Nr. XXXIV. "™ »4. August. l7S!>. Gresser Jntelligenzölakt. Beispiele von allerlei Unglücksfallcu. zur Beleb» ru»g unö Warnung. Unglück vom Trinken aus einem stehenden Wasser auf dem Felde. Im Hessischen Amte Schwarzenfels war ein Mann mehrere Jahre krank; er konnte nicht alles essen, hatte allerlei Zufälle, besonders war er an den Füßen bis an den Leib stark geschwollen. Er konnte nichts trinken, als entweder Saurrwasser oder Branntwein. Er trank nun einen Tag des Branntweins so viel, daß er einen tüchtigen Rausch bekam, und sich erbrechen mußte. Auf einmal brach er eine lebendige Eidechse heraus, die in der Stube herumlief Dies geschah im Sommer 1779. Der Mann erzählte, daß er einstens Wasser aus einer Pfütze mit feinem Huthe geschöpft und getrunken habe, und da glaube er eine lunge Eidechse verschluckt zu haben. Im Januar 1780 brach dieser Mann wieder etwa gegen vierzig Eidechsen aus; sie waren theils lebendig, theils tobt, viele verfault. Hierauf wurde die Geschwulst des Leibes sammt andern Zufällen geringer. Nach einigen Wochen sing der Mann wieder an, am Leibe und Gesichte zu schwellen, und hatte alle Zeichen, daß er wieder den Bauch voll Eidechsen habe. Er gab sich nun einem Arzte in die Kur, und wurde von diesen häßlichen Gästen endlich befreit und gesunde Eine andere Geschichte von Eidechsen. Im Oktober 1794 wurde in Diepholz ein Mädchen krank, und klagte über öftere Uebelkeit und Erbrechen mit BlutauSwurf. Herr Hofmedicus Lentin gab ihr, nach mehreren fruchtlos gemachten andern Versuchen sie zu heilen, ein Brechmittel, wor- nach diese Person eine Eidechse, eine halbS Handlang, auSbrach. Im Sommer hatte sie au» einer Torfgrube getrunken, bei welcher herum , so wie überhaupt auf dem Moore, sehr viele kleine Eidechsen sich sehen lassen, wovon sie vermuthlich eine kleine mit hinunter getrunken hatte. DaS Mädchen war nun völlig gesund. Auch in den besten Brunnen halten sich allerlei Tyierchen auf, die man entweder selbst, oder deren Eier oder Laichs beim Trinken leicht mit hinunter schlucken kann, wovon die fürchterlichsten Krankheiten entstehen können. Um solche Uebel zu verhüten, ist durchaus nöthig, alles Wasser, das man trinkt, aus durchsichtig gen Gläsern zu trinken , und vorher erst wohl zu besehen. Doch vorsichtiger ist es, wenn man alles Wasser erst filtrirt.Z Brand durch eine Tabakspfeife verursacht. Der Viehknecht eines Pachters rauchte Abends spät noch eine Pfeife Tabak; als die Pfeife auSgeraucht war, klopfte er sie nachlässig au», und steckte solche in seine Rocktasche. Bei dem Schlafengehen hängt er den Rock in den Stalls der Rock ge- räkh durch noch etwas glühende Tabaksasche in der Pfeife in Brand; dieser ergreift das Heu und Stroh, und in kurzer Zeit entsteht ein entsetzliches Feuer, wo< durch die ganze große Stallung nebstmeh- reren vollen Scheuern in die Asche gelegt worden, und mehrere Menschen und Thiere ihr Leben verloren haben. Es —1 ) T34 ( — ES sind schon fo viele Unglücksfälle durch unvorsichtiges Tabaksrauchen geschehen , daß zu wünschen wäre, niemand möchte einen Bedienten, Kutscher oder Knecht in seinen Dienst nehmen, der Ta« bak zu rauchen pflegte. Dadurch würde gewiß die so sehr emgerissene übte Gewohnheit des Tabakrauchens merklich ab: nehmen, und dadurch manches Unglück verhütet werden. Unglück durch Rinderspiele. Von Röderr, unweit Singhofen, wurde vor einiger Zeit in Zeitungen folgende traurige Begebenheit eingerückt. In unfern Gegenden herrschen schon seit langer Zeit zwischen den Knaben be> ständige Kriegsspiele, wobei es schon oft blutige Köpft setzte, am i8. Febr. 1796. aber sich ein Unglück zutrug , welches zur Warnung des ganzen PublicumS bekannt gewacht zu werden verdiente Die Knaben zu Rödert und zu Bettendorf, welche sich feit einigen Wochen beständig und oft blutrünstig herumschlu- gen , trotz dem Verbot ihrer Eitern und Vorgesetzten, versammelten sich an genanntem Tage an den beiden Ufern dcS kleinen Flüßchens Wisper, wo sie beständig auf einander schimpften, und mit Steinen warfen. An der Brücke, wo Die Mühlbach in Die Wisper fallt, hatten sie ordentliche Posten ausgestellt, und wurden auf dieser Brücke, als Die eine Parthie herüber wollte , handgemein. Das Gedränge aber ward nun hier so groß, daß das Brückengeländer ausbrach, wodurch etliche 20 dieser unglücklichen Kinder herabfielen, wovon wirklich 7 ertranken, und die übrigen so beschädigt wurden , daß sie, von denen noch 2 nachher gestorben, in hen Händen des Wundarztes sind Möchte doch Diele unglückliche Begebenheit alle Eltern und Vorgesetzte auffor- dern, diesen unseligen Kriegsspielen zu steuern, und wenn Güte nichts hilft, mit äusserster Strenge dagegen zu verfahren! Warnung, mit unbekannten Personen ür einem Zimmer zu logiren. Folgende schreckliche Geschichte ereignete sich im April 1796 in einem Wirths- hause zu Rotterdam. Ein Genfer Uhren- handler war in Gesellschaft eines Französischen Wundarztes in einem dasigen Wirlhshause eingekehrt, und hatte mit diesem eine gemeinschaftliche Stube angewiesen bekommen. Der EhirurguS, welcher schon den Plan zu feiner schwarzen That im Kopfe haben mochte, suchte die sichere Ausführung derselben dadurch vor- zubereiten, daß er sich ein Nachtlicht geben ließ, und dem Wirth babci zu erkennen gab, man möge sich im Hause ja nicht irre machen lassen, wenn etwa des ein starkes Geräusch entstehen sollte; er sey stark mit Krampfen behaftet, und werde oft so sehr davon überfallen, daß er aus dem Bette springe, vor Schmerz scvreie, und wehklagend zur Erde falle. Nachdem nun alles zur Ruhe war, steckte der Fcanzose Dem schlafenden Kaufmann einen Strumpf in den Mund, stach ihm die H^rzader ab , und ließ den Sterbenden über einem in der Stube befindlichen Koh-- ieneimer verbluten. Hierauf schnitt er Dem Ermordeten die Beine ab, und legte Den ganzen Leichnam in des Fremden Koffer. De« Morgens machte er Lärmen, bis Der Wirth erschien , dem der Mörder Dann ankündigte, daß er von Dem Kaufmann bestohlen, und Dieser nun flüchtig geworden sey Er habe Die ganze Nach 5 mit ihm gekämpft, sey aber endlich durch einen in die Seite erbahen?n Stich ( Den er sich aber selbst beiaebracht hatte, ) betäubt worden, und verlange nun einen Wundarzt, um ihn zu verb'nden. Der Wundarzt erschien, bemerkte aber mehr Blut unter dem Koffer, als von Der ■ Wunde — ) 135 ( — Wunde des noch unbekannten Mörder» Herkommen konnte, und zeigte daher sei. neu Verdacht bei der Behörde an. Diese tjamimrte den Verwundeten, welcheraus- saate, der Koffer gehöre sein, aber man möge nicht erschrecken , es liege ein Leich- imm darin, welches der Körper seines Reisegefährten sey , mit dem er die Nacht hindurch so lange zu seiner eigenen Ver- theidigung gerungen habe, dis derselbe un- glückUcherweise durch einen tödtlichen Stich gefallen sey. Natürlich kannte man einem so nichtigen Vorgeben uicht glauben; der Mörder wurde verhaftet, und gestand zur lezt nach scharfer Geisselung seine entsetzliche That. In der Rriegerschen Buchhandlung ist ;o haben. Robert oder der Mann wie er seyn sollte. Ein Gegenstück zu Elisa, 8- Leipzig wohlfeile Ausgabe 36 fr. CarnotS, I. D M, Antwort auf den von Vailleut erstatteten Bericht über die Verschwörung vom iZtenFructidor, fünften Jahrs, 8- au» dem Franzos. 45 kr. Wieland, C. M., über den Fränkischen Staatseid, Haß dem Königthum, 8. Weimar 15 fr. Gemeinnütziges Journal über die Bäder und Gesundbrunnen in Deutschland. Von D Heinr Christ Matth Fenner, PhysicuS und Brunnenarzt zu Schwa!« bad). Erstes Heft Schwaldach ( in einem blauen Umschlag.) 8. Marburg 24 kr. Der Hr. D, Fenner liefert hier nicht, wie man etwa wohl erwarten möchte, eine Lobpreisung des Schwabacher Wassers, sondern er verbreitet sich über mehrere den Brunnengästen, die nach Schwaldach kommen, wichtige Materien, wie man zum Theik schon aus der Angabe des Inhalts dieser Blätter ersehen kann, welcher folgender ist: >) Ein Wort über das Trinken aus gemeinschaftlichen Gläseru, 2) der Stahlbrunnen macht Krätze ? 3) Wozu nützt denn eigentlich Schwalbacher Wasser? 4) Sachen, welche gesucht werden, ( enthält rröthige Winke eine bessere Einrichtung den Badegästen zum Vortheil zu treffen, <;) die neue Anlage. 6) Fragment eines Beitrags zur Brunnendiätetik; 7) der neue Saal,' 8) Avertissement (den Umstand daß das Schwalbacher Wasser erst den 25 Jul. wirksam seyn soll, betreffend.) 9) Rüge und Frage. Daß diese Blätter auch vorzüglich Acrzten interessantseyn werden, versteht sich wohl von selbst. Bekanntmachung. Da morgen das Namensfest unseres Durchlaucvtigsten Landesfürsten einfällt, so wird nach Endigung des öffentlichen Gottesdienste» , Musik und allgemeiner Tanz bei mir seyn. Johann PbNipp Busch, im Garten. Gottesdienst am 25. August. In der St. Pancratiuekirche. Morgen» Herr Professor Palmer. Nachmittags Herr Magister Beck. In der Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz Nachmittags Herr Pfarrer Buff. Morgen den 25. Aug. hat da» Frischbacken der Beckermeister Philipp Schmidt, in der Neustadt. Ein- und Auspasstree. Am >0. Aug. Baron v. Geisau, von Hess. Cassel und Hr. Obrist v. Breidenbachs in Hess Darmstädt. Diensten, durchpaff. Am u.Aug. Hr. v. Nordeck zur Rabenau , von Odenhausen. Hr. KriegS- Commissair Reitz, von Hanau, log. im Einhorn. ■ > Eod« — ) *36'1 — Eod. Frau Geheime (^tct^miniflrrn v. Berlepsch. Hr. Hauptmann v. Hohorst und Fräulein v. Mootz, von Hanau. Herr Hauptmann v. Gall , log. in der Post. Am l2. Aug. jHr. Kanzler Erxleben, Hr. Revisionsrath Gärtner, und Hr. cretair Köhler, von Marburg, log. in der Post- Eod. Hr.v VulpiuS nebst dessen Tochter, von Riga, log. im Einhorn. Eod. Hr. Forst-Assessor v. SerowSky, in K. K. Diensten, log. im Rappen. Gebohrne und Geraufte bei der Stadt- tircbe. Am i;.Aug. Dem Burger und Wol- lentuchmacher, Balthos Stohr, ein Sohn, Namens Johann Balthasar. Am 19 Aug. Dem Burger u. Schuhmac!er, Wilhelm Schreyer, eine Tochter, Name, s Susann« Karolina. Beerdigte bei der Stüdtkirche. Am 17. Aug. Elifabetha Christina, des Burgers und Beckers, Andreas Jug- Hards, ehel. Tochter, al; 8 Tag. Gresser Victualien-und Markt-Preis. fr. Pf. r ft Ochsenfleisch — —- kr Pf. 9 — £ ft Schweinefett — — 16 1 — Kühfleisch — — 8 — 1 — Seifen — — -20 2 £ — Rindfleisch — — 7 — 1 — Lichter — — 24 1 — Kalbfleisch — — 6 — 1 — frische Butter — — 19 _ 1 — Schweinefleisch— — 9 t — geschälte Hirse — — 8 —- 1 — Hammelfleisch — — 8 — 1 — grob geschälte Gerste — 8 1.— Hammelsfett — — ■ 1 E r — klein geschälte Gerste — 10 1 — Rinds-Nierenfett — r4 — Eyer 5 Stück — — — 4 Schwarz Brod Weck — — Milchbrod Butter Bretzeln gemischt Brod oder Taigscher kr. Loth Quint 1 10 3 i/4 I 5 2 1/2 l 4 21/2 I 2 31/4 T 8 1 Getraidepreise vom 17»Aug. bis den 24.2fug., in Frankfurt. Wahrung den fi. a6o kr. und das ft. zu 34 koth Cölnisches Silbergewicht. Städte. Ge m a s. Warzen wiegt Korn wiegt Gerste wieat^ Hafer Iwiegt fl. kr. ft. fl. kr. ft. fl. kr. ft. 0.177 ft. Darmstadt das Malter. 6 45 175 5 8 157 4 - 140 2 38 98 Giessen das Achtel. Io 30 200 ! 6 SS 18° 7 — 160 6 — I40 Marburg >das Mott. 8 - ISO! 1 6 — i35i ' 4 — 120 3 -l 84 Diez das Malter. 20 j_3o 340I I (6 40 300I I io 40 ——• Wezlar «das Achtel. 13 — 2o6| 1 it — 190I l 7 40 168 6 20I — • Dieses Jntekligenzblatt ist für 45 Kreuzer in der Kriegerschen Buchhandlung gegen Vorauszahlung zu Haden.