IaizeigelUatt für die Stadt und -en Kreis Gießen. JV1 ML Mittwoch den 2. Juni I84i7. Edictalladung. 998) Forderungen an den Nachlaß des Louis Heß ans Gießen sind im Termin Donnerstag den 17. Juni l. I., Vormittags 8 Uhr, so gewiß dahier zu begründen, als sonst bei Ver- theilung der Maffe keine Rücksicht darauf genommen wird. Gießen den 21. Mai 1847. Gr Hess. Stadtgericht. Muhl. Haberkorn. Besondere Bekanntmachungen. 1024) Wiesenanlagen im Wiescckthale. Die zwischen Gießen und Wieseck gemeinschaftlich beschlossenen Anlagen auf den Wiesen im Wie- seckgrltnde, sind nach dem früher offen gelegenen Plane mit einigen bei der Ausführung nöthig gewordenen Abänderungen vollendet und werden den Wiesenbesitzern hiermit übergeben. Zur Erhaltung derselben ist ein Wiesenwär- ter bestellt und derselbe gleichzeitig auf den Feld- und Wiesenschutz verpflichtet morden. — Dessen Instruktion wird demnächst veröffentlicht werden. Zeder Wirsenbesitzer wird ersucht, heim Schutze der Anlagen selbst mitzuwiiken, weil hierdurch der Vortbeil der durch die erfolgte Herstellung einer zweckmäßigen Be- und Entwässerung erreicht werden soll, umsomehr gesichert ist. Die Kosten dieser Anlagen sind bereits berechnet und ausgeschiedcn, und werden nächstens zur Erhebung kommen. Gießen und Wieseck den 3t. Mai 1847. Für die Stadt Für die Gemeinde Gießen Wieseck I. V. d. B. Der Bürgermeister Der Beigeordnete Lang. Rühl. • 1028) Da die Chaussirung der Universitätsstraße begonnen hat, so ist dieselbe für Fuhrwerk bis auf Weiteres gesperrt. Gießen den 31. Mai 1847. I. V. d. B. Der Beigeordnete Rühl. Versteigerungen. 1026) Mittwoch den 16. Juni l. I., Nachmittags 2 Uhr, soll die Hofraithe der ersten Ehefrau des Barbiers Johannes Schmidt dahier: 13H)Klftr. Hofraithe in der Wctzsteingaffe auf dahtesigem Rathhause zum letztenmal öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 28. Mai 1847. Gr. Hess. Stadtgericht. Muhl. Dr. Zimmermann. 1021) Holzverstcigerung im Gießener Stadtwalve. Donnerstag den 10. Juni d. Z., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem hiesigen Stadkwatde, Distrikte Heegstrauch, Katharinenhütke und Waldlmre: 29X Stecken 43% „ 130% „ 3525 Wellen Eichen-Scheidholz, „ Prugelholz, Stockholz, „ Reisholj, 6% Stecken Fichten-StockHolz, 1125 Wellen „ Reisholz, 4 Stecken Kiefern-Scheidlwlz, 5% „ ,, Stockholz, 22350 Wellen Kifei n-Reioholz, 100 „ WachHolder-Reisholz, 13 Eichen-Slämme, von 620 Cubikfuß, 8 Fichten- „ „ 307 „ 14 Kiefern- ,, „ 2.31 „ 107 Eichen-Slangen, „ 122 „ 75 Fichten- „ „ 148% „ 9 Kiefern- „ „ 11%-,, öffentlich versteigert werden. 314 Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Oktober l. Z. gestattet. Die Zusammenkunft ist auf der alten Steinbacher Straße am Heegstrauch. Gießen am 31. Mai 1847. Der Bürgermeister. I d. V. Der Beigeordnete Rühl. 1014) Grasversteigerung bei der Stadt Gießen. Das Heugras von den städtischen Wiesen, soll Dienstag den 8. und Mittwoch den 9. Juni, von Morgens 8 Uhr an, öffentlich versteigert werden, nämlich: Dienstag den 8. Juni, von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuweger- thor, am Fürstenbrunncn, im Wicseckthale und im Heegstrauch; Mittwoch den 9. Juni, von den Ochsenwicsen, den Wiesen im vorder» und hinter» Stolzenmorgen, im Altentisch und den Wiesen im Fernewald. Die Zusammenkunft ist den ersten Tag am Neustädterthor, den zweiten Tag in den Ochsen- wiesen. Gegen Bürgschaft wird Kredit bis Martini d. I. gestattet. Gießen den 31. Mai 1847. I. B. d. B. Der Bcigcorvnete Rühl. 1022) Grasversteigerung im Rentamte Grünberg. - Das diesjäbrige Heugras von nachstehenden fiscalischen Wiesen soll in Loosabtheilungen auf teu Wiesen selbst meistbietend versteigert werden: 1) Freitag den 11. Juni, Vormittags 9 Uhr, in der Gemarkung Atzenbain von 28 Morgen; 2) Montag den 14. Juni, Vormittags 9 Uhr, in der Gemarkung Qneckborn, von 14 Morgen; 3) ' an demselben Tage, Vormittags 10 Ubr, in der Gemarkung Haarbacb, von 12 Morgen; 4) Dienstag den 15. Juni, Vormittags 9 Uhr, in der Gemarkung Linden striith, von 27 Morgen, 5) an demselben Tage, Vormittags 10 Uhr, in der Gemarkung Saasen, von 11 Morgen, 6) an demselben Tage, Vormittags 11 Ubr, in der Gemarkung Göbelnrod, von 56 Morgen; 7) Mittwoch den 16 Juni, Vormittags 9 Ubr, in der Gemarkung Bernsftld, von 4 Morgen, und in der Nicderohmer Gemarkung, von 1 % Morgen; 8) an demselben Tage, Nachmittags 3 Uhr, in der Gemarkung Grünberg, von 87 Morgen; 9) Donnerstag den 17. Juni, Vormittags 8 Uhr, in der Gemarkung Großeneichen, von 18 Morgen; 10) Freitag den 18. Juni, von den fiskalischen Wiesen: a) in der Gemarkung Flensungen, von 14 Morg., b) „ „ „ Lehnheim, „ 5 „ c) m „ „ Merlau, „ 64 „ Hierbei wird noch bemerkt, daß des Morgens um 8 Ubr bei Flensungen mit der Versteigerung der Ansang gemacht wird. Grünberg am 28. Mai 1847. Der Gr. Heff Rentamtmann des Rentamts Grünberg. Bötticher. 1020) Brennholzversteigerung. Dienstag den 8. Juni d. I., von Vormittags 8 Ubr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewald: Distrikt Eichwald, 10 Stecken Buchen-Prügelbolz, 32 „ ,, Stockbolz, 1650 Stück „ Wellen, 103 Stecken Eichcn-Scheidbolz, 61 // Prugelholz, 93 /♦ // ff Stockbolz, 1125 Stück ff Wellen, 4 Stecken Kiefcrn-Scheidbolz, 6 ff ff Prügelholz, 18 ff ff Stockbolz, 1062 Stück ff Wellen an Ort nnd Stille öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist nm die bemerkte Zeit im Eichwald. Staufenberg den 29. Mai 1847. Der Bürgermeister Fischer. 315 Feilgeboten. 993) Mcin Tapetenlager, welches mit ganz neuen Mustern wieder aufs vollständigste affortirt ist, sowie Wachstuch in alle» Breiten und Farben, zu den billigsten Preisen, empfehle ich hiermit bestens. Christian Reiber, auf dem Kreuz. 1023) Ein guter, eichener Kleider, und Weißzeug-Schrank mit 3 Abthcilungen und 3 Thüren, steht wegen Mangel an Platz zu verkaufen. Die Redakt. d. Bltts. sagt wo. M 1027) Ein zweijähriger Hühnerhund ist äusserst billig zu verkaufen. Von wem ? sagt Ausgeber dieses Blattes. 1016) In meiner Lehmgrube vor dem Wall- ther, sind gute trockene Lehmsteine zu vei kaufen. Ludwig Wagner, wohnhaft in der Wolkengaffe. Zu vernüethen. 1019) Das im Stadt-Rechner Enders'schen Hause bisher von mir bewohnt gewesene Logis, bestehend in 4 Zimmern und Küche, im dritten Stock, nebst Mansaide mit Kammer, ist vom 1. Juli an, auf Berlangen auch früher, anderweitig zu verm'ethen und kann täglich" eingesehen werden. Dr. Knapp. 1015) In dem Löwen auf dem Neuenweg ist eine Familienwokuung zu vermietben und kann so- glei h bezogen werde». Tas Nähere ist auf meinem Comptoir zu erfahren. Gg. PH. Gail. 1025) Ein Logis bestehend in 2 Zimmern und Cabinet auf dem Kirchenplatz ist auf Johanni zu vermiethen. Das Nähere ist in der Erped. d. Bltts. zu erfragen. Vermischte Nachrichten. 997) Damen-Vorlesung. Die verehrten Theilnehmemmen werden ersucht, sich zur zweiten Vorlesung über Fleisch, Fleischbrühe und deren Zubereitung Freitag den 4. Juni, Abends um 6 Uhr im Saale des Buschischen Gartens gefälligst einfinden zu wollen. Wegen Karten wende man sich an die Nicker'sche Buchhandlung. Dr. F. Knapp. 1017) Ich bringe hiermit dem verehrte» Publikum zur Anzeige, daß ich de» CursuS des Schwimmunterrichts für diesen Sommer eröffnet habe und b tte alle diejenigen Erwachsene» oder Knaben, meist e daran Theil nehmen wollen, sich bei mir zu melden. Das Honorar beträgt für solche, die zum erstenmale bei mir lernen wollen 5 ff. 20 fr., für solche, die schon vorigen Sommer dem Unterricht bcigemohnt haben, 2 st 24 fr., für solche, welche die Anstalt nur zum Baden benutzen wollen, 1 ft. Meine Wohnung ist bei Steinhauermeister Schmidt auf dem Reichcnsand. Gießen den 27. Mai 1847. PH. Amendt, Schwimmlehrer. 1018) Ich habe die von dem Herr» Dr. Bansa übernommenen Badhäuser an der hintersten Bleiche, jenseits des Wehrs neu Herrichten lassen, und empfehle solche zum Baden, wozu reines und stets entsprechend tiefes Wasser solche besonders geeignet macht. Das Baden beginnt Donneistag den 3. Jmsi, und ist der Abonnementspreis für eine Familie auf 4 fl. 15 fr. für den Sommer, für eine einzelne Person auf 2 fl. 8 fr. festgesetzt. Gießen am 27- Mai 1847. Christian Grube, Zimmermeister. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Kopnlirt. Den 30. Mai. Georg Anton Karl Becker, Bürger und Rothgerberineistcr dahier, des hiesigen Bürgers und Schnhmachermeisters, Philipp Anton Becker, ehelicher Sohn; und Sophie Margarethe Schmidt, des hiesigen Bürgers und Schneidermeisters, Wilhelm Daniel Schmidt, eheliche Tochter. , Beerdigte. Den 23. Mai. Zohannette Katharine Möser, des verstorbenen Korporals, Johann Ludwig Möser, eheliche Tochter, alt 63 3. ? M. 6 T., gestorben den 21 Mai. Den 28. Mai. Georg Philipp Neeb, Bnrger und Fabrikarbeiter dahier, alt 43 3- 1 M. 23 T., gestorben den 26. Mai. Den 29- Mai. Johann Heinrich Volp, Bürger und Schnhmachermeister dahier, alt 71 3 3 M., gestorben den 27. Mai. , m Den 30. Mai Elise Amalie Sophie Philippme Ger- hardine Pistor, des verstorbenen Bürgers und Kaufmanns, 3acob Pistor, eheliche Tochter, alt 22 3- 7 M. 14 T., gestorben den 28. Mai. Denselben Rainer 3anlen Bergmann, dcS Bürgers und Schloisers, Georg August Bergmann, ehelicher Sohn, alt 2 Z. 5 M. 27 P., gestorben den 29. Mai, 316 Angekommcne und abgeretstc Fremden vom 2<8. bis 31. Mai 1847. I n den Gasthäusern. Im Einhorn-. Hr. Zimmermann, fiftn. v. Frankfurt. Hr Gerlach, Fabrik, v Hückeswagen. Hr Hahn, Partie. »• Coblenz Hr. Freiherr v. Zastrow m Fam u Bedien., Hautm. v. Erfurt. Hrn. Reut. Duponteau u. Mantoles in. Locht, v. Metz. Hr. Deichmann, Gutsbef o Bonn Hr. Straßburger, Kfm. v. Erlangen. Hr. v Aurich in. Fam., Rittmeist. v. Danzig. Hr. Hoch, Juwel v Hglle^ Fr. v. Nordheim u. Frl. v. Böttcher v. Hamburg Hrn itft. Wittlage v Naumburg, Stöber v. Cassel u. Mindler v. Freiburg. Hr. Hapse, Künstl v. Bingen. Hr. Braun, Redact. v. Dettmold. Hr Rouquette, ftfm. v Paris Hr. o. Hopffo, Partie v. Münden. Hr. v Liudelow in. Fam., Geh. Hoir. v. Genua. Hr. Maltesen, Nent v Verdun Hr. v Bieber- stein m. Fam., Oberger-Direet. v. Dresden. Hrn Kfl. Schalter v. Hanau, Birckmann-v. Cassel, Schlächter v. Bingen, Zumhofin v Bremen u. Lingen v. Friedberg. Hrn. Reni. Dawsor v. London u. Kapus v. Baltimore. Hr. Goldschmied, Kfm. v. Friedberg. Hr. Neumann., Postmeist. v. Marburg Hrn. Kfl. Bücking v. Alsfeld u. Lippmann v. Aachen. Hr. Kleinschmied, Dr. med. v Leipzig Hr Timm, Fabrik, v. Limburg. Hr. v. Ritzebüttel, Partie v. Meißen. Hr Baron v. Haarburg, Reut. v. Berlin. Hrn Ast Mer- tens v. Hamburg u. Lndolph v. Edesheim. Hr. EggerS, GutSbes v Moringen. Hrn. Kfl Baumann v. Solingen, Kuck v. Osnabrück u. Becker v. Aachen. Fr. v Hanbp in. Bedien, v Braunschweig. Hrn. Kfl Faust v. Elberfeld, HcUwich v. Frankfurt u. Keßler v. Mainz Hr. Loßmann, Reut v. Braunschweig. Hr. Fleck in. Fam., Profess, v. Gießen. Hr. Rohrbach, Kfm. v Zürich. Im Kappen: Hr. Neumeper, Oeeon. v. Staaden. Hr. Meper, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Kräusler, Landphpflk. v. Sachsenberg. Hr Leußer, Oeeon. v. Landau. Hr Dr. Meper m. Sohn, Hofr. v. St. Petersburg. Hr. Magnus, Kfm. v Berlin. Hr. Schuld, Müll. v. Staaden. Hr. Lilien, Hauptm. ü. Breslau. Hrn. Kfl Frick v. Kaufbcuern, Grünebaum v. Frankfurt, Kobickc v. Bremen u. Reininger v. Coburg. Frls Vowinkel u. Hartmann v. Battenberg. Hr Dr. Wirple, Profess, v. Helsingforst. Hr. Braugier. Rent v. Marseille Hrn. Kfl. Schlosser v. Cassel, Ditt v. Miltenberg, Manhöfer v. Lampau u. Rübsamen v. Hof. Hr Wielmp, Jnspect. v. Hävern. Hr. Wischmann, Kfm. v. Neviges. Hr. Cavelin, Offiz, v Erfurt. Hr. Rahn, Stud. v. Heidelberg. Hrn. Kfl Eberhardt v Friedrichshütte u. Götz v. Frankfurt. Hr. Löffler, Oeeon. v. Hirzenhain. Hr. v. Schenck m. Bedien, GutSbes. v. Sorge. Hr. Steffe m. Fr., Geh. R. v. Bonn. Hr. Darbp, Chem. v. Gießen Hr. Baum, Kfm. v. Ulm. Hr. Dernbach, Fabrik, v Hundeshagen. Hr. Martins, Partie, v. Ritzebüttel. Hr. Meper, Kfm. v Cölp Hr. König, Dr. med. v. Leipzig. Hr. Hesse, Kfm. v. Hamburg. Hr. Wagner, Stud v. Göttingen Hr. Clemauer, Kfm v. Dresden. Hr. Millius, Obrist v. Berlin. Hr Wencker, Privatm v. Marburg. Hr. Reinhold, Kfm v. Cöln. Hr. Mehlgarten, Tech», v. Leipzig. Hrn. Kfl. Meißner v. Frank- furt, Hamburger v. Cassel, Clausmann v. Berlin, Schuster v. Würzburg u. Feil v. Frankfurt. Im Prinz CarlHr. Wirthwein, Cand, v. Büdesheim Hr. Menckel, Schloff v. Rödgen. Hr. Bechthold, Fabrik, v. Krainfeld. Hr. Heinrich, Oeeon. v. Holzhausen. Hr. Eichhorn, Först, v. Michelstadt. Hrn. Privatl. Loos v. Fritzlar u. Nord v. Marburg Hrn. Oeeon. Georg v Holthausen u. Dalum v. Wephcr. Hr Schnad, Schloff, u Hr. Monz- meper, Privatm. v. Herbstein. Hr. Hardt, Fabrik, v. Wepher. Hr. Borger, Spedit. v Offenbach. Hr. Doll, Oeeon. v. Erndtebrück. Hrn. Kfl. Lautenschläger v. Fulda u. Kraft v. Gladenbach. Hr. Schmitt, Geom. v Friedberg. Jungfer Markus v. Lauterbach Hr. Drescher, Techn. v Cassel. Hr Block, Gaflw. v. Gladenbach. Hrn. Oeeon. Heicher v Leisel u. Broß v. Frohnhausen. Im Hirsch Hrn. Fuhrt. Klingklböfer v. Eckelshausen u. Westrupp v. Ruppertenrod. Hr. Reinhardt, Bürgermeist. u. Hr. Menges, Privatm. v. Elpenrod. Im Siern: Hr. Stolzenbach, Metzg. v. Homberg. Hr. Hiermann m. Brud., Fuhrm. v. Sieg.n. Hr. Reinhardt, Scrib. v. Homberg. Hr. Feldmann, Glasermeist v. Grün- berg Hr. Damm, Privatm. u. Hr. Roslcl, Schrein, v. Rauschenberg Hr. Isenberg, Handelsm v Hesborn. Hr. Siebert, Fuhrm. v. Carlshafcn. Hr. Hoffmann, Oeeon v. Herborn. Hr. Schnepper, Fuhrm. v. Elberfeld. Hr. Leitner, Chir. u. Hr. Veit, Schrein v. Friedberg. Hr. Meper, Handelsm v. Offenbach. *m Darmslaedter Haus. Hr». Geschäfts! Jaide v. Frohnhausen u. Söhnchen v. Brandoberndorf. Fr. Schmidt v Cassel Hr. Nungesser, Handels»!, v. Griesheim. Hr. Müller, Geschäfism. v. KirchgönS. Hr. Wurm, Handelsm. a Tprol. Hr. Völmbe, Metzg. v. Wildberg. Hrn Ge- schäftsl. Meibert v. Riegelsdorf, Holzapfel v. Berleburg u. Semmler v. Oberndorf Hr. Kuhl, Fuhrm v. Homberg. Hr Will, Oeeon. v Selters. Hr Wahl, Handelsm. v. Winterberg. Fr. Lora v. Pirmasens Hr. Wiese, Kfm v. Elberfeld Hr. Becker, Privatm. v Beinhausen. Hrn Handelöl. Benheimcr v. Angerod, Goldschmidt v. Romrod u. Bock v. Lich. In der Sonne; Hk. Wagner, HandklSM. v. BkUkkN. Hr. Roth, Geschäfism. v. Nidda. In der Kose: Hr. Nähr, Bürstenmach. v. Pappenheim. Hr. Schmitt, Küfer v. Gambach Jungfer Walz v Hungen. Hr. Sepfert, Seil. v. Salzungen. Hr. Aus.l, Sold. v. Gonsenheim. Hr. Kruz, Ilhrm. v. Reiskirchen. Hr. Prwcher, Metzg. v. Schotten. Hr. Schneider, Zimmerm. v. Trais horlof. Hr. Wolf, Steinh. u. Hr. Eger, Dachd. v Lich. Hr Gütlich, Privatm v Ershausen. Hr. Arnold, Müll. v. Hoosdrück Hr. Volck, Handelsm u. Hr. Finkernagel, Fuhrm. v. Nicderohmen In den Privathäusern. Bei Hrn. Dr. Weber: Hr. Weber, Landger-Affeff. v. Schlitz. — Bei Hrn Landger.-Dien Scharmann: Fr Koller v. Ulrichstein. — Bei Hrn. Buchh Roth: Hr. Allemand, Kfm. v. Dillenburg. — Bei Hrn. Pfarr. Bonhard: Frl. Bonhard v Bischoffsheim. — Bei Hrn. Küfer Schneider: Hr. Weller, Oeeon. v. Wölfersheim. — Bei Hrn. Schlosser Lang: Fr. Merckel v. Romrod. — Bei Hrn. Holzhändl. Wirth: Frl Ochs v. Hanau. — Bei Hrn. Bürgermeist. Reiber: Frls Sames u. Müller v. Echzell. — Bei Hrn. Geh. R. v. Ritzen: Frl. Ritgen v Ehrenbreitcnflcin. — Bei Hrn. Hofger.-R. Langsdorf: Hr. Langsdorf, Gpmn. v. Büdingen. — Bei Hrn. Botenmeist. Schlatter: Hr Bauer, Verwalt, v. Marienschloß - Bei Hrn Hofger.-Dien. Preu- ninger: Fr. Wolf v. Darmstadt — Bei Hrn. Schreinermcist. Sack: Jngsr. Hecker v. Weinheim. — Bei Hrn. Decan.-Rechn. Dauernheim: Fr. Haas u. Jngsr. Haas v. Fauerbach — Bei Hrn. Kfm. AßmuS: Hr. Fröhling, Landricht. v. Gladenbach - Bei Hrn Fcldweb. Westrupp: Hr. Kreuter, Oeeon. v Grün- berg. — Bei Hrn. Gärtn. Georg: Hr. Stückert, Gärtn v. Wetzlar. — Bei Wittwe Volp: Hr Zimmer, Schrein v. Lich. — Bei Hrn. Schneidermeist Eiff: Jungfer Görmer v. Trohe. 317 Unterhaltendes. (Die Mutlosigkeit in unserer Zeit.) (Schluß.) Was nun die Muthlostgkeit in unfern Tagen — zumal beim armen Bauern und armen Handwerker — betrifft, fo hat sie bei näherer Prüfung zweierlei Ursachen: materielle und immaterielle. Weder die einen, noch die andern sind wegzustreiten. Es ist freilich traurig, wenn man statt des Geldes nur Schulden und keinen Credit hat, und malt möchte fast wünschen , daß es in dieser Beziehung bei uns wäre, wie in China. Wenn dort ein Gläubiger seinen Schuldner zur Zahlung bringen will, sendet er ihm einen Kerl in'ö Haus, der den saumseligen Zahler so lange ununterbrochen anstarreit muß, daß jener darüber in Verlegenheit oder gar in Verzweiflung geräth und bezahlt. Bei uitä würde dieß Niemanden in Verzweiflung bringen; bei uns ist es aber eben auch anders. — Außer dem Geldmangel ist die nächste materielle Ursache der zunehmenden Muthlostgkeit der Mangel an guter Kost. Ein gutes Mittagsmahl ist der wahre Lebensnerv, es gibt Kraft und Kraft gibt Muth.--Wo aber keine Frucht im Hanse, keine Milch int Stall und kein.Fleisch im Topfe ist, da sinkt der Lebensmnth und düstere Gedanken bemeiftern sich zumal des gewöhnlichen Menschen, dessen geringe Kenntnisse nicht hinreichen, sich selbst, seinem Vertrauen auf Gott und auf eigene Kraft einen Aufschwung zu geben, obwohl er int Uebrigen erträgliche Kenntnisse von seiner Handthierung, von seinem Fach oder Geschäft besitzen mag; denn was sich hierauf nicht bezieht, geht über feinen Horizont. Alles Geistige wird ihm zum Tode gleichgültig. Am liebsten spricht er vom Wetter, vom Kornmarkt, von Haushaltungsund sonstigen ökonomischen und Geschäfts-Sachen und von Familien-Angelegenheiten. Wenn es nun aber — wie es in schlimmen Tagen zu gehen pflegt — in der Familie elend aussieht, wenn das Geschäft stockt, wenn die Haushaltung mehr rückwärts als vorwärts kommt, wenn man weder Etwas zu Markt bringen, noch Etwas, weil AUeS zu t(jener und nirgends Geld ist, aus dem Markt kaufen kann, dann bemächtigt sich solcher guten Leute natürlich die^ Muthlostgkeit, insbesondere wenn — wie es der Fall ist — zu den erwähnten materiellen auch noch immaterielle Ursachen dieser Muthlostgkeit kommen, welche alle aus den Mangel an Selbstvertrauen, auf den Mangel an Vertrauen zu Dem, ohne dessen Willen kein Sperling vom Dache fällt, und auf den Mangel an gegenseitigem Vertrauen hinauslausen. Wer zur Beseitigung dieser drei Hauptmängel Etwas beizutragen im Stande ist, der wird auch zur Rückkehr eines freudigem Muthes unter den Menschen beitragen. Cs ist rin alter, aber wahrer Spruch; „Dem Muthigen Hilst Gott!"- Und wieder ein alter Kernspruch lautet: Thu' auf das Maul, Sry nicht fo faul; Ans leerem Faß Wird Niemand naß; Schenk felbst mit ein, Willst Du vom Wein — Du mußt fein feiger Tölpel fepn. Muthlostgkeit ist Mangel an Selbstvertrauen. Wer die Hände im Schooß nichts als klagt und jammert und über nichts mehr sich einen Gedanken zutraut, als über feine böse Lage, wer jede Hoffnung an den Nagel hängt und der Verzweiflung sich in die Arme wirst, ein solcher nützt kaum mehr zu Etwas in der Well und kann weder seiner Frau noch seinen Kindern, noch sich selbst Helsen; er ist sich und Andern zur Last. Wie das Gold int Feuer, so bewährt der Mensch sich in der Noch. Unsere Vorfahren bestanden mu.hig ungleich schlimmere Zeiten und hinterließen uns dennoch manche schöne Stiftung, manches großartige Vermächtniß, dessen Genuß an gar vielen Orten nicht wenig zur Linderung der Noth der Gegenwart beizutragen vermag. Freilich lassen sich die Ursachen unserer Klagen nicht wegläuznen, aber an vielen sind unsere zu einer unsinnigen Höhe getriebenen Bedürfnisse , unser Zusammenleben voll Eigennutz, Neid, Geiz, Mißgunst, Lieblosigkeit, Wortbrüchigkeit, und unser Mangel an wahrem frommem Gottvertrauen Schuld. Diese Mängel suche man zu beseitigen und zu bekämpfen, denn sie taffen sich beseitigen, und gerade in dieser uns zustehenden Kraft ist die Quelle verborgen, die wir nur gleich einem Moses aus dem in seinen Vomrtheilen erstarrten Felsen der Gegenwart Hervorrufen dürfen, um damit ein ganzes Volk in der Wüste seines Elends zu erquicken. Die Rose von Eßlingen. Original Novelle. 1. Vor zweihundert oder noch mehr Jahren lebte in der guten alten Reichsstadt Eßlingen ein Mann Namens Koch, der unter andern Kindern eine Tochter hatte, die man ihrer wunderbaren.Schönheit wegen nur „d ie Rose v o n E ß l i n g e n" nannte. Da Herr Koch damals Gastgeber zum S ch w a n e n war, und sich dieses Haus vor allen eines großen Zulaufs erfreute, so hielt es nicht schwer, die weit und breit berühmte „R o f e von Eßling e n'* zu Gesicht zu bekommen. Einheimische wie Fremde wandten sich dorthin, um die reizende Pauline zu sehen. Denn schon vor Olims Zeiten war ein schönes Mädchen eben fo gut wie jetzt in einer Wirthschast ein Magnet, der Gäste anzog, besonders die männlichen , denen jedoch auch die weiblichen oft aus Neugier folgen. 318 Jedem jungen Manne wurde cS bei dem Anblick der „Rose von E ß l i n g e n" ganz anders zu Muthe; selbst Solche, die der Liebe abgeschworen hatten, fühlten in der Nähe des Mädchens ein gewisses Herzklopfen, ja, selbst Greisen kehrten Jünglingsenipfiii- dungen wieder. Bei dem Zauber, der dem Mädchen inwohnte, konnte es nicht fehlen, daß sich ein mächtiges Heer von Anbetern aller Art um sie versammelte. Jndeß konnte sich Keiner von ihnen allen des Glücks rühmen, jemals von ihr einer besonderen Gunstbezeugung gewürdigt worden zu sein; sie war allerdings zwar gegen Jedermann freundlich und höflich, aber wenn sich einer in die Region von Liebeserklärungen verstieg, dann brach sie entweder kurz ab, oder machte einen ganz gleichgültigen Scherz aus der Sache. Weibliche Schönheiten sind oft kalter Natur. Ein solches Wesen schien auch Pauline zu sein. Denn sie verstand so gut, wie nur irgend eine, die Kunst, Schmeicheleien und süße Worte zu dem einen Ohr hinein und zu dem andern wieder herausgehen zu lassen; am allerwenigsten aber konnte sie sentimentale Liebhaber leiden, denen sie in ihrer Naivität oft auf eine ziemlich derbe Manier den Marsch machte. Dcßhalb galt sie auch bald allgemein für ein kaltes, empfindungsloses Wesen, und hatte sogar manchmal von den Zurückgewiesenen spöttische Reden anzuhören, um die sie sich jedoch wenig kümmerte. Man nannte sie eine herzlose Kokette, die mit den edelsten Gefühlen nur ein schnödes Spiel treibe, ein eitles, hochmüthiges Ding, das vor Stolz nicht wisse, wo es hinauswolle u. s. w. Doch dies Alles geuirte Pauline nicht im geringsten; sie blieb sich immer gleich, und schien über alle dergleichen Bemerkungen erhaben. Auch vermochte dieses Geschwätz ihren Werth vor allen Unpar- theiischen um keinen Gran herabzusetzen; denn int Allgemeinen hatte sich die Stimme über sie dahin gebildet, daß sie das schönste und bravste Mädchen nicht nur von Eßlingen, sondern sogar vielleicht des ganzen Landes sei. Es war an einem frischen Dezembermorgen, als ein junger Mann in grüner Tracht, mit dem Gewehr über dem Arm, in dem Gasthof zum Schwanen einkehrte und sich einen Morgenimbiß und Wein geben ließ. Pauline brachte ihm das Verlangte selbst. In Gedanken versunken, blickte er bei ihrem Erscheinen ein wenig apf, ohne sie jedoch, wie es schien, sonderlich zu beachten. „Nein, ich kann sie nicht mehr lieben! Sie hat zu schlecht an mir gehandelt! Sie ist auch wie alle die Andern!" rief er aus als er sich zufällig allein sah. „Und muß es denn gerade eine - Caroline sein! Muß es denn überhaupt irgend Eine sein? Nein ich heirathe nie! Ich mag von dem ganzen waukelmüthigcn ungetreuen Geschlecht nichts mehr wissen! Ich sehe Keine mehr an! Ach freilich, wenn ich Carolinen besäße, ich würde selig sein! aber pfui schäme dich deiner Schwäche, du verliebter Thor! Rotte jeden Funken von zärtlicher Empfindung gegen das schöne Geschlecht in dir aus! Sei ein Mann, und laß alle Weiber — Weiber sein!" Noch hatte der Jägersmann seinen Schoppen Wein nicht angerührt. Erst als Pauline wieder eintrat, stürzte er denselben auf einmal zu ihrer Verwunderung ganz hinunter, und murmelte halblaut vor sich hin: „Fluch der Liebe!" So wenig die- „R o s e v o n E ß l i u g e n" sonst von ähnlichen Gästen viel Notiz zu nehmen pflegte, so regte sich doch diesmal in ihr eine Art von weiblicher Neugier, die sie in das Zimmer fesselte. Der Jägersmann schien aus Liebe in einer gelinden Verzweiflung zu fein; dieser Umstand war ihr interessant. Sie ergriff ein Zeitungsblatt, über das sic zuweilen zu ihm hinüberschielte. Er war in einem solchen inneren Allarm, daß er dies gar nicht bemerkte. Auf einmal schrie er laut auf: „Ich erschieße sie; das wird das Beste sein!" Die „Rose von Eßlingen," die das auf sich bezog fuhr erschrocken auf und wollte die Flucht ergreifen. Der Jägersmann sprang jetzt gleichfalls empor, und sagte im sanftesten Tone zu Paul inen: „O verzeihen Sie mir, mein Fräulein, wenn ich sie erschreckt habe! Ich will nicht Sie erschießen, sondern eine Andere!" „Aber, mein Gott, warum wollen Sie denn jene Andere erschießen?" fragte Pauline, welche nun blieb, um vielleicht ein Unglück verhüten zu können. „Weil sie eine ungetreue Seele ist, und weil ich ein rabiater Kerl bin!" versetzte der Jägersmann. „Uebrigens wäre es mir lieb, wenn Sie sich um die Fragliche nicht weiter kümmern wollten, denn die Liebe geht immer nur zwei Personen an, zu denen S i e in diesem Falle nicht gehören!" In diesem Tone hatte noch Niemand mit der „Rose von Eßlingen" gesprochen. Sie würde vielleicht jedem Andern auf eine so schnöde Abfertigung den Rücken gewendet haben, aber sintemal der Jägersmann einen mächtigen Knebelbart, kohlschwarzes Haar, einen trotzigen Blick und eine donnerähnliche Sprache hatte, so suhlte sie sich durch den halben Teufel mehr angezogen, als durch Männer, die ihr gegenüber die Engel spielen wollten, und doch vielleicht innere Teufel waren. Sie richtete an ihn, was sie sonst bei Anderen nie zu thun pflegte, mehrere Fragen, die er zum Theil gar.nicht, oder höchst kurz beantwortete. Dieser Umstand steigerte ihr Interesse nur mehr und mehr. Göthe sagt: „Wer beleidigt, der verführt." Dieses Wort bewahrte sich an der „Rose von Eßlingen" in vollem Maße. Gerade das abstoßende Benehmen des Jägersmannes zog sie an. Er verlangte noch einen zweiten Schoppen Wein, den er langsamer trank. Anfangs ganz in düstere Gedanken vertieft, hatte er Pauline» kaum angesehen; erst jetzt ruhte einigemal sein Auge auf ihr. Er ärgerte sich selbst, daß er wider Willen Wohlgefallen an ihr fand, und dachte bei sich: „Das fehlte mir noch, daß ich mich in die allbekannte Kokette vergaffte! Nein, daraus wird nichts!" Und doch konnte er es nicht lassen, sich immer wieder nach ihr umzuschen. Eine so edle schlanke Gestalt, so schönes schwarzes Lockenhaar, so blühende Wangen, solche feuersprübende Augen, eine so runde, volle Brust, so lieblich gewölbte Formen, ein so graziöser Gang, eine so edle Haltung und eine so melodische, ächt jungfräuliche Sprache waren ihm selten vorgekommen. Wenn er in Gedanken seine Caroline mit ihr verglich, so trat diese gegen Pauli neu völlig in Schatten. Doch ließ er sich von diesen stillen Betrachtungen nichts merken, blieb stumm,.trank seinen Wein aus, bezahlte seine Zeche, nahm seine Jagdtasche und Flinte von der Wand und ging von dannen. 2. Am folgenden Tage befand sich der junge Jägersmann wieder in der Nähe deS Gasthauses zum Schwanen. Er hatte cs sich zwar bei seinem gestrigen Fortgehen fest vorgenommcn, nie wieder dort einznkch- ren. Aber unwillkührlich trat ihm Pauline» s Bild immer wieder vor die Auge», ja, es verfolgte ihn des Nachts in seinen Träumen. Es ist oft der Fall, daß der Anblick eines Mädchens erst nachwirkt. So geschah eS auch unserem Jägersmann mit Pauli ne n. Als er an den Schwanen kam wollte er umkehren ; aber es zog ihn mit unwiderstehlicher Gewalt; er konnte nicht anders, er mußte hineingehen. Heute traf er dort viele Gesellschaft und darunter so manche Bekannte, zu denen er sich gesellte. Es dauerte ziem- lich lange, ehe sich die in der Küche beschäftigte Pauline zeigte. Als sie endlich erschien, eilte sie sogleich zu einem einzeln sitzenden, nichts weniger als schönen, jungen Mann aus Stuttgart, mit dem sie sich anscheinend freundlich unterhielt. Als der Jägersmann dies bemerkte, verspürte er bald in sich unverkennbare Regungen einer Eifersucht, über die er.sich selbst tadelte , die er aber doch trotz aller Bemühung nicht los werden konnte. Er fragte einen seiner Bekannten nach jenem so offenbar von P n u l i n e n bevorzugten Menschen, und da hieß cs, es sei . der Sohn des reichen Soniienwirths B ä r von Stuttgart, der mit Paulin en, wie man sage, bald Hochzeit halten werde. 319 gleichgültig sei. Vergeblich ließ er heute seine Blicke nach Pauli n en schweifen ; sie sah sich nicht ein ein. ziges Mal nach ihm um. Auch dieser Umstand steigerte seine jetzt erwachte und zusehends wachsende Leidenschaft. Trotzdem ging er heute ab.rmals mit dem festen Entschluß fort, den Schwanen nie wieder zu betreten, welchem Vorsatz er jedoch abermals nicht nur schon am Nächsten, sondern auch in den folgenden Tagen untreu wurde. Wie leid that es ihm jetzt, Pa ul inen durch sein ernstes abstoßendes Benehmen so ganz von sich zurückgeschreckt zu haben! Und was hätte er darum gegeben, wenn er seinen ersten Besuch aus ihrem Gedächtnisse hätte vertilgen können! Aber der Fehler war nun einmal begangen; es ließ sich weiter nichts thun, als ihn wo möglich wieder gut machen. Er versuchte dies eine Zeitlang auf eine ganz eigene Art. Wenn sie im Zimmer anwesend war, sprach er nicht leicht ein Wort, sondern verhielt sich ganz still. Es kamen öfters auch norddeutsche Gäste, die Pauli- neu gegenüber ihrer Zungenfertigkeit den vollen Lauf ließen. Unter den Letzteren befand sich auch ein sogenannter „fahrender Scho last," worunter man ungefähr einen heutigen Literaten zu verstehen hat, der eine Zeitlang im Schwanen logirte und die „Rose von Eßlingen" wohl hier und dadurch seine lebhafte Unterhaliung zu amüsiren wußte. Denn darin sind alle Frauenzimmer gleich; ein Mann der ihnen recht viel vorschwätzt und sich dabei ein wenig auf Schmeichelei versteht, ist ihnen in der Regel lieber, als Einer, der ein gesetztes Wesen behauptet und wenig Worte macht. (Fn-tsctzinz folgt.) Schweren und fein Champagner- Regiment. 2(111 4. Juni 1845 feierte das 2. Kürassier-Regiment (ter Königin,) ehemals Aiispach-Baireuth-Drago- »er genannt, den hundertsten Jahrestag der Schlicht von Hohcnfriedbecg, in welcher sich das Regiment einen unsterblichen Namen errang: Dieser Tag ruft eine Thatsache in’g Andenken zurück, die Ref. als Knabe Die letztere Nachricht machte auf unfern Jägersmann einen gewaltigen Eindruck; sie brachte cs ihm auf einmal zum Bewußtsein, daß ihm Pauline nicht öfters von dem Küster und Schullehrer seines väterlichen Gutes hörte, der noch selbst bei Hohenfriedbcrg in dem Regiment Anspach-Baireuth mitgcfochtcn hatte und als Augenzeuge sprach. Das Regiment war 10 Schwadronen stark, welche in. verschiedenen kleinen Städten in Pommern zerstreut in Garnison standen. Nur zur Erercierzeit kam das Regiment zunr Stabe nach Pasewalk zusammen, und cs war natürlich, daß sich die wieder vereinigten Regiments-Kameraden' alsdann durch heitern Lebensgenuß für die Entbehrungen entschädigten, welche sie in dem traurigen Aufenthalt 320 der kleinen Garnisonen das ganze Jahr hindurch erduldeten. Pasewalk mochte damals auch wohl nicht geräumige Säle haben, welche mit Bequemlichkeit das zahlreiche Offizier-Corps eines Regiments, welches 10 Schwadronen zählte, also zwei und ein halb Mal so groß war, wie jetzt unsere Kavallerie-Regimenter, aufnehmen konnte; genug, es war Sitte, daß man oft mitten auf dem schönen Marktplätze der Stadt eine Tafel deckt», an welcher das ganze Offizier-Corps gemeinschaftlich, ihren braven Oberst von Schwerin an der Spitze, dem Bachus beim Schmettern der Trompeten öffentliche reichliche Libationen brachte. Friedrich dem Einzigen war solches hinterbracht worden^ er hatte sich hierüber sehr mißfällig geäußert und das Regiment hatte sich hierdurch seine ganze Gunst verscherzt. Friedrich der Große mußte seinen zweiten schlesischen Krieg beginnen. Cs kam zur Schlacht von Hohen- fliedberg. Der große Feldherr wollte diesmal den. .Tag durch die Kavallerie entscheiden lassen, und griff daher mit dieser den Feind stufenweise (en echellon) an. Diese Art des Angriffs hat den Zweck, durch immer neue wiederholte Attaken von frischen Truppen den Feind zu ermüden, bis er endlich wankt und unterliegt. Der Angriff von drei Echellons preußischer Kavallerie war von der standhaften österreichischen Infanterie bereits zurückgewiesen worden, der König war höchst unzufrieden, seinen Zweck noch nicht erreicht zu haben, als das Regiment Anspach-Baireuth-Dragoner, zwei Echellons bilvend, anrückle. Da sprengte der König dem Regiment entgegen und rief ihm aus der Ferne zu: „Nun das Champagner- und Burgunder-Regiment aus Pasewalk wird es wahrhaftig auch nicht thun!" — „Det wolle wy sehn!" antwortete ihm der alte Schwerin, der die Gewohnheit hatte, stets Vorpommersch-Plattdeutsch zu sprechen, und commandirte Marsch! — Dem gewaltigen Angriff dieser Pom- merschen Bären konnten die Oesterreicher nicht widerstehen, sie warfen die Quarres in beiden Treffen nieder und als sie sich so durchgeschlagen hatten, kehrten sie hinter der österreichischen Armee wieder um, und hieben sich von hinten zum zweiten Male durch die. nahestehenden Oesterreicher durch, indem gegen ihren Ungestüm kein Widerstand möglich war, bis sie wieder hei ihrem Könige ankamen. Die Schlacht war entschieden, der Sieg war errungen und eine große Menge von Trophäen der Lohn der Sieger. Als nun v. Schwerin mit seinen Reitern beim Könige ankam, so ritt er demselben mit der Frage entgegen: „Js dat noch ein Champagner- und Burgunder-Regiment?" — „Nein Kinder!" erwiederte der König, „Ihr habt Alles wieder gut gemacht, Ihr habt Wunder gethan!" — „Recht goot, dat wull ich man weeten (wiffen,) aberst een H......tt, der noch für E. Majestäten wedder den Degen treckt!" (zieht) und somit steckte er das Schwert klirrend in die Scheide, rief seinem Reitknecht: „Hans, kumm!" und ritt vom Schlachtfeld sofort nach Hause, nämlich nach seinem Stamm-Gute Dargebell bei Anklam. Friedrich der Große schickte ihm einen Adjutanten nach, um ihn zur Rückkehr zu bewegen, er ließ ihm von mehreren Seiten Anträge machen, um ihn im Dienst zu behalten, aber der eiserne Mann beharrte bei seinem Ausspruch; er batte einmal einen Trumpf darauf gesetzt und diesen konnte und wollte er nicht zurücknehmen. Er hatte sogar in späteren Jahren noch das Unglück, von den Schweden auf seinem Gute ge- plündert und selbst gemißhandelt zu werden, welches nicht geschehen wäre, wenn er sich bei dem Heere befunden. — v. Schwerin in der Schlacht von Hohenfriedberg ist in Dargebell in einem schönen Gemälde zu schauen. Dem Regiment verlieh der König das Recht, die vielen eroberten Fahnen, Kanonen und Pauken zum ewigen Anvenken seiner That in seinem Regiments-Siegel führen zu dürfen. Es ist eine große Zahl, wenn ich nicht irre, 27 Fahnen, 20 Kanonen und 2 Paar Pauken, doch weiß ich eS nicht ganz genau, cs können auch noch mehr sein. Dieses war die Geschichte jeneS merkwürdigen Tages, welchen das Regiment vor Kurzem gefeiert hat, so wie ich Sic aus der mündlichen Ucberlieferung eines Augenzeugen erfahren habe. Feuilleton. Ein Bäcker begegnete einem Metzger. „Grüß Gott, lieber Freund, wo kommst denn du her?' — „Ich komme soeben von deinem Laden, wo ich mir einen Wecken gekauft habe," antwortete der Metzger. — „Einen Wecken?" fragte der Bäcker verwundert weiter ; — „wo hast Du ihn denn?" — „In der Westentasche," sagte lachend der Metzger, und ging seiner Wege. — Der Bäcker ärgerte sich ungemein, daß sich dee Fleischer über seine als anerkannt kleinsten Wecken lustig machte und beschloß sich zu rächen. — Kürzlich begegnete er dem Metzger wieder. Er geht auf ihn zu und sagt ganz freundlich: „Weißt Du auch, wo ich jetzt herkomme?" — „Nein!" — „Von deiner Fleischbank , wo ich mir einen Ochsenkopf gekauft habe." — „Und wo hast du ihn denn?" fragte der Metzger. — „Unter meiner Kappe," antwortete der Bäcker, und lachte dann über die Maaßen, daß er dem Metzger so Eins wieder versetzt hatte. „Frieren Sic denn? fragte eine Dame einen am Ofen lehnenden jungen Offizier. „Ach nein," antwortete ein Anderer, „er sucht sich nur ans Feuer zu gewöhnen." Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.