Nn XXXIV» 26, August. 1797* Giesser Jottttigenzblakk. In und Auswärtige Viktualirn- und Markt-Preise. Giesen. Darmst Dillcb. Fulda. Marb. Weilb Wezlar. kr. 1 vf. fr. Pf- kr. I Pf kr. pf. kr. ! pf. kr. Pf. kr. pf* 1 ft Ochsenfleisch iz auch I4| ' 15 — E5 | 2 12 — 12 — iS - 13 — 1 — Kuhfleisch — 12 r - — EO l — ii — 9 — 14 - 12 — 1 — Rindfleisch — LI - 14 — —— —* 8 — — 1 — Kalbfleisch — 12 14 6 - 10 — 9 - 12, - 13 — 1 —Schweinefleisch — U 14 ——' 13 - 12 — 12 — l6 - 10 — I — Hammelfleisch — II 14 ** 12 - 12 — 9 2 l6 - - 1 — Hammelsfett — Z2 24 — — — — ■— 90 — —— d— 1 — Rindsfett — 32 90 — i — Schweinefett — 38 26 — — — — 48 — — — 1 — «k 1 — Seifen — Z2 — — — — 16 — 28 — — 1 — Lichter — 3° — — — — 20 — 3° — —— 34 — j — frische Buller — 30 30 *■* —— — — —- 30 - —— 36 — 1 — geschalte Hirse — 8 — — — - — — 8 — — 8 — x — grob geschalte Gerste 8 9 — L — klein geschälte Gerste 10 — —- — — — — 8 — — ■“ Eyer ä 4kr. — — 3 St. 5 St. 4 St. 5 St. 4 St. 4 St. Getraideprcise vom i y.Aug. bis den 26.Aug., in Frankfurt. Wahrung den fl. ä6o fr. und das ft. zu 34 roch Colmsches Stlbergewicht. Städte. GemaS. Waizenl wiegt^ Korn wiegt Gerste wiegt \ Hafer wiegt fl. kr . ft. fl. kr. ft. fl. kr. ft. fl. fr. ft. Darmstadt das Malter . 10 - 175 6 15 157 4)53 140 4 8 98 Friedberg daö Malter - 15 - 200 11 — 190 9 - 17 0 l0 — 125 Fulda das Malter . 16 12 — — 1 * — ——- 1 —— — — 1 — Giessen das Achtel. 11 3< D 200 7 30 180 7 — 160 7 — 140 Marburg das Mott. IO 3< > iso 5 40 IZ5 3 20 12 0 3 84 Diez das Achtel. LI 340 13'40 300 10 — Wezlar das Achtel. 14 206 9I30 190 7 — 168 8 •** kr. Loch Quint Schwarz Brod 1 11 3 Weck — — 1 5 1 1/4 Butter Bretzeln 1 2 2 5/L gewischt Bryd oder Taigscher 1 8 21/4 - ) N-chrLcht von dem Gebrauch der Steinkohlen. Verfolg. Es werden aber die Steinfohlen i) zu Feuerung der Stuben und Zimmer in runden eisernen Qefen, welche man häufig anhero bringen lassen wird, gebrauchet. In gedachte Orfen ober müssen nicht allein nach Maaögabe der Größe und Mündung derselben eiserne Roste angeschaffet werden, welche man füglich in dieselbe hineinschieben , und wieder herausnehmen könne, damit das Steinkohlen-Feuer einen guten Zug bekomme, und der Dampf davon um so ehender und leichter in den Schornstein steige, sondern man hat auch ju Verhütung des Geruchs, welcher sonsten leicht- Mlich in die Zimmer eindringen könnte, ing- besondere darauf bedacht zu seyn, daß solche mit keimen wohl verschmieret werden mögen. Auch von diesen und den unten angeführten Rosten wirdmanverschiedenean- hero bringen und auf jedesmaliges Verlangen vorzeigen lassen. Mit der Anfeuerung der Steinkohlen ftlbsten verführet man auf nachfolgende Art: Man fezet auf den gedachten Rost einige wenige trockene Steinkohlen, und machet unter solche ein kleines Feuer von Holz-Spänen, sodann aber, und wenn solche in den Brand gekommen, leget man andere Steinkohlen, welche vorhero mit Wasser angefeuchtet worden sind, auf selbige. Dabei bedient man sich eines eisernen spitzigen, von vorne aber in etwas gekrümmten Stabs, um in den Kohlen, falls sie nicht Luft genug haben, herum zu stören, und solche damit in die Höhe zu heben. Dieser Stab dienet auch zu gleicher Zeit den Durchfall der Asche durch den Rost zu bewürken. Die viereckigte eiserne Oefen können auf gleiche Weise durch Steinkotzf 34 ( —- len gehizet werden, wenn sie anders einen guten Zug Haden und wohl verwahret sind, daß kein Kohlen-Dunst in die Zimmer kommen könne. 2) Zu Erwägung der Camin-Zimmer, welche mit gut gebauten ssammen versehen sind. In dergleichen Camine ist nolh- wendig einen besondern Rost, wovon man nach dem oben gethanen Versprechen ein Model, welches alsdann nach der Gröse des Caminö eingerichtet werden kan, bet# jubringen ecdötig ist, verfertigen zu lassen. 3) Zum Kochen. Hieju ist der eben beschriebene Rost erforderUch, und hat man nicht zu befürchten, daß die Speilen odsr das gekochte Wasser einigen Geschmack von den Steinkohlen annehmen, wenn übrigens die Küchen-Schornsteine nur einen sehr guten Zug haben. Man stellet diesen Rost auf den Heerd unter den Mantel, hangt über denselben, im Fall man Wasser sieden will, den Wasser-Kessel, und stellt, sobald dte Steinkohlen brennen unD in einer guten G ut stehen, die Koch Töpfe mit den Speisen um den Rost herum. Weilen die Steinkohlen ein sehr stark und durchdringendes Feuer geben, so müssen die Töpfe, nachdeme eine Speise Hize benö- thigt ist, in einer gehörigen Entfernung vom Roste gestellet werden. Ebenermas- sen kan man auch bet diesen Rosten die Braten zubereiten, und den Erat.Spieß auf die Nkmitche Weise, beim Holz. Feuer, nur nicht in gleicher Nahe, anbringen. 4) In Schmieden und Feuer # Werk- stkllen. Hier ist ihr Vorthetl noch ungleich gröser. Die Holzkohlen sind bekanntlich in einem übersteigenden, dahingegen die Steinkohlen in einem gemösigten Preise. Bei diesen kan nach Aussage aller Feuer- Arbeiter, welche nicht allein Proben damit aygestellet, sondern auch nunmehro bei fei* nm — ) 135 ( — NM andern Kohlen mehr arbeiten wollen, noch mehr als noch einmal so viel, und noch so geschwinde, als bei den Holzkohlen gearbeitet und verfertiget werden. Jedoch ist dabei anzumerken, daß ein Schmidt, welcher noch nicht imit Stein- kohlen umgegangen, Achtung geben müsse, daß er nicht das Eisen wegen der sehr gro- fen H-tze, so diese An Kohlen qiebt, ver- brenne, und sich dadurch Schaden zu- füge. 5) Zu Feuerung und Heizung der Gewächs»Häuser, wie dann würklich schon viele Jahre an verschiedenen Orken hiezu nichts anders als Steinkohlen genommen worden. Zu allem diesem wird hier noch ange- füget, daß man auch auf unterschiedliche Weisen die Steinkohlen selbst sparen und also zst einem sehr wohlfeilen Brand gelangen könne. Man nimmt nemlich, a) wenn man eine gemasigte Wärme wünschte, zwei Drittheil Steinkohlen, so zerschlagen seyn müssen, und ein DrMheil Leimen, menget diese zwei Sacken unter einander, legt solche, wenn sie vorher mit Wasser ange- seuchtet worden, auf die Grundlage von einigen trockenen Steinkohlen und einigen Holz-Spanen. Wenn man lezkere anqe- zündet und mit d?m spitzigen eisernen Stab einigemal drmF uer Luft gegeben hat, so wird dieses Feuer noch einmal solange dau- ren, als wenn es von puren Kohlen bestünde, Vie Hitze auch weniger heftig seyn. b) Zerstoßene Steinkohlen und naß gemachten Leimen, von jenen zwei Dritthell, von diesem ein Driktheil, mengt sol- ehe» wohl unter einander, ballt daraus ziemlich große Kugeln, so daß man sie mit denen Händen umschliessen kann, lässet dieselbe trocken werden , und leget sie, wie vorstehender Buchstabe meldet, zu Feuer in den schon beschriebenen Rosten an. Dieses Feuer, wenn es ordentlich bereitet wird, kann an die 24 Stunden vaunn, ist nicht so heftig als das pure Steinkohlen-Feuer, und spielt üim vieles d'-r schönsten Farben für die Augen des Anschauer». c) Auch die Ascke von Steinkohlen, welche aber feine Funken und Feuer mehr haben darf und von den Schlacken, dte zu nichts mehr taugen , abgesondert ist, vermengt solche mit einem Drittheil nassen Leimen und einem Drittheil gestossenen Steinkohlen, und versährt übrigens nach der in b) gegebenen Vorschrift, wobei noch dieser Vortheil erhalten wird, daß die in der vermengten Asche vorqewesene nicht aufgezehrte verbrenntiche Materie nochmalen zur Feuerung und Verlängerung de» Feuers beitragt. d) Leget man den Vorrath von Steinkohlen in den Hof, daß er an dem Regen Theil nehme, und falls sich sehr trockenes Wetter ergiebt, feuchtet man dieselbe mit Wassr an, indeme die feuchten Steinkohlen länger im Feuer aushalten , al» trockene, und ihnen an der Heftigkeit de» Feuer» doch nichts abgehet. e) Feuchtet man auch die selbst schon brennende Steinkohlen in den Kaminen und Schmieden dann und wann an, woraus der nemliche Vortheil, wie vorgesagt, zu gewärtigen «st. f) Lassen sich die Steinkohlen füglich statt der Holzkohlen zum Bügeln und Baugen der Wasche gebrauchen. . Hierbei ist noch zu erinnern, daß eis nestheris mit der Steinkohlen-Asche, welche sehr lange glühend bleibet, gute Obacht genommen, und überhaupt mit dem Anlegen der Steinkohlen sehr sparsam verfahren werden müsse, damit die Oefen in fein» —0 ) rz6 ( ** Ftfne Glut gerathen, andern Theils aber, daß sothane Steinkohlen- Asche zur Lauge ganz unbrauchbar scye. Em Mittel / Dmtenflecken aus der wasche zu bringen. Zitronensaft und Sauerkleesalz sind die bekanntesten und gewöhnlichsten Mittel. Das wohlfeilste und eben so sichere Mittel ist daö Scheidewasser, wovor man sich doch nicht fürchten darf. Ein bis zwei Tropfen davon auf einen mit blosem Wasser eingetrankten Dintenfleck getröpfelt, lösen solchen, ohne der Wasche den mindesten Schaden zu verursachen, völlig auf. Die Eier zu probiren, ob sie frisch oder nicht frisch sind. Man lege das Ei in ein Gefäß voll Wasser, wenn das Ei untergeht, so ist es gut, schwimmet es aber auf dem Wasser, so ist es nicht frisch und gut, sondern faul. Bekaimtmachung von verschiedene» Sachen. i) Bei Dominicus Rossi in Giesen ist frische« Selter und Fachinger Heil - und Kurbrunnen - Wasser, in neuen Krügen und billigen Preises zu haben. 2) Ein junger Mensch von guter Herkunft , der bereit« bei Amt als Scribent gearbeitet hat, und eine saubere Hand schreibt, offerirt seine Dienste anderweit als Schreiber. Man kan sich bei Auege- lbrr melden. 3) Diejenige kiebhaber, die auf den Jahrgang 1798. von deö Herrn Reg. Rath Wildungen beliebtes Neujahrsgeschenö für Zorst - »nd Iggdliebhaher mit 1 st. zokr. vorauöbezahlen, erhalten die ersten Abdrücke der Kupfer doppelt. Kriegersche Buchhandlung. Gottesdienst am 27. Augrkst. In der St. PancratiuSkirche. Morgens Herr Professor Palmer. Nachmittags Herr Superintendent Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buff. Morgen den 27. Aug hat das Frischbacken der Beckermeister Wahlenfelö, auf dem Neuenweg. Ein- and Aaspasstrte. Am 20. Aug. Hr. Geheimerrath von Weitz, von Hess Cassel, durchpass. Am 2i. Aug. Jhro Durchlt. Prinz von Hohensolms, durchpass. Am 22. Aug. Hr. Hofrath Wernier, von Mannheim, durchpass. Gebohrne and Getaufte bei der Stadt- kirch e. Am ig. Aug. Dem Kuhhirten Kaspar Hardt, eine Tochter. Am 2z. Aug. Dem Herrn Professor Büchner, ein Sohn. Eod. Dem Burger und Beckermeister Ioh. Andreas Iughard, eine Tochter. Beerdigte bei der Stadtkircke. Am 19. Aug. Andreas Conrad Neeb, Burger und Nat'hediener, wie auch Markt, meister, alt 46 Jahre, starb an einem Schlagfluß. l Am 2g. Aug. Der Bediente des Herrn Obristen von Weeden, Johann Hederich, aus Helpershain. Eod. Des miniflri acad. Hm. Peter Ecksteins Sohn, alt 4Wochen.