Imzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen. J|o 96. Mittwoch den 1. December 1S47. Amtlicher T h e i l. ' Bekanntmachung, die ärztliche Behandlung der hiesigen armen Kranken betreffend. Die Direction des hiesigen akademischen Hospitals übernimmt vertragsmäßig vom 1. künftigen Monats an, mit alleiniger Ausnahme der Kranken des Bürgerhospitals, die ganze Armenpraris der Stadt Gießen dergestalt, daß nichibettlägcrige Kranke, welche ohne allen Nachtheil ihre Wohnungen verlassen können, in der sogcnannlen ambulatorische» Klinik, bettlägerige oder solche Kranken, die ohne Nachtheil sich aus ihrer Behausung zu entfernen nicht im Stande sind, in ihren Wohnungen, endlich mit ansteckenden Krankheiten Behaftete, sodann solche Kranken, deren Zustand einer besonderen Wartung und Pflege, oder complicirte Verbände, Vorrichtungen u. dgl. erheischt, in daö akademische Hospital selbst ausgenommen und dort behandelt werden. Zur Darnachachtung für die hierbei Bethciligten wird dieses andurch mit dem Anfügen veröffentlicht, daß alle Diejenigen, welche berechtigt sind, ärztliche Behandlung auf Kosten der hiesigen öffentlichen Armenfonds in Anspruch zu nehmen, sich für die Folge deßsalls unmittelbar an die Direction des akademischen Hospitals zu wenden haben. Gießen den 18. November 18-17. Großherzogi. Armen - Commission dahier. Z u l e h n e r. vdt. Lauer. Mit Bezug auf die Bekanntmachung der Großherzoglichen Armen - Commission der Stadt Gießen, die ärztliche Behandlung der hiesigen armen Kranken betreffend, bemerken wir, daß zur Anmeldung der Kranken, sowie zur Empfangnahme der ärztlichen Vorschriften, mit Ausnahme von dringenden Fällen, die Stunden von 10—12 bestimmt sind. Die Kranken haben sich, der Regel nach, bei den in dem akademischen Hospitale wohnenden Assistenz-Aerzten zu melden, welche die nöihigen Auszeichnungen vornehmen und demjenigen von uns, in dessen Funktionen die Behandlung des Krankheitsfalles gehört, alsbaldige Anzeige machen werden. Gießen den 19. November 1847. Die Direktoren des akademischen Hospitals daselbst. Dr. Wernher. Dr. Vogel. Besondere Bekanntmachungen. 2207) Der Pfandschein M. 7332 über einen Oberrock (Paletot), ist angeblich verloren worden. Da nun der Verpfänder denselben eiulösen will, so werden diejenigen, welche etwa Ansprüche an jenen Schein bilhen könnten, aufgefordert, solche innerhalb 8 Tagen dahier zur Anzeige zu bringen, als sonst das Pfand ohne Weiteres verabfolgt wird. Gießen den 24. November 1847. Die Pfandhausverwaltung. Bieler. Pfeil. 746 1960) Main-Weser-Eisenbahn. Handarbeiter Bei den Erdarbeiien in der Section Butzbach finden Handarbeiter an mehreren Stellen dauernde Beschäftigung mit einem Verdienste von gegen 50 Kreuzern in der Regel. An dem Einschnitte im Gambacher Wald ist eine Barracke mit Schlafstätten und einer Speiseanstalt zur Benutzung für Fremde errichtet. Butzbach den 15. Octbr. 1847. Der Gr. Hess. Sertions-Jngenieur der Section Butzbach. Meyer. Versteigerungen. 2231) Montag den 6. Dezember l. I., Morgens 11 Uhr, und die zwei folgenden Tage, lassen die Erben des verlebten Herzog!. Nassauischen Oberjägcrmei- sters, Freiherrn von Bibra zu Weilburg, wegen Aufgabe der Oeconomie, ihr auf dem Burghof zu Cleeberg befindliches Inventar, durch den unterzeichneten Schultheißen freiwillig öffentlich meistbietend versteigern, und zwar Montag den 6. Dezember: circa 40 Achtel Waizen, u 40 >/ Korn, v 8 u Gerste, n 50 ü Hafer, if 150 Centner .Heu, u 120 n Grummet, h 12 Fuder Waizen-, n 18 ii Roggen-, u 4 „ Gerste - und ii 8 ii Haferstroh, u 120 Körbe voll Spreu von obigem Ge- ströh, sowie auch ein Quantum Kartoffeln, Kohlrabi, Runkel- und Gelberüben; ferner: mehrere Brandwein-Waagen, zwei sehr brauchbare Oeconomie-Pferde mit Geschirr, drei Kühe, ein Rind und ein Kalb. Dienstag den 7. Dezember: vier vollständig ausgerüstete Oeconomie-Wagen, ein zweispänniger Karn, fünf Ackerpflüge, zwei eiserne und eine hölzerne Egge mit Schleifen, eine Ackerwalze, sodann eine Quantität vorzüglich trockenes Wagnerholz aller Art, eine Partie Faßdauben, eine Quantität Brennholz,- nebst einigen Hundert Wellen, verschiedene Ernte-, Dresch - und Stall- Utensilien , eine Kelter, eine noch neue Heblade mit Zugehör, eine Hechscl- und eine Rübenschneide-Maschine, etliche Hundert Hopfen - und Bohnenstangen, circa 25 Stück Pferchhorten und eine Quantität nuß- und kirschbaumene Dielen. Mittwoch den 8. Dezember: ein ganz neuer Schlitten mit vollständigem Pelzwerk, eine ein - und eine zweispännige elegante Chaise, sodann auch Haus-Mobilien aller Art, wobei sich ein noch ganz neues Sopha mit Roßhaaren gepolstert, und sonstige elegante Möbel befinden. Die Versteigerung findet auf dein Burghof zu Cleeberg Statt, wo die Bedingungen vorher eröffnet werden: bemerkt wird jedoch vorläufig, daß daS sämmtliche Vieh nur gegen gleich baare Zahlung abgegeben werden wird, und daß unbekannte Steigerer auch einen inländischen Bürgen für ihre sonstigen ersteigten Effekten zu stellen haben. Cleeberg, bei Butzbach, den 22. Novbr. 1847. Vieh mann, Schultheiß. 2216) Main-Weser-Eisenbahn. Lieferung von Buchenscheitholz. Samstag den 4. Dezember d. I., Vormittags 9 Uhr, soll in dem Gasthause zum Promenadehaus dahier, die Lieferung von etwa 60 Stecken Buchenscheitholz für die Speiseanstalt im Linder Markwalde bei Großenlinden, unt.r den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen, an den Wenigstfordernden öffentlich in Akkord gegeben werden. Gießen den 24. November 1847. Der Gr. Hess. Sections-Ingenieur der Section Gießen. L. Lindt. 2110) Main-Weser-Eisenbahn/ Lieferung von Brennöl. Samstag den 4. Dezember d. I., Vormittags 10 Uhr, soll die Lieferung von etwa 10 Ohm Krystallöl, welche zum Betrieb der Erdarbeiten im Linder 747 Markwalde erforderlich werden, unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an die Wenigstfordernden öffentlich in Akkord gegeben werden. Gießen den 24. November 1847. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur der Sectio» Gießen. L. Lindt. 2206) Main - We ser - Eisenbahn. Lieferung von Schienenkloben zu provisorischen Bahnen Die Lieferung von 50,000 Stück Schienenkloben zu provisorischen Schienenbahnen, wird Freitag den 3. Dezember, Vormittags 10 Uhr, im Gasthause zum Stern dahier öffentlich versteigert. Butzbach den 22. November 1847. Der Gr. Hess. Sections - Ingenieur Meyer. 2209) Main-Weser-Eisenbahn, Section Gießen. Lieferung von Victnalien für die Speise anstatt im Linder Markwalde. Die Lieferung der nachbenannten Victnalien in die, bei dem Erdeinschnitt im Linder Markwalde bei Großenlinden errichtete Speiseanftalt, nämlich von etwa 1) 300 Maltern Kartoffeln, 2) 60 Centnern Erbsen, 3) 46 ff Linsen, 4) 30 ff Bohnen, 5) 18 ff geschälte Gerste, 6) 22 ff Reiß, 7) 18 * If Waizcngrütze, 8) 11 ff Hirse, Weißmehl, 9) 12 If 10) 25 If Sauerkraut, 11) 20 If weiße Rüben, 12) 25 If gelbe Rüben, 13) 2000 Stück Weißkrauthäupter, 14) 15) 2000 „ 2 Centnern Würsige, ' Zwiebeln, 16) 4 ff Sellerie, 17) 4 ff Lauch, 18) 26 If Salz, 19) 2 If Butter, 20) 25 Pfund Pfeffer, 21) 10 If Kümmel, 22) 5 Ohm Essig, sowie der Bedarf von 23) g"ch etwa 4 Centnern Schwarzbrot» und 24) If u 66 Pfund Ochsenfleisch, soll auf dem Wege der Submission an die Wenigst- fordernden in Accord gegeben werden. Die Bedingungen über die verschiedenen Lieferungen können vom 29. d. M. an aus dem Bürean des Unterzeichneten eingesehen werden, wobei den Lusttragenden gleichzeitig über die Form der einzulegenden Submissionen das Nähere mitgetheilt werden wird. Der Endtermin für die cinzureichenden Submis-- sionen ist auf Samstag den 4. künftigen Monats, Mittags 12 Uhr, festgesetzt. Gießen den 24. November 1847. Der Gr. Hess Sections-Jngenieur der Section Gießen. L. Lin d.t. Feilg eboten. 2188) Eine Partie Lammwolle von 4 — 5 Centner ist zu verkaufen bei Hirsch Mayer Söhne, in Butzbach. 2235) Mein Lager Kin der spielwaaxen, bestehend in Zinn-, Porzellain-, Kupfer-, Eisen-, und Holzwaaren, sowie alle Gattungen Holz-Pferde u. dergl., bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. I. H. Fuhr, Zinngießer. 2149) Iehn Gülden Gbligntionsloose des vom „Vereine deutscher Fürsten und Edelleute" unter solidarifcher Verbindlichkeit der Mitglieder desselben, bei den Häusern Ph. Nie. Schmidt und L. H. Flersheim in Frankfurt aufgenommenen Anlehens von fl. 1,200,000, womit in halbjährigen Berloosungen die Hauptgewinne von fl 25,000, 20,000, 18 000, 16,000 , 14,000 , 13,000, 12,000 , 11,000, 10,000, ic. ic. zu erlangen stehen, und deren Betrag jedenfalls mit Verzinsung zurückbezahlt wird, sind in einzelnen Stücken (Pläne gratis) ä fl. 10'/, oder Thlr. 6 pr. Cour, (in Partiedn coursmäßig) gegen portofreie Anschaffung des Betrags zu erhalten bei I. N. Trier 8? Comp. Bankiers in Frankfurt a. M. TV. S. Zur Bequemlichkeit des Publikums ist ein Plan dieses Anlehens bei der Expedition dieser Blätter zur Einsichtnahme aufgelegt 2204) Cronenberger Castanie» empfiehlt I. G. Appel. 748 2187) Borsten-Ankauf. Alle Sorten gereinigte Schweineborsten und Haare werden von den Unterzeichneten an- gekauft und höchstmöglichst bezahlt. Butzbach im November 1847. Hirsch Mayer Söhne. 2236) Der Unterzeichnete empfiehlt seine vorrathigen Möbel, bestehend in Canape's mit Damast überzogen und sehr dauerhaft gearbeitet, von 22 bis zu 28 fl.; Causes, mit feinen wollenen Ueberzügen, zu 36 fl.; gepolsterte Stuhle mit gleich guten Ueberzügen, zu 36 fl., Rohrstühle von 15 bis 24 fl. das halbe Dutzend; gepolsterte, sehr bequeme Armsessel, deßgleichen mit strohgeflochtenen Sitzen; sodann Secretaire, Schif- foniere, Glasschränke, große und kleine Commode, deßgleichen mit Schreibeinrichtung, Thee- und Klappentische, Bettladen von Nußbaumund Eichenholz, Nachttische, Spiegel mit eleganten Rahmen und feinen weißen Gläsern in verschiedenen Größen. Auch auf eine Auswahl von Arbeitstischchen, sehr geschmackvoll gearbeitet und zu billigen Preisen, welche sich besonders zu Christgeschenken eignen, mache ich ergebenst aufmerksam. H. H o ch st ä t t e r. 2238) In allen Sorten Stauchenwolle und anderem Strickgarn empfiehlt sich Carl Wusetzky, Strumpfwirker. 2240) Zu Wetzlar Lit. A. 3$ 124. steht ein Flügel von Mahagony, ein Jagdwagcn und eine 4sitzige Droschke zu verkaufen. 2202) Alle Gattungen Möbel in Puppenzim« wer, ordinaire und frisirte Puppenköpfe und Gestelle, sowie Arme und Beine von Holz und Papiermasche empfiehlt I. H. Fuhr. 2200) Oelmühlpressen-Berkauf. Bei Unterzeichnetem sind zwei gebrauchte, sehr gute Ziegelkuchenpressen zu verkaufen. Untersommermühle am 19. November 1847. I. Bopp, Müller. 2219) Kalte Pastete in Portionen ist jeden Tag frisch zu haben bei Karl Mayländer. 2225) Brandweinspülig ist zu verkaufen bei G g. Reiber, in der Neustadt. 2185) Feinsten Malaga ä 1 fl. 12 fr. die Flasche, feinsten Champagner h 2 fl. in Original- Flaschen , neuen Weinmost aus jüngst gekellerten weichen Traubensorten die Maß zu 32 kr. und in der Ohm billiger empfiehlt Silbereisen. 2179) In Rodheim in dem Hause 2. sind nachstehende Gegenstände käuflich zu haben: zwei Pferde, vier Kühe, ein Rind — Schwei- zerrace — ein Wagen für zwei Pferde mit allem Zugehör, auch Kartoffelkasten, 10 Paar Tauben, und eine Quantität Wcrkholz für Schreiner und Wagner. 2239) Brod - Preise betreffend. Um dem schon längere Zeit bei dem größeren Theile der hiesigen Bäckermeister eingerissencn Gebrauche: die erste Sorte Brod, welche nach polizeilicher Vorschrift nur aus % Waizen und % Korn bestehen soll, aus fast mehr als der Hälfte Waizen zu backen, (— wahrscheinlich suchte bisher dadurch der Eine dem Andern auf diese Weise zuvorzukommen, —) ebenfalls Genüge zu leisten, mache ich hiermit öffentlich bekannt, daß von heute au der 4pfün- dige Laib dieser ersten Brodsorte — auS */2 Walzen - und % Kornmehl bestehend —für 13 kr. bei mir zu erhalten ist. Gießen den 29. November 1847. Heinr. Kämmerer, am Markt. Zu vermiethen. 2223) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen und kann Ende November bezogen werden. Wo? sagt Ausgcb. d. Bltts. 2237) In meinem Hause sind zwei möblirte Zimmer zu vermiethen. L. Setzer. 1995) Zwei Stuben mit oder ohne Möbel sind zu vermiethen bei Bäcker Schäfer. 749 Vermischte Nachrichten. Nicht zu übersehen! 2229) DagiieiT^sche lAditbilder werden täglich im Atelier von Morgens 9 bis Nachmittags 4 Uhr bei Verbürgung der sprechendsten Aehnlichkeit auf das Schärfste und ohne Einfluß der trüben Witterung angesertigt, auch werden daselbst Copieen nach Gemälden, Zeichnungen u. dgl., sowie Familiengruppen in verschiedenen Großen ausgeführt. Da unser Aufenthalt in hiesiger Stadt nur noch von sehr kurzer Dauer seyn wird, so haben wir auch in der Handlung des Herrn Frech am Markte öffentlich Probebilder aus unserem Atelier einem kunstliebenden Publikum zur Schau ausgestellt, und erlauben uns, das hochgeehrte Publikum auf diese Lichtbild-Portraits, welche sich zu den schönsten Geschenken eignen, und täglich, bei jeder Witterung, zu den möglichst billigen Preisen angefertigt werden, ganz besonders aufmerksam zu machen. Das Atelier, wo täglich Probebilder ausgestellt sind, befindet sich der Klinik gegenüber im Hause des Herrn Kaufmann Müller, eine Stiege hoch. Louis Reunpage r. Murtz, Pfarr. o. Cassel. Hr. Brand, Gutsbes. v. Halle. Hrn. Kfl. Becker v. Cassel, Pfeil v. Heilungen, Fcidel u. Edclhof v. Frankfurt, Walther v. Mainz, Janson v. Braunschweig, Wiefenthal v. Cassel u. Schulz v. Fulda. Hr. v. Linsing, Lieutn. v. Göttingen. Hrn. Kfl. Schaumburg v. Alsfeld, Oppenheim v Cöln, Stern u. Schäfer v. Hanau. Hr. v. Knesebeck, Lieutn. v. Goßlar. Hr. Schäflein, Comis v. Frankfurt. Hr. Heinli, Partie, v. Hannover. Hr- Meper, Kfm v. Münden. Hr. Bohns, Postbcamt. v. Harzburg. Hrn. Gastw. Keimicke v. Goßlar u. Fritsch v. Harzburg. Hr. Röhr, Partie, v. Wiesbaden. Hr Hörle, Apoth. v. Frankfurt. Hrn. Kfl. Hugo v. Cassel, Wüstenfeld v. Magdeburg, Wilte v Cöln, Burger v- Mainz u. Götz v. Frankfurt im Einhorn: Hr. Weichard, Deean v Alsfeld Hr. Zungenfeld, Mal. v. Frankfurt. Hr. Hauch m. Fr., Fabrik, v. Freiburg. Hr. Schäfer, Partie, v. Cassel. Fr. v. Kramer m. Fam. u. Bedien, v Berlin. Hr. Schande, Gastw. v. Cassel. Hrn. Kfl. Zimmermann v. Alzei, Ortenbach v. Crefeld, Löwenstein v. Nidda u. Knieriem v. Alsfeld. Hr. Friedrich, Pfarr. v. Pohlgöns. Hr. Restenpart, Kfm. v. Cöln. Hr. Rosenbach, Musik, v. Frankfurt. Hr. Kappermann, Först v. Lauterbach. Hr. Gottschalck, Gcom. v. Mainz. Hr. Kling, Privatm. v. Wetzlar. Hr. v. Ringenstein m. Bedien., Rent v. Paderborn. Hr. Leist, Domän-Verwalt, v. pr. Münster. Hrn. Kfl Baumann v. Frankfurt, Drude V. Erfurt u. Klingelberg v. Nierstein. Hr. Äöstcrus, Ober- Einnehm. v. Romrod. Hr. Ziegler, Dr. jur. v. Marburg. Hr. Frankenfeld, Gutsbes. v. Breslau. Hr. Friekel, Verw. v. Elberfeld. Hr. Karl, Oecon. v Marburg Hrn. Kfl. Reuden v. Elberfeld, Kellermann v. Lohne u. Ehrlich v. Fürth. Hr v. Dittwart, Forstcand. v. Hannover. Hr. Hoffmann, Gastw. v. Mannheim. Hr. Hainebach, Privatm v. Mainz. Hr. Harnisch, Fabrik v. Straßbnrg. Hr. Müller, Dr jur. v. Göttingen. Hr. Schreiber, Künstl v. Berlin. Hr. Hoffmann, Verw. v. Hoflauterbach. Hr. Schunck, Oec. v. Frück. Im Prinz Carl: Hr. Wagner, Handelsm. v. Gönnin- gen. Frl. Liebel, Säng. v. Darmstadt Hr. Decker, Ge- schäftsm. v. Vadenrod. Hr. Rahn, Oecon v. Dirlammen. Hr. Theilmann, Kfm. v. Frankenberg. Hr. Keil, Gutsbes. v. Oberingelheim. Hr. Beinheimer, Lehr. v. Kaichen. Hr. Kult, Kfm. v. Offenbach. Hr. Hofmann, Handelsm v. Frankenbach. Hr Achenbach, Gastw. v. Wohnfcld. Hr. Pfeil, Jnstr-Mach. v. Darmstadt. Hr. Sander, Geschäftsm. v. Gladenbach. Hr. Wilhelmp, Privatm. v. Oberseemen. Hr. Brand, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Schäfer, Geschäftsm. v. Wetzlar. Hr. Hellmann, Kfm v. Offenbach. Hr. Braun, Fabrik, v. Alzei. Hr. Strauß, Geschäftsm. v. Staaden. Hrn. Oecon. Sellheim v. Niederrod u. Schüler v. Frankfurt. Im Darmstaedler Haus: Hk Rüdiger, Krautschn. a. Tprol. Hr. Eschle, Handelsm. v. Fortwangen. Hr. Beinhauer, Geschäftsm. v. Beltersheim. Hr. Kraft, Maur. v. Biedenkopf. Hrn. Geschäfts!. Thomas v. Trestendorf u. Kurz v. Alzei. Hr. Löb, Leinw v. Schlitz. Hr. Fap, Handelsm. v. Holzhausen. Hr. Neuschäfer, Geschäftsm. v. Nidda. Hr. Kuhl, Fuhrm. v. Homberg. Hr. Lang, Lehr. v. Crumbach. Hr. Besser, Geschäftsm. v. Holzhauscn. Hr. Müller, Handelsm. v. Bottenhorn. Fr. Senger v. Steinfurt Hr. Rinn, Fuhrm. v. Darmstadt. Hr. Lang, Steinh. v. Ortenberg. Hr. Wahle, Handelsm v. Winterderg. Fr. Schäfer v. Brci- tenbach. Hr. Müller, Geschäftsm v. Bromskirchen. Im Stern: Hrn. Zimmerl. Klein, Krämer, Held, Müller u. Achenbach v. Offenbach Hrn. Handels!. Zunghaus v. Beuern u. Isenberg v. Hesborn. Hrn. Oecon. Ostwald v. Rüdingöhausen, Wilhelm u. Specht v. Dodenau. Hrn. Privat!. Becker v. Gailshausen u. Lupius v. Roßdorf. Hr. Meper, Steinh v. Bambach. Hr. Grösch, Fuhrm. v. Marburg. Hr. Meckel, Bergm. v. Fauerbach. Hrn. Fuhrl. Weber v. Herborn u. Schneider v. Marburg. Hr. Berghöfer, Privatm. v. Darmstadt. Hrn Fuhrl. Steinkrug v. Großheurod u. Zuttig v. Battenberg. In der Sonne: Fr Haust v Staaden II. Fr. Grieb v. Allendorf. Hr. Hetterich, Geschäftsm. u. Jungfer Müller v. Maiches. Fr. Goldmann v. Ershausen u. Fr. Wagner v. Beuern. in der Rose: Hrn. Fnhrl. Reitz, Lein u. Schäfer v. Bleidenrod. Hr. Dietz, Bürgermeist. v. Kölzenhain. Hr. Kämmler, Handelsm. v. Bodenkirchen. Hr. Rockemer, Fabrik, v. Schotten. Hr. Kreul, Schrein, v. Holzheim. Hr. Reuter, Gärtn. v. Staufenberg. Hr. Dönges, Geschäftsm. v. Sichertshausen. Hr. Beper, Schneid, v. Holzheim, Hrn. Geschästsl. Nickolaus v Reinartshain u. Heinemeper v. Elze. Hr. Schüler, Goldarb. v. Goßlar. In den Privathäusern. Bei Hrn. Profess. Dr. Credner: Frl. Diesterweg v. Atz- bach. — Bei Hrn. Hofger.-Registr. Herzberger: Frl. Rosenkranz v. Weilburg. — Bei Frl. v. Dreskp: Hr. v. Dreskp, Jnspect. v Tornau. — Bei Hrn. Geh. R Knorr: Frl. Dechert v. Gladenbach. — Bei Hrn. Distr.-Einnehm. Wollweber: Hr. Wollweber, Pfarrvic. v. Oberwiddersheim. — Bei Hrn. Oecon. Hofmann: Hr. Hofmann, Oecon. v. Hof- gill u Fr Postmeist. Neumüller v. Marburg. — Bei Hrn. Assist. Schwalb: Fr. Ettling v. Alsfeld. — Bei Hrn. Kfm. Hast: Frl. Hammerschmidt u. Fr. Hast v. Rimbach. — Bei Hrn. L. Zinßer: Hr. Wenzel, Privatm. v. Hermannstein. — Bei Hrn. Kfm. Windecker: Hr. Fresenius, Actuar v. Gladenbach. — Bei Hrn. Lehr. Beck: Frl. Becker v. Fauerbach. — Bei Hrn. Stadteinnehm. Enders: Fr. Enders v. Obercleen, Hrn. Oecon. C. Wehner m. Fr., I. Wehner u. Fr. Kutt v. Oberbreitenbach. Unterhaltendes und Gemeinnütziges. Gabriele oder das Mädchen von Nom. Novelle aus der Zeit Gustav Adolph's von Schweden. I. In stiller Frühlingsnacht lag der Spiegel des Bodensees, leichte Lüftchen wallten über die Fluth und der Sterne goldener Widerschein schaukelte sich in der wogenden Tiefe; da gleitete mit leisen Ruderschlägen die Stille unterbrechend, ein Fahrzeug vorüber, an dessen Ende ein Jüngling saß, der bald heiter hinaussah in die glänzende Nacht, bald sinnig die Blicke senkte, als wären seine Augen nicht mächtig genug, um die ganze Herrlichkeit der Natur, wie sie um ihn lag, dem sehnenden Geist zu verkünden. Noch war die Nacht nicht gewichen, als das Schiff das jenseitige Schweizernfer erreicht hatte und der junge Maler Valentin Liebenstein — so hieß der Jüngling — in ein Gasthaus des Städtchens Arbon trat, um dort noch die wenigen Morgenstunden der Ruhe zu widmen. Allein seine Seele war so voll von den Bildern der Seefahrt, daß kein Schlummer seine Augen zu schließen vermochte und er sich wieder von seinem Lager erhob, um folgenden Brief an seinen Vater und Lehrer, den alten Meister Lorenz Liebenstein in der Reichsstadt Nürnberg niederzuschreiben: Arbon im April 1630. Mein Vater! Du mochtest mich wohl schon auf Italiens Boden vermuthen, denn seit ich von Ulm aus mein letztes Schreiben an Dich sandte, sind schon mehrere Wochen verstrichen. Mit Befremden wirst Du daher vernehmen , daß ich erst vor wenigen Stunden Helveliens Grenze betreten habe, wirst mir aber die Schuld dieser Zögerung, sobald Du sie kennen wirst, vergeben. Ach, mein Vater, das überschwenglichste Glück meines Lebens, das sich so oft tansendfarbig meine silhantasie vormalte, für das mir die reichste Menschenbrust zu eng schien, ich trag' es in mir, seine tiefste Seligkeit erfassend. Wo soll ich Worte finden, wo beginnen, wo enden, von dem, was so unendlich in mir lebt? Doch, was sage ich? Kennst Du mich denn nicht wie Dich selbst, brauche ich mehr als die Ursache meines Glück's zu sagen, um Dir zu schildern ganz, was ich fühle, und wie ich's fühle? Wenn oft an Deiner Seite die Träume meiner Jugend laut wurden, wenn ich Dir dann von künftiger Liebe und Seligkeit sprach, da lächeltest Du segnend auf mich nieder, denn wie einst Dein Valentin lieben, wie solche Liebe Alles, was Du in ihn gelegt, nicht ändern, nur veredeln würde, das lag ja offen da vor Deiner Seele. O, mein Vater so lieb' ich, wie Du damals vorhersah'st so lieb' ich! Laß mich mit wenigen Worten mein Glück Dir verkünden: Als ich in Ulm zu dem Handelsherrn M... kam, an den ich von Nürnberg aus gewiesen war, veranlaßte er mich , das Bild seiner Tochter zu malen. In der Hoffnung, dasselbe in wenigen Tagen zu vollenden, willigte ich ein, aber Tage vergingen, Wochen schwanden, bis ich cs zu meiner Zufriedenheit vollendet hatte, denn allgewaltige Liebe war es, die meinen Pinsel führte nnd die Gestalt ganz mit jener Glorie zu beleben und zu umgeben sich bemühte, mit welcher sie ewig meine Seele beherrschen wird. Nichts will ich Dir von den Stunden sagen, in welchen ich in Seligkeit schwelgend-an meiner Staffelei saß, vor mir die Huldgestalt Franziska's, in jeder ihrer Bewegungen mehr Anmuth, als je ein Künstler erdenken, in jeder ihrer Mienen niebr himmlisches Leben, als je das Spiel der Farben wiedergeben mag. Da saß ich 751 stumm, wie vor einer Heiligen mich beugend, nur mein Geist, meine Augen waren thätiger als meine Hand, aber mit niegewohnter Sicherheit führte diese jede Linie aus und wohl mochte ich nach vollendeter Arbeit Franziska's Erröthen vor dem Bilde und des Alten beredtes Lob verdienen. Doch schnell sollte mir all' das überreiche Glück entschwinden! Einige Tage nach Vollendung des Bildes bot mir der alte M... mit, schneidender Kälte eine goldschwere Börse an, und in seinem Blick lag Etwas, das mir deutlich genug sagte, wie wenig ihn meine fernere Gegenwart erfreuen würde. Ich gab ihm mit den Worten seinen Mammon zurück: WaS die tiefste Seele erschuf, kann nur sie selbst sich belohnen. Ich bin belohnt und gehe reicher, von Euch, als Ihr mich verlasset. Ich ging, mich von Franziska zu verabschieden; sie war nirgends zu finden, und trostlos; nachdem ich einen langen Tag vergebens nach ihr geforscht hatte, zog ich meine Straße weiter. Wenige Schritte von der Stadt entfernt weckten mich ferne Liedertöne aus meinen Träumereien und vor mir schaukelte ein Kahn die Fluthen der Donau hernieder, und eine hohe Frauengestalt stand in ihm, umgeben von einer fröhlich singenden Schaar. Der Kahn hielt hart an der Pforte eines Gartens, die Gestalt trat in denselben, dem Kahn entsteigend, und wallte langsam durch die hohen Lindengänge hin. Es war Franziska, vom Kahne hörte ich ihren Namen rufen, und pfeilschnell flog ich über die Mauer und stand vor ihr. Da schlug ihr Herz an dem meinen und fernher vom Strome hallten die Lieder, und „ewig, ewig Dein!" lispelte die Jungfrau liebend mir entgegen. O Vater, ich habe an ihrem Busen geruht, ihre Lippen berührt, ihre brennenden Küsse gefühlt, ihre Thränen empfunden, und ohne sie hat Kunst und Leben keinen Reiz mehr für mich, denn sie, nur sie ist das einzige Ziel meiner Wünsche! Laß mich enden, ich habe Dir din treues Bild meiner jetzigen Seelenstimmung entworfen. Von Mailand erhälst Du meine nächsten Briese. Lebe wohl, lebe wohl, mein Vater! Im Frühroth glühten die Alpen und Valentin setzte seine Wanderung fort. Ohne ein bemerkenswerthes Abenteuer gelangte er nach Italien. Als er in stiller Freude die paradiesische Ebene von Como nach Mailand durchzog, da rief cs hinter ihm, und ein schöner, junger Mann schritt freundlich grüßend auf ihn zu. Mit lebhafter Freude vernahm er, daß unser Freund ebenfalls Künstler seh und um Italiens Kunstwerke zu siudiren, die berühmten Städte der Lombardei und hierauf Rom besuchen wolle und bot sich ihm alsbald zum Reisegefährten an. Er hieß Clärens und war ein begüterter schottischer Edelmann, den die Reiselust durch Frankreich und die Schweiz geführt hatte und nun nach Italien lockte. 752 Valentin's von dem herrlichen Anblicke des italischen Landes überschmelllNdes Herz und des Fremden unbefangene Heiterkeit brachten schnell Beide sich näher, und ehe sie Mailand's Thürme und seinen herrlichen Dom erblickten, hatten die jugendlichen Gemüther sich gegenseitig erschlossen und gar Manches des Freundes verschwiegener Brust anvertraut. (Fortsetzung folgt.) Die zwee Birebeem. (Pfälzisch) Schön Hannche un der Vater sitze Im Garte vor'm Hans, Es is a schöner Summerobed, Die Katz' guckt obe 'raus. Do sächt der Vater: „liebes Kind, Ich bitt' Dich, loß den Fritz, Dann Du huscht nir un er Hot nir, Un wo nir is, do werd aach nir, Drum loß Du mir de Fritz.» Schön Hannche fangt zu weine an. Sie Hot den Fritz so gern, „Ach Vater kann ich vor die Lieb' ? I bin jo kee Latern; Was in mir brennt, des bloost mar nit Als wie a Lichtche aus. Und derf der Fritz nimmer zu mir, So laaf ich aus'm Haus » Der Alte brummelt in de Bart: „Der Fritz wär' jo schun recht, Doch sich, mei Kind, wo gar nir is. Geht jedes Metier schlecht.» — Wasch' aber weiß an schwarze Mohr, Do gebt ken Wasser aus: Die Lehr' ging nei bei'm eene Ohr, Bei'm annre Widder 'raus. A mol bei ihr'm Fritzche sitzt Des Hannche gar bequeem, Im Garte war's so schön und kühl Zwische zwee Birebeem Sie wechsle manches Küßche do. Wie halt Verliebte sin, Do guckt des Kind vun ungefähr Zum Gartethiirche hin: Der Vater kummt! — Der Fritz nit lahm Springt wie ä jungt Katz' G'schwind uf dm eene Birebaam, Do is a sich'rer Platz — Der Vater Hai a schweri Hack, Und sächt zu seinem Kind: „Mir Hot a großer Schatz getraamt. Vielleicht daß ich 'n find'; An Eng'lche, des sprach zu mir: Geh zu^de Birebeem, Den große hackscht da um, geb Acht, Du bringkcht a Sümmche heem. Unner dem Baam sei'm Worzlwerk Hebscht da a großi Kischt, Kee Großmog'l war je so reich, Als Du dernacher bischt.» »Ach Gott, der schöne Birebaam,» Sächt Hannche, „'s kann nit sepn, Die Großmutter hat'n geplauzt, Wie käm a Kischt do 'nein?» Der kleene aber, alt und dick, Macht a verdächtichis G'ficht. „Geh' Vater, hack' den kleene um, War weeß, was d'runner liecht!» „Des is schun wohr,„ der Alte sächt. Der groß' oder der klee, Des weeß ich selber nimmer recht.» „Ach Vater, 's is. der klee!» Und wie der Vater hackt und hackt, Do werd des Hannche roth, „Ach heil'cher Chrischtof,» bett' se jctz', „Ach Helf' mar aus der Roth, Ach mach' a bische nor Miraak'l, Dann sunscht git's heut' an Wcltspetaak'l.» Un hipp un hipp, un bim un bum, Un hipp un bim un bum, Uf eemol laaft's un springt un hipt: Dukate um und um. Gott's Blitz un Jub'l un kee End', Des war a Herrlichkeit, Do klimmt aach glei der Fritz gerennt, Un-guckt als wie nit g'scheut! — „Was thuscht dann Du da,» sächt der Alt, »Dich sah'ich nit im Traam,» Do sächt sei Kind: »des ist der Schatz Bum große Birebaam.» Do merkt der Alte wohl den Piff, Un nohmt sie bei der Hand: A Pärche werre se wie eens Zm siböne Pälzerland. — Blieskascht l heeßt der Ort, do steht Noch heut der eene Baam; Un Enk'lcher verzähle sich Den Alte gute Traam. Feuilleton. Ein Engländer hat in diesen Tagen eine Flugschrift unter dem Titel herausgegebcn: „Das Rasircn, eine unnatürliche, unverständige, unmännliche, gottlose und verderbliche Sitte unter den Christen," und in dieser beweiset er sonnenklar, daß wir in den Wonnen des tausendjährigen Reiches schwimmen, nicht aber mit Noch und Theuerung zu kämpfen haben würden, wenn — die Rasirmesser nicht wären, denn diese dreimal verfluchte Waffe und keine andere habe das irdische Paradies zerstört und mit der Mode des glattgeschorenen Kinnes zugleich die sieben Todsünden in die Welt gebracht. Dann läßt der Verfasser eine endlose Reihe geschichtlicher Notizen über Kehlabschneiden mit dem Rasirmesser, über David, Priamus, Jesaias, Alexander, Peter den Großen u. s. w., über Türken und Perser folgen, in denen er darihut, daß das Bartabschneiden sündhaft und schädlich sey und die Ordnung im Staate wie die Moral der Staatsbürger untergrabe, ja er meint, der erste Barbier und das große Thier in der Offenbarung Johannis wären, wenn nicht eine und dieselbe Person, doch gewiß sehr nahe verwandt gewesen. Wer nun noch mit einem glatlgeschorenen Kinne einhergeht, ist ein unverbesserlicher und dem Teufel verfallener Sünder. — und Berlag der G- D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.