Nr.XXVHL 13. Suiii. 1799- Giesser Jntelligenzblalt. Allgemeine Bauern- uno wurerungsregeln. Verfolg. Es wüsten von einem Orte, wahre Witterungsbeobachtungen, an ein festgesetztes meteorologisches Jtomlcir monatlich einaeichickl werden ; es wüste eine genaue Beschreibung der örtlichen Lage des Ge- bürgs, oder der Planen , dec vorschlagenden Erdenmischung, der nahen oder entfernten Flüsse, Seen, Moräste, Walder, des stanern oder qeringern Anbaue, angegeben werden; man müste den Polagrad bestimmen, den Mittelstand des Barcme- ters und Thermometers angeben. Als-" dann müste, nach einerlei angenommenen Skalen beim Baro- und Thermometer, täglich beobachtet werden ; man müste Wi »de und äusserliche Beschaffenheit des Wetters, sammk den bemerkten Luflerschei- nung>n genau angeben. Man müste die Frucht- und Unfruchtbarkeit der Monate bemerken, auf Gesundheit und Ungesundheil der Luft für Menschnr und Viel) Acht geben , und Bemerkungen über zahme und wilde Thiere, Insekten, Fische, Zugvögel rc. anstellen. Für einen jeden Ort ließen sich dann hieraus allgemeine Re. sultate abziehen, und wenn diese Beobachtungen fortgesetzt würden: so könnte hieraus ein Naturkalender für jeden Ort, und mit der Zeit auch wvl ein allgemeiner errichtet werden. Wetterregeln. 1. Wenn die Sonne roth und feurig aufgeht: so bedeutet es Wind und Regen. 2. Ist es bei dem Aufgange der Sonne wölkicht, und vergehen diese Wolken bald: so bedeutet es beständiges schönes Wetter. Der Morgen grau, der Abend roth. Ist ein guter Wetterbot. 3. Wenn des Morgens an einigen Orten des Himmels etwas graues zwischen den Wolken hervorschimmert, und in der Höhe, gerade über uns, heller, blauer Himmel ist: so hat man stürmisches Wetter zu vermuthen. ( Anmerkung des Herausgebers.) Der Grunh von diesen Erfahrungen liegt in der Beschaffenheit unsers Dunstkreises, wor- innen sich die Sonnenstralen brechen, und die verschiedene Färber, b-lden, die die Beschaffenheit Dünste in der cbern Luft anzeigen. Doch ist auch hier noch Rücksicht zu nehmen, auf die Lage der Gegend, wo , und der Iahrezcit, wann, beobachtet wird. Denn ein anderer Erfolg wird im Frühjahr, Sommer, Herbst, ein andrer im Winter sich zeigen. Auch vorhergegangene starke Naturerscheinungen werden vieles in der Regel verändern. Verschier dene Naturforscher wollen bemerkt haben, daß sich seit dem 1755 gewesenen zerstör,-. renden Erdbeben in Portugall, ein merklicher Unterschied in der Abwechselung der Witterung gezeigt habe, daß öftere Abwechselungen und eine größere Unbeständigkeit, wie vorher, in manchen Jahren in der Witterung erfolat sey. Sind nicht seit 50 Jahren die Nordscheine mehr gegen die mittägigen Gegenden fortgerückt? Haben wir nicht in Deutschland mehrere Erdbeben , wie sonst gehabt? 4. Große Wolken , wie Felsen, sind Vorboten eines starken Regens. 5. Wenn kleine Wolken zusammen laufen, und groß werden: so wird damit viel Regen angedeutck. Annr — ) iio ( — Anm. des Herausgebers. Der verschic- dene S'crnd des Mond.^, die Zeit der Tag- und Nachtgleiche, die Zeit unmiltelbar vor oder nach Cem längsten Tag , also die für uns io wichtige Wendung unserer Erde gegen die Sonne, der größere oder geringere Grad der Luftelektrizitat, die durch die Hauptw-nde, die eine Zeitlang vorher ge« wehet haben, vermehr! oder vermindert wird, können starke Ausnahmen von der 4ten und ^ten Wetterregel verursachen. 6. Wenn sich an einem hellen Abend gewisse kleine schwarze Wolken sehen lassen: so folgt bald Regen. 7. Wenn an einem schönen Tage der Himmel mit weissen Wolken, wie Lvcken» wolle, vom Ausgange der Sonne her, besprengt zu ftyn scheint; so folgt gemeiniglich in einem oder zwei Togen Regem ( A. d. H. Eö mülle bei diesen Regeln stehen , zu welcher JahrSzeit/ und bei was für wehenden Hauptwinden diese Erfahrung einzutreffen Pflegt.) 8. Wenn sich auf den Spitzen der Hügel, oder Berge, dünne, oder wässe- rigte Wolken zeigen: so wird es bald regnen. (A. d H. Im Winter wirds bald Thauwetter, oder mehr Schnee geben.) 9. Wofern jahling entstehende Wolken zum Vorschein kommen, und die ivft ausserdem von Wolken leer ist: so bedeutet es einen baldigen Sturmwind, besonders wenn sich diese am Hellen Himmel entstehende Wolken , um die Mittags: oder Aendgsgend des Himmels (SudoderWest) blicken lassen. (A d. H. Nach den verschieden-en Der- häktniss'N der Jahrezeiten, und der ¥ufb elektrizitat könnte auch ein Gewitter er- folgen.) 10. Wmn die Spitzen der Berge rein und klar sind: so kann man schönes Wetter hoffen. ( A. d. H. Wohlzumerken, wenn diese Reinigkeit der Lust anhält/ und Hine starke Bewegung der Lust zu tzerspühren ) 11. Eben so, wie in niedrigen Feldern oder Thalern Nebel entstehen, und bald vergehen: so laßt sich angenehme- schönes Wetter hoffen. ( A. d. H. In manchen Jahrezeiten erfolgt auf auffleigende Nebel bald , in manchen später, Regen Allzugeschwind verzehrende Nebel haben gar oft eine Veränderung des Wetters zur Folge. ) 12. Steigt abir der Nebel zu den Spitzen der Hügel oder Berge hinauf; so ist innerhalb einem oder zwei Tage, Regen da. ( A. d. H. Umstände und verschiedene Jahrszeiten, wie auch die Verschiedenheit der Nebel, verändern die Regel, wie wir gleich, aus der folgenden Beobachtung, hören werden ) 13. Ein allgemeiner Nebel vor Aufgang der Sonne, um die Zeit des Vollmonds, bedeutet schönes Wetter. ( A. d. H- Nummer 12 und I Z läßt nicht allemal auf den, schon verschiedene- mal bemerkten Heer, oder wie andere zu sagen belieben, Höhenrauch, behaupten. Der ror einigen Jahren beobachtete allgemeine Heerrauch, war eine Folge der ausserordentlichen Naturbegebenheiten in den äussersten > örtlichen Ländern, und fern mit Nord Oh wind in unfern Dunstkreis. Die scheinende Sonne, wie auch ter Vollmond machten prächtige E«scheinungen darinnen , auch die während dlesim Heerrauch gewesene-Gewltter, ttaren von einer besonders langen Dauer und Starke.) 14. In Nachten, wo man den Schall der Glocken, das Geräusch des Wassers, das Geschrey der Stiere, den Gesang der Vögel, oder sonst dergleichen Dinge vernehmlicher, als zu andern Zeiten höret, da ist die Luft zum Regen geneigt, der gemeiniglich darnach erfolgt. A. d. — ) III ( — Im Neustadter Feld. 3) i l/4 Morg. izRut. in derLeuwen- kaut genannt. A. d. H. Dt'e unters ?uft hat da, wie der fallende Barometer zeigt/ ihre Schnell- oder Federkraft verlohren , und Oie durch SchaU entstehende zitternde Bewegungen in der Luft, können sich nun ungehinderter fortpflanzen, und verbreiten.) 15. Wenn die Flüsse, oder Bache, zu solchen Iahrszeiten, wo sonst das Wasser stark zu seyn pflegt, wehr als gewöhnlich schwach werden: so folgt darauf viel Regen. Hingegen folgt trockneS Wetter, wenn die Flüsse oder Bache, nach dem Regen, eine Zeitlang immerfort fallen, oder abnehmen. A. d. H. Der Grund von der ersten Beobachtung ist, daß gemeiniglich auf eine lange, und in einer ungewöhnlichen Zeit anhaltende Tröckne, Regen erfolgt. Das geschwinde Fallen der Flüsse, kann durch Kalte, oder Nord Ostwinde befördert werden. Auch der Stand des Monds und seine Hauptveranderungen, wie auch die Tag- und Nachtgleiche, haben öftere eü nen recht merklichen Einfluß auf große Ueberschwemwungen , und ihr geschwindes Fallen. So lange man bei der Ebbe und Fli-kh in Meeren und großen Flüssen, die in nahe Meere fallen, den Einfluß des Monds verspürt: so lange wird man auch diese meine Beobachtung stehen lassen müssen.) Der Verfolg künftig. Bekanntmachung. Folgende Feld-Stucker, welche der Jungfer A M Müller zugehören, sollen auf eine z jährige Leihe, nemlich igoo. igor. und 1802. verlehnt werden, sind folgende : Im Neuenweger Feld: 1) 1 r/4 Mora. 14 Rut. Acker cm Aul- Weg , neben Rokhgerber Vetzberger und Hrn. Busch im Garten gelegen. 2) t/2 Morg. 26 Rut. H Sch. am Grü- ninger Fußpfad. 4) 172 Morg. 14 Rut. am Wismarer Wrg , neben Hrn. Roths Wittib gelegen. 5) Eme Wiese von 155 Rut. 14Sch. an der Hart. 6) 1/2 Morg ii Rut. 9Sch Garten in den Schicßgarten, und 7) 174 Morg. Wiese in den Schießgär- len, neben Schuhmacher König und Gka- serweister Braun gelegen. Wer dazu Belieben fragt, kann sich beiHrn. Magister Koch, als Vor mund über vorgedachre Jungfer Müller, melden. Ferner: Diejenige Stücker, an der Siechbrücke gelegen, welche der Rathediener Hr. Balr ser l2 Jahre in Besitz gehabt, sollen wiederum auf 3 nach einander folgendeJahre, nemlich 1800., 1801. u. 1802. verlehnt werden. Wer dazu Lust hat, kan sich de» Hrn. Magister Koch melden. Gotresdienf? am 14. Julii. In der St. Pancratiuskirche. Mor» gsns Herr Professor Palmer. Nachmittag- Herr Superintendent Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buff. Morgen den 14. Jul haben das Frisch- backen die Beckerweister Christoph Schmidt auf dem Markt, und Löber, in der Wall- thorstrase. Ein- nnd Auspassirte. Am 2. Jul. Hr. Pfarrer Schwach, von Groß- Karben, log. Im Riesen. Am z.Jul. Hr. Landgraf von Hess. Cassel, Hochfürstl. Durchlt., durchpass. Am 5. Jul. Hr. v. Rabeneburg, von Steinfurt Hr. Centgraf Köhler, von Lauterbach, log. im Einhorn. — ) H2 (. — Am 7 Jul. Hr. Doetor Beno , aus Braunfels, log. im Einhorn. Am 8 Jul. Frau Majorin v. Münchhausen, von Hess. Cassel, log im Einhorn. Am io. Jul. Hc. Jagbjunker v. Gall, Von Dillenburg , log im Adler. Eod. Hr. Justtzralh v. Drott, von Marburg, log. nn Einhorn. Am ir. Jul. Hr. Reg. Rath RieS, Hr. Justijruth Blum, Hr. Rath Caup, sämtlich von Hanau. Hr. Hauptmann Caup, von Hess. Cassel, log. imEuchorn. Ropulirte bei der Stadtkirckie. Am 7. Jul Friedrich Franciscus Walther, Burger und Schneider allhier, roek land Johannes Wallhers, Burgers und Schneiders allhier, hinterlassener ehel. Sohn, undMargaretha, weiland Philipp Bachs, Einwohners und Schneiders zu Gladenbach, nachgelassene ehel. Tochter. Geraufte bei der Gradrkircke. Am 10 Jul Dem Burger u. Brandweinbrenner , Christian Müller, eineToch- ter, Namens Maria Henrietta Magdalena. Giesser Vickuaiien-unv Markt-Preis. kr Pf.j , ft Ochsenfleisch — — 9 1 ft Schweinefett — t — Kühfleisch — — 8 ——• 1 — Seifen — — Rindfleisch — — 7 1 — Lichter — I - Kaldfleisch - - 6 — 1 1 — frische Butter — — Schweinefleisch — — 9 — l — geschälte Hirse — * — Hammelfleisch — — 8 —- ' 1 — grob geschälte Gerste * — Hammelsfett — — — , — klein geschälte Gerste I — Rinds-Nierenfett — 14 — Eyer 5 Stück — — !r. Pf. 2 16 20 24 14 8 8 10 4 kr. I Loth 1 Quint Schwarz Brod I 8 1 2 Weck — — I 5 11/4 Milchbrod I 4 । 11/4 Butter Bretzeln 1 2 2 5/8 gemischt Brod oder Taigscher 1 I 7 Getraidepreise vom 6.Iulii bis den iZ.Julii, in Frankfurt. Wahrung den fi. ä6o kr. und das zu 34 Loth Cölnisches Silbergewicht. Städte. G e m ä s. Waizen wiegt Korn wiegt Gerste^ wiegt! Hafer wiegt fl fr. ft. fijkr. ft. ff.ltr. ffi 1 fl. fr. ft. Darmstadt das Malter. 6 45 175 | 5'8 157 4 — 140' 2 38 98 Giessen das Achtel. 12 ——- 200 ! 9 50 180 7 —— 160 6 — 140 Marburg das Mott. 8 — 1 1501 1 61- i35i ' 4 -— 120 3 — 84 Die; Wezlar 1 das Achtel. 20 — 34o 16 So 300! 1 10 40 —— —— — !das Achtel. 13 — 1 2061 I li>— 190 1 7 40 168 6 20 - Dieses Jntelliqenzblatt ist für 45 Kreuzer in der Kriegerschen Buchhandlung gege» Vorauszahlung zu Haden.