NrJV< 2ü. Januar. 1799. Giesser Juttlligeuzvlatt. Em -ttrck wiederholte versuche bewährt gefundenes , wahrscheinlich einziges Mittel, das Gefrieren der Würste für dieselben völlig unschädlich ;u m-chen. C-S ist besannt, daß wenigstens ge- ffochte Würste aller Art, wenn sie an dem Orte, wo sie geräuchert werden, Jo frieren , daß die darin befindliche wasserichte Feuchtigkeit aus dem Fette, Blute und andern Zuthaten zu wirklichem Eise geworden ist, nicht nur gleich am Geschmacke verlieren und krümelich werden, sondern auch mit der Ankunft wärmerer Tage im Frühjahr zu verderben und ranzig zu schmecken anfangen, im Sommer aber völlig ungenießbar werden. — HauSwirthinnen haben also Ursache, die noch nicht auSge- raucherten Würste gegen das Gefrieren durch Vorsicht möglichst zu sichern, und sich'S nicht verdriessen zu lassen, entweder den Ort im Hause, wo die Würste gerau- rhert werden , in einer harten Frost drohenden Nacht auf irgend eine Werse durch sorgfältiges Verhindern des Eindringens der Aalte oder durch Kohlentöpfe, oder auch durch einen die ganze Nacht zu unterhaltenden Rauch so viel als nöthig ist, temverirt zu erwärmen, oder um ganz sicher zu feyn, Feuersgefahr zu verhüten, und den Kostenaufwand des zu dem Ende zu verbrennenden Holzes unnöthig zu machen , am Abend einer solchen Wrnternacht die Würste abjunehmen, und im Keller vder an einem andern mäsig erwärmten Orte bis zum folgenden Morgen aufzube- wahren. Allein auch der vorsichtigsten Hausfrau kann es begegnen, daß durch einen unerwarteten heftigen Nachtfrost alle für die Consumtion im Frühjahr und Sommer bestimmten Würste zum Aufheben bis dahin untauglich werden. Wenn man daher nach einem unverhofften harten . nächtlichen Froste bemerkt, daß dieWürste gefroren sind, so füllt man in einem ganz laulicht erwärmten Zimmer oder im Keller ein zureichend großes Gefäß, eine Tonne oder einen Kessel mit kaltem Wasser, und legt darein die gefrornen Würste. Bald wird man bemerken, daß sich daran eine Eiskruste ansttzt, oder daß dadurch wohl mehrere Würste an einander frieren. Wenn nun das Eis sich nach und nach wieder aufgelöst hat, trocknet man sie mit einem reinen Tuche wieder ab, und hangt sie auf, da man denn überall keine nachtheiligen Folgen am Geschmack fürchten darf. — Mit gefrornem Obst ist dieses Verfahren schon länger im Gebrauch gewesen. VorkennrnLs Der Witterung. Monat Januar. Der Eintheilung der alten Zeibtemer- ker zufolge, welche den Christmonat genau in Obacht nahmen, in welchen nemlich Wintersanfang angesetzt ist, sv ergiebt es sich zwar, daß zuweilen vom zwanzigsten bis zum ein und zwanzigsten gedachten Monats sich die Witterung zu andern pflegt: aber doch nicht allemal, und man sonach nicht zuverlässig darauf rechnen kann. Neun Tage darauf wird man merkliche Veränderung der Witterung finden , so daß es mit Anfänge des IennerS zugleich gefrieret, und binnen dem zwölften dieses Monats gewiß beständiges Eis bereiten wird, Meu- ) H C Neumond. Denn der Mond entweder voll oder -reu, oder auch in feinen Vierteln ist, so bringt er wahrscheinlicher Weise eine merk- riche Veränderung mit. Dieses geschieht auch, wenn er in der Erdferne oder Erd. nähe ist ; und auch wahrscheinlich, wenn der Mond im Zeichen des Widders, des Krebses, der Waage oder des Steinbocks ist. Es sind auch dabei die vier Tage vor als nach dem Neu- und Vollmonde zu beobachten. Besonders ist der vierte Tag Les Mondes bedeutend; wenn nemlichder Mond an diesem Tage seine Hörner klar und deutlich zeigt, so ist es ein Zeichen, daß keine dicken Dünste in der Luft find; daraus kann man auf gut Wetter, nem- kich: wie es die Jahreszeit mit sich bringt, bis auf den vierten Tag vor dem Vollmonde und zuweilen auf den ganzen Mo- not zu schließen Das Gegenkheil ist zu fürchten, wenn die Spitzen des Mondes trübe und kurz aussehen, so erfolget Schnee; auch wenn bei heiterm Himmel nach strenger Kälte ein Windchen sich merken läßt, wird es den dritten Tag viel Schnee geben. Auch wenn die Sterne bei heiterm Himmel stark funkeln, so ist Tbauivetter unausbleiblich, und endigt sich mit Regen. So aber im Herbste anhaltender Regen gefallen, dann ist wenig Schnee zu hoffen. Hat es aber bereits gefchneiet oder Wind gewuthet । dann wird es stille. Fängt der alte Jenner mit strengte ^ane an , so vermehret sie sich bis einige Tage nach dem Vollmonde, und zwar wir) sie durch den Druck des uns so nahen Mondeskörpers bewirket. Nun zeigen sich em paar Veränderungender Luft, abereS sindet sich bald wieder in vorigen Grad, und halt mit gleicher Kälte bis iu Ende des Monats aus. Weil nun jede Abänderung der Wik« terung von der Luft abhängt, und wir die innere Natur der Luft nicht genau kennen, so laßt sich auch der Grad der Kalte im Voraus nicht genau bestimmen. Das Ba- rometee zeigt bei veränderlicher Luft den Grad der Kälte an, aber dessen Veränderung ist beionders im Frühlinge und Herbst unter unserm Himmelsstriche bei Tag-- und Nachtgleichheir und Sonnenwenden. Di« Mitte der Luftröhre zeigt eine zweifelhafte Witterung an, daher ist auch der Wind zu rechnen. Denn wenn Wind entstehet, so fallt das Barometer allemal plötzlich. Ist der Himmel trübe und dunkel, fo es anfangt etwas zu schneien, und ^A-nnJr> ^uget sich demohngeachtet $Ur? erfolgen auf einmal ßrope Flocken, aber es giebt bald wieder nach, und verwandelt sich in Thauwetter. Die stärksten MondeSpuncte, nemlich Neu - und Vollmonde, die Erdnähe und Erdferne, und ihre Zusammenkünfte unter sich, werden um die Nachtgleichen und Sonnenwenden stürmisch. Sind die Hörner des Mondes trübe, dann kommt Schnee; und ändert sich die Luft wegen des dickwolkigten Himmels in Lauigkeit, dann fallen Flocken, nahe um die Stunde, wenn der Mond uns sichtbar wird, nem. Lich wie oben «innert, den vierten Lag, Auch dre aufsteigenden Dünste verursachen Veränderung. Das Steigen des Merkurs im Barometer zeigt, daß Feine Dunste m der Dunstkugel sind, sondern die Luft ist ausgedehnt. . der Wind schnell, so ist »* ein Merkmal, daß er sich sogleich wieder stillet. Wenn der Wind plötzlich Schnee hervorbrmgt so ist es ein Merkmal, daß bald mehr Wind kommt. Wenn das Ba- rvmtttk fällt, fo fällt es allemal drei Grad. Gefriert — ) 15 ( — Gefriert das Wasser schnell, so giebt t- Glatteis. Die Buckeln auf dem Eise werden durch die aufsteigenden Lufttheil- chen bewirket. Bekanntmachung von verschiedenen Sachen. i) Nachdeme die Ehefrau des in da- hiesigem Fürstl. Schutz stehenden Juden, Moses Baruchs von Leihgestern, Jüdin Brendel, auf geschehenen Vorhalt die ausdrückliche Erklärung gethan, daß sie mit ihrem Ehemann keinen gemeinschaftlichen Handel treiben und sich für denselben nicht verbürgen, sondern ihre weibliche Rechrs- wohlthaten sich ausdrücklich Vorbehalten wolle; so wird dieses hiermit öffentlich bekannt gemacht, damit diejenige, welche mit ersagtem Juden Moses Baruch in Handelsverkehr tretten, sich darnach ju benehmen wissen. Langgöns am iztenJanuar 1799« Fürstl. Hess. Justizamt daselbst, C. G. v. Zangen. i) Des Wilhelm und Johannes Ger- lachs Erben zu Wezlar, besitzen in den Ortschaften Kirch - und Pohlqöns des mir gnävigst anvertrauten Amts Hüttenbergs, einen jährlichen Kvrnpacht, welcher nach den Steuerbüchern erjagter Ortschaften, iS Achtel, I Meste, 7 Bescheid betragt, und nichts als die gewöhnliche Ritlersteu- ern abgiebt. Nachdeme nun die Hälfte davon mit 7 Achtel , 4 Meften , 7 1/2 Bescheid dem Hermann Simon zu Wezlar gehörig, und auf ihn, von seiner Mutter, einer gebohr» nen Gerlachin, verabfället, meistbietend versteigt werden soll, und dazu Termin auf den 28ten dieses Monats, MorgendS 9 Uhr, im Ort Kirchqöns anderaumt worden; so wird dieses hiermit mit dem An- fugen öffentlich bekannt gemacht, daß dleirmge, welche darauf m steigern Lust * haben, sich auf gedachten Tag an dem erwähnten Ort einsinden, die nähere Bedingungen erfahren, und alsdann mit* bieten können. Langgöns am?tenJanuar 1799. Fürstl. Hess. Justtzamt daselbst, E. T. v. Zangen. 3) Ich benachrichtige hierdurch daS hiesige geehrte Publikum, daß Dienstags den zten Februar, ein allgemeiner Tanz bei mir gehalten wird, wobei alle Arten Backwerk und sonstige Erfrischungen, in billigem Preise, zu haben seyn werden. Jiohann Philipp Busch, nu Garten. *** **♦ Charaden Unterhaltung müstger Stunden und ;ur Uebung des Verstandes. 37. Ein Wort von vier Splben. Die zwei ersten bedeuten etwas, das bei ganz kleinen Kindern gebraucht wird, die beiden leztern etwa», das man in allen Wohnhäusern findet, die mehr als ein Stockwerk hoben, das Ganze ist ein Wasserthier, daS von feinem Hause den Namen hat. 38. Ein viersylbiges Wort. Die beiden ersten sind der Name eines Kraute, daS sich nicht gut anfaffen laßt, das zweite ist ein Kleidungsstück der Frauenzimmer und Mannspersonen, das Ganze eine Art Zeug.i V *** v Gottesdienst am 27. Jan. In der St. Pancratiuskirche. Mos» gen« Herr Professor Palmer. Nachmittag- Herr Superintendent Müllrk. In der Burgkirche. Morgen- Herr Superintendent Schulz. Nachmittag- Herr Pfarrer Buff, Nlo» r Morgen den 27.Ian. hat das Frischbacken der Beckermeister Ebel, an dec Kühgasse. Roprüirte bei der Stadtkirche. Am 22. Jan. Johann Henrich Loth, Poftknecht allhier, Johannes Lothe, Ein-, wohners zu Merlau, ehel. Sohn, und Anna Katharina, Kaspar Er.gelharVS, Einwohners zu Altenbusek, ehel. Tochter. Gebohrne und Getaufte bei der Stadt- kirehe. Am 2i.Jan. Dem Burger u. Becker, Joh. Adolph Seipp, ein Sohn» Namens Johann Andreas. Am 23. Jan. Dem Herrn SyndrcuS Und Regierungsadvokaten , Jakob Oeftr, ein Sohn, Namens Hans Christian Ludwig Alexander. Gestorbene und Beerdigte bei der Sradtkircbe. Am 20. Jan. Margatetha Dech, wei- land Rudolph Dechs, Posiboten allhier, hinterlassene Wittwe, alt 75 Jahre. Am 2Z. Jan. Johann Daniel, des Burgers und Schuhmachers Johannes Laudons Sohn, alt i2 Tage. Giesser Vickualien - und Markt-Preis. 1 ft Ochsenflersch — — 1 — Küh fleisch — " 1 — Rindfleisch — — 1 — Kalbfleisch — — 1 — Schweinefleisch— — 1 — Hammelfleisch — — j — Hammelsfett — — x _ Rinds-Nierenfett — kr. 8 7 6 6 8 8 14 Pf.» 1 kr., 16 20 24 iS 8 8 10 4 1 II 1 1 1 13 1 ? 1 l 1 1 1 M 13 t ft Schweinefett — — \ l — Seifen — — 1 — Lichter — — 1 — frische Butter — — t — geschalte Hirse — — 1 — grob geschalte Gerste — 1 — klein geschälte Gerste —* Eyer 3 Stück — — — ) r fr. I Loth 1 Quint Schwarz Brod 1 12 | 1 Weck — — । j 7 — Milchbrod 1 6 | — Butter Bretzeln t 3 i 1/2 gemischt Brod oder Taiascher 1 [ 1 9 l 1ft Getraidepreise vom ly.Jan. bis den 26.Jan., in Frankfurt. Wahrung den fi. ä6o kr. und das ft» zu 34 Loth Cölmsches Silbergewicht. Städte. Gemas. Walzen wiegt Korn wiegt Gerste wieqtl Hafer wiegt - ,"-*w fi. kr. ft. fl.|kr. ft. fl. kr. ft. fl.lkr. ft. Darmstadt das Malter. 6 45 175 5 8 157 4- 140 2 38 98 Miesten das Achtel. 8 - 200 7 20 18° 4 30 160 41— 140 Marburg das Mött. 8 10 ISO! 1 5 30 B5’ ’ 3 45 120 2 40I 84 Diez I606 Achtel. 13 20 1 340 820 300 5 40 ***• Wrzlar I daö Achtel. In — 2061 1 7'5« 190 l 7 10 168 4I-I