Ämeigcstiutt Mittwoch den 9. Juni für die Stadt und den Kreis Gießen. JV1 £<»♦ Mittwoch den 9. Juni 1S^74 Besondere Bekanntnmchnng. 1069) Nach Beschluß des Wiesenvorstaudcs kann das Mähen zu Heu den 15. d. M. im Wiesengrunde, und in den übrigen Wiesen den 18. Juni seinen Anfang nehmen. Gießen den 7. Juni 18'17. Z V. d. B. Der Beigeordnete Rühl. Versteigerungen. 1070) Montag den 21. l. M., Nachmittags 2 Uhr, sollen die Mobilien der Wilhelm Ferber'scheu Eheleute, bestehend in Möbeln, Hausgeräche und Weißzeug, in deren 'Wohnung, bei Schuhmacher Matthäus Berg I. auf dem reichen Sande dahier, öffentlich versteigert werden. Gießen am 3. Juni 1847. Gr. Hess. Stadtgericht daselbst. Muhl. Dr. Z i in m erma n it. 1021) Holzverstcigerung im Gießener Stadtwalve. Donnerstag den 10. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem hiesigen Stadtwalde, Distrifte Heegstrauch, Katharinenhütte und Waldhute: 29% Stecken Eichen-Scheidholz, 43% „ „ Prügelholz, 130% „ „ Stockholz, 3525 Wellen „ Reisholz, 6% Stecken Fichten-Stockholz, 1125 Wellen „ Reisholz, 4 Stecken Kiefern-Scheidholz, 5% „ „ Stockholz, 22350 Wellen Kiefern-Reisholz, 100 ,, Wachholder-Reisholz, 13 Eichen-Stämme, von 620 Cubikfuß, 8 Fichten- ,, „ 307 ,, 14 Kiefern- „ „ 231 „ 107 Eichen-Stangen, ,, 122 ,, 75 Fichten- „ „ 148% „ 9 Kiefcrn-Stangen von 11% Cubikfuß, 20 Haufen Moos und Laub,1 öffentlich versteigert werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. October l. I. gestattet. Die Zusammenkunft ist auf der alten Steinbacher Straße am Heegstrauch. Gießen am 31. Mai 1847. Der Bürgermeister. I d. V. Der Beigeordnete Rühl. 1031) Arbeitsverstcigerung. Die an dem Pfarrhause zu Kirchberg noth- wendigen Reparaturarbcitcn, nämlich: , 1) Maurerarbeit, veranschlagt zu 161 fl. 17 kr 2) Zimmerarbeit, „ „ 97 „ 16 ' 3) Schremerarbeit, „ „ 17 28 „ 4) Weißbluderarbeit, ■ „ „ 29 „ 10 „ sollen Samstag den 12. Juni d. I., Vormirtags 11 Uhr, in der Wohnung des Gastwirths Schön zu Lollar unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an die Wcuigstnchmenden öffentlich versteigert werden. Der Voranschlag liegt auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einsicht offen. Gießen den 1. Juni 1847. Der Gr. Provinzialbaumeistcr der Provinz Obechesscn. Holzapfel, Vicar. 1057) Main-Weser-Eisenbahn. Beiful-r von Schienen.' Dienstag den 15. d. Mts., Vormittags um 9 Uhr, soll im Gasthaus zum Promenadehaus dahier die Beifuhr von etwa 16000 LL Bahnschienen von der Mainkur bei Offenbach in den sog. Linder Markwald hei Großcnlindcn unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen an die Wenigstnehmenden in mehreren Loosen oder im Ganzen öffentlich versteigert werden. Gießen den 2. Juni 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur. L. Lindt. 330 1074) Holzversteigerung im Revier B u se ck. Dienstag den 15. d. M., Morgens um 9 Uhr, sollen in dem herrschaftlichen Distrikt unterer.Burgwald, nachstehende Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert werden, nämlich: 22 Stecken Eichen- und Birken-Prügclholz, •2 ,, ,, Stockholz, ~ 24% „ Aspen- und Linden-Stockholz, 900 Buchen-Wellen, 5650 Eichen- ,, 3250 Aspen- und Linden-Wellen, 150 Dorn-Wellen, 2 Stück Eichen-Stammholz, von 11 Eubikf.,' 13 „ Eichen-Skangin, von 3—4 Zoll dick und 10—15 Fuß lang. Die Zusammenkunft ist zur festgesetzten Stunde in der Tiefenbach am Distrikt selbst. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird bis Martini d. Z. Zahlungsfrist gestattet. Altenbuseck den 6. Juni 1847. Der Gr- Hess. Revierförster des Reviers Buseck. Bö tz. 1072) Main-Weser-Eisenbahn. Tie bei Erbauung von Rotbwerkstätten in den Gemarkungen Langgöns und Ostheim entstehenden Arbeiten und Lieferungen, als: 1) die Maurerarbeit, veranschlagt zn 2) „ Zimmerarbeit, „ „ 3) ,, Dachdcckerarbeit, „ f( 4) ,, Schrcinerarbeit, ,, „ 5) „ Schlosserarbeit, „ „ 6) „ Glascrarbeil „ „ 7) „ Lieferung von Schmicdewerk- 156 st. 788 „ 184 „ 95 „ 90 „ 74 „ zeugen, veranschlagt zu 400 „ sodann die Lieferung und das Anssetzen von 5 Cu- bikklaftern Mauersteinen, die Lieferung und das Messen von 1% Cnbikklafter Sand, die Lieferung von 32 Bütten Kalk und 19,000 Stück Backsteinen, werden Freitag den 11. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, im Gasthause zum Stern dahier öffentlich versteigert. Butzbach den 3. Juni 1847. Der Gr. Hess. Sectious-Jugenicur der Sektion Butzbach. Mepe r. 1050) H o l z v e r st e i.g e r u n g. Dienstag den 15. Juni l, I., werden in den Treffer Waldungen, Forstreviers Oberseilbach: 22 Klftr. Bnchcn-Prügelhosz, 1 n „ Scheidholz, 1 Vvr „ Anbruchsholz und 15% Schock Reiser öffentlich meistbietend versteigeit, wozu Kaufliebhaber an Ort und Stelle mit dein Bemerken eingeladen werden, daß die Ausbietung am besagten Tage des Morgens präcis 9 Uhr beginnt. Marburg den 2 Juni 1847. Freiherr!, v. Milchling'sche Rentei. A S ch e n k. 1071) Main-Weser-Eist'libahn. Schienentransport. Der Transport von circa 17,000 Uk Schienen, von der Mainkur an verftl-jedenc Stellen der Scction Butzbach, wird Mittwoch den 16. d. Mts., Vormittags 11 Ubr, ans dem Rathhauft in Friedberg öffentlich versteigert. Butzbach den 3. Juni 1847. Der Gr. Hess. Sectioits-Jngeiiieur der Scction Butzbach. M e y e r. 1073) Montag den 14. Juni, Morgens 9 Uhl-, sollen die Reparatur-Arbeiten an dein Pfarrhause dahier: 1) Maurerarbeit, veranschlagt zu 2) Zimmerarbeit, ,, ' ,, 3) Schrcinerarbeit, ,, „ 4) Schlosserarbeit, „ „ 5) Glaserarbett, „ „ 6) Weißbiuderarbeit, „ „ 7) Tapczierarbcit, „ „ tit der Wohnung des Unterzeichneten nigstnehmenden versteigert werden. Reiskirchen am 6. Juni 1847. 14 l st. 30 fr. 43 „ 42 „ 43 „ 03 „ 29 „ — ,, 7 „ - „ 59 „ ,, 20 „ 24 „ an die We- Dcr Bürgermeister S ch ä f e r. 103-3) Holzversteigerung. Dienstag den 22. Juni d. I., sollen in der von H e y d w o l ff'scheu Waldung bei Germcrshausen, Kreis Marburg, 60 Eichen-Stämme, zu Bau-, Werk- und Wagnerholz, cheilweise auch zu Schwellen für den Bau der Eisenbahn brauch, bar, öffentlich meistbietend, gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Die Zusammenkunft findet des Morgens 9 Uhr- Statt. Die näheren Bedingungen sollen im Termin eröffnet werden. 1076) Freitag den 11. Juni, Morgens 9 Uhr, sollen zur Herstellung des Vicinalwegs von Raunheim nach Niedergirmes nachstehende Arbeiten, als: 331 1) Planirarbn't, veranschlagt jit 234 fl. 30 fr. 2) Chaussirarbeit, „ „ 132 „ •— „ 3) Steinfallren, „ „ 88 „ — „ an Ort und Stelle an den Weiiigstnelnnenden vergeben werden, wozu Steiglustige biermit eingeladen werden. Naunheim am 4. Juni 1817. Der Bürgermeister Schäfer. Feilgeboteu. 1068) Bei dem Unterzeichneten sind eingetroffen die Portraite nachstehender bessischer Abgeordneten: Brunk, Heinrichs, Fra nk v. Ned dighauscn, v. Steinher, v. G «gern, W e r n b e r und Glanbrcch, Zulauf, Preis per Eremplar 12 fr. Besonders macht man auf das Portrait des Herrn v. Gagern aufmerksam. Gießen im Juni 1847. Fried. Brie l. 1039) Ein in brauet barem Zustand befindlicher Wagen mit eisernen Aren (lebt zu verkaufen bei Gg. Reiber. Sn vermiethen. 1031) Zn meinem neu erbauten Hause vor dem Walltbor, ist die zweite Etage, bestehend aus 5 Stuben, wovon 1 mit Kabinet versehen ist, nebst Corridvr, 2 Kammern, Küche, Speisekammer, Keller, Holzremise und Mitgcbrauch der Waschküche zu vermietben, und kann bis zum 1. Juli d. I. bezogen werden. Daniel Stamm. . 1038) Wirthschaftsverpachtttng. Das mit dem 1. Octeber d. I. leihfällig werdende Wirthschaftslokal bin ich Willens anderweit auf 3 oder 6 Iabre zu verpachten. Dasselbe besteht ans 3 in meinem Hausgarten vor mehrercnJahren mit eingerichteten Stuben, üb erbauter Kegelbahn, Keller und Boden. Zur Wohnung des Pächters gd) breit außerdem 2 Stuben mit Cabinet, Speisekammer, Küche und Boden, und kann auf Berlan- (tcit noch ein großer gewölbter Keller mit verpachtet werden. Die hierauf Nefleciireuden belieben stch an den Unterzeichneten zu wenden, wo die näheren Bedingungen eingesehen werden können. Gießen den 1. Juni 1817. Gg. Reiber. 1032) Ein gewölbter Keller mit Lager ist zu vermiethen bei Daniel Stamm. Ber in i schte N a ch v i ch t e n. Gngav-Adolph-Verem. Die statntenmäßige jährliche Hauptversammlung des obe-rhessischen Zweiavereines der D »stnv-A-o 1 ph-Stiftung soll Mittwoch den !l. Arnstein v. Laubach. Hr. v. Röder m. Fam. u. Bedien., Gutsbes. v. Braunschweig. Hr. Mügge, Oecon. v. Göttingen. Hr. Jonen, Kfm. v. Cöln. Hp. Fiersch, Dr. med. v. München. Hr. Hochgesandt, Ingen. v/Fricdberg. Hr Weiß, Kfm. v. Cassel. Hr. Graf v. Ellerstein m. Fam. u. Bedien, v. Königsberg. Hr. Gan- demann, Partie, v. Wien. Hr Werren, Gymn. v. Weilburg. Hr. Lammers, Kfm. v. Hannover. Hr. Ackermann, Gutsbes. v. Leipzig. Hrn Kfl. Jungmann v. Limburg u. Traub v. Hannover. Hr. Kohlrewer, Fabrik, v. Elberfeld. Hr. Riemandt, Rittmcist. v. Würzburg. Hr. Fischer, Gutsbes. v. Bielefeld. Hrn. Kfl. Krätzer v. Maickz ». Bröckelmann v. Carlshafen. Fr. v. Metthing v. Berlin. Hrn. Kfl. Abse v. Bruchsal» u. Werthheim v Rodenburg. Hr. Hubert, Fabrik, v. Offenbach. Hrn. Kfl. Hoffmann v Ahlefcld u. Weber v. Frankfurt. Hr. Osterholz, Geh. Regier.-R. v. Magdeburgs Hrn. Kfl. Spangenberg v Erfurt u. Volke v. Emden. Hr. Schmitt, Stud. v. Göttingen. Im Einhorn: Hrn. Kfl. Kneip u. Rsnsdorf v Frankfurt. Hr. Pauli, Fabrik, v. StuckcSway. Hr. Becker, Rent. v. Schweidnitz. Hr. Pekan, Partie, v. Komore Hrn. Kfl. Kreuz v. Marburg u. Ncffendorf v. Emden. Hr. Erkner, Gutsbes. v. Anklam. Hr. Golsen, Kfm. v. Dresden. Hr. Weise, Hauptm. v. Potsdam. Hrn. Kfl. Senfenberg v. - Strelitz u. Wittenberg v. Coburg. Hr. Lübken, Fabrik, v. Magdeburg. Hr Celle, Kfm. v. Meißen. Hr. Schmiegel, Rontmeist. v. Glatz. Hr. Hof, Kfm. v. Utrecht. Hrn. Rent. Schmitt v. Cassel u. Baron v. Ahrensburg m. Fam. u. Bedien. v. Arolsen. Hr v. Wewrekoff m. Fam. u. Bedien, Minist. v. St. Petersburg. Hr. Rathgeber, Buchhändl. v. Wetzlar. Hrn. Kfl. Voigt v. Crefeld u. Just v. Mecklenburg. Hr. Meyer, Notar v. Frankfurt. Hr. Boscher, Fabrik, v. Elberfeld. Hrn. Kfl. Lamphe v. Zürich u. Thielemann v. Mainz. Hr. Börner, Partie, v. Ofen. Hr. Markus, Kfm. v. Bremen. Hr. Wenzel, Dr. med. v. Crefel. Hr Gerhardt m Sohn, Partie, v Birkenfeld. Hr. Beckmann, Fabrik, v. Hannover. Hr. Riedeburg, Kfm. v. Barmen. Hr. Traub, Rent. v. Triest. Hr. Hameln, Partie, v Leipzig. Hr. Dieffen- bach, Decan v. Schlitz. Hr. Meckler, Rent. v. Eupen. Im Prinz Carl: Hr. Wirthwein, Cand. v. Büdesheim. Drescher, Techn. v. Cassel. Hr. Hardt, Papiermach. v Launspach. Hr. Gescheidt, Schrein, v. Butzbach. Hrn Oecon. Jäger u. Weber v. Freiensteinau. Hr. Bauer, Gastw. v. Matches. Hrn. Oecon. Mäckel v. Mockstadt u. Hardt v. Deibach. Hr. Weiß, Müll. v. Benzcndorf. Hrn Handelst. Rothhaas v. Anwidder u. Hoffmann v. Heiltgcnstadt Hr. Koch, Bäck. v. Maar. Hr. Pfeil, Kfm. v. Hanau. Im Stern: Hr. Engbart m Brud, Handelsm. v. Bockenau. Hr. Schaad, Buchdr. v. Stuttgart. Hr. Gullmann, Scrib. u Hr. Vierheller, Privatm. v. Homberg. ' Hrn. Handelst Isenberg in. Brud u. Ricgemann v. Hesborn. Hrn. Privatl. Grimm v. Schaafheim, P. Gree v. Spißalt- heim, H. Gree v. Langstadt, Funck u. N Gree v. Altheim. Hr. Becker, Oecon. v. Niederofleiden. Hr. Leitner, Färb, v. Burghausen. Jungfern Kramer v. Königsberg u. Pfaff v. Hersfeld Hr. Veit, Schrein, v. Friedberg. Im Darmstaedler Baus: Hrn. Handelst. Btllflnger u. Kaden v. Halle. Hr. Göchtcr, Condit. v. Schur. Hr- Müllcr, Geschäfföm. v. Kirchgöns. Fr. Grünewald v. Brauer, schwend. Hr Westermann, Buchb. v. Copenhagen. Hr Spanier, Lehr, v Biedenkopf. Fr. Kraft v Altcnhain. gn Ackwahäuser v. Langenhain. Hr. Lindcnstruth, Privatm. v. Beuern. Hr. Schlcuch, Oecon. v. Obergleen. Hrn. GeschältSl. Schweiger v. Bern u. Bender v. Zefartalien. In der Sonne: Hr. Wagner m Tocht., Handelsm. v' Beuern. Jungfer Lang v. Alsfeld. In der Rose: Hr. Knecs, Schrein v. Freienseen. Jungfer Walz v. Hungen. Hr. Klein, Papiermüll v. Fleißbach. Hr. Borschel, Mufik. v. Fulda. Hrn. GeschästSl. D. Juh u. M. Juh v. Geislitz u Paucher v. Allertshausen. Jn-den Privathäusern. Bei Fr. Secret Merck: Hr. Schober m. Fam., Steuer- commiff. v. Friedberg. — Bei Fr. Hofger-R. Buff: Frl. Tröster v. Braunfels. — Bei Hrn. Stud Oberndörfer: Hr. Sell, Oecon. v. Werdorf — Bei Hrn. Fnhrm. Rinn: Fr. Lotz v. Allendorf. — Bei Wittwe Bürgy: Fr. Smith v. Worms. — Bei Hrn. Kfm. Löb: Fr. Levi v. Oberurf. — Bei Hrn. Kfm Böhm: Fr. Berndt v. Wetter. — Bei Hrn. Schrein. Orth: Hr. Herbei, Jnstr.-Mach. v. Hanau — Bei Hrn. Bäckermeist Löbcr: Fr. Eimer u. Fr. Fingado v. Lahr. — Bei Fr. Hauptm. Schildwächter: Fr Euler v. Offenbach. — Bei Hrn. Schreinermeist. Henckelmann: Hr. Stromberger, Cand. v. Friedberg. — Bei Hrn. Stud. Röschen: Hr. Welcher, Cand v. Obcroflciden. — Bei Hrn. Busch im Garten: Hr. Klingelhöfer, Pfarr. v. Battenfeld. — Bei Fr. Landricht. Heinzerling: Frl. Heinzcrling v. Wetter. — Bei Hrn. Schuhm. Holberg: Jungfer Bager v. Haddersheim. — Bei Hrn. Wilh. Keller: Hr. Soldan, Apoth. v. Bingenheim. — Bei Hrn. Hofger Advoc. Löber: Frl. Süffert v. Darmstadt. — Bei Hrn. Hofger.-Secret. Balser: Hr. Venator, Steuercommiff v. Schlitz. — Bei Fr. Mittler: Frls. Mittler u. Müller v. Braunfels. — Bei Fr Landr. Knorr: Fr. Kreissecret. Knorr m. Fam. v. Nidda. 333 Hiesiges. Ein erprobtes Mittel die Raupen auf leichte Weise zu vertilgen. (Eingesendet.) Bezugnehmend aus den Artikel in ^V6 45 des Anzeigeblattö „die Raupenver- tilgung betreffend," und zugleich ebenfalls dringend anempfehlend, diesen Gegenstand ja so schnell als möglich zu betreiben, erlaube ich mir ein sehr leichtes Mittel anzugcben, um zum Zweck zu gelangen. Man lege wollene Tuchlappen des Abends auf die Bäume in die Gabeläste, auf diesen versammeln sich die Raupen nach Sonnenuntergang und besonders in kühlen Nächten sehr gerne. Des Morgens bei Sonnenaufgang findet man die Lappen mit Raupen bedeckt und man kann dadurch viele derselben mit leichter Mühe tödtcn. Ein Gartenbesitzer. Unterhaltendes. Der Freund in der Noth. Erzählung. Es war an einem heißen Sommertag des Jahres 1617, als in Gießen in dem rothen Eckhanse am Markt, welches dem Krämer und Rathschöffen Johann Eberhard Schupp gehörte, gegen Abend vier Freunde in dem Hausern beisammen saßen, um sich durch einen Krug rothen Landweins zu erfrischen. Der silberne Becher, ein Kleinod des Hauses, kreiste mehrmals herum und man besprach die Neuigkeiten des Tages. ES war eine bewegte Zeit: Kaiser Matthias hatte den Spaniern ein Hülfsheer gegen die Niederländer zugeschickt, die Völker lagen zwei Tage im Buscckerthal still und begingen grobe Räubereien und Gewaltthätigkeiten, so daß ein engerer Landtagsausschuß nach Gießen zusammen berufen werden mußte, um die Schäden auszumitteln und zu vergüten. Hierzu kamen die bedenklichen Rüstungen der Böhmen gegen die Religionsbedrückungen des Römischen Königs Ferdinand II. In dem Hause erschien ein Reisender, welcher von einer Streisparthie ausgeplündert worden war und seineNoth klagte. Schupp erkannte, daß der Fremde kein gewöhnlicher Bettler war, er sprach ihm freundlich zu, reichte dem zum Tode Ermüdeten etliche Becher des rothen Weines unt> veranlaßte, daß jeder der vier Anwesenden ihm ein halbes Kopfstück als Beisteuer verehrte. Zwölf Jahre nachher unternahm Schuppes Sohn, Johann Balthasar, Studiosus der Philosophie und Theologie, seine gelehrte Wanderschaft. Er besuchte die vorzüglichsten Städte und Universitäten und durchwanderte Sachsen, Brandenburg, Pommern, Preußen, Liefland, Polen und Lithauen. Von Danzig begab er sich zu Schiff nach Kopenhagen und Svroe, von da nach Holland. Er legte dritthalbhundert Meilen zu Fuß zurück und war bei den Kriegen Gustav Adolphs in Pommern und Mecklenburg, veranlaßt, sich in einen Soldatenrock zu hüllen, um gegen die Plünderung der Croaten geschützt zu seyn. Von Rostock reiste er über die Hansestädte in seine Vaterstadt zurück. Eine weitere Wanderung durch Frankreich und Italien gestattete sein Vater nicht. Bei der Abreise Schupp'S von Danzig befand sich das nach Kopenhagen abgehende Schiff segelfertig in der Danziger Münde, der junge Reisende hatte sich bei dem Abschiednehmen von etlichen Königsberger Freunden, welche ihm bis Danzig das Geleit gegeben hatten, verspätet, und als er in die Danziger Münde kam, lag das Schiff schon eine Meile von der Münde, zwar vor Anker, aber jeden Augenblick im Begriffe abzusegeln. Da war nun guter Rath theuer: daS Gepäck des jungen unvorsichtigen Reisenden war schon auf dem Schiffe, ja er hatte dem Schiffer die Ueberfahrt zum Voraus bezahlen niüffcn: das Geld war gewiß, das Gepäck wahrscheinlich verloren, und bis wieder eine Gelegenheit nach Kopenhagen ging, hätte er Wochen, ja Monate lang warten müssen, denn zu jenen Zeiten gingen noch nicht die Woche mehrmals Dampfschiffe hin und wieder über die Ostsee. Voller Angst lief der junge Mann am Ufer hin und her und suchte nach einem Boote, welches ihn noch zu rechter Zeit nach dem Schiffe hinüber bringen sollte. Aber die Angst wurde noch größer, als er Niemanden fand, der ihn überfahren konnte und wollte, denn die Boote, welche da lagen, waren eben im Begriff, wieder nach Danzig zurückzukehren, um dort Güter zu lade». Schupp bat, flehte, bot Geld, soviel er bieten konnte; aber es half nichts, Niemand wollte ihn überfahren. Als er eben in der höchsten Noth war, kam ein wohlgekleideter Mann daher, sah unser» Schupp an und sagte: „Herr ich höre an eurer Sprache, daß Ihr ein Hochdeutscher sepd: aus was für einer Stadt scpd Ihr?" Schupp, der den Kopf voll sorglicher ängstigender Gedanken hatte, bezeigte keine Lust, auf neugierige unnütze Fragen zu antworten, die ihm wie eitel Hohn vorkanien; er antwortete deshalb kurz angebunden: „mein Herr, es gilt gleichviel, es ist Euch wenig damit gedient, daß Ihr wisset, wo ich herkomme. Aber mir wäre damit gedient, wenn Ihr mir sagen wolltet, wie ich in das Schiff dort hinkommen soll." Der Frager entgegnete: „verzeihet meiner Neugier, ich habe Jemanden gehört, der eben eine solche Art zu reden hatte, wie Ihr. Sagt mir doch, was seyd Ihr für ein Landsmann?" Da sagte ihm Schupp, er sey aus der Stadt Gießen im Hessenland gebürtig. Und der Andere fragte weiter: „kennt Ihr wohl den dicken Mann, der daselbst wohnt in dem rothen Eckhaus auf dem Markt?" „Den kenne ich wohl," antwortete Schupp, „das ist mein Vater." „Nun wohlan," sprach der Danziger, „so will ich Euch selbst auf das Schiff bringen." Und 334 «(sobald ging er hin und bewog, als ein wohlhabender Danziger Kaufmann, sofort einen Schiffer dazu, daß er den geängstigten Schupp aufnahm. Er selbst, aber setzte gch mit in das Boot und begleitete seinen Schützling nach detn Schiffe. Als sie nun hinüber fuhren erzählte der Danziger dem Hessen, wie er vor vierzehn Jahren unweit Gießen rein ausgeplündert worden-, wie er hungrig und durstig., todtrnüde und bekümmert zum Thor hinein gegangen und bis auf den Markt gekommen seh, wie ihn der dicke Mann tut rothen Hause erquickt und beschenkt und ihm ein- und ein andermal von dem rothen Wein zu trinken gegeben habe. Er wisse es noch wie heute und er werde es sein Lebetag nicht vergessen: es sep eben im heißesten Sommer zwischen zwei und drei Uhr Nachmittags gewesen und' er habe den ganzen Tag nichts zu essen gehabt. Allein der Durst habe ihn noch mehr gequält, als der Hunger und es dünke ihm, es habe ihm in seinem ganzen Leben kein Trunk besser geschmeckt, als der im rothen Eckhaus am Marktplatz zu Gießen. Da sie an das Schiff kamen, wollte Schnpp den Eigenthümer des Boots bezahlen, allein der Danziger gab es durchaus nicht zu, schlug auch die Bitte Schupp's, einen Trunk spanischen Weins, mit dem sich dieser auf der Reise versehen halte, von ihm anzuuehmen, ab. „Ihr werdet," sprach er, „bis in den Sund Euren Wein wohl selbst brauchen. Wenn ich wieder nach Danzig komme, will ich Eure und Eures BaterS Gesundheit trinken. Gott geleite Euch, daß Ihr zu ihm glücklich wieder in die Heimath nach Gießen kommt." Damit hieß der Danziger seinen Bootsmann eiligst zurückrudern und winkte noch einmal aus der Ferne nach dem Schiffe zurück. Da erst fiel es Schuppen ein, daß der Danziger zwar seinen Namen, er aber nicht des Danzigers Namen erfahren habe, und es reuete ihn sehr, daß er nicht gefragt hatte; auf dem Schiffe kannte ihn Niemand oder hatte wenigstens Niemand auf ihn gemerkt. Auch hat Schupp den Namen, ungeachtet späterer mehrfacher Erkundigung, niemals erfahren; aber noch mehr als dreißig Jahre später erzählte er dankbar und gerührt seinen Kindern diese Geschichte von dem wackern Danziger und dem Freunde in der Noth. Schupp betrat eine glänzende Laufbahn. Er lvurde zum Professor der Geschichte und Beredsamkeit an der damals Hessen Darmstädtischen Universität Marburg bestellt, darauf wurde er Dort, der Theologie und Prediger an der Elisabethenkirche. Landgraf Johann berief ihn 1646 als Hofprediger und Jnspeetor der Kirchen und Schulen nach Braubach, und sendete ihn -als Abgeordneten zu den Westphälischen Friedensver- handluugen nach Osnabrück. Hier und in Münster hielt er, auf Anordnung des ersten Schwedischen Botschafters Grafen Johann Orenstierna, die feierliche Friedenspredigt, Bald darauf folgte er dem Rufe als Hauptpastor an der Jakobskirche nach Hamburg. Er fand hier so großen Beifall, daß man die Kirche erweitern mußte, damit sie mehr Zuhörer fassen konnte. Einst bemerkte ein reicher Hamburger, nachdem er ihn auf der Straße ehrerbietig begrüßt hatte: da gehet ein Mann, -der ist so viele Rosenobel werth, als er Haare auf seinem Kopfe hat. Ein anderer äußerte, das ist ein Mmin, der -einem die Thränen aus den Augen predigen kann. S ch u p p' s Werke, unter dem Titel „Lehrreiche Schriften" mehrmals gedruckt, behaupten in der Geschichte der deutschen Literatur eine ehrenvolle Stelle. Das röche Eckhaus am Markt, in welchem Schupp geboren wurde, steht nicht mehr. An dessen Stelle lies Lirentiat Schukius, wtlcher sich in Holland ein beträchtliches Vermögen erworben hatte, 1701 ein großartiges Haus im alterthümlichen Geschmack ausführen und, zum Andenken an Holland, auf der" Firste, unter dem Erkerdach einen großen holländischen Käse, aus Holz geformt, einsetzen. Es ist die nachherige Scipiv'sche, gegenwärtig Witte'sche Apotheke. Die Rose von Eßlingen. (Fortsetzung.) Auch der bereits erwähnte Sohn, des reichen Son- nenwirthS B ä r aus Stuttgart fand sich häufig ein. Unser Jägersmann hatte ihnen gegenüber gerade nicht das leichteste Spiel. Denn Paul — so hieß „der Sohn der Sonne," war eigentlich schon seit Jahren von den beiderseitigen Eltern nn ,t>ie „R ose v o u E ß l i n g e n" verakkordirt, und der „fahrende Schüler" der auch in der Sonne in Stuttgart eine Zeitlang gewohnt, sekuudirte dem in Liebesbewerbungen ziemlich ungeschickten Paul bei fehlen Bemühungen um die schöne Pauline. Trotzdem verlor unser junger Jägersmann den Muth nicht. Er dachte bei sich selbst: „Beharrung führt zum Ziel!" DaS Haus war zwar immer sehr besucht, aber doch kamen bei der häufigen Einkehr deS Jägersmannes auch Stunden, wo er sich mit P auli n e n allein befand. ES war eineS Nachmittags, wo gerade der einzige anwesende Gast gegangen war, als ihn Pauline zum erstenmal wieder anredete und eine gleichgültige Frage an ihn richtete. Da er sehr freundlich antwortete, spann sich das Gespräch weiter fort. Als er noch etwas Wein getrunken hatte, ging ihm das Herz über. Er sprach ihr heute AlleS aus, was er so lange still in sich verdrückt hatte, und erklärte Pauline n seine feurige Liebe. Mit Entzücken bemerkte er,, ivic sich auch Pauline gegen ihn nicht so gleichgültig benahm, als sie sich bisher -den Anschein gegeben halte. Sie ließ ihm wenigstens Hoffnung. Als er schied, drückte sie ihm die Hand leise wieder, und bat ihn, bald wieder zu kommen, welche Bitte er gern erfüllte. Bald waren die Beiven jetzt im Stillen c i n Herz und eine Seele, Pauline konnte schon längst de» ihr bestimmten Bräutigam nicht leiden. Und jetzt wollte ^ie vollends Niemand, als den Jägersmann. 3. Noch halte Pauljnens Verlobung mit Bär nicht stattgefunden, aber sic sollte in den nächsten Tagen vor sich gehen. Je näher der entscheidende Moment heranrückte ,desto stiller und 'trübsinniger wurde Pauline. Das Roth entschwand von ihren Wangen, das Feuer ihrer Augen erlosch — sie schien ganz umgewandelt. „Was hast Du denn nur, Mädchen?" fragte sie ihre Mutter, als sie Paul in en eines Tages mit verweinten Augen antraff „Du bist Deinem Glück« so nah, und weinst? Was soll das bedeuten?" „Ach liebe Mutter," versetzte Paul i n e, „ich kann nicht länger schweigen; der Gram drückt mir das Herz ab!" „Der Gram?" fragte die Mutter erstaunt. „Worüber denn?" „Mögt Ihr mit mir machen, waö Ihr wollt," er- wicderte Pauline, „ich erkläre cS jetzt rund heraus, daß ich den mir bestimmten Bräutigam nun und nim- mermehr heirathen kann!" „Ei, seht" mir doch !" entgegnete die Mutter Anna, „Du willst den wohlbedachten Plan Deiner Eltern vereiteln? Und warum kannst Du ihn denn nicht hci- rathen?" „Weil ich ihn nicht liebe!" sagte Pauline. „Und warum liebst Du ihn denn nicht?" fragte A n 11 a weiter fort. „Betrachte ihn doch nur einmal!" versetzte Pau- I i n e. „Führt dieser Bär nicht seinen Namen mit der That? Wer könnte diesen rohen, einfälligen, gclr- stolzeu und gefühllosen Menschen mit seinen Glotzaugen und aufgeworfenen Lippen lieben? Und dann sein Betragen! Entweder setzt er sich an die Tafel und pfeift oder trommelt auf dem Tisch, oder wenn er spricht, so schreit er, daß Einem die Ohren weh thun! Auch sucht er ,oft Händel mit anständigen Leuten. Was kann eine Frau von einem solchen Menschen zu erwarten haben?" „Aber er ist reich!" „Lieber will ich den Aermsten nehmen, der mir gefällt," sagte Pau l i ne. „Es ist aber längst unwiderruflich beschlossen: Paul und Pa ul ine müssen ein Paar werden," versetzte die Mutter. „Gesteh' es nur einmal, Du hast Dich gewiß in einen Andern vergafft!" „Allerdings," versetzte Pauline, „habe ich mir einen Andern auserkoren, von dem mich keine Macht der Erde scheiden soll!" 335 „Und wer wäre denn dieser Andere?" fragte Anna. „Dieser Andere ist der Förstersohn Carl