Nr. XVI. •- 16. April. 179^ Giesser Jnkelltgenzvlatt. In und Auswärtige Viktualien-und Markt-Preise. i ft Ochsenflelsch — 1 — Kühfleisch — 1 — Rindfleisch — 1 — Kalbfleisch — 1 — Schweinefleisch — 1 — Hammelfleisch — - — Hammelsfett — n — Rindsfett — ' — Schweinefett — , — Seifen — , — Lichter — —. frische Butter — ü — geschalte Hirse — — grob geschälte Gerste 1 — klein geschälte Gerste Eyer ä 4 fr. — — 5@t. 4 St. 4St. ;St. 4 Sr. zSt. Giesen Darmst. Dillcb. Fulda Marb^ Diez Mezlar. fr. Pf kr: Pf. fr. Pf. kr. pf. fr. Pf- fr. Pf. kr. Vf- 11 13 12 9 2 11 13 1 l ■*** 9 2 10 — ■ 8 2 7 — 12 —«- 9 •*** 7 2 12 EMM —- — 6 — — MM» 7 — 10 —— 4 2 7 6 T 9 9 ** 11 —— 12 2 11 — 8 12 14 —— 10 MM» 11 II lo 8 2 7 2 8 —— WM 9° sen das Achtel. 17 - 200 11 30 186 7 4o 160 8 — 14a Marburg das Mott. 12| 150 8 30 135 7 - 120 7 84 Diez 281 — 340 25 50 300 14 30 MM» •MM l"" MM Wezlar das Achtel. 2I| — 206 14 — 190 11 30 168 u;3o MM» fr. Loth Quint Schwarz Brod 1 8 2 Weck — — 1 4 3/4 Butter Bretzeln 1 2 3/fc gemischt Brod oder Taigscher 1 6 11/2 O Alph^ — ) £o ( — Alphabethisches "Register Mek Städte, Dörfer und von den Ortschaften abgesonderten mit eigenen Lahmen benannten *)ofe, Mühlen, Eisenhammer, Jagd - und Forskhauser des Oberfürftemhams festen, Darmstädtischen Ancheils, auch in welchem Amt und Gericht solche liegen, und wie weit sie von Ser Hanpt» ftadt Giessen entfernt sind. Erläuterung der Abbreviaturen. St, bedeutet Stadt. D. Dorf. H. Hof. M. Mühle. M. F. Marktflecken. I. S. Jagdschloß. I. H. Jagd - oder Forsthaus. Nahmen der Ortschaften. V tnb von Gie- en entfernt. Solche liegen in den Eenten und Gerichten. Elbenrod. D. - - 12 Alsfeld. Alöftld. Elbrighauftn. F. H. - 12 Battenberg. Dautphe. Elmshausen. H. - • Elpenrod. D. - - 13 7 Biedenkopf. Burggemündrn. Endbach. D- * * 5 r/2 Blankenstein. Obergericht. Engelbach. D. - * 9 U2 Biedenkopf. Derbach. Engelrod. D. - • 13 1/2 Ulrichstein. Engelrod. Erbachermühle. M. - 2 Hüttenberg. Eußergericht Kirtorf. Erbehausen. D. - - H 1/2 Alsfeld. Erdhausen. D. - - 6 1/2 Blankenstein. Untergericht. Erlenmühle. M. - - 9 Biedenkopf. Biedenkopf. Ermenrod. D. - - 6 Burggemünden. Burkhards. Eschenrod. D. * • 6 Nidda. Eudorf. D. » * 12 1/2 Alsfeld. Alsfeld. Eulersdorf. D. - • 7.1/2 Grebenau. Fauerbach. Fauerbach D. - » 6 1/2 Nidda. Felda. D. * • 8 1/2 Ulrichstein. Frida. Feldkröken. D. - - IO Ulrichstein. Babenhausen, Fellingshausen. D. - L Giessen. Heuchelheim, Feuerbach. D. - * 5 Butzbach. Butzbach. Finkenhvf. H. - - 12 Alsfeld. Cent Lauterbach. Finkenloch. H. - - 7 Nidda. Rodheim, Fischbach. D- - * II 1/2 Alsfeld. Alsfeld. Flensungen D. - - 4 Gründerg. Grünberz. Frankenbach. D - - 4 Königsberg» Li^feld. Frechenhausen. D. - 8 Blankenstein. Freymühle. (Schlag) M. 12 Ulrichstein. ' Lobenhsufen. Friebertshausen. D. - 6 Blankenstein» Untergericht. Friedelshausen H. - r Giessen. Lollar. Friedensdorf. D. - * io r/2 | Biedenkopf. Dautphe. Urischborn. D. - - 14 | Ulrichstein. ■' Engelkod. Dr ** ) 6i ( — Bekgntttmgchtrng von verschiedenen Sachen. i) Nachdem- künftigen Dienstag, den lyten dieses, Nachmittags i Uhr, in des Brandeweinbrenner Friedrich Thomas Behausung,^ allerhand Hausrath undWeibs- kteidung öffentlich verstrichen werden so!« len, sv wirv dieses hierdurch bekannt gemacht. Gießen den Uten April 1796. Fürstl. Hess. Oberamt das. Rayß. 2) Folgende Gütherstücke sollen Freitag den 6ten künftigen Monats öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden. I) l/2 Morgen, lz Ruten , !2Schu Acker in der Lichtenau, neben Ioh. Adam Noll und dem nachfolgenden Stück, (zehnd- bar.) 2) 1 1/4 Morgen, 22 Ruten, 8Schu Acker neben vorigem Stück und Hieroni- mus Römer Bals. S. ju Wieset, (adlich- frei.) g) 1/2Morgen, irRuthen, rz Schu Acker hinter der Warth, neben Philipp Römer zu Wiesek und Peter Vogt dahier. (zehndfrei. ) 4) l 3/4 Morgen, 2yRuthen, 2Schu Acker an der Marburger Straft bei dem Gericht, neben Maria Reuterin zu Wieset und Magnus Schäfer dahier, (zehndfrei.) 5) 3/4 Morgen, 18 Ruthen, gSchu Acker am Wingert, rechts an der Chaussee, neben Ioh Konrad Vogt, (zehndfrei), Siebt 2 Mesten unständig zur Fürstl. Kel- lerei. 6) 2/4 Morgen, 25 Ruthen hinter der Warth, neben Ioh. Philipp Schäfer und Ioh. Melchior Völgel zu Wieset, (zehndfrei und adlichfrei.) .Da der Beständer dieser Güther die dieS- tährige Erndte zu thun hat, so wird die Bezahlung des Steiqschillings erst den rstrn Sept, dieses Jahrs geleistet. Die Kauflustige haben sich in dem bestimmtem Termin, dahier im Gasthaus zum Rapv pen t Nachmittags um 2 Uhr einzufindew» Gießen den röten April 1796. Von Ausartung der Rartoffeln r und den Mitteln, solches ;u verhindern. Die Klagen über das Ausarten der Kartoffeln sind fast in allen Gegenden allgemein , und der Schade ist unbeschreiblich groß, welchen der Landmann durch den Mißwachö dieses vortreflichen Nahrungsmittels für Menschen und Lieh hat. Da fb| viele dagegen vorgeschlagene Mittel bisher vergeblich waren, so hat die, um die Landökonomie so sehr verdiente, churpfälzische physikalisch - ökonomische Gesellschaft darüber Untersuchungen angestellt, und Mittel vorgeschlagen, die wegen ihrer Wirksamkeit allgemein bekannt gemacht zu- werden verdienen. Die Ausartung der Kartoffeln besteht vornämlich darin, daß dieselben i) kleiner als gewöhnlich, 2) von unkräftigerm Geschmack sind, und z)die Stöcke sich weniger voll hängen. Die Ursachen hiervon sind in der gewöhnlichen Behandlungsart der Landleutr zu suchen. Erste Ursache. Man nimmt zm den Kartoffeläckern jedes Land ohne Unterschied und Auswahl. Es qeräth zwar diese Pflanze im Lehm • Sand • und Torf - ja sogar in steinigte« Boden, wenn es entweder m Neubruch ist, oder der Acker vorher gehörig zubereitet und wohl gedündt worden ist ; im feuchten Boden aber darfman sich keine Rechnung auf eine eegiebige Erndte machen. So aber bauet man ost 4 bis 6 Jahr lang nichts als Kartoffeln aufeinem und ebendemselben Acker, ohne mit andern Früchten abzuwechseln, und aus Mangel des Dungs wird der Boden so auSgesaugt, daß er zulezt keine Nahrungs- süfte ) 6r ( safte mehr hat, woraus dann nothwendig verkrüppelte un'o unschmackhafte Früchte entstehen müssen. D>e erste Rege! gegen die Ausartung ist also diese: Man nehm- ja zum Kartoffelacker keinen nassen Boden. Man dünge den dazu gewählten Acker wohl, und nicht erst im Frühjahr, sondern den Herbst vorher, pfiüge den Dung unter; ackere im Frühjahr so bald möglich, zum 2ten, und vor dem Kartoffelstecken zum ztenmal, und dann wähle man alle Jahre ein anderes Kartoffelstück. Zweite Ursache. Man sucht zu den sogenannten Steckkartoffeln die kleinsten aus, und verschneidet, aus einer übel verstandenen Oekonomie, wvl die größern, wodurch dann ein Theil des Milch - und NahrungrsafteS, welcher dem treibenden Auge zur ersten Nahrung dienen foö, verloren gehet. Es ist eine allgemeine Erfahrung , daß aus jedem schlechten Saamen auch schlechte Früchte erzeugt werden. Um diesem Uebel vorzubeugen, wähle man also zu Steckkartoffeln eine gute Art, und suche darunter jedesmal die größeste, und welche die meisten Augen haben, aus. Davon lege man 2 bi» 3 u-nverstückelt in eine dazu gemachte Stufe, etwa 2 Zoll von einander. Der Verfolg im nächsten Stück. Gottesdienst am 17. April. In der St Pancratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Müller. Nachmittags Herr Pfarrer Scriba. In der Burgkirche. Morgen» Herr Pfarrer Buff. Nachmittag» Herr Magister Schmidt. Ropulirte bei der Stüdtkirche. Am 10 April. Andreas Mudersbach, Burger und Hufschmid allhier, weiland Andreas Mudersbachs, Burgers und Huf- schmids allhier, nachgelassener ehe!. Sohn, und Christina Margaretha Johannetta, Christian Thomas, Burgers und Huf- fchmide allhier, ehel. Tochter. Gebohrne und Geraufte bei der Stadt- kirche. Am 10. April. Hrn. Consistorial-Re- gistrator Fink, ein Töchterl. Am i2. April. Dem Stadtmüller, Wilhelm Strinmüüer, ein Töchterl. Beerdig te. Am 8. April. Dem Burger u Schuhmacher, Georg Philipp König, ein Töchterl./ alt 5 Jahre. Am io. April. Marquart Busch, Burger und Kiefer, alt 81 Jahr , 11 Mon. io Tage, starb an einer Entkräftung. Eod. Dem Schaafhrrten Jeh. Henrich Euler, ein Töchterl. , all 1 Jahr, 6 Mon., starb an den Blattern. Am 13. April. Der Beisaß Ioh. Georg Ludwig, alt 67 Jahr, z Mon., starb an der Auszehrung. Am 15. April. De» Stadtmüller» Freyen Ehefrau , alt 45 Jahr, starb an der Auszehrung. Eod. Dem Burger und Tuchmacher Georg Balthasar Stohr ein Söhnl., alt 3 Jahr, z Monat, 22 Tage, starb an den Blattern. 'Beerdigte bei der Burgkircbe. Am 15 April. Anna Maria, deö verstorbenen Soldat Christen Ehefrau, alt 6üJahre. Morgen den 17. April hat das Frifcl)- hacken der Beckermeister Johannes Schütz, in der Löwenaasse. Dies Blatt wird alle Sonnabend in der Krieg erschen Buchhandlung ausgege- hen; die Pränumeration ist 45 Kreuzer.