Nr» V. 4* Februar 1797 Giesser JillelligenMalt. In und Auswärtige 5 Siktualien $ und Markt - Preise. Giesen Darmst. Dilleb. Fulda Mark. Wrilb. Wezlar- ' fr. ps. tr.i Pf- fr. pf. tr.jpf. kr.Ipf. kr.Ipf. fr. pf. 1 ft Ockfen fleisch — 14 — 13 — II — 12 — i? - -13 — 1 — Kühfleisch — 12 — — 10 — [0 — 9 — 12 - — 12 — r - Rindfleisch — 1° ~ 13 — —— 1 — 8 — " T 1 - Kalbfleisch — 9 - »3 - 5 - 9 - 9 - 10 r - T3 - £ -— Schweinefleisch — 14 —|I3 —161—12 — 16 - — 10 — i — Hammelfleisch — io — 13 — 12 — 10 ! — 9 । 2 13 — —<ü c — Hammelöfett — yo — 168 ----— 90 - —~ 5 — Rmdöfett — 90 — —— ----— 90 — — -- M*t1 1 — Schweinefett — 28 — 26 --— 18 — • — —— -*M» 1 — Seifen — 32 — — ----— 28 — —- — —MZ j — Lichter — 'S2; — ■— --— 30 — 30 — —- . - 34 I — frische Butter — 3° — 34 ----— 30 — — — ;6 — I — geschalte Hirse — 8 — —• ----— 8 - "TT - 8 - I — grob geschälte Gerste 8 — —* --—— — 6 — — , - 9 — 1 — klein geschälte Gerste 10 — — --—1— — 8 — — — — —• Eyer ä 4 fr. — — 2 St. 2 St. 3 St. / zSt. 4 et. zSr. Getra-depreise vom 28. Ian. bis den ^.Febr., in Frankfurt. Währung den fl. ä 60 Fr. und das ft. zu 34koth Colnisches S Übergewicht. Städte. Gema-. Waizen rvieqt IKorn wiegt Gerste wiegt ^Hafer wiegt fl. fr ft. ist. kr. ft. fl.lkr. fr. fl fr. U. Darmstadt da- Malter, n — 175 8 - 157 6 - 14c 5 26 98 Friedberg das Malter. 15 — 200 ; 11 — 190 9 — 17c 10 - Fulda •’ das Malter. 16 — — 12 — — !■--— 1____________ _1 _ Giessen das Achtel. 13 10 200 9 — 180 6 30 160 7 30 140 Marburg das Mött. jo 30 150 5 40 135 3 20 120 3 — 84 Diez das Achtel. 22 30 340 17 10 300 11 10 — — —— MM» Wezlar das Achtel. 14 — 206 9 30 190 7 — 168 8 1— —’ fr. Loth Quint Schwarz Brod I 10 I Weck — — 1 4 31/2 Butter Bretzeln I 2 1 3/4 gemischt Brod oder Taigscher 1 I t 7 1 3 Von — ) <8 ( — Von den Hühnern. Verfolg. Manche futtern gerösteten Hafer, allein der geröstete, sowie 0er ungeröstete, ist für ihre Kehlen zu lang , sie können chn nicht schlucken, und die Gerste zu rauh, die Weitzenkörner aber sind glatt, kurz, und rutschen also gut durch die Kehle. An gutem Futter muß es nicht fehlen, damit sie stark werden, und gehörig auswachsen. Wenn nun die Mutter mit ihren Küchlein spazieren geht, so muß man ja wohl Achtung auf sie haben, daß die Klucke nicht an einen entfernten Ort geht, denn dieses nehmen die Geyer sehr in Acht, um die Küchlein, wenn sie im Freien sind, zu erschnappen. Man muß sie auch zeitiger alt- gewöhnlich zu Bette bringen. Wenn die Klucke ihre Jungen eifrig und mit heller Stimme lockt, so muß man gleich nachsehn, dann ist gewöhnlich der Geyer nicht weit davon, und daö Geschrey wird sehr groß, indem sie ihre Jungen zur Flucht ermahnt. Die Stimme einer solchen Klucke ist, in verschiedenen Verlegenheiten auch sehr verschiede. Sie lockt ihre Jungen mit heller Stimme, wenn sie den Geyer sieht, und schreiet und ermahnet ihre Jungen zur Flucht. Wenn man sie fangt, so kluckt sie; wenn sie Euer qe- legt hat, so lockt sie , und singt fröhlich; wenn sie ihre Jungen führt, so lockt sie ihnen mit rauher Stimme, und murmelt. Wa6 nun ferner den Hühnerstall be- trift, dieser muß geräumig und gut verwahret seyn, besonders aber etwas hoch und trocken, und inwendig müssen ©tan» gelchen angebracht werden, welche nicht zu dünn sind", die dünnen so gut wir die dicken , ziehen den Hühnern wahrend Mit: sitzen, die Krallen entweder zu weit aus- cinanOer, oder zu enge zusammen, unö beides verursacht ihnen Krampf, aus dieser Ursache muß das Hühnermavchen auch die Scangen von Hühnerkoch fieiß.g säubern. Der Hühnerstatt muß auch dunkel seyn, und wo möglich nicht übern Echweinstall angebracht werden, denn daher bekommt das Federvieh viel Ungeziefer, und schon der stmkigte Geruch bekommt ihnen nicht. Im Winter muß der Stall recht warm gehalten werden , damit die Hühner nicht frieren, denn das schadet ihrer Gesundheit. Auch muß der Stall an stillen Orken angebracht werden, damit sie im Schlafnicht gestöret werden, und in denselben muß besonders im Winter öfters Sand hinein ge- streuet werden, daniissich die Hühner darinnen batkeln und von Ungeziefer reinigen und ihre Federn säubern können. Was nun das Futter der Hühner be- trift, so haben manche den Glauben, man müsse den Hühnern wenig zu fressen geben, damit sie desto besser legen, das klingt widersinnig Es muß aber dieser Gedanke mit Einschränkung genommen werden. Im Sommer braucht man den Hühnern nicht so viel als im Winter zu geben, denn sie «scharren sich gar viel den Tag über, an jungen Graß, Würmern und Körnern, sie suchen auch den Hof und die Straße fleißig zusammm, und sind immer wohl bei treibe, im Winter aber können sie das nicht so haben, und die Kälte setzt ihnen auch sehr zu, da muß man folglich derb füttern, und das sticht gegen die Sommrrfütlerung sehr ab. Uebrigene muß eine Henne nicht mager gehalten werden, sie müssen im Sommer früh und Abends vor dem Stall gefüttert werden, damit sie denselben nicht vergessen, und sich zur gehörigen Zeit einfinden. Von Martini bis zum Neuen Jahr must man sie mit geringem Gekraide und Erbsen gut futtern, und nicht eher adbre- chen, als wenn sie fett werden wollen. Im — ) !9 c — Im Frühjahr muß man die Hühner vor allen Gelegenheiten, wo Weinstöcke stehen, hüten, man behauptet, daß sie davon un» fruchtbar werden, und es laßt stch auch vermuthen, denn die Weinblätter Haden eine sehr zusammenziehende Kraft, sie ver- mindern das Blut. Ferner muß man ihnen fleißig reines und klares Wasser geben , denn die Hühner lassen keinen Urin fahren, sondern die Zeuch- tigkeit zieht sich in die Federn, auch Koriander und Feldkümmel ins Saufen und Fressen gegeben, davon legen sie fleißig. Der Verfolg im nächsten Stück. Bekanntmachung von verschiedenen Sachen. i) Nachdem« Mittwochs den r;ten dieses verschiedenes Weiszeug, einiges Silber und verschiedene Bettdecken, öffentlich und meistbietend gegen gleich baare Bejah» lung in Buzbach in des Kaufmann Jung- Han S Behausung versteigt werden sollen» als wird dieses hiermitbekanntgemacht« damit diejenige, welche auf erwähnte Sachen zu steigen Lüsten Haden, sich auf den be» merkten Tag in loco Buzbach einfinden, und dem Verstrich beiwohnen können. Signatum Langgöns am Nm Februar 1797. Von CommifsionS wegen C- G. von Zange n. 2) In Di llenburg soll Montags den 2vten Februar, nachstehendes qeräum- liches mitten in der Strafe und zur Wirth- fchaft besonders wohl gelegenes Wohnhaus, unter die Meistbietende öffentlich verkauft werden. Das Haus bestehet und hat folgende Eigenschaften: 1) großen gewölbten Keller, 2) zwei Balken-Keller. a) Erste Etage. 3) 2Stuben, 2 Kammern, sämtlichmit Oefen, gegen einander über, nebst geräumiger Küche, Speisekammer und 1 Abtritt. 4) Gesindestube. b) Zweite Etage. 5) Ein Saat mit 4 großen Flügelfenster, 1 Kabinet am Saal. 6) Ein groß Zimmer, ein kleines mit Ofen und ein Vorzimmer. 7) Eine große Stube auf den Hof und inö Feld, mit Wandschränken versehen/ und noch ein klein Kämmerchen, nebst r Abtritt. c) Dritte Etage. 8) Eine große Stube von 3 Fenster, auf die Strafe gehend. 9) Eine ditto ohne Oftn , nebst Kammer und Rauchkammer. d) tiin großer Speicher über das ganze HauS- e) Ein Anbau im Hof, mit Stall für 3 Pferd« und 2 Böden, 1 Holzschoppen mit Boden, einen qeraumlichen Hof, freie Einfahrt. Das Haue steht auf 2 Seiten frei, gehen 2 Strafen darauf, und liegt nah am Wasser. 3) Es sucht eine Gräfliche Herrschaft am Niederrhein einen qualifieirten Bedienten, protestantischer, wo möglich refor- mirler Religion, der schon mehrere Jahre gedient, mithin in Aufwartung und allerlei Vorfällen gewandt ist — der unverdächtige Zeugnisse seine» WohlverdaltenS bei- dringeli kann — Herren frifirt und wo möglich auch rasiren kann — eine gute korrekte Hand schreibt und etwas Musik versteht, der von miktelmüsiger Statur und gesunder Constitution — nicht unter 24 und nicht über goIahr alt ist. Die Dienst - Bedingungen sind nicht schwer und die Vortheile des Dienstes — guter Lohn — hinlängliche Kleidungsstücke und gute Kost; — kurz, in allem wehr als gewöhne — ) 20 ( — gewöhnlich ist. Findet sich dergleichen an« rühmlich Subjekt zwischen dato und Ostern — fo melde sich solcher in der Krieqerschen Buchhandlung, wo man nähere Auskunft geben wird. Giessen den aten Febr. 1797. Nachricht. Meine Tochter Marianne, welche seit dem 15ten October 1795. an den Sohn des Herrn Rahne, Kammerdiener bei, Sr. des Prinzen Wilhelm von Preussen König!. Hoheit in Berlin, verheiralhet ist, welcher ehedem bei dem Köniql. Preuss. Kriegs- Commissariat und zur Zeit ihrer Vermahlung ba den Landökonomie. Geschäften un» sers Durchlauchtigsten Prinzen George an- gestellet war, nunmehr aber sich wieder in Berlin an einem E^chungs - Institute befindet, ist am vorigen Montage, den zoten Januar, zu ihrem Ehegatten abgereiset, welches ich allen ihren refpcchvs Gönnern, Freunden und Anverwandten, denen sie sich zu geneigtem Andenken gehorsamst empfiehlt, zu benachrichtigen die Ehre habe. Giessen den 4ten Februar 1797. F T. Chastel. Litwrärischo Anzeige. Den iztenMarz dieses Jahrs soll die hinterlassene Bibliothek des verstorbenen Rector Hrn. Günther an den Meistbietenden verkauft werden. Der Caialog ist bei Krieger zu haben. Gottesdienst am 5. Februar. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Bechtold. Nachmittags Herr Superintenb. Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Superintendent Schulz. Morgen den 5. Febr. bat das Frischbacken der Beckermcisier Ebel, arujDer Kühgasse. Em ' und Auspasstrer. Am 25. Jan. Der regierende Herr Graf von Sayn-Wittgenstein, log. in der Post. Eod. Hr. MajorVieusse, inK. Preuss. Diensten, durchpass Am 26 Jan. Hr. Graf v. Bentheim, Major in Äon. Preuss. Diensten, log. im Einhorn. Am 27. Jan. Hr. Lieuten. Arack, in K. K. Diensten, log. im Einhorn. Am 28.Jan. Hr. Rath Hrlle, von Marburg, log in der Post. Am 30 Jan. Hr. Lieuten. v. Milch, ling, von Traisa. Frau Assessor deL'ean, von Wezlar, log im Einhorn Eod. Hr. Reichs kammergerichtsasses- sor v Bremer, von Wezlar, durchvass. Am zi Jan. Hr Krieqsralh Rull- mann, von Berlin, (cq.in der Post. Eod. Hr. Eommissarius Mader, in K. Preuss. Diensten. Hr. Hauptmann v. Loesch, von Oberroßbach, log. im Einhorn. Gebohrne and Getaufte bei der Stadt- k i r c b e. Am 30. Jan. Dem Burger u. Fuhrmann, Maqnus Schäfer, ein Sohn. Am l.Febr. Dem Burgern,idSchuh- machet, Johann Philipp Vetzberger, ein Sohn. Gestorbene und Beerdigte bei der Stadtkirche. Am 27. Jan. Johanna,-des Burger und Schuhmachers, Kaspar Stückradß Ehefrau, alt 5oJahr. Eod Magdalene Agnese, des verstorbenen Burger und Schuhmachers, Reinhard Stückrads hinterlassene Wittib, alt 86 Jahr, 2M0N. Beerdigte bei der Burgkirche. Am 28. Jan. Des verstorbenen Sergeant Velten hinterlassene ebel. Tochter, alt 27 Jahr, starb an einem Slecksiuß.