jAnzeigeblatt für die Stadt und -en Kreis Gießen. J|o 64. Mittwoch den 11. August , 1847* Amtlicher DH eil. Zu ^V8 K. G. 9508. / Gießen am 5. August 1847. Betreffend: Die Unterstützung der Armen und die Abstellung \ des Bettelns. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen a n die sämmtlichen Gr. Bürgermeister des Kreises mit Ausnahme desjenigen zu Gießen. Eine ganz natürliche und nicht wohl abzuwenden gewesene Folge der seitherigen drückenden TheueruNg aller Lebensbedürfnisse war fast in allen Orten des Kreises die Zunahme der Bettelei, indem eines TheilS eine Menge von Gemeinde-Einwohnern, welche nach ihren Verhältnissen die Unterstützung der Gemeinden nicht in Anspruch nehmen konnten oder wollten, die zur Eruährung ihrer Familien nothwendigen Mittel aus ihre» Verdiensten nicht vollständig anfzubringen vermochte, andern Theils die Gemeinden nicht im Stande waren, alle Anforderungen an Unterstützung aus Gemeinde-Mitteln zu befriedigen. Die Theueruug hat aber jetzt nachgelassen; es ist zu hoffen, daß die Preise der Lebensbedürfnisse bald den normalen Stand erreichen und ich muß daher nunmehr erwarten, daß Sie sich, wozu ich Sie hiermit auffordere, ernstlichst bestreben, mit allen Ihnen zu Gebote stehenden Mitteln der Bettelei — dieser Pflanzschule für Taugenichtse und Verbrecher — entgegen zu wirken und namentlich zu verhindern zu suchen, daß schulpflichtige Kinder Ihrer Gemeinden die Einwohner fremder Orte mit Bettelei belästigen. Meiner Seits wird die polizeiliche Aufsicht dahier mit besonderer Strenge gehandhabt und werden Ihnen die Bettelkinder auf polizeilichem Wege zugeführt werden. Ucbrigens ist Die Bettelei, auch bei der unausgesetztesten Thätigkeit des Polizei-Personals, doch nur mit großer Schwierigkeit, oder gar nicht, abzustellen, wenn nicht die Einwohner der Gemeinden selbst hülfreiche Hand dazu bieten, indem sie dem Polizeipersonal bei Nachforschung nach Bettlern in den Wohnungen nicht allein nicht hindernd entgegen treten, was bisher öfters vorgekommen ist, sondern sie in ihren pflichtmäßigen Bemühungen unterstützen, insbesondere aber, indem sie den von Haus zu Haus streifenden Bettlern die geforderte Gabe verweigern. Der Wohlthätigkeitsstnn der Gemeinde-Einwohner hat ein genügend weites Feld der Wirksamkeit, ohne daß eS nöthig ist, dasselbe auf, der Regel nach vagirendcö und der öffentlichen Sicherheit gefährliches, Bettler-Gesindel auszudehnen, und ich betrachte alle Klagen über Belästigung durch Bettler und Mangel an Thätigkeit des Polizei- Personals für höchst übet angebracht, so lange die Einwohner der Gemeinden diese hcrumfahrenden Bettler durch fortwährende Gaben heranziehen und anf diese Weise an Beibehaltung ihrer bettelnden Lebensweise gewöhnen. Sie wollen sich bemühen, diesen Ansichten bei Ihren Angehörigen Eingang und Geltung zu verschaffen. Prinz. ' : . Bekanntmachung. ES sind im Verlaufe der letzten Zeit mehrmals allgemeine Klagen über Mangel an vorgeschriebenem Gewicht der Brode und der Güte desselben bei mir vorgebracht worden, ohne daß ttt den einzelnen Fällen Anzeigen darüber bei mir erhoben worden sind. 476 Veranlaßt hierdurch, mache ich öffentlich bekannt, daß die hiesigen Bäckermeister, sowie alle, welche sich sonst mit der Bereitung und dem Verkaufe von Brod befassen, bei Strafe verpflichtet sind: „stets vollgewichtiges und vollständig ausgrbackenes Brod und dergleichen Wecke zu liefern" und daß ich denjenigen, welckje wegen Uebertretung dieser Vorschriften Beschwerden erheben zu können glauben, empfehlen muß, statt allgemeiner Klagen, in vorkvmmenden Fällen bei mir Anzeige zn machen, indem Visitationen der Backwaaren nur von Zeit zu Zeit stattfindcn können und nur auf jenem Wege die Befolgung der bestehenden Vorschriften sicher zu bewirken ist. Gießen den 6. August 1847. Der Großh. Hess. Kreisrath des Kreises Gießen. Prinz. Polizei-Verfügung. Das^Einschleichen in fremde Gebäude betr. Da in neuerer Zeit dahier die, gegründet befundenen, Klagen über stattfindendeS Einschleichcn sowohl einheimischer als auswärtiger Personen in fremde Gebäulichkeiten ohne Vorwissen des Eigenthümers, sich fortwährend mehren, dieser Unfug jedoch in mehrfacher Beziehung die öffentliche Sicherheit gefährdet, so sehe ich mich veranlaßt, zur Abstellung desselben Folgendes zu verfügen: Wer sieb in Zukunft in fremde Gebäulichkeiten ohne Vorwissen ihres Eigenthümers einschleicht, verwirkt eine, im Wiederholungsfälle zu verdoppelnde, im Falle der Unzahlungsfähigkeit mit entsprechendem Gefänaniß zu verbüßende Geldstrafe von 1 fl. 30 fr. Außerdem hat derselbe nach Umständen sich der Verhaftung und der Ausweisung auö diesiger Stadt $U ^Gicßen'am 7. August 1847. Der Gr. Hess. KreiSrath des Kreises Gießen. Prinz. Besondere Bekanntmachung. 1458) Einen vermißten Feuereimer betr. Seit dem letzten Brande wird der Feuereimer mit dem Zeichen Lil. C. .AS 42 vermißt. Sollte derselbe entwendet worden seyn, so dient zur Nachsicht, daß derjenige, welcher zu dessen Wiedererlangung bchülslich ist, aus der Stadtkasse eine Belohnung von 11 fl. zu erwarten bat. Gießen den 9. Aug. 1847. I. V. d B. der Beigeordnete R ü h l. Versteigerungen. 1807) Montag den 23. August d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll aus dabiesigem Nathbaus, die dem Gastwirth Magnus im Garten dahier zustehende alt neu UlKlftr. • 1913/10 y 44 Hofraithe in den Wallgärken, 240/(I ■136 ~ 1913^ i/ 682 Grabgarten daselbst, (ehemals 137 Ebh. Schneider'schcr Garten) öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 6. Juli 1847. Der Beigeordnete Rühl. 1446) Main - Weser - Eisenbahn. Erdarbeiten. In der Gemarkung Langgöns werden Freitag de» 20. d. M., Vormittags 10 Uhr, für etwa 30,000 fl. Ertaibeite» öffentlich versteigert. Die Zusammenkunft ist an der Arbeitsstelle in der Langgönser Hardt. Butzbach den 8. August 1847. Der Gr. Hess. Sections-Zngenieur der Section Butzbach. Meyer. 1328) Montag den 6. September d. Z., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dabiesigem Nathbaus die dem Schreinermeister Kirschner dahier zusteheude alt neu HlKlftr. 325/i6s 'An 13 Hofraithe in der Kalharinen- gasse öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 15. Juli 1847. Der Beigeordnete Rübl. 1457) Versteigerung von Korbweiden bei der Stabt Gießen. Samstag den 14. d. M., Morgens 9 Uhr, 477 werden die 'vorbemerkten Korbweiden auf dem Rathhause dahier an den Meistbietenden zux Ver- steigcrung gebracht. Gießen den 9. August 1847. Z. V. d. B. der Beigeordnete, R ü h (. 1444) Maiil » Weser-Eisenbahn. Pflasterarbeit. Die bei Erbauung zweier Viaducte in der Gemarkung Niederwcisel entstehende Pflasterarbeit, welche einschließlich der Materialien zu 460 ft. veranschlagt ist, wird Dienstag den 17. d. M., Bormittags 9 Uhr, im Gasthause zum Stern dahier öffentlich versteigert. Butzbach den 5. August 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Srction Butzbach. Meyer. 1458) Dienstag den 17. August, Nachmittags um 5 Uhr, soll die Einrichtung einer Wohnung und eines Gc- mcinderaths - Sitzungssaals in dem hiesigen Brauhaus, bestehend in nachstehenden Arbeiten, als: 1) Maurerarbeit, im Boranschl. zu 210 st. 35 fr. 2) Stein hauerarbcit, im 3) Zimmerarbeit „ 4) Dachdcckerarbeit, „ 5) Schreiuerarbeit, „ 6) Schlofferarbeit, „ 7) Glaserarbeit, „ 8) Weißbindeiarbeit, „ auf meinem Bureau dahier „ n 49 ,, 8 „ „ „ 45 „ 28 „ tf tr 5 ,, 50 ,, ft rr 249 „ 31 „ tr tf 64 ,, ,, ff fr 66 ,, ff ft ff 92 „ 16 ff öffentlich an den We- nigstnehmenden vergeben werden. - Klcinlinden den 7. August 1847. Der Bürgermeister Weigel. 1443) Main-Weser-Eisenbahn. Steinlieferung. Das Brechen und Fahren von 10 Cubikklafter Schichtmauersteincn, aus dem gemeinheitlichen Bruche bei Langgöns, zu der Brücke über den LauLbach und dem Viadukt über den Schaubigtweidenweg, in der Gemarkung Langgöns, wird Donnerstag den 12. d. M., Vormittags 9 Uhr, im Gasthause zum Stern dahier öffentlich versteigert. Butzbach den 6. August 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Section Butzbach. Meyer. 1442) Main-Weser-Eisenbahn. Die Lieferung von 1000 Stück rauhen Grenzsteinen , ans die Eisenbahn von Butzbach bis zur Kurhessischen.Grenze bei Nauheim, wird Dienstag den 17. d. M., Vormittags 9 Uhr, im Gasthause zum Stern dahier öffentlich ver, steigert. Butzbach den 5. August 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Section Butzbach. „ Meyer. 1451) Eine Partie alte Schränke, Bretter rc. lasse ich Mittwoch den 11. d. M., Nachmittags um 4 Uhr, in der Schlvßgaffe versteigern. Louis Lind. Feilgeboren. 1440) Reingehaltene Spiritus-Fässer, besonders zu Acpfelwein gut geeignet, sind einzeln und in Partiecn, sowohl in Eisen als in Holz gebunden, bei Jean Gossi in Großenlinden zu haben. 1437) Aechtes baierisches Lagerbier im Caf« Lind. 1449) Ein gut facionirter und im besten Stande befindlicher kupferner Brandweiukessel nebst Hut und Schlangenrohr, l1/,. Ohm haltend, ist billig zu verkaufen ber W. Handwerk in Wetzlar. 1447) Neue holländische Häringe und Sardellen, trockenes Obst, Senf, Limburger Käse, Perlgerste, Limonade, Bsschoff und Punsch - Essenz u. s. w. bei Höstereich, auf der Mäusburg. 1453) Vorzüglichen Weinessig empfiehlt Louis Lind. 1452) Weiße Kleiderstoffe in Mull, Bat- tist, Jaconnets, sowohl glatt als faoionirt, Balzarine, Barege und Mousselines de laine in reichster Auswahl, empfehle ich zu den billigsten Preisen. M. Heß, Lit. A. 55. 1415) Die vormals Ludwig Reuschling'sche, an der Straße von Gießen nach Wetzlar in Klein- linden gelegene Hofraithe, bestehend in Wohnhaus, Holzschoppeu, Pfcrdestall und einem Saalboden, nebst einem Garten und einem daranstoßenden Acker, 478 sich zum Betrieb einer Wirtkschaft sehr vortheilbaft eignend, ist aus freier Hand zu verkaufen und sind die näheren Bedingungen bei dem Unterzeichneten zu erfahren. Gießen den 1. August 1847. Ludwig Seyd, Gr. Hofgerichts-Advocat (in dem Hause des Herrn Tapezierer Reiber auf dem Kreuz.) 1362) Ein in der Nähe der katholischen Kirche gelegener, mit Obstbäumen bepflanzter, circa 1 Morgen großer Garten, worin sich ein Gartenhaus befindet, ist mit oder ohne Ernte käuflich abzugeben. Lit. B. .AS 33. das Nähere. 1424) Gemalte llouleaux, sowie auch Fenstervorfetzer, habe ich in Commission erhalten und kann solche zu den billigsten Preisen ablassen. K F Hanbach, Tapezierer, Seltersweg Lit. C. .AS 43. Zu vermiethen. 1441) Der unterste Stock im Neubauer'schen Stistungshause, nebst dem dazu gehörigen Garten- theil im Riegelpsad ist anderweit zu vermiethen. Lusttragende haben sich bis zum 16. L M. bei dem Curator, Hofgerichts-Advokat Dornsetff zu melden. 1439) Zm Berlinischen Hause vor dem Wall« thore, ist eine kleine Familienwohnung im zweiten Stockwerke und eine im Hinterbause zu vermiethen; auch werden beide Logis zusammen abgegeben. 1435) Eine bequeme Familienwohnung von 3—5 Zimmern mit zugehörigen Räumen, ist Anfangs Oktober zu beziehen bei Stein Lit. A. M 36. 1436) Lit. C. .AS 10. sind im dritten Stock einige möblirte Stuben zu vermiethen. 1448) Das bisher von Herrn Professor Zam- miner bewohnte Logis ist anderweit, an einen ledigen Herrn, oder auch an eine stille Haushaltung, zu vermiethen und das Nähere in Lit. C. .AS. 51. am Seltersweg zu erfragen. 1455) Zwei gut möblirte Zimmer, das eine mit Cabinct, sind auf das nächste Semester zu vermiethen bei Z. Th. Hauba,ch II. am Seltcrsweg. 1461) Zn Lit. C. Nr. 158. auf dem Scl- tersweg ist ein Logis, bestehend in zwei Stuben, Küche, Keller, Bodenkammer und Holzstall, ZU vermiethen und im October zu beziehen. Das Nähere ist zu erfahren in Lit. B. .AS 114. auf dem Neuenweg. 1460) Bei Conrad Schneider in der Marktstraße ist eine möblirte Stube zu vermiethen. -------------V- • « Vermischte Nachrichten. 1450) Bei Schreinermeister Stamm vor dem Wallthore ist eine neue Bohnenschneide- Maschine verfertigt worden. Der Korb Bohnen zu schneiden kostet, bei einem Zeitaufwand von yhngefähr 10 Minuten , 8 kr. 1459) Am Sonntag vor 8 Tagen ist ein grau gefüttertes Täschchen auf dem Markt vrrloren worden. Der redliche Finder wird ersucht, es gegen eine Belohnung in der Erped. d. Blattes abzugeben. — Auch ist eine Badebütte billig zu verkaufen. Wo? sagt die Erped. d. Blatts. 1438) Zwei schöne Zimmer, auf die Straße gehend, werden für den nächsten Kurs in einem anständigen Hause zu micthen gesucht. Näheres bei der Erped. 1454) Zn hiesiger Stadt wünscht Jemand ein Kind in die Kost und Verpflegung zu nehmen. Wer? sagt die Erped. d. Bltts. 1445) Zimmergesellen werden gesucht und können gleich in Arbeit treten bei Zimmermcister Grube in Gießen. Kirchliche Anzeigen Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 8. August. Ein unehelicher Sohn, Heinrich Balthasar, geboren den 4. August. Denselben Dem Bürger und Schuhmachermeister, Georg Andreas Röber, eine Tochter, Luise Katharine geboren den 22. Juli. Denselben Dem Ortsbürger in Kehlcbach, im Kreise Biedenkopf, und Eisenbahnarbeiter dahier, Johann Jost Becker, ein Sohn, Daniel Martin Emil, geboren den 29. Juli. Denselben.- Dem Ortsbürger in Frankenhausen, im Kreise Dieburg, und Eisenbahnaufseher dahier, Balthasar Schmidt, eine Tochter, Karoline Marie 'geboren den 26. Juli Beerdigte. Den 6. Ang. Ludw. EmilJac. Christian Selzer, des Bürgers u. Schuhmachermeisters, Karl Selzer II., ehelicher Sohn, alt 3 I. 27 T., gestorben den 4. August. Den 7. August. Katharine Wilhelmine Wahl, deck verstorbenen GemeiNderechnungs-Revisors, Johann Heinrich Wahl zu Großenbuseck, hinterlassene Witiwc, geb. Heddcrich, alt 44 I., 11 M., 24 T., gestorben den 5. August. 47» Angekommene und abgereiste Fremden vom 6. bis 9. August 1847. v. Battenberg. Hrn. Geschästsl. Wepbrecht ». Gießen, Leusch, Wald u. Gelle v Darmstadt u. Lembach v. Biedenkopf, Fr. ©pent in. Schwest. v Laasphe. Hr. Marguth, Jnstr.-Mach. v. Butzbach. £>r. Gutel, Geschäftsm. v. Niederseemen Hr. Heßler, «uchb. v. Hildburghausen Hr. Busch, Schrein, v. Darmstadt. Hr Bock, Handelsm. v. Ri-derohmen. Hr. Koremann, Geschäftsm. v. Zelle. Hr. Kretz, Bauaufseh. v. F.iedberg. Im Stern■ Hr Isenberg, Handelsm. v. Hesborn Hr. Engelbach, Bote v. Biedenkopf. Hr. Allendörfer, Handelsm, v. Cassel. Hr. ErMer m. Sohn, Sang. v. Munbenheim. Hr. Weber, Handelsm. v. Ulrichstein Jungfer Althaus v. Melsungen. Hr. Reiß, Handelsm. v Altenkirchen. Hrn. Fuhrt. Günther, Paß u. Döring v. RebgeShain. Hrn. Handels! Schneider v. Södel, Roß v. Oberroßbach u. Hermann v. Mainzlar. Hr König, Prioatm. v Vilbel. Fr. Müller v. Alsfeld In der Sonne: Hr. Wagner, Handelsm v. Beuern. Hr. Degenhardt, Gefchäftsm. v. Heiligmstadt. Hr. Gebauer, Tuchm. v. Herschfcld. Fr. Goldmann v. Ershausen. In der Kose Hr. Flick, Lehr v. Herborn. Hr. Keller, Condit. v Rudolstadt. Hrn. Gastw. Dietz v. Ermenrod u. Eisfeller v. Felda. Hr. Wolf, Stcinh. v. Sich. Hr. Rother- mehl, Landger Dien. v. Grünberg Hrn. Geschäfts!. Weber v. Hopfgarten u. Wagner-v. Dreihausen. Unterhaltendes und Gemeinnütziges. (Eingescndet.) Von jeher ein Freund der in einem öffentlichen Blatte besprochen wurde. Der Oeffentlichkeit, habe ich mich noch jederzeit darüber gegenseitige Austausch der Ideen ist an und für sich gefreut, wenn eine Sache von allgemeinem Interesse so lehrreich als nützlich; um wie viel mehr ist es In den Privathäusern. Bei Hrn. Kfm. Hast: Hr. Fritzel, Doct. v. Oberesch, bad). — Bei Hrn. Ehr. Reiber: Hr. Zöckel, Bäck. v. Grün- berg — Bei Hrn Asseff. Laubenheimer: Fr Mediz-R. Stegmeper v Darmstadt. - Bei Hrn Mctzzermcist. LampuS: Hr Sehrt, Kfm. v Grünberg. — Bei Hrn. Univ.-Gärtn. Sauer:" Frl. Bogt v Lich. - Bei Hrn. Pedell Reitz: Jungfer Kumpenhans v. Alsfeld — Bei Wittwe Schmincke: Hr. Saalfeld, Cand. v. Friedberg. — Bei Hrn. Fabrik. Ballin: Hr. Seckel, Kim. v Dietz. — Bei Wittwe Merckel: Hr. Häuser, Prioatm v. Gladenbach — Bei Hrn. Geh. R. Knorr: Hr. Knorr, Oberapp.-Ger.-R. v. Darmstadt. — Bei Hrn Postmeist Kempf: Hr. Krug. Oberapp.-Ger.-R. v. Darmstadt. — Bei Hrn. Stadtr. Muhl: Hr. Schuhmacher m. Tocht., Kamm.-R. v Arolsen — Bei Hrn Domänenb. Daucrnheim: Hr. Deines, Stadtrechn. v. Allendorf a d. Lumda. - Bei Hrn. Geh. Soft. Langsdorff: Fr.Pfarr Bergen v, Oberhörlen. - Bei Fr. Hofkamm «R- Hoffmann: Hr. Hoffmann m Fr , Prof, v London. — Bei Hrn Cand. med. Schmitt: Hrn. Lehr. Braun u Kriescher v. Oberstädten. — Bei Hrn. Bleicher Schürtz: Jungfer Berd v Schlitz. — Bei Hrn. Lithogr. Brühl II : Fr. Brühl u. Fr. Weigel v. Biedenkopf — Bei Wittwe Hoch: Jungfer Hoch v. Bonn. — Bei Luise Simon: Fr Amtm Mühlhausen m. Tocht. v. Hungen. — Bei Hrn Sind Büchner: Hr. Höflingcr. Privatm. v. Schotten. — Bei Hrn. Ehr. Lampus: Hr. Herzcr, Sold, v Giesen — Bei Hrn 8lud Lorbacher: Hr. Heger, Access, v. Darmstadt u Hr. Böckler, Sind. v. Heidelberg. — Bei Wittwe Jughardt: Frl. Jughardt v Dreieichenhain. — Bei Wittwe Hofmann- Frl. Hartmann v. Wetzlar. - Bei Wittwe Reh- meper: Hr. Pfeil, Privatm. p. Biedenkopf — Bei Wittwe Böck: Hr. Böck, Schrein v. Wcckersheim. — Bei Hrn. Schneider Peppler: Jungfer Gebauer v. Grünberg In den Gasthäusern. Im Einhorm Hr. Amstnch m. Fam. li. Bedien, Rent. v. Hamburg. Hr. Hegeroth, Kfm. v. Amsterdam. Hr. Huber, Buchh. v. Kilianshütte. Hr Wilkens, Privatm v. Mannheim: Hr. Hegmann, Oecon. v. Biebrich. Hr. Lohfink, Rentmeist. v- Rastatt. Hr. Müller, Kfm. v. Bacharach Hr. Richte!, Partie, v. Stuttgart. Hr. Benning, Rent. v Arnheim Hr. Kertel, Kfm o. Offenbach. Hr. van der Deicker m. Fant., Gutsbes. v Hannover. Hr. Freiherr v. Stralo m Fam. u. Bedien., Mas v. Posen. Hr. Schröder, Kfm. v Berlin. Hr. Schandersohn, Rent. v. Copenhagen. Hr. Adler m. Schwest., Fabrik, v. Base!. Hrn Kfl. Banzingcr v. St. Gallen u Trumpf v. Berlin. Hr. Brinkmann, Fabrik. ». Solingen. Hr. Heuzer, Gastw v. Dresden. Hrn. Kfl. Friedel v. Emden, Achtel v. Hamburg u. Ludemann v. Lahr. Hr. Schuhmann, Rent. v. Hildesheim. Hr. Köster, Kfm. v. Hamburg. Hr. Wedeking, D?. med. v. Paris Hr. Mingers m. Fam., Partie v. Schwirdingen Hr. Hischer, Kaufm. v Schwerin. Hr Gartos m. Fam. u Bedien, Rent. v. Frankfurt a d. O. Hr v. Kiterlen m. Fam. u. Bedien, Eons. v. Rotterdam. Hr. Hohenemser, Bang v. Mannheim. Hr. Andrä, Kfm. v. Frankfurt. im Kuppen: Hrn Kfl. Hcrre v Siegen u. Lückefeld v. Frankfurt Hrn. Privatl. Amendt v. Romrod u. Schmitt v. Marburg. Hr. Thilo, Pfarr. v. Allendorf Hr. v Som- ling, Offiz, v. Coblcnz Hr. Grünewald, Gutsbes. v. Schwalheim. Hrn. Kfl. Wassermann v. Mannheim u. B.vlf v. Heidelberg Hr. Müller, Fabrik, v. Leipzig. Hr. Erb, Forst- cand v. Ermenrod. Hr Egestorff, Fabrik, v. Linden. Hr. Cohn, Kfm. v. Mannheim Hr. Klein, Berginspcct. v. Carls- Hütte. Hr. Hofmann, Renlaintögeh. v. Bingenheim. Hr. Wahl, Canzl -Secret, v. Frankfurt. Hr. Klapp, Justizr. v. Dalwischthal. Hr. v. Gräber m. Fam. u. Bedien., Ober- stallmeist v. Carlsruhe Hr. Schölffler m Fam, Berginsp. v. Münster. Hr. Rinck, Ur. phil v Copenhagen. Hr. Wahl, Secret, v. Eisenach. Frl Eckhardt v Frankfurt. Hrn. Kfl. von der Krone v. Lüderscheict, Andre v. Frankfurt u. Bacher v. Bruchsal. Hr. v Winterfels, Ritterguts des. v. Dessau. Hrn Kfl. Schäfer v. Halberstadt u. Heppert v. Sondershausen. Hr. v. Schwedler, Cadet v. Hersfeld. Hr. Stahl, Privatm. v. Ermenrod. Hrn. Kfl. Bender v. Butzbach u. Groß v. Frankfurt. im Prinz Carl. Hr. Borger, Fuhrm. v. Offenbach. Hr. HooS, Oecon v Leimbach. Hr. Klein, Fabrik v. Cöln Hr. Beinlein, Kfm v Gelnhausen. Hr. Wagner, Handelsm. v. Beuern. Hrn. Oecon. Franck v. Rabenau, Hardt u. Auncrod v. Oberschmidtcn. Jungfer Bopp v. Ortcnberg. Hr. Gescheidt, Schrein, v. Butzbach. Hr. Baumann, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Leopold, Geschäftsm. v Gelnhausen Hr Schneider, Oecon. v. Lieblos. Hr Simon, Kfm. v Friedberg Im Darmslaedter Haus: Hr. Müller, Schullehk. v. Mornshausen Hr. Henz, Fuhrm v. Reiskirchen. Hr. Ost- hcimer, Geschäftsm. v. Hochheim. Hr. Zelt, Fuhrm. v. Arnsberg Hrn. Geschästsl. Haller v. Darmstadt u. Guntrum v. Schlitz. Hrn Handels!. Schön v. Alzei u Berger v. Freienseen Hr Müller, Barb. v Alzei. Hr. Löber, Schicht- meist, u. Franäe, Geschäftsm. v. Schlefingen. Hrn. Fuhr!. Leinweber u. Bamberger v. Holzhausen Hr. Söhnchen, Gc- schäftsm. v. Brandoberndorf Hr Müller, Landgcr.-Dien. 480 derselbe, wenn durch die offene Darlegung des Gegenstandes in irgend einer Zeirschrist recht vielen Personen Gelegenheit gegeben wird, hieran Theil zu nehmen? Der Nutzen hiervon ist zu einleuchtend, als daß ich nöthig hätte, darüber noch etwas Weiteres zu sagen; ich will mich daher nur auf folgende Mittheilung beschranken. Vor einigen Tagen befand ich mich in der Wirths- stube eines FuhrmannS-WirthshauseS in einem Dorfe hiesiger Umgegend, in Gesellschaft noch einiger Herren Einer von diesen bemerkte eine an der Wand befestigte, mit zwei 'Vorlegeschlössern verschlossene und mit Ä. B. bezeichnete Sparbüchse. Ihm fielen die zwei Schlösser und die Buchstaben A. «>. auf. Ich erklärte demselben, daß diese letzteren „Armenbüchse<* bedeuteten; der doppelte Verschluß indeß gleichsam als eine Satyre auf die paar Tropfen Almosen. die vielleicht während eines ganzen Jahres hineinfielen, zu betrachten sey; wäre ich an. des Wirthes Stelle, und wollte die Armen bedenken, so würde ich jedem bei mir einkehrenden, des Nachts bei mir logirenden Fremden, einen Kreuzer mehr für die Zeche anrechnen, und diesen in die Armcnbüchse werfen, auf welche Weise solche doch nicht bloß zum Scheine in der Wirthsstube paradirte. Es wurde über diesen Gegenstand noch Manches gesprochen, wodurch ich auf die Idee kam, wie nützlich es für jeden Ort seyn würde, wenn ein Gesetz eristirte, nach welchem jeder Wirth verpflichtet sey, seinen über Nacht bleibenden Gästen ein Gewisses für die Armenbüchse anzurechnen, ein Fuhrmanns- Wirth in einem Dorfe etwa i Kreuzer, ein Gasthalter in einer Stadt, je nach dem Range seines Gasthauses, 1 bis 3 Kreuzer. Die Büchse müßte alsdann monatlich, unter polizeilicher Aufsicht, geleert, und das darin befindliche Geld der Armenkasse des Ortes überwiesen werden. In manchen Ortschaften würde dieses jährlich schon eine bedeutende Summe betragen, und so die Armen von Fremden eine gewiß sehr gern, wenn auch unfreiwillig, dargereichte Unterstützung erhalten, die ihnen sehr zu Gute kommen und große Erleichterung gewähren würde. Das Gesetz könnte füglich durch das, besonders den Fremden, so lästige Straßenbetteln, das durch die strengsten Verbote, womöglich ganz beseitigt werden müßte, motivirt werden. Indem ich Obiges nun hiermit der Oeffentlichkeit. übergebe, wäre es mir angenehm, aus den nächsten Nummern dieser Blätter zu erfahren, welche Ansichten Andere über diesen Gegenstand haben, und deren Meinung darüber zu vernehmen, ob ein derartiges Gesetz überhaupt auch thunlich und ausführbar sey, ob dieses ferner von der Staats-Regierung ausgehen müsse, oder ob die Behörde einer Stadt oder eines Kreises befugt sey, ein solches für ihren Bezirk ergehen zu lassen. Falls alsdann aus dieser Besprechung künftig irgend ein günstiges Resultat für die Armen hervorgehen möchte, so dürften sich dadurch alle diejenigen, die sich für diesen Gegenstand interessirt hätten, hinreichend belohnt fühlen. — E — —----------—-- Einladung zum Nationalvereine für deutsche Auswanderung und Ansiedelung, insbesondere für das Großherzogthum Hessen. Die Statuten des Nationalvereins für deutsche Auswanderung und Ansiedelung, insbesondere für das Großherzogthum Hessen, sind von Höchstpreißlichcm Großh. Hess. Ministerium des Innern und der Justiz am 1. d. M. bestätigt worden Die nächste Aufgabe des provisorischen Comites dahier ist sonach, in Bezug auf die Theilnahme am Verein die erforderliche Thätigkcit zu entwickeln. Es hat sich zu diesem Zwecke mit einer Anzahl Personen des In- und Auslandes direkt in Verbindung gesetzt. Zugleich aber schlägt es den Weg der Oeffentlichkeit ein, indem es alle Männer, welche von der Nothwendigkeit überzeugt sind, über Auswanderung und Ansiedelung richtige Begriffe zu verbreiten, unter Umständen davon abzuratheu, aber ebenso auch das fest Ergriffene zum möglichsten Nutzen der Auswanderer und Ansiedler zu leiten, und deutsche Auswanderung wie Ansiedelung auf eine möglichst nationale Basis zu bringen, ebenso achtungsvoll, als dringen v hierdurch ersucht, theils selbst dem Verein zuzutreten, theils um die Anmeldungen Anderer zu solchem Zutritte sich gütigst zu bemühen und dieselben anzunehmen Maßgebend würde dabei 8 5. der Statuten seyn, wonach ordentliche Mitglieder des Vereins diejenigen sind, welche durch eine Aktie von fünf Gulden oder durch einen jährlichen Beitrag von wenigstens einem Gnlden sich betheiligen, und schlagen wir daher vor, SubseriptionSlisten in Cirkel zu setzen, wo in zwei Columnen die Möglichkeit gegeben ist, auf die eine oder andere bewirkte Weise, oder auf beide Weisen, Mitglied des Vereins zu werden. Da es nuhrfach wünfchenswerth erscheint, diese Angelegenheit recht beschleunigt zu sehen, so ergeht auch darauf unsere dringende Bitte. Erem- plare der Statuten und Formulare der Subserip- tionslisten wird Herr Kaufmann Karl Schwarz in Darmstadt auf Verlangen abgeben, sowie auch an denselben die Snbscrwtionslisten, wo irgend möglich bis Ende August d. I., eingesendet werden mögen. Eine Sübscriptionsliste zum Einzeichnen liegt im Comptoir des Herrn Kaufmanns Karl Schwarz dahier, sowie bei Buchdruckereibesitzer Herrn G. D. Brühl 1. in Gießen, auf. — Sowie die Annahme 481 der Subscnptionslisten geschlossen ist, erfolgt die Einladung zu einer Generalversammlungworin insbesondere die Wahl des Vorstandes und des Ausschusses des Vereins stattfindcn wird. Darmstadt, 10. Juli 1847 Das provisorische Comite des beabsichtigten "Na- tionalvereins für deutsche Auswanderung und Ansiedelung, insbesondere für das wrost- herzogthum Hessen. Die jetzigen gesellschaftlichen Zustände. Zukunft der Handwerker. (Schluß.) Es erheb.» sich zwar Stimmen, welche glauben machen wollen, dieses Sinken des Gewerbestandes sey Folge der in mehreren Ländern erfolgten Aufhebung des Zunftzwanges und werde mit der Wiedererrichtung des letzten schwinden. Ta scyd Ihr aber auf dem Holzwege, damit ist durchaus Nichts gesagt und es ist Zehn gegen Eins zu wetten, daß, je eher die alte Zunftweise wieder eingeführt wird, Ihr desto eher verloren scyd. Die Negierungen haben den Zunftzwang nicht aufgehoben, weil sic w o l l- ten, sondern weil sie mußten England, Frankreich und die Niederlande haben uns durch ihr Beispiel gezwungen, und wollen wir Deutsche nicht ganz verarmen, so müssen wir ihnen auch in dieser Beziehung nachahmen, aber bald. Wollt Ihr Zunftzwang, so müßt Ihr ihn in der ganzen Welt haben. Privilegien aber sind der Krebsschaden des Handels und der Gewerbe. Wer's am Besten macht, der wird den meisten Zulauf und Gewinn haben. Hier werden vielleicht Viele wieder einen Einwand versuchen wollen, hilft aber Alles nichts, es ist reine lautere Wahrheit und wollte Gott, eö wäre in Deutschland die Zeit schon da, wo jeder produciren, jeder arbeiten darf, was er will, was er kann, was er versteht und wozu er die Mittel besitzt; heute dieß, morgen das und übermorgen wieder etwas Anderes. Die Zeit eilt, sie ist nicht aufzuhallen, die völlige Gewerbsfreiheit ist vor dcr^Thür, sie hat sich schon von selbst cingeschlichen. Wer's vermag, der halte die Zeit der Gewerbsfreiheit und des industriellen Fortschrittes auf. Unsere Großväter hatten den Zunftzwang, ist es ihnen möglich gewesen die Tuch- würker, die Stricker, Gürtler, Riemer, Geschmeidemacher, Waffenschmiede:c. vom Untergange zu retten? Ja, es wird eine Zeit kommen, sie ist schon vor der Thür, in welcher von Handwerken nur noch die des Bäckers, Fleischers, Schneiders und Schuhmachers und einige wenige andere noch bestehen. Alle übrigen Gewerbe haben sich mehr oder weniger in Fabriken und Handlungen aufgelöst Ja, selbst dem Bäcker, Schneider und Schuhmacher droht die mächtige Concurrenz der Fabriken; den Müllern wird das Wasser abgekauft, um die Mehlmühlen in Tabaks-, Fayence-, Porcellain-, Spinn-, Echleif- und Sägemühlen zu verwandeln, während einzelne Mehlmühlen jetzt durch Dampf getrieben werden. Ja, der Dampf, der Dumps, glaubt es mir, er hat aus der einen Seite Theil am Ruin der Handwerker ' und doch ist er das große feurige Genie unseres Jahrhunderts, dem Jahrhundert der Industrie und der Erfindungen. Hier ruft mir vielleicht eine Stimme entgegen: Du verkündest uns den Verfall aller oder doch sehr vieler, der meisten Handwerke, das Ende aller Ge- werbsthätigkeit; was soll aus uns werden? Ich antworte : auch der Fortschritt der Industrie fordert Zeit, die eilende Zeit braucht und verzehrt sich selbst. Ich habe gezeigt, waö gekommen ist, was noch kommt; allein die jetzt lebenden Meister, die mit Klugheit und Betriebsamkeit ihr Geschäft treiben, werden nur langsam die Abnahme ihres Geschäftes erfahren, sie können sich jetzt vorsehen, einen Seitenweg einschlagcn; sie können sich noch helfen, wenn sie nur den gehörigen Scharfblick haben, um zu erkennen, was zu ihrem Nutzen dient. So hätte ich denn ein Bild gezeichnet, welches die Zukunft des Gewerbswesens dar stellt und th welchem Viele gar grelle Farben erblicken werden. Be-- tracht.t dieses Bild, es gilt vorzüglich Euren Nachkommen, Euren Söhnen. Diese sollen für die neue Acra der Zukunft gerüstet werden, damit sie der Zeit gewachsen sind und sie nicht als schlecht anklagen, während sie Neicbthümcr mit vollen Händen auswirst, die aber nur diejenigen sehen und finden, welche die neue Münze der Zeit kennen und von ihrem breiten Strome ein Bächlein in ihren Säckel leiten. Alles dieß kann nur durch eine tüchtige Vorbildung in GcwerbSschulen erreicht werden, darum trachtet darnach, selbige den Kindern und Pflegbefoh- lcnen angedeihen zu lassen. Dies bleibt leider aber hier in Gießen so häufig von Ckkkrn und jungen Gewerbsleuten unbeachtet, indem sich ihnen doch hier die beste Gelegenheit darbietet. Denn ohne dieß werten sie die Zeit nicht begreifen und zu ihrem Vortheile lenken, und an das rollende Rad der Zeit ihr Gespann nicht befestigen — mit ihr forteilcnd, gleichen Schritt halten können. Sie werden dadurch befähigt werden, nicht dieß oder das — sondern, nach Forderniß der Zeit, Alles zu treiben, was Gewinn abwirft und ihre Familien ernähren kann. Der Bastard von Gemappe. Historische Erzählung von F Menk. (Fortsetzung ) „Fasse Dich, Ludwig!" nahm feierlich Jeoffroy das Wort. „Ich habe männlich ertragen, Unerhörtes erduldet , denn es blieb mir eine Hoffnung — die Ver- 482 geltung! Kann der Ewige dulden, was über uns verhängt wurde; sendet er nicht seine Blitze herab, die Scheusale, die sich Menschen nennen, zu zerschmettern — wohl, so rächen wir uns selbst. ^ch habe nicht den Tod gescheut, um mich Dir zu nahen, ich fand Dich und Du wirst den Schwur, den ich Deiner beklagenswerthen Mutter leistete, in Erfüllung bringen." „Was beschließt Ihr?" fragte erschrocken Paseal. „Ich verstehe Euch nicht." . „Glaubst Du, mein Sphn," nahm der Alte finster das Wort, ich habe Dich umsonst so lange in Deiner Unwissenheit gelassen? wähnst Du, ich habe umsonst unzählige Leiden für Dich erduldet? ich verlang- Vergeltung, ich geize um Lohn, und Du darfst ihn mir nicht versagen. Bist Du nicht der Nächste dem Thron, ruht nicht in Deinen Händen das Schichal von Tausenden? Nun wohl, ich begehre nichts weiter, als daß Du Deine "Macht gebrauchest, um Dich, mich und Deine. unglückliche Mutter zu rächen. Der König weiß nicht, wie nahe Du ihm verwandt bist; aber er kann und wird Dich vernichten, wenn er Dich nicht mehr zu fürchten braucht. Wehe Dir, wenn ihm kund würde, du seiest der Sohn Jeanette Goupilicrs; keine Macht der Erde würde Dich dann vor seinem Argwohn schützen, Du würdest das Schicksal Deiner bcjammerns- werthen Mutter theilen!" „O warum müßt Ihr mich daran erinnern!" klagte Pascal. „Der König ist so liebevoll, so offen gegen mich." „Traust Du der Schlange, die sich unter Blumen windet?" unterbrach ihn heftig Jeoffroy. „Thörichter Jüngling, wenn Du diesem Ludwig glaubst, so werde ich nach Kurzem an Deiner Leiche weinen müssen!" „Ihr täuscht Euch!" rief der junge Mann. „Was soll ich thun? Und haltet Ihr meinen Einfluß für so gewaltig, daß ich dem Beherrscher Frankreichs entge- aus und das Entsetzen wird seine Thaten lähmen. Er ist nicht mehr der alte Löwe, der er einst war, das Gewissen ist in ihm erwacht und sieht er sich verlassen von seinen Schergen, daun gibt er sich selbst zu erst auf." Der Jüngling versank in ernstes Schweigen. „Ludwig ist ein Ungeheuer!" sprach er dann fest, „ich werde ihn fliehen, aber ich darf nicht die Hand gegen den Baker heben. Bedenkt, Jeoffroy, bedenkt das Gräßliche und fügt nicht neue Unthaten zu den bereits vollzogenen. Ueberlaßt dem, der über den Sterne» thront, die ewige Vergeltung; idi, ein schwacher Sterblicher, darf nicht diesem Urtheilsspruch vorgreifen!" „Schwacher Knabe!" zürnte der Greis. „Ließest Du Dich freiwillig kuorden, wenn jener Rabenvater Dir den Dolch auf die Brust setzte? Geh, das Hofleben hat Dein besseres Selbst erstickt, Deine Kraft gelähmt. Ich beklage Deine Verblendung, beklage Frankreich, das in Dir seinen Befreier finden würde, wenn Du nicht feig vor der Gefahr zurückbebtest!" „Ihr verkennt mich!" entgegnete stolz der junge Mann. „Begehrt von mir , was Ihr wollt, aber gegen ein unnatürliches Verbrechen sträubt sich mein Inneres. Jeoffroy, ich beschwöre Euch, laßt Euch nicht von blindem Wahnsinn fortreißen: der König ist mächtig und gewaltig. Welch Loos erwartete Euch, wenn er entdeckte, daß Ihr lebtet! Flieht, flieht nach Englands oder' Deutschlands fernen Grenzen und betretet nie den französischen Boden, so lange noch der elfte Ludwig über ihn herrscht." Jeoffrov schwieg lange; ein unheilbringender Entschluß schwebte auf seinen Zügen. „Zitterst Du vor Deinem Henker?" fragte er endlich, höhnisch lächelnd. „Geh, geh, mein Sohn, ich begehre nichts von Dir — aber ich werde allein vollbringen, wozu Du Deinen Arm versagst." Kalt wandte er sich, ohne Abschiedsgruß, um und verschwand in den Ruinen. Pascal sah ihm schmerzlich bewegt nach, dann schwang er sich auf sein Roß und langte noch vor vollem Tagesanbruch zu Plessis- les-Tours an. (Forts, folgt.) gentreten könnte , „Du wirst es, wc?n Du nur vertraust," fiel schnell der" Alte ein. „Ich kenne den Haß des Adels und des französischen Volkes gegen den Tyrannen; ein Stein aus ihn geworfen, und er wird unter der Last erliegen. Wir breiten das Geheimniß Deiner Geburt General-Versammlung. Diejenigen Interessenten, welche sich an der hiesigen Gesellschafts- Bäckerei betheiligen wollen, werden ersucht, in der nächsten, auf Freitag den 13. August, Abends 8 W, bestimmten Generäl-Versammlung anzugebcn, wie groß der wöchentliche Brodbedarf für ihre Familie, und wer feilte eignen Fruchte oder Mehl in natura ui liefern gesonnen ist. Gießen den 10. August 1847. Pas provisonsche Lomrte -er Actren-Dackerer. —-------"Drück"ünd Verlag der G. D. Brühl'schm Buch- und Steindruckerei in Gießen.