Anzeigeblatt für die Stadt und -en Kreis Gießen. JVe. 3 Samstag den 9. Januar 1847* Frucht- u. Victualienpreise zu Gießen vom 9. bis 16. Januar 1847 Fruchtpreise 1 Fleischtaxe. Pfund gutes Ochsenfleisch . . - kr. 12 Pf- 31 nm. Die Zu» gaben dürfen in weiter nichts, als in Fleisch von der- Bro 2 Pf. ordinäres Brod dtaxe. aus Gersten- und | Kornmehl bestehend k<- 9 Pf. 2 1 t „ Kuhfleisch...... „ Rindfleisch..... 9 9 2 4 zz zz zz 6 „ 19 28 2 t t 1 „ Kalbfleisch..... „ Schweinefleisch .... „ Hammelfleisch gemästet 6 13 9 2 selben Gattung bestehen ,u. zwar auftoVfb. Fleisch 2 Pf. gemischtes Brod 4 „ „ „ 6 „ aus i Waizen- und £ Kornmehl bestehend 10 20 30 1 1 1 1 „ Leberwurst..... 13 — nicht mehr als an 4 Lth. Wafferweck..... 1 — 1 „ Bratwurst..... 17 — derthalbPfd.n.s. 8J iz Milchbrod..... 1 — 1 „ Schwartemagen . . . 18 — w. nach Propor- Mark tpreise. 1 „ Blutwurst...... p — tion, welches auf 1 „ gemischte Wurst . . 8 — l Pfd. nicht völlig 1 Maas Milch. . ... 8 — 1 1 1 „ geräucherter Speck . . . „ Schinken...... „ Dörrfleisch..... 20 19 18 Illi 5 Loth auSmacht. Köpfe, Füße, Gc- raub.wieauchdic ganiblurigeuund 1 Pfund Butter auch 4 Handkäse . . . 4 Eper .... 25 26 8 8 Illi 1 1 t ff .... . . 18 — nicht genießbaren 1 Pfund Waizenmehl — „ Hammelsfett..... „ Schweineschmalz ausgelassenes ...... „ desgleichen, unausgclaffen 18 24 22 III 1 Stücke vom Hals stnd von der Zu- gabegänzlichaus- gcschloifcn. 1 „ grob geschälte Gerste..... 1 " klein geschälte Gerste...... 4 8 >— Städte Gem äs Waizen Korn Gerste Hafer Erbsen Linsen Pf. fl. kr. Pf. i fl- kr. Pf- fl-! kr. Pf- fl. kr. Pf. fl. kr. Pf. fl. kr. Friedberg..... da» Malter 200 17 30 180 15 20 — 10 20 — 5 15 Gießen...... das Malter 200 17 — 200 lös 5 170 10 50 —. 5 - —. — — * 1... —— Grünberg..... das Malter — 17 30 — 15) 50 — 10 30 — 5 15 — — _ ■1 .11 . Marburg..... das Mott —| 10 544 -i 10; 9| — 6i 40 — 3 30 — — Wetzlar..... der Scheffel 90l 6 19 84 6! 13 72 4> 61 50 2 2| - — . Bekanntmachung. Die Polizeitaxen für Brod, Fleisch rc. betreffend. Ich finde mich veranlaßt, hierdurch zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, daß bei eintretender Veränderung der Polizcitaren, die Wirkung derselben stets mit dem Erscheinen des AnZkige- blatts, welches die Veränderung enthält, zu beginnen hat. Gießen am 4. Januar 1847. Der Großh. Hess. Krcisrath des Kreises Gießen Prinz. ■ Oeffentliche Aufforderung. 33) Am 18. October d. I. ist zu Tiefenbach im hiesigen Fürstlichen Gebiet, eine Weibsperson wegen mangelnder Legitimation arretirt worden, deren Heimath bis jetzt nicht hat ermittelt werden können, weil alle ihre, zu verschiedenen Zeiten gemachten Angaben über ihren Namen und Geburtsort sich durch die, mit den betreffenden Behörden gepflogene Korrespondenz als unwahr herausgestellt haben. Wir bringen daher das Signalement der Arrestatin nachstehend mit dem Ersuchen zur öffentlichen Kenntniß, daß diejenigen, welche zu Ausschlüssen über die erwähnte Person im Stande find, uns solche möglichst bald zukommen lassen wollen. 10 Besonders richten wir dieses Ersuchen an die Kurhessischen Behörden, da nach verschiedenen Daten die Arrestatin aus Kurhcssen gebürtig zu sein scheint. Braunfels den 30. Decembcr 1846. Fürstliche Regierung, Abtbeilung für Polizei- und Communal-Verwaltung. Hofmann. Bender. Signalement: Familienname: angeblich Simon. Vorname: Christine. Geburts- und Aufenthaltsort: ist bis setzt immer falsch angegeben worden. Religion: evangelisch. Alter: eire» 25 Jahre. Größe: 4 Fuß, 10 Zoll. Haar: braun, kurz geschnitten. Stirne: niedrig. Augenbraunen: braun. Augen: grau. Rase: breit und dick. Mund: aufgeworfen. Zähne: gesund. Kinn: spitz. Gcstchtsbildung: oval. Gesichtsfarbe: gesund. Gestalt: untersetzt. Besondere Zeichen: keine. Bekleidung bei der Arretirung: schwarz wollene Tuchjacke, blau leinener Rock, schwarze Strümpfe. Besondere Bekanntmachungen 46) Der Ortsbürgcr Caspar Kling zu Wieseck ist für die gemeinschaftliche Wiesenanlage im Wiesekthal als Wiesenwärter und zugleich für den Feldschutz in den Gemarkungen Wieseck und Gießen verpflichtet worden, welches hierdurch zur Kenntniß der hiesigen Einwobncr gebracht wird. Gießen den 6. Januar 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 45) Nachstehende Bekanntmachung bringt man hiermit zur Kenntniß der betreffenden Interessenten. Gießen am 4. Januar 1847. Der Bürgermeister Gg. R eib er. „Für diejenigen in der Stellvertretungs-Assccuranzanstalt versicherten Loospflichtigen des Jahres 1846 für die Stellvertretung des Jahres 1847, welche von den Rccrutirungscommissioncn und den Recrutirungsräihen für untauglich erklärt oder in das Depot gesetzt worden, haben die Versicherer die in Händen habenden Versicherungsurkunden, auf welchen der Rückempfang von 95 fl qmttirt sein muß, vom 1. Januar bis Ende März 1847 bei dem Unterzeichneten abzugeben uno das Geld in Empfang zu nehmen. Nach Ablauf dieser Zeit sind die nicht zurückempfangenen Einlagen nach §. 20. t>er Statuten der Anstalt verfallen und werden zum Besten der Versicherten verwendet. Für diejenigen versicherten Loospflichtigen des Jahres 1846, welche zur Musterung des Jahres 1847 verwiesen worden sind, müssen die Rückzahlungen ebenfalls in dem oben bemerkten Zeitraum zurückempfangen werden, es können aber auch die Einlagen stehen bleiben, wenn eine neue Versicherung für dieselben Loospflichtigen bezweckt wird, und es hat in diesem Falle für das Jabr 1847 eine neue Versicherung stattzusindcn. Hierzu haben die Versicherer die in Händen habenden Versicherungsurkunden, auf welchen die Rückzahlung von 95 fl. qmttirt ist, nebst einer neuen Beitrittserklärung zur Stcll- vertretungs-Assccuranzanstalt abzuliefern und dagegen eine neue Versicherungsurkunde in Empfang zu nehmen (es muß aber diese quittirte Versicherungsurkunde und die neue Beitrittserklärung vom 1. Januar 1847 an bis spätestens am Tage der Loosziehung in den betreffenden Kreis- oder Landrathsbezirken an den Unterzeichneten abgeliefert werden), damit die neue Versicherungsurkunde vor dem Tage der Loosziehung ausgefertigt werden kann." Darmstadt am 1. December 1846. Der Vorsteher der Vertretungsanstalten (ß<’j ) Fresenius, Oberstlieutenant. 47) Die Verkündigung der, in den Regierungsblättern des Jahres 1847 erscheinenden Gesetze und Verordnungen erfolgt auch für das laufende Jahr wieder in der früheren Weise durch Offenlegung auf dem Gemeindehause. Gießen den 5. Januar 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 49) Ich fordere Diejenigen, welche für das akademische Hospital im Ganzen sowohl, als auch für die verschiedenen akademisch-klinischen Anstalten im Laufe des verflossenen Jahres Arbeiten ge, fertigt, oder Lieferungen gemacht haben, hiermit auf, ihre betreffenden Rechnungen, und zwar in doppelter Ausfertigung, bis längstens zum _ 15. März l. I. an mich abzugeben, als sonst spätere Anforderungen unberücksichtigt bleiben müffen. Gießen den 7. Januar 1847. Der Großhzgl. Hess. Verwalter P e p p l e r. 11 Versteigerungen. 34) Die zur Errichtung eines steinernen Aquädukts erfOberlid)cn Arbeiten, bestehend: 1) in der Lieferung eines Steins von 14' 6" Länge, 16" Breite, 13" Höhe und 7 bis 11" ausgehauene Tiefe, veranschlagt zu 19 fL 20 fr. 2) das Legen dieses Steins, veranschlagt zu..... 6 ft 40 „ sollen Montag den 11. d. M-, Morgens 9 Uhr, auf der Bürgermeisterei an den Wenigstfordeinden vergeben werden. Gießen den 4. Januar 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 32) Freitag den 19. Februar c., Morgens 10 Uhr, soll das zum Nachlasse des hier verlebten Posthalters Carl Jacob Trapp gehörende, dahier in der Silhofer Straße Lit. A. jVS 223 belegene Wohnhaus im Local des unterzeichneten Stadtgerichts au den Meistbietenden öffentlich versteigert werden. Außer einem geräumigen Hofe mit zwei Einfahrten gehören zu demselben mehrere Nebengebäude, sodann Pferde- und Riudvichställe, Scheuer, Schoppen und ein Gewächshaus. Wetzlar den 5. Januar 1817. Königlich Preußisches Stadtgericht A. A. Krüger, Secretär. 31) Donnerstag den 14. Januar d. I-, des Morgens 9 Uhr, sollen in dem Gemeindewald zu Albach, Distrikt Stangenheeg rc. l'/4 Stecken EicheN'Scheidholz, % „ „ Stockholz, % „ K'efern-Prügelholz, 575 Wellen Buchen-Reisholz, 350 „ Eichen- „ 300 ,, Kiefern- ,, 1785 „ Weiden- ,, 7300 Stück Birken-Reifstangen, 100 „ Weiden- „ 761 Wellen Birken-Bcsenreiser öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Der Anfang ist im Distrikt selbst am Schlagwcg. Albach am 6. Januar 1847. Der Bürgermeister Schäfer. 48) Donnerstag den 14. Januar 1847, Morgens 10 Uhr, sollen in dem Oppenröder Gemeindewald, Distrikt Loh: 24 Stecken Buchen-Scheidholz, 6'4 n „ Prügelholz, 11'4 „ „ Stockbolz, 5 ,, Eichen-Scbeidholz, 12 „ „ Prügelholz, 17 „ „ Stockholz, 6% „ Kiesern-Prügelbolz, 5'/2 „ „ Stockholz, 1075 Stück Buchen-Wellen, 1100 „ Eichen- „ 875 „ Kiefern- an den Meistbietenden versteigert werden. Oppenrod am 6. Januar 1847. Der Bürgermeister Weis. 24) Montag den 11. Januar 1847, Bormittags 8 Uhr, sollen in der Wohnung des Herrn L. Herbert dahier, die Häute von dem im Jahr 1846 gefchlach- tekcn oder gefallenen Bieh von der Viehassecurranz- Gesellschaft öffentlich versteigert werden. F e i l g e b o r e n. 40) Aechtes Bayrisches Bier in Fässern und Flaschen bei L. Jahreis. 2164) Spanische Weine, ächt, rein und von bekannter Güte, unmittelbar vom Producenten eingesendet, als Malaga, Xeres (Sherry) und Museat, außerdem auch Madeira und Medoc sind fortwährend billig zu haben in der Löwengasse im unteren oder mittleren Stock des Wigandt'schen Hauses. 41) Feinsten Braunschweiger und Brabanter Böppches-Flachs empfiehlt L. Jahr cis. 35) HanSmacher Tisch- und Handtücher, Tafelgedecke, Servietten und Sacktücher in beliebigen Größen empfiehlt billigst Julius Wallach. 37) Frische Häringe und Sardellen empfiehlt Julius Wallach. 39) Oautscliuc, oder Gummi eiastieurn-Flüssigkeit. Von diesem als vorzüglichsten Mittel, Leder- wcrk, besonders Schuhe und Stiefeln vor dem Eindringen feder Feuchtigkeit und Härte zu schützen, habe ich wieder neue Sendung erhalten. ' L. Iah reis. 36) Flachs in allen Sorten ist wieder angekommen bei Julius Wallach. 27) Eine Parthie Kiefer-Reife und Schießerstangen, gelbe Setzlingsweiden und Zuckerkartoffeln verkauft' L. Hartmann in der Schanz. 12 Zu vermiethen. 28) Eine Scheuer nebst 2 Böden, Pferdestall u. s. w- ist zu vermiethen und Anfangs Mär; zu beziehen bei M. H. Stern. 26) Zn der Marktstraße Lit. D. »46 47. ist die untere Etage, welche sich zu jebem offenen Geschäfte eignet, zu verinietheii. Auf Verlangen kann noch ein Zimmer dazu abgegeben werden. £). C. Sacks Wittwe. 38) Bei Georg Röber aus dem Kreuz ist das mittlere Logis, bestehend in zwei heizbaren Stuben, Holzstall »nd Bodenkammer, auch kann auf Verlangen das obere Logis dazu gegeben werden, — zu vermiethen und auf Ostern beziebbar. 29) Ein Logis, bestehend aus 2 Stuben, Küche, Keller u. s. w., sowie Antheil an der Waschküche, ist zu rermiethen und Anfangs März zu beziehen bei M. H. Stern. 30) 200 fl. sind gegen genügende Sicherheit auszulcihen bei Schreiner Conrad Stamm in Großenlinden. Vermischte Nachrichten. Bekanntmachung. 51) Mit Hinweisung auf die im Anzeigeblatt JVa 102 (v. 23. December v. I.) und JVa. 2 (v. 6. Januar d. I.) enthaltenen Ankündigungen, eröffnet das Comite des Hülss- vereines dem hiesigen Publikum, daß nach Beschluß dieses Vereins vom 6. d. M., mit Rücksicht auf die geschehenen Unterzeichnungen: 1) vorläufig eine s. g. Suppenanstalt gegründet worden ist, aus welcher jeder Hülfe bedürfende hiesige Einwohner, mit oder ohne Familie, täglich warme, substantiöse (standhafte) Suppe erhalten kann. 2) Die Suppe wird entweder unentgeldlich verabreicht, oder gegen Vergütung dessen, was solche den Verein kostet. Auch kaun jeder hiesige Einwohner gegen Vergütung dieses Preises eine beliebige Anzahl von Karten (s. 3.) lösen, um damit etwa einzelne Armen besonders zu unterstützen. 3) Wer von dieser wohlthätigen Anstalt Gebranch machen will, hat sich unter Angabe des Bedürfnisses bei einem der nachfolgend bemerkten Comite-Mitglieder zu melden, und empfängt dann von Herrn L. L a b r o i s s e, als Rechner des VereürS, die erforderlichen Karten, gegen deren Abgabe die Suppe verabfolgt wird. 4) Anmeldungen nehmen an: Herr Prof. Zimmer, „ Verwalter Pfeil, „ Kirchenrath Dr. Engel, „ Philipp Möhl, „ Philipp Fillmann, „ Adolph Möhl, „ Heinrich Hornberger, „ Postmeister Kempf II , „ G. Fulda. 5) Tue Abgabe der Suppe erfolgt von Montag dem 11. Januar an, in den Stunden zwischen 11 und 1 Uhr Mittags in dem ehemaligen Oß- waldifchen Hanse auf dem Wall, im Beisein von 2 Comite-Mitgliedern. Daselbst befindet sich ein gewärmtes Zimmer für Diejenigen, welche die Suppe an Ort und Stelle verzehren wollen. 6) Das Comite hat das Recht und die Pfiicht, die Richtigkeit des angegebenen Bedürfnisses zu prüfen und hiernach das Maas der zu verabfolgenden Suppe zu bestimmen, Gießen den 8. Januar 1847. Das Cornitö des Hülfö-Vereins. Hierzu eine Beilage. zu M des MrzeigsbLatts süv Vie Stadt rerrd den Kreis Gietzen. Vermischte Nachrichten. l^eol- . l. L-t., Abends 6*/a Uhr. Vorkommender Gegenstand: Wichtige Berathung über Gewerböangelegenheiten. Gießen am 7. Januar 1847. Der Vorstand. 13) Es wird zum t. April eine Wohnung von 1 Saal, 5 bis 6 Stuben, 1 bis 2 Kammern :c. zu mrethen gesucht. Näheres sagt ■ die Exped. v, Bltts. 43) In hiesiger Stadt wird ein solides gcbil- deleS Frauenzimmer in einen Laden gesucht. Wo? sagt die Erped. C. Blkrs. 44) Einem hohen Adel, sowie hiesigen und auswär- tigen rcsp. Publikum habe die Ehre anzuzeigen, daß ich mit hoher obrig- Uut.icher Genehmigung meh« l/irtLL.WW