Änzcigeblalt für die Stadt und -en Kreis Gießen. 90 Mittwoch den 10. November 18Ä7. Amtlicher Th eil. ZuAS K. G. 12028. Gießen am 5. November 1847. Betreffend: die Einführung von Wagen auf den Fruchtmärkten und die Bestellung von Fruchtmitterern. Der Großherzoglich Hessische Kretsrath des Kreises Gießen an sämmtliche Großh. Bürgermeister dieses Kreises (mit Ausnahme des Gr. Bürgermeisters dahier.) Berücksichtigend, daß schon mehrfach Klagen darüber laut geworden, daß man bei dem Handel mit Getraide noch sehr häufig auf das eigene Ausmessen des Verkäufers selbst verwiesen sey, während sich das Bedürfniß herausgestellt habe, daß dieß wenigstens in asten größeren Orten nur durch beeidigte Mitterer geschehen sollte — hat Höchstpreißliches Ministerium des Innern und der Justiz nach eingezoge- ntjt Erkundigungen und nach angehörtem Gutachten der Gr. Eentralbehörde der landwirthschaftlichen Vereins zur Beseitigung solcher Bedürfnisse Nachstehendes verfügt: 1) In allen Orten, wo die Gemeinde-Vorstände es wünschen, sind Fruchtmitterer zu bestellen und bezüglich derjenigen Orte, wo dergleichen schon bestehen, zu belassen. Die Ernennung derselben ist unter dem Anhänge den Bürgermeistern zu überlassen, daß die Bestätigung von der vorgesetzten Regierungsbehörde einzuholen sey. 2) Der zu bestellende Mitterer darf kein Frucht-Mäkler seyn. 3) Das Geschäft des Messens ist den Mitterern nicht ausschließlich zu übertragen, vielmehr ist deren Gebrauch der Uebereinkunst der Verkäufer nnd Käufer anheim zu geben. 4) Für das Messen durch die Mitterer ist eine gewisse billige Gebühr nach Anhörung der Ortsvorstände zu bestimmen. 5) Zum Verkauf der Früchte auf das Gewicht, als die in jeder Beziehung vorzügliche Werths- Ermittelungs-Weise des Kaufguts, ist den Gemeinden an den Orten, wo eigentliche oder bestimmte Frucht-Märkte bestehen, die alsbaldige Anschaffung und Aufstellung-von dazu erforderlichen gestempelten Wagen, insofern dergleichen zu besagtem Zwecke nicht schon vorhanden, anzusinnen. Ein Zwang zum-Verkauf auf's Gewicht soll damit ebensowenig, wie ein Zwana rur Zuziehung von Mitterern zum Messen der Früchte, stattfinden. Es ist dieses ebenwohl der Uebercinkunft der Contrahenten zu überlassen. Für den Gebrauch der Wagen ist auf den Vorschlag der Gemeinde-Vorstände eine gewisse billige Waggebühr zu bestimmen. Das Wiegen der Früchte kann auch den Mitterern, s wo dergleichen bestellt sind geqen eine, nach Vernehmung der Gemeinde-Vorstände, per Malter festzusetzende Gebühr übertragen werden. Indem ich Ihnen hiervon Kenntniß gebe, überlasse ich Ihnen, nach Anhörung der Gemeinderätbe mir über Ihre etwaigen desfallsigen Wünsche berichtliche Vorlage zu machen. ' P r inj. . 694 Zu Nr. K. G. 12531. Gießen am 2. November 1847. Betreffend: die Main-Weser-Eisenbahn. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Gießen a n sämmtliche Gr. Bürgermeister dieses Kreises (mit Ausnahme des Gr. Bürgermeisters dahier.) Mit Rücksicht auf die bereits weit vorgerückten Arbeiten an dem Eisenbahn-Körper in den Gemarkungen Friedelhausen, Staufenberg und Ruttershausen, wird auf deöfallsigen Antrag der technischen Behörde, bas unbefugte Betreten der gedachten Bahnstrecke, ihrer Krone und Böschungen, sowie das Reiten, Fahren und das Treiben voit Vieh darüber hierdurch und zwar mit dem Anfügen untersagt, daß jeder Zuwiderhandelnde: beim bloßen Betreten eine Strafe von 30 Kreuzer; beim Reiten eine solche von 1 fl. 30 Kreuzer; beim Fahren eine solche von 3 fl. und ' beim Treiben von Vieh: für jedes Stück Rindvieh, Pferde, Esel und Schweine 30 Kreuzer, für jedes Stück Schaafe und Ziegen 10 Kreuzer Strafe zu gewärtigen hat. Sie, die Gr. Bürgermeister, haben diese Anordnung in "Ihren Gemeinden alsbald zu veröffentlichen, und, wie geschehen, in den Publikarionsbüchern gehörig einzutragen. Prinz. Bekanntmachung. In dem Büdgct des landwirthfchaftlichen Vereins der Provinz Oberhessen für 1847 sind abermals 300 fl. zur Vertheilung von Prämien auf die im Jahr 1847 zweckmäßig, nach den in der Ausschußsitzung vom 31. März 1847 (Beilage Nr. 23 der landwirthfchaftlichen Zeitschrift) aufgestelllen Grundsätzen, angelegten Dungstätten, vorgesehen. Man bringt dieses zur öffentlichen Kenntniß, damit sich diejenigen Oeconomen des Kreises, welche solche Dungstätten angelegt haben, um Erlangung einer Prämie bei ihren betreffenden Gr. Bürgermeistern anmelden können, welche mir demnächst hierüber unter genauer Beschreibung der Anlage Vorlage machen werden. Gießen den 5. November 1847. Der Großh. Hess. Kreisrath des Kreises Gießen Prinz. Gefundene Gegenstände. Eine Arbeitstasche, ein Geldstück und ein Sackmesser, eine eiserne Kelte, ein Handschuh, sind gefunden und auf Großherzogl. Polizeibüreau dahier abgegeben worden. Gießen am 8. November 1847. Besondere Bekanntmachungen. 2090) Hiesige Einwohner und Conscriptions- pflichtige, welche wegen der diesjährigen Militair- musterung beim' Recrutirungsrathe Reklamationen vorbringen wollen, werden auf das kreisräthliche Auöschreiben vom 37. October, im Gießener An» zeigeblatt 87., mit dem Bemerken verwiesen, daß sie auf der Bürgermeisterei über das Weitere mündlich unterrichtet werden sollen. Gießen den 6. November 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 695 2089) Die auf den Privatgrundstücken am Krof- dorfer und Gleiberger Wege gepflanzten Obstbäume sind theilweise sehr mangelhaft geworden, und ist es im besonderen Interesse der Einzelnen, daß die mit großem Kostenaufwande gemachte Baumpflanzung auch gehörig unterhalten werde. Ich fordere deshalb die betreffenden Grundbesitzer hiermit auf, sowohl die noch fehlenden und abge-, storbenen Bäume durch neue zu ersetzen, als auch für die nöthige Bestangung und Umdörnung im Lause dieses Monats zu sorgen, widrigenfalls diese Arbeiten nach Ablauf der Frist auf Kosten der betreffenden Grundeigenthümer von Seiten der Stadt veranlaßt werden. Gießen den 6. November 1847. - Der Bürgermeister Gg. Reiber. 2088) Der Pfandschein 8804 über einen blauen Tuchmantel ist angeblich abhanden gekommen. Es werden daher diejenigen, welche etwa Ansprüche an denselben bilden könnten, aufgefordert, solche innerhalb 8 Tagen dahier zur Anzeige zu bringen, als ansonst der Mantel ohne Weiteres an den Verpfänder verabfolgt werden wird. Gießen den 4. November 1847. Die Pfandhausverwaltung. Bieler. Pfeil. 2084) Der Bauschutt, welcher vor das Neu- städterthor gefahren wird, ist für die Folge näher nach dem Mühlhos und der Lahn hin abzuladen, welches hiermit zur öffentlichen Kenntniß dient. Gießen den 3. November 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 1960) Main-Weser-Eise »bahn. Handarbeiter Bei den Erdarbeiten in der Section Butzbach finden Handarbeiter an mehreren Stellen dauernde Beschäftigung mit einem Verdienste von gegen 50 Kreuzern in der Regel. An dem Einschnitte im Gambacher Wald ist eine Barracke mit Schlafstätten und einer Speiseanstalt zur Benutzung für Fremde errichtet. Butzbach den 15. Octbr. 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Section Butzbach. Meyer. 2099) Montag den 15. November, Morgens 10 Uhr, soll die Fertigung von 90 Stück Baumlöchern, sowie die Planirung deö Bachschlamms, auf her Fürstenbrunner Wiese, _an die Wenigstfordernden vergeben werden. Gießen den 8. November 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 2098) Das bei Anlegung deö Wiesecker Wegö entbehrlich gewordene Gelände, welches links des Wegs in 261 lUKlaftern besteht,, soll Montag dxn 15. November, Morgens 11 Uhr, auf hiesigem Rathhause an die Meistbietenden versteigert werden. Gießen den 8. November 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 2096) Donnerstag den 11. Novbr. d. I., Mittags 12 Uhr, soll die Herstellung eines neuen Backofens der Gemeinde Annerod, veranschlagt zu 58 fl. 30 fr., sowie zu 1 fl. 30 fr. veranschlagte Schlosserarbeit, öffentlich an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Annerod den 6. Novbr. 1847.- Der Bürgermeister Peter. 2097) Kommenden Donnerstag den 11. Novbr., Vormittags 10 Uhr, soll allhier die zur Herstellung deö Kanals am Vicinalweg nach Atzbach, erforderliche Maurerarbeit an den Wenigstnehmenden öffentlich versteigert wer- den. Der Kostenvoranschlag liegt zu Jedermanns Einsicht auf dem Büreau des UUterzeichneten offen. Heuchelheim den 8. November 1847. Der Bürgermeister Neidet. 2100) Donnerstag den 11. d. M., Mittags 12 Uhr, soll die Lieferung von 30 Maltern 1 ©immer Schulbesoldungskorn, sowie 242 Gebund Roggenstroh auf der hiesigen Bürgermeisterei öffentlich an den Wenigstnehmcnden versteigert werden. Altenbuseck den 8. November 1847. ■ Der Bürgermeister Wagenbach. Feilgeboten. 2ooi) In angefangenen und fertigen Stickereien, sowie in Stramin, Wolle, Seide, Chenille, Litzen rc. bin ich bestens affortirt. Auch empfehle ich meine dieser Tage erhal- 696 taten französischen Stickereien und Pellerme, Kragen re., sowie Franzen, GlMpen und Knöpfe zum Besetzen der Mantel und Kleider, zu den billigsten Preisen. M. Heß, Lit. A. Nr. 55. 2Q68) Häringe, frisch erhalten, das Stück zu 3 fr., empfiehlt Balth. Spruck. - W Menschensfelett ist billig zu verkaufen. Das Nähere in der Expedition dieses Blattes^ 2002) Von meinem früher erschienenen Schrift- chcn: „Geist des Hebraismns", kann ich nunmehr das Exemplar zu dem billigen Preise von 6 fr. abgeben. L. P a l y» e r, wohnhaft bei Herrn Oeconom Lony in der großen Mühlgasse. Zu vermiethen. 1976) Ein möblirteS Zimmer ist zu vermiethen ae> Franz Peppler, Neustadt Lit. D. »A5. 120. 2067) Auf dem Neuenweg Lit. B. <4^ 133 Vt ein möblirtes Zimmer an einen, auch zwei Her- ren zu vermiethen. Auf Verlangen kann auch die Rost gegeben werden. Vermischte Nachrichten. 2063) @ e w e $ B e t e t n» . Gestern, als am 9. November, hat die Gewerbrechnenfchule wreder chren Anfang genommen. Diejenigen, welche noch daran Tbeil nehmen wollen, werden ersucht, sich längstens bis zum Dienstag den 16. November vet dem Unterzeichneten anzumelden. I. Lauckert. ( Elagiierreotypieii). . „ Die Sitzung zur Aufnahme eines Portraits dauert, nach Verschiedenheit der Witterung und der daraus entspringenden Llchteinwirfiing, eine halbe bis zwei Minuten. Die geeignetsten Stun- den, gleichvie , ob bet trübem oder heiterem Wetter, sind von des Vormittags 9 bis des Nachmittags 9 Kl nehmen w,r bei Verbürgung der sprechendsten Aehnlichkeit, Familiengruppen von ^chwar^wi^olorirtticr|d)iet,nicn ®r0^en auf, sowie auch Copien nach Gemälden, Zeichnungen, sowohl 1« D-u°- wird, f» MD «I, WM A t e 1 i e r. Äte SttÄP“ btt ***«. ■** fa? SÄ, und totr deswegen bitten, alles Weiße gefälligst zu vermeiden. vortyettyastesten sind, iLoiiis Reimpage <$? Comp. 209» Paguerreatyplste - Voyageurs JLouis Reimpage & Comp,