Nr.XXXXU. --.Octobr. 1799- Giesser Jnkelligelizklakk. Wie man gute Seiffe in Der Haashal- rnng felbfr verfertigen kann Seiffe besteht aus 2 Theilen , aus gepreßten Oeten, Fett und Laugenjakz, welche durchs Wochen mit einander verbunden werden. Als Laugmsalj bedienet man sich dec sogenannten Potlaiche, oder einer guten Holzasche, und wählet von beiden diejenige, wo mit man die Seiffe am wohlfeilsten verfertigen kann. In unfern Gegenden, wo durchaus Holz gebrannt wird, und es einen Ueberflußvon Asche g'ebt , wird bloß Holzasche zur Seiffe genommen, dagegen man in £äiir d.rn, wo Steinkohlen unt> andere Materialien zur Feurung genommen werden müssen, genölhigt ist, sich der Pottasche zu bedienen. Bon Pottasche gesottne Seiffe, ist zwar theurer , aber dagegen auch weit weisser, reiner lend besser Ehe man das S-eden der «Leisse anfangen kann, muß man vorher alle dazu nöthi- gen Geraihschaslen bey der Hand Haden. Diese sind: ein großes Laugenfaß, die darin gehörige Unterlage, nebst den dazu gehörigen Boden, etwas Stroh, ein paar Schaufeln, verschiedene Gefäße zur Aufbewahrung der Lauge, ein grosser Kessel und ein langes hölzernes Ruhrscheide. Die D^öße de» Laugenfasses hängt von der Menge der Asche ab, die zum Seiffen- steden genommen werden soll. Es ist aber Nicht ncthwendig , daß man nur Seiffe sieden will , hierzu ein eigenes Faß nehme; dieß ist nur in Haushaltungen n6- thig, in kleinern kann man sich auch anderer hölzerner Gefäße bedienen ; nur müssen sie rbe nfallS mit einem Zapfen, einer Unterlage und einem Boden »ersehen seyn. und dann verrichten sie die erforderlichen Dienste eben so gut , wie die eigentlichen Laugenfässer selbst. Es geben nicht alle Holzarten zu diesem Gebrauch, gleich gute Asche; die von harten, vorzüglich d,e von weiß Buchenholz, ist dazu am besten. Jn- dessrn kann doch sede dazu gebraucht werden, nur muß man vor, der Asche, welche von Tannen- und ähnlichen weichen Holze gebrannt worden, mehr nehmen, als von anderer von hartem Holze. Nun setze man zuerst das Laugenfaß auf folgendende Art in Ordnung: Da» Faß, in dessen Boden ein Loch mit einem Zapfen seyn muß, wird auf Böcken so hoch gestellt, daß ein ande. res Gefäß, in welches die Lauge ablauffen soll, füglich darunter gesetzt werden kann. In das Faß selbst aber legt man, ein, einer Hand breites hohe« Kreuz, oder eben so hohe Querhölzer t und hierauf einen andern mit vielen Löchern versehenen Boden, der in dem inneru Umfang des Fasse» genau paffen muß, damit die Asche nicht durchfallen kann Da dieses aber wegen der in diesem Boden befindlichen Löcher dennoch geschehen würde, so belegt man diesen Boden 2 Finger hoch mit Stroh, damit man sicher ist, daß nun keine Asche mit durchlauft, und die Lauge trübe machen kann. Wir wollen anneh- men, daß in da» Laugenfaß 5 Malter gehen , wenn eS so weit anqefüllt wird, daß oben, nur noch einer Hand breit leerer Raum bleibt. Uebrigens mag das Lau- genfaß lgrößer oder kleiner seyn, so ist doch das Verfahren bey der Bereitung der Seiffe, wie auch das Verhältniß der übrigen dazu erforderlichen Sachen immer da* nehmliche, nur daß man vey einem kleinen Sasse •* ) i6z ( —• Fasse weniger, bey einem großen aber mehr Seiffe auf einmal kochcn kann. Hat man nur ein Faß von dieser Größe, und hinlänglich gute Asche, so reinigt man einen mit Steinplatten belegten , oder gedielten Ort, der aber groß genug seyn muß, um die Asche und den Kalk gut unter einander mischen zu können. Auf diesen Platz schüttet man 7 Scheffel Asche, die man vorher, um sie von allem Unrath zu reinigen, fein du'chqesiebt hat, besprengt sie mit einer Gießkanne, bis sie so feucht wird, daß man beinah Balle davon machen kann. Nun schauffelt man sie auf einen runden spitzigen Haufen, nimmt von demselben die'obere Spitze beinah bis zur Hälfte ab, und schüttet die abqenommene Asche bey Seite. In den zurückgebliebenen Haufen, macht man nur eine Vertiefung, in die man 2 Malter gut gebrannten ungelöschten Kalk schüttet, den man vorher in Stucker geschlagen hat. Nun wird die von den Haufen abgenowmene und bey Seite gelegte Asche wieder darauf geschüttet, der Kalk gut damit bedeckt, und mit einer Schaufel gelinde fest geschlagen. Hierauf macht man mit einem Stocke einige Löcher in die Asche, bis auf den Kalk. In diese Löcher gießt man nach und nach so viel Wasser , bis der Kalk sich abge» löscht, daß er zu Pulver zerfallen kann. Sobald dos Wasser hinein gegossen ist, muß das Loch jedesmal sogleich wiederzu- gedrückt werden, und wann durch das loschen des Kalks, indem Haufen R'tze entstehen , durch welch? der Kalkdampfdringt, so müssen sie gleich wieder zugedruckt werden. Um nun zu erfahren, ob der Kalk sich fgenua gelöscht hat, nimmt man ein dünnes Stöckchen, und durchsticht damit die Asche und den Kalk; findet man nirgends Wiederstand, und bemerkt einige noch harte Stücke, so bedarf eö keines Wassergießens mehr; fühlt man aber, daß noch ungelöschte Stucker vorhanden sind, so macht man an den Orten , wo man sie bemerkt , von neuem einige Löcher Li die Asche, gießt einige Kannen Wasser hinein, und drückt sie wieder zu. Dreß wiederholt man so lange, bis man findet, daß dec Kalk in den Haufen durchgängig zerfallen ist. Dann schaufelt man den ganzen Haufen so lange durch einander, bis Asche und Kalk wohl durch einander gemischt seye. Wenn dieses geschehen, wird die Mischung in das bereits zurecht gestellte Laugenfaß getragen, und wahrend dem Hineinschütten mit einem hölzernen Stössel eingestampft. Endlich wird der Zapfen fest gemacht, unter das Zapfloch ein Gefäß gestellt, und auf die Asche so viel Wasser gegossen,, bis man sichet, daß sie nach langem Warten nichts mehr anziehet, das Wasser hingegen über der Asche stehen bleibt. Der Verfolg künftig. Ediktalvorladung. Nachdeme wider den gewesenen AuS- schußhauptmann Johannes Garth und dessen^ Ehefrau zu Langgöns verschiedene Gläubiger bereits gerichtlich aufgetretten und um ihre Befriedigung angestenden haben und dann der gedachten Garthischen Eheleuten ältester Sohn mit jenen Gläubigern in Vergleichs-Unterhandlungen zu treiten und solche auf diese Art, womöglich, zu befriedigen gesonnen, in der Absicht und zu dessen Sicherheit aber vor allen Dingen erforderlich ist, daß derselbe zuvor von dem ganzen Schuldenzustand seiner Eltern genau unterrichtet werde und daher um Vorladung sämtlicher Gläubiger derselben auf die gewöhnliche Art ge-> beten; als werden hiermit alle diejenige', welche an die ofkgedochte Garthische Eheleute ex quocunque capite Ansprüche zu haben glauben , edktaliter und mit dem Anfügen hierdurch vorgeladen, auf Freitag den 8Un Nov. d. I. so gewiß vor oa- hiesi- — ) 1^9 hiesigem Fürsts. Amt zu erscheinen und ihre Forderungen richtig zu stellen, als sie sonsten nicht weiter damit gehöret, sondern deshalb pracludirt werden sollen. Signatum Langgöns am irztenOct. i?99* Fürsts. Hess. Iusiizamt daselbst, C. G- v. Zangen. Bekanntmackmng von verschiedenen Küchen. i) Donnerstags den arten dieses, Morgens in Uhr, sollen nachstehende, Georg Christian Nebels Erben zustehende Immo- bilia, alS _ K i) da- Wohnhaus nebst Stallung und Hausgarten auf dem Selzersweg, neben dem Rieftnwirth Borngesser gelegen, 2) 5/4 M. i8R. 5 Sch. Acker am Erdekauter Weg, neben Friedrich Vetzberger und Georg Dieterich Müller, 3) 2/4 M. Wiese an der Neumuhl, neben Herrn Johannes Seipen Wittwe und Conrad Friedel, öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verstrichen werden, Lubha- der dazu können sich alsdann auf dahiesigem Rathhaus einfinden. Gießen den utenOLtvber i?99- Fürst!. Hess Oberamt das. Rayß. s) Samstags den atm November Morgens Iv Uhr, sollen auf dohiesigem RathhauS nachstehende, dem Burger und Fuhrmann Johann Konrad Dorr zugehörige Gütherstücke, als i/chM. R. Acker imN-ustadter Feld, an der Weilburger G"önze, neben Ludwig ^erber und Johann Georg Klingelhofer, 1/2M. s^RnSch Acker an der Weilburger Grä.ize, neben Johann Philipp Burkhard und Joh Friedrich Müller, 37 Rut. Acker links am Erofdvrfer Weg ( - neben Joh. Heinrich Busch und Joh. Georg Lindenstruth, 1/4 M. izRut. lvSch- Acker auf der Rothhohl, stöft auf den Leihgestcrner Weg, neben dem Hospitalguth. Z8R. i4Sch. Acker auf der WetS.Erde am Leihgesterner Weg, neben Philipp Jacob Herbert und Johannes Noll, 3/4 M. iz R. l Sch. Garten unter dm alten Eichen, neben Rippertischen Erben und Joh. Balthas. Winden Witttb, wer- innen sich ein Häuschen befindet, öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verstrichen werden , so hierdurch zu jedermanns Nachricht bekannt gemacht wird. Gießen den nten Octobr. 1799* Fürst!. Hess. Oberamt das. Rayß. 3) Den -Zten Octobr. l. I. wird eine ansehnliche Sammlung von guten sunsti- schen und anderen sehr nüzlichen Bucher in dem hiesigen Wirthshauö zur Sonne an den Meistbietenden öffentlich versteigt; wozu olle Bücherliebhaber höflichst einladen teö verstorbenen Fürstl Amtsverwer ser Verdries hinterlassene Kinder Hierselbst. - Gottesdienst am 20. Octobr. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Prof- ssor Palmer. Nachmittage Herr Superintendent Müller. In der »Burglirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buff. Morgenden 20. Octobr. hat das Frischbacken des Beckermeister Lehcmund, in der Neustadt. Ein- nnv Anspalsirre. Am ir. Oct. Herr Kandidat Bücking von Marburg, log. im Einhorn. Aw — ) 170 ( — Am 12. Oct. Herr Secretair Kraus Von Wetzlar, log. im Einhorn. Am 15. £)ct. Hr. Regierunqs Justifi- mens Johann Adam. Arn 12 £)it. Dem Burger und Becker, Anton Schäfer, eine Tochter, Na- mcnö, Catharme Dorothea. Gestorbene und Beerdigte bei der Stadrkircbe. Am 16 Oct. De» Burgers und Metzgers Friedrich Lony, Ehefrau, Namens Margaretha Felicitas, eine gebohrne Lam-* pus , alt 81 Jahr 5 Mon. 5 Tage. Gresser Vrctualien-und Markt-Preis. I Nr Ochsenfleisch — I — Kühflersch — I — Rindfleisch — x — Kalbfleisch — I — Schweinefleisch— x — Hammelfleisch — 1 — Hammelüfett — 1 — Rinds-Nierenfett 1 ib Schweinefett — i — Seifen — r — Lichter — r — frische Butter — r — geschälte Hirse — 1 — grobgeschalte Gerste 1 — klein geschälte Gerste Eyer 4 Stück — — Pf. kr. 16 20 24 26 8 8 10 4 - kr. Loth Quint Schwarz Brod 1 12 1 Weck — — 1 6 2 r/2 Milchbrod 1 5 11/2 Butter Bretzeln 1 3 11/4 gemischt Brod oder Taigscher 1 9 2 Getraidepreise vom 12. Oer. bis den 19. Oct., in Frankfurt. Währung den fi. ä6o kr. und das ib. zu 34 toth CölNtsches Silbergewicht. Städte. Gemas. Waizen wiegt Korn wiegt Gerste wieqtj ! Hafer wiegt fl. kr. ib. fl-ssr. ib. fi. Itr. ib. 1 fl- fr. ib." Darmstadt das Malter. 6 45 175 I 5 8 157 4 — 140 2 38 98 Giessen das Achtel. 8 ic 200 ] 7 — 180 5 50 160 6 — 140 Marburg das Mott. 7 20 1501 I 5|- B5J 1 4 — 120 3 3o 84 D'-r । das Malter. 16 - । 34o| io j4° 300 1 8 50 •— —— — — Wrzlar «das Achtel. 9 1 40 2061 1 7'— 190$ 1 5 4° 168 5 —I Dieses Jntelligenzblatt ist für 45 Kreuzer in der Kriegerschen Buchhandlung gegen Vorauszahlung zu haben.