Nr. XXL 25. MM. I79-? Giesser JnttlligenMtt. Syrien» Da izt in den Zeitungen so viel von Syrien vorkommt; so hoffe ich den Lesern dies» Blattes einen angenehmen Dienst zu erzeigen, wenn ich ste mit diesem Lande bekannter mache. Syrien ist einet? derjenigen.Reiche, welche die astatische Türkei auemachen. Seine Grenzen sind, gegen tZotöen: die Gebirge TauruS und Amanus , gegen : der Euphrat. Gegen Süden: das wüste Arabien. Gegen Wellen: das mittelländische Meer. Es ist beinahe von allen Seiten mit- Gebirgen eingefagt, und sein mittlerer und südlicher Theil ist so sehr von Gebirgen in die Lange und Breite durchkreuzt, daß daraus eine Menge i'olirhr Thaler entstehen. Unter den Gebirgen ist vorzüglich der Libanon und Antibanon berühmt, die ihren Namen von der weisen Farbe ihrer Gipfel haben. Der Handel mit dem Schnee dieser Berge, im Sommerist eine Wohlthat, außerdem segnen sie das Land mit vorlref- richem Wasser, daS auf ihnen quillt. Wahrscheinlich enthalten sie auch Metalle. G-oß ist ihr Reichthum , an jenen berühmten Ledern , Ahornen, hohen und starken Wach- holderbaumen. Die Berge sind häufig bebaut, und gut bevölkert, wo der Pflug nicht hinkommt» ist trefliche Waide, ausserdem finden in ihren Wäldern wilde Thiere mancherlei Art ihr Lager. Der Winter VeS flachen Landes ist gelinde, selten friert es starkes Eis, und der Schnee bleibt kaum einen Tag liegen. Ihm zum Troz blühen sogar die Narciffen. Der Frühling ist im Februar und März, und ehe noch der Mai ju Ende ist; hat der Sommer schon große Verheerungen angerichtet: denn der Himmel bleibt beinahe 5 Monate hindurch vollkommen rein. Um das Ende des Septembers tretten die Herbstregen ein. Gegen das Ende des No» vembers fällt der zweite Regen, und nun nahen sich die Vorboten des Winters. producre: a) auS dem Gewächsreich ; Getrakd, Baumwolle, Tabak, vortrefliche Weine roth und weiß, Oehl von Oliven, Sesam und Ricinus, vort.reflicheSObst, Pistacien und Gartengewächse. b) aus dem Mineralreich: Walker- erde, Meersalz. c) aus dem Thierreich: Rindvieh, Büf< fel, Schaafe mit Fettschwänzen von 30 — 40 Pfund, ein - und zweihöckerige Ka« meele, Hirsche, Rehen, Bären, Tiger, Löwen, Schakals, Gazellen, Adler, Bienen , Seidenraupen, Heuschrecken, welche sie einsalzen und essen. Die Flüsse und Küste sind fischreich, und an dieser findet mein die berühmte Purpurschnecke des Al- terrhums. Einwohner. In Allem kaum 1 Million. Sie sind: Türken, Araber, Kiurden und Turkoma- nen im Norden , welche theils Ackerbau und Waide treiben , theils Zeltenbewohner sind, und vom Raube leben. Die Tschinganen wohnen in Höhlen oder Zelten. Die Ru- schowanen kommen nur im Winter ihre Heerden gegen eine gewisse Abgabe daselbst zu waiden. Die Drusen bewohnen das Gebirgs' Libanon und einige Städte. Sie sind rauh, tapfer, redlich, sie schwören nie, ihre ) s- L — Die Engländer verstehen unter Tur- rnpS nichts anders, als eine in dlrUnter- Pfalz, dem Odewald und dem Würzburg«, schen Röhngebirge unter dem Namen Runkel bekannte Rübe. Am Rhein findet man di- nemkiche Rübe. Sie heißt daselbst Raunschen. Sonst nennt man fie auchBurgunderrübe, »derRummelrübe/ Viehrunkel, Dickwur- khk- Versicherung «st ja oder nein» Dabei find sie gastfrei, aber ehrgeizig. Sie geben ihr Leben preiß, wenn ihr Ehrgeiz beleidigt ist: denn sie verachten den Tod. Sie stammen von dem Reste der Europäer her , welche sich nach Untergang dee Bouil- lonischen Reiches mit Syrierinm verheira- lheten, und suchen einen Stolz in dieser Abstammung von Europäern. Den Namen Drusen führen sie von einem Perser Drusi, «velcher den ersten Grund zu ihrer Religion legte, und stehen unter einem Gros-Emir. Ihre Religion ist ein Geheimnis. Nur die Priester kennen sie, und fasten und beten für die Gemeinen, die damit gar wohl zufrieden sind. Von christlichen Nationen finden sich in Syrien: Griechen, Armenier, Jacobi» ter, Franken (Katholiken), und Maro- niten. Der Verfolg künftig. Die Runkelrübe. Die englischen Verfasser der neuern randwirlhschafksbucher und Nachrichten, reden oft von einer in England beliebten Rude, die sie nicht anders als mit dem Namen Turnip (welcher im englischen schlechtweg eine Rübe bedeutet,) zu be. nennen pflegen. Die Uebersetzer dieser Schriften, behalten diesen Namen unnüber- 1 fitzt bei, und wissen vielleicht nicht, daß" 1 d»ese Rude in Deutschland schon bekannt : ist, daselbst gebauet wird, und einen Ge. schlechtsnamen hat. 1 , Dickrübe, und sie wird unter andern um Rosdorf bei Göttingen ziemlich häufig gebauet. z 'a Wahrscheinlich ist die Runkelrübe in 2»falz durch die emsigen Wiedertäufer in den Rottkandern zuerst in Deutschland angedauet, von dannen sie, ihres Nutzens wegen, weiter in den angränzenden Län. dem, gepflanzet und bekannt geworden ist Eine kurze Beschreibung ihrer Gestalt Anbaues undNutzens, wird hoffentlich denen, die sie nicht kennen, nicht unangenehm seyn. Die Runkelrübe 'st die höchste Rüben» art, und eine Abart von den Mangold- oft llkben bis acht Schuh hoch, sieht einer rokhen Rübe fast gleich, sowohl in den Blättern, als der Wurzel. Ihre Blätter haben eine Aehn- lichkeit mrt dem sogenannten Speise- oder römischen Kohl, oder Mangold. \ Die Wurzel ist äusserlich ganz roth, mwendig ober weiß, und nur mit einem rvthen Strich durchzogen, auch viel dicker wie die Wurzel der rokhen Rübe. Eingesunde fehlerfreie Runkelrübe hat zwar Wurzelfasern, keineswegs aber Ncbenwur- zem, oder Zakken. uuyur* , Dieses ist bekanntlich bei allen Wur. zeigewachsen ein Fehler, der mehrentheils durch unrechte Behandlung derselben veranlaßt, und bei achtem Saamen fast immer dadurch vermieden wird, daß das Land, worauf man ihn säet, keinen sichtbaren Mist mehr «n sich habe, und tief und gut gegraben werde. M Der Runkelrübensaamen ist bei dm Kaufleuten und Saamenhändlern, das Lvth firr etwa 4 Pfennig zu haben ; doch rathe ich an, solchen lieber selbst zu ziehen, weil man alsdenn sicher ist, daß man guten und achten Saamen erhält. Die Kennzeichen der ächten Runkek- rubenart sind, daß die Rübe, wie ich eben bemerkt habe, keine Nebenwurzeln habe, "daß - ) I daß die Stiele der Blatter nicht, wie beim Mangold, breit, sondern mehr rund/ wie bei den rochen Rüben seyn , anch keine sehr braune oder dunkelrolhe/ sondern eine etr was Helle glanzende Farbe haben. Die stärksten von den mit diesen Eigenschaften versehenen Rüben , wähle man zu Laat» rüden. Man setzt sie zu diesem Ende im Frühjahre, wenn keine starke Froste mehr zu besorgen sind, in gutes/ aber nicht frisch gedüngtes sonnenreicheö Land , zwe- bis drei Fuß ins Quadrat/ daß deren drei in zwei Reihen zu stehen kommen. Sie weiter auseinander zu setzen, ,st mehr nutz- lich, als schädlich, nicht aber das Gegen- theil, wodurch ihnen die nöthige Nahrung, Luft und Sonne entzogen, und der Saa- menerndte merklich geschadet wird. Pflanzt man die Saatrüben an eine Mauer, und sucht sie nur durch eine vorgebundene Stange vor dem Umfallen zu schützen, so bekommt man keinm ganz vollkommenen Saamen davon. Sobald die ^aamen- kapseln gelb oder braun werden, s-chneidet man sie ab, und hangt sie unter einem luf- jtaen Obdache auf. Fvrtsezzung folgt. Litteräriscke Anreize. In der Kriegerschen Buchhandlung bat so eben die Presse verlassen: , Boigtels, Fried. Wilh., Bruchstucke aus der Zeichenlehre der Entbindungekunst, aus dem Lateinischen übersezt, mit 6 Kupfern ,8. lfl 15 kr. von Eancrin, Abhandlung von einer feuerfesten, am Brand sparenden Fruchtdarre öder Fruchtriege, mit 2Kupf. LteAuf- laae/8- 24fr- Schleicher, Franz Karl, Handbuch der Artillerie, zum Vortrag wre zum «Selbstunterricht, irTheil, mit uKupf., gr. tz. 2fl. 45kr. Magazin für Wochen - und Leichenpredig. ten, 5rBand, 4-Stück, broschirt 2gkr. 13 ( — So eben ist beim Verleger dieses Magazinfolgendes Buch erschienen: Die katholischen Briefe neu übersetzt, Phi-» losophilch - praktisch erklärt und ollen Verehrern der reinen Religion gewidmet von D. Jvh Ludwig Wilhelm Scherer, Pfarrer zu Echzell, im H-ssen-Darm- städtischen. Erster Theil, welcher den Brief des Jakobus enthält, gr. 8. irggr. Es ist hier eine neue Bearbeitung dieses in frühem Zeiten so verkannten, jezt aber mit allem Recht, besonders seiner wichtigen Moralien wegen allgemein geschälten Briefes. Um ihn besser verstehen zu können, wurde er neu übersetz!, in eine Sprache, Die dem Nichtorientalisten auch verständlich ist. Da reine und vollständige Erkenntnis von Moral und Religion Zweck aller Menschen ist : so wurde bei der Erklärung diejes Briefs auf die Belehrung aller Christen Rücksicht genommen. Diese Erklärung giebl nun den nähern Sinn und Den moralischen Geist dieses Briefs, und verbreitet Licht über alle diejenigen Sittenbelehrungen eines weisen Jacobus, wozu die sittliche Vernunft ohne Form die sichere Führerin ist. Somit suchte der Verfasser nicht bloS Den Predigern, sondern auch selbst Dem gemeinen Manne die Lectüre dieses Briefs interessant zu machen. Gottesdienst am 26. Mai. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Bechtold. Nachmittags Herr Kandidat Helm. In der Burgkirche. Morgen- Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Kandidat VigeliuS. Morgen Den 26, Mai hat Das Frischbacken Hr. Kirchrnsenior Seipp, auf dem Kreuz. Ein- und Auspasstrre. Am 10. Mai. Hr. Reg. Rath v. Wil- dllNgen, von Marburg, log. im Einhorn. Am J 8'4 k —■* Eod. Hr. v. Thormann, von Hamburg, Envoye zu Rastadt, durchpass. Am ii. Mai. Hr. General v. Ham- merstein, von Hanau, durchpass. Am i?. Mai. Hr. Hauptmann Roth, von Frankfurt, log. im Einhorn. Am 19. Mai. Hr. Professor Braun und Hr. Professor Weiß, von Marburg, durchpass. Geraufte bei der Stadtkircbe. Am 16. Mai. Herrn Professor Grol- mann, ein Sohn, Namens Herrmann Ludwig Karl Friedrich. Am 21. Mai. Dem Burger u Schuh« wacher, Ioh. Gottfried Keil, eine Tochter. Namens Maria Zohannelta. Beerdigte bei der Stadtkirche. Am 12. Mai. Dem Bürger und Mer» ger, Wilhelm Weidig, eine Tochter, Namens Johannetla Christina, all 8 Mon. Am 14. Mai. Dem Burger u. Gast- Halter zum goldnen Ritter, Philipp Magnus Becker, eine Tochter, Namens Maria Philippina, alt 8 Mon. Giesser Victualien-und Markt-Preis kr ipf I 14 — Rindfleisch — Kalbfleisch 1 ft Ochsenfleisch 1 — Kühfleisch 1 — Schweinefleisch — 1 — Hammelfleisch — i — Hammeksfett — 1 — Rinds-Nierenfett II- 61- 5 — 8 — 8 - * 1 ft Schweinefett — [ — (Seifen — £ — Lichter — 1 — frische Butter — 1 — geschälte Hirse — 1 — grob geschälte Gerste 1 — klein geschälte Gerste Eyer 7 Stück — — kr. pf. 16 — 2U 2 24 — 15/ — 8 — 8 — 10 —- 4 Schwarz Brod kr. Loth Quint 1 10 2 1/4 Weck — — 1 6 I 1/2 Milchbrod 1 5 11/2 Butter Bretzeln 1 3 3/4 gemischt Brod oder Taigscher 1 8 2 Getraidepreise vom i§ den fi. ä6o kr. uni Ma, bis den 25. Mai, in Frankfurt. Währung > das ffi. zu 34 takh CölnifcheS Silberaewicht. Städte. Gemas. Waizen wiegt Korn wiegt Gerste wiegt! 1 Hafer wiegt fl. kr. ft. fl. kr. ft. Ä7t7 . ft. h. 77 ~ft Darmstadt das Malter. 6 45 <75 5 8 157 4- 140’ 2 gg qQ Giessen das Achtel. 10 — 200 7 20 Igo 5 — 160 yo Marburg das Mött. 8 10 1501 5 30 1351 ' 3 45 120 2 401 140 C.i Diez das Achtel. 16 “ 340I 10 10 300] 7 10 Mm 04 Wezlar das Achtel. । 11 1 — 2061 7'50 190I 1 7 10 168 4-1 """ Dieses Intelliqenzölatt ist für Vorauszahlung zu haben. 45 Kreuzer in der Kriegerfchen Buchhandlung gegen