Nr. XXXV, r.Septembr. 1798t Giesser Inkelligenzklakk. ^erLnnfr der schädlichen waldraupen, Maden und Räfer, mit natürlichen Abhsifs - und Sicherungsmitteln. Unter allen Geschöpfen finden wir bei einem Ueberblicf ein gewisses unverkennbares Verhältnis; wird die» von einem Theile positiv oder negativ überschritten , so erstre- cken sich auf die Nebenklassen sehr bald nächtheilige Folgen, welche in dem Verhältnisse zunehmen, wie die Ungleichheit wachst. Ohne Zweifel ist dies der Fall bei den jezt so furchtbaren Waldinsekten; bei ihrer Anlage zur Vermehrung konnte dieser Mißstand bald vorhanden fepn, wenn nur die dieselben befördernden Umstände gegeben waren; und eben ihre Bestimmung scheint mir zu unferm Endzweck am wichtigsten. Die gewöhnlichen Bedingnisse mußten wie sonst vorhanden seyn, und änderten also nichts , nur Witterung und Schonung von Seite ihrer Feinde konnten, wie ich glaube, hauptsächlich dabei ins Spiel kommen. Jene ist fast mit Gewißheit für günstig anzunehmen , ob aber auch das zweite? Dieses kann vielleicht erst eine kurze Ueber- stcht des Standes ihrer vorzüglichsten Gegner, wobei nur Bewohner des Waldes in Bezug kommen, zeigen. — Bekanntlich sind solche i) Aus der Klasse der Saugthiere vor allen die wilden Schweine: Diese sind durch landesväterliche Sorge, zum Wohl des Landmannes, an vielen Ör» ten zur Seltenheit gebracht. 2) Vogel : Hier besonders scheint die wichtige Bestimmung, Insekten und Ge- wurme in ihren Schranken zu halten, ihnen aufgelegt zu fepn. Man weiß, die gewöhnliche Speise der meisten Waldvögel sind Raupen, Maden und ihre Puppen; Schmetterlinge, Käfer, wie deren Eier, d»e sie mühsam aus ihrem Aufenthalt holen, sind für sie ein Leckerbissen, und durch die lezten vernichten sie oft in einer Stunde eine Brut von vielen Tausenden. .Diese Vögel werden allgemein mit un- ermüdetem Eifer verfolgt; Blei und Schlingen aller Art lauern fast daS oanze Jahr hindurch auf ihr Leden. Unmöglich ists, daß, theils geringe, theils mittelmäsiqe Fruchtbarkeit den starken Abgang nur eis nigermafen nachholen kann, und es ist diese Behandlung mithin nichts weniger als ein Anfang ihrer gänzlichen Ausrottung. Die häufigen Klagen des Jägers, wie des Vogelstellers, über die so geringe Zahl unserer einheimischen Vögel, und die seltenen und schwächern Züge der Strichvögel, können auch jenen unfehlbaren Erfolg leider belegen. Noch bleiben 3) mehrere Arten von Insekten selbst, die hier einen Plaz verdienen; ihr Nutzen in so ferne ist bewährt. Allein eben solche, von denen am meisten zu erwarten ist, z. B. ein Ichneumon u. s w. mehren sich bei weitem nicht so schnell, um nur in verhältnismösigem Schritt zugleich steigen zu können; sie haben ein schweres Fortkommen, ihre Mitwirkung dauert nur auf kurze Zeit und ist im Ganzen für sich unzureichend; weil ihre künstliche Vermehrung noch schwüriger ist, als die Verminderung, so blieben sie auch «• bisher ) 140 ( —• bisher gemeiniglich von den Menschen sich selbst überlaste-'. Hiemit hoffe ich, soll obige Frage in so weil beantwortet seyn, um auf die daher siiesende Mitwlrkunz schließen zu können. Unsere Beschwerden gründen sich also einzig auf eine mehrfache Stöhrung jenes großen Gleichgewichts; wir wissen hier- nächst wenigstens die wichtigsten Ursachen, die sie hecvorbrachte. Cs käme also wohl darauf an, nachzusehen, ob sie zu heben unser Vermögen nicht übersteigt, um zu wissen , ob von daher durch menschliche Bemühungen Hülfe für jezt und Schutz gegen die Zukunft zu schaffen sey. Direktion der Witterung ist freykich nicht in unfern Händen ; eben so zufällig, wie in andern Angelegenheiten, müssen wir uns ihre Wirkungen gefallen lassen, weil Vorkehrungen dagegen hier schwerlich anwendbar sind. Hingegen verdient die vollkommenste Aufmerksamkeit die Theilnahme vorangezeigter Thierarten: Hegung wilder Schweine wird zwar darum eben nicht zu empfehlen seyn; wichtige Gründe deswegen sind bekannt genug; so möchte auch in Rücksicht der Insekten wenig weiter gethan werden können; aber auf die Vögel , diese hier so bedeutende Klaffe, wird man um so mehr sein ganzes Augenmerk richten müssen. Diese schone man vor allem, und höre nicht nur auf, sie zu morden , sondern nehme vielmeher Bedacht auf ihre Erhaltung Selbst die Anhäufung derselben ist rathsam. weil sie es allein sind, die den sonst begünstigenden und ncht zu verbessernden Umständen entgegen arbeiten können. Nicht Klagen werden daraus folgen, sondern noch weit auegebreiteter ihr Wirken zum Gemeinwohl sich äuffern. Wo wäre der von ihnen kommende Rachtheil, der sich mit ihrer Nutzbarkeit vergleichen ließe! S'nds nicht eben die Waldvögel, die am wrntgnen auf Kosten des Sandmanns lebend Wiche Uiimenschlicykeil aber wäiees, einem fast unaufhörlich für uns arveiten- den Geschöpfe Oie wilden, meist nur zum geringen Gebrauch dienenden Fruchte, oder im Nolhfalle die wenigen ohnedem meh- rintheils als ausgefallen verlornen Körner, nicht gönnen zu wollen ! Die Baume selbst leiden von ihnen ge- wiß keinen Schaven, im Gegentheile würde mancher schöne Sramm, der, ,m Fall häufig vorhandener jUfer und Maden, wenigstens , wie so allgemein zu bemerken ist, seiner Krone beraubt worden wäre, nun ihnen den schlanken Wuchs verdanken. , tlnd trift endlich, wie unvermeidlich Ware, durch sie das Loos der Verminderung zugleich auch andere in der Hinsicht nutzbare Infekten, so kommt dies darum weniger m Betracht, weil diese an sich schon unbedeutend sind, und solche, wenigstens als Würmer, noch überdies gemeinschaftlich an dem Verderben der Bäume arbeiten. 3n Wahrheit, ich wüßte unter allen Mir bekannten Mitteln keines, welches im Voraus vortheilhaftere Folgen hoffen ließ, keines, welches leichter und allgemeiner ausführbar wäre, als auf diefe Weift uns der Mitwirkung der Natur selbst m bedienen Nachdenken und Zufall entdeckten zwar schon mehrere ausserordentliche Wege, die Hülfe gegen solche drückenden Insekten» Verheerungen versprechen, dahin Anwen. düng des Feuers, der Kohlenmeiler in Waldern, Auffammein und unmittelbare Tödlung , schnelles Hinwegschaffm des gefällten wie des durch Käfer angegriffenen Holzes, Verbrennung der Rinde und des Gesträuches u. f. w. gehören; sie leisten zur Herstellung der Ordnung die besten Dienste; aber wo ist zur Zeil nur eines, welches nicht lästig, und mit vielem Nachtheu verknüpft ■* ) Hl ( ■* fnüpff wäre, welches nicht die unausqe- fttz!?srr mühsamste Sorgfalt erforeerte, tmO dennoch immer bange Besorgnisse übrig laßt 3 Man unterstütze durch sie, wenn man es nöthig findet, noch die Wirkungen der Natur und es wird dann um so leichter dem Uebel abgeholfen werden. Ein Mittel für das. Drücken und wund- reiben der Pferde. Man nimmt Alaun i Pfund, Ku» pferwasser 3/4. Pfund, Salmiak für 4 kr , Grünspan für 4 fr., und einen Löffel voll guten Weinessig, thut alles zusammen in einen neuen Topf, setzt ihn über gelindes Kohlenfeuer, und rühret es fleißig um, bis alles zerschmolzen und am Topfe sich wie ein Stein angesetzet hat. Dann nimmt man es vom Feuer, zerschmeißet den Topf und hebet den Stein zum Gebrauch trocken auf. So nun ein Pferd Schaden bekömmt, nimmt man davon ein Stückchen einer walschen Nuß groß, löst es m einem Glase frischen Brunnenwasser auf, seiget es durch ein reines Tüchlein, waschet den Schaden oder die Wunde täglich zwei - bis dreimal mit diesem Wasser aud, und leget ein darein genetztes Läppchen darüber, so lindert es die Hitze und Geschwulst, lalfet fein faules Fleisch wachsen, und heilet unvergleichlich. Man hat es auch in verschiedenen frischen Wunden bei Menschen sehr gut befunden. Bekanntmachung von verschiedenen Sacken. 1) Eine noch wenig gebrauchte Ar- gandische Lampe, nebst allem Zubehör und Kästchen zum Transport, ist zu verkaufen, und bei dem Ausgeber dieses Blatts zu erfragen. 2) Mehrere gepropste Aepfel - und Birnstamme von bester Sorte, sind stuck- weis billigen Preises zu verkaufen. AuS-r gever sagt wo 3 3) In eine kleine Haushaltung auf dem Lande wird eine Haushälterin von ges ftzlen Jahren verlangt, welche vom Na-- hen, Wischen, Bügeln, vom ®urlenive* fen, von orOentlnvm Kochen, und überhaupt von guter Entrichtung des HauS- we|ens Kenntlitste hat, bkjonders aber auch treu und reinlich ist, und über alle diese Eigenschaften Zeugnisse betbrinq-n kann. Beim Herausgeber erfahrt man nähere Nachrichten. VTene Bücher die in der Rriegerischen Buchhandlung zu haben. Riems Reise durch England, irTheil, 8« 2fi 45kr. Revision des gesammten ErziehungStve» senö, is Stück, 8. Wirzburg 36fr. Begebenheiten des Ritters von Veldigk, 8. Berlin 1 fl. 21 kr. Das jüdische Grosmütterchen, oder der schreckbare Geist , 8> Prag 1 fl. 2i fr. Rousseau, I. I , Vater, Muttrr und Tochter, 8. Kreuznach 12 fr. Sauerbrun, K G. H., Forstrügen, ein Beitrag zur Forstwirthschaft, 8. Mann» heim 20 fr. Auflösung der Charaden im vorigen Stücke. 16. Buttermilch. 17. Biberach. 18. Handkorb. 19. Schildkröte. Gottesdienft am 2 Sept. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Bechtold. Nachmittags Herr Superintendent Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Superintendent Schulz. Morgen — ) ?42 l — Giesser Victualien-und Markt-Preis. fr. Pf. Pf. 2 Rindfleisch l 20 l ft Ochsenfleisch I — Kühfleisch I — Kalbfleisch — I — Schweinefleisch — 1 — Hammelfleisch — l — Hammelsfett —- 1 — Rinds-Nierenfett fr. 22 24 20 8 8 IO 4 io 9 8 8 9 9 gerber, Jacob Daniel Ritter, ein Sohn, Johannes. ' ’ Am 18- Aug. Dem Burger u. Wvl. lentuchmacher, Joh. Peter Stohr, eine Tochter, Maria Christiana. Am 27. Aug. Dem Burger u. Büchsenmacher Jakob Conrad Groemann, eine Tochter, Susann« Maria. Beerdigte bei der Stadtkirche. Am 10. Aug. Georg Melchior Ufer, Burg« und Beckir, all züJahr, stard m der Auszeh«-ung . Am 28 Aug. Katharina , des Burger und Hufschmide, Johannes Walther, des al.eren, hinterlassene Wittib, alt 82 Jahr- 1 ft Schweinefett — 1 — Seifen — 1 — Lichter — 1 —> frische Butter — i — geschälte Hirse — 1 — grob geschalte Gerste 1 — klein geschälte Gerste Eyer 4 Stück — — Morgen den 2. Sept, hat das Frischbacken der Beckermeister Kempf, auf dem Selzersweg. Ein- und Auspasskrte. Am 23. Aug. Jhro Durchlt. Fürst von Berlenburg, durchpass. Eod. Hr. Hauptmann v. Massenbach, IN Kön. Pceuss. Diensten, durchpass. Am 24. Aug. Jhro Durchlt. der Herzog von Zweibrücken, nebst Suite, durchp. Geraufte bei der Stadtkirche. Am 16. Aug. Hrn. Pfarrer Buff eine Tochter, Sophia Christiana. Am 17. Aug. Dem Burger u. Weis- Schwarz Brod fr. 1 Loth Io Quint 2 Weck — — 1 5 Milchbrod 1 4 2 Butter Bretzeln 1 2 3 gemischt Brod ober Taigscher 1 8 Hafer wiegt 4.01 84 4 fr. 14 3° Darmstadt Giessen Marburg Diez Wezlar ft. 93 140 fl3 4 2 i,cn *;ecpt/ 'N Frankfurt. Währung den fl. a6o ft. und da» ffi. zu 34 toth Cölnisches SilbrrgewÄt. 8 Städte. - 9 Gemäs. Waizen wiegt fl. fr. ft. das Malter. 8 20 175 das Achtel. 9 _ 200 das Mott. 8 10 150h das Achtel, j 17 34° 1 das Achtel. 1 11 — 206II Korn fl.lfT wiegt ft. Ge r rste!wiegt fr. ft. ö 24 157 5 — 140 6 40 180 5 30 160 5 30 ’35' 13 45 120 12 10 300 9 40 — 7 50 190I 1 6 io 168