Nr.XXXIf. i->, August. >7--. Giesser Jnttlllgeiizölatk. Allgemeine Bayern- und Wrkrerangsregeln. Verfolg. Nene wLtterungsregeln. Dritte allgemeine Regel. Unter den vier Mondsveränderungen, veranlaßt der Neumond die stärkste Wet- terveränderung vom schlimmen zum guten , oder vom guten zum schlimmen Wet. ter. Im Sommer ereignet sich diese Veränderung gemeiniglich 2 Tage vor dem Neumonde. A. d. H. Wie ,st es, daß , seit dem großen Erdbeben im Jahr 55 , und seit andern erfolgten allgemeinen Naturerschei. nungen man nicht mehr so sicher auf die Veränderungen des Wetters nach den Mondsveränderungen, schließen kann? Dies; Bemerkung verdient gewiß Nachdenken. Vierte allgemeine Regel. Man kann fünf gegen eins wetten, daß der Vollmond einen. Wetterwechsel mit sich bringe, besonders wenn er vor Mitternacht e'mfällt. Hingegen darf man nur drei gegen eins wetten, daß sich bei dem ersten und lezten Viertel diese Veränderung zulrage. Fällt der Mondswechr sel eine Stunde nach Mitternacht, oder in die Frühstunde; so läßt er gut Wetter vermachen. Fallt er hingegen in den Abendstunden ein: so ist es Neigung zum schlimmen Wetter. A. d. H So viel mir bekannt ist, erfolgen die Mondewechsel nicht für alle, unter verschiedenen Graden liegende Länder, zu einer und eben derselben Stunde, also wüsten die Folgen auch verschieden seyn. Diese Regel, deucht mich, wüste noch einige Zusätze haben. Fünfte allgemeine Regel. Der Eintritt des Monds in die Zeichen des Widders und der Waage ist eine größere Ursache zur Wetterveränderung, als das erste und lezte Viertel. Eden das läßt sich auch von feinem Liebergange zum Steinbock und Wassermann, und vom Zwilling zum Strebs sagen. Der Lieber» gang de- Monds von dem Widder zum Stier, und vom Stier zu dem Zwillinge, ist Ursache zum guten und angenehmen; sein Liebergang aber vom Zwillinge zum Krebs, und von der Waage zum Skorr pion, bis zum Steinbock, ausschließlich, ist die Ursache unangenehmer und schlimmer Witterung. Ueberhaupt sind die sechs aufsteigende Zeichen, Steinbock, Wasser» mann, Fisch, Widder, Stier, Zwillinge, dem guten Wetter, die sechs absteigende Zeichen hingegen, dem schlechten Wetter günstig. Die Zeichen findet man in jedem Tage im Kalender. A. d. H. Diese Regeln lauten sehr astrologisch, und man wundert sich billig, wie der Verfasser der vorhergehenden so vernünftigen und gründlichen Beobachtungen , diese so altfränkische astrologische Dinge hat hinschreiben können. Wer kann einen Einfluß, oder eine Einwürkung der, von uns so unermeßlich entfernt stehenden unschuldigen Sternbilder, die wir die ir Zeichen nennen, glauben? Die Fixsterne dieser Sternbilder, sind ganz unschuldig an unserer Witterung, eben so unschuldig, wie der Hundsstern, an dem Tollwerden der Hunde! So wenig wie ein Dorfschule theis ** ) 126 V *• theis unserer Gegend, über die Provinzen des türkischen Kaiserthumszu befehlen hat, eben so wenig haben diese Sterne auf unfern Erdboden, und seine Witterung, einen Einfluß. Warum nennt man nicht die Iahrszeiten bei ihrem eigentlichen Namen , in welchen die Lage unserer Erde gegen die Sonne, uns hindert diese Gestirne sehen zu können, das heißt nach der uralten Astrologie, die Sonne tritt in dieses, oder jenes Zeichen. Es wüste also, nach einer verständlichern Sprache lauten, im Christmonat und Jenner läßt sich das erwarten, und da wissen wir, daß mit dem kürzesten Tage, sich die Lage der Erde gegen die Sonne ändert. | Dom Zwilling zum Krebs wüste heissen, um die Zeit des längsten Tages, wo sich ebenfalls die Lage unserer Erde gegen die Sonne ändert. Vom Widder zum Stier heißt, nach der Frühlingstag- und Nachtgleiche. Die aufsteigenden Zeichen bedeuten die Zunahme der Tage, und die absteigenden Zeichen, die abnehmenden Tage. In diesen Monaten verändert sich die Lage unserer Erdegegen die Sonne gar sehr, und die Strahlen der Sonne fallen entweder gräder, oder schiefer. Man sehe meine bei der ersten dieser Witterungsregeln gemachte Anmerkung nach: so wird man finden, daß ichauch durchdiese astrologische Witterungsregel gerechtfertigt werde. Sechste allgemeine Regel. Je mehrMondepunkte zusammen treffen , desto gewisser und merklicher ist die WetterAranderung. Durch Mondepunkte verstehet man die größere oder geringere Entfernung deS Monds von der Erde, seinen Uebergang aus einem Himmelezeichen in das andere, sein Stehen in diesem oder jenem Zeichen, ordentlich seine Brüche. A. d. H. Was ich von dieser astrologischen Regel verstehe, daS habe ich schon in meinen vorhergehenden Anm. angegeben. Siebende allgemeine Regel. Die Erfahrung lehret, daß die Iahrszeiten mit ihrer Witterung , dem Monds- knoten folgen , welchem nach, alle acht bis neun Jahre ohngefähr eben dieselbe Witterung einzutreffen pflegt. A. d. H. So sagten die Alten, bisher hat man aber noch keine diese angegebene Regel bestätigende Erfahrungen gemacht. Man ist noch nicht im Stande, aus Beobachtungen, die täglichüber 7vJahrehin- durch angestellt und niedergeschrieben worden sind, gewisse Angaben von künftiger Witterung zu machen, immer finden sich Ausnahmen vor den Regeln! Achte allgemeine Regel. Der Winter- und Frühlingswitte- rung wird meistentheils die Witterung glei- ehen, welche nach der Winter Sonnenwende des vorhergehenden Jahres einfällt. A. d. H. Um dieses allgemein fest setzen zu können: raufte man erst noch meh» rere Erfahrungen anstelle». Neunte allgemeine Regel. Die Zwischenzeit zwischen der größten Nähe und größten Ferne des Monds, beträgt gememiglich 14 Tage, wovon die Halvschted, nemlich 7 Tage, zu der größten Erdnähe zugesetzt oder von der größten Erdentfernung abgezogen, den Tag an- giebk, wo der Mond sich in seiner Mittelentfernung befindet, und wo das Wetter raittelmasig, oder veränderlich styn müßte, wenn man auf keine andere Regel Acht zu geben hätte! Als einen Beitrag zu der WiiterungS- lehre, wollen wir hier in der Kürze alle Beobachtungen fammlen, die man, seit langer Zeit, über die Anzeigen eines bevorstehenden Regenwetters gemacht Hot, dieselbeereignen sich 1) an Menschen, s) an Thieren, z) an Pflanzen, 4) an andern Dingen. 1. Die — ) I i. Die Menschen empfinden bei bevor- stehendem Regenwetter, Schmerzen an al-» len Schäden , und wenn ein Gewitter nahe ist, Schwermüthigkeit in den Gliedern. A. d. H. Der größere oder geringere Grad der Luftelektrizität muß bei dieser, wie bei den folgenden Beobachtungen, mit in Anschlag gebracht werden. 2. Die Hirsche, Schaafe u. Schweine, springen und spielen miteinander, die Esel schreien und schütteln sich, die Wolfe und Füchse heulen und bellen, das Rindvieh halt die Nase empor, um Luft einzuziehen. Das Vieh auf dem Felde versteckt und verkriecht sich, die Hunde fressen Gras, die Katzen lecken -sich , und kratzen mit den Pfoten an den Ohren, alles Vieh frißt starker, wie gewöhnlich, der Maulwurf wirst die Erde höher auf. Der Igel ver. stopft die Löcher an seinem Neste, die Mäuse pfeiffen und rottirensich zusammen, die Hahne krähen ungewöhnlich stark, die Turteltauben gurren, die Hühner versrie- chen sich, und verlassen ungern daß Huh- nerhaus, die Gänse schnattern, die Pfauen schreien, Kranniche, Geier und andere Raubvögel schreien und schweben in einem Kreis in der Höhe herum , die Raben hangen sich an dieBaume und schlagen mit den Flügeln, die meisten Vögel schreien mehr, als gewöhnlich, tauchen sich im Wasser, putzen ihre Federn rc. Die Frosche qua- cken stark, die Kröten und Regenwürmer kriechen hervor, die Krebse fassen kleine Sandsteine in ihre Scheeren, und bedecken sich mit Sand, die Bienen eilen nach ihren Stöcken, die Bremsen, Mucken, Flöhe rr. stechen mehr, als gewöhnlich ; die Ameisen fangen an äusserst geschäftig zu feyn, um ihre Eier ins Trockne zu dringen , und sich in die Erde zuverbergen. 3 Der Klee scheint einen dickern Sten- ael zu bekommen , und steht mehr aufrecht als bei schönem Wetter, die Blätter hin- -7 ( — tungen von Biüthen schließen sich 4. Das Wasser siedet leichter, 6tt Lichter und das Feuer spritzen Funken, brennen dunkel und ungern, es ist em trüber Kreis um die Flamme, , das leicht« trockne Holz guillt auf, die Saiten springen , die Steine schwitzen, die Kloaken stinken mehr als gewöhnlich. A. d. H. Ich habe meine Gedanken hierüber schon angegeben. Der Verfolg künftig. Bekanntmachung von verschiedenen Sacken. i) Künftigen Dienstag , den rzte« dieses, Nachmittags halb 2 Uhr, sollen in dem Wirthöhaus zum Riefen allerhand HauSrath, !an Zinn, Kupfer, Messing, Eisenwerk, Holzwerk, Weiezeug und Bettung, wie auch ein vollständiges Billard, öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verstrichen werden. Giesse« den 9Un August 1799* Fürst!. Hess. Oderamt das. R a y ß. 5) Beste Sorte neuer Holländer Häringe sind so eben angrkommen und um billigen Preis zu haben bei Johann Adolph Flett. Gottesdiens? am u.Augnst« In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Professor Palmer., Nachmittage Herr Superintendent Mütter. Inder Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buff. Morgen den 11. Aug. hat das Frischbacken der Beckermeister Lehrmund, in der Neustadt. Em, Giesser Victualien-und Markt-Preis fr. pf. Tr pf.e 9 — S i ft Schweinefett 8 — 1 £ — Seifen 2 — Lichter £ I 14 gegen i i i i 16 2o 24 7 6 9 8 Diese- Intelligenzblatt ist für 45 Kreuzer in der Vorauszahlung tu Haden. 1 — frische Butter — 1 — geschälte Hirse — 1 — grob geschälte Gerste 1 — klein geschälte Gerste Eyer 5 Stück — — ft Ochsenfleisch — — Kühfleisch — — Rindfleisch — — Kalbfleisch — — Schweinefleisch — — Hammelfleisch — — Hammelsfett — — Rinds-Nierenfett Ein - nnd Anspasirrte. Am zr. Jul. Hr. Reg. Rath v. Wil- hungen, von Marburg, durchpaff. Eod. Hr. i>. Nordeck zur Rabenau, log. im Einhorn. Am 2. Aug. Ihro Durchlt. Fürst von Solms - Braunfels und Hr. Geheimer Hofrath Girtanner, von Wezlar, durchpaff. Am 3. Aug. Ihrs Durchlt. Prinz Christian von Hess. Darmstadt, durchpass. Am 4. Aug. Hr. Kammerrath Miltenberger und Hr Secretair Schober, beide von Darmstadt, log. im Einhorn Getraidepreife vom z.Aug. bis den iv.Aug., in Frankfurt. Wahrung den fl. ä6o kr. und das ft. zu 34 Loth Cölmsches Silbergewicht. Eod. Hk. Major v. Milchling, in Baa» den: Durlachischen Diensten, log. im Adler. Am 6. Aug. Hr. GrafRhombe, von Würtembera, log im Rappen. Eod Hr. Ordensrath Schindler, von Marburg, durchpass. Am 8. Aug. Hr. Kammerrath Serur rier, von Hanau. Hr. Assessor Wachs, von Neuwied, log. im Einhorn. Geraufte bei ver Sravrkircke. Am 7. Aug. Dem Burger und Mez- ger, Moriz Balthasar Mehl, eine Tochter, Namens Henriette Justine. 16/ — 8 — 8 — 10 — 4 kr. Loth Quint Schwarz Brod L 9 3 Weck — — I 5 I T/4 Milchbrod I 4 1 1/4 Butter Bretzeln I 2 2 5J8 gemischt Brod oder Taigscher 1 I 7 2 Städte. Gemas. Waizen wiegt Korn wiegt Gerste roicflt; Hafer wiegt Darmstadt das Malter. O* • 1 kr. 45 ft. US fl. 5 fr. 8 ft. £57 fl. 4 fr. ft. 1 140 ist. 2 fr. 38 ft. 98 Giessen das Achtel. 12 3° 200 9 20 18° 7 — 160 6 140 Marburg das Mott. 8 — I5°i 1 6 —• '35' ' 4 ■— 120 3 — 1 84 Diez Wezlar das Malter. 20 30 34°i 1 l6 50 300 I £O 20 *— — 201 — das Achtel. 13 206) I ££ — 1901 1 7 40 168 6 1