Nr. XX. ao. Mai. I7S7- Gresser Jiittlllgerrss'latt. In und Auswärtige Viktualien- und Markt-Preise. i ft Ochsenfleisch — i — Kühsteisch — i — Rindfleisch — i — Kalbfleisch , — i — Schweinefleisch — i — Hammelfleisch — i — Hammelsfett — i — Rmdsfett — x — Schweinefett — i — Seifen — i — Lichter — i — frische Butter — ! — geschälte Hirse — T — grob geschalte Gerste j — klein geschälte Gerste Eyer ä 4 fr. — — 4 St ar pf 5 SN 4 St. 4 Giesen.) Darmst Dilleb. Fulda, j Marb \ Weilb.! Wej fr. 1 Pf. fr. Pf. fr. 1 yf. fr. Pf.; fr. Pb1 fr. Pf. fr. 14 ! 16 MM. i4| MM 13 12 — 13 —■ 13 13 EM. MM» io — 12 MM 9 — 12 MM 12 11 — 15 MM. MM MM MM ' 8 — — — 9 — 14 MM. 6 - —1 to — 9 9 —" 13 13 — ’4 M— 13 MM 12 MM 12 14 —- IO 10 — 13 **» 12 — 12 «MM 9 2 13 — Z2 24 MM — — —M — 90 — — 52 MM. ME MM MM — — 90 — —M 28 MM» 28 MM» — — 18 —— — MM — 32 — ■■■ M— — — i7 •M— 28 MM. — — MM 32 Mm. — MM — «MM 30 MM 3o ■’M- MM 34 — 34 MM — —- — — 3° — — 36 8 — MM — — -- 8 — — 8 8 " WH — — — «MM — MM 6 MM — — 9 IO — — — — -W» — — 8 — MM — — Getraidepreise vom iz. Mai bis den 20, Mai, in Frankfurt. Wahrung den fl. ä6o kc. und das ft» zu 34 Loth Cölnrsches Srlbergewicht. Städte. Gemas. Walzen wiegt! Korn wiegt ft"7 157 193 — 1 180 iZ5 300 190 Gerste wiegt Hafer wiegt "ft7 98 125 140 _84 Darmstadt Friedberg Fulda Giessen ~ Marburg Die; Wessar das Malter, das Malter, das Malter, das Achtel, das Mott, das Achtel, da» Achtel. fl. 10 15 16 13 10 19 14 fr _1 3o 3° ft. 1 175 200 _ i 200 150 340 206 fl 6 11 12 8 5 r5 1 9 Ifr. 150 !— 150 I40 >20 I30 fl.i 5\ 9 t _ 6 3 10 7 fr. 2 — 40 20 30 ft. 140 I/O — > 160 120 l68 H. 4 10 1 — 7 3 8 fr. 23 —। Schwarz Brod Weck — — Butter Bretzeln gemischt Brod oder Taigscher fr. 1 1 1 1 Loch 11 4 2 8 Quint 1 3/4 3 V» 13/4 ' 1/2 Vom ) 78 ( — Vöin Anbauversckicdener Äosil-rtenund Seren grosien Nutzen in Der ^Zaus- Haltung. Verfolg. Will man selbst Samen von diesem Kohl ziehen, so nimmt man dazu die be# sten Köpfe, und zieht sie mit der Wurzel auf. Diese hängt man im Keller auf, und bewahrt sie vor dem Frost. Im April, und wenn der Frost vorüber ist, pflanzt man sie im Garten so tief, daß nichts weiter, als der Kopfdavon zu sehen ist. Man wählt dazu einen sonnenreichen Ort, und sezt sie in Reihen anderthalb Fuß von einander. Den Samenstengel bindet man nachmals an einem beigesezten Stock an. Am Ende des Zuliuö oder zu Anfang des Augusts werden die Samenschoren gelb und die Körner braun. Alsdann schneidet man sie ab, und laßt sie im Hause oder in der Luft auf einem Tuche Nachreifen, worauf man den Samen (wenn er in Menge) ausdrischt. Man kann auch die Kohlstrünke zur Erziehung des Samens brauchen Einiger Kohl verliert bisweilen durch Zufall seinen Kopf; nichtsdestvwe. Niger pstanzt man die Strünke, welche gleichfalls austreiben, und eben so guten Samen bringen. Von eben diesem Kohl und seinem Samen kann man auch einen Winterkohl ziehen, der nur bloß in Ansehung der Zeit ter Aussaat des Samens von jene« unterschieden ist. Man säet den Samen am Ende des Julius oder im Anfänge des Augusts Wenn man die Pflanzen qehö- rig gezogen hat, daß sie nicht zu d.k geständen, auch vom Unkraute rein gehalten hat, so sind sie um Michaeli« fo weit, daß sie verpflanzt werden können. Man macht alsdann wo die Pflanzen stehen sollen, 5 bis 6 Zoll tiefe Furchen, und pflanzt dar- tm dieselben so tief, daß nur blvs dar Herz frei bleibt, und nicht mit Erde öe- dekt wird. ' Am sichersten des Frostes wegen ist es, daß man in der Furche icves- mal 2 Pflanzen bei einander, etwa ;Zoll von einander sezt, und überkem noch Pflanzen zurükbehält, um die etwa rrfrornen im Frühjahr zeitig ersetzen zu können. Ist der Winter dem verpflanzten Koyl nickt zu nachtheilig gewesen, und sind die meisten Pflanzen gut geblieben, so werden solcye etwa am Ende de« Maimonats verzogen, und allenthalben nur eine Pflanze gelassen, dazu man aber die ansehnlichste mit großen Blattern und mit einem kurzen dicken Stamm versehenen auswähst. Besser ist es zedoch, die Pflanze, die nicht bleiben soll, mit einem scharfen Messer wegzuschnei- den, damit die Wurzel der nebenstehenden nicht beunruhiget, und im Wachsthum gehindert werke. Alsdenn läßt man Me Furchen nicht zuziehen, sondern der Kohl wird nun auch behäuft Um Johanni« oder Jatobi Tag kann man diesen Kohl schon brauchen. In Ansehung der zu versetzenden Pflanzen ist noch zu bemerken, daß man eine jede zuvor wohl besieht, ob sie am Fuß auch keinen Fehler habe, oder sich ein kleiner Klumpen daran beflndk, damit man solchen nicht mit pflanze. Von dem rotheu Kopfkohl. D rser ist vom vorigen der Farbe nach unterschieden', und hat man dreierlei Arten : den blutrothen , den blasrothen, und den rsthen mit grün vermischten; die beiden leztern Arten scheinen blos eine Ausartung zu fepn, welche ihren Grund in der Erziehung des Samens hat. Die Köpfe diese« Kohls sino gewöhnlich kleiner al« die weisen, aber fast durchgehend« hart und fest. Die Erdflöhe stellen ihm sehr nach, daher muß man den jungen Pflanzen mit Begiessen sehr zu Hülfe kommen, klebrigen« wird er eben so wie die vorige behandelt; auch kann er wie der »oriäe iu — ) 79 ( — zu einer Winterfrucht gemacht werden, wenn er im August gesäet, und um iMichaeliß verpflanzt wird. Dom Savoyerkohl. Dieser ist sehr groß und hat eine gelbe Farbe; ist vortreflich am Geschmak, und verdient daher mit Fleis gebauet zu werden. , In Ansehung de§ Anbaues ist er von den vorigen Arten gar nicht unterschieden. Man kann ihn als Sommer - und Wintcrkohl ziehen. Die Weite, in welcher man die Pflanzen von einander setzen muß, ist drittehalb Fuß; denn er treibt seine Blätter sehr weit. Er wird zu gleicher Zeit mit dem Weiskohl ausgeschnitten. Sollten aber einige Köpfe bersten wollen, so werden solche früher ausgeschnitten und verbraucht. Zum Samentreiben sucht man die schönsten gelbsten Köpfe aus ^widrigenfalls erhält man davon einen Schlutterkohl. Der Wirsingkohl. Wird eben so wie die vorigen .Kohlarten gebauet. Man hat davon eine doppelte Art: eine von grüner, und eine von gelber Farbe. Diese Art Kohl liebt ein fettes Erdreich, und seine Pflanzen müssen zwei Fuß von einander gesezt werden. Bei dem Aufschneiden dieses Kohls, kann man sich einen großen Dortheil verschaffen, wenn man den Kopf nur soweit er geschlossen ist, weqschneidet, und das übrige sitzen läst, dann treibt der Strunk 4 —6 junge Köpfe aus. Auch ein Winterkohl kann von dieser Art erzogen werden. Von dem Samen des Wirsingkohls wird an vielen Orten auch ein Blattkohl erzeugt, derznr Frühlingszeit bis in Julius ein wohlschmeckendes G-müse dardietet. Der Same wird nämlich im Sommer gegen das Ende de» Julius qesaet, Das Beet, worauf der Same gesäet werden soll, muß mit« telmäsig gedüngt feyn , auch muß im Herbst oder gleich im Frühjahr umgraben werden, damit es den Pflanzen an Feuchtigkeit nicht fehlt. Cm solches Beet kann man vorher noch mit andern Sämereien bestellen, deren Gewächse vor Jakobi wieder wegkommen. Aledenn braucht es nicht wieder von neuem gegraben zu werden, sondern man ebnet es blvs mit der Harke, und reinigt e» vom Unkraut. Wenn die Saatzeit da ist, so wird der Same ausgestreut, flach untergebarkt, ( untergerechtet) und da» Beet eben gemacht. Um Michaelis werden die Pflanzen tn ein gutgeoüngteS Land verftzt, wozu man einen schattiqten Ort wählt, damit sie von Erdflöhen nicht leiden; und in eine Gegend, wo sie einigen Schutz gegen den Frost haben. Man sezt sie in Reihen etwa einen balben Fuß von einander, und zwar so tief, daß daS Herz derselben völlig in die Erde kömmt, und nicht» davon, al» die langen Blätter etwa ein paar Zoll hoch aus der Erde kommen. Auf diese Art leihen sie am wenigsten vom Froste Diesen Koh! kann man schon im Frühjahr brauchen, und mit dem Abbiatten fvitfahren, bi» man andere» Gemüse hak, alsdann giebt man die Pflanzen dem Vieh. Die Beete, worauf man den Blatrkohl gezogen hat, kann man viele Jahre hintereinander dazu gebrauchen, wenn sie nur in einiger Düngung erholten werden; man kann auch einen Ort dazu wählen, wo sonst nicht gern etwas wachsen will. Der Blumenkohl. Ist zwar keine Kohlart für den eigentlichen Landmann, wenn er aber nahe bei großen Städten wohnet, giebt er einen guten Nahrung zweig für ihn ab; überdem hat er auch noch einigen Nutzen für sein Vieh davon. Man bat verschiedene Arten Cyperschen, asiatischen, englischen, frühen und späten, qrosköpfiaen, und mit ktemen Blumen, auch Sommer - und — ) 8o ( — und Winterblumenkohl, je nachdem man den Samen aussael. Der Same des Sommerblumenkohl- tvirO im März an einem warmen Orte gesaet, damit die Pflanzen wider rauhe Luft gesichert sind. Weil aber die Erdflohe demselben sehr nach» stellen, muß man sie fleißig m«l Rußwasser bcgtessen, und mit feiner Asche tätlich dünne überstreuen. Sobald Vie Pflanzen die Größe haben , daß sie versezt werden fön» nen, verpflanzt man sie an einen sonnenreichen Ort in fette- Erdreich , und behandelt sie übrigens, wie die vorigen Kohlarten. Man begießt und behaft sie fleißig. Den Winterblumenkohl zu ziehen , ist jchwe- rrr als bei andern Kehlarten , weil die Pflanzen weit zarter sind. Daher macht man dazu ein kaltes Mistbeet, worein man die Pflanzen, die man aus dem im Julius gesaeten Samen erzogen hat. 'So lange noch kein Frost zu befürchten, laßt man es offen; aisdenn aber bringt man den Kasten in die Höhe, und legt die Fenster draus. Der Verfolg künftig. Bekanntmachung. Da Uevelgesinnte das Gerücht ver« breitet Haden, als ob der General Legrand, während seine- Hierseyns, sich der freyen Ausübung de- Gottesdienstes widersetzt hätte: so macht man hiermit, auf dessen Auftrag, den Einwohnern der hiesigen Stadt, so wie den Geistlichen be. kannt: „daß der General nicht die geringste „Ordre in dieser Hinsicht ertheilt habe, und „daß seine Absicht keineswegs sey, sie in „ der Ausübung des öffentlichen Gottes- „diensteS zu hindern." no applicatus a Io, Phil Vogler &c. cum fig. ä.rnaj. Ein jedem Liebhaber der Botanik zu Giessen, jedem der Oekonomie Beflissenen daselbst ganz unentbehrliches Werk, dem nicht nur eine beträchtliche Nachlese von Pflanzen beigefügt, sondern das auch so eingerichtet werden soll, daß der bekanntlich schon seit vielen Jahren sehr raruno rheuer gewordene Catalogus plantarum Dilitnii dadurch ersetzt und entbehrlich gemacht wird. Gottesdienst tim 21. Nisi. In der St Pancratiuskirche. Morgens Herr Professor Palm-r. Nachmittags Herr Superintendent Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittag- Herr Pfarrer Buff. Am ^immelfabrrstag. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Bechtold. Nachmittags Herr Pfarrer Buff. In der Burgkirche. Morgen- Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Superintendent Schulz. Morgen den ar. Mai hat da- Frischbacken der Beckermeister Iughard, an der Stadtpforte. Gebohrne and Getaufte bei der Scadt- kir cb t. Am 12. Mai. Dem Burger und herrschaftlichen Slückgieser, Johannes Reimann , eine Tochter. Beerdigte. Am 15. Mai Des Hrn. Stadllieute- nants Neuling Ehefrau, alt 47 Jahre., In der Krieg er sch en Buchhandlung wird nun bald herauSkommen: Flora Gieffcnfis five Catalogus plantarum Dillenii, fyftemati Linnaea- Getaufre bei der Burgkirche. Am n. Mai. Dem peinlichen Gerichts. Assessor Hm. D. Sundheim, ein Schn. Am 17. Mai. Dem Hautbolsten beim Depot, Philipp Balthasar Köhler, eine Tochter.