Anzeigeblatt für die Stadt und -en Kreis Gießen. JK 89. Mittwoch den A. November 18^3. Amtliche Bekanntmachung. Die nachstehenden Mahnungen und Rathschläge in Bezug auf die dießjährige Kartoffelerndte bringt man im Interesse des Publikums hierdurch zur allgemeinen Kenntniß. Gießen den 31. October 1845. Der Großherzogl. Hess. Kreisrath des Kreises Gießen. Prinz. Mahnungen und Rathschläge in Bezug auf die dießjährige Kartoffelernte. I. Die Behandlung der angefaulten oder der Fäule verdächtigen Kartoffeln. Vor Allem muß der bin und wieder verbreiteten Ansicht, als seien Kartoffeln dieser Art für den menschlichen Genuß überhaupt, ja nicht einmal für Thiere ohne Benachtheiligung der Gesundheit zu gebrauchen, als durchaus unbegründet wiedersprochen werden. Einestheils haben die mit der Trockenfauw bebaftetcn Kartoffeln nicht nur fast denselben Gehalt an Stärkemehl, sondern es läßt sich darin auch nicht der mindeste Stoff von Schädlichkeit auffinden. So verhält es sich auch bei den naßfaulen Kartoffeln; das Einzige aber, was ihnen entgegen stünde, der faul gewordene Eiweißstoff, läßt sich ja durch Ausschneiden oder Abstoßen mit stumpfen Besen ganz leicht entfernen. „ Das einfachste Mittel zur Nutzbarmachung angefaulter oder der Fäule verdächtiger Kartoffeln für den menschlichen Gebrauch ist wohl das, daß man ihnen das Element der Vergänglichkeit, nemlich die Feuchtigkeit, alsbald benimmt und sie in ganz trocknen Zustand bringt. , . , Denn ob man sie in ihrer gewöhnlichen Form, oder in der von Grütze rc. verspeist, das gilt ja rn der Hauptsache ganz gleich. Die Wege dazu sind verschiedener Art: entweder verwandelt man sie in gedörrte Schnitzen rc., oder in Mehl. Ersterer Weg ist der einfachste und hat noch den besonderen Vortheil voraus, daß man dabei auch noch die übrigen festen Bestandtheile der Kartoffeln, die Fasern, behält, während diese, bei der Verarbeitung der Kartoffeln auf Mehl ausgeschieden werden, für sich weniger gut zur menschlichen Nahrung verwendbar sind. n , Zur Verwandlung der Kartoffeln in Stärkemehl bedient man sich gewöhnlicher Reibeisen, indem man das Stärkemehl aus dem zerriebenen Faserstoff mit frischem Wasser, dieß mehrmals wiederholend, ausschwemmt. Sehr fördern läßt sich diese Arbeit, wenn man das Reibblcch ffach machen und darüber ein in Ruthen lausendes Kästchen, wie bei den Krauthobeln, anfertigen läßt, nur etwas schmäler, um die zu reibenden Kartoffeln leichter festhalten zu können. Der ausgeschwemmte Faserstoff ist, mit Salz gegeben, ein außerordentlich beliebtes Viehfutter und läßt sich, mit solchem wie Sauerkraut behandelt, lange Zeit aufbewahren. Will man die Kartoffeln, was, wie gesagt, immerhin das Einfachste ist, in Schnitzen rc. schneiden, so werden diese im Backofen getrocknet und dann in Mahlmühlen zu Mehl gemahlen. Das Schwarzwerden der Kartoffeln bei dieser Manipulation läßt sich ganz einfach durch folgendes Mittel vermeiden. Man bringt nämlich die geschälten und in Scheibchen geschnittenen Kartoffeln in ein hölzernes Gefäß und übergießt sie mit Wasser, zu welchem auf 99 Maas eine Maas englische Schwefelsäure gemischt worden ist, bis die Brühe darüber geht. (Mit der reinen Schwefelsauere muß übrigens sehr vorsichtig umgegangen werden. Das Wasser darf nicht in die Säure, sondern diese muß langsam in das Wasser geschüttet werden.) In der oben bemerkten Flüssigkeit bleiben die Schnitzen stehen, bis sie eine mehr weiße Farbe angenommen haben und die natürliche Farbe verschwunden ist, was gewöhnlich in 24 Stunden der Fall. Nun wird das gesäuerte Wasser ab- und die Kartoffeln so lange mit reinem Wasser übergossen, bis der sauere Geschmack ganz abgewaschen ist. Die Kartoffeln werden alsdann, wie vorbemerkt, getrocknet. Zn diesem Zustande lassen sic sich sehr leicht aufbewahren, leicht bröckeln und zerstoßen, und geben, auf der Mühle gemahlen, ein schönes weißes Mehl: Die int Vogelsberge in Fällen vorliegender Art gebräuchliche Manier, die Kartoffeln zu dämpfen und die gedämpften, zuvor ausgeprcßten Kartoffeln im Backofen zu dörren, wobei sich eine recht schmackhafte Grütze erzielen läßt, gehört ebenfalls hierher. , . , Sind die Kartoffeln der Fäule nur verdächtig, man will aber Kartoffeln dieser Art m ihrer 460 eigenthümlichen Form aufbewahren, so laßt sich dies durch Behandlung mit Chlor oder mit Schwefel nact> sicheren Erfahrungen recht gut bwerkstelligen. Bei der Behandlung nut Chlor werden die kranken wie die gefunden Kartoffeln während einer halben Stunde in Wasser gelegt, worin aus je 25 Maas 1 Pfund Chlorkalk aufgelöst ist; hierauf bringt man dieselben während 20 Minuten in Wasser, worin auf 25 Maas 1 Pfund Soda aufgelöst ist. Die nun hcrausgenommenen Kartoffeln werden mit kaltem Wasser abgespült, an der Luft getrocknet und auf gewöhnliche Weise aufbewabrt. Ein Pfund Cblorkalk (10 fr. kostend) und 1 Pfund Soda (kostet 9 fr.) reichen hin, um 500 Pfund (circa 21/ Malter) Kartoffeln auf diese Art zu behandeln. Will man die Kartoffeln mit Schwefel behandeln, was sich auch schon bei uns, nach Versuchen des Herrn Weinhändlers Heckler zu Bensheim, bewährt hat, so geschieht es entweder im Freien, oder m Fässern. Im letzteren Falle nimmt man ein nicht zu fleines gesundes Weinfaß (da die kleinen keine Thürchen haben), kehrt es um, so daß der Spunden nach unten kommt, schüttet die Karloffeln durch das dann oben befindliche Thürchen ein und verbrennt dann den Gewürzschwefel hart unter dem Spunden, so daß der ganze Schweftidampf in das Faß kommt und durch die sämmrlichen Zwischenräume der Kartoffeln dringt. Beim Schwefeln im Freien verfährt man auf folgende Weise: Der Boden, auf den der Kartoffel- Haufen zu liegen kommen soll, wird gut zusammengetreten ; dann nimmt man zwei starke Bord, (teilt solche schräg gegen einander, so daß sie eine Rinne bilden. In diese legt man einen Schwefelspahn nach dem andern der Länge nach dmch, befestigt die Bord mit Latten und legt Kartoffelkraut darüber; auf dieses läßt man nun die Kartoffeln schütten, steckt den Schwefel an und läßt ihn so verschlosien unter dem Kartoffelkraut durchbrennen. Die Kartoffeln werden hierbei vollkommen trocken und zeigen sich im Frühjahre noch schöner, als andere nicht so behandelte. Bei Kartoffeln, welche schon Fäulniß angesetzt hatten, war sogar bei diesem Verfahren die Wunde ausgetrocknet und der übrige Thcil ganz gesund. Sind die Kartoffeln bereits in einen Grad von Fäulniß übergegangen, daß ihre Benutzung zum menschlichen Gebrauch (was vor Allem das Wünschenswertheste bleibt) nicht mehr möglich gemacht werden kann, daun lassen sie sich immer noch als Viehfutter benützen. Pferde, Schaafe, Rindvieh und Schweine fressen sie, zumal mit Salzwasser übergossen, so gerne wie sonsten. Ist der Vorrath zu groß, um sie auf diese Weise schnell genug verbrauchen zu können, so ist das Einsalzen derselben ein ganz entsprechendes, längst bewährtes Auskunftsmittel. Zu dem Ende läßt man die Kartoffeln so viel wie möglich reinigen, dann zerkleinern, und ihre wässerigen Theile ausdrücken, worauf das Einsalzen derselben in Kufen, Ervgruben mit festen Wänden rc. |o vorgenommen wird, daß das Salz schichtweise darüber hergestreut, das Ganze mit einem Deckel oder mit Brettstucken bedeckt und beschwert wird. Den letzten Ausweg, der aber immer nur im größten Rothfalle betreten werden sollte, damit die Kartoffeln zur menschlichen Nahrung so viel als thnnlich erhalten werden — waö auf dem oben angc- deuteten Wege auch ganz leicht möglich ist — bietet die Verarbeitung der Kartoffeln auf Brandwein, Stärkemehl und Hefe; denn der Stärkemehlgehalt selbst der angefaulten Kartoffeln ist, wie im Eingang gesagt, nur ganz wenig verändert. Wenn sie daher für diesen Zweck nicht zu entsprechenden Preisen verwerthet werden können, so wird man immerhin noch besser lhun, sie auf eine der oben beschriebenen Arten selbst zu verwenden. II. Aufbewahrung der gesunden Kartoffeln. Indem man sich in dieser Beziehung lediglich auf die Bekanntmachung der Großh. Centralbehörde der landw. Vereine vom 19. Octover beziehen zu können glaubt, fügt man nur über die Aufbewahrung der Kartoffeln in Gruben noch Folgendes bei. Zn einigen Riedorten (Kreis Großgerau) beobachtete man beim Eingruben der Kartoffeln das Verfahren, diese Gruben nur auf die Hälfte ihrer Länge mit Kartoffeln aiizufülleu und Letztere vorerst nur hanvhoch mit Sand oder leichter Erde zu bedecken, die zweite Hälfte der Grube hat die Bestimmung, um circa 8 — 14 Tage später, nach erfolgtem Schwitzen der Kartoffeln, zum Auslesen derselben benutzt zu werden. Erst nach dieser Vorarbeit ging man an das endliche Eindcckeu der Gruben. Diejenigen, welche ihre Kartoffeln nicht so behandelten, sieht man sie bereits wieder ans den Gruben nehmen und gleicher Behandlung unterwerfen. Uebrigens empfiehlt sich die Aufbewahrung der Kartoffeln im Freien über der Erde, statt in dieser, diesmal ganz besonders. Roch ist hier nachzutragen, daß Kartoffeln, die nur von der Trockenfäule ergriffen, bei ganz dünnem Ausbrciten in Zugluft meistens in sich selbst wieder austrocknen. III, Reservirung der Kartoffeln zum nächstjährigen Saatbedarf. Es bedarf wohl feiner näheren Begründung, daß Vieser Punkt von der höchsten Wichtigkeit erscheint. Bei dem sorgsamen Landwirthe wird er auch um so gewisser alle Aufmerksamkeit finden, als dadurch die wirthschaftliche Eristenz der kommenden Jahre so wesentlich bedingt ist, Um des Saatbedarfs für das nächste Jahr sich zu versichern, empfiehlt sich vor Allem dessen Absonderung von den übrigen Kar- 461 toffeln, unter Auswahl der tauglichsten Exemplare, deren Verbringung nach dem gesundesten Meile des Anfbewabrungslocals und Aufschichtung in ganz dünnen Lagen unter sich selbst. Wo man Kalk- und Kohlenstaub, Asche rc. zur Verfügung hat, durchschichte man sie-damit; bei kleineren Partkien cmpfieblt sich auch die oben beschriebene Behandlung mit Chlorkalk und Schwefel, da diese keine Fäulniß aufkommen lassen und andererseits der Keimkraft nicht im geringsten schaden. Darmstadt den 29. October 1845. Großh. Hess. Centralbehörde der landwirthschaftl. Vereine. Edictalladung. 1895) Conrad Vormschlag, Sohn des Johannes Vormschlag und dessen Ehefrau Elisabeth ge- borne Wagner aus Kernbach, welcher als west- phälischer Soldat im Jahr 1812 mit nach Rußland marschirt und nicht wieder zurückgekommen ist, ohne bis jetzt von seinem Leben oder Aufenthalte irgend Nachricht zu geben, wird, oder seine etwaigen dahier unbekannten Erben, auf den Antrag einer Schwester desselben hiermit aufgefordert, innerhalb drei Monaten von heute an gerechnet, sich bei dem unterzeichneten Gericht zu melden, widrigenfalls er für tobt erklärt, gegen seine etwaigen Erben aber die Ausschließung mit ihren allen- fallsigen Erbausprüchen erkannt und das Vermögen den ausgetretenen Verwandten verabfolgt werden wird. — Marburg den 23 October 1845. Kurfürstlich Hess. Landgericht. Hille. vdt. Schmid. Besondere Bekanntmachungen 1896) An die Salzauswieger des Salz- magazins-Bezirks Gießen. Da ich wegen des Distriktseinnehmerdienstes nicht jeden Tag zu Hause anzutreffcn bin, so benachrichtige ich hiermit die Salzauswieger, daß ich nur jeden Dienstag und Samstag zu Hause anzutreffen bin und Salz abgegeben werden kann. Gießen den 3. November 1845. Der Gr. Salzmagazinsverwaltcr Rösenbeck, Vicar. 1891) Seit dem letzten Gießer Markt ist dem hiesigen Schweinehirten Konrad Steig 4. ein vierteljähriges weißes Mutterschwein zugelaufen, ohne daß bis daher sich ein Eigenthümer dazu gemeldet; nach beigebrachter Legitimation kann gegen Ersatz des Futters und Kosten der Eigenthümer dasselbe erhalten. Holzheim am 1. November 1845. Der Bürgermeister Grteb. Versteigerungen. 1869) Donnerstag den 6. November l. I., Vormittags 10 Ubr, sollen auf dahiesigem Rathhaus 2 Pferde und ein Wagen öffentlich meistbietend gegen gleichbaare Zablung versteigert werden. Gießen den 27. Oktober 1845. Der Beigeordnete E. C. Rühl. 1905) Donnerstag und Freitag, als den 6. und 7. November, von Nachmittags 2 Uhr an, sollen in dem Nebcnbau des Hrn. Hofgerichtsad- vocaten Busch auf dem Brand, verschiedene Möbel, worunter ein noch neues Sopha, Betten, Tische, Stühle, Schränke, sodann etwas Weißzeug, Kleider und sonstiger Hausrath öffentlich gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. 1894) Künftigen Freitag, als den 7. November, soll die schon uuterm 20 October d. I. versteigerte Steindcckcrarbcit an der Kirche zu Großenlinden einer abermaligen Versteigerung ausgesetzt werden. Desgleichen soll in demselben Termin ein noch guter brauchbarer Bauwagen auf der Bürgermeisterei zu Großenlinden, Morgens 10 Uhr, versteigert werden. Großenlinden am 1. November 1845. Der Bürgermeister Menges. 1890) Die Lieferung von circa 80 Malter Roggen- und 18 „ Waizenmchl, per Monat, soll auf ein Jahr von Ende Decemder 1845 bis dahin 1846, auf dem Soummissions- wege, an den Wenigstfordernden vergeben werden. Lusttragende wollen bis zum 15. November d. I. schriftlich einreichen: um wie viel billiger sie das rcsp. Malter Mehl liefern wollen, als der monatliche Durchschnittspreis der Fruchtgattung in dem Friedberger Jntelligenzblatte no- t-rt ist. Die Zahlung geschieht zu Ende jeden Monats an der Zuchthanskasse Martenschloß. Butzbach den 30. Oktober 1845 Jacob Heil II. Wittwe. Feilgeboten. 1866) Alle Sorten Stahl- Federn das Dutzend von 2 bis 24. Kreuzer sind zu haben bei Georg Lüdeking. 462 1901) Mein Magazin fertiger Herrnkleider bringe ich in empfehlende Erinnerung. M. Heß, Lit. A. M 55. 1867) Tinte für Stahlfedern. Die Säure der gewöhnlichen Tinte greift de» Stahl schnell an, macht die Spitzen stumpf und deshalb den Gebrauch der Stahlfedern fehr kost« spielig und für öffentliche Urkunden durchaus verwerflich, indem die rostigen Schriftzüge ganz unleserlich werden. Ebenso verwerflich ist größtenteils die neuere Tinte, die aus einer dicken Farbe besteht, dem Schreiben hinderlich ist und auf dem Papier bald verdirbt. Meine Tinte vereinigt alle geforderten Eigen« schäften »nd ich kann dieselbe daher dem geehrten Publikum empfehlen. Georg Lüdeking, bei Cond. Hopfner. Ei 1902) Pariser Handschuhe zu den billiger) sten Preisen und feinster Qualität empfiehlt Kf M. Heß, $ Lit. A. »AS 55. 1778) Eine neue Sendung Mäntel- und Kleiderstoffe habe ich erhalte« und empfehle solche, sowie eine Auswahl Mousselines de laine, Bom- basets, Poil de Chevre, Orleans und Swähl- chen zu bedeutend herabgesetzten Preisen. M. Heß> Lit. A. »AS 55. 1865) Für Bilderfreunde! Zch beehre mich ein geehrtes Publikum auf meine mehr als hundertfältige Auswahl von Genre- Bildern, in den feinsten Stahlstichen bestehend, aufmerksam zu machen. Der Preis per Stück mit Glas und Rahmen ist bis jetzt nur 12 «. 14 Kreuzer. Georg Lüdeking, bei Cond. Höpfner. 1887) Ein schwarzer einjähriger, gut dressirter Pudel, ächter Race, ist zu verkaufen bei Philipp Friebel. Zu vermiethen. 1842) Im Buschischen Garten sind noch einige möblirte Zimmer zu vermiethen. 1841) Ein billiges Logis, für zwei Mann bewohnbar, ist zu vermiethen. Wo? sagt d. Erped. d. Blrts. 1369) Zn meinem Hause nahe am Kanzlci- berg sind zwei gut möblirte Stuben mit Kabinet und Sopha auf das nächste Semester zu vermiethen. Zoh. K. Brühl II. 1840) Lit D. .*$ 99. ist ein möblirtes Zimmer mit Cabinet, für zwei Herrn bewohnbar, zu vermiethen. 1835) Das bis jetzt von Herrn Landrichter Jäger bewohnte Logis in dem Bott'schen Hause auf dem Seltcrsweg ist anderweit zu vermiethen. 1838) Ein möblirtes Zimmer mit Sopha ist zu vermiethen bei Kfm. Worms Wittwe am Kirchenplatz. 1906) Das von Herrn Landbaumeister Sonnemann seither bewohnte Logis in meinem Hause ist anderweit zu vermiethen. Busch, Hofg.-Adv. 1899) Ein freundliches möblirtes Zimmer mit Sopha ist zu vermiethen. Wo? sagt die Erped. d. Bltts. 1897) Das Advokat Hofmannsche Wohnhaus am Kanzleiberg, neben Herrn Hofgericktsadvokat Busch, ist anderweit zu vermiethen und das Nähere bei Hrn. Hofgerichtsadvokat Krauskopf zu erfahren. 1888) In der Wallthorstraße Lit. A. .AS 118. ist eine möblirte Stube mit Cabinet zu vermiethen und sogleich beziehbar. 1904) Bet Joh. Brauburger ist eine Familienwohnung zu vermiethen und sogleich beziehbar. 1898) Zwei möblirte Stuben mit Sopka sind zu vermiethen bei Metzgermeister Georg Lampus Lit. C. »AS 1. am Kreuz. 1900) Bei Z. Becker auf dem Neuenweg sind zwei möblirte Stuben zu vermiethen. 1893) Bei Unterzeichnetem sind zwei aneinander stoßende Zimmer mit oder ohne Möbel zu vermiethen. F. C. Loos, Lakircr. 1889) In dem ehemaligen Gasthaus zum Löwen sind in dem Gartenhaus zwei Zimmer an lebige Herrn zu vermiethen und können sogleich bezogen werden. Das Nähere ist auf meinem Comptoir zu erfahren. Gießen den 5. November 1845. Gg. PH. Gail. Vermischte Nachrichten. 1873) S. Reiß empfiehlt seine dahier neu errichtete Lithographie - Anstalt unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung. 1892) Von Göthe's sämmtlichen Werken vermisse ich den Band 9—10. und ersuche den derma- ligen Besitzer, denselben an mich abzugcben. Gießen den 2. November 1845. Ludwig Welker. Hierzu eine Beilage. 8» jn so. des zeigeblatts für die Stadt und den Kreis Gießen. Vermischte Nachrichten. Rechnen-Schule für Handwerker zu Gießen. ter Bezugnahme auf das, in JV& 80 und 86 dieses Anzeigeblatts pubticirte, Regulativ über die Prüfung der Baubaudwerker werden die dabei Betbeiligten darauf aufmerksam gemacht, daß ihnen die von der hiesigen Localsection des Gr. Gewerbvereins gegründete Rechnen-Schule für Handwerker, tu ihrer dermaligeii verbesserten Einrichtung und im Verein mit der ebenfalls von besagter Secnon abhängigen Zeichnen-Schule für Handwerker, die beste Gelegenheit darbietet, sich die zum Bestehen jener Prüfung erforderlichen Kenntnisse anzueignen. — Der Unterricht in der Zeichmiiigsschule hat bis jetzt ununterbrochenen Fortgang gehabt. . Der Unterricht in der Arithmetik, im Berechnen von Flachen und Körpern, nebst der Anleitung zur Aufstellung von Voranschlägen rc. hat begonnen und wollen sich diejenigen, welche noch au diesem Unterricht Theil zu nehmen gesonnen sind, bei dem Lehrer, Herrn Candidat Lauckert, anmelden. Gießen am 1. November 1845. Der Vorstand des Localgewerb-Vereins daselbst. 1851) Menagerie zu Gießen von seltenen gezähmten und abgerichteten Threren ä von Anton van Aken ans Rotterdam bekannt unter dem Namen Eintracht. Ich habe die Ehre hiermit ergebenst anzuzeigen, "daß ich mit meiner Menagerie zum Ersten- malc hier angekommen bin; dieselbe zeichnet sich vor allen denjenigen, die bis jetzt gesehen wurden, durch seltene und merkwürdige Sthiere aus, deren in Europa weder todt noch lebendig ähnliche vorhanden sind. Die Elberfelder Bastard-Löwentigerin, circa 7 Jahre alt. Die Tigerin hat ein Junges geworfen, wovon der Löwe der Vater und die Tigerin Hektorine die Mutter gewesen ist; es kam am 18. October 1838 in Elberfeld zur Welt. Es ist nichts Außerordentliche---, daß eine Löwin, Panther, Leopard oder Wd>fin Zunge wirft, allein die Paarung eines Löwen mit einer Tigerin ist niemals vorgekommen, und man kann diesen Löwentiger oder jungen Bastard als eine außerordentliche, bisher noch nie gesehene Erscheinung in der Thierwelt betrachten, zumal, da sich in ganz Europa ein ähnlicher Löwen-Tiger in keiner Menagerie befindet, und diese Art Thiere noch in keiner Naturgeschichte bekannt sind. Ein großer männlicher Leopard ans Afrika. Der Süsselbär, 9 Monate alt. Die gestreifte Hyäne ans Abyssinien. Der große Koklbär oder der Schrecken Nordamerikas. Der Alpen-Wolf. Der afrikanische Wolf von der größten Rare. Der große Mandrill, König der Affen und Paviaueit. Die zwei hellgestreiften afrikanischen Hyänen, Männchen und Weibchen. Zwei junge Mandrill-Affen. Die Familie von Zockos oder brasilianischen Pavianen. Der Kronen-Affe aus Java. Der Marlborough-Affe. Der Tanz- oder Spring-Bär genannt. Das rothc Lama aus Peru, oder die Giraffe ans der neuen Welt. Vultur, der weißköpfige Lämmergeier. Eine Sammlung seltener, merkwürdiger Vögel aus Asien, Amerika und besonders aus Brasilien, als ein Königslorey, ein grüner Königslorey, ein getigerter Lorey, die Garderobe-Papageien, die grauen Papageien, ent grüner Papagei, Ka« katus mit orangen Hauben, KakatuS mit gelben Hauben, die Enzopcrabalo oder die Unzertrennliche, ein Paradiesfiuk, die Orangevögel, die Rothbändchen, das Blaubrüstchen, ein kleines Fasänchen, der Sanger von Afrika, mehrere Kapuziner-oder Nonnenvögel, mehrere Muskatvögcl rc. Uebungen der fleischfressenden Thiere, sowie die Fütterung finden durch Herrn Richard, Schüler des Herrn Martin, Abends 6 Uhr bei brillanter Beleuchtung Statt. Preise der Plätze: Erster Platz: 24 Kreuzer. 464 Zweiter Platz: 12 Kreuzer. Dritter Platz 6 Kreuzer. Die Menagerie ist von Morgens 9 bis Abends 7 Uhr geöffnet. Der Schauplatz ist auf dem Brand. Diejenigen Herren, welche geneigt sind, sich für die Dauer meines Aufenthalts, für 1 Gulden die Person, zu abonniren, wollen sich gefälligst an der Kasse melden. 1903) Es ist in voriger Woche ein Stock mit Griff von schwarzem Horn und Beschlag von gelbem Blech abhanden gekommen oder verloren worden. Der Eigenthümer bietet dem Finder, der solchen an die Expedition d. Bltts. abliefcrt, eine angcmesse gute Belohnung. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 1 November. Ein unehelicher Sohn, Karl, geboren den 30. September. Denselben. Dem Bürger und Schneidermeister, Johannes Loth, ein Sohn, Konrad Karl August, geboren den 13. October. Den 2. November. Dem Bürger und Schuhmachermeister, Jocob Löber, eine Tochter, Karoline Marie, geboren den 13. Oktober. Denselben. Dem Ortsbürger in Wieseck und Postillon dahier, Eberhard Rau, ein Sohn, Heinrich Karl, geboren den 15 October. Denselben. Dem Bürger und Schneidermeister, Wilhelm Nähmeper, eine Tochter, Karoline Julie, geboren den 17. October Denselben. Dem Bürger und Küfcrmeister, Philipp Christian Martin Schmall, eine Tochter, Mathilde Luise Elisabethe Philippine, geboren den 15 October. Denselben. Dem Bürger und Schuhmachermeistcr, Friedrich Pfeil, ein Sohn, Daniel Christian Philipp Emil Karl Johann, geboren den 19. October. Beerdigte. Den 18. October. Johannes Spran- kel, Ortsbürger in Bellershain, alt 34 I. 5 M. 1 T., gestorben den 16 October. Den 2. November. Johannes Habicht, des verstorbenen Ortsbürgers in Ettingshausen, Peter Habicht, ehelicher Sohn, alt 22 I. 11 M. 4 T., gestorben den 31. October. Angekommene und abgereiste Fremden vom 31. Oetober bis 3. November 1645. 3 n den Gasthäusern. Im Happen: Hr. Schulz, Sind v. Fulda. Hrn. Kst. Fresenius v. Mainz, Rindskopf v. Frankfurt, Bcrmig v. Nürnberg, Löwenthal v. Witzenhausen, Auth v. Wetzlar u. Arnstein v. Laubach. Hr. v Lahrbusch, Lieutn v. Erfurt. Hrn Cand. Levita u. Buchmüller v. Mainz. Frl. Ebel v. Grünberg. Hr. Gückclberger, Pharm. v. Stuttgart. Hr. Werner, Oecon. v. Großhausen. Hr. App, Kreisr. v. Biedenkopf. Hr. Schultheiß, Partie, v. Paris. Hrn Lieutn. v Klaß v. Erfurt u. Freiherr v. Steinacker v. Wetzlar. Hr. Schulz, Conrect. v. Weilburg. Hrn. Kst Naumann v. Offenbach u. Schär v. Baitimor. Hr. Schlosser, Instrumenten- mach. v. Mainz. Hr. Schreiber, Buchh. v. Grünberg Hr. Hildebrand, Prof. v. Marburg. Hrn. Kst Frohn v. Barmen u. Münchhof v. Nordhausen Hr. Zimmermann, Oecon. v. Wiesbaden. Hr. Nauheim, Gutsbes. v. Düsseldorf. Hr. Mühlen, Fabrik, v. Würzburg Hr. Bosch, Prof v. Kehl. Hrn Kst. Meier v. Frankfurt u. Richard v. Mainz. im Einhorn: Hr. Schäfer, Revis, v. Darmstadt. Hr. v Busche, Stud. v. Düsseldorf. Hrn. Lieutn. Sondermann u. Graf Bopka v. St Petersburg. Hr. Vogel, Kaufm. v. Speier. Hr. Nönnerten, Rent. v Lippe-Dettmold. Hr. ron der Wopken, Marine-Offiz, v. Haag Hr. Langen- beck, Privatm. v. Göttingen. Hr. Unzicker, Oecon. v. Burghof. Hr. Brumhardt, Forstcand. v. Rodheim. Hr. Rahn, Pfarr. v. Oberroßbach. Hr Marl, Stud. v. Wiesbaden. Hrn Kfl. Halle u Rosenthal v. Frankfurt. Hr. Goth, Rent. v. Berlin. Hr. Falbig, Lieutn. v. Moskau. Hrn. Partie. Denes v. London u. Cholettc v. Paris. Hr. Nikolier, Pharm. v. Lpon. Fr. Keuscher v. Battenberg. Hr. Marquardt, Privatm. v. Stuttgart. Hrn. Kfl. Mcnzinger v. Frankfurt, Göring v. Mühlheim u. Berg v. Lüderschcid. Hr. Albert, Dr. med. v. Capel Hr. Böttcher, Mechan. v. Elberfeld. Hrn. Rent Braunberger v. Berlin u. Thalberg v Reutlingen. Hr. Semmel, Advoc. v. Coblenz. Hr. Müller, Partie, v. Achen Hr. Steichel, Hofsäng. v. Darmstadt. Hrn. Kfl. Donninkus v. Weimar, Rothschild v. Offenbach, Anbin v. Strasburg, Florian v. Dresden u. Fronder v. Frankfurt. im Prinz Carl: Hr. Appel, Oecon. v. Büdingen. Hr Studingcr, Künstl. v. Wien. Hrn Spedit. Borger v. Offenbach u. Rapp v. Hatzfeld. Hr. Wagner, Handclsm. v. Gönningen. Hrn. Oecon. Werner v. Großkarben u. Bast v. Oberohmen. Hr. Michelin, Stud. v. Kopenhagen. Hr. Rosenkranz, Lehr, v Augsburg. Hr. Eichhorn, Forstverw. v. Königshausen. Hr. Schönner, Müll, v Wetzlar. Hr. Werner, Kutsch, v. Hungen. Hr. Brettwitz, Kaufm. v. Bingen. Hr. Schmitt, Gastw. v Auerbach. Im Darmstaedter Haus: HkN. Handelst. Schmidt U. Braun v. Winterbcrg Hr Berer, Buchh. v. Zürich. Hr. Ferbest, Buchb. v. Spandau. Jungfer Jungblut v. Alsfeld. Hr. Jacobi, Fuhrm. v. Büdingen Hrn. Geschäftsl. Gebhardt v. Krainfeld, Kling v. Königstein, Degenhardt v. Darmstadt u. Weber v. Bromskirchen. Hr. Estble, Handclsm. v. Fortwangen. Hr. Taubert, Privatm. v. Marburg. Hr. Schneider, Fuhrm. v. Wolfshausen. Hrn. Geschäftsl. Baumann v. Bleidenrod, Geißler v. Lehnberg, Müller v. Wolfshausen, Schreiber u. Fep v Burggemünden, Fuchs v. Babenhausen , Kratz v. Oberohmen u. Christ v. Dieburg. Im Stern: Hrn. Privat!. Oppenheim v. Offenbach, Reinhardt v. Allendorf u Rühl v. Oberbeffungen. Hrn. Fuhrl. Bernheimer v. Bicken, Schneider v Marburg u. Hcns v. Herborn. Fr. Koch v Gerstenhausen Hr. Blätzer, Först, v. Dannenrod. Hr. Berger, Buchb. v. Braunschweig. Jungfer Weigand v. Herbstein. Hr. Koch, Handclsm. v. Dernbach. Hr. Kugel, Kürschn. v. Hildesheim. Hrn Fuhrl. Bürbelbach v. Schwende, Sonnenborn v. Breidenbach u. Köppler v. Diebelstadt Hr. Isenberg, Handclsm v. Hesborn. Hr. Krömmelbein, Fuhrm. v. Sachsenberg. In den Privathäusern. Bei Hrn. Hofger-Adv. Franck: Hr. Franck, Pfarr. v. Obernburg — Bei Hrn. Leinw. Arnold: Hr. Rausch, Oecon. u Fr Rudolph v. Mörlau. — Bei Fr. Rcgier.-R. Heß: Hr. Heß, Kaufm v. Mainz. — Bei Hrn. Landr. Jäger: Fr. Act. Schwarz v. Hungen — Bei Hrn. Gastw. Heß: Fr. Rumpf v. Friedberg. — Bei Hrn. Gpmn.-Lehr Ur. Drescher: Hr. Drescher, Landger.-Act. v. Butzbach. — Bei Fr. Hofger.-R. Zuehl: Irl. Sellheim v. Schotten. — Bei Fr. Pfarr. Hilligcr: Hr. Zimmer, Mufiklehr. v. Lich u. Frl. Trapp v. Homburg v d. H — Bei Hrn. Obersteuer». Schmitz: Hr. Kolb, Steuererh. v. Kirchgöns. — Bei Wittwe Schmincke: Hr. Junker, Maurermeist v. Winnenrod. — Bei Hrn. Hofger.- Adv. Dr. Diehm: Hr. Welkershausen, Buchh. v. Weilburg. — Bei Hrn. Wirth Bramm: Hr. Sehrt, Fabrik, v. Grünberg, Hr. Eonrad, GeschästSm. v. Hattenrod u. Hr. Heltinger, Buchdr. v. Ansbach. Druck und Verlag der G. L>. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.