m M M Nr. XXIX. °-- Julil. I797; Giesser Jnielllgenzölakk. In und Auswärtige Viktualienr und Markt-Preise. Eyer Z ch kr. — — zSt« 5 St. 4 St. 5 St. 4 St 4 St. > : Giesen. Darmst Ditte b. Fulda. Marb. Meilb Wezkar. fr. 1 Pf. fr. Pf. fr. \ Pf- fr. Pf. Fr. Pt. fr Pf. fr. Pf. ft Dchsenfleksch — iß] 15 — r4 1 — 13 ■— 12 — 15 13 — — Kühfieisch — u —* —— *** JO — 12 —* 9 —— 14 12 — Rindfleisch — kZ E— 14 — —* . —— 8 — — — —— — Kalbfleisch — 15 — 14 — 6 — IO - 9 — 12 — 13 — Schweinefleisch — I\ -- «4 — 13 12 — 12 — l6 —— 10 — — Hammelfleisch — 13' — 14 2 12 — 12 9 2 l6 — •** — Hammelsfett — 3 2 — 24 — — — — 90 —. — — — —' — Rindesselt — Z2 — — —— — — — 90 —— — —* —— — Schweinefett — 33 — 26 — — — — — l8 _ — — . — — Seifen — 32 — — — — 27 28 — — — Lichter — 3° — — — — — 30 — 30 — _ _ 34 —■* — frische Butter — 28 — 30 — — — —* 30 — — — 36 — — geschalte Hirse — 8 — — — — —* — — . 8 — — — 8 — — grob geschalte Gerste 8 —— — — — — — 6 — — — 9 —• — klein geschälte Gerste 10 — — — — —— — 8 — — — — Getraidepreise vom 15. Julii bis den 22. Iulri, in Frankfurt. Währung den fl. ä6o fr« und das ft* zu 34 toth Cölnssches Silbergewicht. . Städte. GemäS. Waizen wiegt! Korn wiegt G'i-ste wiegt Hafer wiegt fl-' fr. ft. n fr. ft. fl. fr. ft. fl. fr- ft. Darmstadt das Malter. 10 30 i7Sl 6 25 157 5 10 140 4 14 98 Friedberg das Malter. 15 -- 2001 11 190 9 170 IO — 125 Fulda das Malter. 16 — —— 1 12 — — । — — — — —4 _ Giessen das Achtel. 12 10 200 8 —. 180 6 30 160 7 — 140 Marburg das Mött. 10 30 152 5 40 I3S 3 20 120 3 — 84 Diez das Achtel. 21 — 342 ! 13’50 913° 300 10 IO — — — *— W-zlar das Achtel. 14 — 206 190 71- 168 8 — fr. Loch Quint Schwarz Brod 1 11 1 3/4 Weck — — 1 4 31/2 Butter Bretzeln 1 2 13/4 gemischt Brod tder Taigschrr 1 s 1/2 An ) 1'4 ( AnweisimF man sich bet der Erstehung Pferde, von ihrer Geburt an biß ins dritte Jahr, ju verhalten habe.. Verfolg §- 5- Von der Behandlung der Füllen im drittem Sommer,, wenn sie zwei. Iayr/ alt sind. Den dritten Sommer werden die #uk len abermals auf die Weide getrieben. v5 geschieht! zu eben der Zeit, wie es in den beiden ersten geschehen; sie weiden eben jo lange, sie werden auf die nämliche ^rt gefüttert, gewartet u. s. tx>. Es ist kein Un- lerschied , als daß die tt'nterstandshutten vermehret, und die Weideplätze großer styn wüsten, weil die Füllen mehr Nahrung, , bedürfen^ Von der Behandlung der Füllen im dritten. Winter, wenn sie drittehalb Jahr alt sind. Ehe die Füllen in den Stall gebracht werden, wüsten die Krippen^und Raufen erhoben, die Stande mit Streubaumen, mit Stricken und Halftern versehen, Leute rum Warten gedungen, Putzzeuge, Trensen, Truckgeschirrerc angeschaffet, unddie Füllen in allen Stücken wie Pferde behandelt werden ; ob sie gleich nicht mehr, als drittchalb Jahr erlebet haben. ^sedes wird alsdann angebunden, jedes bekommt ff in», Nummer, und drey ynb drei) einen Wärter Fedes wird ge- putzet, jedem werven nach dem Putzen die Mähnen, der Schweif, die Hüfe mit frischem Wüster gewaschen, jedes bekommt täglich eine halbe Portion guten Hafer, 7 big 8 Pfund Heu, und ein halber Gedund Gersienstroh, nrbst einer Handvoll Sülz «llf sein. Futter» Bei jeder Fütterung wird ein militärisches Z ichen gegeben. Zum Beispiele in der Frühe die Trommel gerührer, zu Miltüge eine Pistole abgefeuert und getrommelt, auf die Nacht die Trompete ge- blasin, und ein paar Grenaden geworfen.. Das lezte sollte vorzüglich alle Tage geschc-- hen, so lange die Pferde die dritte Weide genrrstlw Gctranket werden die Füllen nach jedem Futter, und jedesmal Winter und Sommer, mit frischem Wasser, wie es aus dem Brunnen, oder Bache geschöpft! wird^ auch müssen die Füllen alle Tage in die frische Luft gebracht, spazieren geführt,, oder am Laufstile beweget werden» Auf diese Art werden die Füllen behandelt , bis sie drei Jahre haben. Kann man sie den vierten Sommer noch weiden, lassen, so ist es nicht nur gut, sondern man erspare! auch dabei; allein selten findet, man alsdann eine gute Gelegenheit, es gehören große und gesperrle Weiden dazu; äusser den leztern ist ee schwer, die Thiere in diesen Jahren, in einer Heerde beisammen zu erhalten. §'. 7. Don der Pflege der Füllen, wenn sie drek Jahre alt werden. Wenn die Füllen vollkommen drer Jahre alt sind, und nicht mehr geweidet werden können; so bekommen sie eine ganze Portion Hafer, und behalten ihre 8 Pfund Heu, nebst dem halben Gebui.de Gersten» stroh, bis sie viertehalb Jahre Haden. Iw dieser Zeit laßt man sie satteln, täglich am Laufstile bewegen , bis sie die Stätte erhalten, ohne Schaden den Reiter zu tragen, der ihnen den Kriegsdienst lehret. Sobald- sich kiest Zeit nähert, muß maw ihre Hüfe beschlagen, und ganz.e Portionen: abreichen» ifc. — ) 1 §. s . Son teil F-Hlttn, welch- bei btr Cr>ie- hung begangen werden. Die Fehler, welch? in der Erziehung begangen werden, find vielfach, und man- nid)faltig. Jeder von diesen Fehlern ist groß, und wahrscheinlicherweise Schuld, daß in vielen Landern die Füllen so übel geralhen, daß so viele alte Gestatte verderben, und so viele neue zu Grunde gehen. Die Pferdeverständigen haben viel von dieser Sache geredet, sie Haden die Lander, ihre Himmelsstriche, ihr Klima, die Gewächse, Luft und Wasser beschuldiget; nie aber an sich selbst, noch an ihr Verfahren gedacht. Wenn man daci Lezte mit dem Zwecke der Natur vergleichet, so haben die Leute gethan, was die Natur nicht thut. Sie erziehet die Füllen nicht, wie die Ammen die Kinder erziehen; sie hat für jede Art Thiere einen eigenen Erziehungsplan. Wie richtig derselbe ist, kann täglich bei wilden Bruten ersehen werden. Die Welt ist Augenzeuge, wie gut die Erziehung der Jungen im Wasser, auf der Erde, sogar in der Lust von statten gehet. Auch bei den Füllen wird man gewahr,, daß diese Thiere gut gedeien, so lange fit bei den Müttern sind, die über sie Aufsicht haben; selten stößt ihnen was zu, so lange sie das Eiter saugen. Das erste halbt Jahr find die Füllen überhaupt gesund. Sobald sie hingegen abgespähnet sind,, sobald sie in die Ställe kommen, und un* sere Erziehungspläne in ihre Körper wirken, verderben sie unter den Händen. Vier Wochen, höchstens zwei Monate darnach, sind sie nicht mehr zu kennen. Betrachtet man die Reihen, so fehlen schon an der Zahl; einige davon sind krank, und einige M Krüppeln geworden. 15 ( — Ach, da- ist wunderbar, sagt alsdann einer ; ei, das ist Schade darum, sagt der andere darauf; was mag die Ursache davor» seyn? Diese ist offenbar, sie liegt dem Kenner vor Augen; sobald es so zugehet, und keine Seuche herrschet. Tue Thiere sind angchangt, sie haben zu wenig Luft, zu wenig freie Bewegung, i" gutes Futter, und doch zu große Portionen , weil eö ihnen an. der Bewegung bricht- Das Wasser , was sie des Morgens trinken-, wird den Abend vorher geschöpft. Da bleibt eö die Nacht hindurch im warmen dunstigen Stalle, in stinkenden Fässern stehen' Dort wird es mit Kleien, mitSchroote, mitRoggen» oder Gersten- mehle vermischt, mit schmutzigen -Händen umgerührt, und nicht selten durchs stehen versauert, den Füllen zu trinken gegeben. Dec Verfolg, künftig.. * *■ *• * * * * Bekanntmachung'. AuS der Verlassenschaft des Herrn £er* zog Karls zu Pfaizzweibrücken, Hochfurstl. Durchlt wird ein ansehnlicher CatalogauS- gegeben, der Bücher, Münzen und Medaillen , die iw Mannheim verkauft wer» den sollen. Anzeige'. Der am Lten April dieses Jahrs aff» hier verstorbene Geheime Tribunalrath' Hopfner gehört gewiß in die Zahl derjenigen Gelehrten,, die es verdienen, nicht als Schriftsteller allein , sondern auch als Menschen gekannt zu werden. Ich denke daher Hopfners Leben und Charakter eine kleine Schrift zu widmen, undihr das wohlgetroffene, in Quart gestochene Brustbild desselben vorsetzen zu lassen. Da- We'rkchen, das schon zum Druck bereit liegt, wird Ende August auSgegebrn, und kostet L Gut» — ) n6 ( — s Gulden pr-änumerando. Darmstadt den 2ten Julius 1797- _ „ wencr, Consistorialrath. Auf dieses Werk nehmen d«s Zürstl. Postamt zu Giessen und Hr. 0. Nebel, wie auch die Kriegersche Buchhandlung Sub- ftription an, welche bis Anfang August offen bleibt. Nachricht. Die im Reichsanzeiger ohnlangst aufgeworfene Frage : ob -es keinen beguemen Vibelkommentar für Prediger gebe. hat, da das Hezelsche Bibelwerk für *3i2ie zu kostbar, das Nitfche Handbuch zur Erklärung der Schriften des A. für Prediger , Schullehrer und den gemeinen N^ann (!!) aber, auch wenn es nicht noch unvollendetes Werk wäre, — für Prediger sthr wenig, für Schullehrer (auf dem Lande vorzüglich) und den gemeinen Mann — fast gar nicht brauchbar ist — eine Gesellschaft von deutschen Auslegern veranlaßt, durch vereinigten Fleiß , einen, für Prediger, Schullehrer und den gemeinen Mann wirklich brauchbaren Kommentar über dre Bibel A- und N. Testaments, in obnge- fähr fünf (bis sechs) Bänden groß Oktav LUSzuarbeiten und in schneller Folge der Baude herauszugeben. Dieses Werk, das unter der Aufsicht ES Manner bearbeitet wird, dessen schrsst- stellerische Verdienste, besonders um dieser