Nr V1L- 16. Februar. 1799.' Giesser Jnkelligenzblakk. Volt Der Behandlung der Gähner beim Eierlegen. Ein einsichtsvoller Mann in Thüringen , der keine Ländereien besitzt, hält doch das ganze Jahr hindurch einen ganzen Hvf voll Hühner, nm alle Sonntage ein gutes Huhn speisen zu können Damit er dieses so wohlfeil al» möglich geniesen möge, hat er mancherlei Versuche ange- fielll, auö welchen folgende Nachahmung»- würdige Art, das Federvieh zu behandeln, si.eßt. Er sucht immer ein - bis dreifäh- rige Hühner zu haben. Diese füttert er im Sommer mit Gerste oder schlechtem Waizen, und im Winter mit gewärmten Haber und warmen Wasser. In letzterer Jahreszeit laßt er sie nie au» dem weit» lauftigen und vor der Nord • und Morgenluft gesicherten Stalle. Sein Hüh- nrrhaus 'sieht aus wie ein Taubenschlag, so daß jede Henne ihr eigenes Nest hat; und überhaupt laßt er leder ihr eigenes Nest aufsuchen. Dies ist sein Hauptkunstgriff , um recht viel Eier zu erhalten. Er laßt auch rede wohl dis 15 Eier legen, ehe er einige wegmmmt, damit die Henne hei dem Anblick vieler Eier immer mu- thig fortlege. Alsdenn aber laßt er thr nur 3 bis 4» Solchen Hühnern, welche da» Glucken nicht bald verhindern lassen, verstat- ttt er das Brüten. Seine Hühner legen «ach dieser Behandlungsart 2 bi» 3 Tage hinter einander, ehe sie einen Tag au»- ruhen, und legen bei dem gewärmten Futter im Winter fast eben so viel Eier al» im Sommer. Nach einer genauen Rechnung kam ihm jede» Huhn, das er des Sonntags aß, nicht höher als n/rPfen- ning, und wenn er es auch mit bloftm Walzen den ganzen Sommer hindurch fütterte. Bechstein in seiner gemeinnützigen Na - turgeschichte Deurschlangs, giebt 90 Stuck Eier an, welche jährlich von einem Huhn zu erlangen sind, dahingegen men, nach obiger Methode wohl auf 20-0 rechnen kann. * * * * * * * * * Von der kornischen Beete oder vom Mangold. Die römische Beete, welche unter andern Lüder in seinen Gartenbriefrn, unter dem Namen römischer Beete, Mangold, Schweizermangold, Cardonnenbeete bekannt gemacht, und zum stärk,rn Haus- gebrauch empfohlen , findet darin ein große» Hindernis zum Allgemeinwerden, daß die gemeine Beete, die Herr Reichart auch Beiskohl nennt, den härtesten Winter aushalte, und der strengsten Kälte und dem heftigsten -Winter Trotz bietet, wenn der Erdboden gleich nicht mit Schnee bedeckt ,st. Dies macht sie in den Küchen, sowohl der Vornehmen al» de» Bürger- und des Landmanns gleich angenehm. Hr. Lüder versichert, daß er die römischen Beete nie durch den Winnr bringen können, weil sie faul geworden, und Hr. Reichart bezeugt, daß die Stauden bei trocknem und hartem Froste ausgefrvren, in gelinden Wintern ledoch gut geblieben seyn. Beide sind daher der Meinung, daß e» zum sichersten und besten fty, sie gegen den Win- ■— ) 26 ( —• Ämter auSzuheben, und in frischen Sand im Keller tu pflanzen. Dieses ist nun eben nicht jedermanns Sache. In so fern es also nicht möglich seyn sollte, dieSchwei- zerbeete auf dem Felde oder in den Gar- len sowohl durch horte als gelinde Winter zu bringen, wäre es gar nicht zu rathcn, die gemeinen Beete abgehen zu lassen, und sie mit der neuen zu vertauschen. — Folgende Versuche und Erfahrungen sind in drei auf einander folgenden Jahren gemacht. „Von der Art und Weise, die neuen Beete durch den Winter zu bringen." Don gutem Saamen wurde der eine gesaet und eingehacket, verändere aber i bis 2Zoll tief ordentlich gesteckt, und die Pflänzlinge, sobald sie 6 bis 8 Blätter hatten, eine Elle ins Quadrat von einander in zwei Feldern , davon eins den ganzen Tag, das andre aber bis n Uhr die Sonne hatte , gefetzt. Sie wuchsen vortrefiich, nahmen einander an Größe wenig oder gar nichts, und wurden eins für alles ziemlich stark behäufelt, auch dreimal den Sommer über ordentlich adqeblatret Daß sie ober, wie in der Schweiz geschieht, alle 14 Tage hatten können geblattet werden, hat hier nicht glucken wollen, unerachtet der Garten nicht allein eine sonnenreiche freie Lage und einen fruchtbaren Boden hatte, sondern auch sehr gut deaibeitet, geackert und gedüngt wurde. —, Im späten Herbst wurde ein Theil der Stauden, so wie es bei dem sogenannten Schnittsalat geschieht, etwa eine halbe Hand hoch über der Erde gerade abgeschnitten, die andern aber unbeschnitten in ihrer natürlichen Gestalt, einige stark, andre nur wenig geblattet, auf ihrer Stelle gelassen, Iheils ausgegraben. Die ausgegrabenen wurden in die Erde, einige unter Bäume, andre in einer nassen, jedoch freien Gegend an der Morgens,ite einer Mauer nicht stnkrecht, sondern schräge und flach einge- schkagen und mit Erde beschüttet. Daß das Herzpoll nicht mit bedeckt werden müsse, darf h,er nicht erinnert werden. Von den. jenigen, die auf der Stelle stehen blieben, und wie Schnittkohl ohne Verletzung des Stamms abgeschnitten wurden, blieb fein einziger gut, sondern sie erfroren und ver. faulten fammtlich. Von den übrigen, so nur wenig geblattet waren, ist kein einziger erfroren; da hingegen verschiedene von denen , welchen viele Blätter genommen worden, nicht vermögend gewesen sind, der Kalle zu widerstehn. Die schräge in dre Erde eingeschlagenen sind fammtlich gut geblieben, äusser denen, wo entweder die Erd, oder ein starkes Blatt das Herz- Poll gänzlich bedeckt, oder der Regen den Stamm enrdlöst halte. Dieser Versuch ist Z ckahre hinter einander wiederholt; und da er, uncrachlet der Verschiedenheit deck Winters, der Kälte und der Witterung, ein Jahr wie-das andre, ausgefallen ist, so ivikd dadurch erwiesen, daß die neuen S"ke oder der Mangold allerdings durch den strengsten Winter gebracht werden kann, wenn die Blätter nicht wie der Schnitt- kohl abgeschnitten , sondern mäsig im Herbste abgebtaitel werden. Dieser Versuch ist in einem zwar schweren und stkinichten, dabei jedoch sehr frucht, baren Lande am Fuße der Harzgebürqe an* flelreflt, und ee »st daher unhegreiflich, wie k^Lugeganqen, daß eS Hrn. Lüder nicht glucken wollen, in einem sandichten Bo- Öen und in wärmern Gegenden durchzu* wintern. Daß diejenigen Stamme, die über dem Herzpoll abgeschnitten wurden, den Frost nicht aushalten können, davon ist leicht der Grund darin zu finden, daß alle Blatter, äusser einigen oben hervor* schießenden, durch den Schnitt des Messers verwundet wurden, und vor dem Froste nicht wieder zuwachsen, mithin dem Eindringen der Kälte nicht widerstehen können. — ) 27 ( — nen. Sogar die überflüssigen Pflanzen, welche auf der Stelle stehen geblieben, haben nichts von Dem Froste gelMen, sondern sind durchaus gut geblieben. „Von dem Mangoldsaamen." Diejenigen Stamme, welche den Winter stehn geblieben, wurden im Frühjahr ausgegruben, und bei denen, dle bereits vor dem Winter ausgehoben und eingeschlagen waren, auf eben die Art eingelegt. Sie trieben durchaus, fetzten frische Blatter an, und trugen sammtlich reichlichen , theilS bräunlichen, tfoeil*, schwarzen Saamen. Der letztere wurde vorzüglich gesammelt, we^l er der größte war, und von denjenigen flammen, welche sehr weiße Rippen hatten, (diejenigen Stöcke, welche rothe oder grüne Rippen haben, sind nicht mehr acht, sondern aus- geartet,) getragen wurde. Um zu erfahren , ob auch dieser Saame, gleich dem von der gemeinen Beete, den Winter über In der Erde zum Aufgehen gut bleiben würde, blieb eine große Menge an den Stengeln fitzen, und deren Ausstreuung der Natur überlasten ; dabei wurde jedoch die Vorsicht georaucht, daß auf den Fall, wenn er entweder nicht aufgehen, oder auch die Pflanzen selbst mißlingen sollten, den folgenden Frühling tm Avril an der Mauer her eine Furche etwa einen bis zwei Zoll tief gezogen, die Saamenkörn/r ziemlich nahe an einander gelegt, oder vielmehr durch die Fingergelaffen, und mit Erde bedeckt wurden. Ungefähr 14 Tage nachher zeigte sich eine unzählige Menge kleiner Pflanzers, und etwa 14 Tage oder g Wochen später kamen auch diejenigen zum Vorschein, die im Frühlinge gelegt warey. Hieraus folgt von selbst, daß die Saamen- korner im Winter in der Erde nicht verfaulen oder erfrieren, sondern ihre ausgehende Kraft behalten. Die Pflanzen wurden nachgehendS vhne Unterschied außge- hoben , und snS Gevierte 2 Fuß von einander g pflanzt. Sie roud fen sammtlich gleich gut, unh obgleich dnjenigen Pflanzen, welche dem den Winter über in der Erde gelegenen Saamen ihr Daseyn |tl verdanken hakten, wenigstens i^Lage früher haltbar wurden, mithin in so weit einen Vorzug hakteu, so schossen doch verschiedene bald in Saamenstengel auf, da hingegen die Pflanzen durchaus gut blieben. Wem also daran gelegen ist, daß et 14 Tage bis z Wochen früher Beete zum Abblatten fürs Vieh habe, der thut wohl, wenn er die Saamenkörner vor dem Winter, oder im Januar oder Februar, wenn die Witterung es erlaubt, legen läßt. Der Verfolg künftig. Bekanntmachung. Auf Ansuchen des Fayischen Eura- tors Adam Hobelec allhier, ist der Verkauf fammtlrcher3 dem hiesigen Bürget David Marsteller, gehörigen Güther, erkannt , und Termin zur Versteigerung auf Montag den 22ten April dieses Jahrs, Vormittags um 11 Ulr bestimmt worden. Alle diejenigen , welche an diesen Güthern, die zum Theile von Jacob Marsteller geerbt worden sind , und von demselben verpfändet seyn können, gegründete Ansprüche haben, werden hiedurch aufgefodert, am genannten Tage, oder auch vorher, ihre Forderungen bei hiesigem Amte anzuzei- gen, und die darüber in Händen haben-' den Verbriefungen originaliter, oder in beglaubten Abschriften, vorzukegen. Wer solches unterlaßet, hat sich zu gewärtigen, daß den Rechten nach auf Präklusion erkannt, und, so weit die eingehenden Kaufgelder hinreichen, der Curator Hobrler davon befriediget werde. Grüningen am Uten Februar 1799. Hessen - Caffelisches Amt. Happel. eotc — ) 28 ( —• Gottesdrenf? Am 1? Febr. In der St Pancrai'uskirche. Mor> gensHerr Superintendent Bechwld. Nachmittag» Herr Supermtendeitt Müller. In Der Durgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Superintendent Schulz. Morgen den 17 Febr. hat oae Frischbacken Hr. Kirchensemor Noll, in der Neustadt. Geraufte bei der Sradtkircke. Am 3. Febr. Dem Burger u. Schlosser, Friedrich Maul, eine Tochter, Namens Iohannetka Katharina. Am 6. Febr D?m Burger und Ober- amtcdiener Jacob Andreas Löber, ein Sohn ( Namens Philipp Jacob. Eob. Dem Burger und Mrzqer, auch Gasthalkerzum grünen BauM/Konr Vogt, em Sohn, Namens Johann Balthasar. Am 8 Febr. Dem Burger u. Mezger, Konrad Vogt, P ter» Enckcl, eine Tochter , Namens Maria Christina. Am io. Febr. Dem Burger u. Schönfärber, Balthasar Jacob Zinßer, ein Sohn, Namens Justus Melchior. I 1 1 x 1 f i 1 Giesser Victualien - und Markt-Preis- W Ochsenfleisch — — Kühsteisch — — Rindfleisch — — Kalbfleisch . — — Schweinefleisch — — Hammelfleisch — — Hammelsfett — — Rind--Nierenfett fr. Pf. 8 ~ 7 - 6 - 5 — 8 — 8 - r tfc Schweinefett — 1 — Seifen — 1 — Lichter — 1 — frische Butter — l — geschälte Hirse — 1 — grob geschälte Gerste 1 — hetn geschalte Gerste Eyer 3 Stück — — Schwarz Brod Weck — — Milchbrod Butter Bretzeln gemischt Brod oder Taigscher kr. Loth | Quint 1 12 1 1 1 7 ■*p 1 6 ' — 1 3 1/2 1 9 1/2 Getraidepreise vom 9» Febr. bis den 16. Febr., m Frankfurt. Wahrung yen fi. ä6o kr. und das tU zu 34 toth Cölnisches Stlbergewtchr. Städte. G e m ä S. Waizen wiegt Korn wiegt Gerste wiegt Hafer wiegt fl. fr. rb. fl. fr. ib. fi- >kr. ft. fl.lfr. w. Darmstadt das Malter. 6 45 175 5 8 »57 4-' 140 2|38 93 Gi-ffen das Achtel. 8 - 200 7 — 180 4 30 160 41— 140 Marburg «dar Mött. 8 10 1501 I5!3° 1351 «3 45 120 2|4O 84 Diez t dae Achtel. 13 30 340I 8|4° 300 ] 5 40 — 1— Wezlar Idas Achtel. 11 — 2061 7*50 190I 1 1 10 168 4I—1 «*