Nr. XXX. »7- Julll. 1799. Giesser Jntelligenzölatt. Allgemeine Büttern- UNO wurerungsregeln. Verfolg. Weiterregeln. 1. Wenn vie Morgenfonne hohl, oder wie ausgehöhlt scheinet: so giebt es denselben Tag Regen. 2. Wenn die Sonne blaß oder wässerig aufqehet: so bedeutet es Regen. Gebet sie bloß unter: so giebt es Winde. 3 Wenn der Körper der unterqehen- den Sonne gleichsam blutig aussieht: so har man ewige Tage hindurch heftige Winde )u gervarten. 4. Wenn die Strahlen der ausgehenden , oder unterqehenden Sonne, mehr rothglänzend, als gelb sind: so giebt eS eher W'nde, als Regen. 5 Sind aber die Strahlen der auf-' gehenden, oder untergehenden Sonne mehr in die Rundung zusammengebogcn, als hellieuchtend: so wird ee, obgleich noch oar keine Wolken wahrzunehmen sind, eher Regen al» Winde geben. 6. Wenn vor Aufgange der Sonne sich vorausgehende Strahlen sehen lassen, «he man die Sonne selbst sieht: so wird man bald Wind und Regen haben. 7. Laßt die Sonne bei ihrem Auf- aanae, die Strahlen durch die Wolken sehen, so, daß der mittlere Sonnenkorper zugleich mit Wolken bedeckt bleibt: so wird e» Regen geben, besonders, wenn die Strahlen rückwärts hervorbrechen, so, daß es scheinet, als wenn die Sonne einen Bart habe. 8. Hingegen brechen d»e Strahlen aus der Mitte des Sonnenkörpere hervor, oder kommen sie zerstreut, fo daß der äussere Rand von Wolken bedeckt ist: so wird es große Winde und starke Regengüsse geben. 9. Ist die ausgehende Sonne mit einem Kreis umgürtet: so hat man auf derjenigen Seite und Gegend Winde zu ge- warten, wo sich dieser Kreis öffnen wird. io. Verliehet sich aber der um die Sonne gestandne Kreis, nach und nach, an dem einen Orte, wie an dem andern, ohne daß er sich da oder dort sichtbar öffnet: so hat man schönes und dauerhaftes Wetter zu hoffen. 11. Wenn die untergehende Sonne einen weissen Ring oder Kreis uw sich hat: so setzt es noch selbige Nacht ein leichte- Ungewitter ab. 12. Ist hingegen der Kreis an der untergehenden Sonne dunkel oder schwarz: so wird am folgenden Tage unfehldarein starker Wind entstehen. 13. Wenn es Morgenröthe, oder rothe Wolken bei ausgehender Sonne, hat, so prophezeihen sie Wind. Adendrothe, oder rothe Wolken bei untergehender Sonne, verkündigen einen schönen folgenden Tag- 14 Wenn bei Sonnenaufgang sich die Wolken nahe an der Sonne, wie Felr senberge zusammenthürmen: so verkündigen sie noch eben denselben Tag rin stürmisches Ungewitter. 15. Werden aber diese Wolken, wel- ehe wie Felsenberge aussehen, vor Sonnenaufgang gegen Sonnenniederganq getrieben : so wird ein heiterer Tag erfolgen. 16. Wenn die untergehende Sonne sich hinter einer Wolke verbirgt: so zeigt sie Regen an; an dem künftigen Tage. Geht Geht die Sonne aber mit Regen unter: so wird eher Wind als Regen folgen. 17. Wenn es scheint, als wenn die Wolken gegen die untergehende Sonne hingerissen würden: so giebt es Regen und Ungewitter. ig. Wenn die Wolken gleichsam auf der Sonne zu liegen scheinen; als wenn sie eine Finsternis wachen wollten; ohne daß sie nur die Sonne zu umgehen scheinen: so machen sie Winde, welche besondere von der Seite entstehen, wo sich die Wolken, vermuthlich gegen die Sonne neu gen, oder so zu sagen aufliegen. Geschieht dieses gegen die Mittagsseite der Sonne: so erwartet man Wmbe und Re-, gen. A. d. H. Der Grund von allen diesen Beobachtungen liegt in der Beschaffenheit des Dunstkreises unserer Erde, in welchem sich die Lichtstrahlen der Sonne brechen. Freilich kommt viel auf die Iahrezeit an, in welcher man diese Beobachtungen macht. Auch die rothscheinenden Wolken, die öf- rers erscheinen, entstehen von der Brechung der Lichtstrahlen in dichten Wolken, und sind ganz natürliche Erscheinungen, die im geringsten nicht Blutvergiesen , Krieg oder Sterben anzeigen, wie der dumme Aberglaube, der nichts von der Entstehung der Farben, und der verschiedenen Brechung der Lichtstrahlen versteht, glaubt.) 19. AufFinsternisse folget selten Regen. Auf Sonnenfinsternisse hat man gemeiniglich angenehme Witterung, hingegen auf die Mondöfinsterniffe pflegen fast allezeit Winde einzutreffen. A. d. H. Alle Finsternisse gehen so natürlich zu, daß man sie auf ein ganzes Jahrhundert vorher ausrechnen, und auf eine Minute zum voraus gewiß bestimmen kann. Die Verfinsterungen felbsten haben keinen so starken Einfluß auf die Wit* lerung und ihre Abänderungen. Bei Mondsfinsternissen kommtö darauf an, ob sie bei des Monds Erdferne, oder Erdnähe, erfolgen, denn von diesen hangen die meisten Veränderungen im Wetter ab. Es ist eben so unvernünftig, wenn man auch noch heutzutage, sagt, es fiele, während einer Sonnenfinsternis, Gift aus der Luft, und deswegen die Brunnen zudeckt, ja das Vieh nicht auf die Weide treibt, es ist, sage ich, dieser Aberglaube eben so dumm, wie die Meinung einiger heidnischen wilden Nationen, die da glauben, es seye der Mond , währender Verfinsterung, unter den Klauen eines feindseligen Drachens, und die da glauben, durch ein an- gestelltes Zetergeschrei, ihren lieben Mond wieder aus des Drachen Pfoten zu befreyen. Wird denn die Sonne nicht öfters durch Wolken und Dünste unfern Augen entzogen, und besorgt man , während ihrer Verbergung, herabfallenbes Gift in der Luft? Der Verfolg künftig. Bekanntmachung von verschiedene» Sachen. 1) Nachdeme anderweitiger Termin zum Verstrich der dem Burger und Rie- senwirth, Friederich Borngesser, zugehörigen Grundstücken, als 1) das Wirthshaus zum Riefen, mit der dazu gehörigen Scheuer, Stallung und Hausgarten, 2) das daran stehende ehemalige Schel- lische Haus, 3} 1/2 Morgen Garten auf dem Sel- zersberg , neben Hrn. D. Hasten Erben und G^ora Peter Stoßen Wittwe, 4) 1/4 Morq. 18 Rut. Acker in den Rödern, neben Bernhard Oßwald und Mez- ger Ma-'comesius, mit Wicken befaamt, •5) 2/4 Mora tg Rut. Acker und 1/4 M. 12 Rut. Wiese daran, neben Daniel Blank und dem Leihgesterner Weg, mit Gersten befaamt, 6) iMorg. 24 Rut. 12 Sch. Acker am Erde- — ) “9 ( — Erdekauter Weg, neben Johann Philipp Burkhard, 7) 2Morg. zi Rut. 6 Sch. Garten an der Hollergaß, neben Hrn. Reg. Rath Heß und Daniel Mohren Wittwe, wovon ein Rillet zu Wieswachs angelegt ist, mit allerhand Creftentien auegestellet, 8) i 1/2 Morg. 8 Rut. iSch Garten in den Güntersgräben, neben Georg Melchior Waidig und Johannes Schmall, 9) ,/r Morgen Wiese am Pfuhl, linkerhand am Heuchelheimer Weg, gegen Zielzahlung, auf Donnerstag den Lten August, Morgens 9 Uhr, aus da- hiestgem Rathhaus anberaumet worden, als wird solches zur Nachricht bekannt gemacht, mit dem Anfügen, daß mit Verstrich des Hauses der Anfang gemacht werden wird. Giessen den 22ten Iulii 1799. Fürst!. Hess. Oberamt das. Rayß. 2) Den i9ten September d. I. wird die Versteigerung der Bibliothek des verstorbenen Fürst!. Geheimen Tribunalrakhs Hopfner zu Darmstadt ihren Anfang nehmen. Der Catalog, welcher i6ü Sei- len stark ist, ist bei mir zu haben. Auch erbitte ich mich, Commissionen zu über-, nehmen. W. Nebel. Nachdem die von Atzenheimische Erben, Nahmentlich der Assestor Hofmann und Kammer - Sekretär grober zu Zweibrück, ihren an dem von Ludolpfsichen Zehnden in Allendorf Fürst! Hess. Darmstadtischen Amts Hüttenberg habenden 3% Antheil zu verlausten gesonnen sind und man in der Hinsicht zu wissen nöthig hat, ob, äusser obigen Verkauffcrn noch Jemand einiges Recht an sothanem Zehnden habe, oder solcher mit hypothekarischen Schulden beschweret seye; so wird solches hierdurch mit dem Anfügen bekannt gemacht, damit diejenige, welche auf jenes ZehndAn- theil ex quocunque capite einigen Anspruch zu habkn glauben, sich in termino den izten October d. I bei unterzeichnetem Fürst!. Amt melden, ihre allenfallsige Ansprüche naher ausführen oder sich gewärtigen sollen, daß sie damit nicht weiter gehört, sondern werden präcludirt werden, ^anggönö am izten Iulii 1799. Vermöge Auftrage. Fürst!. Hess. Iustizamt C. G. v. Zangen. 3) Da der denen Herren Stadtschullehrer zugehörige Garten an der Siech- brücke gelegen, in einen anderweiten Bestand gegeben werden soll, so wird zur Nachricht bekannt gemacht , daß die darinnen befindliche mir zugehörige Obstbäume auf mein Eigenthurn verpflanzt, nebst Stüzzel und Gartenthor ebenwohl anögs- macht wird. Rathediener Balser. In Der Rriegerschen Buchhandlung in Marburg erscheinen: Denkwürdigkeiten aus der Hessischen Geschichte, herausgegkben von Iusii und Hartmann, ister Theil. 8- Cornelius Nepos vita imperatorum ex optimis edit. kl. 8. 30 fr. Manderbach, K. G- D., erweiterte Entwürfe über Leben Tod und Unsterblich- keit, zu Vorträgen an den Gräbern, 3r Theil, gr. 8. i Rlhlr. Archiv für Reßarzte, is. Stück, neue Auflage. 8. «o fr. Chrestomathie, deutsche, zur Uebung im Uebersetzen ausdem Deutschen ine Franz. Zum Gebrauch für die erste Classe. Nebst 1 Anhang für die 2te Classe. 8. 1 fj. 30 fr. Clossiuö, C. F. , Abhandlung über die Durchbohrung des Brustbeino. Ueber- fttt, ) 120 ( Giesser Victualien-und Markt-Preis« vf- vf. 2 14 Milchbrod Butter Bretzeln , gemischt Brod oder Taiascher i 1 Gemas. Städte. 1 £ I I I I I das Malter. das Achtel. 1 das Mott. I das Achtel. Idas Achtel. Darmstadt Giessen Marburg Diez Wezlar x 1 1 Loth 9 5 4 2 7 15 8 8 10 4 8 7 6 9 8 ft Schweinefett — Seifen — Lichter Schwarz Brod Weck — — fr. 16 20 ft Ochsenfleisch — — Kühfleisch — — Rindfleisch — — Kalbfleisch . — — Schweinefleisch — — Hammelfleisch — — Hammelsfett — — Rinds-Nierenfett Morgen den 28. Jul. hat das Frischbacken der Bcckrrweister Ioh. Georg Loder, in der Neustadt. Beerdigte bei der Stadtkirche. Am 22. Jul. Des verstorbenen Buks gerS und BrandwemdrennerS, Ioh. Anton Müllers, nachgelassene eheliche Tochter, Katharina Louisa, olt 24 3.10 SJL Beerdigte bei der Burgkirche. Am -3 Jul Katharina , des verstorbenen Konstabler Töpfers Wittwe, alt 79 Jahr. ____ frische Butter — geschälte Hirse — grob geschälte Gerste klein geschälte Gerste 5 Stück — — 1 Quint 3 , 1 V4 I 1 r/4 2 5/8 I 2 £ — I — I — Eyer Dirst« Jntelligeniblatt Ist für 4$Sreultr in der «riegeeschen Buchhandlung gegen Dorauszahlung zu hadrn. fezt, nebst einem kurzen Anhang von I. G. Krämer, 8. 20 fr. Kersting'S Anweisung zur Kenntniß und Heilung der äusseren Pferdekrankheiten. Neue Auflage. 8. 45 kr. Gorresdiensf am 28. Julii. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Professor Palmer., Nachmittags Herr Superintendent Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buff. _________ ßü^ib^reife vom ro.Julii bis den 27. Sui», in Frankfurt. Währung ® Den M60 ft. und da« ft. zu 34 Loth LLln.sches Silbergewicht. Waizenl wiegt Korn wiegt Gerste' wiegt^ Hafer wiegt fl. fr. ft. Dkr. ft. f>- |fr-, ft. fl. fr. ft. 6 45 175 5 8 157 4 — 140 2 38 98 12 30 200 9 30 18° 7 - 160 6 — 140 8 — 1501 1 6(— J35i 1 4 — 120 3 — 84 20 , — i 34o| I 16.50 300 1 10 40 •— —"' —— 13 1 — 1 2o6| 1 £il— 190I l 7 40 168 6 20 **