Imzeigeblatt für die Stadt und dez, Kreis Gießen. 71. " Samstag den 4. Septeinker 18^7. Frucht- u. Bictualienpreise zu Gießen vom 4. bis 11. Septbr. 1847. F ru ch tP rei s e. t 1 1 < t > Flei sch taxe. Pfund gutes Ochsenfleisch . . ■ „ KUhfleisch ....... „ Rindfleisch..... „ Kalbfleisch ..... „ Schweinefleisch . . . . „1 Hammelfleisch gemästet kr 13 11 10 8 IS 11 16 Df A n m. Die Zu. p ' gaben dürren in 1 weiter nichts- als in Fleisch von der- “ selben Gattung _ bestellen u. zwar __1 aufioPfd. Fleisch _ nicht mehr als an Bro d e. 2 Pf. ordinäres Brod. aud . Gersten - und j " ! i Kornmehl bestehend 6 n h ff } 2 Pf. gemischtes Brod) aud . Waizen- und 4 " ” " 1 Kornmehl bestehend 6 „ ,, tr 1 ” 51 Ltb. Wafferwcck..... kr. 6 i 11 17 6 13 '19 1 1 8 25 26 8 4 - 8 12 H M 1 1 „r- 1 1 t t 1 l j 1 1 1 I 1 ,, Leberwurst ..... „ Bratwurst . . . „ Schiöärtemagen . • . „ Blutwurst...... „ gemischte Wurst" . . „ geräucherter lApeck . . . „ Schinken...... „ . Dörrfleisch..... „ Rindsfett...... „ . Hammelsfett ..... „ Schweineschmalz ausgelassenes . . ... „ desgleichen, unausgelaffen 20 20 18 12 28 20 18 18 18 26 26 __ derihalbPfd ü.f. __ w. nach PrPpor. _ tion, welches auf — IPfd nicht völlig — 5 iotb.ausmacht. — Köpfe. Fritze. Ke- — raub.rpie auch die — ^anzblurlgcnund 1 - nicht genießbaren — Stücke vom Hals | • sind von der Zu- gabcgänzlichaus- geschlossen. 4j » Milchbrod . " . . ‘ . Marktpreise. 1 Maas Milch . . . , . auch...... 4 Handkäse . . ... . . - 4 Eher.......... 1 Pfund Waizenmehl ..... 1 ii grob geschälte Gerste . 1 „ klein geschälte Gerste . . - . . . 1 lllll II 1 Städte G em a s Waizen Korn Gerste Hafer Erbsen Linsen. Pf.-i fl. | kr Pf. ; fl- kr Pf. fl. kr. Pf fl. kr. Pb fl. kr. Pfl fl. tr. Friedberg ..... Gieße» ..... Mrnuberg..... Marburg..... Metzlar..... daS Malter das Malter das Malter das Mött der Scheffel 200! 111 6 200; 10 45 —I 10' 20 —! 161 6* 90 4l 40 190 8 200 > 9 -i 9 — 14 -.1 3 9 - 15 19 M7 170 72 6 1. 6 30 7 55 11 36* 2)41 50 4 4 5 2 42 45 58* 87 lllll lllll Illli lllll 1 III 1 1 1 1 ll M m t L L ch e r T h e i l. . B e k a n n t m a ch u n g, die Vcrwnidunq der Kartoffeln zum Brandwcinbrcnnen betreffend. itoAftffuntie in Nr. 33. des Großherzogl. Hess. Regierungsblattes im obigen Betreff erschienene, höchste Bekanntmachung bringe ich durch nachstehenden Abdruck noch besonders zur Kenntuiß der diesseitigen Kreis-Angehörigen. . Gießen den 1. September 1847. @r0^cr}Cg[. Hess Kreisrath des KrciscS Gießen. Prinz. , B ekann t m a ch u n g, die Verwcndunq der Kartoffeln zum Brandweinbrennen betreffend. Das durch Bekanntmachung vom 20. April 1847 (Nr. 16. des Regierungsblatts) erlassene Verbot der Verwendung der Kartoffeln zum Brennen von Brandwein, wird vom 1 Sechtember d J an außer Wirkstnukeit gesetzt, waö. mit dem Anfügen zur öffentlichen Kcnutmß gebracht wird, daß das durch vdt. Prinz. dingt einrselöst werden. Gießen den 14. August 1847. Die Pfandbausverwaltung. Bieler. Pfeil. i 642) Main-Weser-Eisenbahn. W dstrste angemcffen erscheinen, wenn diejenigen Grundbisitzer ter Gemarkung Gießen, deren Grundstücke ganz oder tbeilweise in die Begren- znngslinien Cir Eisenbahn fasten, dieselben nicht wieder bestelle» wollten. Es wird zu diesem Zweck auf mehrfach ausgesprochenen Wunsch das Bähn- tipn noch Umschreibung statifindeu kann, indem die Borarbeiten zur Versteigerung durchaus keine Störung zulassen, und daher die Säumigen sich zu gewärtigen haben, ihre Pfänder erst in dem Bersteigernngstermin gegen baare Zahlung einlösen zu können. Bei Pfändern aus wollenen Stoffen, dre bereits 6 Monate verpfändet sind, kann der Termin nicht, mehr erneuert, dieselben muffen vielmehr nnbe- B e k a n n t m a ch u n g. Am gl. v. M. ist auf dein hiesigen Wochenmarkte einer unbekannten Weibsperson eine hölzerne Büchse mit TnW^GenchMriit dieses Geldes hat sich binnen vier Wochen zur Empfangnahme desselben dahier anzumelden, widrigenfalls darüber anderweit verfügt werden wird. Gießen am 23. August 1847. ^er Großh. Hess. Krcisrath des Kreises Gießen. Prinz. Keuntuiß dient. Gießen den 1. Septentber 1847. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 1)96) Aufforderung an die Schuldner der hiesigen Pfand - und Leihanstalt. Die Schuldner der hiesigen Pfand- und Lcih- nnfhut deren Pfänder in den Monaten Januar, W«r«, 'M ve,fast « sii d, werden aurgefordert, in dem Zeil- raume vom IS August bis eittschliefrlich den 11. September, dieselben entweder e.nzu- löseu ooer zu prvlongneu, als sonst deren Beistcige- rung am 18. Mover d. I. siattfiüdet. , Obiger Zeitraum muß um so mehr pünktlich 532 x Ministerial-Ausschreiben erlassene Verbot des Ankaufs von Kartoffeln durch Brandweinbrenner bis auf weitere Perfügung in Kraft bleibt. Darmstadt am 25. August 1847. ~ Großberzoglich Hessisches Ministerium des Innern und der ^ustrz. ■ In Verhinderung des Staats-Ministers: v. Leh m an n. v. Riess el. s))?i+ [ui fr er er Geuehmiguna ist der, eingehalten werden, als sonst nach Ablauf der iea o M t ♦“ 60rt Frist, wrdn Wo m.g, ProiWga. auf den 12. tt. Io. ^etodrr UN ^anoraunvkr ,,A* itmtowrftiitt» üatistnden kann, indem die kittgezeichnete Gießer Jahrmarkt, aus Dienstag und Mittwoch den 5. u. 6. Oktober i. j. verlegt worden, welches hiermit Für öffentlichen Besondere B e k a n n t m a ch u n g en. IC13) Di- gni-IMiL- AstM und GNtrndmachung brr -ms bem Ssmmnsrmchrr 18« herrühreudeu geglichen Forderungen an Stndrrende betreffend. Die aus dem gegenwärtigen Scniester herrührenden gesetzlichen Forderungen an Studirende müffchii^bei Vermeidung^ des i» dem Artikel 137. der Disciplinarstatuten der Universität Gießen ang.drohten RechtsnachtheileS, bei der »nterzelchneten Behörde - ’ ' längstens bis zum 11. September b. I., . . mittelst gehörig specificirter Rechnungen, zur Anzeige-gebracht, und längstens bis zum 6. Rovembcr d. I. geltend gemacht werden. Gießen den 30. August 1847. . _■ ... Das Großherzogliche UNiversttatsgerlcht. Dr. Dr p g o p h o r u s. f-ld, insoweit es von der Bauverwaltung in Anspruch genommen ist, zu beiden Seiten abgefurcht werden und können sich die Bethciligtcn hiernach bemessen. Der Gr. Hess. Seciions - Ingenieur der Sektion Gießen. L. Limd t. 1645) Mai n-Weser-Eisen bahn. Montag den 6. d. M. nehmen die Erdarbeiten an dem Einschnitte in der Langgönser Hardt auf unmittelbare Rechnung des Staates wieder ihren Anfang. Butzbach den 2. September 1847. Der Gr. Hess Sectivtis-Jngenieur der Sektion Butzbach. Meyer. .. Versteigerungen^ 1614) Versteigerung der Beifuhr von Braunkohlen. Künftigen Montag den 6. d. M., Morgens 10 Uhr, soll auf der Brückenbaustelle an der Labn dakier die Beisuhr von circa 1000 Eentnern Braunkohlen vom Bergwerk am Hcsscnbrücker Hammer auf die SchleuseubausteUe bei Naunheim, öffentlich unter, den bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Gießen den 1. September 1847. Der Gr. Kreisbaumcister Holzapfiel. 1618) Versteigerung von Gemeinde-Obst zu Altenbuseck. Donnerstag den 9. September l. Z., Morgens 8 Ubr, soll das diesjährige Gemeinde-Obst der Gemeinde Altenbuseck, bestehend in Aepfeln und Birnen von verschiedenen Sorten, in 118 Abtheilungen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im Orte, und der Anfang wird am Wege nach Wiescck gemacht. Altenbuscck den 31. August 1847. Der Bürgermeister Wagcnbach. ißi-3) Main-Weser-Eisenbahn. Versteigerung von Grummetgras in der Geinar« kung Kleinlinden. Mittwoch den 8. September d. Z., Vormittags um 8 Uhr, soll die diesjährige Grummeternte auf dem Theil der gemeinhestlichen Wiese „dieHeeg," welche von 533 der Bauverwaltung der Main-Weser-Eisenbabn an- aekanfe ist, unter den im Termin bekannt zu wachenden Bedingungen an Ort und Stelle an den ..meistbietenden öffentlich versteigert werden. Der Gr. Hess. Sektions-Ingenieur der Sektion Gießen. g. Lindt. 1618) Montag den 6. September, ' Morgens 9 Uhr, . sollen in dem Braubause zu Kleinlinden zwei große Bütten, jede 8 Obm haltend und in eiserne Re,se gebunden, und auch zwei kleine Bütten meistbietend versteigert werden. Kleinlinden, den 31. August 1847. Der Bürgermeister Weigel. 1612) Dienstag den 7. Scptbr. d. Z., Nachmittags 1 Uhr, soll der, der Frau Hofgerichts-Advokat Faber gehörige, an der Schoor zwischen dem Selters- und Neustädter Thor gelegene, Garten auf 6 Jahre anderweit in Pacht gegeben werden. ' Pachtlustige wollen sich zu dieser Zeit M dem, im Garten befindlichen, Häuschen eiiifinden. Korber. 1625) Grummetgras-Versteigerung bei der Stadt Gießen. Das Grnmmetgras von den städtischen Wiesen wird, und zwar , f _ Donnerstag den 9. September l. Z., Morgens 9 Uhr, 1) in dem Oßwald'schen Garten, 2) von den Skadtwiescn bei der Reumühlc, 3) von her Fürstenbrunnenwiese, 4) von den Wiesenviertcln im Wicseckcr Thale, 5) von den Heegstrauchswiesen, 6) von den Wiesen vor dem Ncnenweger Thore, , ■ sodann Freitag den 10. September, Morgens 9 Uhr, 1) von den Ochsenwiesen, 2) von den Wiesen am Rödcher Wege und Stelzenmorgen, 3) von den Wiesen an der Grünberger Straße, 4) von den Happelswirsen, 5) von den Wiesen am Altentisch und Für- . stcnwiese, versteigert. , Der Anfang wird den ersten Tag im Oßwald - schen Garten und den zweiten Tag in den Ochsenwiesen gemacht. Gießen den 1. Sept. 1847. Der Bürgermeister. 3- V. der Beigeordnete Ad. Möhl. 534 1644) Main - Weser - Eisenbahn. Versteigerung .von Torf. Mittwoch den 8. September d. Z., Vormittags um 9 Ubr, soll der nuf de» Großenlinder Gemeindewiestn im Bahnseld gestochene, nächst der Luckebach aufgesetzte .Torst im Betrag von etwa 25000t) Stück, unter den im Termin zu publicirenden Bebingungen, an Ort und Stelle an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Section Gießen. 8. Lindt. 1628) Donnerstag den 9. September d. I., Nachmittags 1 Uhr, sollen nackstedende Arbeiten: 1) ein Durchlaß, veranschlagt zu 35 fl. 50 fr. 2) die Herstellung eines Brunnens: a) Zimmerarbeit, ve-anschl. ju 29 u 30 „ h) Maurerarbeit, „ » 12 " 30 ,/ c) Schmiedearbeit, „ u 21 " 48 „ 3) die Plauirung einer Wiese, veranschlagt zu . . . . i . 56 „ 54 „ auf dahicsigem Gemeindebause an den Wcnigstmeb- mcnden versteigert werden. Watzenborn den 1. Sept. 1847. Der Bürgermeister Philipp. 1629) Montag den 6. Sept. d. I, Naebmittags 1 Uhr, soll das Grummetgras von den hiesigen Gemeinde-' wiesen meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist zwischen Watzenborn ' und Steinberg. X. Watzenborn, den 1. Sept. 1847. Der Bürgermeister Philipp. 1641) Donnerstag den 9. Sept. soll das Grummetgras von den Gemeindewiesen zu Wieseck, öffentlich meistbietend versteigert werden. Der Anfang ist Vormittags 9 Ubr auf den Wiesen an der Oberlack, und Nachmittags 5 Ubr bei der Badenburg im Strauch. . Wieseck den 1. Sept. 1847. Der Bürgermeister Lang. 4630) In dem Hause der Frau Witrwe Bürgy in den Neuenbäuen, sollen. .Donnerstag den'9. Sept. d. I., Nachmittags 2 Ubr, verschiedene Mobilien, als: Kommode, Tische, Schränke, Kleidungsstücke und sonstige verschiedene Hausgeräthschaften, gegen baare Zahlung meistbietend versteigert werden. Gießen den 2. Sept. 1847. 1601) Mül'n - Weser -Eisenbahn, Erdarbeiten. Dienstag , den 7>. September l. Z., Rachmitrags 3 Ubr, werden für circa 15,000 fl. Erdarbeiten in der Gemarkung Niedermörieu versteigert. Die Zusam- meukunst ist zuuäcist der furhessilchen Grenze, an dem llebergauge des Wisselsheimer Weges. Butzbach den 29. August 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Section Butzbach. Meyer.. 1640) Künftigen Mittwoch den 8. Sept., soll, gleich nach Beendigung der herrschaftlichen Grumnietgras-Versteigerung, in der Behausung des Wirths Schiesser zu Wwfick, das Grummetgras von den Pfarrwiesen dase.bst, sowie von den Wiesen des Herrn Karl Müller's Eiben in Gießen, öffentlich meistbietend' versteigert werden. 1621) Montag den 6. Sept, d I., Nachmittags 2 Ubr, , sollen in der Wohnung der Wimne Traumüller dahier, Möbel, Weißzeug, Bettung, Haus- und Mcheugeräthschaften, öffentlich meistbietend versteigert werden. > Gießen den 2. Sept. 1847. 1600) Montag den 6. September l. Z., Morgens 9 Uhr, soll das Grummetgras von ungefähr 16 Morgen Gemeiudeiviescn zu Alleudorf an der Lumda, unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen, versteigert werden. Der Zusammeukuuftkort ist am Unterchor, Alleudorf a. d. Lumda den 30. Aug. 1847. Der Bürgermeister Wagner. Feil geboren. 1619) 300 Stück wollene Tischdecken, das Stück zu 3 fl., 14/4 große, sowohl gewirkte als Long-Shäwls, von 1 fl. 30 fr. an bis zu den feinsten Sorten, Orleans die Elle zu 24 fr., ertra feinen Lustre die Elle zu 36 fr., ächten böhmi- schen Hanfleinen, das Stück von 66 Ellen zu 18 fl. 30 fr., oder die Elle zu 20 fr , Lederlei- nen, das Stück von 66 Ellen zu 14 fl., oder die 4Llle zu 15 fr.; sodann die neuesten Desseins farbiger und schwai zer seidener Kleiderstoffen, Ballfleider, Mousselines de laine, Lamas, Baumwollenzeuge, Spitzen, Tüll, Schleier, Glace.Handschuhe', Gimpen, seidene und wollene Franzen re, empfiehlt billigst Salomon Heichelheim, neben dem Daimstädtcr Haus. 535 Ein Haufen Dünger ist billig abzuge- ersragen. Ich verkaufe alte Möbel, als Schränke, dungsstiicke ein. 1570) Kelternscbranben „„ von geschmiedetem Ersen, m jeder beliebigen (Dreße, werben gefertigt von G Reirzel, Schmiedmeister Lit. D. M. 49. Frech, Schneidermeister. 1634) Ich verkaufe alte Mvvei, aiv 'cunu»^, Bettstellen u. der gl., und kaufe auch alte Klei- Zu verniiethen. 4622) Ein Logis, bestcbend in zwei heizbaren Qiniincin nebst einem Eabinct, Küche, Keller, Holzstall nnd Bodenkammer, ist zu vermietben und kann alsbald bezogen werden- Bei wem. sagt die Erped. dieses Blattes. 1627) Eine Familienwohnung ist zu vcnme- then und alsbald zu beziehen bei Jacob Dörr. 1624) Zwei möblirte Stuben sind in der Wall- thorstraßc Lil. A. 'M, 62 zu vcrmfetbelt und zu vermietbcu bei 6 A. H.. J ugbard's Wiltwe, Markistraßc Lit. D. 184. baldigst zu beziehen 1540) Eine Familienwohuung, aus 3—5 Zlm- niej"i und zugehörigen Räumen bestehend, wird bis 1 Oktober beziehbar. Stein, Lit. A. A"a 36. 1541) 3—4 Zimmer sind mit oder ohne. Möbel, an einzelne, wo mögl'ch nur 2 Herren, zu vermietben. Das Nähere bei der Erpeds d. Bltts. 1636) Der erste und zweite Stock, nebst Mansarden, in meinem Haiife am Kirchenplatz^ ist entweder zusammen oder getheilt, an stille Familien, oder auch an einzelne Hei reu, z» verniiethen und gegen -b.itte Oktober zu beziehen. L o u i s L i n d. (652) I>i meinem Hause in der Wei- dengasse ist das seitherige NuivcrMtö-Buch- Bermifchte Nachrichten. 1610) In Glacö Handschuhen, Ehemisetien und Haube» zu waschen, sowie seidene Kuiderbüle aufzu- sä'bcn, und überhaupt in allen übrigen weiblichen Arbeite», empfiehlt sich die verwiktwete Sekretär Pauli, wohechaft in der Kaplausgaffe bei Herrn Küfer Kliiickel. ' . 1609) Ei» schwarzer Regenschirm -st irgendwo sieben geblieben. Mau bittet, denselben gegen eine Belohnung au die Erped. d. Maites abzugeben. 1623) Einige gute Schlosser finken auf d.r Fricdrichsbutte bei Solms - Laudach Besmaftigung. 1607) Im Gastbause zum Hitfä, wird ein tüchtiger Knecht gesucht, der den Ackerbau und dao fahren gründlich versteht und sogleich den 2Jhtt|t antreten kanii. 1620) Dienstag den 7. und Samstag den 11. d. M. sind auf dem hiesigen Wochenmarkte, von den beliebten Haferäpsel», die Meste zu 16 fr., zu verkaufen. 1611) Lampendochte, in allen gangbaren Sorten, empfiehlt P- Steup, Posamentier. 1602) Süße und saure Frühäpfel, beide Sorten gebrochen, die Meste zu 14 fr., siud zu haben bei Weißgerber Löber's Wsttwe. 1632) Meine neu erhaltenen Mäntel - und Kleiderstosse, Shawls, Foulards und noch viele andere moderne Artikel, empfehle ich bei reichster Auswahl zu den billigst gestellte» Preisen. -M. Hep, Lit. A. 55. 1637) Ein Haufen Dünger t|t viutg aozug-- " hon. .Bei wem? ist in der Erped. d.' Blattes zu druckcrei-Lokal vom 1. October d. 4»n yt vermiethen und das Nähere in der G. G Heycr'schen Buchhandlung zu erfahren. Gertrude Heyer, geb. Diehm. 1638) £3^ Für Chemiker! Em Logis, aus einem, auch zwei Zimmern bestehend u id mit einem kleinen Laboratorium ver- sehen, habe ich auf nächstes Semester $u vermietbeit. 17 Louis Lind. 1633) Sn-Lit. A. 182 ist eine Familienwohnung und eine möblirte Stube zu mnuetben. 1574) In tem Hause der Jacob Wallenfels Kinder auf'um Ncueuweg sind mehrere gut a»S- mbblirte Zimmer auf de» nächsten Cours zu ver- miethen. ' W. Hellmold, ^ackeimeiste. 1575) Das untere Local des von uns eingerichteten Möbel-Magazins am Reicheiisaid, welches sich vorzüglich zu einer Laden-Einrichtung,,oder Niederlage eignet,, ist zu vermiethen und sogleich -u be-iehen ' H..Hellmold I. 1597) Ein Familien-Log's ist zu verm ethcn fcci' PH. Lüdeking. 1651) In meinem Hause ist im oberen Stock eine Familieiiwobnung, bestehend in drei a> elnan- derstoßenden Zimmern, zwei Kammern, >uche Keller und Holzplatz zu verm-etheit. Dieselbe kann den 1. November d. I, auf, Verlangen noch etwas früher bezogen werden. Auch ist dasellut eyn möblirte» Zimmer auf das nächste Senuster zu vermietben. ".t ' x in der Schloßgasse.- 1580) Ein möblirtcs Zimmer mit Eabinet ist. 1608) - übereilte General-Versammlunq bicjtßcr Localsectiou Samstag den L September 18/17, Abends präcis halb 7 Uhr, Berathllnq,' resp. Abstimmung, betreffend: 1) Ergänzung des Ausschusses dlrrch ein I9tes Mitglied; 2) Trennung der beiden seither verschmolzenen Aemter des Se- cretärs und des Rechners, in der Weise, daß das erstere als Ehrenamt betrachtet, das des Rechners dagegen allein aus den Mitteln des Vereins besoldet wird. Der Vorstand. 1616) Sonntag den 5. September findet in Großeulinden Kirchweihe Statt. Hierzu ladet Unterzeichneter crgcbenst ein, und bemerkt, daß er sich mit guten Speisen und Getränken verseben bat, und gutbesetzte Tanzmusik bei ihm anzutrcffen seyu wird. ®. Schmelz, jinn fröhlichen Mann. 1626) Zu einem herbstlichen Feste mit Musik und Tanz, welches Sonntag den 5. September in der ehemals Oswald'scheu Besitzung Statt finden soll, ladet der Unterzeichnete ergebeust ein. M. Hering auf dem Gleiberg. 1615) Morgen Sonntag den 5. September findet in Großenbuseck Kirchweibe Statt, wozu der Unterzeichnete mit dem Bemerken, daß bei ihm gut besetzte Tanzmusik anzutreffen seyu wird und er sich mit guten Speisen und Getränken versehen hat, ergebend einladet. Großenbuseck den 1. Septbr. 1847. Heinr. Siegfried. 1635) Nächsten Sonntag Nachmittag ist bei günstiger Witterung vollständig besetzte Harmonie -Musik im Seipp'schen Garten zn Gleiberg Frischbacken. Sonntag den 5. September. Carl Löber in der Wallthorstraße. Conrad Kempf auf dem Settersweg. Carl Noll in den Neuenbäuen Georg Noll in der Neustadt. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Am 5. September. Morgens: Kirchenratp Dr. Engel. Nachmittags: Pfarrer Bernhard. Die Pfarrgeschäfle in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. Angekommene und abgereiste Fremden vom 31. August I n den Gasthäusern. 'Im Kappen: Hr. Justus, Privatm v. Schotten. Hr. Saniert, Kaufm. v. Setting. Hr. Madenhoff, Fabrik, v. Cassel. Hr, vn Oertzen m Fr., Gutsbes. v. Brunn Hr. Kürschner, Privatm. u. Hr. Sternberg, KäUfm v. Frankfurt. Hrn. Kauft. Haberkorn v. Bremen, Weber v. St. Goar, Herbert v. Mainz, Jung v. Köln , Hayer v Hannover, Wiedemann v. Nürnberg, Rosenfeld v. Frankfurt u Berge v. Berlin. Hr v. Lavier m Fam , Regierungsr. v. Würzburg. Hr. Prenn mit Frau, Gutsbes. v. Mecklenburg. Im Einhorn: Hr Freih v. Rostock m. Fam. u Bedien. Gutsbes. v. Lindau. Hr. Drope, Kaufm, v. Hannover. Hr. Johanvaes m. Fam., Just.-Comiff. v. Wetzlar Hr. Stein, Kaufm ». Frankfurt. Hr. Abbehausen, Fabrik, v. Luzern. Hr. Gr. v. Epzenberg m. Fam. u. Bedien., Gutsbes. v. Röunideck Hr. Mayer, Dr. med. v. Heidelberg Hrn. Kauft. Laschenberg «. Bremen, Geige v. Osnabrück, Sommer v. Cötn u Arries v. Hamburg. Hr. Merian, Stud. v Göttingen. Hr. Bischoff, Bauq. v Cassel. Hr. Giebart, Reut. v. London Hrn. Kaufl Deetfes v. Bremen, Marti- nus v. Frankfurt a. d. Oder, Heubach v. Leipzig, This v. Pyrmont, Cantador v. Düsseldorf u Weiler v. Solmgen. Hr. Keßler m. Fr., Fabrik, v. Carlsruhe. Hr. TheineS m. bis 2. September 1847. Fam., Gutsbes. v. Hanau. Hr. B. v. Braun, General u. Fr. Reut. Birnbaum m. Fain. ü. Bedien., v. Cassel. Hr. Freih. v. Heidewolf, Direet. v. Marburg Hr. Schlösser m. Fam., Geh - Just.-Rath v. Cassel. Hrn. Kauft. Böhner, v Eupen, Reisset v. Kempten u. Edelhof v. Remscheid. Hr. Dröken m. Bedien., Cap v Bukarest. Hr. Wüllkopf, Kaufm. u. Hr. Kaschke, Assessor v. CartShafen. Hr. Latze», dorf, Stud med. v Göttingen. Hr Siegling, Kaufm. v. Nordheim. ' im Prim Carl: Hrn. Handelst. Wolf v. Oberbes- fiingen, Lehmann v. Steinheim, Lacheiibruch v. Parienheim, Lehmann v. Hegeshausen, Bing v. Obersemen, Ezler v. Offenbach, A. Vogel u.'L. Vogel v. Zimmern, Wiedweih v. Dornheim Lilienstern v Odenberg, Bornheimer v Gedern, Oppenheimer v. Camberg u. Lob v Gladenbach. Hrn Deren. Lenz v. Eckhardsborn u. Becker v. Gonzenhein Hr. Basenberg, Pferdehndtr v. Ortouberg. Hr. Stein, Bürgerm. v. Stumpertenrod. Hr Schm.dt Ceron, v Breitenbach. Hrn. Handelst. Boos v Gladenbach, Straus v Storndorf, Langsdorf u Weithheim v. Rauschenberg. Hrn. Kauft. Kaschmann v. Babenhausen, Blum v. Breitendorf, Vocht v. Herschfeld u Werthheim v. Rauschenberg.' Hr. Rausch, Spedit v. Großeneichen Hr. Heerd, Oecon. v. Käfernrov. Hr. Schmitt, Kaufm. v Höchst. Hr. Wolf, Geschäftsm. v. 537 Braunfels. Hr. Höhr, Uhrmach. v. Schönach. Hr. Rothschild, Käufrn v. Ortenberg. Hr. Schwab, Bürgerin, o. Merckenftitz. „ Im Darmstaedter Haus: Hk Esch le , Uhrcnhdl. v Fortwangen. dm. Handelst. Katz v. Altenkirchen, Berger v Freienseen, Enget v. Ebergöns, Wahl u Braun v Winterberg, Kahn v Grebenau u. Bolz v Grünberg. Hrn. Geschäfts!. Schmidt v. Jlschbach, Engelbach 0 Korbach, Baum n Baitenfeld v. Rennertehausen, Wiffner u. Lang v. Affcnheim. Hr. Drullmann, Fuhrm. v Wetzlar Hr. Grau, Gpmn v. Offenbach. Hr. Traube, Handelsm. v. LengSfeld. Hr. Klein, Slbrei« » Hr. Banotze, Geschäftsm v. Frankfurt. Hr. Schäfer, Pfarr. v. Köddingen. Im Stern: Hr Isenberg, Handelsm. v. Hesborn. Hr. Becker, Oceon. v. Riederofleiden. Hr. Zinser, Färb, v Gladenbach. Hr. Langsdorf, Handels,« v. Battenberg. Hr. Bohle, Fuhrm. v. Sachsenberg. Hrn Handelst. Stein v. Londorf, Betzstein u. Weidmann v. Trais. In der Sonne; Hrn. Handetst. Wagner d Beuern u. Nicolai v. Wernborn. Hr. Amande, Tapez. v. München, zr. Goldman« v. Ershausen. In der Hose: Hk. Keck. Gastw u Hr. Eß, Metzg v. Donaffenhai«. Hrn Handelst. Simon v. Hermannstein, Rausch u. Zulauf v. Großcnefchen. Hr. Albon, Bäck. v. Lch. In den P r i v a t h ä u s e r «. Bei Hrn I. Kaufmann: Hr. Rosenthal, Handels,«, v. Mockstadt — Bei Hrn. Lehr Müller: Frl. Müller v. Gladenbach. — B i Hrn Holger.-Advoc Franck: Frl. Franck v. Obernburg. — Bei Hrn. Lohnbed. MauS i Fr. "Bornemann v Burqqemünden. — Bei Hrn. Lamvus: Hr Sehrt, Kfm., Fr ^cker u. Fr. Jöckel u. vr Römer, Fuhrm. v. Grün- berg - Bei Hrn. Geb. R. Dietz: Frl. Bischoff o. Basel. - Bei Hrn. Leinw. Händl. Grieb: Hr. Gräf, Oeeon. v. Gro- ßeneichen — Bei Hrn. Landr. Welcker: Hr. Dick, Dort ». Hohensolms - Bei Hrn. Gärtn Grüneberg: Hr^ Hart, mann: Leinw-Händl, v. Darmstadt. — Bei Hrn ^äülhm. Dick: Jungfer Burck v. Gladenbach. — Bei Fr. Poüz.-R. Rauch: F'l. Wilhclnii u. Hr Withelmi, Gpmn. v. Braun- fels — Bei Srn. Mechan. Staudinger: Hr. Staudmger, Pfarr. v. Wallerstädten — Bei Hrn. Lebr. Ubrich: Frl. Francke v. Groögerau. — Bei Hrn. B. Fillmann a. d. Hardthof : Hr Kunz, Capl. v. Gräfenwißbach - Bei Hrn Schmied- meist Bieber: Hr. Schmitt m. Fam., Privat,«, v. Rod- gen - Bei Hrn. Cantor Schwabe: Fr. Pfarr. Köster v. Hausen. - Bei Hrn Gch. R. Langsdorf: Frls. Dymmos n. Langsdorf v. Hannover. — Bei Wittwe Gärth, Frl. Hölscher v. Alsfeld. - Bei Hrn. Kfm Hirsch L-ohn: Frl. Fulda v. Worms .. Unterhaltendes und Gemeinuntzrges. Der Bastard von Gemapps. Histprische Erzählung von F Menk. (Schluß.) ,-Der Dauphin hatte damals ein zärtliches Verhält- niß mit einem schlichten Burgersmädchen in der Straße du tour. Das Mädchen hieß Jeanette Goupilier! Habe ich es errathen? Der Dauphin verführte die Unglückliche, und die Fol.,e war ein Knabe. Ein gewisser Jeoffroy theilte damals die Gunst des Dauphins mit Euch, ihm ward der blutige Auftrag, die Matter sammt dem Kind fortzuschaffen. Ist es nicht so?" „Ein ungeheures Geheinrniß!" stöhnte Tristan, „das seit zwanzig Jahren' nur dem Könige selbst und mir bekannt gewesen. . Wie war es möglich, daß Ihr es erfahrenhat es Euch der König vertraut?" „Glaubt Ihr, Ludwig XI. habe mich so tief seines Vertrauens gewürdigt?" erwiederte Pascal. „Doch, ich bin noch nicht zu Ende. Dieser Jeoffroy fühlte, menschliches Regen in seiner Brust, er floh mit der Mutter und dem Knaben und rettete dadurch sein und das Leben Jener. Euch ward der Auftrag, diesen Jeoffroy zu tödten, damit das furchtbare Geheimniß zu Grabe mit ihm ginge. Habt Ihr den Befehl vollzogen? Sprecht!" Der Oberhofrichter sank beinahe zusammen. Die Enthüllung eines Geheimnisses, welches er bisher in keines Menschen Brust vergraben glaubte, erschütterte "ihn furchtbar. „Ihr habt Recht, Pascal," stammelte er endlich in unzusammenhängenden Worten. „Der Auftrag ward mir, aber als ich in das Haus ui der Straße du tour trat, waren seine Einwohner entflohen und keine Spur von ihnen mehr zu stnven." „Und der König, ließ er die Flüchtlinge nicht verfolgen?" drängte Pascal und sein Auge blitzte. „Der König zählte sie unter die Todten," entgegnete monoton der Gefragte. „Schändlicher, habe ich Dich überlistet?*< rief triumphirend der Jüngling. „Das größte Geheimniß ward Dir entlockt, Du betrogst den König, und ich bin jener Sohn der unglücklichen Jeanette. Jetzt, Ungeheuer, nimm den Sohn Deines Königs gefangen und schleppe ihn ins Gefängniß; vorher aber werde ich Ludwig. XI. etwas ins Ohr raunen, und dann gehen tvir zusammen." „Ich bin verloren!" rief der Profoß vernichtet, „aber meine Pflicht vermag ich nicht zu brechen. Gebt Euch gefangen, Sohn Ludwigs des Elften, es komme, was kommen mag, ich nehme die Nerantwortnng auf mich." Uuwillkührlich war er bei diesen Worten vorwärts getreten und der Jüngling zog sich bis ans Fenster zurück. Da flog dieses plötzlich auf und eine männliche Gestalt sprang ins Gemach. Tristan warf nur einen Blick auf sie und sank geisterbleich zusammen; er hatte Jeoffroy erblickt und alle Schrecken des Gewissens stürmten mit Höllengewalt auf ihn ein. Pascal nahm sich nicht die Zeit zu fragen, wo der Alte so plötzlich herkomme, er stürzte wie ein Pfeil auf,die Thüre, schob den Riegel vor und riß dann mit Anstrengung seiner letzten Kräfte den bestürzt dastehenden Jeoffroy ans Fenster zurück. Der Augenblick war ein Menschenleben Werth, denn schon tobte der Begleiter des Oberhofrichtkrs an der verschlossenen Thüre, und diesen selbst hatte nur der augenblickliche Schreck itiedergeworfen. Mit dem Ausruf: „Alles ist verloren, rettet Euch!" zog Pascal Jeoffroy mit sich über die Fensterbrüstung, und auf einer sichern Strickleiter erreichte man den Watt, sxrang in den Graben hinab und betrat das Blachfeld, wo der Jüngling zu seinem Erstaunen auf einen Haufe» bewaffneter Männer stieß. ' Jeoffroy wollte hier den jungen Mann mit Fragen bestürmen, aber dieser schwang sich auf das zunächst stehende Roß und sprengte in rasendem Galopp über das Feld nach dem Wald zu.^ Unwill- kührlich folgten ihm die Berittenen und die Fußgänger zerstreuten sich, von panischem Schrecken ergriffe», nach alten Seiten. ‘2116 endlich Tristan nach Perlauf einer ('einen Viertelstunde, begleitet von einer starken Abtbeilung der Leibwache, mit Fackeln versehen, das Schloß umschwärmte, fand er nichts. , Am andern Tag aber ward in dem Forst von Fordere ein Haufe von mehreren hundert Mann verdächtigen Gesindels aufgefangen und ein Anschlag auf das Leben des Königs entdeckt. Ihr Anführer war jedoch verschwunden und keiner von der Bande wußte den Namen desselben: sie nannten ihn Alle den „Alten auS der Kapelle." — Die Galgen um 'Plesfis-les-Tours füllten sich, und Tristan mit seinen Henkern hatte alle Hände voll zu thun. Als der König nach Pascal fragte, wand sich der Oberhofrichier geschickt aus der Schlinge, indem er den Geheimschreiber bereits für entflohen erklärte, als er-ihn in seinem Gemache verhaften wollte. * An einem schöne'» Morgen im Spätherbst des Jahres 1483 wollte der Besitzer des reizenden La»d- quis Creange an der Mosel unweit Metz mit seiner Gattin auf die Falkenbeize r.iteu. Lustig schmette>ren die Hörner, ungeduldig kläfften die Rüden und dehnten an der Leine vorwärts, die muthigen Rosse scharrten im Rasen-; endlich gab der Herr, ein blühender, junger - Mann von kaum 22 Jahre», das Zeichen zu»t Auf- bruch, und eben sollte die Cavalcade fortlpreugcn, alo die junge Gattin des Hausherrn an der Landstraße ein zerlumptes Weib sitzen sah. Ihr Mitleid ward rege, sie stieg vom Zelter ab und ging auf die Arme zu. Diese hatte de» Kopf gesenkt und schien so tief gebeugt , daß sie nicht aufsah, als die junge Frau ihr nahte. „Wo komnrt Ihr her, armes Weih'?" fragte bewegt Schrei vernommen und stand wie vom Blitz getroffen, als er in der Bettlerin die Schwester seiner Clotilde - erkannt. Wir finde» in ihm unfern Pascal wieder, der in jener verbän nißvolle» Nacht glücklich aus Plessis-les-Toürs eutstohen und fern von der Heimath in dem fremden Lande ein sicheres Asil gefunden hatte. Auch der greise Jeoffroy nahte und sah mit banger Erwartung der Entwickelung der Catastrophe entgegen. Die erste Frage Pascäls galt, als sich die Unglückliche wieder erbolt hatte, dem König. „Ludwig XI. ist nicht mehr!" erwiederte das Mädchen uiedergebeugt. , Am 30. August starb er zu Plessts-leS-Tours, und sein Tod war mein Elend. Für mich, die Gefallene, fühlte Niemand Erbarmen, ich ward verstoßen und des Landes verwiesen." „Gott sey seiner Seele gnädig!" murmelte Jeoffroy, „er kannte im Leben keine Gnade." „Ruhig, Jeoffroy," sprach Pascal, indem ev eine Thräne trocknete. „Er war mein Erzeuger — Friede seiner Lische! — Levkadia, wir verzeihen Dir, der Reuigen sollen unsere Arme geöffnet und Alles vergeben seyn!" . /L Feuilleton. Eine Dame fragte scherzend eisten junge» Mann, ob er nach ihrem Tode auch ihrer Leiche folgen werde. — Mit dem größten Vergnügen antwortete der Höfliche. Ein Oberster, der gern viel von sich, seinen Verdiensten und Diensteifer sprach, sagte in einer Gesellschaft : Sie können nicht glauben, was ich alles zu thun habe. Bei'm ganzen Regiment ist keiner der mir meine Geschäfte, erleichtert. Ich bin nicht allein der Kommandeur vom Regiment, sondern ich muß auch mein eigener Rechnungsführer, Hauptmann, Lieutenant und Gott weiß, was alles-noch seyn. „Auch Ihr Trompeterfragte eine Dame ironisch. Ein Prediger fragte ein Mädchen bei der Katechi- sation: „Ist die Sünde etwas Gutes oder etwas- Böses Mädchen. Etwas Gutes. Prediger. Mädchen, wie kannst Du so dumm die Dame. ' Die Bettlerin hob wie träumend den Kopf; em »och jugendliches, aber von -Gram und Elend tiefgebeugtes Angesicht schaute ihr entgegen. Die Unglückliche. stierte mit glanzlosen Augen auf die junge 6'iau, plötzlich aber sprang sie entsetzt auf: „Clotilde!" kreischte sie und schlug wie vernichtet die Hände vor das Gesicht. , „Ewige Mächte des Himmels, Leokadia!" rief die Ritterdame. Da stürzte auch der Hausherr herbei, er halte den Drücklmd Verlag der G. D. Brühl'j antworten 's , Mädchc n. Herr Pastor, wie kann Er auch so dumm fragen? R -kl t h s e l. Gott giebt'sstm Mutterleib, ein' Slhterer aufs Papier, Das feine putzt ost uns, das Andere putzen wir. Auslösung dcr dreisillstgeu Charade in 70: L t c b h a b e r. Buch - und Lteindruckerei in Gießen.