r?. Februar. 1796. Nr IX. Giesser JllkeMgeMalt. In und Auswärtig- Vikmalien > und Markt-Preise. 1 16 Ochsenffeisch — 1 — Kühfleisch — 1 — Rindfleisch — 1 — Kalbfleisch — 1 — Schweinefleisch — 1 — Hammelfleisch — 7 — Hammelsfett — 7 — Rindsfett — 1 — Schweinefett — t — Seifen — . — Lichter —• — frische Butter — . — geschälte Hirse — — grob geschälte Gerste , — klein geschälte Gerste Eyer ä 4 fr. — — 5 St. 4 St. 4 St. 4St. 4 St. zSt. Giesen Oarmst. Dilleb. Fulda Marb Diez Wezlar. fr. pf. kr.ipf. fr. pf. Er.jpf. fr. Pf- fr. Pf. fr. pf. 11 — 12 — 12 — 9 2 9 — 13 ~ 11 — 8 2 — — 10 — 8 2 7 — 12 -- 9 — 7 2 II — — —* II - «I» ■— 6 — —— *■— 6 — 9 — 7 — 7 । — 5 2 9 — 9 - 11 — 13 — 9 — 8 — 9 — 14 — 10 — 8 — 11 — 10 — 8 । 2 7 t - 8 — 1 90 — 154 ““ — — 90 24 —— —— — — 90 — 90 — —* — — 90 — - — 28 — 26 — ——» — 16 — —- 32 — — —> — — —— — 20 •— 1 32 — —— 22 — 3° — —— — 20 — 26 — Z2 — - ■— 28 — — —' 22 — 8 — - ■!— — — —— ——‘ 6 — — — 8 — 12 — 5 — 9 — 13 — —■ — — — —“ ““ 7 - — “• G-traid-pr-isevom ao.Febr.bisden r/.Febc., in Frankfurt. Währung den fl. 4 60 ft. und da« 16. zu 34 ioth Cölnisch-S Silbergewicht. Städte. Gemäs. Waizen wiegt Korn wiegt ] Herste wiegt Hafer wiegt fl. fr. ft. fl.ikr. ft. fl. fr. ft. fl fr. t*. Darmstadt das Malter. 15 — 175 11 32 157 8 18 140 6 34 98 Friedberg da« Malter. 15 — 200 11 — 190 9 - 170 10 — 125 Fulda da« Malter. 16 — — 12 — _— 1 — — Giessen das Achtel. 16 — 200 II 30 180 7 30 160 8 — 140 Marburg das Mött. I2| — 150 8 3° 13s 7 - 120 I 7 — 84 Diez 341— I 340 27 4° 300 I5l- — Wezlar das Achtel. 2I|— | 206 14I— 190 [ii|3o 168 Iini3o fr. Loch Quint Schwarz Brod 1 8 2 Weck — — 1 4 3/4 Butter Bretzeln 1 2 3/8 gemischt Brod oder Taigscher 1 6 I 1/2 2 Von — ) Z2, ( ■— Vom Katzen des Aartoffelbaues. Kartoffeln sind unstreitig eins der wohlthätigsten Geschenke der Natur, und können immer als eine der wichtigsten Eroberungen aus dem neuen Welttheile, (bekanntlich war diese Frucht in Amerika einheimisch) angesehen werden. Sie passen vollkommen in die teutsche Feldwirth- schaft, und füllen so zu sagen, eine Lücke auö, die wir jezt gewis fühlen würden, wenn der sich auf so mancherlei Art nüz- lichzeigende Gebrauch dieser Frucht den Anbau derselben sinken lassen könnte. Fast bei keiner Witterung , selbst bei der schlechtesten Beschaffenheit des Bodens, misrathen sie so sehr, daß Saamen und Mühe ganz verloren wären; und gerade in den nassen Jahren, die dem Getreidebau so gefährlich sind, steigt ihre Fruchtbarkeit bis zur Bewunderung, und steuert oft dem Hunger und Mangel. Sie leiden beinahe nichts von Insekten und Hagel; auch bemerkt man, daß sie sich immer mehr an das nördliche Klima gewöhnen, und seltner als sonst erfrieren. Sie sind gesundes und nahrhaftes Futter für das Vieh; ja gesund als tägliche Kost des arbeitenden Armen, sind wohlfeile Abwechslung auf dem Tischedes Mittelmann«, und selbst vom leckernGaumen des Reichen geduldet. Die Erfahr rung lehrt, daß der gewöhnliche Genus der Kartoffeln, sowohl Menschen als dem Viehe niemals schade, sondern nur, wie alles andere, im Uebermaas genossen. Selbst die Schädlichkeit des Kartoffelbro>- des ist noch zweifelhaft, und wird ver- muthlich ganz verschwinden, wenn man in der Zubereitung vorsichtiger ist, die Verwischung mit Getreide, besonders mit Weizenmehl, nicht zu versäumen. Als itm Beispiel von ihrer Unschädlichkeit führt man die Schott - und Irrländer an, ak- welche ihre Stärke, Munterkeit und frische Farbe dem häufigen Genüsse der Kartoffeln zu verdanken hätten. Der Schluö im nächsten Stück. Nachricht. Es ist vor kurzem zwischen mir und einem von mir sonst sehr geschahen Freund ein Zwiespalt vorgefatlen, von dem ich nicht öffentlich reden würde, wenn ich nicht hin und wieder vernehmen wüste, daß manche Leute sich bemühen, jenen Vorfall zum Nachthei! meines Karakters aller- wärts zu erzählen und zu verbreiten. Da ich nun jezt wenig ins Publikum komme, mich also nicht vertheidigen kann , meine Widersacher mithin freies Spiel haben; mein, wie ich glaube, bisher unbefleckter moralischer Karakter aber, wirklich und eigentlich noch mein gröster Reichthum ist, den ich mir nicht antasten lassen werde: so finde ich nöthig, den gedachten Vorfall hier kurz und der Wahrheit gemäs, zu erzählen. Ich hatte schon vor mehreren Jahre» einen gewissen Mann, den ich S. nennen will, zu einer gewissen Frau, welche R. heiftn soll / mehrmals geschickt, um mit derselben wegen ihres Hauses, das feil war, zu unterhandle«; ohne daß diese aber wüste, von wem diese Unterhandlungen herrührten. Ich konnte inzwischen damit nicht zum Zweck kommen. Da nun vor kurzem die Frau^R. starb, so ließ deren Tochter R. den S. rufen, und trug ihm dringend den Verkauf des Hauses an. Da ich davon Nachricht erhielt, ließ ich Ihr durch S. — aber immer ohne mich zu nennen — sagen: sie möchte nur vorerst die Einwilligung ihres abwesenden Bruders R. beibringen. Sie verfprachs und es blieb dabei , bis ich in diesem Blatt eben dieses Haus iu einer öffentlichen Versteigerung ... ange» — ) 33 ( — angekündigt fand. Ich besah dasselbe ei» nige Tage zuvor mit meiner Frau — am Hellen Tage versteht sich. ES konnte also meinem bisherigen Freunde, den ich H. nenne, nicht unbekannt bleiben, daß ich Mitwerber zu diesem Hause war, um das er aber selbst buhlte. Ich hoste indeß, nicht nur deswegen, weil H. ein Haus harre, sondern auch in andern Hinsichten, an demselben keinen Gegner zu finden. Hierinn betrog ich mich, und dieser Umstand löste das Band unserer Freundschaft. Nun hofte ich, H. auf dem Wege zu finden, auf dem ich wandelte, weil er mir der geradeste ;cr feyn schien, nemlich auf dem Wege des öffentlichen Verstrich-; aber ich betrog mich noch einmal. H. war An» wald des abwesenden R., und leitete die Sache so ein, daß der Schwester R. das HauS um die Taxation überlassen wurde. Der Plan, der nun am Tage liegt, war leicht voraus zu erachten. H. wollte das HauS um einen wohlfeilen Preis acquiri-- ren, und die Tochter R. war das Mittel hierzu. Der angekündigte Verstrich wurde also hintertrieben, und dem H. nachher das Haus um die Taxation, das ist : vielleicht tim 600 fi. geringer, als es in der Versteigerung gekommen feyn würde, überlassen. Diese Handlungsweise schien mir nun keineswegs in der Regel zu feyn, und ich war um so mehr darüber aufgebracht, da ich solche hier nimmermehr vermuthet hatte. Ich nahm daher dm Vorschlag deS S „ an den abwesenden R- zu schreiben, „ und demselben die Augen zu öfnen" ohne Bedenken an. Da S- in der Feder nicht geübt ist; sezte ich den Brief in dessen Nahmen selbst auf; jedoch in Gegenwart des S., dem id? selbigen auch vorkas, der ihn genehmigte, und selbst auf die Host trug. Ohnstreitig konnte und durfte ich wohl, gleichsam als Principal in meiner eignen Sache, obgleich im Namen meines Mandatars, handeln, wie ssolches in hundert ähnlichen Fällen, und besonders bei Kaufhändeln auch geschieht Wer hierinn einFalsirm findet, den bitte ich, mich wenigstens, auf einem beliebigen Wege , zu belehren, was ein Falfum fty, damit ich in Zukunft wissen möge, Falfationen, die ich eben sonst nicht liebe, zu vermeiden. Wenn nun auch übrigens jener Brief vielleicht einige Härte Ausdrücke enthielt, die mir der erste Eifer eingab; die jedoch fo hart nicht waren, als sie wahrscheinlich gewesen seyn würden , wenn S. den Brief selbst geschrieben hatte: so enthält er doch nach meiner Ueberzeugung, Wahrheit, und die Folge hat dies so sehr bestäitigt, daß ich noch jezt derselben Meinung bin. Gesezt aber auch, ich hätte mich in meinem Argwohn geirrt, so habe ich doch diesen Jrrthum mit einem sehr verehrlichen Fürstl. Collegium gemein gehabt, das aus den Umstände» eben fo wie id? urtheilre, und feine Maasregeln darnach nahm. Dieser Umstand winde also selbst einen Jrrthum von meiner Seite sehr entschuldigen ; den ich jedoch wieder gut zu machen bereit bin, so bald man mich davon überzeugt. Da ich oben etwas von „ Widersachern" gesprochen habe: so mag eine kurze Erklärung hierüber hier noch ihren Platz finden. Ich meines Theils liebe und achte alle ehrliche rechtschaffene Leute, insofern ich sie als solche kenne. Hasse hingegen alle Schurken und Bösewichte von Herzen; verfolge sie auch, wenn Privat- oder Gemeinwohl mir das zu erfordern scheint. Selbst Untugenden an sonst braven Leuten sind mir, fo wie an mir selbst, zuwider, und id> werde es nie unterlassen, davon, im Fall ich es nöthig finde, die Wahrheit zu sagen. Daher mag man mein Betra- Zerr — ) 34 C *■ A?n in manchen Fallen erklären. Auf der andern Seite Dat f ich aber auch glauben, daß alle rechtschaffene Menschen micb lieben und achten, oder sie muffen sich in Ansehung meiner in eurem Jrrthum besinden. Daraus folgt also endlich : daff der, den i eb hasse oder der m i ck baßr, kem recbrschafner rNenscbseyn könne; ce muffe denn auf einer oder der andern Seite em Jrrthum obwalten. Von all diesen Gegenständen habe ich hier nur soviel gesagt, als ich zu meiner Rechtfertigung für nothwendig hielt; falls man aber fortfährt, wich zu verketzern und zu verleumden: so werde ich gezwungen sepn, mehr zu sagen und mehr zu thun. G. F. Werner. Gottesdienst am 28. Februar. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Professor Palmer., Nachmittags Herr Superintendent Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buff.__________________ Morgen den 28 Febr. hat das Frischbacken der Beckermeister Ufer, in der Wallpförter Straft. Ein * und Auspasstree. Am i7.Febr. Hr Lieuten. Gompen- berg , in K. K. Diensten, log. im Löwen. Am 18 Febr. Hr Oberlieuten. von Grays, in K. Engl. Diensten , log. in der Poff. Am 19. Febr. Hr. Major Eichhardt, • in Hess. Cassel. Diensten, durchpass. Am 21. Febr. Hr. Graf v. Plettenberg und Hr. v. Wercks, von Hannover, log. in der Poff. Am 22. Febr. Hr. Graf v- Gall, Major, und Hr. Oberlieuten v. Weinrodt, beide in K. K. Diensten, durchpass. Eod. Hr. Graf Ruviüier, K- Engl. Ambassadeur, durchpass. . Am 24. Febr. Hr. Generalmajor Graf von Dulück, vom K. Kais. Generalstaab, durchpass. Eod. Hr. Hauptmann Zmck und Hr. Lieuten. Flachsland, beide in Hess. Cassel. Diensten, durchpaff. Ropulirte bei der Stadtkircbe. Am 21. Febr. Herr Gcorg Mannberger , Fürst!. Regierungs - Sltwocat, all- hier, Hrn. Johannes Mannbergers, Fürstl. Zollbereiters allhier, ehel. Sohn, und Jgsr. Iohannetta Helena, weiland Hrn. Peter Loos, Burger und Wagner, wleauch Mitglied des ehemaligen XVlner Cvlleg allhier, nachgelassene ehel. Tochter. Eod. Jacob Hornberger, Burger und Schuhmacher allhier, Matthäus Hornbergers, Einwohners in Nohfelden, im Zwei» drückischen, ehel. Sohn, und Susanna Iohannetta, Georg Andreas Ramspecks, Burgers und Schuhmachers allhier, ehel. Tochter. Gebohrne und Getaufte bei der Sradt- kirche. Am 22. Febr. Dem Burger und Mez- ger, Moriz Balthasar Mchl, ein Töchter!. Beerdigte. Am 21. Febr. JacobHelswann, Burger und Schuhmacher allhier, alt 46J. Am 2z. Febr. Dem Burger u. Fuhrmann, Georg Melchior Schwan, ein Töchter!. , alt 3 Jahr. Eod. Dem Burger undMezger, Moriz Balthasar Mehl, ein Töchterlein, alt 3 Tage. Am 24 Febr. Des Burger u. Schuhmachers , Christoph Völckers, Ehefrau. Eod. Der Susanna Müllerin unehel. Söhn!., all 6Mon.