Nr. XXX VIII. rz.Septembr. 17)8' Giesser Jiittlligellzhlakk. Ans welche Art die Dürrer am leichtesten und geschwindesten zu verfertigen steht. Da es nichts ungewöhnliches ist, die Butter in vielen Haushaltungen bet wac- men Sommertagen nicht fertig kriegen zu können, und solches weder an den Kühen noch an Der Milch selbst liegt; so habe ich nicht verfchlen wollen, ein sicheres, und aus eigener Erfahrung probirtes Mittel dazu anzuempfehlen. In dem kleinen Haushalte, worin ich gewesen , hatten wir da» nemliche Schicksal, und mit gutem Erfolge ward auf folgende Art in der Ge- schwindigkelt die Butter verfertigt; er ward nervlich, wenn es anfing, Butter werden zu wollen, eine gute Handvoll Salz darzu geichütlet, dieses hatte die Wirkung, selbige gleich zusammen zu ziehen und ohne viele Mühe in der Geschwindigkeit fertig zu schaffen. Die Butter erhielt dadurch noch nicht das gehörige Salz, und mußte noch nachgesalzen werden. Die Mitch war zwar zu dem rohen Gebrauch verdorben , indessen könnte solche noch sehr gut zu Mttchsuppen gebraucht werden. Einige Winke zur X)ctfettignng guter Siebter. Es ist nicht unsre Absicht , hier eine ausgedehnte Anweisung zur Bereitung der Talglichter zu geben, da die dabei gewöhnlichen Handgriffe und Verfahrungsarten jo ohnehin jeder Hauswirthin bekannt genug sind, sondern wir wollen blos auf einige Kunstgriffe und Vortheile aufmerksam machen, die viel dazu beitragen, bes- srre Lichter zu bekomme», d.h. solche, die länger und Heller und dabei still und ohne Übeln Geruch brennen ; ein nicht unbedeutender Gewinn für Haushaltungen bei dem letzigen so hoch gestiegenen Preise des Uns schlitts und Dochtgarns. Zu den Dochten der Lichter nimmt man gewöhnlich Flachs, Hanf oderBaum- wolle. Letztere ist unstreitig das beste Dochtmateriale, wenn man nämlich auf das Hellbrennen geht z allein zu sparsam brennenden Lichtern ist'siächseneS oder hänfenes Garn belfer, und um einen Mittelgral) herauSzubringen, kann man flächst- nes und baumwollenes Garn zu gleichen Theilen dazwnehmen, da man dann den Zweck des Sparsam- und HellbrennenS ziemlich zugleich erreicht. In der Baden- schen Herrschaft Mühlberg sollen die Landleute durch Bäuchen mit Asche und durch Bleichen die hänfenen Dochte so gut zuzu- richten verstehen, daß sie den baumwollenen wenig nachgeben. Ein Hauptvortheil bei den Döchten ist der, daß das Garn, aus welchem sie bestehen, nicht zu fest, aber achch nicht zu locker und völlig gleich gesponnen sey, und nach eben dieser Regel der Docht selbst auch gedreht werde. ,5)it Döchte müssen vorher mit Wachs getränkt oder auch nur bestrichen werden; doch thut man noch besser, wenn man sich dazu einer Mischung von Wachs und Uns schlitt bedient; denn dadurch verhindert man, daß die Lichter nicht fackeln oder ablaufen. Noch bester wird dies und zugleich die Absicht des HellbrennenS erreicht, wenn man zu dieser Masse, womit man die Döchte ) IZ2 ( ** Dochte überreicht, etwas Kampher und Katharinenöl mischet, oder wenn Man die Döchte vordem Bestreichen in Branntwein, worin etwas Kampher aufgelöst ist, tunkt, und sie wieder trocken werden läßt. Für große Haushaltungen ist eS oft nöthig, einen großen Vorrath von Sichlern auf einmal zu bereiten. Da nun aber die alten Lichter nicht nur im Brennen übel riechen , sondern zugleich auch sehr ablaufen: so kann man beides dadurch verhindern» daß man die Döchte vor dem Ziehen oder Gießen in scharfen Weinessig legt und dann wieder trocknen laßt. Das Unschlitt zu guten Lichtern betreffend; so kommt hier das meiste auf eine geschickte Mischung an. Rindertalg allein ist zu weich, Hammel - und Ziegen- takg zu spröde; daher nimmt man entweder von beiden die Hälfte, oder noch besser Zweydrittheik Hammeltalg und Eindrit- theil Rindetalg. Ueberhaupt muß man zu gezogenen Lichtern stets etwas mehr Rindetalg, zu gegossenen aber mehr Schaaf- oder Ziegenunfchlitt nehmen. Von altem, stinkenden Unschlittwerden nie gute Lichter, auch nicht von dem des krrpirten Viehes, oder welches aus den Kaldaunen ausgefchmolzen worden. Nie« renunschlitt ist das beste, und um jedem Betrüge zu entgehen, muß man dies gleich vom Fleischer kaufen und selbst auslassen. Dieses Auslassen geschieht am besten folgendermasen. Man schneidet das Un» schlitt in ganz kleine Stücken, macht bei einem gelinden Feuer Wasser in einem Kessel siedend, thut, wenn es im völligen Sieden ist, das geschnittne Unschlitt hinein und läßt es so in dem Wasser aus; doch muß man dabei immer einen Topf mit siedendem Waff-r in Bereitschaft hahen, von welchem man , wenn das Wasser eingesotten ist, immer etwas nachgiefet. Hat das Insekt gesotten : so nimmt man den v Kessel vom Feuer, laßt alles kalt werden, hebt den Guß Unschlitt vom Wasser ab und bewahrt ihn auf. Soll das Talg durch das Auslassen auch noch rein und weiß werden: so muß man beim Ausschmelzen ein wenig Salz und Alaun hineinwerfen. In das Gefäß, in welchem sich das durch ein Haarsieb darein geseihete Talg zum Lich- terziehen befindet, gießt man bekanntlich siedenvheisses Wasser, damit das Anbrennen des Unfchlitls verhindert werde, und sucht den rechten Grad der zum Flüssigerhalten deö UnschlittS nöthigen Warme entweder dadurch zu erhalten, daß man an die Stelle des kaltgewordnen Wassers neues eingießt, oder daß man unter das Gefäß eine Kohlpfanne seht, um das Unschlitt in einer mäsigen Flüssigkeit zu erhalten, ^a weder bei zu heißem, noch bei geronnenem Talg das Lichterziehen gerathen kann. Oft aber begeht man den großen Fehler, daß man zu viel Wasser gleich Anfangs eingieftt oder nicht fleisig genug Unschlitt nachgiesct, wodurch die Döchte mit den untern Enden ins Wasser kommen, roel-' rhes die üble Folge hat, daß dergleichen Lichter fpritzeln. Man muß daher immer geschmolzenes Talg in Bereitschaft haben, um es nacvjugiesen, damit das untere Wasser stets tief genug stehe, um nicht von den Döchten berührt zu werden. Die übrige VerfahrungSart beim Ziehen ist bekannt. Nur das erinnern wir noch, daß, wenn man kein längliches Gefäß oder Trog hat, sondern sich eines runden Kessels, Topfes u. dgl. bedienen muss, die Döchte nicht wohl an Stäbe befestigt werden , sondern besser an Reifen, die etwas kleiner sind, als der Umfang des Gefäßes, vderauch an runde Scheiben, in welchen sich zwei Finger breit von einander entfernte Löcher befinden, durch welche die — ) 153 ( dle Dochte gezogen und durch kleine queer durchgesteckte Stöckchen befestiget werden. Sind die Lichter fertig: so muß man sie nicht hängen lassen, sondern in einem, unten mit Stroh belegten Kasten aufbewahren , weil sie sich auf diese Art länger gut erhalten. Der Verfolg künftig. Bekanntmachung von verschiedenen Sachen. i) Da sich zu dem adelich freien Hause in der Walllhor- Straft, Nro. 155. mehrere ansehnliche Bürger als Käufer gemeldet, so wird denenftlben allen hiermit die versprochene Antwort dahin ertheill, daß dasselbe Montags den 8- Oktober öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden solle. 2) In ein kcmfmännischeS Institut wird ein Lehrer der Englischen Sprache unter sehr vvrtheilhaflen Bedingungen verlangt , worüber nähere Nachricht in der Kriegerschen Buchhandlung zu erfahren ist. 3) Fein weiß leinenes Elberfelder Spi- nalgarn, die Zahl zu 32 kr. ist bei Herrn Lieutenant Becker dahier zu haben. 4) W-r aus meiner Bibliothek, es fty mit oder ohne Zettel, Bücher entlehnt hat, wird inständigst ersucht, solche binnen den nächsten etlichen Tagen, mir zur Aufstellung, wieder zurückftnden zu wellen. S e n k. e n b e r g. Nachstehende Bücher sind für die Hälfte des beigesezren Preises in der Rrie- gerschen Buchhandlung zu haben: JVleufchen, I. G , novum teftamentum ex talmude et antiquitatibus hebraeo- rum illuftratum curis Scheidi?, Dan- zii et Rhenferdi, 410, Lipf, 736 zfl, 24 kr» Mosers, I. I., Abhandlung verschiedener besonderer Rechtematerien, 20 Stucke, 8- Ulm 1772-778. 7 ft. 3o tr. — I. C., des hochlörlichen Fränkischen Kreises Abschiede und Schlüsse von 1608 — 1748. 2Theile, 4t. Nürnberg 752 6 st. Mundil a Rodach Confilia five refponfa iuris, 2 Tomi, fol. Lipf. 725 Mufeum rufticum , oder auserlesene Schriften den Ackerbau, die Künste und Manufakturen betreffend, lv Thlt. 8- Leipzig 1764 —1769. 12 fl. Brittisches Museum für die Teutschen, herausgegeben von Eschenburg, 6 Bände, 8. Leipzig 1777 — 1780. iofl. 48kr. Nollets Kunst physikalische Versuche anzustellen, oder Anweisung zu Verfertigung und zum Gebrauch der dazu gehörigen Instrumente, z Theile, 8. Leipzig 77t 5 st- 24 kr. Oelrich , loh. , Thesaurus diflertatio- num iuridicarum felertiflimus in aca- demiis belgicis habita , 2 Volumina, 4. Bremae 1768 — 1771. yfl. •— Thesaurus novus diflert. iurid. feiert. 1 et 2 Vol. 4. ibid, 1771—776. 10 fl. 36kr. Plattner Inftitutiones chirurgiae ratio- nalis, Z. Lipfiae 758 z fl. 36 kr. Oekonomisches Portefeuille zur Ausbreitung nützlicher Kenntnisse und Erfahrungen aus allen Theilen der Oekono- mie, i — 4rBand, isStück, 8. Lübeck 1786 — 1789. 6 fl. Quistorp, I. I., Predigten über die Sonn- und lFesttags-Evangelien , s Theile, 8. Rostock 757 6 fl. Gottesdienst am 13 Sept. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Professor Palmer. Nachmittag- Herr Magister Beck. 3n M H M M M H M — ) 154 c — In der Burgkirche. Morgen« Herr Pfarrer Buff. 'Nachmittags Herr Ean- dldat Stark. Morgen den 24. Sept, hat das Frischbacken der Beckermeister Seipp, auf dem Markt. * * * * * * * * * Ein- und Auspasstrre. Am 16. Sept. Hr. Hofrath Hufeland von Jena, log. in d.-r Post. Eod. Hr. Regierungsrath Rays von Darmstadt. Am 19. Sept. Hr. Graf von Schu- lenburg, K. Dänischer Minister, durchpaff. Geraufte bei der Stadtkircbe. Am 19. Sept Dem Burger u. Gastr wirth zum goldnen Ritter, Philipp Magnus Becker, eine Tochter, Maria Phi- lippina. Eod. Dem Burger und Eisenhändler, Joh. Balthasar Flett, eine Tochter, Jo- hannetta Maria. Beerdigte bei der Stadtkirche. Am i6.Sept. Des Burgers und Leinwebers, Henrich Peter Hamels Ehefrau. Am t8-Sept. Des Kuhhirten, Kaspar Hardts Tochter, alt rJahr. Am 20 Sept. D S Burger u. Roth- gerbers, Andreas Sacks, Tochter, alt 3/4 Jahre. Giesser Victualien- uno Markt-Preis. kr Pf-F fr. ft Ochftnfleisch — ***• 10 1 ft Schweinefett —> — 22 — Kühsteisch — 9 — £ — Seifen — 28 — Rindfleisch — W* 8 — 1 — Lichter — 24 — Kalbfleisch , — 8 —— 1 — frische Butter — 18 — Schweinefleisch — 9 — 1 — geschälte Hirse — — 8 — Hammelfleisch — — 9 1 — grob geschälte Gerste •— 8 — Hammelsfett — •*— —-’ l — klein geschälte Gerste — 10 — RindS-Nierenfett — 20 — Eyer 4 Stück — — — 4 kr. Loth 1 Quint Schwarz Brod 1 11 1 3 Weck — — 1 6 1/2 Milchbrod 1 5 1 r/2 Butter Bretzeln 1 3 1/4 gemischt Brod vder Taiascher 1 8 3 3/4 Getraidepreife vom 8. Sept, bis den 15. Sept., in Frankfurt. Währung den fl. ä6o kr. und das ft. zu 34 Loth Cölnrsches Silbergewicht. Städte. G e m ä «. Wakzen wiegt Korn wiegt Gerste^wiegt > Hafer wiegt fl. kr. ft. fl. kr. ft. fl. kr. ft. fl. kr. ft. Darmstadt da« Malter. 8 20 175 6 24 157 5 — 140 3 14 98 Giessen da« Achtel. 9 30 200 7 40 180 5 40 160 5 3° 140 Marburg da« Mött. 8 10 ison s 30 I35| » 3 45 120 2 401 84 Diez da« Achtel. 14 30 34o 9jio 3°° 710 ~ ’ —— — Wezlar Idas Achtel. 11 1 —1 206, 7150 190I 1 7 10 168 4-1 W"