Nr. XXXXI. ■ »4. Octobr. 1797. Giesser JillclligcnMatk. In und Auswärtige Viktualienr und Markte Preise. Giesen. Darlpst Dia'b. Fulda, l Marb. | Weilb. Wezlar kr. | Pf. kr. Pf. kr.! Pf kr. Pf. fr. Pf- kr. Pf- kr. Pf. 1 ft Ochsenfieisch 15 auch 14 | 15 'S | 2 12 — 12 — 15 -— 15 — 1 — Kühfleisch — 12 — — to 1 — ii —* 9 .— 14 —— 14 1 — Rindfleisch — (i — 14 —-— — —1 8 — — — -- 1 — Kalbfleisch — 15 — 15 — 16 — IO 9 — 14 — 16 —* 1 —Schweinefleisch— 14 -— 14 — 1 13 — 12 —- 12 — 16 — lZ —— 1 — Hammelfleisch — 11 — 14 12 —— ir ■— 9 #2 14 — 1 — Hammelöfett — 32 24 ■■ —- — — — 90 — — —— — — 1 — Rindsfetl — 32 90 1 — Schweinefett — 38 —T* 26 — — — — — 18 — — —’ —r —* j __ Seifen — 32 — — — — — 16 — 28 —— — — — ■*** j — Lichter — 30 — — —- —- —— 20 — 30 — — _ 34 _ j — frische Butter — 3 * — 30 — — — — — 30 — — — Z6 —M» 1 - g-schäl!-H,rs- - 8 — -- — —* — —- 8 — — 9 — t — grob geschalte Gerste 8 6 > ■ 6 — 1 — klein geschälte Gerste 10 8 Eyer ä 4 fr. — — 3 St. 4 St. 4 St. 4 St. 4 «St; • 3 Getraidepcesse vom 7. Oct. bis den 14.Ott., in Frankfurt. Wahrung den fi. ä 60 kr. und das ft. zu 34 Loth Cölnisches Silbergewicht. Städte. Gemaö. Walzen wiegt! Korn wiegt Gerste wiegt Hafer wiegt fi- kr. ift fl.lkr. ft. fi- fr. ft. fi. fr. ft." Darmstadt das Malter. 9 ns! 6)32 157 5 8 140 4 — 98 Friedberg das Malter. 15 — 200i 11 — 190 9 —■ 170 10 — 125 Fulda das Maller. 16 — 12 — — «______ — — i—. —1 _ Giessen das Achtel. 11 —— 200 8 - 180 7 — 160 6 — 140 Marburg das Mott. 10 30 ISO 5 40 rZ5 3 20 120 3 — 84 Diez das Achtel. 14 — 340 13'4° 300 9 10 ■—* — —— Wezlar das Achtel. 11 30 206 8,30 190 7 — 168 5 20 7— fr. Loth Quint Schwarz Brod 1 11 3 Weck - 1 5 11/4 Butter Bretzeln 1 2 25/8 Lkmsscht Brod Pdrr Taigscher r * 8 *1/4 Cbti» — ) 162 ( — * * * Aker Tod Grabesfurcht und Erdennoth, drohen nur im Pilgerlande. Starker sind der?»ebe Bands als der Trennung Machtgebot, als der Tod. Christel an Zinn. Traure nicht! Wisch' die Thränen vom Gesicht. Jede Nacht hat ihren Morgen, und im Kampf mit Gram und Sorgen scheint oft fern der Hofnung Licht, Traure nicht! Ueberall , , ist des Herrn: Feld, Wald und Thal, schlaft sich'rk gut in seiner Erde, hi6 er ruft ein zweites: — Werde. Herrlich schaate's im Wiederhall überall. Noch - und ^ülf^ - Tafel zur Verhütung ver XinSviehpeli, oder Viehseuche. (Entworfen von D Faust.) Der Gerechte erbarmet sich seiires Viehes. Sal Spr. 12, 20. Verfolg/ 111. Innerliche Kennzeichen der R i n d v i e h p e st. Wenn man die Thiere, die an der Pest frank waren, öffnet und die Magen untersucht: so findet man den dritten Magen (den man Psalter, Puch, Mannig» falt oder Loser nennt ) fast immer sehr an- gkfüÄet unO hart Und schneidet man diesen dritten Magen auf: so findet man dar in demselben und zwischen feinen vielen DlaNern befindliche Futter, (welches im natürlichen Zustande Brey- oder Mas-artig ist,) meistentheilr so verhärtet und ausgetrocknet , daß man es in Pulver zerreiben kann. Und nimmt man das vertrocknet: Futter auv dem Magen h-raue: so löset sich gewöhnlich die innere Magenhaut mit ab; und man findet im Magen oft rothe und blaue, manchmal schwarze und brandige Stellen. Merke: Wenn die P'st in der Nahe von 30 oder wenigeren ' S'unden Weges herrscht; so muß jeM Stuck Rindvieh, das an einer Krankheit stirbt, geöffnet und der Psalter muß innerlich untersucht roers den Merke: Bei der Orffnnng todter Thiere muffen di» 4 Magen nebst den Da men je» heswal aus dem Leibe 9eiau^yt‘nommen ; wer- Wie ein Geist, der sich jener Well entreiß, schling' ich bald um dich mich fester, und du rufst: Bist du eö Bester! der mich wieder leben heißt 3 Ist'ö dein Geist s w. Milder Thau trankt nach Sonnenbrand die Au. Nach des Erntetuges Schwüle, spiegelt bei der Abendkuhle sich der holde Mond im Thau, auf der Au. Blik' hinauf! Ueber jener Sterne Lauf steigt empor der Unschuld Sehnen, und es fangen ihre Thranen, Gottes Engel freundlich auf, Wik' hinauf! ■ .Dlik' hinab! Fttvden die der Schöpfer gab, welken hin vom Gram getroffen. Nach der Duldung langem Hoffen, winkt dem Leidenden das Grab,' Blik' hinab! * * * * * * — ) I6Z ( — werden; weil man sie sonst nicht recht untersuchen kann. Merke: F'ndet man zur Zeit der Pest bei einem geöffneten Thiere verhärtete», trockne» Futter nn Pfttter; so muß man onn hmep: daß da» Thier an der Pest krank und ansteckend gewesen fty. IV. Tödtlichkeit der Rindviehpest. Seit 1711. hat die Pest mehr als 25 Millionen ( 25,000,000) Stücke Rindvieh in Deutschland gelödtet. Weich ein ungeheurer Verlust! Berechnungen über viele tausend kranke Thiere lehren: daß — man brauche Arzneien oder nicht — von 4 kranken Stücken Z Stücke sterben. . , Viele hundert tausend Stücke Rindvieh sind im Jahre 1796 im Südlichen Deutschlande von der alle» verwüstenden Pest ge- tödtet worden. Und : der V'ehstanv VcS nördlichen Deutschlands ist in Gefahr! V. Natur und Eigenschaften der R i n d v i e h p e st. Die Rindviehpest ist einzig und allein eine Krankheit des Rindviehs. Sie ist von jeder andern Krankheit' des Rindviehs verschieden. Sie istzu jekerIahrszeit, bei jeder Witterung und in jedem Lande im Wesentlichen sich gleich. Und sie greift alt und juna an. Vieh ° oder Rindvieh - Seuche ist ein falscher Nähme; drr rechte, deutliche und bestrmmle Nähme ist Rindvieh pest. In Deutschland entsteht die Rindvieh, t) ft nicht durch Witterung, H tze, Kalte, Trockn ß Feuchtigkeit, Rege-i , Nebels Tbau, Fütterung, Weide, v.rschkemmte» G^as, moderiges H>u, Tränkung, Wartung, Pst-'ge, überrrrebene Arbeit, Hunger und Noth: dadurch entsteht sie nicht. Die wahre, wirkliche Rindviehpest entsteht in Deutschland einzig und allein durch Ansteckung, durch Übertragung des ansteckenden Pestgifts von einem kranken zu einem gesunden Thiere. Schon 1713. , zu den Zeiten unserer Groß und Urgroßvater, schrieb Johann Ranolh in feiner Historie der Pestilenz des Hornviehes: ,,Denn das ist gewiß, daß „ Vie S.u he ( Pest) höchst ansteckend fey, „und daß dieselbe bivhero durch fernen ans „ decn Weg als blos und einzig und «Urin ,, durch Ansteckung fortgedrucht werde." Durch kranke Ochsen, die aus oder über Ungarn oder Polen kommen, wird die Pest ledeemal nach Deutschland gebracht. Es gcschal) auch 1795. VI. Ansteckung, und deren Eigenschaften und Arten. Das ganze an der Pest kranke Thier und alle feine Thcile (Hörner, Haut, Fleisch, Fett, B'ut, Milch, Eingeweide, Knochen und Klauen) sind ansteckend. Auch ansteckend, und zwar im höchsten Grade, sind der Schleim, Rotz und Geifer, der aus Augen, Nase und Maul fließt, und der Eiter, der aus Geschwür ren und Haarseil - Oeffnungen kömmt Auch der Alhem und Vie Ausdünstung durch die Haut stecken an Auch der Harn und der Mist der kranken Thiere sind ansteckend. Und auch iodte Thiere, die gar nicht, oder nicht tief genug verscharrt, oder die in Fluss", Graben oder Teiche geworfen worden sind, stecken an. Kranke Thiere können, ohne Berührung, durch die Luft in einer Entfernung von 20 und rnehrern Schritten nicht an- stecken. T>e Ansteckung, vermittelst der Berührung de» PistaiftS, geschieht: I Jridim kranke Thier e zu und mit Gesunden — auf Wegen, in Stallen oder gar auf auf Weiden — in Gemeinschaft und Berührung kommen uno ihnen die Pest bringen. Merke : Dies ist der häufigste und gefährlichste Fall; ein einziges krankes Thier kann eine große Weide vergiften und eine ganze Heerdeanstecken. Man muß daher die größte Sorge tragen, daß kein kranke- Thier unter eine Heerde komme. r • ' Der Verfolg künftig. Bekanntmachung von verschiedenen Sachen. i) Bei einem auswärtigen Erziehungs- c-knstilut sucht man einen jungen Mann, der Englisch und Klavierspielen gut versteht Da- Subjekt hat freie Kost und einen guten Gehalt. Da- Nähere glebt der Buchhändler Krieger. 2) Ein gedrucktes Verzeichnis von französischen Büchern, Kupferstichen und Land-arten, welche in Darmstadt bei Hrn. R-qistrator Kuder um beiqcsezte Preise zu haben sind, wird bei hiesigem Postamt auvgegeben. I» der Rriegerschen Buchhandlung ist ;u haben: Majer-, über das Eiaenthum an den geistlichen Güthern und d-ren Heimfall bei vergehenden Stifts. Innovationen, 8» 45 fr. Mason- die Selbsierkenntniß, worinnen die Natur und der Nutzen dieser richtigen Wissenschaft und die Mittel darzu zu gelangen, 8- Z6kr. Almanach pour l’an lixieme de la Repu- blique francoife avec la Chronologie ordinaire du 22. September 1797. jus- qu’au II. September 1798. 8kr. Ferner wird in kurzer Zeit: Taschenbuch für Hessens Töchter ä 30 fr. zu haben seyn. Gottesdiensk am In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Müller. Nach- Wsttag- Herr btipendiarrnmajyr Diehl. <4 C — In der Durgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Superintendent Schulz. Morgen den 15 Octdr hat da-Frisch- backen der Beckermeister Noll, in der Neustadt. Ei n * und Auspassirte. Am 5. Oct Hr. Professor Braun, von Marburg, durchpaff. Am 7. Oct. Kammerherr von Vosset, Hcss. Cassel- Gesandter in Holland, und Baron Ruttger von Rosenburgf, aus Holland, durchpass. Am 8- Oct. Die Herren Kammerge- rlchts-Assessoren, von Gläubig, von Neurath und von Schüler, von Wezlar, durchpass. Ropuliree bei Der Stadtkirche. Am 8. Octobr. Jacob Daniel Ritter, Burger und Weisgerber allhier, Johann Christoph Ritters, Burgers und WciSger- ders allhier, ehel. Sohn und Elisabeth«, Johannes Dörr, Mahlmüllers auf der Heu- cyelheimer Mühte, ehel. Tochter. Geraufte bei der Stadtkirche. Am 5. Oct Dem Burger und Schuhmacher, Ppilipy Casimir Völker, eine Tochter. Am 6 Oct. Dem Burger und Zimmermann , Heinrich Christian Pimpert, tm Sohn. Beerdigte. Am 6 Oct. Igfr Margaretha Fri'e- derika, weiland Hrn.Ioh, Christoph Schröders, Fürstl. Regierungsbuchdrukkers all- hier. Hinterlassene Tochter, alt 411. 5 M. Beerdigte bei der Burgkirche. Am 8. Oct. Der Fürstl. Hess. Darm- stadtische Odrtst, Herr Han- Georg vy» Dre-k-, alt 71 Jahr.