Nr* XIX» n* Mül* »799« Gresser Jrrtelltgevzblatk. Antwort. Sey mir willkommen liebe, holde Kleine! und Freundrn meines Herzens oben drein. Komm! sonne dich in unserm Sonnenschein. Auch du sollst dich mit unS deS MaieS freun ! Ja wohl soll unsre alte Freundschaft dauern, imSlurm der Zeiten unerschüttert stehn, wie Gle»bergs Epheu-überwedte Mauern, stark w,e der Felsen der sie trägt, und schön! Auch dank ich herzlich für die gute Lehre, nur baut ein Nest sich leichter als ein Haus. Auch irrst du, wenn du glaubst, daß ich wohl müssig wäre, seh ich einmal zu meinem Fenster'rauS. Natur und Freiheit schenken nur Erfindung, und wehe dem der dies nicht wer- noch fühlt. Wie oft find' ich in heiliger Empfindung die Ruhe, die des Denkers Stirne kühlt! Ich seh': wie du mit mütterlicher Liebe, im Nest die kleinen naktenIungen dekst, zum Morgenkuß, zum Umtausch süser Triebe den Ruhetrunknen Gatten wekst. Und wie der Treue für dich sorgt, dich füttert, vom ersten Strahl den un- die Sonne bringt, bis zu dem lezten der durchs Fenster zittert und uns zum Feierabend winkt. Wer kann wohl schöne Pandione! ohne Rührung dies Fest der treusten Gattentreue sehn? Wer fühlt nicht Ahndung einer höhrrn Führung bei eurer Wandrung, sich umweh'n! Zwar singt mir nicht ins Goldgeweb der Suiten ein trautes Weibchen: „ Wenn ich einst das Ziel,rc. doch gab Natur für meiner Brüder Freuden und ihren Schmerz, mir thäkigeö Gefühl. Der Freundschaft Hülfe scheucht der Erde Leiden, und die Natur schmükt sich doch auch für mich. .In unserm Herzen quillt der Born der Freuden, der Thor nur sucht ihn äusser sich. Wenn dann bisweilen Gram im Innern wühlet, wenn du mein Äug' erblickest minder rein; so denk: dem Mann der redlich forscht und fühlet, x wird ost sein Herz zu groS — die Erde klein. Laß immer sie auS ihren Angeln wanken , es ist nur-Staub, in welchen sie zerfällt; und fest halt' ich den göttlichen Gedanken: Wir sind nicht bloS für diese Unterwelt! Und wenn ich jene wähle, die keine Freude trübt; umschweb' als Schwesterseele den Mann, der dich geliebt. Bring' ihm von jenen Palmen den Zweig der Kühlung zu. Harr' sein bei goldnen Halmen auf Fluren cw'ger Ruh! w. Ge- — ) 74 ( — Gedanken tineö JLaien in Oer Hydraulik, gelegen: beithcb Oer webransfalten in Oer XTacbt Oes 23cen Februars O» I. Oazu angefacht. Verfolg. jn heigeren Zeiten gierige diese- wohl «N, wenn schon der Müllerden Fluthgang au- Privat - Interesse geschlossen hielte und also den 41 1/2 $u6 Weite nur noch 8 i/z Fus zum Durchgang übria ließe. Unver. antwortlich aber ist es, daß in allen Flu- then, wenn solche schon vor den Thoren stunden und also schon lange vorher alle Schützen, sowohl der Fluth- als Mahlgängen aufgezogen seyn sollten, der Müller fast redesmal, mittelst obrigkeitlichen Drohungen, daß dessen Widerspenstigkeit geahndet werden würde, zum Aufzug VeS FluthgangS gezwungen werden muß. Darinnen also, daß die Wiesek, nach, dem sie die Benennung Siechbach angenommen , sich gegen ihre Mündung in den Lahnstrohm je mchr und mehr zuspitzt, liegt platterdings der Grund ihrer, in gerin- Aerem Maase ganz gedeihlichen — bei sol. ehen Umständen aber, sehr verderblichen Überschwemmungen, der längere Aufenthalt demselben in unfern Auen, und die Gefahr, daß wenn nachher die Lahn au»- tritt, sich diese mit jener vereinigen — sohin uns in fürchterliche Erwartungen se. tzen könne. Die Weise, wie diesem Hebet alchelf- liche Maase ertheitt werden könne, werde ich nun hier anfüqen und solche dem Ur- theil jedes Verständigen und tiefer seyen- den überlassen. Der Siechbach m^ß ein ihrem Zustuß angemessener Ar>z >g gegeben werden Da aber d»e Oefnunq links der Rühlmühle ohne qr.ofen Verlust des Stadt Aerariums, der ihm am gegenseitigen Ufer belegenen Schneitmühle wegen, nicht erweitert wer- den kann; so wäre da- am wenigsten kostspielige und doch die Fortschaffung der Vorwasser gewiß dezwetkende Mittel dieses: daß hinter der Mündung des Pulver- grabens , oder zwischen'dieser und der Rühlmühle, aus der Siechdach, und zwar am schiklichsten durch den Plok- jetzo Seipischen Garten, ein vhnge- ^ähr qvFus langer Graben, die Proportion seiner Weite nach obiger Ver- gleichunq des Ab - und Zugangs genommen, geschnitten und in den rechts um die Rühlmühle sich schlangelnden hohlen Weg geleitet werde. Dieser Weg liegt lief, ist schräge bis zum Mühlgraben qep.'astert und die Aohänge darinnen mit St-chplastern versehen. D-eS führt auf die V rmulhung, daß derselbe vormals ein Sbeil eines zu dem nemlichen Behuf abgestochenen Grabens gewesen siyn mag. Diese Vermuthung wird noch dadurch bestärkt, weil eine gewisse schmale Vertiefung durch die Wiese des eben genannten Plokischen Gartens Rudera eines solchen Grabens gewesen zu seyn scheinen, welcher durch das anhaltende Anbauender A„»°ß,r mit »n 3,:t ,b,n so D,rf«mmtn, au« ivr kohn durch die kicht,nou jur Stadt, an d,ff,ii Derfülluu, frlbll oor 0bng,sähr funfiio Iah. ten Handreichung qethan habe. U ; . Mit der Fertigung dieses Grabens wäre also die Slokkung der Vorwasser vor der Oefnu.^-zwischen beiden Mühlen in so weit a-hot)kn/ wenn nicht hinter denselben der Mühlgraben in neueren feiten fru-ch *>ae ^uen und Verzäunung mit lebendigen Weiden also vereng! worden wäre, dast dieser nicht einmal mehrdieHalfte der Weite von der Oefnung zwischen den Mühlen bat Daß diesen Graben nicht die Natur aebik' der . vielmehr durch Kunst zum Bestand dtt Muhle, und um dessen Schnelliak-,t willen geradeaus, zur Lahn gezogen wordem davon lasse ich mich das Gkgenlheil nicht über* — ) 75 ( — überreden. Ich werde daher mich mit dessen gegenwärtigen Verhundsung n»chl weiter abgeben, sondern erkläre nur, vaß die kleine Slrekke dieses künstlich angelegten Grabens von der Mühle an bis zu Vestel- den Fall in die Lahn in sein ehemaliges ursprüngliches Bell, und zwar in schnurstrak- fer Linie, gebracht werden müsse, wenn schon dessen Weite auch nicht mehr als 24 bis zoFus enthielte. Der Verfolg künftig. Bed'anntinachrrngen. 1) Da zur Vollständigkeit des, der Kriegskosten halber, vorzunehmenden Li« quidalionsgeschäfts, so wie zur genauen Uebersicht des ganzen Rechnungswesens überhaupt, erforderlich ist , daß alle diese.' ntge hiesige Einwohner, welche auf Anweisung Jürstl. LandeS-Kriegs-Eommsssion zum Behuf der Französischen Requisitionen, Lieferungen gelhan oder Arbeiten verrichtet Haden, ihre desfallsiae Forderungen von Anfang an bis zu Ende — ohne Ruckst ob sie darüber bereits einzelne Rechnungen übergeben Haden oder nicht, insofern nur dieselbe noch nicht wirklich liquir Virl sind, — fpecifice mit Bemerkung Tags, Jahres und unter Beziehung auf Lik erhaltene mündliche Anweisungen oder in Händen habende s.^riftliche Anweisungs- Scheine aufstellen und eingebm; so wird zu diesem Ende hiermit ein Termin bis zum iZten dieses Monats gesezt, binnen wel: them alle diese Gläubiger ihre, und zwar wenigstens auf einen halben Dogen gescheit- hene R chnungen , sedesmal Vormittags Btt dem Fürst! Sekretariuö Lindt allyier rinzultefern haben Giessen am ^tenMai 1^99, Iaup. Leustler. 2) Nachdem? auf Verordnung Hoch- fürstlicher Renthkammer zu Darmstadt das ellemige Krugdeckel - Kannen- und Loffel- giefen in dem Amt Hüttenberg vom 23. August d. I. an in einen z rährigen Bestand gegeben und dem Meistbietenden^lalva ratificatione erwähnter Hochfürstl. Renthr kawmer überlassen werden soll, sofort Ter» minus zur desfalsigen Versteigung auf Montag den zoten Mai l. I. anberaumet worden; als wird solches zu dem Ende hiermit öffentlich bekannt gemacht, damit diejenige, welche zu dem obgedachten Be- stand des alleinigen Krugdeckel- Kannen- und Löffelgiesens Lüsten haben, sich besagten Tag , Vormittags 9 Uhr iw AmthauS dahier einsinden, d>e Bedingnisse vernehmen, und nach Gefallen mitbieten können. Signatum Lan.igöns am 2oren April 1799* Furstl. Hess. Rente, daselbst. C. G. von Zangen. tTeae Bucher die in der Rriegerschen Buchhandlung zu haben. Unterhaltungsbuch für den deutschen Burger und Landmann, oder allgemeines deutsches Volksbialt, czThle. ist. 12fr, Gottesdienst am ttfien Pfingsttag. In der St Pancrotiuekirche. Morgens um 5 Uhr, Herr Stipendiatenmajor Diehl. Um 9 Uhr Herr Superintendent Bechtold Nachmittags Herr Superintendent Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Superintendent Schulz. Am zweiten Pfingsttag. In der St. Panrratiuskirche. Morgens Herr Professor Palmer. Nachmittags Herr Magister Beck. In der Durgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittag- Herr Pfarrer Buff. Koptn'irte bei der PStatnFircbc. Am 5 Mai Ioh. Georg Mog, Burger und Schuhmacher allhter, weiland Ioh. Georg Mog, Burgers und Stadtmüllers allhier, — ) 76 ( aLhler, nachgelassener ehel. Sohn, und Iohannetta Katharina, weiland Joh. Pe- ter Dölcker», Burger» und Schuhmachers allhier, nachgelassene ehel. Tochter. Getaufte bei der Stadtkirche. Am 6. Mai. Dem Burger und Gold- schmid, Ludwig Mannberger, ein Sohn, Namen» Georg Karl. Beerdigte bei der Stadtkirche. Am 27. April. Hr. Kirchensenior Ioh. Konrad Eckstein, alt 86 Jahr. Am z.Mar'., De» Burgers und Mez- gerö, Balthasar Weidich» Sohn, Namen» Konrad, alt 8 Tage. Am 4. Mai. De» Burger» u. Schneider» Franzen Tocyter, Namen» Iohan- netta Margaretha, alt n/a Jahr. Geraufte bei der Burgkirche. Am 7. Mai Hrn. Hofrath und peinlichen Gerichksassessor FoUeniu», ein Sohn, Namen» Paul Christian Friedrich Karl. 1 1 1 £ I £ £ I Giesser Victualien-und Markt-Preis. ft Ochsenfleisch — — Kühfleisch — — Rindfleisch — — Kalbfleisch — — Schweinefleisch — — Hammelfleisch — — Hammelsfett — — Rinds-Nierenfett fr 7 6 5 4 8 8 14 Pf. 1 ft Schweinefett — £ — Seifen — 1 — Lichter — 1 — frische Butter — 1 — geschälte Hirse — 1 — grob geschälte Gerste 1 — klein geschälte Gerste Eyer 7 Stück — — 10 — ■20 2 .24 — lZl- 8 - 8 - Schwarz Brod Weck — — Milchbrod Butter Bretzeln gemischt Brod oder Taiascher kr. Loth Quint 1 12 1 1 7 «MBB* 1 6 — 1 3 V2 1 9 1/2 Getraidepreise vom 4. Mai bis den n. Mai, in Frankfurt. Währung den fi. ä6o kr. und das ft. zu 34 Loth Cölnrsches Silbergewicht. Städte. G e m ä s. Waizen wiegt Korn wiegt Gerste wiegt! I Hafer jwiegt fl. kr. ft. fl.Ikr. ft. st. kr. ft. i iftTFr. ft. Darmstadt da» Malter. 6 45 175 5.8 '57 4- 140 2 38 Oft Giessen da» Achtel. 9 — 200 7 {20 I8o| 5 — 160 4 ZV 140 Marburg da» Mott. 8 10 l S°i 1 5I3° 1351 ' 3 45 120 2 40 8a Diez | da» Achtel. ! 16 — 340I IO|IO 300 7 10 Wezlar Ida» Achtel. ; 11 — 2o6| 1 7'50 190I 1 7 10 168 4 —i — Dieses Jntelligenzblatt ist für 45 Kreuzer in der Kriegerschen Buchhandluna Vorauszahlung zu haben. a a ärn