Nn XXXIX.. rS.Septembr. 1799. Giesser JntelligenzVIakk. Bemerkangen über die Gedanken eines Laien in der Hyor-alick, gelegentlict) der wehr: ansialten in der XTacbt des 2zren gcbr. d. I. dazu angefgchc. Verfolg. Auf die Beantwortung derztenFrage kann ich wich hier in kein genaues Detail «inlassen, da ich mich doch, wegen Unkunde der Benennungen des Loeals, nicht würde verständlich machen können. Auch laßt sich, ohne genaue Messungen und Plane jur Hand zu haben , nicht viel bestimmtes darüber sagen. Ich kann also hier nur den groben Umriß davon zeich- neu, den ich schon zur Zeit des hohen Wassers mehreren Männern rmtgelheilt habe, und welchen zu wiederholen mir um so leichter fepn wird, da er größten Theils, wie wohl meistens aus andern Gründen, mit den in ;enem Aufsätze gemachten Vorschlägen so genau übereinstrmmt, daß »ch, erinnerte ich mich nicht an das wohlbekannte Sprichwort: les desux efprits les rcncontrc, sagen möchte t hattest du nicht mit einem Kalbe gepstügt, du hättest das Räthsel nicht errakhen. Wenigstens könnte ich, sollte etwas daran gelegen seyn, mich aus den Herrn RegierungS- rath Schwabe und den Herrn Professor Schmidt berufen, daß ich das Prvject von einem Abzugs Canale, der nahe oberhalb der Rühlmühle aus der Siechbach geführt, und um dem Müller im Sommer das Wasser zu sparen, mit einer Schleuse vere. sehen werden muß, ihnen schon den Loten Febr. d. I. zu ihrer gütigen Prüfung vvr- gelegt habe. Irre ich nicht sehr, so habe ich auch damahle, als ich drn 22tm Februar des Mittags mit dem Hm. Zeugschreiber Krach vom Wall- nach dem Neustävter Thore und der Siechbach ging, mit demselben von diesem Projekte gesprochen. — Doch zur Sache: istenS muß die Brücke von zwey Bögen , welche in der Chaussee vor dem Wall- thor liegt, mit Schützen versehen werden, damit sie, wenn die Lahn hoch anschwellt, abgeschlossen werden kann. Mich an den Widerspruch erinnernd, den ich diese- Frühjahr zu überwinden hatte, als ich diese Brücke abzudäwmen anrieth (welches zwar endlich durch davor gebrachte Bohlen, Mist und Steint, jedoch nur unvollkommen bewerkstelliget wurde) verweise ich auf die zur Aufdämmung der Chaussee angeführten Gründe, die auch vorläufig diesen Vorschlag unterstützen wögen. LtenS. Ist dieses geschehen , so muß die Schoorzwischen dem Wall- und Neus wegerthor beträchtlich höher, als die niedrigste Stelle der vor dem Wallthore liegenden Chaussee gemacht, und auch die Stelle der Schoor am Emgerinne bis zu der Höhe der daneben liegenden Stellen gebracht werden. Wollte man die erstere Schoor nur bis zur Höhe der Chauss-e bringen, so würde dies eine fast gänzliche fruchtlose Arbeit seyn, da sie, wenn die Lahn nicht zu der Wiesek übertritt, hoch genug ist, zumahl wenn für den bessern Abzug de< WiesekwasserS gesorgt wird, zu welchem Ende ztenS. Der schon oben erwähnte, und von dem Ungenannten weillauftiq be- schrie- ** ) »54 C — fchriebene Canal bey her Rühlmühle ge* graben werden muß. 4t,nS. Muß dafür gesorgt werden, daß die in diesen Canal anzutegenv« Schleuse, eben so wie die Freyschütze der Rühlmühle frühzeitig genug geöffnet wer- den. Auch müssen , so lange der Eisgang dauert, beständig einige Mann die Wache hierdey Haden , um die großen Eisschollen, die sich hier festsetzen, undbeydeOeff. nungen, verschließen möchten, entzwey zu schlagen Mehrere Tage nach einander gieng ich dieses Frühjahr, da man das hohe Wasser schon befürchtete, nach der Rühlmühle hinaus, und fand beständig den Fluth- gang dieser Mühle (die einzige Oeffnung wodurch die Wieset ihren Abfluß nehmen muß, so lange sie nicht über daS neben liegende Land hinfliefen kann) total mit Eis verstopft. Ich ließ Vies jevesmahl dem zeitigen Herrn Bürgermeister wissen, damit dieses Eis weggeschaft werden möge, welches auch geschah. Doch die Wache, worum ich zugleich ersuchen ließ, wurde nicht bewilligt. 5tens. Die Baume und Gesträuche an beyden Ufernder Siechbach, wodurch das EiS arretirt, und so diese Bach verstopft wird, müssen auögerotlet werden. 6ten«. DieSiechbach, und weiterhin- ouf die Wieset müssen, wo es jezt fehlen möchte, tüchtig aufgeräumt und für die Zutunft beständig offen und rein erhalten werden. Wo, wie und in welchem Maße dieser Bach aufgeräumt werden muß, kann ich für jetzt nicht ferner bestimmen, da ich nicht an Ort und Stelle bin, um nachsehen zu können, und auf das hier ein« schlägliche Raisonnement des Ungenannten, das auch hier wie überall äusserst seicht ist, mich nicht verlassen kann. Wel» eher vernünftig« Mensch wird z. B. wohl glauben , daß bey der Berechnung der Ca- pacitat eines Baches, Flusse- ü, s. w. bey hohen Anschwellungen nur die Breite desselben, und nicht auch dessen Tiefe und Geschwindigkeit, und also mittelbar auch sein Gefäll , so wie die Höhe des neben liegenden Terrains mit in Betracht gezogen werden muß. Der Ungenannte braucht aber zu einer solchen Berechnung nichts mehr, als die Weiten zu wissen. 7tens. Die zu weit in die Lahn geführten Eindaue auf der Landspitze bey der Siechbachmündung, und gleich unterhalb dieser Mündung müssen wieder wegge- räumt werden. 8tens. Muß dafür gesorgt werden, daß den bisher vorgeschlagenen Maasregeln je» desmal gehörig nachgel-bt werde. Es dürfte also nöthig werden, dies Geschäfte einem Manne zu übertragen, dessen Pflicht es wäre, darauf zu achten , besonders aber beym Aufgange des Eises aufmerksam zu seyn, wo rS etwa fehlen möchte, und in unvorhergesehenen Fällen die nothwendig werdenden Vorkehrungen zu treffen. Die Ausführung der bisherigen Vorschläge scheint mir so nothwendig und um so wenig kostbar zu seyn, daß ich glaube, als gewiß annehmen zu dürfen, sie werden einer nähern Prüfung wohl gewürdigt, und — bestehen sie in derselben demnächst inS Werk gestellt werden. Der Verfolg künftig. Aufforderung. Da aus dem Hause des F. R. Raths u. Prof Hrn. Erome allhier, äusser mehrerem Weißzeug, u. f. w. folgende Stücke von einem englischen Zinn-Service, mit dem gewöhnlichen dreifachen Zeichen , fein englisch Zinn, London rc. markirt, entwendet worden, als i) eine große zinnerne Suppenterrine, mit einem erhabenen, gereiften Deckel, in dessen Mitte ein Knopf befindlich, so wie dieselbe zwei Angriffe hatte, und gereifelt war; s) zwei — ) 155 ( — 2) zwei große , vhngefähr eine halbe Elle hohe Leuchter von engl. Zinn, auf Silber-Facon gearbeitet, deren Fuße ge- reifelt waren/ und wovon feder einen Ein- latz hatte , wo man das Eicht hinein fezte; 1 3) acht Stück zinnerne Teller/ mit einem gebogenen Rand/ woran immer ein Bogen mit einer Spitze abwechselte; 4) eine große zinnerne Schüssel/ mildem mailichen Rand/ wie die Teller; so wird Jedermann , der von diesen Salden etwas zu Gesicht bekommen/ oder in Erfahrung bringen würde f hierdurch auf- gcfordert und gebeten/ es sofort anzuhal- teil/ anzuzeigen / und in dem Hause des Hrn. R. R. Crome davon sogleich Nachricht zu geben , um sowohl diese, Ihm und Seiner 'Schwester/ der Stau Hauptmann Laroggue / entwandten Sachen wieder zu erhalten / als auch den oder die Thäter zu entdecken , und wird dem oder denjenigen/ die voll einem oder dem andern gegründete Nachricht geben werden, wodurch jener Zweck erreicht würde, nebst Verschweigung des Namens , eine nahmhafle Belohnung zum Douceur zugesichert. Gießen/ den s^tenSePt. 1799» Bekanntmachung von verschiedenen Sachen. i) Freitag« den aten October, Morgens loUhr, soll auf dahichgem Rath- haus, das von dem verstorbenen Burger und Schreiner Johann Philipp Mi-Uch hinterlassene Wohnhaus n-bst Swll , auf dem Selzersweg dem Hospital gegen über, sodann l/4 M. 38iK 9Sch. Garten auf dem Gartfeld, neben Johann Georg kehr' wund«Erben undHrn Rathöschöff Kempf, wie auch 1/4 Morgen Acker auf der Warth neben Johann Tobias Löber und Johann Henrich Simon gelegen, öffentlich an den Meistbietenden, gegen haare Zahlung ver- ftrjchrn werden, so hierdurch jur Nachricht bekannt gemacht wird. Gießen den 2Lten Sept. 1799- , ., . k - Fürstl. Hess. Oberamt das. R a p ß. 2) Der Apotheker Nyström hat zu- NorKopping mit bewundernswürdigem Erfolg ein hölzerne» Haus, da« mit brennenden Materien angefüllt und am loten November 1793. angesteckt worden, in 11 Minuten ohngeachtet ein starker Nordwind da« Löschen des Feuer» unmöglich zu machen schien, durch ein Wasser glücklich gerettet oder gelöschet. Er steckte darauf noch 11 Tonnen Theer in Brand, die ebenfalls m ein paar Minuten gelöscht waren. Er hat die Bestandtheile de» Wassers der hiesigen Academie der Wissenschaften und seinen Mitbürgern ohne Eigennutz bekannt gemacht. Erster Versuch, mit einer Mischung Nachbleibsel de» Scheidewassers Zubereitung ( Refidum ab aqua forti) fein qepülvert und Härings-Lak, von jedem 2 Theile, wozu ein Theil Wasser gemischt wird. Zweiter Versuch, mit Vitriol Leim Erde und gemein Küchensalz, von jedem gleiche Theile gepulvert und mit der Hälfte 'Wasser vermischt. Dritter Versuch mit star- l(t laugenartiger Lauge und LeimErde, von f-dcm gleiche Theile, wozu nur so viel Wasser gemischt wird, als zu Werkstclli- aung der Spritzung bedürftig scy. Vierter Versuch mit grauem oder weisem Kalk an. d-rthalb Theile und einem Theil Haring«- Lak. Todesanzeige. E« hat der Vorsehung gefallen, meinen zweiten Sohn, Johann Carl, wahrend dem daß er in Marburg die Phar- macie erlernen sollte, Im töten Jahr durch die Folgen einer Verkältung von hier abzurufen Ich erachte e» für Pst ich t diesen für mich äuftrst schmerzlichen Verlust meinen Freunden und Verwandten zu notifi- riren; Ihrer Theilnahwe überzeugt verbitte ) C — Giesser Victualien-und Markt-Preis. fr ipf. Pf. i i Quint i — HammelSfett — i — Rinds-Nierenfett 2 1/2 2 1/2 i 1/4 2 ft Ochs-nfleisch — Kühfleisch — Rindfleisch — Kalbfleisch — Schweinefleisch — Hammelfleisch fr. 16 2o 24 22 8 8 io 4 Beerdigte bei der Gtadtkirche. Am 23. Sept. Maria Elisabetha, btt Burger und Schuhmacher, Wilhelm Ger- bitte ich wir alte Beileidsbezeugung und empfehle mich mit meinen noch unerzogenen lieben Kindern Ihrer fernem Gewo» genheit. Giessen den 2vten Sept. 1799. Des Rath Kempfs Wittib, gebohme Kempf. Getraidspreise vom 21. Sept, bis den 28. Sept., in Frankfurt. Mähruna den fl. ä6o kr. und das. ft. zu 34 Loch Cölmsches Silberaewicht 9 Morgen den 29. Sept, hat das Frischbacken der Bcckermeister Wahlenfels, in der Neustadt. Getaufte bei der Sardtkircbe. Am 22. Sept. Dem Kaufmann Ioh. Ludwig Hast, ein Sohn, Namens Job. Ludwig Wilhelm. 91— 8 - 7 - 7 — 9 — 8 - 1 ft Schweinefett — t — Seifen — r — Lichter — 1 — frische Butter — t — geschälte Hirse — 1 — grobgeschalte Gerste L — klein geschälte Gerste Eyer 5 Stuck — — »kfej gnteaiaenjMatt ist für «Jtaujtr m K,i,g«schm Suchhandlunq ac«™ Varauszahlung zu haben. ' 3w» Gottesdiensk am 29. Septembr» In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Müller. Nachmittags Herr Kandidat Buchsmann. 3n !/^urgkirche. Morgens Herr Hllv V;yuvwu(1J[l, wu, cjm Wfte qist^r^B'ck"^ Nachmittags Herr. Ma- Hard Franzen ehel. Tochter, alt iz Jahr, Schwarz Brod fr. Loth 1 12 Weck — — 1 6 Milchbrod 1 5 Butter Bretzeln 1 3 gewischt Brod oder Taiascher 1 9 Städte. Darmstadt Giessen Marburg Diez Wezlar G e m ä S. das Malter, das Achtel, das Mött. das Malter, das Achtel. Wa st- 6 8 8 16 13 MLsW l l wiegt ft. 175 200 1501 34o| 206] Korn 5(S I 71— | 6!- ioj4° | in— wiegt ft. ' 157 I80 *351 300 190I Gei fT 4 5 • 4 1 ? 'ste - 30 50 4° wiegt I 1 ft. 1 140 160 120 16g! I Hafer fl.ikr. 2 38 6 — 3 —l 6120 wiegt ft. 98 140 _L4