Nr. XVII, 2 8. April. 1798* Gresser JntelllgenMatk. Anleitung zn Vertilgung der Maykäferlarvm oder M-ykäftrwürmer. Verfolg. y') Da man nicht gerade weiß, ob den künftigen Herbst die Käferwürmer bis nach vollendeter Saat oben bei den Wurzeln verweilen werden, so dürfte es nicht übel ge, than seyn, wenn man, so bald als das Vieh die Kornftoppeln abgehütet hätte, die guten Aecker umriß, und nach dem was ich schon bei ( Nro. 1. 2. und 3.) angeführt habe, behandelte. Auf diese Weise würde man diese Würmer in dem Brach - und Kornfelde ziemlich aurrotten, und die in das erste gepflanzten Gewächse für ihnen so viel möglich ist, sichern. Weil man aber bei aller dieser Vorsicht doch nicht alle Kaferwürmer vertilgen wird, und bei derselben unaussprechlichen Menge zu besorgen ist, daß noch ungeheuer viel davon übrig bleiben, und künftiges Jahr alle Käfer erscheinen , und unsere Felder abermals mit ihrer Brut belästigen werden , so wäre es ohne Zweifel nöthig, daß man 10) künftigen Mai die Käfer von Baumen und Hecken schüttelte, sammelte und dann tödtete; demungeachtet aber zu mehrerer Sicherheit, 11) in künftigen, wie dieses Jahr, und so oft wieder viele Käfer kommen sollten, in Ansehung derselben wie (Nr. io.) gezeigt worden ist, verführe. Ich sehe es auch nicht für überflüssig an, wenn man noch über das angeführte 12) die Frühlingssaat auf den guten Aeckern nicht vor dem ersten Mai, auch. wenn die Warme etwa spate kommen sollte, noch später, mit aller der (Nro. 1. 2 3 ) empfohlenen Vorsicht unternähme, und wenn es bann wiederum viele Maikäfer- würmer gäbe, dieses auH die folgenden zwei Jahre, nebst dem übrigen beobachtete, was ich zu Ausrottung dieser schädlichen Insekten, empfohlen habe. Da die allgemeine Wohlfahrt die Vertilgung der oftgrnannten Würmer fordert, so ist es 13) höchst billig, dast ein jeder dazu das ©einige beitrage, wer Aecker und Wiesen hat zur Ausrottung der Würmer und Käfer, und wer keine Feldgüther hat, doch zur Sammlung und Tödtung der Maikäfer. Es sollten auch 14) diese Vorkehrungen überall, wo dergleichen Würmer in großer Menge sich befinden, getroffen werden, ausserdem ist zu besorgen, daß sie von denen Gegenden aus, wo man ihre Ausrottung vernachlässigt, sich wieder in die auebreiten, wo man die besten Maasregeln gegen sie genommen hat. Deswegen wäre es gut, wenn ein Amt an die benachbarten Aemtec und Gerichte schriebe , und sie zur Ausrottung dieser schädlichen Insekten auffor- derte. Da endlich iS) bekannt ist , daß die Raben, Dolen , Elstern , Stuaren, Sperlinge u. d. m. sowohl die ausgeackerten Käferwürmer als auch die Maikäfer selbst gerne fressen, und ihre Jungen damit füttern, so verdienten sie politische Duldung. Ob die Einwohner einer Gegend, wo eS so viele Küferwürmer giebt, durch Belohnungen oder Strafen zur Ausrottung derselben angetrieben werden, überlasse ich der ) 66 ( —■ V-k Polizei. Diese fetzte im Amte Lichtenberg den i7kn Mai des 17909er Iahrö auf jedes Hundert gesammelter Würmer eine gewisse Belohnung, und den erwähnten Tag wurden schon eine sehr große Meyge davon eingebracht, und dieses girbt einen Beweis für den Nutzen der Belohnungen. Ich habe schon vor 4 und 5 Jahren Von meinen Aeckern die erwähnten Würmer ablesen lassen, und meine Vorsorge hat mich nicht gereut. Aber nur wenig andere, die ich hierzu aufmunterte, — und ich habe viele, bei jeder vorkommenden Gelegenheit aufgemuntert/ — sind mir gefolgt. Manche sehen diese Würmer als eine Strafe Gottes an, und denken, sie versündigten sich oder richteten doch nichts aus, wenn sie auf die Ausrottung derftl- ben Fleiß wendeten. Ich will den £errn Theologen überlassen, ob diese Würmer ein Strafgericht Gottes sind, oder nicht. Die Laien aber, die dieses glauben, frage ich: ob, wenn der Blitz in ihre Häuser schlüge, der doch auch eine Strafe Gottes seyn kann, — sie nichts thun würden, diese zu retten, daß sie nicht niederbrennten? — Andere halten die Mühe, die man auf die Ausrottung der Kaferwurmer zu wenden hat, deswegen für unnöthiq, weil es jeden Sommer dergleichen Würmer schon gegeben hatte, und die Feldfrüchte dennoch gerathen wären. Ich weiß es selbst , daß es immer dergleichen Würmer gegeben hat, aber nicht in der unendlichen Zjtenge, wie zeither. Deswegen hatte man auch ehedem keine besondere Vorsicht ih> rentwegen nöthiq. Aber ist es nicht die größte Unvernunft, wenn man jezt, da man den großen Schaden , den sie thun, schon mehrere Jahre gesehen und empfunden hat, keine Maarregeln dagegen nehmen will? Baut man etwa das Feld, die Wiese u. s. w. nur deswegen, damit man sich und sein Vieh darüber ermüde? ' Noch andere sehen zwar die Würmer für schädlich an, giuuben aber, es gehe nicht an, daß man sie auflese bei dem ackern, weil ihrer allzuviel waren. Diesen muß ich sagen, daß sie ganz irrig dran sind. Die Erfahrung Hal schon gezeigt, daß man sie ziemlich gut auflesen kann, wenn man nur will, und das gute Wachs- thum der folgenden Früchte belohnt die aufgewandte Mühe reichlich. Man mache also nur den Versuch mit dem Auficsen der Käferwürmer, so wird man sehen, daß ich recht habe. Bekanntmachungen. 1) Der Verwalter Friedrich Ludwig Engel, welcher ein geräumiges Wohnhaus, eine Scheuer, nebst hinlänglichen Vieh - und Schaafstallen, und einen neu erbauten ha.uslich eingerichtrten Nebenbau, samt zugehörigen Hofrailhe, sodann ein in ungefähr 40 Morgen bestehendes erbeiqeneS Feldguth, an Aecker, Wiesen und Obstgärten, allhier zu Homberg an der Ohm besitzet, ist mit Hinterlassung, beträchtlicher , qrvstenrheils von seinem verstorbenen Vater mit ebengevachlem Guth zugleich übernommener Passiv-Schulden, auf deren Bezahlung von der Creditor- schaft gedrungen wird, vor einiger Zeit von hier weg und nach Friedberg gezogen. Um nun die Gläubiger möglichst für fernerem Nachtheil zu sichern, und daS Guth nicht verwüsten zu lassen, hat man von Amtswegen für nöthig befunden, mit einer öffentlichen Verganthung der Enge- lischen Hofraithe und sämtlichen Feldgü- ther, — welche auf eigene Veranlassung des Eigenthümers im Jahr 1796. schon einmal ) 67 ( einmal öffentlich aufgesteckt — aber wegen der damals bereite ausgebrochenen Kriegs* Unruhen auf feine vortheUhafte An anju- bringen gewesen, — im Ganzen oder Stückweis einen nochmaligen Versuch zu wachen, oder wenn ein solcher Verkauf wegen der gegenwärtig noch fortdauernden Krieg? - Unruhen übermal mit Vortheil nicht geschehen könnte, gedachte Hofraithe und Felvgüther zum Besten der Ereditor- schäft, auf drei oder mehrere Jahre zu verpachten, hierüber aber den Verwalter Engel selbst sowohl, als auch dessen Gläubiger zuvor noch mit ihren Erklärungen zu vernehmen. Es werden demnach gedachter Verwalter Friedrich Ludwig Engel zu Friedberg , und dessen sämtliche bekannt und unbekannte Gläubiger hiermit öffentlich vor- geladen, auf Donnerstag den gken des nächstkünftigen Monats Mai, Morgens um 9 Uhr, vor hiesigem Fürst!. Amt zu erscheinen , und über den ndthigen Verkauf oder Verpachtung des Guths ihre Erklärungen zu thun , in welchem Termin denn sämtliche Gläubiger auch zugleich ihre Forderungen mittelst Vorzeigung der von Schuldner selbst, oder dessen dahier verstorbenem Vater, Earl Friedrich Engel, in Händen habenden Verbriefungen richtig zu stellen haben. Wobei hiemir noch ferner bekannt gemacht wird, daß nach geschehener Erklärung des Eigenthümers und der Creditor. schäft sofort auf den folgenden Tag, nem- lich auf Freitag den 4ten des nächstkünftigen Monats Mai, Morgens um 9 Uhr, auf dem RakhhauS dahier, der wirkliche Versuch mit einem öffentlichen Verkauf oder einer allenfallsigen Verpachtung gemacht werden soll, zu welchem Ende sich dann die Liebhaber, welche besagtes Guth im Ganzen oder Stückweis zu kaufen, oder aber zu pachten gesonnen sind , in diesem Termin einfinden, die Eonditionen vernehmen , sodann nach Gefallen mitbieten, unD sich nach Befinden des Zuschlags gewärtigen können. Homberg an der Ohm den Ilten April 1795. Fürstl. Hessisches Amt daselbst. 2) Für eine auswärtige Gemeinde wird gegen gerichtliche Sicherheit ein und mehrere Tausend zu z Procent Zinsen verlangt. Bei Ausgebern ist das Nähere iU erfahren. Litterärische Anzeige. In der Kriegerischen Buchhandlung in Marburg, wird bis Ende April um die sehr wohlfeile Preise, gegen haare Zahr* lung verkauft: Strube rechtl. Bedenken, vollständig. 6fl. Dessen Nebenstunden , ü Thle. z fl. zc>kr. Berger Oeconomia iur. cum notisBachii et Winckkri 2 fl. 30 fr. Puffeudorf. Obfervationes iur. univerf. 4 Tomi 6fl. Gelder werden franko erbeten. Ferner ist daselbst . Ludwigs Englisches Lepicon, 2 Bande, in halb Franzband, für ivfl. haar, zu erhalten. Gottesdienst am 29. April!. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Bechtold. Nachmittags Herr Pfarrer Degen, von Oberhörle. (Probepredigt.) In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittag» Herr Superintendent Schulz. Morgen den 29. April hat das Frischbacken der Beckcrmeister Kämmerer, auf dem Markt. jRoptitirte bei der Stadtkircke. Am 27. April. Joh. Ludwig Musser, Burger und Fuhrmann allhier, Jost Philipp llpp MüllekS, Bürgers und Fuhrmanns allhier, ehek. Sohn, und Susanns, Friederich Müllers, Burgers und Fuhrmann- allhier, ehel. Tochter. Gebohrne und Getaufte bei der Stadt- kirche. Am ly.April. Dem Burger u. Schneider, Ludwig Christoph Habenicht, tme Tochter, Susanns. Am 20. April Dem Bürgern. Schneider, Joh Philipp Thur», ein Sohn, Johann Philipp. Am 2l.April. Dem Kartcnfabrkkan- ten, Gottfried David Ernst Richter, ein Sohn, Gottfried David Ernst. Am 22. April. Dem Stadtmüller Joh. Jacob Mandeler, ein Sohn, Ludwig Christian. Beerdigte. Am 26. April. Der Fürstl. Hessen- DarmsiädtischeJnqenieurwajor, Herr Georg Friedrich Werner, alt 4z Jahr. Eod. Barbara Margaretha, des verstorbenen Burgers und Schuhmachers, Joh. Christian Kuhns, Wittib. Giesser Victualien- uno Markt-Preis. Pf. 2 fr Pf. fr. 1 ft Ochsenfleisch — —1 ■ 12 1 ft Schweinefett — ■** 22 1 — Kühfleisch — 10 — 1 — Seifen — ■...... 28 x — Rindfleisch — 9 — 1 — Lichter — 1 24 1 — Kalbfleisch — — 7 — 1 — frische Butter — *■* 16 1 — Schweinefleisch — — 11 — 1 — geschälte Hirse — — 8 1 — Hammelfleisch — 12 •— 1 — grob geschälte Gerste *** 8 1 — Hammelsfett — —— —- 1 — klein geschälte Gerste 10 1 — Rinds-Nierenfett — 20 —' Eyer 4 Stück — — — 4 kr. Loth Quint Schwarz Brod 1 11 3 Weck — — 1 5 2 Milchbrod 1 4 2 Butter Bretzeln 1 2 3 gemischt Brod oder Taigscher 1 8 2 1/2 Getraidepreise vom 21. April bis den 28.Aprils in Frankfurt. Wahrung den fl. ä6o kr. und das ft. zu 34 koth Cölnssches Silbergewicht.' Städte. GemaS. Waizen wiegt Korn wiegt Gerste wiegt Hafer wiegt fi. kr. ft. fi. kr. ft. fl. kr. ft. fl. kr. ft. Darmstadt das Malter. 8 20 175 6 24 157 5 — 140 3 14 98 Friedberg das Malter. 10 — 200 7 — 190 5 30 170 5 30 125 Fulda das Malter. —• — —— —— — — 1 — — — — Giessen das Achtel. 10 30 200 8 — 180 7 — 160 4 30 140 Marburg das Mött. 8 IO ISO 5 30 135 3 45 120 2 40 84 Diez das Achtel. 16 30 340 11 '40 300 9 40 — — Wejlar das Achtel. 11 206 7150 190 6 io 168 4 —