßt ibn nie, ach nie! erkalten. Er ist's, der uns dieses brmgt! O ihr werdet bald erhalten. Bald, wornach schon lang ihr ringt. O belohnt wird euer Streben, Nie vertilgt» der Zeiten Strom, Bald, o dald wird sich erheben Zener edle, hohe Dom! So nur kann man recht erkennen, Wer des guten Namens werth; Laßt uns drum Den „Baker" nennen, Der ein solch' Geschenk descheert Freiheit muß im Lande walten. Wahre Freiheit, höchstes Gut! Wenn wir diese jetzt erhalten, Wird veredelt unjer Muth Ueberall hört man mit Sehnen: „Frei, o frei sep unser Wort! — Möchte auch recht dald ertönen: „Frei ist es jetzt immerfort!" Zeder Zwang soll fürder brechen. Vor der Hütte, wee vor m Thron, Anders, wie man denkt es sprechen: Ist und bleibt für immer Hohn! Ermahnung. Wer in der Tugend Dienst gestanden, Hat nie zu kurze Zeit gelebt; Befreit von allen wd schen Banden Lebt er, wornach er stets gestrebt, In jenen bessern, schönem Landen, Wohin die Tugend nur erhebt. Drum send in diesem kurzen Leben Der Tugend nur allein ergeben. cningdlß wmugr;.: ■ . - ; v 1??i v'-j t u i t l e t o n. S r e t b e t t< ° *■ Sprich wie du denkst, nicht »erkurg in " Ur Brust die andre G-stnnung. Pb okyl ides^ (Bgl. auch 3Uad. «, S>2-Lt». Freiheit in dem Heiligthume Höchstes aller Güter hier! Theure Psort' zum wahren Ruhme, die Beiden traten in das Zimmer und blickten sorg, sättig umher. „Hört Ihr nichts, Herr Tristan? fragte der Eine und schlug den Mantel zurück „Hier un en ist Alles todtenstill; sollte sick vielleicht un obern Stockwerk das Nest verkrochen haben?" Der Angeredete blickte scheu um |td,• „ Dien- sagw Tristan, „das sieht mir Alles verteufelt ”nct Flucht ähnlich. Geh, Jaques, und sieh Dich oben um, vielleicht findest Du etwas Ich meines Tbeils we de jedes Rattenloch ausspüren." Jener ging nv lieü Tristan Zeit genug, Alles zu dwchfiobern, aber e/fand sich nichts, und halb verzweifeln,> stand der gefürchtete Gevatter Ludwigs im 3'm»'°r, as der Andere rurückkam. „Nichts und wieder Nichts! rief er muthlos, „vas sieht traurig aus, Herr Tristan, und X mAd)te fürwahr nicht derjenige seyn, der dem Herrn Könige die Nachricht brächte, das Nest hier sep^ ausge. « ,n. fcin Hals müßte ihm verdammt zucken. 1 3 bivet " schalt Tristan, dem die innere Angst be^ s, die Kehle zuscknürte. „Ich fürwahr mag auch na^ b «nttoafter sevn Aber cent null es diables! nickt ^r B sch fter stpn.^^ Du chles^Daich Dich doch wahrscheinlich daun zu ’t hmni, fo werd' ich Sorge tragen, daß Du so IMl'aUmöglrch in Abrahams Schvoh hinübrrmumklst." *"7^1,«m **». »»-b,u,b, hrni 2 ,u scherzen," erwiederte der Andere, crnige “le Blicke nach der Thür werfend, „indessen wenn ich von der Betrachtung ausgehe, Tod sevtmmer ~ b linb es sey intmer besser, schlecht gelebt, alv schon laffen Dagegen will ich Euch meinen Rath unent- Ä «theilen. Wir leben jetzt in einer Zeit, wo len und falsche Eide schwören glerchsam zum guten Ton gehört; es wird Euch daher nicht darauf gnkomnren dem König Ludwig XI. auch einmal Kukuks- statt eines Kibitzeies einzulegen. 7“ L 2.. „ud sprecht, wir hätten das ganze Pack in den^nahen See geworfen, dann ist die Sache gleich An^-dek Äh ük" deS Lustschlosses zu Th. mußte ohnlängst ein armer stelzbeiniger Invalid, der fernem Fürsten eine Bittschrift überreichen wollte , so lange stehen, daß das Holz'! seines Beine« rm lockern Erdboden Wurzel faßte und zu keimen anfing. Als man die Kö'siiM Vidkoria fragte, wie .S ihr im vorigen Jahre auf dem Schlosse Eu und auf der Burg Stolzenfels gefallen habe, erwiederte sie: In Eu fand ich cs wegen der Franzosen sehr luftig «.»»»»» -yiv». o.....,7:.' , .• und auf Stolzenfels in' Preußen sehr windig. -ZFLÄL « » uub ............ Ü7^ De? Plan ist nicht übel," entgegnete Tristan, „aber wirst Du ewig reinen Mund hallen Ihr scherzt," lachte der Andere, „glaubt Ihr ich geize darnach, jetzt oder Übers Jahr unter Eure Hande *U schwöre auf das Kreuz meines Schwertes, wie ich "schwöre, ewig stumm zu seyn und nichts anders zu antworten, als was Du antworten sollst. (Fortsetzung folgt.)