Nr. XXXL 30. Iuliü 1796 Giesser JnttttigenMatt. In und ?tuSrvärtige Viktuali'en-und Markt-Preise. Getraidepreise vom 23. Iulii bis den zo.Iulii, in Frankfurt. Wahrung den fl. ä 6okr. und das w. zu 34 Loth Cölnisches Silbergewichk. Giesen | Darmst. Dilleb. Fulda Marb. Die; Wezlar. kr. Pf. kr. Pf- kr. Pf. kr. Pf kr. Pf- kr. Pf. kr. Pf. 1 H Ochsenfleisch — 13 1 — 15 — 13 -*• 12 — 12 — 13 — 11 1 — Kühfleisch — 12 — —* IO 11 — 7 E— 12 9 — 1 — Rindfleisch — 10 *—* 14 —— —— 8 «aw — p— 1 — Kalbfleisch — 7 2 12 — 4 2 8 — 7 — 9 E— 9 x — Schweinefleisch — 12r 12 2 11 12 —• 12 14 — IO —* 1 — Hammelfleisch — 13 —— lo 9 — 9 2 8 MU 7 — Hammelsfett — 9° 168 - -- — —• 126 —*• — —• 7 — Rindsfett — 90 —— — 90 —— — — w*t ( — Schweinefett — 28 -— 26 — —■ _ — — 28 —— — — —«e x — Seifen — Z2 •— — —• — — 28 — x — Lichter — 32 1 — — 25 — 36 —• — ■■ ■■ 28 ■MJ* x — frische Butter — 25 32 — — — — — 24 — — 30 MM । — geschalte Hirse — 8 — — — ■ —* —• — — 6 — — 8 T — qrob geschälte Gerste 12 — — —■ — 5 — — — 9 —* x — klein geschälte Gerste 13 — — — — — —— — 7 — — — —■ Eyer ä 4 kr. — — 5 St. 5 St. 4 St. §St. 4St. 5©t. Städte. GemaS. Waizen wiegt Korn wiegt Gerste wiegt Hafer wiegt fl. kr. tb. fl-!kr. ib. fl. kr. tb. fl fr. u. Darmstadt das Malter. iS — 175 11 IO i$7 8 J8 140 6 43 98 Friedberg das Malter. iS — 200 11 — 190 9 - 170 10 I2S Fulda das Malter. 16 — — 12 - — 1 1-- — i__________ __ _ Giessen das Achtel. 14 — 200 IO — 180 7 - 160 S — 140 Marburg das Mott. I2| — 150 8 30 135 7 - 120 7 — 84 Die; 281 — 340 25 $0 300 14I30 —— — Wezlar das Achtel. 2lj — 206 14 — 190 il|3o 168 11 30 — fr. Loth Quint Schwarz Brod 1 8 2 Weck — — 1 4 3/4 Butter Bretzeln 1 2 3/8 gemischt Brod oder Taigschrr 1 1 6 11/2 Hh wie — ) 120 ( — Wie wir es anfange» mässe« , wenn wir aus dem Saämen oder Rernen unsrer gepfropften, edlen Obstbänme sofort diefelbr'ge Frucht wieder erlangen wollen. Wenn wir die Ursache und den Grund, warum der Saame unsere veredelten Stein - und Kernobstes dieselbe nicht wieder giebt, ausfindig machen wollen, so wird uns die Betrachtung deö Baums und dessen Struktur hiezu schon den Weg von selbst bahnen. Alle unsere Bäume, von welchen wir daö gute Obst haben, sind ursprünglich oder von Grund aus nicht daö, was sie fepn sollen, sondern ein aus zween Theilcn zusammengesetztes Gewächs. Wir säen nem- lich Kerne aus, und pfropfen auf die hieraus gezogenen Stämme kleine Reiser von den 'Sorten, welche wir haben wollen. Jene nennen wir den wilden Stamm, dieses das ächte Reiß. Wie oft sind nun aber Diese beiden Gewächse ihrer ganzen Natur nach von einander unterschieden. Wir wollen nur aleich bei der Pfirsiche stehen bleiben. Wenn wir die Behandlung derselben betrachten, so werden wir finden, wie sehr widernatürlich man bei deren Fort pfianzunq zu Werke geht. Man hält zwar Durchgängig dafür, daß man die Pfirsiche- um einen guten Baum und Frucht zu ziehen, auf einen Pflaumenbaumstamm setzen müsse, und fast alle unsre Pfirschendäume, welche wir aus den Plantagen erkaufen, sind auf diese Weise erzogen. Wie sehr unterschieden ist nun aber Vie Pfirsiche von einer Pflaume 7 Diese zusammengesetzten beiden Geschlechter machen also einen wahren Zwitter. Der auf diese Weise erzwungene Baum zieht seine ersten NahrungS- säfte aus der Erde an sich; die welche er aus der Luft empfängt, abgerechnet. Der Stamm, der in der Erde stehet, ist ein Pflaumbaum. Es gehen assv durch die Wurzeln nur diejenigen Safte und Theike in ihn über, die zur Bildung seiner Pflaumensubstanz nöthig sind. Sind die Lebenssäfte so hoch gestiegen , daß sie bis an den edeln Stamm kommen, so müssen die Safte, weiche nicht zur Bildung des Pfir- sichenbaums erforderlich sind, entweder zu- ruckblkiben, oder aber, es muß noch einiger Urstoff davon mit in den Pfirfchen- stamm übergehen. Im ersten Falle und wenn die ganze Pflaumensubstanz in dem untern wilden Stamm zurückbleibt, ist es nicht abzusehen, warum der Kern einer Pfirsche nicht ein und dieftibige Frucht wieder geben sollte. Denn ein'jedes Gewächs oder Geschöpf, daö auö reinem, unvermischten Safte oder Blut entsprossen ist , bringt seines gleichen wieder hervor. Dies güt so- wo! im Pflanzen als Thierreiche. Nun aber finden wir, daß diesem nicht so ist, sondern daß auö dem Kern einer durchs Pfropfen rc. veredelten Frucht ein anderes Gewächs entstehet, als das war, von welchem es herstammt. Es muß also hier der zweite Fall eintreten, nemlich, daß von dem Urstoff des wilden Stammes etwas mit in den edeln Stamm übergeht; und die Erfahrung lehret uns, daß wir dieses als eine Hypothese annehmen können. Ich will von mebrern Erfahrungen nur diese eine enfuhren. Eö ist bekannt, daß eine auf einen Quittenstamm gesetzte Birn, sowol im Geschmack als Geruch etwas von der Quitte annimmt. Selbst in der Farbe zeichnet sie sich vor andern aus; denn ihr Fleisch ist viel gelber, als das Fleisch derjenigen Birn, die auf einen Stamm von ihrer Art, auf einen Birnstamm gepfropft ist. Ist es nun aber gewiß, und wird es durch die Erfahrung bestätigt, daß von den Säften und Be- standtheilen des wilden Stammes etwas mit mit in -en ächten Stamm übergeht, so kann unmöglich die Frucht, folglich auch der Kern oder Same vollkommen ächt seyn; denn vermischte Säfte geben ein vermisch, teö Product, sowol im Pftanzen-- alS Thierreiche. Daß auch sogar schon eine Verandrung in der Frucht, ob sie gleich kaum merklich durch diese Vermischung hervorgebracht wird, das sehen wir bereits an den verschiedenen Sorten von ein und der- selbigen Art des Obstes. Hs sind z B. nicht alle Goldpipins, nicht alle Boredor- fer rc. von einerlei Art sowol im Geschmack als äufferm Ansehen. Woher rührt aber diese Verschiedenheit? Gewiß nicht sowol vom Grund und Boden als vielmehr daher, daß aus allerhand Kernen wilde Stamme zum Pfropfen gezogen werden, folglich allerhand Arten von Saften aus diesen in den ächten Stamm übergehen, und dadurch so viele Abarten von einerlei Gattung bilden. Keine einzige Obstart eMirt, von welcher nicht einige Abarten vorhanden sind, und die, wenn sie gleich zu einerlei Gattung gehören, nicht von einander bald mehr oder weniger verschieden sind. Dies als Kenntnis vorausgesetzt, kann es nicht schwer werden, den Weg zu entdecken, um -ie Ausartung der Frucht zu verhüten. Wir müssen nemlich bei Fortpflanzung einer Frucht durchaus in ihrer Art bleiben, und keine von verschiedenen Geschlechtern aufeinander pflanzen. Wir werden als- drnn lauter gleiche Säfte in unfern Gewächsen haben, und folglich auch sodann durch den natürlichen Weg der Fortpflanzung, durch den Samen dieselbe Frucht wieder erzeugen. Wie ist das aber anzu- sangen 1 Der erste Weg ist dieser. Wir müssen von der Frucht, welche wir fortpflanzen wollen, Kerne säen, und von demselben Baum die Reiser nehmen, mit welchen wir den aus dem Kem erwachsenen Baum per- -- c - edeln wollen. Ganz gewiß werden wir durch dieses Verfahren unserm Zweck schon näher kommen. Wenn wir einen wilden nicht veredelten Baum haben, und wissen, aus was für einem Kern derselbe entstanden ist, z. B. aus einem Nonpareille, so werden wir finden, daß dieser Baum in seinen Blättern und Knospen an den Zweigen, ja in seinem ganzen Wüchse dem ächten Nonpareille viel ähnlicher ist, al- ein andrer wilder, aus dem Kern erzogener Baum, von welchem wir gleichfalls wissen, aus welchem Geschlecht er abstammt; folglich behält ein jeder Baum von seiner ursprünglichen Art etwas an sich. Wenn schon in dem wilden Stamme eine äussere Aehnlichkeit mit demjenigen ist, von welchem er seinen Ursprung hat, so werden auch seine Säfte den Säften des edeln Baums schon ähnlicher seyn. Hiermit ist man freilich noch nicht zum Zweck; aber die Hoffnung können wir doch haben, daß in der zweiten Generatipn schon etwas weniger von dem Unartigen vorhanden seyn wird, und daß sich dieses mehr und mehr absondern und entfernen werde, wenn wir auf ähnliche Weise damit fortfahren. Der zweite, vielleicht noch bessere Weg, ist dieser: Wir müssen suchen, Bäumevon unserm besten Obst zu erhalten, die gar nicht veredelt sind, die nicht durchs Pfropfen, Oculirenrc. hervorgebracht, sondern von Grund aus mit Wurzel und Stamm einerlei sind. Wenn wir diese haben, kön- nen wir dann nicht mit Wahrheit sagen, daß wir Bäume besitzen, die in ihrer Art wild sind? Aus dieser Voraussetzung folgt der Schluß : Alle von Wurzel aus ächte Bäume sind ein wildes Gewächs. Ein jedes wildes Gewächs bringt seines Glei- rhen durch den Samen vollkommen wieder hervor; also werden auch unsere mitWurzel und Stamm ächten Bäume ihres Gleichen Auf Sleiche Weise vollkommen wieder hervor- — ) 1.22 ( — Vorbringen. — Ferner weiß man, daß au- der abzeschnittenen Wurzel eine- Baume, eben derselbe Baum wieder erzeugt werden kann, als der war, von welchem sie genommen wurde. Ein- bleibt hiebei noch übrig, ob nervlich au- dem Kern dieser Baume ebenfalls ein und die nemliche Frucht erwachse? Am 25 Jul. Hr. Secretarius Brühl, von Darmstadt. Hr. Pfeiffer, K.Preuff. Hofagent, log. in der Post. Eod. Herr General - Superintendent Ewald aus Detmold. Hr Regierungs- rachRies und dessen Gemahlin aus Hanau. Hr. Regierungsrath von Borbeck und dessen Gemahlin von Neuwied, log. im Einhorn. Gottesdienst am zi. Julii. In der ©t Pancratiuskirche. Morgens Herr Professor Palmer. Nachmittags Herr Superintend. Müller. In der Burgkirche. Morgen- Herr Superintendent Schulz. Nachmittag- Herr Pfarrer Buff. Morgen den gi.Julii hak daö Frischbacken der Beckermeister Joh. Georg Noll, in der Neustadt. Ein - und Auspasstree. Am 2 l. Jul. Hr. Kammergerichtsassessor v. Bremer und Hr. KammergerichtS- procurator Jülch, beide von Wezlar, durchp. Am 22. Jul. Hr. Pfarrer Müller, von Grieffelbach. Hr. Geheimerrath v. Met- ting , von Berlenburg. Hr. Schneider, Holländischer Prediger von Hanau, nebst Familie. Hr. Houppe, Hofmeister bei den Grafen von Erbach-Fürstenau, log. im Einhorn. Am 2g. Jul. Hr. v. Guttenberg, von Wezlar, durchpass. Am 24. Jul. Hr. RegierungS-Advokat Müller, von Darmstadt, log. im Einhorn. Eod. Hr. Pfarrer Heinze von Pctters- dorf, log. bei Hrn. Kirchensenior Schmidt. Eod. Hr. Hauptmann v. Schlotheim, vom Fürstl. Hessen- CaffrlischenJagerkorps durchpass Am 26 Jul. Hr. Graf von Wittgenstein , Obrister in Fürstl. Hessen - Casseli- schen Diensten, log im PosihauS. Evd. Hr Willemer, Königl. Preußischer Consul zu Frankfurt am Mayn, und Hr Hauptmann Ochs vom Fürstlich Hessen-Casselischen Jägercorps, durchpass. Am 27. Jul. Hr. Syndicu« Merk in Fürstl. Hessen - Casselischen Diensten, und Hr. Rath und Amtmann Frensdorf von Ladau, in Fürstl. Waldeckischen Diensten, log. im PofthauS. Eod. Hr. Schultheis Lehmann, von Oberwiddersheim, log. im Rappen. Eod. Die Herrn Lieutenants v. Minser , von Loßberq, und Herr Fahndrich Müller, sämtlich in Fürstl. Hessen-Casselischen Diensten, durchpaff. Gebohrne und Getaufte bei der Stadt- kirche. Eod. Hr. Hauptmann v. Buttlar, in Hess. Cassel. Diensten, durchpaff. Eod. Hr. Reg. Rath Freudenberg, von Hachenburg, durchpaff. Am 24. Jul. Dem Burger und Becker, Joh. Andreas Jughard, ein Söhnl. Am 25. Jul. Dem Karcerknecht Joseph Stadeler, ein Söhnl. Dies Blatts wird alle Sonnabend in der Krieg er sch en Buchhandlung au-gegeben i — die Pränumeration ist 45 Kreuzer.