H H H Nr. XXL 27. Mai. 1797’ Giesser Jnkellkgeilzölatt. In und Auswärtige Viktualien- und Markt-Preise. (5-per ä 4 fr. — —' 4 St. 4 St. 4 St. (5 ©t. 4 St. 4 St. Giesen, kr. 1 Pf. Darmst Tist-b kr 1 pt- Fulda kr. Pf. Mark. । Weilb.Mzlar. fr. Pt. fr. Pf. fr Pf. fr. Pf. ft Ochsenfleisch — 14| — 16 l4 j - 13 — 12 — 'S — 13 — — Kühfleisch — 13 — — io 1 — 12 — 9 — 14 — 12 — Rindfleisch — ii — 15 — — —— —— 1 8 — — — — Kalbfleisch — 12 — 14 E— 6 - 10 — 9 — 13 — •3 —* — Schweinefleisch — 14 - (4 — 13 — 12 — 12 16 — 10 — Hammelfleisch — 14 — 13 2 12 — 12 — 9 2 — — —" — Hammelsfett — 32 — -4 — — — — 90 — — — — — Rmdsfett — 32 — —■ — — — — 90 —— — —■ —— r — Schweinefett — 38 - 28 E— - — — — i8 — — — — —* — Seifen — 32 - — —— —— 27 — 28 — — — —— — Lichter — go — EM. — —" — 30 — 30 — _ —— 34 —— —> frische Butter — 30 - 34 —— —* -- -r— 30 — — — 36 — — geschalte Hirse — 8 - — — — —E — —— 8 — — — 8 — — grob geschälte Gerste 8 — — —- - — —— 6 — — -E 9 — — klein geschalte Gerste 10 — 8 Getraidepreise vom 20. Mai bis den 27. Mai, in Frankfurt. Wahrung den fl. ä6o kr. und das ft. zu 34 Loth Cölnssches Silbergewicht. Städte. Gemas. Waizen wiegt Korn wiegt Gerste wiegt Hafer wiegt fl fr. ft. fi fr. ft. fl f fr. ft. fl. fr. 1 ft. Darmstadt das Malter. 10 — 17S 6 46 157 4|S8 140 4 22 98 Friedberg das Malter.- 15 - 2001 ul— 190 9 - 170 10 — 125 Fulda das Malter. 16 — _ 12 — — 1 ।__ — 1 -- — Giessen das Achtel. 13 — 200 8 5c 1H0 6 40 160 7- 140 Marburg das Mött. 10 30 150 5140 135 3 20 120 3 - 84 Diez das Achtel. 19 30 340 15,20 302 io 30 — — — We.lar das Achtel. 14 — 206 9130 190 7- 168 8 — kr. Loth Quint Schwarz Brod 1 11 1 374 Weck — — X 4 3 1/2 Butter Bretzeln 1 2 13/4 gemischt Brod oder Taigscher 1 8 r/2 Kbm — ) 82 ( — Vom Anbarr verschiedener Rolilartenund Seren großen Vinnen in Ser Haus- Haltung. Verfolg. Der zunehmender Kalte legt man Pferdemist unter den Kasten herum, und bringt Strohmatten^ über die Fenster, die man bei Tage etwas lüftet, damit die Pflanzen nicht faulen. In ter Mitte des Aprils etwa verftzt man diese Pflanzen an den gehörigen Ort in Garten 2 Fuß von einander, nimmt sie mit Begiessen in Acht, und erwartet davon sehr frühe den besten Kohl. Von diesem Kohl braucht man auch die Blätter zur Fütterung, wenn man nämlich solche auf der Häcksellade zerschneidet , und mit Salz in Fässern entmacht. Sie geben im Frühjahr ein angenehmes Futter, besonders für milchende Kühe, die solches gerne fristen, und wo» von auch die Milch keinen solchen Geschmak annimmt, als wenn sie mit Klee gefüttert sind. Abwechselnd selbst im Sommer mit geschnittnem Klee vermengt, bekömmt es dem Vieh sehr gut, und bewahrt es für mancherlei Krankheiten. Zur Verbeste-, rung der Stallfutterung ist daher der Anbau vieler Kohlarten sehr zu empfehlen. Insonderheit ist der braune Kohl ein sehr nüzliches Gewächs für Menschen und V>eh Man hat davon eine doppelte Art, nämlich den niedrigen krausen, und den hohen braunen Kohl. Der Same dieses braunen Kohls wird sobald das Erdreich aufgethauet ist, gefaet. Der Boden muß in guter G ile (ober gut gedüngt) fepn, damit der Same bald beroorfonf» mm, die Pflanzen geschwind fortwachUn können, welches besonders der Erdflöhe wegen nöthig ist ; von welchen sonst dir jungen Pflanzen viele Anfälle haben. Dieser Kohl Hebt ein fettes Erdreich, und vertragt frischen Dünger. Ob aber das kand, worauf er versezt werden soll, im Herbst oder erst im Frühjahr gegraben werde, gilt völlig gleich. Auf dieses tand sezt man die Pflanzen einen Quadratfuß von einander. Uebrigeni thut man wohl, wenn man zu verschiedenen Zeiten Samen säet, und Pflanzen erziehet; denn wenn man jeder- jett einen Vorrath davon hat, so kann man nach und nach seinen Garten, je nachdem (inötre Gewächse weggenommen werden, zu einem Kohlgarten machen. Dieser braune Kohl dauert Den Winter aus, und bringt er|i im folgenden Sommer Samen. Der niedrige Bardowiker Kohl ist ohne Zweifel der wohlschmeckendste, und hält sich am besten den Winter über, wert er am leichtesten vom Schnee bedeckt wird. Wer aber um des Viehes willen Dielen mit pflanzet, so wählt man cm nüz» lid^ien Den hohen krausen Gew ß jsts, daß Der braune Kohl fürs Diey von grp. jiem stutzen ist. Man blattet ibn ab, und giebt ihn gestossen Den Schweinen sowohl al* Den Gänsen. Nicht weniger ist er Den Pferden sehr heilsam, wenn sie Die D^üse haben. Auch giebt man ihn Dem Hornvieh gestossen oder geschnitten auf Haksel, wor. auf Dir Kühe gute Milch geben. Zum Pflanzen desselben wählt man einen kühlen und feuchten Tag und feuchte Witterung. Zur Vertilgung des Unkrauts, behackt man ihn ein paarmal mit Dem weissen .Hobl. Gegen den Winter thut man am befhn, ihn insgesammt auszuziehen, und emzuschlagm. Zu welchem Ende man Furchen, und zwar so tnf macht, daß Der ■Ml einen Fuß tief in Die Erde kommt, unD so Dicht neben einander, als es der Poll desselben leiden will. Dadurch be. kommt er Schuz vor d-m Frost, und ge. fejt auch , daß ein Theil erfrieren sollte, so schlägt doch der so tief gepflanzte Strunk im Frühjahr wieder aus. Um Samen davon zu erhalten, sezt man im Früh. jahr — ) 83 ( - fahr so viel Kohlstöcke oft nöthig, an einen besondern Oct, Uebrigeii» gilt es gleich, ob sie noch Köpfe haben, oder solche bereits abgeschnitten roorDen. Alle Arten von Kohl leiden vielen Anfall von Raupen: 0a» sicher ne Mittel zu ihrer Vertilgung ist/ Oa£ man sich einige Tage Die Mühe Nicht verdriessen laßt/ solche abzulesen. Von der wmterfärterung de« Rindviehs, besonders der Rahe. Es wird in unfern Tagen so viele» über die Winlerfüiterung des Hornviehes gkichrieben, Daß man oft selbst nicht weiß, was man, um am beiten zu fahren/ davon wählen soll. Was man bisher noch darüber geschrieben, scheint immer entweder zu kostbar/ ober mit zu vieler Beschwerde verknüpft zu fepn. Aus dieser Ucjache hofft man , daß diese Art als die hegueluste und beite gefunden werden wird, die man hier mittheilt Eine itoe Kuh bekommt im Wmter ihr aem-»ssenes Fck- ter, und zwar täglich ro Pfund Heu, und 25 Hf. Stroh Lorn leztern laßt man et oa 5 Hf. zu Häkfel schneiden, und was von Dem üvrigen/ nachdem es das Vieh durchgefrcss n hat , zurückgelassnt wird, dienet zur Streu dessiden. D^s Heu und Stroh wird a(l Morgen durcheinander geschü tet, und solch.« dem Vieh von Zeit zu Zeit tn kleinen Portionen gegeben Da» erste Fu ter bekommt es des Morgens um 6 Uhr, das 2te um k Uhr, das ;te um lo Uhr, um 12U ir erhalt es ein Futter Hassel; das 4te um 2 Uhr, das $te um 5 Uhr, und das 6tr um y Uhr, da ihm dann der ganze Rest gegeben wird. Aus einer vieljahriqen Eefabrunq weiß man, daß es gut fty, di? Kühe, und üoerhaupt das Hornvieh von der Z-it an, da sie eingebunden werden , bis N'ujahr gut zu füttern. Aus dieser Ursache laßt man dem Vieh bis Neujahr oder auch etwa- länger, täglich eine gedoppelte Portion Heu rei- lh.'n, und kürzt ihm dagegen soviel vom Stroh ab. Sobald aber Die Kühe auf* trokncn, werden sie blo» mit Stroh gefuttert ; alsdann wird Dasjenige Heu wieder gewonnen, was sie vorher mehr bekommen haben. Nach Dem Kalben aber erhalten sie wieder ihr gewöhnliches Futter , äusser daß ihnen jedesmal auf dem Halsel sowohl, al« in Der Tranke ein paar HandevoU geschrotener Hafer gegebenwirD; Der... nach Haferschrot geben sie mehrere Milch, als nach Rockenschrot oder Mehl. Man halt es für zuträg ich, die Fruchten nach der Ernte so bdD wie möglich auedre- schen und aufschütten zu lassen : Dio bei Dem Abschweifen und Reinmachen deö Korns sich sin'dende Aehren, worinnen oft noch etwas Korn besindlich, werden an einen sichern Ort gebracht. Von Dieft m wird nachmals Dem Vieh stdesmal eine Portion auf Cem Haksel gegeben, welches aber unterbleibt, fo oft in Der Hau- Haltung brau- ner oder weisser Kohl gebraucht wird. Da Dann Der Abfall von demselben gestossen, und statt Der Aehren mit Dem Häksel vermengt wird. Auf Diese Art kann man genau bestimmen , wie viel ein jedes Stück Vieh zur Winterfütterung an Heu und Stroh bedarf, wie viel feine Unterhaltung kostet, und niemand fezt sich einer Gefahr aut, Daß sein Vieh unnöthiger Weise mit Kvrn gefuttert werde- Bei dieser Behandlung befinDet sich Da» Vieh ausserordentlich gut, hält sich munter und gesund. Gegen Da» Frühjahr wird Demselben eingemachter Kohl auf Häksel gegeben , Denn ein guter Hauewirth läßt allen Abfall vom weissen unD allen andern Arten Kohl fein schnei. Den, in großen Tonnen mit Salz einmachen , und so zum Futter aufbewahren. Anfangs will das Vieh zwar nicht gerne «tv «Meissen, kSwlrd aber bald daran gewöhnt, und die Kühe geben gute und viele Milch darnach, werden auch wegen des salzsau- ern Kohl» gegen Krankheiten gesichert. wie man Fettflecke aas wollenem Tuche oder anverm Zeuge bringen kann. Wenn man Wach», Pech, Harz, Talg, Butttr und dergleichen Flecke in wollene Kleidungsstücke bekommt, so muß man solche zuvörderst so viel als möglich erkalten lassen, um das tiefere Einziehen und Ausbreiten dadurch zu vermeiden. Was hernach von solchen Fettigkeiten noch äusser» lich aufsitzt, »vird behutsam mit einem Messer abqeschabet. Hnk nun der Fleck su§ Wachs, Pech oder Harz bestanden, so muß der Fleck mit Terpentinöl wohl ein- getränket, und ein wenig über ein Kohl- feuer, das mit Asche qeöämpfet worden, gehalten werden. Die Absicht hievon ist nicht, das Terpentinöl darüber verrauchen zu lassen, sondern daß solches vermittelst dieser Warme den harten, harzigen Körper «rufiösen, mit sich vereinigen, und also verdünnen soll. In gleicher Absicht muß unter dieser Erwärmung der eingetrankte Fleck zwischen den Fingern wohl zerrieben werden. Ist nun dieser Endzweck erreicht, so legt man ein doppelte» Löschpapier auf den Tisch, darauf das befleckte Zeug und oben drauf wieder etliche Blatt Löschpa. pier. Hieraus legt man nun ein masig warmes Blatteisen, und giebt Acht, daß so oft die Löschblätter oben und unten sich vollgezogen, andere an ihre Stelle gelegt werden , und dies so lange ■ al» man spü- ret, daß sich durch diese Wärme noch etwas Fettigkeit herausbrgiebt. Nach dieser ersten Operation wird gemeiniglich, wenn der Fleck nicht gar zu tief gesessen, wenig Spur mehr zu finden seyn. Sollte indessen noch etwas zu sehen seyn, so wiederhole man die Eintrankung mit Terpentinöl, Erwarmung, Reibung und Ausziehunq noch ein- Mgl. Will man hernach diesen Ort etliche- 84 X — mal mit Svlrilus Vini eintränfrn und austreiben, so wird sich selten noch von einem Fleck die Spur erkennen 'assen. — Rührt aber der Fleck von Butter, Talg oder Oel her, so ist die Erwarmung dabei nicht nothwendig, indem sich diese Fettigkeiten ohne Wärme mit dem Terpentinöl vereinigen und verdünnen lassen, wenn damit auf die übrige beschriebene Art verfahren wird. Garresdienl? am 28 Mai. In der St Pancratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Müller Nach- m ttags Herr Kandidat Klingelhöftr, aus Biecenkopf. In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Superintendent Schulz. Morgen den 28 Mai hat das Frischbacken der Beckermeister Johannes Seipp, auf dem Kreuz. Geraufte bei der Sradtkircke. Am 24. Mai. Dem Beisaß Jacob Ram- speck, eine Tochter. Am 26. Mai Dem Burger und Fuhrmann, Job. Conrad Vogt, eine Tochter. Eod. Dem Burger und Glaser, Gottfried Conrad Fillmann, eine Tochter. Beerdigte. Am i8- Mai. Ioh. Henrich Kammerer, Burger und Beckermeister, alt 74Jahr. Am 22. Mai. Herr Ioh. Ernst Brei- denstein, Fürstl. Regierungskanzellist all- hier. Am 23. Mai. Helena, des Burger u. Spengler7 Wilhelm Linden Tochter , alt 5 Iabr, 2 Mon Eod. Adolph Konrad Keil, Burger und Schuhmacher, alt 40 Jahr, starb an den Folgen einer Brusibeschwerung Am 24. Mai. Anna Christina, des Burger und Schneider Herrmann Igeyh Gotthards Wiltwe, alt 75 Jahr.