Nr.xxxxvil. es. Novembr. 1799- Giesser Jiitelllgenzvlatt. Debatten in Paris, darüber der künftige Ausgang entftbei* beit wird, ob sie blos Vie innere Ruhe in Zrankreick jam Grunde baden, ober aber auck zu Dem allgemeinen Arieben beitrügen werben. „Dekret vom 18 Brum. (8 Nov.) 8ten Jahr der einen und untheilbaren Republik. „Vermöge des 102. 103. unb 104 Artikels der Konstitution dekretirt der Rath der Alten folgende Verfügung. Art. 1. Das gesetzgebende Korps wird in die Gemeindevon St. Cloud verlegt. Die beiden Räthe sollen ihre S'tzunaen in den beiden Flügeln des Pallastes halten. Art. 2. Morgen den 19. Brumaire, Mittags , müssen ste sich bereits dort befinden. Lis zu dieser Zeit ist alle weitere Fortsetzung der Amtsverrichtungen und Berath- schlagungen an einem andern Orte verboten. Art. z. Der General Buvnaparte ist beauftraget , das gegenwärtige Dekret zu vollziehen. Er hat alle Maasregekn ein* zuschlagen, die zur Sicherheit der National - Repräsentation nothwendig sind. Art. 4. Der General Buvnaparte ist in den Rath beschieden, um dort eine Ausfertigung dieses Dekret» zu empfangen, und seinen Eid abzulegen. Er soll sich mit den Kommissionen der Inspektoren der beiden Räthe gemeinschaftlich benehmen. Art 5. Das gegenwärtige Dekret soll sogleich durch einen Skaatsboten dem Ralh der 500, und dem vollziehenden Direktor eium mitgetheilt, auch gedruckt, öffentlich angeschlagen, bekannt gemacht, und durch ausserordentliche Kuriere in alle Ge« meinden der Republik versandt werden. ,,Der Rath der Alten an die Franzosen." //Franzosen! — Der Rath der Alten bedient sich des Rechte», das ihm durch den io2ten, 103. und r04 Artikel der Konstitution juerkannt ift, den Aufenthalt des gesetzgebenden Korps zu verändern. Es bedient sich dieses Rechtes, um der Fak- tionisten Meister zu werden, die die National -Repräsentation zu unterjochen suchen, und um auch den Frieden von innen zu verschaffen. Es bedient sich dieses Rech, te» , um den Frieden von aussen herbeizu- führen, den eure langen Aufopferungen und die Menschheit fodern. Der Zweck die< ser konstitutionellen Massregel, der auch erreicht werden wird, ist das allgemeine Heil und die allgemeine Wohlfahrt. Und ihr, Einwohner von Paris, ftyd ruhig! In kurzem wird da» gesetzgebende Korps wieder zu euch zurückkehren. Franzosen! Die Resultate diese» Tage» werden bald beweisen, ob da» gesetzgebende Korps wür- dig und fähig ist, euer Glück zu bereiten. Es lebe das Volk, durch welche», und in welchem die Republik besteht!" Um 10 Uhr de» Abends erschien nun auch wirklich Buvnaparte in dem Rath der Alten. Er war in seiner völligen Uniform an der Spitze mehrerer Generäle, und schwur: „Wir wollen eine aufwahre, auf bürgerliche Freiheit gegründete Republik; und ich schwöre in meinem, und in meiner Waffenbrüder Namen, daß wir sie bekommen werden." Diesen Schwur wiederholten alle Waf- fenqefährten Buonaparte'S, die bei ihm waren, mit dem Zusätze: Es lebe die Republik ! Nach — ) i88 (. — Nach Beendigung dieser Feierlichkeit erließ Buonaparte zwei Proklamationen an die Nationalgarden, und an die Soldaten. Die Reden die Buonaparte durch diese Beschlüsse an's Volk und an die Pariser Armee gehalten, lassen mir weg, weil sie durch die Zeitungen bereits zu bekannt sind. Am Yten Nov. geschähe der Ausbruch mittelst der Armee, die ganz ihrem Buonaparte ergeben ist, und ist alles ohne Blutvergiesen herqegangen. Morgens 5 Ubr wurde der Rath der Alten auf 8 Uhr zur Sitzung zusammenberufen. Gohier, Barraö und MoullnS wollten um 10 Ubr vom Eommandanten von Paris Rechenschaft wegen diesem Benehmen fordern, aber dieAntwort desselben war: die Division stehe nicht mehr unter seinen Befehlen, und er blieb bei Buonaparte. Barras legte um n Uhr seine Stelle nieder, und wurde durch eine Abtheilung Dragoner nach GroSbois begleitet. Wahrend Sieyes, Roger, DueoS und Buonaparte beschäftigt waren, die Verlegung des gesetzgebenden Korps zu bestätigen und Sicherheit zu handhaben, schloß sich Augereau und alle StaabS -Officiere an leztern freiwillig an. Buonaparte nahm vor den Thuillerien den Soldaten den Eid ab. Folgendes ist nun das neue merkwürdige Gesetz vom yten Nov.; „ 1) Es sott kein Direktorium mehrseyn, und die Individuen sind, wegen ihrer Exzessen und ihres Frevels, deren sie sich, und zwar besonders der größte Theil von ihnen, schuldig gemacht haben, keine Glieder der Nalivnal-Repräsentation mehr. 2) Das gesetzgebende Korps errichtet provisorisch eine exekutive konsularische Kommission, dis aus den Exdirektoren Sieyeö und Roger Ducos, und aus dem General Buonaparte besteht, die auch den Namen Konsuln der französischen Republik tragen sollen. 3) Dieser Kommission wird die volle Direktorial - Gewalt beigegeben , und besonders aufgegeben, in allen Theilen der Staats » Verwaltung Ordnung einzufüh- |,en, die innere Ruhe herzustellen, und einen ehrenvollen und dauerhaften Frieden zu verschaffen. 4) Sie ist berechtiget, Abgeordnete mit einer bestimm len Vollmacht, die immer nicht über die Gränzen ihrer eigenen geht, a dz u schicken 5) Das gesetzgebende Korps setzt sich einen Termin zu feiner Wiedererscheinung bis zum nächsten I9ten Februar 1800. Zu dieser Zeit wird es sich nach seinem vollen Rechte zu Paris in seinem Pallaste vereinigen. 6) Während dieser Aiournirung des gesetzgebenden Korps bleibt den öjournirien Gliedern ihre Schadloshaltung, und ihre konstitutionelle Gewahrschaft. 7) Sie können, ohne ihre Eigenschaft als Volksvertreter zu verlieren, dennoch als Minister, diplomatische Agenten, Abgeordnete der Konsular-Kommission, und in allen andern bürgerlichen Amrsverrich» tungen gebraucht werden: undwerden selbst ersucht, sie anzunehmen. 8) Ehe der Rath auseinander geht, und noch in der letziqen S'Yung, soll jeder Rath aus seiner Mitte eine aus 25 Gliedern bestehende Kommission ernennen. 9) Die durch die zwei Räche ernannten Kommissionen sollen mit dem förmlichen und nochwendigen Vorschlag der Konsular- Kommission, über alle dringende Gegenstände der Polizei, der Gesetzgebung, und der Finanzen entscheiden. 10) Die Kommission aus dem Rathe der 5oo soll die Einleitung, jene aus dem Ratb der Alten die Gutheissung haben. * rr) Die — ) »89 ( — ii) Die beiden Kommissionen sind noch ferner beauftragt, in der nemlichen Ar- beits- Methode, und Zusammenftimmung diejenigen Veränderungen vorzubereiten, die mit den organischen Einrichtungen der Konstitution vorzunehmen sind, deren Gebrechen und Unschicklichkeiten die Erfahrung bewiesen hat. 12) Diese Veränderungen haben einzig und allein den Zweck , die Souverainität des französischen Volkes, die eine und un- Iheilbare Republik, das Volksvertretung»- Sistem, die Eintheilung der Gewalten, die Freiheit, Gleichheit, und das Eigen- thum zu befestigen, zu verbürgen, und unverletzbar zu heiligen. 13) Die vollziehende Konsular - Kommission soll ihnen ihre diesfalsize Meinung vorlegen können 14) Endlich sind beide Kommissionen beauftragt, daö Eivilgeletzbuch zu entwer- fen. 14) Sie sollen ihren Sitz zu Paris in dem Pallast des gesetzgebenden Korps haben , den sie jedoch zur Ratifikation des Friedens oder bei einer großen Gefahr zu-' fammen berufen founen., Dies ist das merkwürdige Gesetz, das der Rath der Alten in feiner Sitzung zu St Cloud nach einer geheimen Komit- ge- billiget, und am Ilten bekannt gemacht har. Merkwürdiger Vorfall frei dieser ersten Sitzung: Der General Buonaparte kam in die Versammlung; einige Grenadiere des gesetzgebenden Korps giengen ohne Waffen vor ihm her. Kaum war er erschienen, so schrieen mehrere : „Rieder mit dem Diktator!^ Buonaparte trat gleich zurück, und der Lärm in der Versammlung ward so groß, daß mehrere Glieder ausriefen : „ Man könne nicht mehr derakhschlaqen; es exi- stire kein gesetzgebendes Korps mehr, weil kluge und unpartheiifche Männer nicht zum Sprechen kommen könnten , und weil die Derschwornm die Stimme der wahren Freunde der Republik übertaubten." Einige Deputirken waren mit Dolchen und Pistolen auf Buonaparte losgigangkn; allein die Grenadiere stellten sich vm ihn her, und deckten ihn. Buonaparte'» Bruder wak gerade Präsident. Er blieb lange bedeckt, und ruhig ; als er ober endlich sah, daß man auch ihm an'S Leben wollte, dankte er ab, und erklärte, daß er nicht langer den Vorsiß bei Menschen haben wolle, die statt der Gesetze ihre Dolche geltend machten. Der Gen Buonaparte, der die Gefahr erfuhr, in welcher sein Bruder war, schickte den Gen. Murat an der Spitze einiger Grenadiere, um ihn aus der Versammlung zu holen. Er kam auch, und machte den Truppsn im Hofe die Gefahr bekannt, die über ihm geschwebt habe. Die Soldaten wurden unwillig und schrieen: Nieder mit den Faktionisten! Es lebe die Republik und Buonaparte! — Gen. Buonaparte war zweimal im Rath der Alten , dem er bekannt machte, daß man ihm mitten in der Versammlung der 500 nach dem Leben gestrebt habe. Er sagte frei heraus, daß wenn , vom Auslände bezahlte Redner sich deigehen liessen, ihn äusser dem Gesetz zu erklären , wie dies geschehen sey , so würde er an seine Waffenbrüder appelliren, die so manchen Gefahren nicht deswegen mit ihm getrotzt halten, um als Opfer einiger niederträchtigen Gaukler zu fallen, die bessere Patrioten, als die zu seyn glaubten, die in mehreren Welt- theilkn ihr Blut verspritzt hätten. 18 Deputirte, die den Dolch gegen Buonaparte gehoben haben, sollen arre- tirt worden, und General Jourdan, Arena, und Brivt, die Bekanntesten seyn. Gotresdiensk am 24. Novembr. In der St. Paneratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Bechtold. Nachmittags Herr Superintendent Müller. 3n — ) ryo ( — In der Burgkirche. Morgen- Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Supe, rintendent Schulz.____________________ Morgen den 24. Noo. hat das Frischbacken Hc. Müller, in den z Kronen, in der Ncustadk. Loprriirte bei ver Stadtkircke. Am 17. Nov. Christian Ludwig Iug- hard, Burger und Becker allhier, Johannes Iughards, Burgers und Beckers allhier, ehe!. Sohn, und Iohannetta Magdalena, Ioh. Georg Wohlenfel-, Burger- und Beckers allhier, chel Tochter. Getaufte bei der Sardlkiccbe. Am 17. Nov. Dem Burger Jacob Da- nie! Loder, eine Tochter, Namens Christina Elisabelha Margarerha. Cod. Drm Burger und Rothgerber, Ivh. Balthasar Ä-tzberger, eine Tochter, Namens Katharina Maria Am 18 Noo Dem Fürst! Reg. Advokat, Herrn Georg Perer Mannberger, eine Tochter, Namens Ivhunnetta Chrt- stma Friederika. Gresser Metualien-und Markt-Preis. kr Pf. £ ft Schweinefett — — kr. Pf. t ft Ochftnfleisch — — 8 «**» 18 1 — Kühfleisch — — 6 2 £ — Seifen — — 20 — 1 — Rindfleisch — ~ 6 — £ — Lichter — — 24 1 — Kalbfleisch . — — 8 — £ —> frische Butter — — 25 1- 1 — Schweinefleisch— — 9 — £ — geschälte Hirse — — 8 1; — Hammelfleisch — — 6 — £ — grob geschälte Gerste — 8 £ — Schaffieisch — — 5 —— 1 — klein geschälte Gerste — 10 1 — Rinds-Nierenfett — 16 —* Eyer 3 Stuck — — — 4 kr. Loth Quint Schwarz Bro- 1 12 3 3M Weck — — 1 7 Milchbrod 1 6 X Butter Bretzeln 1 3 2 gemischt Brod oder Taiascher 1 9 31/2 Getraidepreift vom rö.Nov. bisden 23. Nov., in Frankfurt. Wahrung den fi. ä 60 kr. und das ft. zu 34 koth Cölmsches Silbergewicht. Städte. GemaS. Waizen wiegt | Korn wiegt Gerste wiegt; Hafer wiegt fi. kr. ft. ft.jkr. ft. ft kr. ft. I st. kr. ft. Darmstadt da- Malter. 6 45 175 5.8 157 4- 140 2 Z8 98 Giessen da- Achtel. 8 30 200 1 6,45 180 5 30 160 5 10 140 Marburg da- Mött. 7 20 1501 | 51 — B5I ' 4 — 120 3 3ol 84 Diej das Malter. £4 30 34o £Oj5O 300 I 7 30 — Wezlak Idas Achtel. 9 40 2061 1 7 — 190} 1 5 40 168 5 —। Diese- Intelligenzblatt ist für 45 Kreuzer in der Kriegerschen Buchhandlung gegen Vorauezühlung zu haben.