Nr. XXXIX. 24, Sept« 1796. Giesser JnttlligenMatt. t In und Auswärtige Vrktualien-und Markt-Preise. i 1 1 1 1 £ 5 5 1 I 1 I 1 t Eyer ä 4 fr. — — ’ 4 SN 5 St. 4^.' 5St. 4St. ^St- Getraidepreise vom 17. Sevt. bis den 24. Sept.,in Frankfurt. Wahrung den fl. ä 60 kr. und das ft. zu 34 Loth Cölnssches Srlbergewlcht. Q fl Etwa» Städte. Gemas. Waiden wiegt Ko ..... fl. fr. ft- fl-| Darmstadt das Malter. 13 3° !75 t.o Friedberg das Malter. 15 — 200 I11 rn wiegt! fr, ft. 1 38 157 l— 190 | —i — 1 Gerste wiegt Hafer wiegt "fl? kr. ft. fl. kr. U. 7 43 140 6 22 HZ 9 — 170 iO — 165 1--1 — —1—1 — 5 30 160 7 — 140 3 20 120 3 — 84 10I20 — — 71— 168 81— — Giessen das Achtel 12 - 200 8 Marburg das Möt:. 10 30 15° 5 Die; das Achtel. 19 30 ,340 i6 Weilar däs Achtel. 14— 206 9 — 180 40 135 50 300 30 190 Schwarz Brod ' Weck — — Butter Bretzeln gemischt Brod oder Taigscher kr. 1 1 1 ‘ 1 Loth 10 5 2 7 Quint 1 11/4 25/8 3 V» ft Ochsenfleisch — — K'tKflkisch •— — Rindfleisch — — Kalbfleisch — —* Schweinefleisch — — Hammelfleisch — — Hammelsfett — — Rindsfett — — Schweinefett — — Seifen — — Lichter — — frische Butter — — geschalte Hirse — —» grob geschälte Gerste Giesen iDarmst. Dilleb. Fulda Marb. Die; Wezlar. fr. Pf. tc.1 Pf. kr. Pf. tt.\ pf fr. Pf- fr. Pf. kr-! Pf- 13 £2 13 — 12 — 12 —— 15 12 —** 12 —* .— 10 ii — 9 E— 14 •*— 10 — 10 II ....... —— —• — 8 ***" — 7 2 12 — 5 — 9 — 8 — IO — 9 12 j 12 2 11 —• 12 12 — 16 —— 12 —• II — 12 — 10 9 2 <9 2 14 — 9Q — 168 — —• —— 90 *■— —* — — —* 9° —- —» —• — —■ —— 90 •----- —- MM 28 26 —*• _ —* — 18 —— -- — MM* <32 — — —- -M* — —— 28 — ——* —- — —« 32 — — — — 25 — 3° — — — 28 — 34 1 13° — —— —• — 24 — —— — 28 8 — 1 —■*» MM» ■■ — — 8 —• 8 8 -__ 1 **• — — 6 1 *"* 9 — 10 ! — II MM 8 —— —— — —• — ) M8 ( — Etwas über den Hopfen^ V e r f o lg. Diese weiblichen Kapfen, welche einen sehr flüchtigen gewürzhaften Geruch, einen scharfen, bittern Geschmack, u. eine hellgrüne oder lichtblaue Farbe haben, so wehr weiß als braun enthalten muß, wenn der Hopfen gutseyn soll , enthalten m ihrem Grundwesen einen Harzschleim, und ein flüchte geö, ausserordentlich dampfendes und berauschendes Oel, welches durch eine gelinde Auskochung mit Wasser das Blut sehr erhitzt, und allgemein zum Bierbrauen an> Sewandt, den Malzschleim mit seinem Oele gegen die Entleimung bindet, damit DaS Bier nicht so leicht sauer werden, und einen bessern Reiz auf die Harnwege machen möge. Daß man aus dem gerösteten, gebrochenen, an der Luft getrockneten geschwungenen und gesponnenen. Hopfenranken , eine grobe Leinwand verfertigen rönne, welche weniger weiß als Hanfleine-- wand, aber auch stärker ist, ist bekannte Die übermäßige Hitze im Abtrocknen des Hopfens zerstöhrt seine flüchtigen Theile, fo wie im keimenden Malze. Aus ebm. diesem Grunde hat man auch das feste Einbacken für nothwendig gefunden, und daher Packt man die Hopfensäcke in einer ver» fchlossenen, trockenen Stube übereinander, indem man die leeren Zwischenräume mit einer Materie anfüllt, welchr ohne Geruch, aber etwas feucht ist, z. B. mit dem ersten Abfalle des Malzes oder mit frischen Ho- Pfenblättern. Nach Verlauf eines IahrS ist indessen doch der wohl verwahrte Ho« pfen zu den feinen weichen Bieren, nicht mehr taugl-ch. Urberhaupt setzt man die gewürzhafte Bitterkeit und das rauschende Oel in der Absicht dem Piere zu , damit dessen Neigung zum Gahren,. und seine Zucke süsse dadurch gebrochen werde: Alle obige Grundstoffe aerhindern die Verbren- »ung der Schleimrhrile, so dir Gährung zersetzen soll- DaS beste Verfahren ist,, wenn man l Pfund Hopfen mit 30 vis 40 Pfunden reinen Wasser mäßig abkocht, und alvdenn der Würze zusetzt. Der beste Ho» pfen ist dec gutgetrocknete weißbraune. Von Den braunew Strcbheuscbrecken. Von diesen wird noch fezt bisweilen Rußland, Ungarn, Siebenbürgen, Pohlen, Schlesien, Deutschland mit dem Ost. winde heimgesucht, und sie haben sich bei günstiger Witterung bis über Holland, England, Schottland, und über die Or° caven ausqedreitet. Die Ukraine zieht ihre Areßbegierde als ein fruchtbares Land am öftersten an sich, so daß der dadurch verursachte Schaden durch Kyrnzufuhr wieder ersetzt werden muß. Mangel und Hunger, oder Vie zahllose Anhäufung derselben, sind die Veranlassungen, daß sie wie Biemn» schwärme und Häringe sich mit dem Ostwinde in andre Lander begeben Sie ziehen besonders um Vie Mittagszeit, und verlassen die europäischen Landschaften nach einiger Zeit wieder, weil man sie täglich beunruhigt. Wenigstens kommt ihre zu» rückgelaßne Brut in der nächsten Winler- kälte um, ehe sie sich an unfern Erdstrich zu gewöhnen Zeit hat. Diese Strichheu. schrecken sind im Bau, in der Größe und in der Farbe von unfern Feldheuschrecken unterschieden. Ein ungewöhnlich warmer Winter in der östlichen Tartarei, welche ihr eigentliches Vaterland ist, bringt viele Millionen Heuschrecken mehr hervor, als die gewöhnliche rauhe Witterung gemei. mglichferzeugt, und daher muß noihwen» dig ein Mangel an Futter in den ungeheuren großen Landstrichen der Tartarei ganze Heerden zum Ausziehen nökhigen. Eben das kann auch der Sturm, Vie Kälte und« vielleicht eine Bande von Raubvögeln ver. richten. Auch hierbei finden sich Anführer,, nach deren Fluge sich das ganze Heer blind- liM im Niederfallen und Aufbruche rich. tet- — ) 149 ( — tet Die Zeit ihrer gewöhnlichen Erscheinung in Europa t|i gemeiniglich der Junius oder Julius. vor oder nach der Erndte, gegen Oie Mittagsstunde oder gegrn Abenv und wenn die Sonne den Nachtthau völlig vertrieben , so steigen sie wieder in die Höhe, nachdem sie auf unabsehbaren Fel- tzern Saaten verzehrt 5 und Wälder avge- laubt haben. Sie steigen schneller in die 2uft und schwingen sich höher bet Helterm, warmen und trocknem Wetter , hingeaenist ihr Ausbruch träger und schwerfälliger, wenn die Luft falt weht, oder wenn die Sonne im Begriffe steht, auf- oder un» tenuaehen, weil alsdann die Abnahmeder Warme am empfindlichsten ist. Alsdenn schwingen fie ihre Flügel weniger lebhaft, und sie werfen sich des Abends auf Gebu- sche und Baume, um sich gegen die Nasse des Thaues in Sicherheit zu setzen. Nach ebgetrocknetem Thau breitet sich erst das Nachtlager über die ganze Feldflache aus, unO jeOet verwüstet für sich. Um diese Räuber mit Vorthril anzu- äreifen , so lasse man sie bei ihrer Ankunft de« Abends die ganze Nacht über in unge- livrttr Ruhe: Mit dem Anbruch des Tages lasse man alle Einwohner der Gegrnd versammlet seyn, in deren Gebiet die Insekten eingefallen sind, und ein feder versehe sich mit metallenen Geschirren und jn* fnumenten , um damit ein lautes Getvie iu machen. Man beobachte daher die eeite ^Herder Wind blaset. Man stelle die Einwohner in einigen Gliedern hinter einander gerade gegen die'Heuschrecken,, so daß diese den Wind im Rücken haben. Alsdann wird die Losung gegeben, und das starke Geschrei, das Händeklatschen, daS Aneinanderschlagen der Metalle so lange fortgesetzt, bis die dadurch schüchtern gewachten Heuschrecken sich in die Luft begehen. Ist dann d,e Luft kalt, reqnigt und »oller Dünste, so geschieht der Schwung langsam, sie heben sich mit einem zeternden Fluge, etwa zehn Fuß hoch m dir Luft, und hierauf verfolgen sie ihre Reise weiter unter Begünstigung des Windes. S>ehek man ihren Einfall hingegen mit Geiasien- heit anso findet man ganze Feldstücken und Watdungen in wenig Stunden völlig kahl, indem sie alle Kräuter, Laub, Ge- traide, und Im Mangel sogar Wurzeln- aufzehren. Ein- andres Mittel ist, sie durch star^ ken Rauch von faulem Holze , Schwefel und Harz von der Gegend mit HE^^S Windes-zu Verlagen, und di>e gedachte Feld» wusik, sonderlich die Trommel dabei anzuwenden , damit sie nicht Zeit gewinnen mögen, ihre Eier zu einer Brut in die Erde zu bringen , welche bei ihrer allmahligen Erwachsüng den Feldern einen weit beträchtlichem Schaden, als die fluchtige Streiferei zufügt. Wo das Getraide bereits eingeerndtet ist, könnte die Flamme der angezündeten Felder wemgftens die Brut ausrotten; aber man mußte sich hüten, Waldungen zu nahe zu kommen. Jn der That ist eS ein Glück, daß diese Art von Heuschrecken keine Legefcheide am Ende deS Hintern hat, dergleichen sonst die Weibchen der unftigen haben, womit sie die Erde ofnen, um ihre Eier darin zu verwahren'. Sie wählen daher einen sandigen lockern Boden zu diesem Geschäft. Die Weibchen stecken den halben Leib in die Erde, und lassen die Eier auch bisweilen auf Mist, Moos oder Steine fallen. Alle Eier kleben vermittelst des Schleims in Klümpen zusammen, und dieser braune Schleim über* ye^t den Haufen wie eine Schale das Ei, roerunter sie etwa sechs Monate lang gegen die Näste in der Erde bedeckt, liegen. Der Eierstock eines Weibchen enthalt etwa hundert und fünfzig Eier, woraus drei Klumpe entstehen, welche eine Kegelförmig ~ ringe Gestalt haben, und einen Lis drei Zoll lang sind.,^ Die Eier an sich sind dunkel, gelb und länglich. Ein schwerer, fester, zäher Lehmboden schickt sich nicht für sie; aber wohl ein warmer, sandiger Abhang bei Gebüschen und auf Anhöhen. Man lobtet durch breite Schlegel von Brettern eine Menge, besonders zur B?gsirtunsszett, oder no» 5et sie zu Tode. Andre jagen sie in Wassergraben Dabei kommen oft die Staare, Kraniche, Störche, Raben und Krähen, so wie die Schweine und Füchse, selbst Schlangen, Eidechsen und Fröjche zur Hülfe. Die Erschlagenen werden auf der Stelle verbrannt, damit sie nicht die Lust ansiecken. Der Pstug zerstört indeß eine Menge Eier; aber ungleich bessere Wirkung thut das Aussehen eines gewissen Prei» ses für arme Kinder, die sie Metzweiseher- ausscharren. Dieses Sammeln wird im Herbst angefanaen , und im Frühling fortgesetzt , da man iede bezahlte M^ye auf der Stelle verbrennm muß, um allen Unterschleif zu verhüten. Bei den übrigen Jagden , da man die erwachsenen Heuschrecken mit Geschrei und Brsen in aufgeworfene Gräber treibt, mu| man jederzeit kalte regnichte Tage zu Hülfe nehmen, sie durch ein langes Sei! so mit Federn versehen ist, von den Saatfeldern gegen Landstrassen und Eandsiächen zutreiben, ehe sie im Julius durch die Häutung freie Flügel bekommen, und nicht mehr durch den Sprung allein entwischen.. Gottesdienst am 25. Septen der St. Pancralluskirche^ Morgens Herr Professor Palmer Nachmittags Herr Superintend. Müller. In der Burgkirche Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buff. Morgen den 25 Sept, hat das Frischbacken Hr. Kirchenftnior Seipp,, auf dem Kreuz. Ein ' und Auspalstrre. Am iz.Sept. Hr. Kammerath Kopf, von Mainz, durchpass. Amr;. Sept. Baron v Gachern, Präsident von Nassau. Weilburg, durchpass. Eod. Hr. Graf Honte, aus Schweden, durchpass. Eod. Baron du T)il und Hr. Fifta! Gärtner, von Marburg, durchpafsi Am 19 Sept. Hr Justizrath v. Zan- thier, von Marburg, log. im Einhorn. Eod Hr. Pfarrer Müller, von Bromskirchen, log im Rappen. Eod. Baron v. Belly, Obrister in K» Preuss Diensten, durchpass. Eod. Hr. Kammergerichtsassessor v. Gruber, von Wezlar, durchpass. Gebohrne und Geraufte bei der Sradr- kir c b e. Am 9. Sept. Der Christianen Catha- kinen Ehlertin, ein unehelich Söbnl. Am l i.Sepk. D» m Burger und Mez» ger, David Lampus, ein Söhnl. Bekanntmachung. Künftigen Montag über acht Tage, als den zten October, werde ich meine Vorlesungen und Privat - Unterrichtstunven rote* der anfangm, welches ich hiermit allen meinen respecriven Zuhörern und Schulern nebst gehorsamster Empfehlung zu wissen thue. Gtestn Sen 24ten Sept. 1796. F. T. Ehastel. Beerdigte bei der Sradtkirrbe. Am 9. Sept. Dee Universitätsapo. thekers, Herrn Amandus Rittershsusen Frau Ehegattin, alt 46 Jahre Am iz. Sept. Johann Daniel, Philipp Henrich Hillgarts, Burgers und Stadt- bleicherS, ehrk. Sohn, alt 19 Jahr, starb an den von den Franzoftn erhaltenen Wun- den»