Nr. XXXIX. ZO, Scptembr. 1797* Giesser Jilttlligenzölakk. I" und Auswärtige Viktualien- und Markt-Preise. 1 ft Qchsenfleisch 15 auch I — Kühfleisch — 1 — Rindfleisch — 1 — Kalbfleisch — 1 — Schweinefleisch — 1 — Hammelfleisch — 1 — Hammelsfett — 1 — Rindsfett — 1 — Schweinefett — x — Seifen — 1 — Lichter — l —> frische Butter — 1 — geschälte Hirse — 1 — grob geschalte Gerste 1 — klein geschälte Gerste -Eyer ä 4 kr. — — ;St. 4 St. 4 St'. 4 ©L ^St7 3 et Giesen. Darm st Dillcb. Fulda. Marb. Weilb. Wezlar. kr. Pt. rr. Pf. kr. 1 Pf. kr. Pf. kr. Pf. kr. Pf. kr. Pf. i4i —* 15 — iS 1 2 12 —— 12 15 1$ 12 — —— 10 — 11 — 9 . 14 E»»»» 14 11 — 14 — —— '—— — — 8 — — iS 15 — 6 — IO — 9 — 14 — 16 ■MMB 14 — 14 — 13 — 12 —— 12 — 16 -- 13 — 11 — 141 - 12 — 11 — 9 2 14 — ---- 32 24 — —— — —— 9o » — — -- 32 —— — -— — — —— 9o — — — — 38 — 26 — — —— — — 18 — — — — - — 32 — — — — 16 — 28 — — — — OHM 30 — —* — — — 20 — 3o — 34 — 28 — 30 —• — —- — 30 — — — " 36 _ 8 — — — — — ' — — 8 _ _ • 9 8 — — — —— — —*— 6 —' — 6 10 —* — — —. — — 8 — — — Getraide; den fl Städte. Darmstadt Friedberg Fulda Giessen Marburg Di,; Wezlar weise vom 23 ä 60 kr. uni Gemäs. das Malter, das Malter, das Malter, das Achtel, das Mott, das Achtel. das Achtel. Ge; ) dar Wa fl.' 9 15 16 11 10 15 ii 1 >t. b ft. i;en kr. 3o 30 is den zu 3 wiegt ft. 175 200 — 1 200 i$o 34o 206 3o. | Lc Ke fl. 6 n 12 8 V» to 45. 1 1 | q» I □ /6) II OOP I I 1 -c. 7* 1 = t)r । 'Pt., in Frankfurt. Wahrung Cölnisches Silbergewicht. 'viegt GersteIwieqt Hafer wiegt *■ fr. tb. rKTTbT *57 4 5^ 140 4 iS ao 190 9 1 170 io— 12c - - 1-- -_s 180 7— 160 7 — x40 135 3 20 120 3 — 0. 300 10 40 —--, 190 7 - 168 5 20 — Schwarz Brod kr. 1 Loth 11 Quint 3 Weck — — Butter Bretzeln 1 1 5 2 1 1/4 2 5/g gemischt Brod oder' Taigscher 1 8 1 21/4 Der Der verständige Hausarzt, von Gott: lieb wohlgemuth. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, O Gott! wie viel sind die nicht werth? Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, Wenn Krankheit seinen Leib zerstör! ? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? W i e m a n die G e s u n d h e i t e r h ä l t. Willst du gesund bleiben, so mußt du fol. gende Regeln beobachten, die der ve» ständige Hausarzt errhkilt: l) Erhalte in deinem Hause beständig frische und reine Luft. Wir saugen die Luft in uns,'wie Speise und Trank. Ist ste faulend und verdorben, so muß sie uns schädlich werden. Daher sperre die Touren und Fenster deiner Stube und Kam-, wer fleißig auf, halte dieselben reinlich, trockne die Pfltzen und Moräste in deinem Hofe aus. Mache die Miststätte nicht vorS Fenster, und laß keine Unreinigkeit und keinen Gestank überhand nehmen. 2) AuS Unreinigkeiten entstehen viele Krankheiten Daher wasche dein Gesicht und deine Hande fleißig, bade öfters im kalten Wchftv, halte deine Kleider sauber, wechsele fleisig die Wäsche, und gieb auf dein Weib Acht, daß rS in Küche und Kel- ler reinlich zugeht. 3) Halte deinen Kopf nicht zu warm. Trage keine Pelzkappe, und schnüre das Halsband Nicht so fist zu. Ueberhaupl qe- wohne dich an keine warmen Kleider. Adam und Eva waren nur mit einem Fell umgürtet, und sind doch alter worden, «!S du je werden wirst Die Kleider müssen reinlich seyn, und nicht,zu fest aufsitzen. Laß dein Weib und deine Töchter keine Schnurbrust tragen; davon komm n Vie üblen Kindbetten. Die Schuhe müssen nicht drücken — sonst qiebts Hühnerauaen, — und niedrige Absätze haben. Dabei kaufe ja kein Kleid von Maklern und Juden. Es könnte von einem kranken Menschen seyn, und du dadurch angesteckt werden. 4) Im Essen sey mäsig; daö heißt: iß nicht mehr als der Magen fordert, und immer zu gewiss n Stunden des Tages. Gcmüs, Mehlspeisen und Obst sind die gesundeste Pahrung für dich, wozu du manchmal, wenn Vu's vermagst, ein Stück Fleisch geniesen kannst. Lasse aber die Früchte recht reif werden; und meide besonders die unreifen Erddirnen. Das Brod muß wohl ausgebacken seyn. Alle feite Speisen, so wie auch alles, was zu sihr gewürzt ist, ist ungesund. Dabei hüte dich, daß du nicht zu heiß essest; und auf das heiße Essen gleich hinelntrinkest; da kommen viel übleZufälle her — Schwämme lasse in deinem Hause nie auftischen; denn es giedt solche, cie giftig sind. Iß auch nie Fleisch von krankem Vieh. 5) Dar beste Getränke ist reines Wasser; und nach diesem gutes, vergohreneö Bier. Auch ein Glas Wein zuweilen getrunken, giebr Stärkung, aber keine Gewohnheit muß man nicht daraus machen. Thee und Kaffee sind immer schädlich, undderLanv- mann sollte sich schämen, so leckerhaft zu seyn, daß er nur diese Dinge trinken könnte. Der Brandewein ist der Gesundheit auch nachtheilig, und macht trag, dumm und liederlich. — Unmäsig genossen, sind aber alle Getränke schädlich In der Hitze, im Zorn,,vder im Schrecken, muß man weder essen noch trinken. 6) Schlafe in kalten Kammern, aus Strohbelten (denn die F-deibellen taugen nichts) decke dich mit einer leichten Decke zu, liege lieber auf der Seite als auf dem Rücken, lüfte die Bellen öfter» , und gewöhne dich so kurz als möglich zu schlafen. Je langer du liegst, je müder wirst du. 7/ Schaffe — ) T55 ( — •fi Schaffe die gemeine Unart in dei* nein Hause av, daß man im Winter so wütyend einhrizt. g) kapiere nie, lasse nie zu Ader, und brauche nie eine Arznei, als wenn du wirklich krank bi fr, und dir dein Arzt da» eine oder das andere verordnet. 9) Arbeite fieisig, nähre keine heftige Leiden,chaflen, als Zorn, Haß, Geiz, Neid rc. schweife nicht aus mit Weibeper« fönen , fty immer heiter unv vergnügt, lebe tugendhaft und'bete fieisig, und du wirft im Genüsse der besten Gesundheit uralt werden. Wie man die Gesundheit wiederher ste11, wenn man krank ist. Wenn du rntweder selbft krank wirst, oder wenn andere neben dir krank werden, so mußt du folgende Vorschriften des verständigen Hausarztes befolgen: i) Du bist gewohnt , sobald dir oder den Deinigen etwas fehlt, sogleich zu alten Weibern, Quacksalbern, Scharfrichtern, u d. gl- Leuten, zu kaufen, und dich ihrer Hülfe zu bedienen. Diese Leute sind entweder Betrüger oder Unwissende, die dir mehr schaden, als nützen werden. Eben so gebrauche auch keine Arznei von Tirolern, Thüringern und herumziehenden Aerzten. Daß ist meistens lauter Gift. Wenn dir etwas fehlt, so gehe zu einem bekannten geschickten Arzt, der seine Kunst studiert hat, und ansässig ist, und gebrauche die Mittel, die er qiebt, .streng nach seiner Vorschrift, sonst helfen sie dir nichts. 2) Die gewöhnlichen Hausmittel taugen nichts Der Arjt, der Arzt ,st zur Hülfe da. 3) In dem Z'mmer, wo ein Kranker ist, muß man die arößke Reinlichkeit erhalten, die Fenster öfters aufmachen, daß frische Luft herein kommt, und nur wenig einheizen. Auch das Bett muß immer reinlich bleiben. 4; G.bl keinem Kranken, wie eS manche gewohnt sind, beständig Thee oder Wein, oder gar Brandewein zu trinken. Wasser ist auch da das beste Getränk. Man muß keinen Kranken zum Essen nöthigen, und ihm immer nur einfache, wenig gewürzte Speisen geben. 5 ) Wenn ansteckende Seuchen herumgehen , so mußt du nicht zu den Kranken gehen, wenn es nicht seyn muß, indem Hause immer reine Luft erhalten, und mit Essig, herauf einen heissen Stein gegossen wirh, räuchern; auch dich für Eckel und Einbildungen von Gefahren hüten. 6 Im Herbst giebt es besonders Rühren , die meistens aus Verkältung entstehen , vor der man sich deshalb hüten muß. Wenn man sich bekommt, so muß man sie ja ntcht stopfen , die größte Reinlichkeit beobachten, besonders oul reifee Obst essen, das das beste Mittel dagegen ist. 7 Wenn du einen Leibschaden hast, so trage cm gutes Bruchband, und hüte dich für aller gewaltsamen Anstrengung deiner Leibeskräfte, und für heftigen Ge- müthsdewegungen. 8 Wenn deine Kinder die Blattern bekommen, so halte sie reinlich, lasse dem Uebel feinen Lauf, und gieb ihnen keine hitzigen Dinge zu essen oder zu trinken. Wenn in deiner Gegend ein Arzt ist, -er dir Sache versteht, so lasse von ihm deinen Kindern die Blattern einimpfen, wodurch du die Gefahr des Todes und die Verstümmelung ihres Körpers sehr verminderst Der Verfolg künftig. Bekanntmachung. Friedrich Christian Schmidtborn, des verstorbenen Pfarrer Schmidtborns zu Hochelheim im Fürstl. Weilburgischen hinterlaß ■*— ) I Lerlassener Sohn ist vor mehreren Jahren von hier weg- und, wie man nachherv in sichere Erfahrung gebracht, in Französische Dienste gegangen, soll aber nach gleichma- sigen wahrscheinlichen Nachrichten eines ge- wissen Ludwig Gerst'6 , welcher seine Bekanntschaft auf dem Gymnasio gemacht, in Holländische Dienste getretten und un- term izten Sept. 1793 bei Mehnen, wo gedachter Gerst ebenfalls Kriegsdienste geleistet, durch eine Kanonen-Kugel erschossen worden seyn. Da nun an einer gewissen gerrchtlichm Auskunft über das Leben oder den Tod veö erwehnlen Friedrich Christian SchmidtbornS sehr viel gelegen und solche auch, um daS Nötige wegen des ihm angefallenen Erbschaft- -Antheils zu a>-rangiren, erfordere derlich ist; so wird mehrqedachtrr Friedrich Christian Schmidtborn im Fall er noch am Leben seyn sollte, edictaliter hiermit vorgeladen, um innerhalb 3 Monaten entweder in Selbstpersohn, oder durch einen hinlänglich bevollmächtigten dahier zu erscheinen und seinen Erbschaft--Antheil in Empfang zu nehmen. Im Fall seine- Ableben- aber werden alle diejenige, welche hinlänglichbeurkundete Nachrichten von seinem Todt ertheilen können , und besonders auch der oberwehnte Ludwig Gerst hiermit aufqefordert eine ge? richtlich beschienene juverlaßige Nachricht «nhero gelangen zu lassen, welches man nicht nur in jedem Fall zu erwredern, sondern auch Die allenfalls aufgewandte Kosten dankbarlich zu erstatten, so bereit als willig ist. Langgöns bey Giessen am Sten Sept. 1797. ,Ä. Von Commißtvns wegen Carl Georg von Zangen Fürstl. Heßlfcher Reg Rath und Oberbe- amte des Amts Hüttenberg. Nachricht. Hin« gewisse Herrschaft in einer Land- Mdt suchet eine Haushälterin/ welche für -6 ( die Herrschaft kochen muß, und einer Hau-- Haltung in Küche und Keller wohl vorstehen kann , auch das Pflanzen des Gartenwerks verstehet, und sich beim Gesinde in Autorität zu setzen und zu erhalten weiß, übrigens aber von guter Aufführung ist, und diesevwegen sich allenfalls mit Attestaten legitimiren kann. Wo? kan bei Ausgebern dieses erfraget, und hernach bei der Behörde sich gemeldet werden. Gottesdienst am 1. ctbr. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Bechtold. Nachmittags Herr Superintendent Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Super rinlendent Schulz. Morgen den 1. Octbr hat das Frisch- backen des Beckermeister Kaspar Löbers Wittib, in der Neustadt. Ein - und Auspafsirre. Am 24. Sept. Hr. Kammergericht-- assessor v. Cramer, von Wezlar, durchp. Eod. Hr. Kanzlcitirekror Marchand, von Schaumburg, durchpass. Am 25. Sept. Hr. Hofrath Schmal- kalder, von Darmstadt, durckpass. Eod. Hr. Kammerrath Miltenberger, von Darmstadt, durchpass. Ropulirte bei der Stadtkirche. Am 28. Sept. Joh. Ballhasar Nell, Burger und Fuhrmann allhier, weiland Iol^ Adam Nolls , Burgers und Fuhrmann» allhier, nacvgelassener ehel. Sohn, und Iobannetta Karolina, weiland Ioh. Balthasar Nolls,-Buraers und Fuhrmann- allhier, nachgelassene Wittib. Geranfre bei der Stadtkirche. Am 25. Sept. D m Buraer und Seilermeister, Siegmund Moriz Schulze, eint Tschter.