Nr. XX XX» o.^October. 1798» Giesser Jnkclligenzvlatt. Lieber Vie Verbesserung »eröorbnctt ober ranzig geworvnen eI«. Gerade in den Sommermonaten, wo man zu den mancherlei Salaten das meiste Oel gebraucht, klagen die Hauöwirthinnen am lautesten über dessen Verderbniß und Ungenießbarkeit. Jedes Oel, aber ganz vorzüglich das Baumöl wird mit der Zeit alt, oderscharfundranzig, verliert seine leichte Flüssigkeit, bekommt einen unangenehmen Geschmack und Geruch, und wird in diesem Zustande des Verderbens selbst der Gesundheit nachiheilig. Die Ursachen dieses Uebels können mancherlei seyn, theils Vernachlässigung beimAuöpressin deö OelS selbst, indem man faule und schimmlichte Oliven mit auSpreßt, oder andre unreine Bestandtheile mit hinein bringt, als wodurch ein hefichter Bodensatz entsteht, dek eigentlich daö Oel ranzig macht; theils aber auch die zu starke Ausdünstung und Erwärmung , wodurch zu viele ätherische, brennbare, flüchtige und flüssige Theile verfliegen. Ein Oel wird sich also desto länger gut erhalten, je reiner es auö der Presse kommt, und je wenigeres der Cun- Wirkung der Luft und Wärme ausgesetzt ist. Da übrigens jedes Oel, wenn eö zu alt wird, ranzig zu werden anfängt: so hat man mancherlei Mittel, dasselbe wieder zu reinigen, und dadurch seinen Geruch und Geschmack zu verbessern. Man kann sich dazu am leichtesten des Salzwas- ferS bedienen, worinnen man es wäscht, bis es rein ist. Eben dies thut auch eine hinlänglich gesättigte Potaschenlauge, die das Oel in Kurzem abklärt. Noch kürzer geschieht diese Reinigung 'aber durch eine Lauge, die aus einem Theile Kochsalz und drei Theilen ungelöschtes Kalks besteht: diese wird gehörig durchgeseihet, in das verdorbene Oel gegossen, und mit ihm durchschüttelt, da sich denn die Unreinigkeiten bald scheiden, und zwischen Oel und Lauge schwimmen. Zwar mühsamer, aber ganz der Absicht entsprechend ist folgendes Verfahren. Man gießt auf jedes Pfund Oel acht bis zehn Tropfen Weinsteinöl, rührt das Oel mit einem hölzernen Löffel nm, und läßt es dann einige Stunden ruhig stehen. Den folgenden Tag gießt man etwas warmes Wasser zu, rührt die Masse zu Milch um, da man denn bemerken wird, daß sich ein weisses Sediment oder dickes Wesen aus dem Laugensalze und den ranzigen Theilen scheidet. Hierauf gießet man e-S in ein Gefäß, worinn man es mit säuerlichen Materien, die das Alkali angreifen, und das Oel wohlschmeckend machen, fer- mentiren oder gähren läßt. Dercffeichen Materien sind Äepfel, Kirschen, 'Pflaumen, sonderlich die gelben Mirabellen und Himbeeren. Diese Früchte lassen sich leicht ausdrucken, um eine Brühe ohne Kerne zu bekommen. Von Aepfeln und Pflaumen schäle man die Haut , ehe man sie zerstoßt. Wenn man nun einen Theil dieses Saftes unter zehn Theile des Oels gießt: so nimmt die Gährung in weniger Zeit ihren Anfangs Daö Aufbrausen macht das Oel trübe; man lasse aber die Haut, die sich über dem Oel ansetzt, nicht schimmeln, sondern rühre es öfters um, damit sie niederfalle. Nach Endigung der ‘8er» ) 1«O ( Fermentation ftnM man das Oel klar und im Geschmacks angenehm. Es erhält sich auch lange bei feinen neuen Eigenschaften. Die Erdbeeren halten die Währung schon langer auf ; doch auch dies kann man Lurch einen kleinen Zusatz von Honig heben. Besonders gut sind die Himbeeren dazu > da sie tu dem Oel? ihren feinen Geschmack zurück lassen. Man muß aber dies Oel in wohlverschloßnen Gefäßen «ufbewahren, da es sich auf seinen Hefen lange gut erhalten wird, von denen man es jedoch nach einiger Zeit absondern muß, um nicht aufs neue |u verderben. Leberflecken unv Sommersprossen ju vertreiben. Sie entstehen und vermehren sich, wenn man sich mit warmem Wasser wäscht, durch das Waschen mit kaltem Wasser wird ihnen vorgebauet. Man hat verschiedene Mittel versucht, worunter folgende die besten sind; sie setzen aber voraus , daß man dabei eine blutreinigende Kur gebrauche und sich aller scharfen , salzigen und fetten Speisen enthalte. Man löse ein halbkoth gepulverten Bora-.' in sechs Loth Rosenwasser auf, und wasche sich täglich 3 bis 4mal damit, vermeide aber die Sonne. Sind.sie einzeln zerstreut, so macht mau folgende Salbe. Man nimmt ein halb Loth Hechtgalle, zwei koch Seife, ein Quent Weinstemsalz, frisches Mandeloel soviel als nöthig ist, und reibt eö in einem steinernen Mörser zusammen. Ein halb Quent Weinsteinsalz in einem Schoppen kalt Wasser aufgelöst und sich öfters damit gewaschen , ist auch ein dienliches Mittel. Noch besser ist Meer- rettig in kleine Würfel geschnitten, scharfen Weinessig darüber gegossen, das Glas wohl verstopft, vierzehn Tage lang an einem kühlen Orte stehen lassen , und hernach heim Schlafengehen die Flecken mit diesem Essig gewaschen. Sie vergehen in kurzer Zeit, und die Haut wird rein. Bekanntmachung von verschiedenen Sacken. 1) Da mein neuliches Bitten wegen Rücksendung der entlehnten Bücher, zur Aufstellung, noch von niemanden erhört worden, so sehr ich mich gedrungen, sol" ch^ö allhier bestens und dringend zu wie» derholen. Jnsondcrheitfehlen mit von Ci- ceronis Opp. iura Erneüi frcr III. Theil in Englischem und von der Haberlinischen Rrichöhistvne der XL in halb Franzband. von Senk.e.n berg. 2) Anfang Novembers dieses Jahrs wird in Marburg die Bibliothek des in Herborn verstorbenen Prof. med. Hofman öffentlich verkauf. Der Katalog ist bei Ausgeber dieses zu haben. Er enthält mehrere kostbare und rare Sachen, besonders aus der Anatomie und Botanik. Litter-arische Anzeigen. Hiftoire de Pierre 111, Empe- rcur de Ruffie. Imprimee für uii Manufcrit trouve dans les papiers de Monmorin , ancien mmiüre des affai- res etrangeres , et compofe par un agent fecret de Louis XV. ä la conr de Petersbourg. Avec des e'claircif- femens et des Additions importantes; fuivie de l’Hiftoire fecrete des amonrs et des principaux amans de Catherine II. Par l’Auteur de la Vie de Fre- ddric 11. roi de Pruste. Drei Bde. in gr. 8. mit Kupfern, ä 7 fl. 12 fr. Paris. Das Werk, welches wie hier ankündigen, gehört nicht in die Klasse jener Kompilationen/ welche nach dem Tod einer berühmten Person, mit großer Eile fertigfeit zusammen getragen werden. ES enthalt vielmehr hie Bemerkungen eines Manneß ) Kl ( w» Manne» von Geist und Ansehn, welchen Ludwig der XV. insgeheim am Hof zu Pe- tersourg unterhielt, um feine Neugierde in Ansehung der geheimen Jnlriguen die- ftS Hoss zu befriedigen. Diese Geschichte ist mit historischen Erläuterungen , Anmerkungen und andern Stücken vermehrt, die sich auf das Leben Kacharmrnö der 1L beziehen, und seit langer Zeit von einem Gelehrten, dem Verfasser der Vie de Fred d ric 11, roi de Prüfte gesammelt worden, und die man entweder gar nicht, oder nur sehr unvollständig in allen bisher erschienenen Werken antrift. Die geheime Geschichte der kiebschaf- ten und Lieblinge Katharinens der II, welche noch gar nicht behandelt worden, macht einen um so interessantern Theil ihrer' Lebensgeschlchte auS. Man sieht diese grosse und von den berühmtesten Schriftstellern so gepriesene Kaiserin, sich bis zu de» schlechtesten Kunstgriffen erniedrigen, das armselige Werkzeug ihrer Günstlinge werden, die demüthigendsten Beleidigungen von ihnen ertragen, und sich den gröbsten Ausschweifungen überlassen rc. Dieses merkwürdige Werk wird nächstens erscheinen; Liebhaber, welche es führ ru erhalten wünschen, werden eingeladen, ihre Bestellungen ehestens einzusenden. Bestellungen übernimmt die Kriegrrsche Buchhandlung. Fortsetzung der Lesebücher der Rriegerschen Lech- bibliothek. 6 Die Tochter der Natur, eine Familien- scene in drei Aufzügen, von Lafontaine. 7 u- 8 Die Familie von Halden, von August Lafontaine, 2Thle. 9 Saint Julien, von August Lafontaine, jo Herman und Dorothea, von Göthe, ii Komische Erzählungen im Geschmack des de la Fontaine, ir Theil. 12 Hans kiek in die Welt» Reisen in alle vier Wriltheile und den Mond, 13 Der tolle Tag, oder die Hochzeit Fi- garo’e. Ein Lustspiel in 5 Auszügen. 14 Die Kokenden. Em Trauerspiel in 5 Aufzügen, von Island. , 15 Johann von Schwaben , ein Schauspiel. 2 Der Fanausmu», oder Jean CalaS. Ein historisches Schauspiel von Weiße. . 16 Friedrich von Oesterreich, ein Schauspiel von Jstand. 17 Der Demokrat. Aus dem Englischen, ir Theil. 18 . 19 20 Geschichte Peter ClausenS, von dem Verfasser des Romans meines Lebens , z Thle. 2i Erzählungen von Earl Stille. Fortsezzung folgt. Charaden zur Unterhaltung müsiger Stunden und ;ur Uebsng des Verstandes. 23. Ein Wort von drei Sylben. Die beiden erstern sind Theile des Menschen, die leztere ist etwas, das von Dichtern verfertiget wird, das Ganze bedeckt das erstere. 24. Ein zweisilbiges Wort. Die erste bedeutet eine Sache,'die Furcht erweckt, die zweite etwas das Schmerz verursacht, das Ganze ist der Name eines Verbrechen». 25. Ein dreisylbiges Wort. Die erste ist etwas, wonach sich der Schiffer sehnt, die beiden letztem bedeuten Personen, die sich große Herrn zum Staat halten, da» Ganze ist eine Gattung von Leuten, von denen man nichts Gutes denkt. Gottesdienst am 7. tf*ctobr. In der St. Pancratiuskirche. Morgen» Herr Professor Palmer. Rachmittag» Herr Superintendent Müller. In der Durgkirche. Morgen» Herr Superintendent Schulz. Nachmittag» Herr Pfarrer Buff. i Mor- ) r6r ( — Morgen den 7 Oct. hat das Frischbacken der Beckermeister Ludwig Plock, m Vcr Wallthvrsirase. Ein- uns Auspasflrre. Am Al.Sept. Baron v. Binte, von Meklenburg und Hr. Lieutenant Werner, in K. Preuss. Diensten , durchpast. . 22. erst. Hr. Graf von S->- beledorf und Hr. iiiutrnnat v. Baumbach, von Hiss. Cassel, durchpass. V Am 24. Sept. Hr. Oberkammerrath Arnold' , von Hess. Cassel, durchpass. Am 25. Sept. Baron v. Berby, von Aachen, durchpass. Getaufte bei der Stadtb'r'rcke. Am 22. Sept. Dem Korbmacher ^ack «ine Tochter. „ , Am 1. Oct. Eine uneheliche Tochter, Namens Elisabetha Margaretha. Am 3. Oct. Dem Burger und Fuhrmann, Georg Melchior Schwan, eme Tochter, Elisabetha Christum. Eod. Dem Burger und We>sbin>.er, Peter Petti, eine Tochter, Katharina Wrl-- helmina Franziska Ernestina. Beerdigte bei der Sravrerrcke. Am 28. Sept. Elisabetha Katharina, des Burger und Fuhrmanns, Johannes Müllers'Ehefrau, alt 54 Jahr. Giesser Victualien-unv Markt-Preis. n. pf. Pf. kr. 2 Eyer 3 Stück — 20 1 l 1 1 1 1 i 1 22 2b 8 8 10 4, 10 9 8 9 9 9 ft Schweinefett — — Seifen — — Lichter — — frische Butter — — geschalte Hirse — — grob geschalte Gerste — klein geschalte Gerste t ft Ochsenfle'sch — — Kühfleisch — — Rindfleisch — — Kalbfleisch — __ Schweinefleisch — __ Hammelfleisch — — Hammelsfett — __ Rinds-Nierenfett kr. 1 1 GÜ^idepreis« vom 19. ©«Pt. bis den 6,0a , in Srankfurt. Währung 6sn fi. ä 60 ft. uni) da» w. zu 34 toth Cölmsches Silbergewicht G e m a S. Waizenlwiegt Korn^ wiegt Städte. fl. Ikr.i ft 5 — 140 6,24 175 20 160 40 5 30 200 9 40' 84 120 45 135',' 3 . } 8 io} ISOH - B " 34o . 1 11 I —1 206II 300II 6 — — 190II 7 10 168 4 7‘5o tzäs Achtel. 7 5 9 1 das Mott. | das Achtel. das Malter, das Achtel. 14 30 157 18° 98 140 Darmstadt Giessen Marburg Di-j KBtilar 30 30 Loth 11 6 5 3 8 3 5 2 Quint 3 1/2 r/2 V4 3 3/4 Schwarz Brod | Weck — — Milchbrod Butter Bretzeln gemischt Brod oder Taiascher « Gersteiwiegt IHafer wiegt ÄTltr.! ft. «fi. kr. ft. fl. kr. ft. fl.ssr. 8 - —