KTr I 9* 179^* Giesser Jntelligenzblatk. und wie viel das Ganze nun jährlich einlesen. Dieser sähe darauf stillschweigend Martens und seine Gattin an, die beide so voll Freude vor ihm standen, als wenn sie daS, was sieiezt zurückgeben wollten, in diesem Augenblick gefunden hätten. Ich spasse nicht, fuhr MartenS fort: das Geld, welches Sie verloren, fiel in meine Hände. Nachdem ich mich vergeblich bemüht hatte, den Eigenthümcr desselben ausfindig zu machen, steckte ich es in dem Fall meines Todes, blieb es Ihnen gesichert, wie der Herr Pfarrer hier bezeugen wird. Der Pfarrer zog darauf die >bet ihm niedergeleqte schriftliche Erklärung hervor, und ließ sie von dem erstaunten Fremden bringe. „ Und gehört Ihnen dieses alles er- genlhümlich zu? " fragte der eine Fremde. Nein! antwortete Martens, ich bin nur der Verwalter dieses Guts. „ Und wer ist denn der eigentliche Besitzer desselben?" fragte jener'wieder. Sie, mein Herr! war MartenS unerwartete Antwort.' „ Wie? Ich? Sie spassen. " 6 Er selbst lief voran, meldete seiner Frau die Ankunft der Gaste, ließ, ,b»S daß Mittagessen fertig war , einige Erm- fchungen Aufträgenl f un et e |n tiefes Gut,'um immer im Stande zu bt.u,.-- wieder zurück i* Jud) sey, welches er gefunden batte., Er konnte nunmehr nicht langer daran zweifeln, und lief zum neuen Pfarrer, um chm seine neue Entdeckung zu melden, und ihn iu bitten, mit ihm in. Gesellschaft der Fremden zu speisen. Dieser willigte mit Vergnügen darein, und bewunderte die Rechtschaffenheit des guten Manner. Man speisete, und die Gaste wurden imm'er mehr entzückt über daS offene, freundliche Betragen ihres Wirths , über dte l»e- denswürdige Gutherzigkeit und das geschaffnem und Mieke, oder die belohnte tige Wesen seiner Gattin, und über die MarttN und Ordnung und Reinlichkeit, welche in ihrer N k la ganzen Haushaltung herrschte. ^, da meine Unschuld an« kichl gebracht ist, komme ich Wn Marken« Augen funkelten vor Freude i(i 6i,fer Erzählung i und er bestand nun schlechlerding« darauf, daß fit nut Ihm nach seinem Hause gehen mochten. E« ) 78 ( Wo bin ich? rief er endlich aus, indem ihm eine Freudenthräne ins Auge trat. Unter Menschen, oder unter Engeln? Welch Betragen ! welche Tugend! Er fiel darauf dem ehrlichen Martens um den Hals, küßte sie beide herzlich, drückte ihnen die Hände, und sagte : Seyd meine Freunde, ihr Guten, so wie ihr mich auf immer zu dem Eurigen gemacht habt. — Eure Tugend, fuhr er fort, verdient belohnt zu werden. Wie danke ich jezt Gott, daß er mich in einem andern Welt-- theile so viel hat erwerben lassen, daß ich das Werkzeug seiner Vorsehung seyn kann, um eure Redlichkeit zu vergelten! Indem er dies sagte, zerriß er die schriftliche Erklärung, mit den Worten: Dieses Gut ist das Eurige! Gehe jemand, den NotariuS zu rufen. — Martens und Mieke standen in sprachloser Verwunderung; und der Pfarrer schickte nach dem Amthause, um den NotariuS zu rufen. — ...... Dieser kam: und der Fremde dlknrte ihm in die Feder , daß das von MartenS gefundene Geld ihm auf immer geschenkt seyn sollte. Martens und Mieke, wollten ihm aus Dankbarkeit zu Füßen fallen; aber er hob sie eilends auf, schlug seine Arme um beide, und alle drei, nebst den Zuschauern, vergossen Thränen der Entzückung, mit Empfindungen , die sich nicht beschreiben lassen. Allgemein - brauchbares Mittel, Rinder gleich von den ersten Iahren ihres Lebens an absolut gehorsam und tugendhaft zu erziehen. Bald wird man'S nicht mehr wissen wollen, oder nicht wissen können, was man aus Menschen machen, und aus Menschen für Christen bilden kann. Ausdem, wie man die Menschen gemeiniglich an allen Orten sindet, und wie sie zumal in unfern äusserst moralisch verderbten Zeiten sind, macht man den schnellen Schluß, daß eS nach dem Sündenfalle nicht beste'- von ihnen zu erwarten sey. O- Menschheit! o Christenthum! wie bist du gefallen! gesunken! Isis möglich,daß auch die Christen, die doch Gortes Wort in ihren Händen haben, das Mittel, fromme und gehorsame Menschen aus ihren Kindern, und hiermit tugendhafte Christen zu ziehen, nicht wissen, oder doch nicht gebrauchen, oder zu spät, zu wenig, am unrechten Orte gebrauchen ? Die Natur der Sache, die gesunde Vernunft >und die Erfahrung mit unvernünftigen Thieren, sollte sie dieses schon langst vollkommen gelehrt haben; aber N)ch überzeugender das Buch vergöttlichen Offenbarung, und ihre sogenannte Bibel. Salomo und Sirach haben das allgemeine, für alle Nationen brauchbare Mitte! zur tugendhaften und besten Erzieyung voll- kommen gut gekannt und häufig angepriesen. Ader heutiges Tags ist man zu klug dazu, solchen altmodischen Ralhschlagen zu folgen. Hat man uns doch wohl in beliebten Romanen gar vordemonstrirt, daß Aeltern nicht einmal Fug und Recht hätten, ein Kind zu schlagen! Wie sollte von der Ruthe viel Gutes zu hoffen seyn? „Man muß, “ pflegt man zu sagen, „Menschen mit Verstand ziehn; und Ver- „ stand kommt nicht vor Iahren; wer wird „ein unverständiges Kind schlagen? ES „verstehts ja nicht?" O Thorheit! Dein Hund, und deine Katze haben auch keinen Menschenverstand, und bekommen auch keinen, und wenn sie hundert Jahr leben; ober schon in den ersten Monaten kann ich sie durch Schläge völlig nach meinem Willen gewöhnen, wenn ichö recht verstehe. Und mein Kind, das zu einem vernünftigen Menschen erschaffen ist, solls nicht ver-> — ) 79 ( — einem Vogel von einem ‘-teilet frißt, fie doch im 5reptn alle Vogel würgt. Der Verfolg künftig. Bekanntmachungen. , i) Nachdeme auf die Langgonserherr- fchaftliche Jagd ein Nachgebott geschehen, dieselbe danach in Gemä-He.t höchster Verordnung abermals auf den (strich gebracht und dabey das Gebott dcö sorgen lenen SkeigereS pro primo licitato angenommen - auch dem Meistbietenden, ohne Vorbehalt gnädigster Ratification, der Zuschlag grschrhrn so«; so roirO Oltfe« jur Nachricht der Steiglustigen mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß anderwei- ier Termin zur Versteigerung, welcheaber" male in Langgöns oorgenommen wird, . auf Dienstag Den srten May l I. anberaumt worden. Butzbach den rzten May 1798 Von Commissionswegen zyö Beck. Zürstl. Oberförster daselbsten. 2) Ich bin gesonnen Privatunterricht in der Rechenkunst nach Hauffs bekanntem Lehrbuch zu geben. DaS nähere ist bei mir sebst ru erfahren. Schmidt 1 6 hiesiger Burger und Rechenmeister, bei der Wittib Ramspek auf dem Neuenweg wohnhaft. Litteräriscbe Anzeige. In der Kriegerischen Buchhandlung ist in Commission für ir kr. baar zu haben. Uebrr die Frage: Ob und m wieferne verstehn , wenn ichS gleich vom nach Salomons und Sirachs Rathe recht scharf unter Der Ruthe halte ? Dey einem unvernünftigen Thiere kann ich durch Gch-a- ae Wunder khun, und,, so zu sagen, na- türliche Triebe bald gar ausrotten, wenig- stens unter avsotutem Gehorsam erhalten, daß z. E eine Katze in meiner Stube mit »ir,»«. Obsnoi nnn einem Teller frißt, da ersten Jahre die von einzelnen Gemeinden oder Verso, nen gelittene Knegeschaden vom g » Land zu ersetzen sind: zum Besten der ad gebrannten von Leihgestern und Eisberg. » * * *** ** * * * V7achrr'- rung einer neuen Universität-- Kunst- Buch- und DiSputationS - Handlung x alhier, von unserem gnädigsten 'Herrn, gestattet, und ich eile, meine ver ehrungswürdige Freunde und Mtb g davon zu benachrichtigen. Zchst ch bm 'ch fo frei, zu bitten, mir durch literarische Auftrage die Gelegenheit an die Hand »rr neben, groben meiner Handlungsweise und meines FleiseS abzulegen. Giesen atu 18. 17'y3^cintt* Gottfried Stamm. Gottesdienst am so. Mai. In der St. Pancratiuskirche. Mok- genö Herr Professor Palmer. Nachmittag Herr Superintendent Müller. In Der Burgkirche. Morgen- Herr Superintendent Schulz. Nachmittag Herr Pfarrer Buff. ________________ . Morgen Den so. Mai hat da- Frischbacken des Bcckermeister KaSpar LvberS Wittib, in Der Neustadt.. Ein- und Auspasstrte. vom lr. bis r6ten Mai. Ihrs Durchlaucht Herr Erbprinz von Hessen Cassel, Durchpaff. 1 in Russisch.» ' Diensten, gehet nach Darmstadt. ) go ( *■* Aspttlt'rte Bei der Bnrgkirche. Am 17. May. Johann Conrad Stühler, Burger und Schneider, wie auch Feldgeschworner allhier und Anna Clisa- betha, wett. Hrn Kastenmeister» Friedrich Stohrs, nachgelassene Witkwe. Eodem. Johann Ludwig Vetzberger, Burger und Rothqerder allhier, Johann Caspar Vrtzbrrgers, Burgers und Roth»- gerderS allhier ehelicher Sohn, und Susann« Margaretha, we,l. Georg Conrad Hinkels, Burgers und Zimmermanns allhier nachgelassene SBithb. Getaufet Bei der Stadtkircbe. e Am 10 May. Herrn RegierungSse- cretär Löber, ein Sshn, Earl Ludwig Alexander. Am 14. May. Dem Burger und Brandweinbrenner, Johann Philipp Schif« fer, ein Sohn, Johann Jeremias. Beerdigte bei der Sradtkirckt. Am 14. May. Dem Burger und Kriegskassediener, Joh. Philipp Wagner, eine Tochter, Johannetta Christina. Giesser Vitt 1 Ochsenfleisch — — 1 — Kühfieisch — — 1 — Rindfleisch — — 1 — Kalbfleisch — — 1 — Schweinefleisch— — I — Hammelfleisch — — 1 — Hammelsfett — — 1 — Rinds-Nierenfett — llal fr 12 10 9 7 11 12 20 f » Illi 1 1 ' 1 - und Markt-Preis. fr. pf. 1 tb Schweinefett — — 22 — 1 — Seifen — — 28 2 1 — Lichter — — 24 — 1 — frische Butter — — 1-71 — 1 — geschälte Hirse — — g — 1 — grob geschälte G.crste — 8 —> 1 — klein geschälte Gerste — 10 — Eyer 4 Stück — — — 4 kr. Lothz Quint Schwarz Brod 1 11 3 Weck — — 1 5 2 Milchbrod 1 4 2 ä, Butter Bretzeln 1 2 3 gemischt Brod oder Taigscher 1 8 2 1/2 Getraidepreise vom 12. Mai bis den 19. Mai, in Frankfurt. Wahrung den fl. ä6o kr. und das tb. zu 34 Loth Cölnrsches Silbergewicht. Städte. Ge m ä S. Walzen wiegt m. Korn wiegt Gerste wiegt tb. Hafer wiegt fl. fr. fl. kr. tb. fl. kr. fl. ifr. tb. Darmstadt das Malter. 8 20 175 6 24 157 5 — 140 3 I4 98 Friedberg Fulda daö Malter. daS Malter. 10 M 200 7 190 5 i — 30 170 5 30 — 125 — Giessen das Achtel. 10 30 200 7 30 Igo 7 — 160 4 30 140 Marburg das Mött. 8 10 150 5 30 135 3 45 120 2 40 84 Diez das Achtel. 16 30 340 12*10 300 9 40 •Ma Wezlar das Achtel. 11 2o6 7l5o 190 6 10 168 4 w